Telegramme an Hindenburg und Popen.
München, 22. August. (TU.) Der Leiter der Rechtsabteilung der NSDAP., Rechtsanwalt Frank II, hat folgendes Protesttelegramm an den Reichskanzler von Papen als den Reichskommissar für Preußen, Reichskanzlei, und an den Reichspräsidenten gesandt: „Die Reichsleitung der NSDAP, erhebt gegen das unfaßbare Beuthener S ch r e ck e n s u r t e i l schärfsten Protest vor der gesamten deutschen Oeffentlichkeit und erwartet unverzüglich die Begnadigung der Verurteilten. Die in der größten politischen Bewegung Deutschlands vereinigten Millionen deutscher Männer und Frauen schließen sich in Erbitterung und Empörung diesem Verlangen an. Ueber 300 ermordete Nationalsozialisten, die fast restlos bis heute ungesühnten Opfer der marxistischen Mordpest, sind der erschütternde Beweis dafür, daß der nationale deutsche Mensch schutzlos den internationalen marxistischen Treiben preisgegeben ist. Das Beuthener Schreckensurteil war nur möglich in Verkennung dieser unbestreitbaren Sachlage. Seine unverzügliche Aufhebung ist zur Sicherung und letztmöglichen Aufrechterhaltung des inneren Friedens eine Notwendigkeit. Reichsleitung der NSDAP., Dr. Frank II."
Kundgebung
der Reichsleiiung der AGOAp.
München, 22. Aug. (TU.) Zum Beuthener Urteil nimmt die Pressestelle der Reichslei - tung der NSDAP, wie folgt Stellung:
„Ein Schrei des Entsetzens und der Empörung geht durch das ganze nationale Deutschland. Fünf Todesurteile sind von dem Sondergericht einer sich national nennenden Regierung gefällt worden, in völliger Verkennung der die Angeklagten beherrschenden Verzweiflung über das Versagen des Staatsapparates gegenüber dem organisierten marxistischen Mordterror, dem über 300 Nationalsozialisten bereits zum Opfer gefallen sind. Diese fünf Todesurteile treiben jedem national und gerecht empfindenden Deutschen die Scham- und Zornesröte ins Gesicht. Die Empörung über dieses unfaßbare Schreckensurteil wird dadurch noch gesteigert, daß zu gleicher Zeit ein anderes schlesisches Sondergericht Reichsbannerleute, die in unmenschlicher Weise zwei SA.-Männer niedermetzelten und viele andere schwer verletzten, mit Höchststrafen von nur vier Jahren Zuchthaus bedachte. Das ist zweierlei Recht. Nationalsozialisten werden also von dem Sondergericht einer „nationalen Regierung" mit dem Tode bestraft, während der internationale Mord-Marxismus mit kurzfristigen Zuchthausstrafen davon- kommen darf und der menschlichen Gesellschaft erhalten bleibt. Diese beiden Urteile sind ein Schlag in das Gesicht des nationalen Deutschland. Millionen Deutsche erwarten von Herrn von Papen als dem reichskommis- sarischen preußischen Ministerpräsidenten die sofortige Aufhebung der unerhörten Beuthener Todesurteile, die unter keinen Umstanden vollstreckt werden dürfen. Es wird in Deutschland keine Ruhe mehr-geben, bis dieses Beuthener Urteil aufgehoben ist. Mögen die verantwortlichen Staatsleiter den Ernst der Stunde erlernten, bevor es zu spät ist."
Oie weiteren plane der Verteidigung.
Wiederaufnahmeve» fahren.
