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Herr Hans Jhring Leidende ist wieder eitel, die mehr als Men, sind ungültig, icember 1932. lelskammer Gießen. I Rinn.
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182. Jahrgang
Montag, 21. November 1932
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Drud und Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vuch- und Zteindruckeref R. Lange in Gietzen. Zchriftle'ttung und Geschäftsstelle: Zchulstraße Z.
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn» zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
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Oie Auswirkung des Arbeitsbefchaffungsprogramms
Eine bemerkenswerte Zwischenbilanz.
Berlin, 19. Rov. (WTB.) Die Maßnahmen der Reichsregierung zur Arbeitsbefchaf- iung haben neben den sonstigen Mitteln zur Belebung der Wirtschaft den Arbeitsmarkt merllich entlastet.
Die Zahl der Arbeitslosen, die im Freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt werden, hat jetzt bereits 250 000 überschritten.
Der erste Abschnitt des Arbeitsbeschaffungspro- gramnys in Höhe von 135 Mill. Ml., das die Reichsregierung sofort nach ihrem Amtsantritt entworfen hat, ist in voller Durchführung begriffen. Mit dieser Summe, zu der noch etwa 25 Millionen Mart Ersparnisse an Arbeitslosenunterstützung kommen, sind bisher insgesamt 1 0 Millionen Arbeitertagewerke für Arbeitslose bereitgestellt worden. Hierbei lind nur die Tagewerke mit eingerechnet, die an der Baustelle selbst geleistet werden. Daneben ist aber noch die mittelbare Entlastung des Arbeitsmarktes durch die Lieferung von Sauft offen ufw. zu berücksichtigen.
Auch die Arbeiten an dem zweiten Teil des Arbeitsbeschassungsvrogramms in Höhe von 207 Millionen Mark sind zum Teil bereits im Gange, ober werden in nächster Feit begonnen. Dieser Abschnitt umfaßt bekanntlich u. a.
Slrafjenbauten, landwirtschaftliche Meliorationen, landwirtschaftliche Siedlung und vor- städ'.ische Kleinsiedlung, den Bau von Eigenheimen und ferner eine Aktion zum Abwracken veralteten Schiffsraumes und den Bau von Heringsloggern.
Soweit diese Arbeiten als Rotstandsarbeiten oder im W>ge des freiwilligen Arbeitsdienstes aus- gesühri werden, treten auch hier noch verlorene Zuschüsse aus Mitteln der Reichsanstalt dazu. Aach den Ergehnissen der bisherigen Maßnahmen kann man damit rechnen, daß sich hier zusätzliche Arbeitsgelegenheiten in Höhe von w e i * tc r c n 15 Millionen Arbeitslosen- Tagewerken zuzüglich der mittelbaren Entlastung des Arbeitsmarktes ergeben.
Für das notleidende Baugewerbe ist vor allem ganz besonders wertvoll die Hilfsaktion des Reichs für die Durchführung der Jnstandfehungs- arbeiten, für die 50 Millionen Mark und Mittel des Hausbesitzes selbst zur Derfügung stehen.
Zur Förderung des Eigenheimbaues hat übrigens auch der Dorstand der Reichsanstalt noch 5 Millionen ersparte Arbeitslosenunterstützung deveitgestellt.
Bon größter Bedeutung ist endlich für wichtige teile der Wirtschaft
die Bereilslellung zusätzlicher Arbeiten durch die Reichsbahn und die Reichspost in höhe von über 300 Millionen Reichsmark, die zum großen Teil ebenfalls schon im Gange sind.
Die Arbeiten des Arbeitsbeschaffungsprogramms Berben zum großen Teil als öffentliche Rotstands- erbeiten, oder im Wege des Freiwilligen Arbeits- bienftes durchgeführt. Um die Auswirkungen des Arbeitsbefchaffungsprogramms einer möglichst großen Zahl von Arbeitslosen zugute kommen zu lassen, soll ein Arbeitsloser nicht länger als t i n Vierteljahr bei diesen Maßnahmen beschäftigt werden.
