Ausgabe 
19.10.1932 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 19. Oktober 1932.

Verschüttete Brunnen.

Sie sind fast überall verschwunden, unsere alten Dorfbrunnen. Die Wasserleitungen sind an ihre Stelle getreten. Nur ganz selten sehen wir noch in einzelnen Dörfern den munteren Wasserstrahl, in eine eiserne oder hölzerne Röhre gefaßt, hcr^ vorsprudeln. Die eigentlichen Ziehbrunnen und auch die Pumpen wurden im Laufe der Jahre morsch, und um eine Gefahr zu beseitigen, wurden die Brunnenschächte mit Abfallerde und Steinen zugeschüttet. Sie sind gewesen.

Rur einige ganz Vorsichtige ließen ihre Pum­pen trotz Wasserleitung an Ort und Stelle, auch wenn sie manchmal störten; denn man kann nie wissen...

Mein Freund als Anhänger aller Neuerungen war der erste, der seinen Brunnen im Hofe zu­schüttete. als die neue Wasserleitung gebaut wor­den war.Wofür steht er mir im Weg?" sagte er.Wir haben es ja jetzt so bequem." 3ch hatte ihn stehen gelassen.

Die Zeit gab mir recht. Das trockene 3cchr 1921 kam und mit ihm eine große Wassernot. Wir konnten nur noch morgens während einer Stunde Wasser zapfen. Dann war die Herrlichkeit zu Ende. Wenn andere Arbeit drängte und das Fül­len der Gefäße vergessen wurde, mußte man zum Rachbar oder einige hundert Meter weiter zum Dach laufen. Das war ärgerlich. Ein Schluck kühlen Wassers fehlte immer.

Lind so traf ich denn auch im Sommer des Jah­res 1921 meinen Freund bei einer ungewohnten Arbeit. Er schaffte im Schweiße seines Angesichts die Erde und die Steine wieder aus dem verschüt­teten Brunnen. Die Mauern und Röhren standen ja noch und nach tagelanger, mühevoller Arbeit hatte er wieder sein schönes, kühles Brunnenwas­ser. Eine kleine Ersatzpumpe wurde eingestellt, und nun konnten sogar die Rachbarn zu ihm kom­men Es ist doch etwas Wahres an dem schönen Wort: Halte, was du hast!

Dieses kleine Erlebnis fiel mir dieser Tage ein, als für die Winternothilfe gesammelt wurde. Die Kinder kamen mit einer fast leeren Liste zu mir. iln& doch waren sie schon in vielen Häusern gewesen.Wir haben selber nichts!" wäre in den meisten Fällen die Antwort gewesen. 3a, es ist wahr. Wir haben alle nicht mehr viel.

Aber sind gar viele menschliche Herzen nicht auch verschüttete Brunnen, die wohl noch fließen könnten, es nur nicht wollen, weil Steingeröll das Wasser verdeckt? Haben nicht viele ihr Herz vergessen in der Hast der letzten Jahrzehnte? Lind damit auch den Brunnen der Liebe, des Mitleids? Es will mir scheinen, als ob die Röhren der rasch und sicher fließenden Wirt­schaft vieles überdeckt haben. Und nun stocken auch diese Ströme. Die Brunnen müssen auf­gedeckt werden. Denken wir daran!

Es gibt in unserm Haushalt immer noch eini­ges, das wir entbehren, andere aber sehr gut gebrauchen tonnen. Lind sollte nicht auch irgendwo in der Geldbörse noch eine Münze stecken, die wir für ein Glas Bier oder für einige Zigarren ausgeben wollten? Es geht uns schlecht, so sagt jeder. Zugegeben, aber sind nicht gar viele unter unfern Mitmenschen, denen es noch viel, viel schlechter geht? Müssen nicht gar viele stille Rot leiden, die unschuldig an den Wirren unserer Zeit sind? Ihnen zu helfen, muß doch unsere erste Pflicht sein. Wir alle sind Brüder. Erst recht in der Rot. Lind die, die noch etwas haben, sollten stündlich daran denken Auch daran, daß einmal ein Tag kommen kann, an dem sie selber bettelarm sind.

Räumen wir die Erde und das Steingeröll, das sich in den bittern 3ahren angesammelt hat, von unserm Herzen weg, und lassen wir wieder die alten Brunnen rauschen: Liebe und Güte!

3ede kleinste Gabe kann unfern Armen die größte Wohltat sein. Trösten wir uns nicht damit, daß ja nun einzelne Zeichen eines Aufstiegs bemerkbar sind. Ein schlimmer Winter steht vor der Tür. und es gilt, mit allen Kräften zu helfen, daß er gut vorübergeht. Dazu bedarf es der Hilfe eines jeden D.

