Ausgabe 
23.9.1932 Frühausgabe
 
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Aus der provinzialhaupistadt

>ic sich bisher für den Samstag gemeldet haben

>zw die Erneuerung ihres abgelaufenen Miii-

Taten sürGamsiag, 24. September.

tboren; 1862: Bismarck wird preußischer Staats-

\t erst D'ttr W

beachtet.

Dießen, den 23.September 1932.

Herbstanfang.

flarlet io meldet, ist der ronau oon ihaigestartet.

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Lrkraiümgen an g wurden dieser Schulen ge« bisher mit ixt tte bewenden tuten toox seit btti tvvrden.

i erschossen.

cmrde dieser Tage rli.ischen Funk.a- sen, nachdem er ^verfahren vc- verurteilt

X sofort nach der

;cin herrscht.

Mittwoch'Theater'Abonnemeni bleibt doch beibehalten!

Aus dem Stadttheaterbureau wird

usw. zu bewegen. In einem Falle hatte er einen Brief mit der Unterschrift des Direktors der Firma, von der er angeblich den in diesem Falle in Rede stehenden Kredit beschaffen wollte, ge­fälscht und diesen Brief, um weiteres Geld von seinem Auftraggeber zu erhalten, seinem Auf­traggeber vorgelegt. Außerdem hatte er einen Wechsel gefälscht und diesen Wechsel zur Zahlung einen Schuld an einen seiner Gläubiger weiter­gegeben. Mit Rücksicht auf das Geständnis des Angeklagten billigte ihm das Gericht mildernde Umstände zu, andererseits mußte aber straf­erschwerend in Betracht gezogen werden, daß der Angeklagte bereits wegen Betrugs vorbestraft war. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Ge­samtgefängnisstrafe von einem Jahr und fünf Monaten.

über England von Dibelius und Frankreich von Curtius-Bergsträßer erscheint ein Awerbandlges Werk über Amerika von Friedrich Schöne- mann, den, Leiter des Amerika-Instltuts der Berliner Universität.

VezirlSschöffengericht Gießen.

Gießen, 21. Sept. Ein Soldat der Reichs­wehr war angeklagt, im 3uni d. 3. im Verlauf einer Auseinandersetzung mit einem Studenten demselben mit seinem Seitengewehr mehrere Stiche beigebracht und dadurch eine gefährliche Körper­verletzung begangen, sowie von seiner Waffe rechtswidrigen Gebrauch gemacht zu haben. 3n der heutigen Hauptverhandlung gab der An­geklagte zwar zu, den Studenten, wie angegeben verletzt zu haben, bestritt ledoch. daß er die Tat mit dem Seitengewehr ausgefuhrt habe Er habe nn fraulichen Abend, wie er sich aus- hriuftc auch noch ein Messer bei sich gehabt und

vmunyn unb & dort gchoM - i begegne".

Mittagessen! ruß Xt sich Helen end' W"'to'toihe

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fetten Tagen zu :n zwischen 2r- >ie Arbeitslosen s eine Massen- ng bet Unter* esch rih plötzlich ten Helm vom ür einen allgr- olizisten, Die el von Steinen, chossen bombar- mehrne Male die Wenge vor. zriffe fortsehten, :, die die Menge erhaftungen 30 Personen nschiedentlich zu ki die ArbeitS- inberten und

an dem fraglichen Abend drückte, auch noch ^in Meise _ . , _

müsse die Tat mit diesem begangen Dobem Er könne 'ich nicht mehr genau ^'unern. Auf Grund der Beweisaufnahme erachtete das ^richt nicht Hit erwiesen, daß der Angeklagte die Verletzungen dem Studenten mit dem Seitengewehr beige­bracht habe und verurteilte ihn lediglich wegen a e f ä b r l i ch e r K ö r p e r v e r l e h u n g. Da der Anaeklaate bisher nicht bestraft ist und auch sein? vorgesetzte Dienststelle ihm ein gutes Zeug­nis ausstellte, sah das Gericht von einer Frei- heitsstrafe ab und erkannte gegen ihn auf eine Geldstrafe von 120 Mark.

