B! sch o f von Danzig, Graf O'Rourke, persönlich vor. Dann wurde der Sarg von Danziger Schupobeamten unter Vorantritt der Geistlichkeit hinausgetragen. Danziger Schupo gab auch neben der zahlreichen Trauergemeinde unter außerordentlicher Beteiligung der Danziger Bevölkerung dem Sarge das Geleit zur Fahrt nach dem Kirchhof von St. Albrecht, wo der Sarg in einer Kapelle so lange aufbewahrt bleibt, bis seine Heber- führung in die Heimat stattfindet.
Das Hilfsprogramm für -re Landwirtfchast.
Das Kabinett berät.
Berlin, 23. Sept. (CNB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Das Reichskabinett ist heute um 11 Uhr in die Beratungen eingetreten, die nun die letzte Entscheidung über die beiden großen Probleme der Einfuhrkontingentierung und der Z i n s° Hilfe für die Landwirtschaft bringen soll. Bei der Kontingentierung ist die Situation unverändert jo, daß zwischen den beteiligten Ressorts noch eine Einigung über die letzten strittigen drei Positionen erzielt werden muß. Es handelt sich dabei um Holz, Bananen sowie Felle und Häute. Heber den Hauptteil der Kontingentierungsgebiete — gut zwanzig Positionen — besteht bereits seit längerem Einverständnis. Recht undurchsichtig ist im Augenblick noch, was das Kabinett in der Zinsfrage beschließen wird. Ein Berliner Mittagsblatt zählt folgende vier Möglichkeiten auf:
1. eine generelle Zinssenkung;
2. generelle Zinssenkung für die Landwirtschaft.
3. Hmtausch landschaftlicher Pfandbriefe in vierprozentige Pfandbriefe mit Reichsgarantie und
• Steuervorteil;
4. Stundung aller Zinsen über 4 v. H. aus drei Jahre. Zuschlag dieser gestundeten Zinsen zum Kapital.
Dazu ist zu sagen, daß die generelle Zinssenkung unter keinen Hmständen in Frage kommt. Dagegen ist eine spezielle Zinssenkung für die Landwirtschaft durchaus möglich. Rach Auffassung unterrichteter Kreise ist es auch denkbar, daß Stundung und Garantieplan mit dieser Senkung kombiniert werden. Im Augenblick ist aber eine Beurteilung im einzelnen um so schwerer als von den beteiligten Stellen strengstes Stillschweigen gewahrt wird, um die Lösung der recht komplizierten Frage nicht zu gefährden. Diese Diskretion soll auch eingehalten werden, bis am Montag der Reichsernährungsminister in seiner Münchner Rede umfassenden Aufschluß geben wird. Die Annahme, Freiherr von Braun werde schon gleich nach der Kabinettssitzung im Rundfunk hierüber sprechen, ist irrig. Es handelt sich offenbar um eine Verwechslung mit der Absicht, die Münchner Rede auf die deutschen Sender zu übertragen.
Am Geburtstag Hindenburgs auch in Bayern und Württemberg schulfrei.
Zum 85. Geburtstag des Reichspräsidenten von Hindenburg hat das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus verfügt, daß die Schulen dieses Tages am Samstag, 1. Oktober, in einer schlichten Feier zn gedenken haben. 3m übrigen fällt der iln- terricht an diesem Tage aus. Rach einem Erlaß des württembergischen Kultusinini - st e r i u m s fällt zur Feier des 85. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten an sämtlichen dem Kultusministerium unterstellten Schulen am Samstag, 1. Oktober, der Unterricht aus.
Abschluß der Herbslmanöver im Osten.
Jubelnder Empfang Hindenburgs in Frankfurt a. O. - Oer Reichspräsident dankt den Truppen für gute Manöverleistungen.
Der Reichspräsident beobachtet den Gang des Manövers.
