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Nr. U8 Zweites Biati Hietzener Anzeiger ((öeneral-Anzetger für Gberheffen)Montag, 25. Mai (952

SJl.-'fpont

Fußball der Gießener Mannschaften.

Spog. 1900.

5hc Ligo gewann gegen VfB Weidenau in Weidenau nut 3 2. 1900 war nur mit zehn Spie­lern ncr treten.

Lehrmannfchaft gegen Lollar I 2 l. die II ver­lor gegen Lollar II nut 2:5; die V Mannschaft fleqen Lollars III. mit 1:3. Die Spiele sanden in Lollar ftett

Die I Tugend verlor gegen VfB. Marburg l in Marburg mit 2 3. Die 2. Jugend konnte gegen Etting-Hausen I in Giessen mit 3 1 gewinnen

VfB.

Die Liga verlor gegen die Liga-Reserve der Eintracht (Frankfurt a M.) mit 1 4

Die Liga-Reserve von VfB gewann gegen die 1. Mannschaft von Heuchelheim mit 6: 1.

Die Alte-Herren-Mannschaft gewann in Mar­burg gegen die Alte-Herren-Mannschaft des Df B. Äurfjelfcn Marburg mit 6:2.

Leichtathletische Gaumeisterschaften in We'ilburg.

Bei den Weilburger Leichtathletik Meisterschaften, öie nut etwa 100 Teilnehmern beschickt waren, konnte die Lpicll-ereinigunfl 1900 die Meisterschafts-Wett bewerbe fur Herren säst sämtlich an sich bringen, bis aus Kugelstossen und Diskuswerfen, die St i l o (Wetz­lar' mit den guten Leistungen von 40,80 Meter und 13,02 Meter gewann Im Hammerwerfen siegte M o h I (Dc(S., Kietzen) mit 33,30 Meter

3n den Frauen Wettbewerben zeigten sich die Wetz­larerinnen den Vertreterinnen von 1900 gegenüber in den meisten Wettbewerben in j^ront.

Rheinstaffellauf in Düsseldorf.

Sieger Hessen preufoen Kassel

Westdeutschlands traditioneller RhcinstoOellaul von Deutz nach Düsseldorf wurde am gestrigen Sonntag ausgetrogen In der Hauptklasle ge­wann die Mannfchair von Hessen Preussen Kassel noch ständiger Führung, die schon aus dem ersten Teil der 11,9 Kilometer langen Strebe 300 Meter betrug, in 27.51 Min mit weitern Dor­sprung vor der Hornmer-LpDg. in 28 14, deren Schlußmann sitz gerade noch vor dem letzten Lau­ser des Düsseldorfer SC ..Kisters, ins 3icl rettete

Ergebnisse 1. Hessen Preubcn Kassel 27 51; 2. Hammer SpDg. 28:14 3 Düsseldorser SC. 99 28.14,4; 4. Deutscher SC Düsseldorf 28:22.5. 5. Barmer Tv 28 5b. r Xuru Düsseldors 29 24 Klasse II 5 Kilometer 1. VfL. Siegburg 11 15. Klasse Ul 3,1 Kilometer 1 DD 07 Duer 7:06. Oer Hestenmeifter in Fulda geschlagen.

Borussia Fulda Mainz 05 1:0 (0:0).

Der Bezirksmeistcr von Hessen Hannover kam gestern zu inem verdienten Sieg über den erlatz- geschwächten Hesjenmeister SB. 05 Mainz. Die Main­zer hielten sich ausgezeichnet, sie zeigten ein aus­geprägtes Kombinationsspiel mit dem Fehler, vor dem Tore nicht rechtzeitig zu schietzen. Die Borussen kamen erst in den Schlussminuten zum Siegestreffer

DieZtvischemundezurDZV.-Meisterschasi

Großer Erfolg der süddeutschen Vertreter.

Dei den gestrigen Kämpfen um die Deutsche Futzball-Mei st erschast hat der süd­deutsche Derband einen so grotzen Grsolg gehabt, wie er seit langen Jahren nicht mehr zu verzeichnen war.