Ferner stand ein Eilender wegen fortge- lebten Betrugs und schwerer u r - kundenfälschung unter Anklage. ®et An­geklagte war im Sinne der Anklage völlig ge- ständig. Er hatte m einer ganzen Reihe von Fällen seinen Kunden m betrügerischer Wsicht vorge'piegelt. er werde ihnen einen Kredit be­schaffen und suchte sie daher zur Hergabe von Geld als Dor'chuh auf Kosten, 3nseratengebuhr

ouf 19.30 Uhr festgesetzt. Die strikte Durch- ührung eines pünktlichen Dorstellungsbeginnes nirb sämtlichen auswärtigen Besuchern Die be- nmmte Garantie gewährleisten, den Zuganschluß n aller Ruhe und Bequemlichkeit zu erreichen.

voch-Abonnernents bis heute noch nicht beantragt »hoben, ihre Zustimmung und Meldung an der ss-asse umgehend mitteilen zu wollen. Äußer­stem ist in der kommenden Spielzeit ein ein-

>c itlicher Beginn der Dorstellungen an Wochentagen auf 20 Uhr und nur ausnahms- lvcise bei Aufführungen von größerer Dauer

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Unlängst wurde die artige Geschichte des jun­gen deutschstämmigen Kommis aus Kanada, der Exporteier zu sortieren hatte, bekannt. Eines Tages kam ihm eine 3dee. Er nahm eines der Eier aus der Kiste und schrieb darauf, daß er so und so alt sei, leidliches Einkommen habe und heiraten möchte. Wenn daher eine entsprechende junge Dame das Ci finde, so... usw. Das ®i kam zusammen mit vielen tausend anderen nach Deutschland und fiel hier einer jungen, hübschen Verkäuferin in die Hände. Die beiden, die sich auf diese nicht alltägliche Weise ken­nen lernten, stehen nun schon einige Monate im Briefwechsel und wollen demnächst heiraten.

niT.ifter.

IU. Don der Landesuniversität. Von lei Pressestelle der Landesunioersität wird mitge« :ei Lt: Herrn Bürgermeister Dr. Seid in Gießen st mit Wirkung vom Wintersemester 1932/33 ab ein Mrauftrag für Kommunalwirtschaft unb kommu- itue Sozialpolitik an der Landesunioersität Gießen irteilt worden.

" C i n Fünfundsiebzigjähriger. 8i'enbahn - Werkstättenvorsteher i. R. Ludwig 6 hättet, Ctednersttahe 35 I begeht am hruti- Freitag in voller Rüstigkeit seinen 75. Ge­burtstag.

'* Gewinn bei der Wohlfahrtskugel- lottcrie. Dom Wohlfahrtsamt wird uns gelchne- tzi: Am Mittwoch wurde bei dem Verkäufer Nr. 82 et.- Gewinn von 100 NM. gezogen.

" Defitzwechfel. Schuhmachermeister Lud- ng Hill. Seltersweg 52, erwarb aus der Suhlschen Konkursmasse das Anwesen Wolken-

Das Heiratsangeboi in der Flasche.

Ein Hühnerei als Shevermitiler - Bestrafte Sehnsucht eine« Leuchtturmwächters Don Ernst Eunow.

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Ohne Pi°lz«t Malet 'wngsptäsident k'LLL ;ersborfer ^tischen Knns,' Hel von der ?fe°°gts letztes vor di« 'Nofen), ein tw Wonnen

Kunst der Handweberei. Die Firma C. Röhr & C o., Bahnhofstraße, zeigt in diesen Tagen wieder in einem ihrer Schaufenster eine , umfangreiche Ausstellung von Handwebearbeiten, ) die auf den von der genannten Firma vertrie» . denen Handwebstühlen einfachster Art herg^ stellt wurden. Die Schau ist sehr aufschlußreich und zeigt die vielsälttgen Möglichkeiten der Ar­beit an diesen Handwebstühlen. Gleichzeitig kann man seststellen, daß dieser Handwebestuhl der Dorbereiter einer neuen Volkskunst sein kann, deren hohe Werte nicht unterschätzt werden sollen, denn bei kaum einer anderen Handarbeit wird die eigene schöpferische Arbeitskraft der Frau so herausgefordert, wie gerade hier. 3m Schau­fenster fallen besonders der handgewebte grüne Damenmantel und der sehr fein im Muster ge­haltene Stoff für einen Herrenan^ug auf Tisch- decken, Teppiche (einige ausgezeichnete Arbeiten sind besonders unter den ausgestellten Teppichen zu findens. Sofakissen (eines der dankbarsten Gebiete hausfraulicher Handarbeit). Kaffeemützen. Schals. Bänder, ganze Herrenjoppen aus natur­farbener Wolle und noch vieles andere mehr verdient Aufmerksamkeit. Erfreulich ist es, zu sehen, daß der weitaus größte Teil der Ar­beiten von einem, sehr reifen Geschmack Zeugnis ablegt. Die mittels dieser Handwebekunst her« I gestellten Dinge gereichen jedem Heime ju toert- voller Zierde. An Hand einiger photographischer Aufnahmen kann man sich von der Wirkung der Arbeiten inmitten ihrer zweckbedingten Um­gebung überzeugen. Die Ausstellung erhebt be­rechtigten Anspruch auf die Aufmerksamkeit der Hausfrau.