G l e i w i tz, 22. Aug. (TU.) Von feiten der Verteidigung wird über die zu ergreifenden Maßnahmen erklärt, daß sofort olleSchrittebeim preußischen Staatsmini st erium getan werden würden, um eine Vollstreckung der Todesurteile zu verhindern. In der Praxis sei mit einer Entscheidung darüber vor Ablauf dieser Wache nicht zu rechnen; es sei erst einmal die Abfassung des Urteils erforderlich, was einige Tage in Anspruch nehmen werde. Aul Grund dieser schriftlichen Niederlegung des Urteils und eines gleichfalls vargeschriebenen Berichtes der Staatsanwaltschaft habe das Staatsministerium zu entscheiden. Da gegen Urteile des Sondergerichts bekanntlich keine Rechtsmittel, also Berufung und Revision, zulässig sind, werde vor allem der Weg des Wiederaufnahmeverfahrens beschritten werden. Das Wesen des Kürzverfahrens, das das Sondergericht darstellt, macht es leicht, neue Beweismittel und Tatsachen geltend zu machen, auf Grund deren die Wiederaufnahme des Verfahrens zulässig sei. Möglich sei außerdem noch die Ablehnung der Richter wegen Befangenheit, die aus Tatsachen erfolgen könne, die die Angeklagten erst nachträglich m Erfahrung brachten.
Kundgebung
des Verteidigers Luetgebrune.
München, 22. Aug. (ERB.) Zum Beuthe- ner Urteil veröffentlicht der Rechtsberater der Obersten SA.-Führung, Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune, folgende Stellungnahme:
„Das Beuthener Sondergericht hat heute gegen fünf Nationalsozialisten fünf Todesurteile gefallt die weit über die Grenzen der Partei hinaus stärkste Entrüstung und stärksten W i d e r s p r u ch gefunden haben. In meiner mehr als zwölfjährigen politischen Verteidigertätigkeit ist mir kein Urteil vorgekommen, das in tatsächlicher, wie in juristischer Beziehung so sehr einen Justizirrtum darstellt, wie das Urteil dieses Sondergerichts. Aus tiefstem Rechtsempfinden heraus roirb mit allen Kräften dafür gesorgt werden, daß dieses Fehlurteil aus der Welt geschafft wird und seine Vollstreckung unterbleibt."
Koalitionsverhandlungen in Preußen vertagt.
Fortsetzung Ende dieser Woche?
Berlin, 23. Aug. (VDZ. Funkspruch.) Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, sind die für heute in Aussicht genommenen Besprechungen zwischen Nationalsozialisten und Zentrum über die Neubildung der preußischen Regierung abgesagt worden. Als Grund hierfür wird angegeben, daß erst die am Tienstagmittag im Landtag begonnene Tagung des Nationalsozialistischen Frakti- vnsvorstandes beendet sein müsse, die am Mittwoch sortgeführt wird. An diesen Verhandlungen dürfte auch. Landtagspräsident Ke r r l teilnehmen, der über seine Unterredungen mit dem Vertreter des Zentrums, Abgeordneten Dr.
Graß, berichten wird. Von dem Ergebnis der Tagung des Fraktionsvorstandes wird es im wesentlichen abhängen, ob Ende dieser Woche die Koalitionsbesprechungen mit dem Zentrum fortgesetzt werden. Der Unterhändler des Zentrums, Dr. Graß, begibt sich am Mittwoch in seinen Wahlkreis Hessen-Nassau und dürste vor Freitag nicht nach Berlin zurückkehren. 3n parlamentarischen Kreisen wird hervorgehoben, daß, falls die Koalitionsbespvechungen günstig verlaufen sollten, die Bildung der neuen Staatsregierung in 48 Stunden abgeschlossen sein könnte. Der Landtag würde in diesem Falle die Möglichkeit haben, schon in der nächsten Woche den Ministerpräsidenten zu wählen.
Oesterreichs Verzicht auf seine Freiheit.
Das Lausanner Protokoll endgültig angenommen.