Alle drei süddeutschen Dcrlreler haben sich auch in der Zwischenrunde siegreich durchgesetzt, so dotz an der Vorschlutzrunde neben den Süd­deutschen nur noch der westdeutsche Meister

Schalke 04 beteiligt ist.

D«c übrigen fünf Verbände sind sämtlich aus» geschaltet

Don den drei süddeutschen Mannschaften hatte nurBayer n" München mit ihrem Gegner Blühe. DieBayern" hatten in der zweiten Halbzeit ihres Kampfes gegen den Pol. SC Chemnitz (in Leipzig vor 30 000 Zuschauern> bange Momente *zu überstehen, ehe sie mit 3:2 (3:1) als glückliche Sieger den Platz verlassen konnten

Verhältnismässig lcichb fertigte der 1. F E. Dürnberg in Hamburg vor 20 000 Zuschauern Holstein Kiel mit 4 0 (2:0) ab Die Dürn- ocigcr hätten noch hoher gewinnen können, aber sie verhielten sich in der letzten halben Stunde ongeficht» ihres sicheren Sieges sehr reserviert

2lud) die Eintracht Frankfurt brauchte nicht in Hochform zu sein, um im Frankfurter Stadion vor 20 000 Zuschauern den Berliner Weister TenniSborussia mit 3:1 (1:1) au schlagen Dabei verlegten sich die Berliner wäh­rend des ganzen Kampfes ausschlietzlich aus eine recht geschickt geführte Defensive.

Der vierte Teilnehmer an der Vorschlussrunde heisst, wie schon gesagt, Schalke 0 4 Der west­deutsche Meister konnte in Bochum in Anwesen­heit von 30 000 Zuschauern dank seines technisch besseren Spieles den norddeutschen Meister Hamburger SD. verdient mit 4 2 (2:1) Treffern schlagen DieKnappen" werden auch für ihren süddeutschen Gegner in der Dorschluss­runde eine ernstliche Gefahr sein.

Oie Paarungen für die Vorschlußrunde.

Der Spielausschuss des Deutschen Füssball-Bundes hat die Paarungen für die Vorschlussrunde der Deut- schen Meisterschaft wie folgt getroffen:

In Dresden. Eintracht Frankfurt gegen FC. Schalke04 (Schiedsrichter Flachowfki, Werdau).

3n München: Bayern München gegen 1. FC Nürnberg (Schiedsrichter Fink, Frank­furt a. JR.).

Großer westdeutscher Fußballsieg in Brüssel.

Diableß Rougcs mit 5:0 (1:0) geschlagen.

Da der Westdeutsche Spielverband bei seinem Spiel in Brüssel auf die guten Kräfte von Scya.te 04 verzichten musste, gab man seiner Mannschaft für den Kampf gegen die belgischen Roten Teufel" nur geringe Aussichten. Die Diables Rouges" stehen an Spielstarke hinter der belgischen Hationalmannschaft nur wenig zu­rück Hm lo sensationeller wirkt der 5:0-(l :0-) Sieg, den die Rheinländer gestern im Heysels-

Stadwn su Brüffel vor 10 000 Zuschauer> er­zielt haben Es war ein vollkommen verdienter Sieg, denn die deutsche Elf zeigte das technisch und taktssch re:krc Spiel. Die Belgier können zu ihrer Entschuldigung lediglich anfubren. dass hr rechter Derteidiger *d)on bald nach dem Wechsel verletzt wurde und dass sie dann nur noch zehn Mann im Felde hatten.

Die westdeutsche Clf spielte »n folgen­der Aufstellung Buchloh (Speldorf . Hund (Schwarz-Weh Esseni Bufch «Duisburg 99'. 3anes. Bender > beide Fortuna Düsseldorf). Plate (Köln Sülzi. Allbrechi Hochge'ang «beide For­tuna«. Pörtgen (Schwarz-Weiss Esten), Rasseln­berg (Benrath). Kobieriki (Fortuna«

Oie Meisterschaft im Arbeiier-Fußbatt.

Nürnberg-Ost Meister.

3m Nürnberger Stadion kam gestern vor 10 000 Zuschauern das Endspiel um die deutsche Meifter- schatt im Arbeiter-Fusiball zum AuStrag. Sieger blieb die Mannschaft von Dürnberg - Ost. die über Koltbus 93 mit 4:1 Treffern einen ver­dienten Sieg davontrug.