" Rundfunk von gestern und mor­gen I" Der Dortrag des Oberingeniears Schil­ling aus dem Forschungslaboratorium der$e- lefunfen Berlin, der am Mittwoch im Cafä Leib vor vollbesetztem Hause gehalten wurde, war eine umfassende Revue der Radiotechnik. Der Red- I ner verstand es ausgezeichnet, das 3nteresse der Zuhörer selbst an komplizierten technischen Pro- I blemen wachzurufen und wachzuhalten. Man hörte viel 3nteressantes. teils Reues, teils Bekanntes, I alles aber im engen Zusammenhang und in enger Verbindung mit der Radiotechnik der Vergangen­heit und der Gegenwart, ja mit der Zukunft. Rach einigen einleitenden Ausführungen schilderte der Vortragende das Zustandekommen eines Tele­phongesprächs mit dem auf hoher See befindlichen 1 DampferBremen", das noch am gleichen Abend geführt wurde und der; Zuhörern durch Laub I sprechet übermittelt wurde. Zwar gestaltete sich dieses Gespräch etwas fragmentarisch, immerhin I aber offenbarte sich darin ein technisches Wun­der. das die Zuhörer in einige Spannung ner* I setzte. Oberingenieur Schilling beschäftigte sich so- dann mit der Sendetechnik, wies deren Grenzen auf und betonte, daß die Entwicklung auf die- I fern Gebiete schon auf einer gewissen Endstufe an­gelangt fei. Die Cmpfangsapparate feien bereits I so weit vervollkommnet worden, daß man nicht mehr davon sprechen könne, der Apparat müsse bedient werden, vielmehr sei es so. daß der Appa­rat seinen Besitzer bediene. Der Vortragende gab aufschlußreiche Aufklärungen über das Verhält­nis zwischen Sendung zum Empfang, erläuterte mancherlei technische Schwierigkeiten und sprach von hochinteressanten Forschungsergebnissen. Die Telefunken-Gesellschast habe an der Verbesserung der Sendetechnik wesentliche Verdienste. Die Zu­hörer erhielten im weiteren Laufe des Abends Aufschluß über den Stand der Technik des Fern­sehens und zum Schluß wurden sie noch mit einem neuartigen Musikinstrument bekanntgemacht, auf 1 dem sämtliche Musikinstrumente in naturgetreuer Klangfarbe wiedergegeben werden können. Der Vortrag wurde mit dankbarem Beifall aufge- I nommen. Eine mit dieser Veranstaltung verbun- ' bene Ausstellung von Radiogeräten wurde viel

I geteilt:

Eie 3ntendanz hatte ursprünglich die Absicht. <it Versuch einer Umlegung des Mittwoch-Spiel- :,<s und damit auch des Mittwoch-Abon- r m e n 18 auf den Samstag vorzu -> lagen. Die Gründe waren vor allem Aus- lch der Abonnentenzahl durch regeren Kassen- rkauf, da erfahrungsgemäß der Samstag der ,fte Theatertag innerhalb der Woche darstellt, luf Grund der eingegangenen Zuschriften aus n Kreisen unserer Mittwoch-Abonnenten be- iLcffen 3ntendanz und Theaterdeputation jedoch.

Mittwoch-Abonnement beizube- alten und infolgedessen das Samstag- Ibonnement nicht einzu führen. Durch lesen erneuten Beschluß hat die 3ntendanz allen Infragen und Wünschen der ehemaligen Mitt- vch-Abonnenten Rechnung getragen und bittet, -ß nur alle ehemaligen Mittwoch-Abonnenten,

Buntes Allerlei.

Zn einer Tonne um die Erde.