Wahlkundgebung derEisernen Krönt"

Die Ortsgruppe Gießen der Eisernen Front hielt gestern abend in der Turnhalle am Os- waldsgarten eine Wahlversammlung ab. Reichs- tagsabg. Seeger (Dessau) sprach über das ThemaDer Kampf um Demokratie und Recht . Er führte u. a. aus: Der jüngste Reichstag habe den Keim des Todes in sich getragen, denn er bestand aus einer antiparlamentarischen Mehr­heit. Am 6. Rovember wähle man nun wieder. Die Arbeiterschaft befinde sich in der Situation wie vor dem Kriege, da sie um ihre Selbstbe­stimmung zu kämpfen habe. 3m Kampf um ine Erhaltung der Rechte der Arbeiterschaft stehe heute die SPD. allein. Die KPD. sympathisiere

im Verlangen nach der Diktatur mit der RSDAP. Das Bürgertum sei politisch bedeutungslos ge­worden. Politisches Erbe werde nur noch von der SPD. verwaltet. Den Ausgang der bevorstehen­den Wahl zu charakterisieren sei nicht schwer. Die NSDAP, werde wesentlich verlieren. Gregor Straßer habe das schon selbst zum Ausdruck gebracht. Die dementsprechenden Feststellungen könne man nur bestätigen. Die NSDAP, habe am 31.3uli ihren Höhepunkt überschritten. Hitler habe insbesondere dadurch enttäuscht, daß er die Verweigerung der Lleberlassung der Macht an die NSDAP, bzw. an ihn selber stillschweigend hingenommen habe. Die Nationalsozialisten hätten es nicht verstanden, sich mit dem Zentrum zu einigen. So sei auch in der denkwürdigen Reichs­tagssitzung manches anders gekommen, als man es sich bei den Nationalsozialisten dachte. (Der Redner schilderte dann die Vorgänge in der Reichstagssitzung vorn 12. September in einzelnen Zügen.) Jedenfalls habe Reichstagspräsident * Goering nicht verhindern können, daß der Reichs­tag aufgelöst wurde. Die SPD. wolle den kom­menden Wahlkampf nicht um der Sitze willen führen. Die Arbeiterschaft müsse sich jetzt viel­mehr zum Griff nach der Wirtscyaft entschließen. Der Kapitalismus sei endgültig überfällig. Man werde den Kampf außerhalb des Parlamentes führen und die Arbeiterschaft durch ein Volks­begehren sprechen lassen, bei dem jeder mit feinem Namen einstehen müsse. Dem Volksbegehren werde die Forderung zugrunde gelegt, die Lage der Erwerbslosen, wie auch der Arbeiterschaft ins­gesamt zu verbessern. Man werde dadurch die Arbeiterschaft zu einem Bekenntnis herausfor- dern. Die SPD. wolle die Mehrheit der Ar­beiter hinter sich bringen. Wenn ihr das gelinge, sei der Erfolg sicher. Bisher habe die SPD. die Mehrheit der Arbeiterschaft nicht hinter sich i gehabt. Es gebe in Deutschland 22 Millionen Hundarbeiter; 25 v. H. derer seien organisiert. 1

Auf dem gestrigen Staatsbürgerabend der Bruder­schaft Gießen des Jungdeutschen Ordens im GasthausHindenburg" hielt der Direktor des Ar­beitsamtes Gießen, Regierungsrat Dr. Bues, einen fesselnden und sehr aufschlußreichen Dortrag über den Freiwilligen Arbeitsdienst, bei dem er insbesondere die Verhältnisse in Ober­hessen schilderte.

Er erinnerte zunächst daran, daß der Freiwil­lige Arbeitsdienst in Oberhessen Anfang November vorigen Jahres in Gang gebracht wurde.

Leit dieser Zeit bis heute sind 442 Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes mit 9594 Ar­beitsdienstwilligen durchgeführt worden. Rund 1,3 Millionen Mark sind durch diese Beschäfti­gung nach Oberhessen gekommen.

Etwa 30 Anträge für weitere Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes liegen zur Zeit beim Landesarbeitsamt in Frankfurt a. M. zur Geneh­migung vor. Zur Zeit sind bei 211 Arbeits-- dien st maßnah men 4106 Leute beschäf­tigt. Beendet wurden bis jetzt 153 Maßnahmen.

Als Notstandsarbeiten wurden bis jetzt 9 Maßnahmen mit 10 711 Tagewerken durchgeführt. Zur Zeit laufen noch 141 Notstandsmaßnahmen mit 307 000 Tagewerken, die, wenn sie mit Arbeits­kräften voll aufgefüllt sind, rund 4300 Personen Arbeit bieten. 53 Anträge auf Notftandsarbeiten mit 102 000 Tagewerken für 1174 Arbeiter liegen zur Zeit zur Genehmigung vor.