Das Autorennen aus der Avus.

Bei dem von dem ADAC, gestern auf der Berliner Avus durchgeführten Autorennen, das einen ausserordentlich guten Besuch aufzuw-isen hatte, siegte Mansred v. B r a u ch i t s ch aus einem 8-Liter-Mercedes-BenA-Wagen vor (Sarra- ciola aus einem Alfa Romeo. Der Engländer Earl Howe gewann das Rennen der Wagen bis 1500 ccm in überlegenem Stil in 1,06,42,5 bei einem Stundenmittel von 176,9 Kilometer, zweiter wurde 3. D Dames - Cnglandi Austin) 1,23.53,8 (140.6 Stundenkilometer), dritter wurde Stein- weg-München (Amilcar) 1,24,02,6 (140,3 Stun­denkilometer

Schwerer Llnglückssall.

De, den Rennen ereignete sich ein schwere« H n g l ü d. das einem der Mitsahrer, dem Fürsten L o b k o w i tz (Tschechoslowakei), das Leben kostete. Fürst L o b k o w i h fuhr mit seinem Wagen,

einem Bugatti. mit grosser Geschwindigkeit m die Sudtchleiss' der Rennbahn, wurde habet au« der Dahn gedrängt, der Wagen, über den der Fahrer die Herrschaft verlor, flog bis auf den Bahnkörper der neben der 2lvu» lautenden Stadt­bahn Fürst Lobkowin wurde in sterbendem Zu­stand in» Hildegard-Krankenhau» gebracht, wo er leinen Derlenungen bald danach erlag

Heuer Weltrekord Hennes.

Der Münchner Ernst Henne stellte am Samstag auf der Berliner Avus Bahn zwei neue Motorrad- Weltrekorde fur die 750 und 1000-cem-Klafse auf. lieber eine Stwckc von 5 km erzielte er eine Stun- dengeschwindigkcit von 218,7 km, womit er den Rekord des berühmten Engländers Wright um mehr als 5 km verbesserte.

Handball-Finalisten ermittelt.

Abschluß der Vorschlußrunden der OSB und VT.

Reben der zweiten Runde um die Deutsche Fuss- bass Meisterschaft bildeten die Borschlussspielc um die Handballmeisterschaften der DSB. und DT am gestrigen Sonntag einen wesentlichen Bestandteil des -Sportprogramms

Polizei Berlin Polizei Weissenfels

das Manner-Endspiel der DSB. qualifizierten sich die Polizeimannschasten von Berlin und Wei­ssenfels. Wahrend die Berliner in Dessau mit 16:5 (8:2) einen klaren und überlegenen Sieg errangen, dankt Wei sse nfe ls seinen 9:5. (4:2)- Sieg über Fürth in erster Linie der Tatsache, daß *ie Mitteldeutschen auch diesmal wieder auf eigenem Platze vor 10 000 für sie eingestellten Zuschauern spielen dursten; eine Belastung, der dieKlee- blöttler" nicht gewachsen waren.

Für das Damen Endspiel haben sich

SL. Lharlottcnburg Eintracht Frankfurt qualifiziert Der Titelverteidiger SEE. schlug, in Dresden die Damen des SEE. überlegen 4:1, wah­rend Eintracht Frankfurt in der Vorschlussrunde spielfrei war.

Bei den Turnern

gab es eine grosse Ucberraschung Zunächst konnte der TB. Worms Herrnsheim in Urefelb den TFK. Niederpleis 8:4 bezwingen und sich zum ersten Male für das Finale qualifizieren, ausserdem verlor die TiD. Berlin zu Haufe gegen den NiTB. Herren- Hausen-Hannover mit 2:5 (0:3), so dass die Berliner, die im Vorjahre erst im Endspiel gegen Krefeld- Oppum unterlagen, diesmal ausgeschaltet sind

Tv. Herrnsheim Mto. Herrenhausen heisst also die Parole für das Endspiel, und so kann es unter Umstanden dein Mittelrhein- kreis gelingen, feit acht Jahren wieder einmal eine deutsche Meisterschaft nach Hause zu bringen.