Wie aus Rio de 3aneiro berichtet wird, sind dort Leopold Karl Lauz und seine Frau Flo- rina Lauz eingetroffen, die feit sieben 3ahren, toie der selige Diogenes, in einer Tonne leben, in dieser seltsamen Behausung mit einer Tochter beschenkt wurden und sie durch 22 Länder mitgeführt haben. Das Ehepaar entschloß sich 1925 zu einer Reise um die Erde, kaufte eine große standhafte Weintonne und dazu einen Esel. Dann ging die Reise los, der Esel zog die Tonne, Herr und Frau Lauz marschierten daneben und fanden in der Tonne nach Belieben Unterkunft. Sie haben auf diese Weise den größten Teil von Europa, die Türkei, Syrien, Palästina unb Aegypten burchwanbert.

Ein Bund dichtender Beamten.

3n Frankreich haben bie Beamten zu ber Gilbe ber Dichter unb Schriftsteller ein größeres Kon­tingent gestellt als in anberen Ländern. War doch sogar ber ältere Dumas Beamter, bevor er mit seinen Romanen soviel verbiente, baß et auf bie bienstliche Einnahme verzichten konnte. M a u p a s s a n t unb Courteline haben in köstlichen Novellen unb Possen bas kleine Be­amtentum geschilbert, bas in ben vielen Muße­stunden während der Arbeitszeit alle möglichen Allotria treibt und dabei auch auf den Gedanken verfällt, zu dichten. Sie beide konnten sich durch ihr Beamtengehalt über die ersten schweren An- fänge ihrer Schriftstellerei Hinwegbringen. _Rna- tole France war ebenfalls Beamter, nämlich Bibliothekar der Bücherei des Senats. Auch heute stehen hervorragende Dichter im Dienste des Staates zum Teil in hohen Stellungen. So ist z. D. Paul Claudel ber Botschafter Frank­reichs in Washington. Paul Moranb war bis vor kurzem im biplomatischen Dienst, Pierre Benoit Bibliothekar in einem ber Ministerien. Auch 3ean Girauboux trat in bie Deamten- laufbafjn ein. So gibt es noch viele anbere nam­hafte Schriftsteller, die im Reben- oder Haupt­beruf einen Bureausessel drücken ober ]eöenfall8 gebrückt haben. Es ist daher begreiflich daß sich die Schriftsteller, die als Beamte oder An­gestellte in Staatsdiensten stehen, jetzt zu einem Berbaride zusammengeschlossen haben, der bereits eine stattliche Anzahl Mitglieder zählt.

Das ist noch gar nichts!

Der geistvolle englische Schriftsteller Chester­ton erzählte kürzlich eine Geschichte von einm Kollegen, ber auf seine literarischen Erfolge sehr stolz war. 3n einem Gespräch mit einem alten Lanbmann. der sich von bem Wert ber Schrift­stellerei keinen rechten Begriff machen formte, sagte er:Sie müssen bebenten, bah ich manch­mal 50 Pfennig für jebes Wort bekomme, bas ich schreibe." .Das ist noch gar nichts", sagte ber Alte verächtlich.3ch bin kein Schriftsteller, aber wenn ich schreibe, bann bekomme ich 5 Mark für das Wort."Wie ist bas möglich?" meinte ber Autor ungläubig.Doch", lautete bie Antwort. Wenn ich meine Rente abhole, schreibe ich nur Henry Smith unb kriege 10 Mark."

g.lfe 21.

* Zur Richtig st ellung. Der ehemalige! sieußische Staatsminister Hermann von Buddc ill^511906), von dem im gestrigen Feuilleton eine Lrekbote erzählt wurde, ist nicht, wie versehentlich ^gegeben wurde, Reserveoffizier in einem Bres- aier Regiment gewesen, sondern hat als aktiver D isizier bei ben 116ern in Gießen geftanben; er io irbe 1896 Chef ber Eisenbahnabteilung bes Großen I (S-neralstabes, 1901 Generalbirektor ber Deutschen

Waffen- und Munitionsfabriken unb 1902 Minister I )er öffentlichen Arbeiten. Nach ihm ist die Bubbe-

5:rafje in unserer Stabt benannt.