Wien, 23. Aug. (WTD. Funkspruch.) Der Nationalrat hat, heute nach längerer Debatte mit 82 g e g” e n 80 Stimmen den Beharrunasbeschluß über das Lausanner Anleiheprotokoll gefaßt. Damit ist das Anleiheprotokoll trotz des Einspruchs des Bundesrats in Kraft gesetzt. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurde ein Antrag der Großdeutschen auf Volksabstimmung über das Lausanner Abkommen abgelehnt.
Aus aller Welt.
Gronau unterwegs.
Der deutsche Flieger Wolfgang von Gronau, der in Junecm (Alaska) landete, war bereits eine größere Strecke über Juneau hinaus in der Richtung nach Cordova geflogen, als ihn ungünstige Wetterberichte zur Umkehr veranlaßten. Er beabsichtigt nach Cordova weiterzufliegen. Von dort geht es über die Aleuten nach Japan und zurück nach Deutschland. Er hofft seinen Flug Ende September in Berlin beenden zu können.
196 Stunden Dauerflug.
Die amerikanischen Fliegerinnen Frances Mar- falis und Louise Thaden, die zu einem Dau er f lug aufgestiegen waren, sind nach einer Flugdauer von insgesamt 196 Stunden gelandet. Damit ist der bisher auf 123 Stunden stehende Dauerflugrekord für Frauen ganz erheblich überboten.
Ein falscher Rundfunk-Ingenieur festgenommen.
Dieser Tage wurde in Koblenz ein falscher Rundfunk-Ingenieur auf frischer Tat ertappt und fest genommen. Der Mann hatte auch in Frankfurt Mietschwindeleien und Diebstähle begangen und Inhaber von Rundfunkgerätehandlungen sehr empfindlich dadurch geschädigt, daß er sich wertvolle Radioapparate liefern ließ und nicht bezahlte. Ueberall hatte er sich als „Aufbau-Ingenieur" des neuen Senders ausgegeben, auch Mechaniker für diesen eingestellt und mit den Leuten entsprechende Verträge abgeschlossen. Auch in Wiesbaden beginn er Mietschwindeleien und prellte eine Reihe Gasthaus- und Pensions-- besitzer um teilweise recht erhebliche Beträge. Vor einigen Tagen tauchte er in Marburg auf und betrog auch hier mehrere Personen durch das gleiche Manöver. Bei seinem Verhör
legte er ein Geständnis ab. In Frankfurt und anderen Orten trat er unter dem Namen Rudolf Herwig, Horst Hübener und Horst Römer auf; in Wirklichkeit handelt es sich um den 1909 in Warndorf (Tschechoslowakei) geborenen Rudolf H o r a ch e k.
Einbruch bei Dr. Schacht.
Wie die Berliner „Nachrichtenausgabe" aus Neuruppin hört, wurde im Schloß Quehlen bei Lindow, einem Besitz des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, ein Einbruch verübt. Der Täter stieg mit einer im Park Vorgefundenen Leiter in Dr. Schachts Arbeitszimmer ein und entwendete aus verschiedenen Räumen silberne und goldene Teelöffel, Eßlöffel und Mokkalöffel, sowie verschiedene Kleidungsstücke, ein Zeiß-Fernglas und eine silberne Schmuckdose.
Zwei Sträflinge in plöhensee ausgebrochen.
Die beiden Strafgefangenen Neuhaus-Thiele ck e und Wischnewski sind, einer Meldung aus Berlin zufolge, aus der I r r e n a b t e i l u n g des Strafgefängnisses Plötzensee entflohen. Der 26jährige Staufmann Neuhaus-Thielecke, der sich unter dem Namen Ealistros Sujamani als Schriftsteller ausgab, hatte am 6. August 1930 in Berlin- Halensee seine Mutter in der Badewanne ermordet.
Ein Toter,
zwei verletzte — wegen eines Glases Bier.