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Frankfurt a. d. O., 22. Sept. Nachdem die letzten Manöverstunden noch ein eindrucksvolles Bewegungsgefecht unter Verwendung aller durch Attrappen dargeftellten modernen Waffen fünf bis Zehn Kilometer westlich von Frankfurt mit Einsatz aller Manöoertruppen gebracht hatten, wurde um 11.30 Hhr „D a s Ganze halt" geblasen. Der Reichspräsident hatte sich in den frühen Morgenstunden auf das Manöverfeld begeben, wo er — von dem das Manöver leitenden Chef der Heeresleitung, General o. Hammer ft ein, fortlaufend unterrichtet — die Entwicklung des motorisierten Kavalleriekorps gegen den schwerer beweglichen blauen Verteidiger aufmerksam verfolgte. Hindenburg ließ sich, ständig im angeregten Gespräch mit seiner Umgebung, wiederholt Einzelheiten der neuen Ausrüstung und der Attrappen vorführen. Besonders lange verweilte der Feldmarschall am äußersten linken Flügel der angreifenden roten Truppen um Petersdorf, Petershagen und Triplin, wo bei umfassendem Angriff mit Einsatz von Tankattrappen und einem Kraftrad-Schützen-Ba- taiüon besonders spannende Gefechtsmomente sich ergaben. Der Reichspräsident ließ einzelnen Truppenteilen wiederholt seine Anerkennung aussprechen. Reichswehrminister General v. Schleicher, der wiederholt dem Reichspräsidenten Meldung erstattete, verfolgte mit feinem Stabe das Manöver zu Pferde. Hindenburg, der, wo er sich zeigte, Gegenstand leb- fjufter Huldigungen war, ließ nach dem Abbruch der Kanmpfhandlungen noch einige Truppenteile an sich vorbeimarschieren und begab sich dann im Kraftwagen in das reichgeflaggte Frankfurt.
Die Stadt Frankfurt a. d. O. bereitete dem Reichspräsidenten einen jubelnden Empfang. Die Stadt hatte reichen Flaggenschmuck angelegt, die Schulen und Behörden hatten vorzeitig geschlossen. Rach einem kurzen Frühstück in der Ortschaft Rosengarten fuhr kurz nach 13 Ahr der Reichspräsident durch die ganze Stadt über die Oderbrücke ins Schühenhaus zur Schlußbesprechung. Bor der Besprechung fand eine offizielle Begrüßung durch den Oberbürgermeister Dr. Kinne statt. Die Schlußbesprechung und Kritik der Herbstmanöver dauerte eine gute Stunde. Der Reichswehrmini st er faßte dann das Ergebnis in einer Ansprache an Dte Führer der Wehrmacht zusammen. Der Reichspräsident dankte schließlich Führung und Truppen für die im Manöver gezeigten Leistungen und sprach den Manövertruppen seine Anerkennung aus. Rach kurzem Aufenthalt kehrte der Reichspräsident im Kraftwagen nach Berlin zurück.
Die praktische Lehre der Herbstmanöver.
Die Sicherheit der Reichshauptstadt im Ernstfälle schwer bedroht.
Noch der abschließenden Manöverlage hat die nach der Annahme und den bei gegebenen Attrappen auf das modernste ausgerüstete motorisierte K a v a l l e r i e o o n R o t den Erfolg der teilweisen t lchtung und Abtrennung der im wesentlichen nach den Abrüstungsbestimmungen des
Versailler Diktats arbeitenden blauen Division aus Küstrin zu verzeichnen. Blau hat nicht einmal der roten Aufklärung den Weg nach Berlin verlegen können. Im Ernstfälle wäre also zunächst die Reichshaupt ft adt für feindliche Zugriffe frei, wenn auch inzwischen erfolgter Abtransport kampfkräftiger Truppen zur Verteidigung Berlins anzunehmen wäre. Jedenfalls hat das Manöver schlagend bewiesen, welche Gefährdung der deutschen Sicherheit und des europäischen Friedens die einseitige deutsche 2Ibrüftung darstellt und wie unerläßlich die Durchsetzung der deutschen Gleichberechtigung, entweder durch Abrüstung der anderen oder Umbau der deutschen Wehrmacht ist. Dieser Anschauungsunterricht ist mit besonderem Interesse von dem ständig über die Manöverlage unterrichteten fremden Militärattaches verfolgt worden, die neben den rein militärischen Vorgängen auch der praktischen Lage im Zusammenhang mit der Grenzziehung im Osten und dem militä- rischen Kräfteverhältnis beiderseits der deutsch-polnischen Grenze ihre Aufmerksamkeit schenkten.