vorwärts Breslau Stabt SV. Frankfurt, die sich Ichon im vergangenen Fahre im Endspiel gegenüberstanden, haben sich auch diesmal wieder für das Damen-Finale qualifiziert. Der Stadt- fportocrcin schlug in Krefeld zuerst den TB. Kre- seid 55 mit 3:1 und bann die Turngemeinde Wit­ten 5:1. Qn Berlin gewann Vorwärts Breslau zu- erst gegen TiB. 'Berlin 5:3 und dann gegen Die Hamburger Turnerschaft 6:1.

MM,AM!"

Vornan von Gert Gothberg.

Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall«.

21 Fortsetzung Flachdruck verboten!

Allerdings! 3hr versteht eben nicht, etwas aus solch einem Abend zu machen, ilnb du bist fdioii vollständig mit in der allgemeinen Prüderie versunken. Du. die schöne, einst so gefeierte Staute von Masfow. Sei kein Frosch und ziehe dich mal so an dass die Philister hier zu Salzsäulen wer­den. Du (ollst fehen. wie eine Frau gctoinnl, wenn sie d:e anderen überstrahlt. Denkst du viel­leicht dein lieber Crnst weiss das nicht zu schätzen? Unb der blonde, lange Luderiy? Lehre mich die Männer kennen ... Sie find sich in diesem einen Punkt doch alle gleich. Eine bezaubernde Frau erreicht alles, die eigene. fefor wirtschaftliche und bescheidene, die wird höchstens betrogen. Ernst wird wohl auch nicht immerfort landwirtschaft­liche Sitzungen haben, wenn er in die Stadt fährt."

Traute zuckte zusammen. .

..Dorf ich dann fragen, weshalb du nicht be> deinem Manne geblieben bist, wenn du die Männer fo gut kennst und genau weisst, wie man sie zu nehmen hat?"

Lila wurde blass

Das ist nicht fern von dir. mutz gerade jetzt an ihn zu erinnern. Er ist ein Philister Er hat mir etwas übelgenommen, was cm grosszügiger Mensch einfach überfeben hätte '

3<b habe aber Ernst lieb! Wenn er mich auch eines Tages davonjagt? 3d) furchte mich vor ihm. Er kann fchrecklich fein, wenn er zornig ist."

So?"

Lifa Ansbruck gefiel das Allo schien auch hier schon ab und zu etwas vorgekommen zu sein.

Ack der gute Ernst! Der mochte 'ich doch ge­fälligst nicht auslachen lassen! Den musste man einfach überrumpeln. Zuletzt würde er noch stolz auf feine beiden Damen sein

. Schicken lassen können wir uns nichts mehr, bum ist es ohnehin viel zu spät. Aber wir »er­ben uns schon helfen. Schwarzseidene Kleider haben wir ja. 3d) werde deinen Schrank mit nach- (eben. Bon meiner Zofe habe ich allerlei ge­lernt. Sie war fehr geschickt."

. Wie du deinen Mann überhaupt hast ver­lassen tonnen! 3ch habe dich um deine glänzende Position beneidet, weisst du das? Und alle unsere gemeinsamen Freundinnen haben dir diesen Mann nicht gegönnt? Eine Zofe! Ernst würde mich aus­lachen, wenn ich mir eine Zofe wünschte."

Lisas Lippen waren schmal und schmerzlich ver­zogen.

Suchte sie denn hier nicht mit aller Macht ein neues Abenteuer, weil die Sehnsucht nach Rudolf sie beinahe um den Der st and brachte? And weil ft« ganz genau wusste, dass es nichts, gar nichts gab. was ihn versöhnen konnte!

Sie musste sich betäuben, musste irgend etwas tun, musste sich wieder geliebt wissen, sonst würde sie verrückt

Wie du es hier aushalten kannst! Aber ja. du tagtest ja. du liebst deinen Mann. Da ist es wohl ganz .selbstverständlich, dass du alles frei­willig entbehrst", sagte sie endlich langsam. 3n Trautes dunklen Augen flammte Troy auf.