'* Der Fagbklub Gießen u. Umgebung (5iQ Gießen) erfreut sich trotz seines kurzen Be. sl ihens schon einer stattlichen Mitgliederzahl. Bei der I-zten Monatsoersammlung im September konnte Der 1. Vorsitzende, Herr August Balzer, die Aus- n chme von fünf neuen Mitgliedern unb einige wei- ij tere Neuaninelbungen bekannlgeben. Der Verein, ber i ar 12. Mai 1932 gegründet wurde, bezweckt, wie jr)er andere -Fagdverein, eine weidmännische Hege b*5 Wildes und eine weidgerechte Ausübung der 3 igb. Er will feine Mitglieder zu echten Weid- rrainnern ertüchtigen und will insbesondere auch i s.idmännischen Kameradschaftsgeist gepfleat wissen. Atter diesem Vorsatz stehen auch die nächsten Der- arstaltungen des Jagdklubs. Vorgesehen ist für bie , Mitgliederversammlung im Oktober die Fortsetzung ' tiaes Vortrages oon Herrn Dr. Fischer über

eine junge, hübsche Ehefrau suche, und warf die Flaschen allesamt ins Meer. Es schwammen also mehr als ein Dutzend Flaschenposten auf einmal los.

Schon wenige Tage später, langst bevor die eigentliche Ablösung fällig war. saß der unglück­liche Leuchtturmwächter ein Motorboot zu Listen seines Turmes anlegen. 3hm entstiegen einige beamtete Herren... und der Rachfolger des Leuchtturmwächters. Während der letztere aus der Stelle den Dienst übernahm, wurde der maß­los erschrockene Leuchtturmwächter von der Poli­zei an Land gebracht und dort sogleich einem Verhör unterworfen, das damit endigte, daß Der Heiratskandidat auf der Stelle die fristlose Entlassung erhielt. . .

Er erfuhr nun gleichzeitig das Schicksal seiner Flaschenposten. Die meisten Flaschen waren, einer bestimmten Meeresströmung folgend, auf em be- kamttes dänisches Seebad ^getrieben, dos sich unweit vom Leuchtturm befand. Eine ziemlich mondäne Gesellschaft, die es bevölkerte. wollte sich dann zu Tode lachen über die Heiratsflaschen­posten des Leuchtturmwächters. Da einigen Fla­schen ein Photo beilag. konnten sich die vor­nehmen Kopenhagener Damen gleich em an­schauliches Bild des einsamen Heiratskandidaten machen. , _ _ _

Ter Zufall wollte es aber, daß sich unter Den Badegästen ein Journalist befand, der die Sache sofort aufzeichnete und samt Photo fernem Blatt einsandte, das sie mit einem heiteren Kommentar in der nächsten Rümmer brachte. Aus diese Weise erfuhr das Handels- und Verkehrsministeri'i'n, dem auch die Leuchtturmwächter unterstehen, oon der Sache, und das sorgte für eine fristlose Ent­lassung Dieser Effekt war natürlich nicht beab­sichtigt. Hm den Schaden wieder gut zu machen, gab man dem ehemaligen Leuchtturmwachter eine Stellung als Redakttonsdiener, in welcher er sich kaum mehr einsam fühlen dürfte.

Eine ähnliche Geschichte ereignete sich vor eini­gen 3ahren mit einem großen Schokolade-Osterei. Solche Artikel werden waggonweise aus der Schweiz nach allen europäischen Ländern aus­geführt. und das Osterei, von dem hier die Rede ist. gelangte nach mancherlei Umwegen nach Ungarn. Cs fiel dort einem bekannten Buda­pester Juwelier Händler in die Hand. Dieser war maßlos erstaunt, als er beim Anbrechen des innen hohlen Cis darin eine kleine Photo­graphie fand, nebst einem aufrichtigen, reizen­den Heiratsinserat. Der Juwelier, der zufällig Junggeselle war, schrieb sofort an die lunge Schweizer Schokoladenarbeiterin, um zu seinem Schmerz zu erfahren, daß sie schon seit zwei Jahren verheiratet sei. Daraus ergibt sich gleich- zeitig, daß das Schokoladenei ebenfalls älter als zwei Jahre gewesen sein mußte.

Etwas anders endete die Heiratssehnsucht eines dänischen Leuchtturmwächters. Der arme Mann muß sich furchtbarr gelangweilt haben, denn eines Tages trug er sämtliche Flaschen, die er im Leucht türm auf treiben konnte, zusam­men. legte in jede einen beschriebenen Zettel hinein, worauf stand, daß er auf diesem Wege

Kunst unb Wissenschaft.

