auto in der Nähe von Straelen zu stellen. Das Auto, ein alter Personenwagen, hatte zwischen LingSfort und Walbeck die Grenzposten passiert und wurde dort von Zollbeamten beschossen. Es überfuhr ein Nagelbrett und erlitt dadurch eine Reifenpanne; aber erst durch weitere Schüsse der Beamten, die einen »weiten Radreifen zum Platzen brachten, wurde der Führer zum Halten gezwungen. Während der Führer des Wagens entkommen konnte, wurde der Beifahrer, der schwere Schuß- Verletzungen davongetragen hatte, f e st - genommen. Bei der Besichtigung des Wagens ergab sich, dah der Führersitz mit einen Zentimeter dicken Panzerplatten nach auhen geschützt war. An Schmuggelwaren förderte die Untersuchung mehrere Zentner Tabak und Kaffee zutage.
verheerende» Grohfeuer.
Im Dorfe Borzenoice im Kreise Krotoschin brach dieser Tage ein riesiger Brand aus, der bas halbe Dorf in Asche legte. Das Feuer war in einer Scheune entstanden. Der starke Wind trug die brennenden Garben auf die benachbarten Häuser, die größtenteils mit Stroh gedeckt waren und in kurzer Zeit in Flammen standen. Es brannten 21 Gebäude mit allen landwirtschaftlichen Maschinen und Erntevorräten ab. Auch zahlreiches Vieh fiel dem Feuer zum Opfer. Die Zahl der Geschädigten beläuft sich auf 111.
Zwei Jahre Gefängnis für unerhörte kindesmihhandlung.
Vor dem Eberswalder Schöffengericht hatte sich die Ehefrau Ida Warmer wegen Kindesrniß - Handlung zu verantworten. Sie hatte ihrem eineinhalbjährigen Pflegekind, um die Unterhaltungskosten weiter zu erlangen, den O b e r s ch e n - kel gebrochen. Frau Warmer will das Kind in Löwenberg auf der Straße von einer Frau geschenkt bekommen haben, als sie ihr sagte, sie könne es gut gebrauchen. Bei der Angeklagten hat das kleine Wesen ein wahres Martyrium aus- »ustehen gehabt. Der Sachverständige bekundete in seinem Gutachten, daß das Kind am ganzen Kör- per Risse und Striemen aufgewiesen habe, die so tief gingen, daß sie nicht von einer mute herrühren könnten. Das Wichtigste aber sei, daß das Kind einen Oberschenkelbruch hatte, von dem er, der Sachverständige, sofort den Eindruck hatte, daß es sich um die Folge einer Gewalttat handele. Wahrscheinlich sei der Knochen über ein« Kaute gelegt worden. Das Gericht betonte in seinem Urteil, daß es eine Entschuldigung für diese viehische Tat nicht ?ebe. Es verurteilte die Angeklagte zu einer G e - ängnisftrafe von 2 Jahren, die jedoch vom Gericht selbst an sich als viel zu milde bezeichnet wurde
Der neue Fürfkerzbischof von Wien.
Der Theologieprofessor an der Wiener Universität und ehemalige Minister für soziale Verwaltung Dr. Theodor Innitzer ist zum Fürsterzbischof von Wien als Nachfolger des vor einigen Monaten verstorbenen Kardinals Piffl ernannt wor- den. Är. Inniger, der aus Weipert in Böhmen stammt, und viermal Dekan der theologischen Fakultät sowie 1928 29 auch Rektor der Wiener Universität war, war der Kandidat der österreichischen Regierung für den Wiener Erzbischofsstuhl.
loscanini
Kommandeur der französischen Ehrenlegion.
Der berühmte Dirigent Arturo Toscanini ist von der französischen Regierung zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt worden.
Handball im Lahn Oünsberg -Gau.
(Sauklaue:
Allendorf I — Lollar I 2:1 (0:0).
Das Spiel begann mit einer Drangperiode Collars, dessen Sturm aber die nötige Durchschlagskraft vermissen ließ. Erst gegen Ende der ersten Hälfte wurde das Spiel offener. Nach der Pause wurde das Spiel härter. Allendorf kam durch Strafstöße zu zwei Toren, denen Lollar nur bas verdiente Ehrentor entgegensetzen konnte. Allendorf war glück- licher Sieger.
Wieseck 1 — Londorf 1 3:7 (3:4).
Der Platzbesitzer trat mit nur 10 Mann an, während Londorf mit zwei.Ersatzleuten zur Stelle war. Der Platzbesitzer ging mächtig los. Trotzdem erzielte Londorf den ersten Treffer und erhöhte bald auf 2:0. Kurze Zeit später hatte Wieseck durch einen Deckungsfehler den ersten Gegentreffer erreicht. Bis zur Halbzeit erreichten beide Mannschaften noch je zwei Erfolge. Nach dem Wechsel wurde das Spiel härter und sah Londorf, da Wieseck stark nachließ, mit weiteren drei Treffern zu einem sicheren Sieg kommen
Staufenberg 1 — Dorlar 3:4 (0:3).