..3d) vielleicht hast du recht 3ch werde Ernst doch lieber einmal zeigen, dass ich noch nicht seine Sklavin geworden bin."

Lila sagte nichts mehr Sie hatte nicht die Abficht gehabt. Böses zu stiften. Die phlegmatische Besitzerruhe ihres Schwagers ärgerte und empörte sie Wenn Traute endlich auch aufbogehrte. fo war das nur recht.

Doktor Ansbruck lehnte tn den Polstern se n<-s Wagens Er war eben von einem grossen Kon­gress zurück und befand sich auf dem Dege zu keinem Freunde Sörhausen, der ihn zu sich ge­beten hatte Freiherr von Sarhaufen bewohnte in der Friedrichstrasse eine grosse Etage Er war ein Finanzgenie, der Syndikus verschiedener gro­sser Gesellschaften Sie hatten k.ch anlässlich einer Sitzung vor 3ahren kennengelernt und waren Freunde geworden.

Run mussten sie manches mitcinanber bespre­chen was mit dem Kongress im Rheinland in engster Verbindung stand Doktor Ansbrück freute sich auf d.e Zusammenkunft mit dem Freunde Sie hatten fo oft in letzter Zeit einige Stunden miteinander verbracht Ünb Sarhaufen befass die Gabe. aufmerPam zuzuhören, wenn man ihm freiwillig etwas anvertraute. Doch von selbst drängte er sich nie in dieses Vertrauen.

Doktor Ansbrück war froh, heute zu ihm fahren zu können. Die Einsamkeit und Leere in feinem eigenen vornehmen Heim riss an seinen Heroen. Dabei blieb biec sehnsüchtige Liebe zu Aenne in feinem Herzen.

Rächste Woche wollte er mit feinem Anwalt die nächsten Schritte besprechen. Die ihm <o ver­hasste Angelegenheit musste eben doch nach und nach an die üeffentlidjfeit. Da hals alles nichts. Vertuschen lieh sich das ja doch niemals ganz.

3hm graute, wenn er daran dachte, wie sie sich alle, die doch fein Privatleben nichts anging, rein gar nichts wie fic sich lüstern diefer will­kommenen Sensation bemächtigen würden Alles würden sie ja nie erfahren, aber es würde immer- hin genügen, Sie Gemüter angenehm zu erhitzen.

Der Wagen hielt vlöhlich mit scharfem Ruck. Ansbrück sprang rasch und elastisch heraus.

Ein Unglück, gnädiger Herr die 5rau ist mir direkt in den Wagen hineingelaufen."

Der Chauffeur sagte es zitternd.

Menschen sammelten sich an. Ansbrück ging den herbei geeilten Schupo-Beamten entgegen.

Die Frau lag mitten auf dem Fahrdamm. eine dicke Mauer neugieriger stand um fic herum

Der Chauffeur hatte sich um die Verunglückte bemüht. Sie lag ganz still da und rührte sich nicht. Die Polizei nahm den Tatbestand auf. und der Krankenwagen wurde herbetgerufen.

Obre Schuldlosigkeit scheint so gut wie er­wiesen", sagte der eine der beiden Beamten kurz zu dem Chauffeur

Der blickte mitleidig auf die Frau am Boden. Da trat Doktor Ansbrück näher

3n die Klinik von Sanitätsrat Sauerbruch. 3ch komme für alles auf.

Der Beamte schrieb auf und diktierte sich dabei selber.

..Marga Üblen, Steinhofstrassc Hummer ... am 24. Februar Autounfall. Wird auf Kosten des Wagenbesitzers, Doktor Ansbruck. in die Klinik von Professor Sauerbruch. Rordstrahe Hummer ..., cingclicfert.

Ansbrück fasste den Arm des 'Beamten

Wie heisst die Verunglückte?"

Ularga Üblen!

Der junge Beamte sagte es bereitwillig und orientierte sich noch einmal auf dem Einwohner- schein. den man bei Marga üblen gefunden

Er bemerkte auch nicht das heftige Zusammen- zucken des Herrn Der verbeugte (ich jetzt kurz.

3d) stehe also jederzeit zur Verfügung. Meine Adresse haben Sie ja bereits."

Das Krankenauto fuhr nut der Verunglückten davon. Einer der Beamten hatte neben dem Chauffeur Platz genommen Die Menge zer­streute sich

Doktor Ansbrück stand noch eme ganze Weile neben seinem Wagen Er wusste nicht, was er nun am besten tun könnte Die Angehörigen wur­den wohl von der Behörde verständigt. Die Kranke selbst kam in die beste Pflege Sie hatte gelebt, das war jetzt die Hauptsache Er durfte nicht schuld daran fein, dass die Schwester der Geliebten starb. Denn es musste ihre Schwester sein. Der Harne, die Adresse, der Beruf alles stimmte.

Mit tief gesenktem Kopf stand der Chauffeur neben feinem Herrn. Doktor Ansbrück sagte

Ha. wir wollen hoffen, dass alles gut abläuft. Dumme Sache! Aber da Sie keine Schuld trifft, habe ich keinen Grund, mit 3hnen unzufrieden zu sein. Fahren Sie mich jetzt allo weiter!"

An diesem Abend wurde es nicht fo gemütlich wie man von beiden Seiten gehofft. Freiherr von Sarhaufen meinte zuletzt

Ha ja. ich kann 3hnen die ganze Geschichte nachsühlen. Wenn man in diesem Falke auch keine Schuld hat, so ist es einem doch immer unheimlich zumute, weil selbst in der Einbildung die Schuld bestehen kann. Es ist einem zuwider, an den Schmerzen eines Menschen schuld zu fein. Hoffent­lich wird das Fräulein wieder gesund. Sie sind ja reich. Üb schuld oder nicht schuld, etwas Schmerzensgeld hilft immer rasch mit, wenn der

'oder die Betreffende arm ist."

Doktor Ansbrück nickte. Seine Gedanken waren bei Aenne und ihrer Mutter.

Würde das junge Mädchen der Mutter nun etwas sagen? Er wäre fo gern hingefähren zu den beiden Frauen, aber er wusste nicht, ob Aenne dies wollte.

Hach längerer ileberlegung entschied er sich dafür, morgen früh einmal in der Klinik nach­zusehen. Vielleicht würde er Aenne zufällig treffen, möglich war es immerhin

Wenn nicht, dann muhte er sowieso eine Ver­bindung mit Frau üblen suchen, musste mit ihr einiges besprechen. Margas Unglücksfall war Grund genug, sich der alten Dame zu nähern.

Ein feines Klirren!

Die Kette!

Die Kette, die seine Ehe um ihn schlang. Rach bestand seine Ehe. und alles musste bleiben, wie es war Er durfte sich Aenne nicht nähern. Traf er sie zufällig, dann konnte er ihr nicht einmal einige liebe Worte sagen, und sein Herz schrie doch nach ihrer zarten, blonden Schönheit. Aber das Schicksal war unerbittlich. Vorläufig wenig­stens

Schicksal? Wieso denn Schicksals

Er selbst war es. der noch keinen schritt vor­wärts getan hatte, well der Tod des alten Gene­rals zwischen ihn und fern Vorhaben getreten war Weil er seiner Schwiegermutter nicht gleich in diesen ersten Wochen der Trauer neue Auf­regungen bringen wollte Aber ob man gegen ihn auch so rücksichtsvoll wäre?

Und nun verlangte er von Aenne, dass sie un­verbrüchlich an fein Wort glaube

Sie sah nichts hörte nichts von ihm. Wenn sich ihr nun eines Tages ein junger, anständiger Menich näherte, der ein gutes Einkommen befass und sie heiraten wollte?

Ein schneidender Schmerz durchzog sein 3nneres bei diesem Gedanken.

Hein! 3hm gehörte Aenne. 3hm allein! Sie durste niemals einem anderen Manne gehören Sie war das. was er in Lisa gesucht und nicht gefunden hatte Sie war feine Erfüllung. Und darum tr-ar jetzt alles gleich. Er muhte fie sprechen, musste sie von neuem bitten, zu warten, bis er fie zu sich holte Er würde ja bald genug frei fein Aber einige liebe Worte muhte er ihr lagen, das schien ihm jetzt unerlässlich.

(Fortsetzung folgt)