Auch die Herbstmanöver der Marine beendet.
Wilhelmshaven, 22. Sept. Am Mittwoch traf die gesamte deutsche Flotte nach Beendigung der Herbstmanöver in Wilhelmshaven ein. Die Manöver, die im ganzen zwei Wochen angedauert haben, nahmen in b er Oft fee ihren Anfang. Dann wurde Skagen passiert wo man Zeit fand, den Grabern der in der großen Seeschlacht Gefallenen einen Besuch abzustatten. In der R o r d s e e spielten sich dann die übrigen Manöver ab. Es wurde der Schutz der Handelsschiffahrt geübt Ge- leitzuge wurden gesichert und andere Aufgaben erfüllt, die an die Marine gestellt wurden. Am Freitag wird der Chef der Marineleitung in Wil- helmshaven die Schlußbesprechung abhalten.
Dor einer Einigung zwischen Hindus und„Llnberührbaren"
Puna, 22. Sept. (WTD.) Zwischen den Hindus und den Parias (Anberührbare) haben Berhandlungen stattgefunden, um endlich eine Grundlage zu finden, die es Gandhi gestattet, sein Fasten abzubrechen. Eine aus Vertretern beider Verhandlungsparteien zusammengesetzte Delegation hat sich abends zu Gandhi begeben, um ihn von dem Verlauf der Beratungen in Kenntnis zu sehen. Die Delegierten hoffen, noch morgen zu einer endgültigen Lösung zu gelangen und wollen, sobald Gandhi sich mit dem Uebereinkommen einverstanden erklärt hat, Premierminister Mac- donald davon unterrichten. Der Besuch der Abordnung hat zwei Stunden gedauert. Gandhi, so erklärten die Delegierten, sei durch ein zweieinhalbtägiges Fasten körperlich zwar geschwächt, doch geistig durchaus rege. Gr werde diese Rächt unter den Bäumen im Gefängnishof verbringen. Unter den Besuchern befand sich heute auch
die Gattin Gandhis, die aus dem Gefängnis von Ahmedabad, wo sie gefangen gehalten wird, eigens zum Zwecke dieses Besuches nach dem Gefängnis Perawda transportiert worden war.
Mussolini fordert die allgemeine Abrüstung.
Paris, 23. Sept. (WTB. Funkspruch.) Mussolini hat sich zu einem Mitglied der Redaktion einer radikalen Zeitung über die f r a n- zösisch-italienischen Beziehungen ausgesprochen. 3m Verlaufe der Unterredung wurde auch die Abrüstungsfrag« berührt. Mussolini erklärte kategorisch, wenn man die Wiederaufrüstung Deutschlands vereiteln wolle, so gebe es nur ein Mittel hierfür, nämlich die konkrete Herab- s e tz u n g der Rüstungen. Es sei ein im Versailler Vertrag verankertes Gesetz, daß die Abrüstung Deutschlands als Vorbereitung der allgemeinen Abrüstung zu gelten hätte.
Aus aller Welt.
verbandstag der Post- und Telegraphenbeamten.
3m Rahmen seines 21. Derbandstages veranstaltete der Reichsverband deutscher Post- und Telegraphenbeamten in Berlin eine Kundgebung, zu der Vertreter der Reichsregierung, anderer Behörden und der Parlamente erschienen waren. Für den Reichspostmiqjster überbrachte Oberpostrat Dr. T h o b e r t die Versicherung, daß ihm das Wohl des gesamten Postpersonals am Herzen liege und daß die enge Fühlungnahme zwischen Verwaltung und Reichsverband weiter bestehen bleibe. — Derbandssekretär 3 a h n brachte in seinem Vortrage Über Aufgaben und Ziele der Standespolitik der Postbeamten zum Ausdruck, daß der Reichsverband, wenn er auf demDo- dender Verfassung st ehe, nur das tue, was jede Regierung von den Beamten verlangen müsse. Sei die Verfassung veränderungsbedürftig, dann möge die Abänderung auf dem verfassungsmäßigen Wege geschehen. Dor allem würde sich der Reichsverband gegen den Versuch wenden, die I Deamtenrechte zu beseitigen oder zu schmä- •
lern. Der Redner bezeichnete das Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung als unzulänglich, weil dadurch das Arbeitseinkommen immer mehr gemindert würde. Auch die Aufrichtung von Zollmauern sei abzulehnen. Er schloß mit dem Appell an die Parteien, die berechtigten Wünsche der schlechtbesoldeten mittleren und unteren Beamten zu vertreten.