Er war ein harter Kampf, in dem Dorlar bis zur Pause sich einen klaren Vorsprung herausgearbeitet hatte. Nach Seitenwechsel wurden die Platzbesitzer besser und erreichten zwei Tore. Mit je einem (Erfolg für beide Mannschaften verließ Dorlar als glücklicher Sieger den Platz.
BezirkSUaiie.
Garbenheim I — Rodheim 11:0 (5:0).
Die Gäste erschienen nur mit 10 Spielern und hatten keine Siegesaussichten.' Sofort nach Spielbeginn drängt der Platzbesitzer den Gast in seine Hälfte zurück. Zur Pause stand der Kampf schon 5:0. 6 weitere Tore für Garbenheim stellten bas Ergebnis auf 11:0.
Launsdach I — Ahbach I 11:0 (6:0).
Auf dem idealen Launsdacher Platz mußten die Gäste eine hohe Niederlage hinnehmcn, die bereits bei der Pause schon mit 6:0 besiegelt war.
Wißmar — Waldgirmes I 5:3 (4:3).
Beide Mannschaften lieferten sich einen spannen- den Kampf und gingen bis zur Pause abwechselnd in Führung. Wißmar erreichte nach der Pause noch einen weiteren Erfolg und gewann das Spiel durch bessere Stürmerleistungen.
Rlainzlar I — Ruttershausen I 3:1 (2:0).
Beide Mannschaften traten komplett an und rangen hart um die Punkte. Mainzlar war in der ersten Hälfte etroas überlegen und konnte durch 2 Tore, den der Gast nichts entgegensetzen konnte, die Füh. rung übernehmen. Nach dem Wechsel erhöhte Mainzlar auf 3:0. Mainzlar gewann verdient.
Allendorf II — Lollar II 6:2 (2:1).
Allendorf gewann verdient auf Grund seiner reiferen Spielweise.
Hausen — Burkhardsfelden 6:5 (3:2).
Hausen fand sich schnell und bedrängte sofort das Tor der Gäste. Der erste Erfolg fiel aber erst in der 15. Minute, dem das zweite Tor bald folgte. Burkhardsfelden errang seinerseits das erste Tor und mit je einem weiteren Tor auf beiden Seiten wurde gewechselt. Nach der Pause hatte Haufen das Spiel vollkommen in der Hand und erreichte einen Stand von 6:3. In den letzten Minuten vermochten die Gäste noch zwei Tore aufzuholen.
Steinbach I — Beuern I 1:5 (1:3).
Das Treffen ließ durch schlechte Platzverhältnisse keine guten Leistungen zu. Die Platzmannschaft, welche mit Ersatz antrat, ließ viele Wunsche offen und mußte den Gästen einen verdienten Sieg über- lassen.
Schüler: Dorlar — Waldgirmes 0:6; Garben- heim l — Waldgirmes II 4:0; Albach — Steinbach 1:0.
Vom Büchertisch des Sportlers.
Olympische läge in Los Angeles.
Unter diesem Titel ist das deutsche Erinnerungswerk an die Olympischen Spiele jetzt erschienen. Es ist von Arthur E Grix geschrieben, einem seit Jahren in Amerika lebenden deutschen Sportjournalisten, dem seine Vertrautheit mit Land und Leuten und seine Sprachengewandtheit ausgezeichnete Dienste getan haben, als er daran ging, für die Deutschen in der Heimat, die Los Angeles nicht per- onlich erleben durften, dieses Buch zu schreiben, das elbft für den Laien eine fesselnde Lektüre ist. Das geschriebene Wort wird durch über 150 gutgelungene Silber trefflich unterstützt. Es erschien im Verlag Emil Wernitz, Berlin N 65, Müllerstraße 10, und ist zum Preise von 2,95 Mark zu beziehen. Arthur E. Gr ix beginnt mit einer außerordentlich interessanten Schilderung seiner Reise, die er im Auto quer durch den amerikanischen Kontinent unternommen hat und die ihn in Gegenden und an Stellen führte, wie wir sie erst durch sein Buch kennen- lernen. In einem Kapitel „3m Schatten der Olympia be“ erzählt er von vielen Begegnungen und Ge- sprächen mit ben Aktiven aus aller Herren Cänbcr, vom Leben und Treiben in Los Angeles und be- sonders im olympischen Dorf. Das alles ist sehr flott geschrieben. Ausführlich bespricht Grix bann bie Ereignisse auf sämtlichen olympischen Kampfstätten, so eine vollkommene Chronik ber Spiele vom ersten bis zum letzten Tage gebend. Wer seine Zeilen lieft, erlebt bie Großtaten ber Leichtathleten und Schwimmer, Ruberer und Ringer, Heber und Boxer, kurz- um: er erlebt im Geiste alles, was sich dort drüben im sonnigen Kalifornien zugetragen hat, erlebt Siege und Niederlagen, erfüllte Hoffnungen und bittere Enttäuschungen, olympische Höchstleistungen und Weltrekorde, wie sie Los Angeles in Hülle und Fülle gebracht hat. Zum Schluß sind Namen und Geltungen der erfolgreichen Kämpfer in einer Ehrentafel zusammengestellt, und in einem Anhang gibt Grix auch einen Ueberblitf über die Winterspiele in Lake Placid, die er gleichfalls selbst besucht hat. So hat er eine geschlossene Geschichte der diesjährigen Olym- pischen Spiele geschaffen, die der Verlag durch das reiche Bildmaterial in glänzender Weise illustriert hat. Jeder Sportsmann, der gut orientiert sein will, nimmt es selbst zur Hand.