Die Auswahl der Arbeitskräfte ist eine wichtige Aufgabe der Arbeitsämter und geschieht nach sozialen Gesichtspunkten. Insbesondere müssen auch langfristige Arbeitslose bevorzugt werden. Bei den genannten Arbeiten werden dabei doppelt soviel Kriscnunterstütztc beschäftigt, als Empfänger der Arbeitslosenunterstützung. Aber auch die Wohlfahrtserwerbslosen werden weitgehend berücksichtigt.
ten von Bremen-Degesack, Emden und Leer haben sich zur Durchführung des Programms bereit- erklärt. Bei Vergebung der Darlehen an diese Fischereigesellschaften ist darauf gedrungen worden, den arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten des Arbeitsbeschasfungspro- gramms entsprechend zu verfahren. Demgemäß beauftragten die Fischereigesellschaften 12 verschiedene Wersten an der Ems, Weser und dem Gib gebiet mit dem Dau der Schiffskörper. Selbstverständlich konnten dabei nur solche Firmen berücksichtigt werden, die über genügende Erfahrungen beim Bau von Heringsloggern verfügen. Die Logger werden mit dem neuesten Typ eines 150-p8-Tieselmotors als Antriebsmaschine ausgerüstet. Bei der Auswahl der vier Motorenfirmen, die mit der Lieferung der Spezial-Diesel
motoren beauftragt wurden, waren dieselben Gesichtspunkte wie bei der Auswahl der Werften maßgebend. Die Durchführung des Bauprogramms wird für die beteiligten Werften Arbeitsmöglichkeit bis Mai nächsten Jahres sichern.
Oie Neueinstellungen im Rheinland.
K ö l n , 19. Rov. (WTB.) Aus Grund der Der- ordnung vom 5. September zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit sind im Schlich- terbezirk Rheinland bis heute rund 7250 Reueinstellungen vorgenommen worden, die sich auf 213 Betriebe verteilen. Die Mehrzahl der Einstellungen erfolgte in der Textil-, Metall- und chemischen Industrie.
Dynamitanschlag ans Herriot.
Oer Sprengstoff unter den Eisenbahnschienen. — Vorzeitige Explosion.
Paris, 20. Roo. (IM.) Aus den Zug, mit dem der französische Ministerpräsident herriot am Samstagabend Paris verlassen halte, um sich nach Nantes zu begeben, wurde am Sonntagfrüh ein Dynamitanschlag verübt. Unbekannte Tater hatten etwa 50 Kilometer vor Nantes unter die Schienen eine st arte Dynamitpatrone gelegt, die in dem Augenblick explodieren sollte, in dem der Zug die Strecke passierte. Die Explosion ereignete sich jedoch aus bisher noch nicht festgestellten Gründen bereits kurz vor dem Ein- trefsendesZuges.so daß ein unübersehbares Unglück vermieden werden konnte.
Am Sonntag kur; vor 6.30 Uhr wurden die Be- wohner der in der Nähe des Schienenstranges liegenden Häuser durch eine furchtbare Explosion wachgemacht und stellten fest, daß die Schienen aus mehrere Meter ausgerifsen waren. Nachdem die nächste Bahnhosswache unterrichtet worden war, konnte auch der Lokomotivführer des Zuges, in dem der Ministerpräsident Platz genommen hatte, rechtzeitig benachrichtigt werden, herriot traf in Nantes mit einer Stunde Verspätung ein. Die Polizei hat sosort eine eingehende Untersuchung eingeleitet. Bon den Tätern fehlt bisher noch jede Spur.
herriot ist nach Nantes gereist, um dort an einer Feiex zur Erinnerung an die Bereinigung der Bretagne mit Frankreich teilzunehmen. 3m Zusammenhang mit dieser Reise erinnert „Motin" an den Bombenanschlag von Rennes und behauptet, die Untersuchung scheine daraus hin- zudeuten, daß die Täter von damals ein Alten- l a t gegen herriot selbst geplant hätten. Das Blatt spricht von einer bretonischen Geheimsekte kommunistischer Tendenz.
Hetze gegen Deutschland.
Herriot selbst gibt das Ttichwort.