9n einer Wirtschaft In St. Ingbert bei Köln verlangte dieser Tage ein Arbeitsloser ein Glas Bier, das ihm verweigert wurde. Einige Stunden später kam er wieder, ging sofort auf die 20jährige Wirtstochter los, feuerte mehrere Schüsse auf sie ab und verletzte sie schwer. Die Mutter, die der Tochter zu Hilfe eilen wollte, erhielt einen Schuß in den Arm. Dann richtete der Arbeitslose die Waffe gegen sich selbst und erschoß sich.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 23.August 1932.
Oie spinale Kinderlähmung.
Don Med.-Rat Dr. Zrobenius« Nervenarzt, Gicßm.
In letzter Zeit sind in Ungarn und leider auch in Deutschland, in Magdeburg und sogar in unserer Nähe, im Dillkreis, Fälle von spinaler Kinderlähmung aufgetreten. In diesem Zusammenhang muß es uns interessieren, wie die Amerikaner vor einigen Jahren durch ihre Großzügigkeit der Epidemie gesteuert haben.
Da die Seuche erfahrungsgemäß bestimmte Wege einschlägt und da, wo sie einmal gewütet hat, kaum mehr so schnell auftritt, haben die Amerikaner nach der ersten Epidemie für die anderen bedrohten Gebiete, besonders im dritten Sommer, umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Mit einer Großzügigkeit, die Staunen und Bewunderung erzwingt, wurden aufklärende Vorträge gehalten, Flugschriften verteilt und nach der Erfahrung aus der früheren Epidemie von den Genesenen Blutserum gesammelt. Fünf Dollar wurden gezahlt für 50 ccm Blut, ein wirksames Serum daraus hergestellt, die Krankenhäuser und Apotheken damit ausgestattet — und als die Epidemie wirklich in dem gleichsam auf sie wartenden Gebiet einbrach, verfügte man über eine ganz hübsche Menge heilkräftigen Serums. Ländliche Bezirke wurden bei der ersten Erkrankungsmeldung mit Flugzeugen und durch Schnellzüge damit versorgt, die an Orten, die sie sonst durchfuhren, halten muhten, um das kostbare Mittel in die Hände des Arztes zu liefern.
Auf diese erstaunlich großzügige Weise, die die ganze Aerzteschast und die Bevölkerung alarmierte, ist es den Amerikanern gelungen, der verheerenden Seuche ihre größte Furchtbarkeit zu nehmen. 12ns kann dieses Vorgehen, auch wenn wir ein verarmtes Land sind, nur Vorbild sein, denn für die Gesundheit seiner Bürger und Jugend darf dem Staat kein Preis zu hvch sein.
Aber bei uns muß mehr als anderswo gerade der einzelne mithelsen, die Gefahr zu bannen. Um
Au sagen: zu einer Beunruhigung durch das bisher vereinzelte Auftreten der Erkrank ung besteht bei uns kein An - .'29>cr Vorsicht schadet nie — wer öic Gefahren kennt, wird darauf achten, um seine xinber Dor ernstem Schaden zu behüten.
Dre spinale Kinderlähmung - der Name ist et- was einseitig und soll nur der Kürze halber bei» behalten werden - ist eine Infektionskrankheit, d. h. durch einen Erreger verursacht. Sie ist sehr leicht übertragbar, durch Husten, Anniesen, aber auch durch sogenannte Zwischenträger, die selbst nicht zu erkranken brauchen. Es ist eine Jnfektions- ^ankheit die das Nervensystem, Rückenmark oder Gehirn befallt, besonders der Kinder, aber die auch bei Erwachsenen auf treten kann.
Das schwierigste Moment liegt in der rechtzei- tigen Erkennung, denn die frühzeitige Behandlung entscheidet über Leben und Heilung. Das ist das Heimtückische an dieser Erkrankung, daß sie sich unter der harmlos scheinenden Maske einer „Grippe" einschleichen kann. Eine Magendarmerkrankung, ein Luftröhrenkatarih, eine Halsentzündung oder rheumatische Beschwerden können das erste Stadium bilden.