flcnfenforffaU bei der land- und forstwirtschaftlichen BerufSgenoffenschast.
WSN. Darmstadt, 20. Sept. Wie bereits mitgeteilt, ist auf Grund der Notverordnung vom 14. Juni 1932 durch den hessischen Innenminister mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 an verordnet worden, daß ,den in der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für Hessen ver- sicherten Unternehmern und den ihnen nach der Reichsversicherungsordnung gleichgestellten Un- fallrenten nicht gewährt werden, wenn die <Sr- werbsfähigkeit des Verletzten infolge deS Unfalls um weniger als ein Drittel gemindert ist."
Durch bie Verordnung vom 6. September 1932 wird ergänzend bestimmt: Die Rente wird jedoch gewährt, wenn der Verletzte aus Grund eines früheren Unfalls Anspruch auf eine Verletztenrente auS der Unfallversicherung oder auf Krankengeld hat. Sie fällt in einem solchen Fall weg, toeim die Hundertsätze der Verletztenrente zusammen nicht mehr die Zahl 33", erreichen. 31t die Rente weggesallen, so ist der Anspruch aus Wie- dergewährung nur begründet, so lange die Er- toerbdfäbiglctt des Verletzten infolge einer wesentlichen ^rschlimmcrung der Unsallfolgen für länger als drei Monate um wenigstens 33' , Prozent gemindert ist. Die Rente wird ferner gewährt, wenn der Verletzte auf Grund eines früheren Unfalls wegen einer Verletztenrente von mehr als einem Viertel der Dollrente abgefunden worden ist. 3st der Verletzte an Stelle einer vorläufigen Rente durch eine Gesamtvergütung in Höhe des voraussichtlichen Rentenaufwandes abgesunden worden und ist nach Ablauf deS Zeitraumes, für den die Abfindung bestimmt war, infolge des Unfalls die Erwerbsfähigkeit deS Verletzten noch um wenigstens 33'/, Prozent beschränkt, so ist auf Antrag Rente zu gewähren.
preutzen.
Kreis Limburg.
WSN. Limburg, 20. Sept. Der im 95 Jahr erscheinende „Limburger Anzeiger" (Schlinkscher Verlag und Buchdruckerei) mit mehreren Kops- blättern ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Ein beabsichtigtes Vergleichsverfahren ist gescheitert und daher Antrag auf Konkurs gestellt worden.
Wettervoraussage.
Durch die rasche Entwicklung der Störungstätig- feit über der Biskaya und dem Nordmeer wurde der noch in den gestrigen Abendstunden über den britischen Inseln gelegene hohe Druck ostsüdostwärts verdrängt. Heute morgen lag ber Kern wesentlich zusammengeschrumpft schon über Deutschland und den Donauländern. Infolgedessen dürfte auch die Schönwetterlage wieder ihrem Ende zugehen und durch die Störungen Bewölkung und auch Niederschläge bis in unseren Bezirk vorgeschoben werden. Gleichzeitig werden die schrossen Temperaturgegensätze beseitigt, und im Durchschnitt ist wärmeres Wetter zu erwarten.
Aussichtenfür Freitag: Anfänglich Früh- nebel und noch Ausklaren, wärmer, bann Bewölkungsaufzug mit nachfolgenden Niederschlägen.
Aussichten für Samstag: Temperaturausgleich zwischen Tag und Nacht, im ganzen wär- mer, wechselnd bewölkt mit einzelnen Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 21. September: mittags 13,8 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 22. September: morgens 3,8 Grad. Maximum 14,5 Grad, Minimum 1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. September: abends 15,2 Grad; am 22. September: morgens 10,2 Grad Celsius. — Niederschläge 1,5 mm. — Sonnenscheindauer 5% Stunden.
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