Arnold Mendelssohns neue Lhoral-kianlate.

Der bekannte Darmstädter Kirchenmusikmeister. Lieder» und Operniomponist Arnold Mendels­sohn. ein Großneffe von Felix Mendelssohn- Bartholdy, hat das während der Jahrhundert- feier des Gustav-Adolf-Dereins in der Thomas- kirche in Leipzig zum Vortrag gebrachte, berühmte Feldlied Gustav AdolfsVerzage nicht, bu Häuflein klein, obschon Die Feinde willens fein, dich gänzlich zu zerstören" als poetische Unterlage zu seiner neuen Choral- Kantate benutzt: einem Werk, das In [einer äußeren und inneren Struktur Den großen Könner verrät. Es zeigt sich hier überzeugend die hohe sahtechnische Kultur des Meisters: die Synthe e Der Form machte ihm keine Mühe. Die tief- religiösen Worte befruchteten feine musikalische Empfindung überreich. Die Behandlung Der Chöre hebt sich stark vom Dahsolo ab, das jedes- mal einseht. wenn wichtige Stellen aus der Hei­ligen Schrift zur Geltung kommen sollen. Das Daßsolo wurde vom Altar aus von Pfarrer Kämpfe, Wittenberg, eindrucksvoll gesungen. Alle Elemente der Wendelssohnschen Kunst sind hier zu einem Ganzen von hinreißender Gewalt vereinigt.

hessische» Kunstschaffen im Rotjahr 1932.

Der Kunstverein zu Kassel eröffnet Mitte Ok­tober eine große Herbst-Ausstellung hessischen Kunstschaffens: er will mit dieser Ausstellung unter Beweis stellen, daß die heimische Künstlerschaft, die die Härte unserer Zeit mit am schwersten spürt, dennoch im Schaf­fen nicht erlahmt. Der Kunstverein ruft zur De- teiligung auf und bittet, Die Deschickungsordnung anzufordern. Cinlieferungstermin 7. bis 11- Ok­tober. Eine Werbe-Ausstellung für die Schon- beiten Kassels und des hessisch-waldeckischen Berg- landes wird erstmalig in Kassel gezeigt werden und im Frühjahr 1933 eröffnet. Cs ist geplant, diese Ausstellung nach Kassel auch in anderen Städten Hessens zu zeigen.

herbstneuerscheinungen der Deutschen Verlags-Anstatt.

Auf dem Gebiete der schönen Literatur wird die Deutsche Verlags-Anstalt. Stuttgart-Derlin. im Laufe der nächsten Wochen und Monate folgende Werke veröffentlichen: Helen Grace Carlisle: Eine Mutter. Roman. Ludwig Finckh: Der göttliche Ruf. Robert Mayers Leben und Werk. Roman. Edmund Hahn: Lisa wird'eine Frau, Roman. Erich Kästner: Ge­sang zwischen den Stühlen, Gedichtband. Martin Kessel: Herrn Brechers Fiasko, Roman unter Angestellten. Georg v. Ompteda: Die schöne Gräfin Coscl. Roman. Rudolf Presber: Die Hexe von Endor, Humoristischer Roman. Georg Rendl: Darum lob ich den Sommer. Geschichte einer Liebe. Hermann Stegemann Die Herren von Höhr. Roman. Helen T h o m a s: Welt ohne Ende. Roman. Clara V i e b i g: Men- schen unter Zwang. Roman. Emst 3uyn: s mann Adrian Risch. Roman- Die 2mdr - Gide- Gesamtausgabe in Einzewanden wird durch einen neuen Band: Corhdon (Mer sokra- ttsche Gespräche) vervollständigt. Emer der ältesten Mitarbeiter des Grafen Zeppelm Kom- merzienrat Dr.-Jng. 21. Co lsm an schreibt unter dem TitelLuftschiff voraus! über seine Arbeit und sein Erleben am Werk Zeppelins. Von Professor Ernst Robert Curtius. Bonn, erscheint ein BuchElemente der Bildung . Als Gegenstück zu Den bekannten EtandarDwerken

.jagdlich wichtige Vogelarten und ber Dogelflug". Weitere Vorträge folgen. Ferner soll der Huber­tustag festlich begangen werben. Mit bieser Feier Ht auch eine Gehörnausstellung verbunden. Die Mitglieberversammlungen finben jeben zweiten Frei­tag im Monat statt.