Paris, 20. Rov. (Sil.) 3n Zusammenhang mit dem Dynamitanschlag auf den Zug des französischen Ministerpräsidenten gab Her - r i ot bei feiner Ankunft in Dantes dem Der- tretet der Agentur Radio einige Erklärungen ab in denen der Ministerpräsident die Auffassung vertritt, daß gewisse deutsche Kreise und insbesondere nationalsozialistische Clemente ihre Hände bei den Anschlägen in
der Bretagne im Spiel hätten. Herriot erinnerte an den Bombenanschlag in Rennes und betonte, daß in diesem Zusammenhang der Dame eines in Paris lebenden deutschen Journalisten genannt worden sei, von dem die bretonischen Autonomisten angeblich das Geld für ihre Propagandafonds erhielten. Dieser Journalist, den der Ministerpräsident namentlich nannte (gemeint ist Körb er!), gegen den man aber Beweise nicht in Händen hätte, sei aus Frankreich ausgewiesen worden.
Diese Erklärungen des Ministerpräsidenten hoben der nationalistischen „Liberte" genügt, um in großer Schlagzeile anzukündigen: „Ein deutsches Attentat gegen Herri 0 t". Rachdem die Rationalsozialisten bereits bei dem Bombenattentat in Rennes ihre Hand im Spiel gehabt hLttep, so schreibt das Blatt, zeige sich auch jetzt wieder eine deutsche Hand in dem Anschlag auf den französischen Ministerpräsidenten. Dabei müsse besonders berücksichtigt werden, daß der Chef diefes Mannes, Hitler, vom Reichspräsidenten für den Posten des Reichskanzlers vorgeschlagen werde.
In Kreisen der Polizei bringt man den Anschlag mit demjenigen in Verbindung, der vor einigen Monaten auf das französisch-bretonische Derbrüderungsdenkmal in Rennes verübt wurde. Obgleich die Untersuchung über diesen ersten Bombenanschlag noch nicht abgeschlossen ist, ist man der festen Heber- Beugung, daß die Täter in Kre sen bretonischer Autonomisten zu suchen sind.
Ausgewiesen.
Weil Frankreich die Wahrheit nicht vertragen kann.
Paris, 19. Nov. (TU.) Die französische Regierung hat den ehemaligen Pariser Korrespondenten des „Völkischen Beobachters" und Mitarbeiter einer Anzahl deutscher nationaler Blätter, Dr. K 0 erber, aus Frankreich ausgewiesen. Dr. ftoerber erhielt eine zweimonatige Frist, um diesem Ausweisungsbefehl Folge zu leisten. Als Begründung für die gegen ihn ergriffene Maß nähme wurde insbesondere geltend gemacht, daß er Frankreich in seinen Artikeln dauernd angegriffen und insbesondere im Jahre 19 2 9 zwei heftige Angriffe gegen die französischen Kolonialmethoden geführt habe und daß in seiner Villa in St. Cloud im Februar 1931 das Deutschlandlied gesungen worden sei.
Bei dem ersten Abschnitt des Arbeitsbefchas- fungsprogramms konnten 20 v. h. der Not- standsarbeiter aus den Reihen der Wohlfahrts- erwerbslofen entnommen werden; beim zweiten Abschnitt ist dieser Anteil auf 45 0. h. erhöht worden.
Amerika verlangtSchnldenzahlung
Roosevelt soll das Problem der Kriegsschulden lösen»!
Dadurch werden bei den Gemeinden gleichzeitig rntsprechende Mittel frei, die sie für die anderweitige Leschaftigung von Woblfahrtserwerbslosen verwenden können.
In ihrer Gesamtheit b.nommen, bedeuten diese ilrbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung eine 'Mehrbeschäftigung von mehreren Hunde rt tausend Arbeitslosen, wenn man nur die unmittelbare Beschäftigung berücksichtigt. Mindestens ebenso wichtig ist aber die weitere Auswirkung dieser Maßnahmen, die zusammen mit der Ausgabe der Steuerautscheine in Höhe von insgesamt 2,2 Milliarden RM. zu einer nachhaltigen Belebung der Wirtschaft in weiterem Umfange führen muß.