Beinahe schlagartig setzen dann im zweiten Stadium, etwa nach zwei bis drei Ta- genplötzlich mehr oder weniger umfangreiche Lähmungen ein.
Glücklicherweise gehen diese Lähmungen zum größten Teil wieder zurück, aber der Nest, der bleibt, ist genug, um das arme Menschenkind Zeit
seines Lebens zu verstümmeln. Es ist auch ein Glück, daß der tödliche Ausgang durch lieber» greifen dieser erschreckenden Lähmung auf die Atmung relativ selten ist, d. h. die einzelnen Epidemien verhalten sich hier verschieden. Es ist auch ein Trost, daß selbst hartnäckige Reste noch nach Jahren einer fortgesetzten Behandlung weichen können oder wenigstens eine Besserung erfahren.
2Iber das Wichtigste ist und bleibt die Behandlung in der ersten Zeit, am besten schon im ersten —. leider schwer erkennbaren Stadium der Krankheit. Denn hier ist das ärztliche Wirken am erfolgreichsten. Es sollte also in Zeiten einer Epidemie oder auch schon beim Auftreten einzelner Fälle unbedingt beim geringsten Verdacht oder aus Vorsicht bei irgendeiner fieberhaften, aber noch so harmlos erscheinenden Erkrankung, besonders der Kinder, ein Arzt zu Rate gezogen werden. Nur so kann schwerer Schaden verhütet und auch einer Ausbreitung der Seuche wirksam entgegengetreten werden.
(Siebener Wochenrnarttpreise.
* Gießen, 23. Aug. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Süßrahmbutter 130, Landbutter 120 bis 130, Matte 25 bis 30, Wiking 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8, Spinat 20, Römischkohl 8, grüne und gelbe Dohnen 15 bis 20, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Erbsen 20, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10, Pilze 20 bis 25^ Kartoffeln 3,5, Frühäpfel 15 bis 30, Birnen 15 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Zwetschen 25, Mira- bellen 35 bis , 40, Reineklauden 20, Pfirsiche 30 bis 50, Brombeeren 20 bis 25, Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 50 bis 70, Eier 8 bis 9, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 10 bis 12, Obcr-Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 12; das Bund: Radieschen 8 bis 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3 Mark.
Por«oti;cn.
r .— Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Trader Horn".
Der Tierschutzverein Gießen veranstaltet am Donnerstag, 25. August, 20 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums eine öffentliche Vor- tragsveranstaltung. Oberbürgermeister Maas wird über das Thema „Aufgaben des Tierschutzes" sprechen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
** D i e Zahlung der Invalidenrenten gesichert. WTB. meldet: Bei dem natürlichen Unterschied in der Leistungsfähigkeit der Landesversicherungsanstalten hat die Notverordnung vom 14. Juli 1932 die Gesamthaftung der Anstalten für die Aufbringung der Postvorschüsse für die Zahlung der Renten aus der Invalidenversicherung begründet. Soweit Sie Postvorschüsse nicht geleistet werden, führt die nach der Dollzugsverordnung vom 10. August beim Reichsarbeitsministerium errichtete Ausgleichs- und Verwertungsstelle die Gesamthastung durch, z. D. durch die Eirzi hung und Ter ufj run] von Wer.- papieren der Anstalten. Diese Stelle wird aber nur für den Fall wirksam, daß die Anstalten nicht unter sich den Ausgleich vereinbaren und durchsetzen. Die Versicherten können damit rechnen, daß trotz des starken Beitragsausfalles die Renten gezahlt werden.
** Silberhochzeit. Der Elektro-Jnstallateur- meister Wilhelm Schmidt und Frau, wohnhaft Goethestraße 23 feiern am morgigen Mittwoch das Fest der Silberhochzeit.