Berlins berüchtigter Einbrecher festgenommen.
Der berüchtigte Einbrecher Erich M arg graf, der seit Monaten von der Polizei gesucht wurde, ist in einem Lokal von Kriminalbeamten des Geldschranksonderdezernats fest genommen worden. Die Beamten setzten ihm sofort die Pistole auf die Brust. Marggraf ergab sich, ohne Widerstand zu leisten. Die Festnahme geschah so überraschend, daß Marggraf zunächst überhaupt keine Worte finden konnte. Marggraf arbeitete als Dachspezialist undalsFassadenkletterer. In seinen Krei- sen war er dafür bekannt, daß er die stärksten Sicher» heitsschloßkombinationen mit Dietrichen öffnen konnte. Ende September vergangenen Jahres wurde er aus dem Unterfudjungsgefängnis aus Versehen entlassen. Irrtümlich war die Haftfrist nicht verlängert worden. Seit der Zeit wurde eine große Anzahl Einbrüche im Westen Berlins ausgeführt. Die Arbeitsweise ließ sofort erkennen, daß hier Marggraf am Werke war. Er verfügte über zwei Privatwagen, die von der Polizei beschlagnahmt werden konnten. Marg» graf, der früher dunkelblond war, hatte sich nach seiner Entlassung die Haare schwarz färben lassen. Dazu trug er eine schwarze Hornbrille. Seit Juli, wo er beinahe wieder gefaßt wurde, färbte er das Haar hellblond und trug eine helle Hornbrille. Margaras war stets elegant gekleidet und von so sicherem Auftreten, daß er nirgends Mißtrauen erregte.
Anschlag auf einen französischen Lokomotivführer.
Nach einer im „Echo de Paris" veröffentlichten Agenturmeldung aus Clermont-Ferrand ist dieser Tage auf den Lokomotivführer des v-Zuges Paris— Nimes ein Revolveranschlag verübt worden. Der V-Zug begegnete unweit der Station Clermont- Ferrand einem anderen Zuge, als der Heizer plötzlich sah, wie sein Lokomotivführer durch einen anscheinend von dem anderen Zuge aus abgegebenen Re- oolverschuß niebergeftrecft wurde. Der Lokomotivführer wurde schwer verletzt.
Aus der provinzialhauptsta-t.
Gießen, den 23. September 1932.
Zwetschenkuchenzeit.
Wir kennen die Zeit der Hundstage, die Sauregurkenzeit u. a. Die lieblichste von allen jedoch ist dre Zwetschenkuchenzeit. Hnd sie ist nun da! Wir ernten wohl dieses Jahr nicht so viel Obst wie sonst, aber für unsere Zwetschenkuchen gibt es doch genug. Schon vor Wochen haben neugierige Augen nachgeprüst, ob sich die Früchte nicht endlich blau färbten Jetzt ist es so weit. Wir können dem Wunsche: Eßt deutsches Obst! nicht besser nachkom- men, als wenn wir ordentlich Zwetschenkuchen essen.
Besonders die ersten Obstkuchen erwecken Freude bei jung und alt. Wenn sie auf dem Tisch erscheinen, glättet sich manche Falte. Tüchtige Hausfrauen freilich füllen nun auch die Einmachgläser mit der köstlichen Frucht, um an hohen Feiertagen mit Obstkuchen aufwarten zu können. Mir will aber scheinen, daß der Zwetschenkuchen am besten in der Herbstzeit schmeckt. Unter dem Weihnachtsbaum hat mir der Zwetschenkuchen noch nie so recht gemundet.