Bau von Heringsloggern.
3ur Förderung der deutschen Lalzherings- Erieugung.
Berlin, 19. R^. (WTB.) 3m Rahmen des Arbeitsbeschaffung E rogramms hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Darlehen in Höhe von 4 Millionen Marl zur Derfügung gestellt, um zur För - beru ng der deutschen Salzherings- Erzeugung 30 neue Heringslogger zi erbauen. Die drei Heringsfifchereigesellschaf
Washington, 20. Nov. Ueber die amerika Nische Stellungnahme zur Kriegsschulden- frage verlautet in Washingtoner politr- schen Kreisen folgendes:
Hoover erwartet, daß die europäischen Schulderstaaten die am 15. Dezember fälligen Zahlungen leisten und im Hinblick aus ihre Kreditwürdigkeit nicht die Zahlungsunfähigkeit erklären werden. Die Regelung der Schulden- frage soll dem neuen Präsidenten Roosevelt und seiner Regierung überlassen werden. Man erwartet in Washington, daß die europäischen Schuldnerländer noch der Londoner Weltwirt- schaftskonferen; und nach Roosevelts Regierungsantritt den Antrag auf Schuldennachlah * erneuern werden. Es verlautet ferner, daß Roosevelt den Schuldennachlah ablehnt, daß er jedoch unter Umgehung der internationalen ; Bankiers zusammen mit seinem Freunde, dem Professor an der Universität Columbia, Raymond M 0 l e y, einen eigenen plan zur Rege- 1, lang der Kriegsschuldenfrage ausarbeitet, der I die außenpolitischen Notwendigkeiten der Ber- 1 einigten Staaten berücksichtigt und zugleich den s internationalen handel fördert.
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Der größte Schuldner Amerikas Mitte Dezember ist England mit 95 Millionen Dollars. Es wird ober darauf hingewiesen, daß England genügend Deoisenoorräte habe, um die Dezemberrate an Amerika zu bezahlen.
Aus Dem Weißen Hause wurde nach einer außerordentlichen Kabinektssitzung bekanntgegeben, daß der amerikanische haushalt für 1933/34 um wenig st ens 700 Millionen Dollar gekürzt werden wird. Die Regierung sei entschlossen, den haushalt auszugleichen.
Roosevelt
will mit Hoover sprechen.
Reuyork, 20. Rov. (WTB.) Roosevelt wird seine Anwesenheit in Washington auch dazu benützen, die amerikanische Haltung in der Kriegss chuldenf rage mit Hoover zu erörtern.
Frankreich will nicht.
Paris, 19. Rov. (TU.) Der stellvertretende Präsident des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, Andree Fribourg, äußerte sich einem Vertreter Der „Sibert e" gegenüber zur Haltung Frankreichs in der Schulden
frag c. Er meinte, daß Frankreich an Dem Tage seine Zahlungen an Amerika wieder aufnehmen werde, an dem auch Deutschland seinen Zahlungsvervflichtungen nachkomme. Angesichts der gegenwärtigen Finanzlage Frankreichs würde es ein Unsinn fein, auch nur einen Pfennig an diejenigen zu zahlen, durch deren Derschulden Frankreich nichts mehr ein nehme. Er verkenne die Schwierigkeiten der innen- und außenpolitischen Lage keineswegs. Es sei möglich, daß England seinen Zahlungsverpflichtungen Amerika gegenüber nachkomme, um seine Achtung vor den Verträgen zu beweisen. Außerdem werde England nicht ungern Frankreich gegenüber Amerila und Deutschland in eine heikle Lage bringen. Es sei wahrscheinlich, daß auch Italien seinen Zahlungsverpflichtungen nachlomme. Die französische Regierung verlange aber von Amerika, daß es Frankreich gegenüber d i e gleiche Haltung einnehme, die Franl- reich unter amerikanischem Druck Deutschland gegenüber eingenommen habe.