Insgesamt sind durch Notstandsarbeiten in Ar­beit gekommen r jro. werden dadurch Arbeit finden 5665 Arbeitslose mit 420000 Tagewerken und einer Vergütung von rund 1 143 000 Mark. 3m Bezirk Oberhessen sind bisher durch den Freiwilligen Arbeitsdienst und durch Notstands­arbeiten rund 2,5 Millionen Mark in die Be­völkerung hereingekommen.

Als Teilnehmer am Freiwilligen Arbeitsdienst waren bisher Leute vom 17. bis 68. Lebensjahre zu verzeichnen. Die Arbeitskräfte bis zu 21 Lebens­jahren machten 34,5 v. H. der Beteiligten aus, bis zu 25 Lebensjahren waren es 18 o. H., bis zu 50 Jahren 36 o. H., über 50 Jahren 11,5 v. H. Leider wird durch die neuen Bestimmungen über die Zu- lassung zum Freiwilligen Arbeitsdienst angeordnet, daß die Zahl der Leute über 25 Jahre nur auf 10 o. H. aller Teilnehmer zu beschränken ist.

Der Berufsstellung nach waren von den Arbeitsdienstfreiwilligen 7 o. H. Angestellte, 50 v. H. Handwerker, 43 o. H. ungelernte Arbeiter. Verhei­ratet waren 46 v. H., ledig 54 v. H.

Die Art der freiwilligen Arbeits­leistung bestand zu 48,5 v.H. aus Maßnahmen

die übrigen seien indifferent oder im Lager der Gegner, wie auch bei den christlichen Gewerk­schaften. Nun aber werde man die Arbeiterschaft insgesamt herausfordern, indem man an die empfindlichste Stelle rühre, sie gewissermaßen frage, ob sie mehr Lohn, mehr Llnterstühung wolle oder nicht. Die SPD. gehe in den neuen Wahlkampf, um sich die Voraussetzungen zu schaffen für die Aufbauarbeit, die man fortsehen wolle Mit der Aufforderung, die Liste 2 zu wählen, schloß der Redner seine Ausführungen.

Daten für Lonnerstaa, 20 Oktober.

1892: der Asrikasorscher Emin Pascha (Eduard Schnitzer) wird bei Kibonge in Afrika ermordet.

Vornotizen.

T ageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 20 bis 22 Llhr,Roulette". Hausbesiherverein, 20 Llhr, Lass Leib, Mitglie- der-Versammlung. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße, 20.30 Llhr, Festabend.

Erziehung der Kinder zum Ge- b e L Der Bund für christlich-evangelische Er­ziehung in Haus und Schule veranstaltet am Freitag, 21. Oktober, 20 Llhr im 3ohannessacll einen Vortragsabend. Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburg) wird übet das ThemaEr­ziehung der Kinder zum Gebet" sprechen. Nä­heres ist aus der heutigen Anzeige ernsichtlich.

*

** Friedberger Herb st markt. In der Zeit vom 22. bis 27. Oktober findet in Friedberg der Herbstmarkt statt, der alsDeutsche Woche" eine Reihe von Veranstaltungen bringt, die für die Landwirtschaft von hoher Bedeutung sind. Mit dem Friedberger Herbstmarkt ist ein Pferdemarkt und ein Reitertag verbunden, große landwirtschaftliche und gewerbliche Ausstellungen werden gezeigt. Die Berliner WanderlehrschauDer entscheidende Augen­blick" wird in Hessen zum erstenmal aus diesem An­laß zu sehen fein. Markteröffnung findet am 22. Ok­tober, 11 Uhr statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

zur Verkehrsverbesserung (Herrichtung von Wegen usw.), zu 12 o. H. aus Bodenverbesserungen (Me- liorationen), zu 8,5 v. H. Hebung der Volksgesund­heit (Bau von Sportplätzen, Badeanlagen usw.), zu 5 o. H. Forstarbeiten, zu 26 v.H. Verschiedenes (wissenschaftliche Ausgrabungen, Anlage von Vogel­schutzhecken usw.).

Der Vortragende schilderte hierauf die verschiede­nen Organisatwnsformen für den Freiwilligen Ar­beitsdienst. Er erläuterte den sog. offenen und den geschloffenen Arbeitsdienst, da. h. die offene Form, bei der die Arbeitsdienftfreiwilligen nach der Arbeit täalich nach Hause zurückkehren, während die geschlossene Form Lager der Arbeits- dienftsreiwilligen darstellt, in denen diese in ge­schlossener Gemeinschaft arbeiten, wohnen und auch als Gesamtheit die geistige Betreuungsarbeit ge­nießen. Er schilderte die Vorzüge beider Organisa­tionsformen in klarer Weise und wies bei dieser Gelegenheit u. a. auf die mustergültige Arbeit des von Ärbeitsdienstfreiwilligen besetzten Fliegerlagers bei Nieder-Ofleiden hin, wo durch die Gemein­schaft des Zielstrebens, nämlich der Segelfliegerei, sehr beachtenswerte Ergebnisse erzielt wurden.