** Ein Roller-Rekord. Unsere Zeit ber Höchstleistungen ist um einen Beitrag reicher, ben ein achtjähriger Junge oon hier geliefert hak. An einem schönen Vormittag stellte er sich auf feinen Roller, jenes Spielzeug, um das bie Alten bie junge Generation beneiben, unb fuhr immer gerabeaus, unter ber Assistenz seines Schutzengels vor allen Ver» kehrsgefahren und Irrwegen bewahrt, bis er in dem 18 Kilometer entfernten Wetzlar nach reichlich drei Stunben ankam unb bei seiner Xante klingelte, bie höchst erfreut und im gleichen Atem entsetzt ben kleinen tapferen Kerl in Empfang nahm. Als sie seinen nach ihrer Meinung höchst beunruhigten Eltern in Gießen telephonisch Nachricht über ben Verbleib ihres Kinbes geben wollte, ba hatten ihn bie Eltern noch gar nicht einmal vermißt ...

Falsche Lv-Markscheine tauchen auf.

WSR. Frankfurt a. M.. 22. Sept. Die Falschmünzerei ist nach wie vor lebhaft im Schwung. Jetzt tauchen wieder einmal falsche 20- Markscheine auf. Die zwar der Polizei an sich schon bekannt sind, die aber bi sher noch nicht in größeren Mengen in Den Ver­kehr gebracht worden waren. Die Fälschungen sind ausgezeichnet gelungen und nur bei scharfem Aufpassen kann man Die falschen Scheinen von richtigen unterscheiden. Das Wasser- zcihen das bei den echten Scheinen durch das ganze Papier läuft, zeigt sich bei den falschen Scheinen nur in Teilen der Banknoten. Die Schrift ist etwas dicker und verschwommener, doch ist dies, wie schon gesagt, nur beim genauen Hinschauen zu bemerken.

1473: der Landsknechtführer Georg von Frunds- c-n in Mindelheim geboren; 1451: der Arzt und !i !aiurforidjer PH. 21. Th. Bombaftus von Hohen-

beben wird und höher zu stehen scheint, als wirklich ist. Dadurch ist uns die Sonne noch bibar wenn sie ohne Lufthülle schon unter n Horizont stehen würde und wird uns um- febrt beim Aufgang sichtbar, wenn sie tat- >.inoch unter Dem Horizont steht. Da obige ^ Momente unter Berücksichtigung dieser eigen- im'.idjen Wirkung Der Strahlenbrechung berech- t sind, erklärt sich hieraus Die Ungleichheit °n. Tag und Rächt: ohne Einfluß der Lufthülle is«er Erde würde tatsächlich Tag und Rächt otilS genau 12 Stunden betragen. Erinnert

noch an die Tatsache, daß an diesem Tage r Mittagszeit ein Beobachter am (SrDäquator le Sonne im Scheitelpunkt hat, sein Schatten 1» buchstäblichzu seinen Füßen" fällt, während n Beobachter am Rordpol Die Sonne zum !)t<nmal an diesem Tage vor der halbjährigen acht sehen würde, wenn nicht auch hier die :rahlenbrechung der Lufthülle den endgültigen onnenuntergang noch um anderthalben Tag rsHöbe, während von nun ab für ein ganzes 35c am Erdsüdpol immerwährender Sonnen-

:tn 23. September. 6.16 Uhr. überschreitet die nie in dem am Himmel gedachten Gradnetz ii Aequator von der nördlichen zur südlichen tz und erreicht den 180. Grad ihrer Bayn- ce. womit sie in das Tierkreis-Zeichen der nge eintritt und Der astronomische Herbst ve- int, während man in der Meteorologie schon n ganzen September zu

y iet. Wir haben jetzt Tag- und Rachtgleiche, ;txi wie schon der Rame sagt auf Der i.jen (SrDe Tag unD Rächt fast genau gleich bie linD. So gehl zu Freiburg Die Sonne um |.| Uhr MCZ. auf und um 18.26 Uhr unter: r Tag Dauert also 12 StunDen 10 Minuten, x Nacht 11 Stunden 50 Minuten. Dieser älnter- beb ist eine Folge der Strahlenbrechung m jferer Lufthülle bei tiefstehenden Gestirnen, wo- i da« Gestirn immer scheinbar in Die Höhe

etm genannt Paracelsus, in Salzburg gestorben. 533: Albrecht von Wallenstein auf Gut Hermanitz