„Frankreichs gehortete Goldmilliarden." Reuyork, 19. Rov. (WTB.) „Newyork American" schreibt unter der Ueberschrift „Milliarden gehorteten Goldes b e w e i s e n ^F r a n 1 reichs Zahlungsfähigkeit": Seit dem Ende des Krieges hat Frankreich die Finanzierung anderer kontinentaler Staaten übernommen und ihnen Milliarden für Rüstungszwecke gegeben. Frankreich unterhalt ein Heer, das das amerikanische und das englische um ein vielfaches übertrifft. Frankreich hat stets den größten Widerwillen an den Tag gelegt, wenn es galt, unter Führung Englands oder Amerikas eine wirksame Einschränkung der Rüstungen einzuführen. Es hat die Goldwährung ohne Schwierigkeiten aufrechterhalten können. Weshalb soll der ohnehin überlastete amerikanische Steuerzahler angesichts dieser Tatsachen gezwungen werden, seiner eigenen drückenden Last auch noch die Beträge hinzuzufügen, die nach RechtundGesetzvondenFranzosenbe- zahlt werden müßten? Es hat den Anschein, als ob Frankreich nach dem Motto handelt: „Milliarden für Rüstungen, aber keinen Cent für den amerikanischen Gläubiger".
Der britische Steuerzahler wird vorbereitet.
London, 21. Nov. (WTB. Funkspr.) Die Blätter bereiten Das Publikum Darauf vor, daß ein Aufschub Der am 15. Dezember fälligen ^chuldenzah- lung an Amerika voraussichtlich nicht gewährt werden wird. Der „Times"-Korrespondent in Washington bezeichnet cs aber als sicher, daß Der Kongreß später seine Haltung revidieren wird. Das in Reuyork weilende konscrva tive Unterhausmitglied B 0 0 t h b y sendet der „Daily Mail" einen Aufsatz in dem es heißt: Wenn Präsident Hoover sich außerstande sähe, einen, wenn auch nur kurzen Zahlungsauschub zu gewähren, dann sei das Beste, was England tun könne, die am 15. Dezember fällige Rate zu bezahlen und feine ganze Hoffnung auf den Erfolg der Weltwirtschaftskonferenz zu setzen. Amerika sei ja bereit, die Erörterung der Frage der Kriegsschulden im allgemeinen auf der Konferenz zuzulassen.
Or. Schacht über den Kreditverkehr. Ltreichung aller Kriegsschulden. Herab.etzung der Privatschulden.
Rom, 19. Rov. (WTB.) 3n einer Rede, die er auf dem Dolta-Kongretz hielt, erinnerte der ehemalige deutsche Reichsbantpräsident Dr. Schacht an den Kreditverkehr, der sich vor dem Kriege in allen Ländern Europas entfaltet habe. Rach dem Kriege habe diese Tätigkeit nur in recht unorganischer und willkürlicher Weise wieder ausgenommen werden können. Daraus sei das Problem des Transfers hervor- gegangen. Diese Frage biete gegenwärtig außerordentliche Schwierigkeiten und habe ein Auf - höre n des K r e d i t v e r k e h r s nach sich gezogen. Die Länder, die kein Gold mehr exportieren könnten, richteten hohe Zollmauern rings um sich auf, und Daraus wieder ergebe sich allerseits die Unmöglichkeit, zu kaufen. Um diese Schwierigkeit beheben zu können, die die finanzielle und die wirtschaftliche Ordnung bedrohe, sei es seiner Ansicht nach notwendig, daß alle Kriegsschulden g e ft r i d) e n und alle privaten Schulden erheblich herabgesetzt würden.
Dr. Schacht wurde heute nachmittag von Mussolini empfangen.
Eine Erklärung des Kabinetts Braun.
Berlin, 19. Rov. (BDZ.) Wie das Rach- richtenbureau des BDZ. meldet, beschäftigte sich die preußische Staat2regterung Braun heute in einer Kabinettssitzung mit der gestern befanntgegebenen neuen RvtVerordnung über die Regelung der Auswirkung des Leipziger Urteils auf die Beziehungen zwischen kommissarischer und Staatsregierung in Preußen. Heber das Ergebnis der Kabinettssitzung wird dem Rachrichtenbureau folgende offizielle Darstellung aus Kreisen der Regierung Braun gegeben:


