Ausgabe 
23.11.1932 Erstes Blatt
 
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Mittwoch, 25. November (932

U. 276 (Erffps Statt

(82. Zahrgang

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Hitlers Antwort wird heute nachmittag übergeben

lsißrpulenz wird aus; Lebhaftigkeit, durch ei ISpiperament. Er läche

flatzwechsel im Rahmen eines absolut organischen wzesscs im Lauf der letzten zehn Jahre vor-

chon aus allein politischen Gedanken von dem

|

;en Angaben loht sich noch nicht übersehen, ob das heißen soll, dah die Nationalsozialisten auch ein Präsidialkabinett unterstützen oder tolerieren roür-

und Be- jur kur-

Annahme von äiijtigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undiür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

»VN ihnen los.

Mit derart trainiertem Weitblick, derart^ trai­nierter Ruhe ist es solch einem Mann möglich, aus der Umgebung der militärischen Traditton in die politischen Gefilde überzuwechseln. ohne 5afj er einen wesentlichen Sprung macht. Die Einsicht in die Clausewihsche Erkenntnis, dah der Krieg von allen menschlichen Detä^gungen der Prozeß ist, der am ehesten dem Handel gleich- koinint, schlägt seder kluge militärische Taktller saft von selbst eine Drücke vom rein Strategischen in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes zur Politik. Der Äame dieses Mannes, der &iefcn

genommen hat. lautet Kurt von Schleicher. Er wurde vor einem halben Jahrhundert in Aetz geboren als Sohn eines Offiziers. Seine trftcn Schritte, seine Ausbildung, die, Frühetap- ten seiner Karriere waren die eines Sohnes des Lfsiziersmilieus. Kadettenkorps, Garderegiment *- und dann kam der Krieg. Schleicher arbeitete sich rasch durch seine hervorragenden strategischen Anlagen die militärische Stufenleiter empor, wurde Hauptmann, dann Majo» Im März 1919, als in der neugebackenen Re^ ablik das Reichswehr- Diinifterium gebildet und seine Posten besetzt wur­den. war von vornherein für Major v. Schleicher

den, das nicht unter Führung Hitlers steht, dem aber einige der nationalsozialistischen Be­wegung nahestehende Persönlichkeiten angehören. Darüber muh man nähere Mitteilungen abwarten. Ls ist möglich, dah die Nationalsozia-, listen nach der Neberreichung des Briefes selbst einen Bericht über ihren Standpunkt und dem Inhalt des Schreibens herausgeben. 3m Augenblick läht sich die Situation nur dahin kennzeichnen, dah nach der Neberreichung der Antwort Hitlers die Ini­tiative wieder beim R e i ch s p r ä s i d e n- t e n liegt, der entscheiden wird, ob er über den Hitler erteilten Auftrag hinaus gehen will.

Direktor der Handwerkskammer, Schüttler, und der Direktor der Handwerker-Zentralgenos­senschaft, P a e ch , außerdem noch Bankdirektor R a i h - Groh-Gerau, Geschäftsführer Stein­mann- Worms und Apotheker D o n a t - God­delau.

Sämtliche Fraktionen gaben die Erklärung ab, dah sie wünschten, die Angelegenheit gründ­lich aufzuklären, damit wieder Ruhe in den Kreisen des hessischen Handwerks ein­trete. Die Regierung hat sich bereit erklärt, zu dem Deweisantrag 1 eine schriftliche Ant­wort noch im Laufe dieser Woche dem Aus­schuß zuzustellen. Die nächste Sitzung, zu der die Presse Zutritt hat, findet am Dienstag statt.

sprechung zwischen beiden Parleiführern zustande- tommt

Ueber den Inhalt des Briefes verlautet, dah Hitler dem Reichspräsidenten mitleilt, nach feiner Ansicht fei eine parlamentarische Mehrheitsregierung unmöglich. Ls sei deshalb zweckmähig, zum Gedanken des Prä-

f i d i a l k a b i n e l t s ; u r ü ck ; u k e h r e n hierfür stelle er sich und seine wegung dem Reichspräsidenten Verfügung. Rach diesen verhältnismäßig

wahrscheinlich oder gar gegenstandslos.

Für ein prasidiattabinett.

DcrwahrscheinlicheJnhaltdcsHitlerbriefes

Berlin, 23. Roo. (LNB. Funkspruch.) wie bei bevorstehenden Entscheidungen immer üblich ist, ist auch der heutige Mittag von einer Flut von Ge­rüchten ungefüllt Man spricht von allen möglichen Einzelbesprechungen und Besuchen, die im Laufe des Vormittags stattgefunden haben sollen; richt'g ist daran, dah der Herzog von Loburg im kaiferhof" eine längere Besprechung mit Hitler gehabt hat, und dah er sich bemüht, eine Verbindung zwischen Hitler und hu- g e n b e r g herzustellen. Ls ist auch möglich, dah auf diese weise im Lause des Nachmittags eine Be-

58,37

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iS 34^

der Bezeichnung ergibt, einzig und beim Reichspräsidenten. In Kreisen hält man deshalb auch den eines präsidialen Kabinetts Schacht, viel gesprochen wird, für praktisch un-

Oie Westhilfegelder der Hessischen Handwerkskammer

Ter Landtaqs-Untcrfuchungsausschutz beginnt feine Tagung

Darmstadt, 22. Rov. (WHP.) Der in der 7. Sitzung des Hessischen Landtags eingesetzte Untersuchungsausschuß über die Verwendung der West Hilfe gelder durch die Hessische Handwerkskam­mer trat heute zu einer Aussprache zusammen. ®er Ausschuß besteht aus den Mitgliedern des Finanzausschusses. Als Berichterstatter wurde der nationalsozialistische Abgeordnete Renz- Alzey gewählt. Die Nationalsozialisten, die den Unter­suchungsausschuß gewünscht haben, stellten fol­gende Beweisanträge:

1. Die Reg ierung wird ersucht, sich zu äußern:

a) was ihr von der Verwendung und Ver­waltung der 570 000 Mark Ruhrhilfegelder durch die Hessische Handwerkskammer amt­lich bekannt geworden ist,

b) welche Anweisungen oder Genehmigungen sie zu dieser Verwendung und Verwaltung

6,0 6 52.05 12,W

3,063 169-52

73.32 13.71 0.9« 4,2 56.41

21.S 16-5 81.06 34,46 81.96 0.84 0.296 5.646 12,7»

3,057 169,18

70,08 71,43 73,1 13,74 0,8 4,209 58.29 21,55 'S 34,40 81.1« 0,83 0X94

5.Ö 12,76

er hat niemanden durch äußeren politischen Ehrgeiz beleidigt ober sich selbst einer Aufmerksamkeit aus­gesetzt, die seinen Bestrebungen nur schaden konnte. So blieb Schleicher stets der erste Diener des Reichs­präsidenten. Welche Ziele verfolgt Schleicher? Diese Frage wird nur die Geschichte beantworten können. Vielleicht finden wir eine Erklärung für fein politisches handeln im Geiste jenes altpreußi­schen Soldatentums, als dessen Bewahrer und Trä­ger er sich fühlt, Förderer jenes Geistes, der alle Staats- und Wirtschaftsbegriffe dem Soldatischen unterordnet

Ein porfrait Der Offizier, der * um Politiker wurde. Dvn (5 v (5.

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58.13 71,06

Ä 69,91 2,tt 73,0; 80,74 34,26

f ^aieinisch.

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0 ^toanbe, da-Kn und komisch ju lind von

Lolche Latein «1 alten unb iuna n MlustigievnL^ 'Staun unb

EdasDnlchen^ geistreich abgeftimmlt dem Cäsar unb Sierra Een, zur lehrreichen

derlei.

0 Mam (7343 Deleg- ) D'lsMnz der Feier, werden.

upfererzeugung deutsche Kupferhütten. Srund von Dercchmm- 1 der Metallgesellschast Oktober 1932 auf M n im September, coduklion (Aassinad» ug im Oktober 13097 aen im September.

Lebensversiche- )ktober 1932. 3m n im Verbände öffent- galten organisierten Gliederungen mit 15,80 ngäfumme beantragt runggfumme betrug g 3661 Mark gegen- : 1931 unb in bat matt wräbet M LvrjayteL.

>örse freunM rffitt.

Avv. Die freundliche ung, die bereits den akterisierte, blieb auch n, doch herrschte ang-- er die mnerpolitischcn äftsstille. Das Kurs- rröchlußbasisbehaup. tngen von 0,25 bis 0,50 t blieb es sehr ruhig -nderung. , lagen sotvotzl deutsch« zschuldbuchsorderungen x auf dem Mittags

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DieKölnische Volkszeitung" (Zentrum) schreibt u. a.: Die Entwicklung habe sich auf einen ge­fährlichen Punkt zugespiht und das alles trotz der starken Kräfte, die am Werke seien, um Hitler den Weg zur Regierung zu ebnen. Die Nationalsozialisten arbeiteten denen in die Hände, die von vornherein keine Aenderung in den Re- gierungsmethoden wünschten und deshalb alles daran gesetzt hätten, die Bemühungen auf die Schaffung einer volksverbundenen Regierung zu durchkreuzen. So wenig die Taktik der National­sozialisten zu verstehen sei, müsse man doch fest­stellen, daß man ihnen d i e Aufgabe, sich vertrauensvoll an der Regierung zu beteiligen, nicht leicht gemacht habe. Das dunkle Ka­pitel der unterirdischen Kräfte, die mit Erfolg an der Sabotage einer Regierung der nationalen Konzentration arbeiteten, müsse noch geschrieben werden. .

DieD A Z." (konserv.) sagt: Es ist noch zu früh, die Geschichte dieses ersten Teiles der Verhandlungen zu schreiben, der an ironischen und tragikomischen Einzelheiten reich ist. Schon heute aber müssen wir die Gespensterangst, die vor unverstandenen Begriffen wiePräsidial­regierung" undparlamentarische Mehrheits­regierung" herrscht und für die vorläufige Er­schwerung der Verhandlungen ver­antwortlich ist, zerstören. Unter den heutigen Umständen sind sie ein Nichts, ein Phantom, ein vollkommener Widersinn. Die deutsche Re­publik hat seit 1918 viele Regierungen gehabt, aber nur ganz wenige von ihnen enthielten keine präsidialen Elemente", wie das fürchterliche Wort lautet. Daß auf der anderen Seite ein Kabinett Hiller nach seinem ganzen Grund­charakter keinen parlamentarischen Kuhhandel treiben konnte, war klar. Man redet und schreibt sich auseinander, nicht wegen politischer Unstimmigkeiten, sondern wegen der Frage, wie das Kind, das noch gar nicht ge­boren ist, getauft werden soll.

DieDör s enzei tung" (Konserv.) spricht unter Hinweis auf die Bemühungen um eine Annäherung innerhalb der nationalen Bewegung, daß dieser Brückenschlag vollendet

M unb wider die Beauftragung Hitlers

Oie Meinung der presse.

das Amt eines Referenten für Politik vorgesehen, dieser Offizier gehört also, so merkwürdig dies im Rahmen der späteren Entwicklung scheinen mag, zum ältesten Bestand der Weimarer Republik. Im Kapp-Putsch spielte er eine hervorragende Rolle nicht zuletzt dadurch, dah er ihn und vor allem sein Mißlingen bereits auf lange Strecken voraus- gesehen und vorausgesagt hatte. In diesen Jah­ren brauchte er - dies hat er später ganz un- verhohlen betont, - vor allem Ruhe, um das Terrain zu sondieren, um allumfassende Verbin­dungen anzuknüpfen. Bald war er in seinem Amt, auf Grund seiner Verbindungen und seiner In­telligenz, unentbehrlich. Er überdauerte Noske, seinen ersten Chef, nahm bei dessen Nachfolger Dehler eine womöglich noch zentralere Stellung ein General von Seeckt. der Chef der Heeres­leitung. tat, wie es hieß, nichts, ohne Schleicher vorher gefragt zu haben. Diese drei Männer wa­ren es, die im September 1923 Stresemann ge­wönnen. zur Durchführung ihres damaligen gro­ßen Planes, zur Verhängung des mllitärischen Ausnahmezustandes, der im Lauf eines knappen

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ToiT 51.95 12,465

Berlin, 23. Nov. (111.) Hillers Stellung­nahme auf das gestrige Schreiben des Staalsfekre- (ärs Dr Meißner ist, wie von zuständiger natio- nalfozialistifcher Seite mitgeteilt wird, erst für die Nachmittagsstunden zu erwarten. Imkalferhof" anden noch Besprechungen statt, in denen die end­gültige Fassung der Antwort Hitlers an den Reichs­präsidenten revidiert wurde. Die Antwort wird erst am Nachmittag überreicht werden, so daß mit der Bekanntgabe der Einzelheiten erst im Laufe des Spätnachmittags oder Abends zu rechnen ist. Grundsätzlich dürfte aber schon so viel seststehen, daß Hitler auch jetzt den Auftrag des Reichspräsi- benten nicht direkt ablehnen, sondern daß er nur festellen wird, daß Hindenburgs Auftrag in der erteilten Form nicht durchführ­bar ist. wahrscheinlich werden dann noch Gegen- Vorschläge gemacht werden in dem Sinne, daß Hit­ler mit der Bildung eines Präsidial- kabine 11 s beauftragt werden möchte. Jedenfalls wird durch diese Antwort die Tür zu weiteren Ver­handlungen nicht zugeschlagen. Man glaubt in Krei­en der NSDAP., dah die Verhandlungen, die jetzt auf parlamentarischer Grundlage sich als unmöglich erwiesen hätten, auf der Grundlage der Bildung eines präsidialkabinetls durchaus möglich sind und auch bald in Gang kommen dürften.

In anderen politischen Kreisen diskutierte man chon lebhaft die Möglichkeiten, die sich aus der Antwort Hitlers für die weitere Entwickelung er­geben. Trotzdem find aber weitere Entscheidungen des Reichspräsidenten für heute nicht mehr zu erwarten. Der Reichspräsident wird viel­mehr die Antwort Hillers mit aller Ruhe und Sorgfalt prüfen und sich erst dann über feine wei­teren Schritte schlüssig werden. Enthält die Denk- chrift in der Tat die Ablehnung einer Mehrheits­bildung, s 0 bleibt nur die Möglichkeit eines präsidialen Kabinetts, lieber ein olches Kabinett liegt die Entscheidung, wie sich

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6r ist etwa fünfzig Jahre alt. Sein Kopf ist rfott wie der Kopf derjenigen Leute, die Julius Cif ar gern um sich haben wollte. Die fehlende lulenj wird ausgeglichen durch Sehnigkeit, I, ein offensichtlich sanguinisches ^rv.v.ment. Er lächelt gern, wenn er lächelt, ent- !Mt er tadellose weiße Zähne Er spricht oft und gern, unb aus seinem Sprechen gewinnt man den (inbruef, als seien ihm Diskussionen selber notwen- zur Klärung aller Probleme, über die er bis- hJiert Spricht er, so wächst er mit Witz unb Leich- rgleit, rasch unb überzeugend in die Fragen hinein, im denen er spricht Er liebt es, Interviews zu ;e6en, er ist ein Freund geistreicher Formulierun-

halben Jahres die kommunistische Offensive zurück­schlug und unter Anwendung aller Grade von mi­litärischer Gewalt, wie Schleichers strategischer Plan es vorsah. die Festigung der alten Herr- schast, wieder herbeiführte

Dieser Kampf war Schleichers Feuer­probe gewesen. Seitdem wußte er, baß man in Deutschlanb nicht mehr ohne ihe auskommen konnte. Gerade deswegen nahm er sich Zeit, stellte sich bewußt nichl in den Borbergrund, hielt aber aus feiner Stellung heraus im Lauf der nächsten acht Jahre alle Fäden in der Hand. In dem eben erschienenen Buch des Freiherrn Kurt von Reibnitz ,Jm Dreieck Schleicher, Hitler, Hindenburg" sind alle Phasen dieses feinen Spieles mit bewunderns­werter Genauigkeit und SUarfoeit sozusagen von einem Augenzeugen festgehalten. Er schildert, wie Schleicher der Verbindungsoffizier zum Reichstag wurde, wo er immer roiebei Fürsprecher für das haush'altungsbudget der Reichswehr wurde. Offiziell betätigte er sich lediglich als Leiter der Wehr- madjtsabteilung im Reichswehrministerium, war aber faktisch während dieser Zeit als rechte Hand bei Reichswehrminister unb der Ehess der Heeres­leitung mit den Aufgaben eines Staatssekretärs betraut.

Durch eben diese Doppelrolle kam er auch in den Ruf im Reichswehrministerium unb darüber hinaus so etwas wie einegraue Eminenz", ein oerspä- tetes Gegenstück Fritz von Holsteins zu sein. Reibnitz selbst nennt ihn in seinem Buch bieSphinx ber Bendlerstraß e". Dies erweckt vielleicht übertriebene ober falsche Borstellungen von Schlei- chers Plänen, seinen Aufgaben unb vor allem seiner Taktik Man fühlt sich geneigt, nach biefer Formulierung einen mehr ober weniger gewissen­losen Intriganten in biplomatischer Verhüllung zu vermuten Dies steht in absolutem Wiberspruch zu ber klaren Zielbewußtheit bes Mannes

Dieser liebenswürdige, wirklich gescheite Mann, ber über ebensoviel Charme wie Klugheit verfügt, der die Literatur ebenso kennt wie die Militär-

GietzemrAiizeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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werden müsse. Es müsse eine Form gefunden werben, die es möglich mache, die Nationalso­zialisten an den Staat und an die Verantwor­tung heranzuführen und sie aus der Oppo­sition zu lösen, die in Verbindung Mt den zerstörerischen und staatsverneinenden anderen Oppositionsgruppen eine schwere Bedrohung des deutschen Gleichgewichts bilden kann. Ein Ver­harren der Nationalsozialisten in der Opposition würde die Wunde, an der das nationale Deutsch­land kranke, unheilbar machen. Bei je­der Maßnahme also, die in diesen Tagen die ver­antwortlichen Stellen ergreifen seien es die Staatsmänner in der Wilhelmstraße, seien es die Führer der Nationalsozialisten, oder die Männer des Hugenberg-Kreises, bei jeder Maßnahme müßten die Folgen erwogen werden, die in dem jetzigen Fall um so weittragender seien, als die Entschlüsse, die in diesen Tagen gefaßt würden, kaum wieder eine Zwischenlö­sung herbeiführen dürften.

Das Blatt des bayerischen Ministerpräsidenten, derRegensburger Anzeiger" fijreibt, eine Betrauung Hitlers wäre, da sie nichts mehr und nichts weniger bedeute, als daß der Weg einer Präfidialregierung verlassen werden sollte, gleichbedeutend mit einer Rückkehr zum parlamen­tarischen System. Hitler sei es heute nur darum zu tun, irgendwie legalzur Machtzukom­men. Wenn er sie erst einmal habe, werde er auch nicht davor zurückschrecken, seine weitergehen­den innerpolitischen Machtpläne auch gegen einen großen Teil seiner Volksgenossen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Machtmitteln durchzu- sühren. Hitler sei und bleibe in seinen politischen Ideen revolutionär und werde, wenn er zur Macht kommen sollte, bei gegebener Gelegenheit diese revolutionären Ideen mit rücksichtsloser Schärfe durchführen. Wenn ein nationalsozialistischer Reichskanzler auch noch Amt und Macht des preu­ßischen Ministerpräsidenten in seiner Person ver­einigen würde, wäre dies gerade für die deut­schen Länder ein ganz unerträglicher Zustand, vor allem deshalb, weil diese Machtvereinigung einer schrankenlosen Zentralisierung der gesamten Macht im Reich gleichkäme.

Schwierige Finanzlage in Mecklenburg-Schwerin.

Schwerin, 23. Nov. (WTB.) Im Hauptaus- schuß bes Landtags teilte ein Regierungsvertreter mit, daß sich ein Gesamtfehlbetrag von 8 Millionen Mark im Haushaltsplan ergebe. Dringend notwendig fei bie Herabsetzung der K 0 st e n im Staatshaushalt. Eine Kürzung ber sachlichen Ausgaben um 30 Prozent fei bereits verfügt. Außerorbentlich große Einschränkun- gen ber Behorben, Herabsetzung ber Kosten für ben Unterhalt von Staatsgebäuben unb Kunst- straßen seien nicht zu oermeiben. Die Regierung habe sich beshalb entschließen muffen, bieSchlacht- steuer für Mecklenburg-Schwerin einzuführen, beren Jahresaufkommen aus 3 Millionen Mark ge­schätzt werde. Auch die Kürzung ber B e - amtengehälter sei unvermeidlich. Man sei sich aber noch nicht klar, ob direkte Gehaltskürzung ober bas sog. R 0 11 s y st e m zur Anwendung kom- men soll Für bas Jahr 1933 sei mit weiteren Schwierigkeiten zu rechnen. In der Sitzung wurde noch ein Gesetz zur Errichtung des Mecklenburg- Schweriner Siedlungsoerbandes angenom­men, das bie Schaffung von 1000 Siedlerstellen Vorsicht.

en, unter ber Bebingung, daß sie knapp finb, daß öesentliches in ihnen gesagt wirb.

Er erkennt die Notwendigkeit an, lange und ernst- aft Entscheidungen abzuwägen, bevor man sie ifft. um sie juringen", wenn man diesen Ge­mein platz gebrauchen will. Leute aber, bei denen WesRingen" in Permanenz besteht, Leute wie Bruning etwa, die sozusagenDauerringer" waren, solange sie sich an ber Macht befanden, lehnt er *, er versteht sie nicht und will sie nicht verstehen. 6r mag es nicht leiden, wenn andere Leute zu fiel Nerven haben, da er selbst keine hat Er hat reuig Verständnis dafür, daß andere Leute keinen Eumor besitzen, weil er selbst viel davon besitzt.

steten flößen ihm ein wenig Mißtrauen ein, chwohl er sich in ber Quintessenz nur wenig von ihnen unterscheidet.

Er ist religiös, ohne eigentlich fromm zu sein - er glaubt mit Bestimmtheit daran, daß andere Leute glauben müssen um glücklich zu sein, um ein Ziel zu haben. Dieser allgemeine Glauben tut den Glauben aber beeinträchtigt in nichts die fräzisionsmaschinerie eines Gehirnes, das im Leiche der fast mathematischen Disziplin der rmli- lörischen Strategie und Taktik geschult ist. Wer einmal von den großen militärischen Wissen- l<f>flftlcm, wie z. B. von Elausewih gekostet hat, kt kommt wahrscheinlich sein Lebtag lang nicht

gegeben hat.

2. Zu der nächsten Sitzung sollen als Zeu- wisfenschast, hat seine Ägenschaften, Menschen an! gen geladen werden ter damalige Hand- sich heranzuziehen, nirgends ungenutzt gelassen. Und | werkskammerprasrtent N 0 h l - Darmstadt, ter