** D i e hessischen Hebammen tagen in Gießen. Die hessischen Hebammen kommen auch in diesem Jahre zu einer Haupttagung am Samstag, 27. August, in Gießen (Restaurant „Lie- bigshöhe") zusammen. Der wissenschaftliche Teil sieht einen lehrreichen Vortrag, gehalten von Professor Schumacher von der hiesigen Landesuniversität über „Die Ausgaben der Hebammen auf dem Gebiete der Krebsforschung" vor; ein weiterer wird von Professor Dr. Schwartz Universität Frankfurt a. M. gehalten über „Schädigungen der NeugeborSßen bei der Geburt". Professor Dr. Walther-Gießen wird über seine reichen -• Erfahrungen und über die Bedeutung der Wiederholungskurse für Hebammen referieren. Die Vorsitzende «des Verbandes, Frau K e r n-Rumpenheim spricht über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Hebammen. Der Verband ist bestrebt, seine Mitglieder auf allen Gebieten neuerer Forschung unterrichten zu lassen.
Oberheffen.
Seuer in Saasen.
• S a äsen. 23. Aug. In der Scheune des Landwirts Ludwig Kraft brach heute morgen, wie man vermutet, durch Kurzschluß Feuer aus. Der Brand wurde erst bemerkt, als die Flammen bereits zum Dach herausschlug e n und der gesamte Strohvorrat ergriffen war. Unter diesen Umständen konnte von der Scheune nichts mehr gerettet werden; sie brannte mitsamt dem Inhalt bis auf die Grundmauern nieder. Der unmittelbar angebaute Stall fiel ebenfalls den Flammen zum Opfer. Das Vieh konnte gerettet werden. Auch die Dreschmaschine, die in der Gefahrenzone stand, konnte man im letzten Augenblick in Sicherheit bringen. Die Saasener Feuerwehr, die sofort an den Brandherd eilte, konnte dem Feuer selbst kaum Einhalt gebieten. Zwar arbeitete man mit fünf Schlauchleitungen, mußte sich aber in der Hauptsache darauf beschränken, die unmittelbar angrenzenden weiteren Gebäude zu schützen. Das Wohnhaus, das nur etwa einen halben Meter entfernt von der Scheune steht, konnte völlig unversehrt bleiben, eine nachbarliche Scheune wurde ebenfalls erfolgreich geschützt. Zur eventuellen Hilfeleistung wurde die Kreismotorspritze alarmiert, die jedoch, dank der energischen Arbeit der Ortsfeuerwehr, nach ihrem Eintreffen nicht mehr einzugreifen brauchte. Der entstandene Schaden ist beträchtlich, er ist durch Versicherung gedeckt.
Lanolrets (Szetzcn
00 Klein-Linden, 22. Aug. Von strahlendem Sonnenschein begünstigt, fand am Sonntag .m Rinnschen Garten das 3 6. I a h r e s s e st der hiesigen Kleinkinderschule statt. Unter den Klängen des Posaunenchors zogen die mit Blumenkränzchen und Sträußen geschmückten Kinder zum Festgarten. Die von der Schwester mit viel - Sorgfalt und großer Geduld eingeübten Lieder und Gedichtvorträge fanden dankbarste Ausnahme bei den vielen Zuschauern, die dem Fest beiwohnten. Auch die Spiele, die zur Aufführung gelangten, bereiteten viel Freude. Pfarrer Bremmer, der Vorsitzende der Station, hielt die Ansprache. Die Kollekte zum Besten der Kleinkinderschule ergab 34,01 Mark.
. ch Hausen, 22. August. Unsere Kirche befindet sich schon einige Jahre lang in baufälligem Zustande. Trotz größter Geldknappheit konnten nun die Ausbesserungsarbeiten nicht mehr verschoben werden. Wie vor zwei Jahren
Gewinnauszug
5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie. Ohne Gewahr Nachdruck verboten
11. Ziehungstag 20. August 1932
3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
2 ©ttolnn« zu 100000 M. 2499
8 Gewinn, zu 10000 M. 174007 185408 203353 238031
16 »etolnne zu 5000 M. 7850 25409 49137 168335 228259 273891 363665 375384
14 Grwinn, ,n 3000 M. 66508 67388 78085
235730 240007 328262 338525
6S Gewinn« zu 2000 M. 16949 18371 27760 30368 64061 65345 70042 100287 104837 137402 143626 150063 171110 177954 197601 213085 241345
276384 293764 301881 318989 344680 357728
359108 364344 376523 385571 394247
118 Gewinn, »u 1000 . 525 14317 18215 20306
24338 24494 27224 30393 47631 53074 63346 79353 88166 88819 107604 109242 114631 119907 122080 122676 123150 125454 133351 133985 134969
140429 141142 143826 148190 148678 161900
165486 173269 175757 180264 181063 181268
196048 227078 229179 274648 276570 310157
328229 328892 331831 344857 364996 365735
366540 367539 370339 372865 380297 386795
394140 397092 397271 398099
180 Gew NN, zu 500 M. 227 1531 4298 6193 8184
11698 14890 16850 17660 25027 29151 29331 34944 35367 47345 53280 59301 74095 75435 80927 91517 96410 105875 116094 119133 121440 123756 135484 141052 147192 147735 152138 158096
166703 180866 188161 192200 192750 204641
214532 217534 218178 219528 220148 223368
227360 230096 235521 238767 240816 240965
244983 252555 257924 263907 272862 273204
283369 285324 286788 290915 294542 295970
299347 305588 305743 306992 307842 316788
317351 319513 336484 337196 339691 353523
357116 358702 358762 353954 363056 363756
364692 364925 374507 375015 377862 382725
384266 384894 395780
In der heutigen Nachmittagszkehung wurden Gewinne
über 400 M. gezogen
323117
76 C1 «nlnne 'n 2000 M.
120 Gewinne?u 1000 M.
12160 29664 30134 32155
226787
300076
347603
378864
215614
289714
341888
369560
170710
227233
266033
299937
323923
349070
144202
168622
227042
298166
328986
381900
151857
187432
247419
302266
330896
385070
124026
182774
228039
267990
300147
333237
361894
137261 183344 243624 270639 301056
339443 370210
124047
153295
202558
257705
305699
346654
153467
232128
326417
359452
385037
141773 190427
249740 277869
308295 342215 380578
124711 156188
208031 291411
317104
352465
148591
197417
253519
292155
310663
344985
383930
137608 156484 218695
293004 321476 371805
187284
280307
333818
366519
110247 160668
198339 265916 297425
315454 345469 398518
134946
206569
285701
341657
369068
106054
144018
166143
218365
297564
324737
372867
99973
348923
164160
279180
333056
365988
20855 38879
77620 81705
221008 301937
10 Sein'""« >n 5000 M. 336331 376433
20 Äetohtne nt 3000 M. 100721 122490 196910 365343
--- ---- 15482 26366 46334 54474
55046 96389 102978 109722 114486 115597 140507 141270 ............ ......
34051 65722 59501 60527 60978 63021 66961 72317
74017 77633 77645 82269 83633 90303
113859 122431 ------ ------ ------
- ------ 389355 398195 399401
138 Gewinn, >u 500 M. 42 15633 22959 23250 28249 34115 34514 34898 42471 44629 46361 51776 67317 70063 70169 73174 84900 85219 87447 88992 89273 89742 92773 98461 100812 108429
Im Gewinnrabe verblieben: 2 Prämien zu \t 500000, 100 Schlußprämien zu je 8000, 2 Gewinne zu je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 75000, 4 zu je 50000, 20 zu je 25000, 126 zu je ll>-00, 284 zu je 5000, 616 zu je 8000, 1740 zu je 2000i 8528 zu je 1000, 5926 zu je 500, 17940 zu je 400 M.