Aber jetzt in diesen Tagen, wenn der Landwirt unter der Arbeit, die nun von allen Seiten auf ihn einstürmt, seufzt, dann leuchtet ihm der Zwetschenkuchen entgegen Schon das Aufstehen wird durch ihn erleichtert. Und erst die Wirkung auf die Kinder! Sie kommen mit glänzenden Augen, sie versäumen — trotz Spiel und Drachensteigen — keinen Nachmittagskaffee; denn der Zwetschenkuchen ist stärker als alle anderen Kameraden —
Wenn unsere Bauern vom Morgen bis aum Abend draußen im Feld stehen und die Kartoffeln aushacken, auspflügen oder von der Maschine auswerfen lassen und nachher auflefen. dann ist in der Kaffeepause der gereichte Zwetschenkuchen der größte Freudenbringer. Jeder, der an der freien Luft zu arbeiten hat, weiß, wie der Appetit dabei geweckt wird Bei vielen, besonders bei den jüngeren Arbeitern, schweift der Blick schon während der Arbeit gar oft nach dem Weg, ob nicht bald die Mutter oder die Magd mit dem Korbe kommen. Aus leeren und halboollen Säcken sitzen dann die „Ausmacher" und lassen sich den besten aller Kuchen wohl munden. Ist die Arbeit der Landfrauen noch so dringend — und wer will bestreiten, daß gerade die Herbstzeit für unsere Bauersfrauen die meiste Arbeit bringt? — eins wird immer noch so nebenbei erledigt: Das ist das Backen der Zwetschenkuchen. Manchmal wird der Teig morgens, wenn es noch dunkel ist. „angestellt", dann wieder am sväten Abend. Aber einige Minuten preßt sich die rührige Hausfrau immer noch heraus aus dem Tagesprogramm.
Wenn wir jetzt durch die Dörfer wandern, können wir sehen und riechen, wie die Gemeindebackhäuser oft noch bis in die Mitternacht hinein in Tätigkeit sind. Wenn dir das Glück hold ist und du kannst ein Stück des noch warmen Kuchens erhaschen, kannst du erst verstehen, warum gerade der Zwetschenkuchen so geliebt wird und warum die Frauen noch spät bis in die Nacht hinein ihre Zeit opfern, um ihren Angehörigen diese Freude zu machen.
Aber auch in bZr Stadt soll es Liebhaber des Zwetschenkuchens geben. Sie haben jedenfalls nicht den schlechtesten Geschmack! R-g.
^oinoti^en.
— Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Lied einer Rächt".
*
** I m Omnibus durch das Ohmtal. Die für den kommenden Sonntag vorgesehene Kraftpost- Gesellschaftsfahrt der Reichspost in Gießen führt die Teilnehmer durch das reizvolle Ohmtal. Aufenthalte sind vorgesehen in Grünberg, in Homberg, in Amöneburg und in Marburg. Näheres über diese Fahrt ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
** Sonntagsrückfahrkarten z u dem Grünberger Gallus markt. Vom Bahnhof Gießen wird mitgeteilt: In Grünberg findet am 19. und 20. Oktober der diesjährige Gallusmarkt statt. Zu dieser Veranstaltung werden von allen Bahnhöfen auf den Strecken Grünberg—Gießen, Gießen—Lang- Göns, Gießen—Fronhausen, Gießen—Garbenteich, Gießen—Wetzlar, Grünberg—Alsfeld, Grünberg— Londorf, Burg- und Nieder-Gemünden—Kirchhain, Mücke—Hungen, Hungen—Inheiden und Hungen— Trais-Horloff Sonntagsrückfahrten nach Grünberg ausgegeben. Sie gelten vom 19. Oktober, 0 Hhr, bis 20. Oktober, 24 Hhr. Bis zu diesem Zeitpunkt muß die Rückreise angetreten sein.
** Jubiläums-Geflügelausstellung auf der „Liebigshöh e". Anläßlich feines 35jährigen Bestehens veranstaltet der Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und Umgebung 1897 am 22. und 23. Oktober in den Räumen der „Liebigs- höhe" eine Jubiläums-Geflügelausstellung. Die Ausstellungspapiere sind bereits zum Versand gekommen; man rechnet mit einer guten Beschickung. Aller Voraussicht nach wird viel Ziergeflügel vertreten sein.
** Fre iwi Niger Arbeitsdienst in den Gichgärten. Der Platz an der leider unvollendeten Schule in den Eichgärten hat im Laufe der letzten Monate eine durchgreifende Umgestaltung erfahren. Durch den freiwilligen Arbeitsdienst wurde das Gelände Planiert. Es galt, zahlreiche Unebenheiten zu beseitigen, um so den Platz für den vorgesehenen vorläufigen Zweck — die Anlage von Gärten — vorzubereiten. 3n der Hauptsache galt es dabei auch, die vom Schulbau her östlich des Gebäudes aufgeworfenen Erdmassen zu verteilen. Diese Arbeiten werden nun demnächst beendet. Seit Anfang 3uni des 3ahres waren etwa 26 erwerbslose jugendliche Mitglieder der DHD.-Ortsgruppe Gießen im Freiwilligen Arbeitsdienst an dieser Stelle beschäftigt und haben dort unter fachmännischer Leitung ganze Arbeit gemacht. Der Platz, der nunmehr auch Aum Teil eingezäunt wurde, macht einen guten Eindruck. Träger der Arbeit ist das Hochbauamt im Auftrag der Stadt Gießen, Träger deS Dienstes die Ortsgruppe Gießen des DHV. Die bewegten Erdmassen waren beträchtlich und die Arbeit gestaltete sich insofern etwas schwierig, als guter Mutterboden oben aufgebracht werden mußte.
Obecheffen.
Landkreis Gießen.
ch Lollar, 21. Sept. In den hiesigen Buderus- schen Eisenwerken ereignete sich ein Unfall. Einem jungen Manne aus Daubringen wurde bei der Arbeit von einer Maschine vier Finger der rechten Hand abgequetscht. Der Daumen blieb unverletzt. Er mußte sich noch in der Nacht in ärztliche Be- v^Dlung begeben und wurde sofort in die Chirur- rn*$u ®'e&en eingeliefert.
)( Großen-Linden, 23. Sept. Arn morgigen Samstag vollendet Adolf Weinandt sein 79. und dessen Ehefrau Luise, geb Reichhardt, am fol» genben Sonntag ihr 80. Lebensjahr. Das Ehepaar cjt noch bei guter Gesundheit und konnte vor eint- gen3abren das Fest der Goldenen Hochzeit feiern.
CO Klein-Linden, 20. Sept. Die diesjährige 2^ h-u €. ® Pe r ft e i 9 c r u n g war trotz geringen Ernte stark be- fucht. Für Aepfel wurden je Zentner am Daum
8 bis 12 Mk. bezahlt, einzelne besonders gut behangene Bäume tarnen auf über 30 Mk., Birnen galt ber Zentner 5 bis 8 Mark. Die wenigen Zwetschen wurden mit 20 Pf. bis 1,20 Mk. pro -opum bezahlt. Der Gesamterlös für die Gemeinde betrug rund 500 Mk. gegen 800 Mk. im 3ahre 1931.
Bg Großen-Buseck, 22.Sept. Ein Teil der U^m'lligen Arbeitsdienstkolonne ift zur Zeit damit beschäftigt, den im Frühjahr nieder gelegten, an das „Kleine Feld" grenzenden Waldteil zu roden, damit er nach Beendigung der Feldbereinigung — voraussichtlich im Jahre 1934 — bebaut werden ran’ übrigen Arbeitsdienstwilligen sind am „Galgenberg" beim Wegebau tätig. Die dazu benötigten Steine werden von den Landwirten im Verhältnis zu ihrem Grundbesitz kostenlos anqe- fahren. °
4 Reiskirchen, 21. Sept. Der diesjährig« Konfirmandenunterricht hat nunmehS