Sodann besprach der Redner die ge i ft i g e Be­treuung der Arbeitslosen, die den Ar­beitsdienstfreiwilligen nach Schluß der Arbeitsstun­den Gelegenheit bieten soll, sich geistig fortzubilden und dabei Anregungen mannigfachster Art zu ge­winnen.

Auf diesem Gebiete der Arbeitslosenfürsorge hat das Hessische Heimatwerk auch in Ober Hessen schon ganz hervorragende Arbeit geleistet.

Unter der Leitung von Studienrat Schmidt und cand. theol. Seipp- Gießen sind in 21 Be­treuungsbezirken 10 0 Mithelfer als Vor­tragende über die vielfältigsten Gebiete des geistigen Lebens am Werk, den Arbeitsdienstfrei, willigen geistige Nahrung zu bringen. Hervorzu­heben ist dabei, daß die gesamte Arbeit durchaus freiwillig und vollkommen ehrenamt­lich, d. h. ohne jegliche Vergütung geleistet wird. Neben der geistigen Betreuung wird die Jugend auch sportlich geschult, wobei sich insbesondere das Institut für Leibesübungen an d e r Landesunioersität Gießen mit seinen Lehrkräften in hervorragender Weise durch uneigen­nützige Arbeit um die Arbeitslosen verdient ge­macht hat.

Bei der Schilderung der praktischen Er­fahrungen mit dem Freiwilligen Arbeitsdienst in Lwerhessen hob Regierungsrat Dr. Bues her­vor, daß in vielerlei Hinsicht der Freiwillige Ar- beitsdienst sich als großer Vorteil erwiesen habe. Den Beteiligten gebe er das Gefühl des eigenem Wertbewuhtfeins wieder. Die Leute fühlten

DerImwMge Arbeitsdienst in Oberheffen

sich glücklich und zufrieden, daß sie durch diese Mög­lichkeit überhaupt wieder zur Arbeit kommen konn­ten. Dafür nehmen sie vielfach auch materielle Einbußen in Kauf, denn der tägliche Lohnsatz im Freiwilligen Arbeitsdienst ist in vielen Fällen geringer als der Unterstützungsanspruch des ein» deinen.

43 v. h. aller Arbeilsdienslwilligen haben in dem Streben nach Arbeitsbetätigung auf die höhere Arbeitslosenunterstützung verzichtet und sich mit der niedrigeren Bezahlung des frei­willigen Arbeitsdienstes einverstanden erklärt, nur um nicht müßig gehen zu müssen, vielfach ging dabei der Verlust des einzelnen Mannes bis zu 45 v. h. Rund 66 v. h. aller Arbeits- dienstfreiwilligen hatten noch einen längeren Unterstühungsanspruch als 80 Tage, den sie trotz der höheren llnterstühungssumme zugun­sten des geringer bezahlten freiwilligen Arbeits­dienstes aufgaben.

Dieser freiwillige Verzicht auf materielle Vorteile spricht überzeugend für die Arbeitswillig- keit und A r b e i t s f r e u d i g k e i t, die in den breitesten Schichten anzutreffen ist und deren Träger nur eins kennen: das Streben nach Arbeit. Aber nicht nur der einzelne Mensch sucht und findet in der Wiedergewinnung von Arbeit seine volle Be­friedigung, auch der Gesamtheit werden auf diesem Wege sehr nützliche Dienste geleistet. Der Redner verlas zum Beweise dessen aus zahlreichen Briefen von Arbeitsdienstfreiwilligen und Bürgermeistern markante Stellen, die den reiche nSegen des Freiwilligen Arbeitsdienstes für den einzelnen, wie für die Gesamtheit eindrucksvoll bekunden. Auf diesem Wege hat sich auch das Verhältnis zwischen den einzelnen Bevölkerungsschichten in zahlreichen Orten wieder gebessert; soziale, politische und wirt­schaftliche Spannungen wurden beseitigt bzw. stark gemindert, die gegenseitige Achtung der verschieden­sten Menschen kehrte wieder, kurzum

das Gemeinschaflsgefühl und das Verständnis für die beiderseitigen Nöte und Sorgen, aber auch für den guten Willen auf allen Seiten kam wieder zur Geltung.

Daneben darf die materielle Wertstei­gerung auf vielen Gebieten des Wirtschaftslebens durch den freiwiNigen Rrbeitsdienst nicht gering veranschlagt werden. Erfreulicherweise wird diese Tatsache auch in immer weiteren Kreisen mit Befriedigung aner­kannt.

Mit dem Wunsche, daß der freiwillige Ar­beitsdienst auch weiterhin in der Provinz Ober­hessen, wie überhaupt sich in gedechlicher Weise zum Seggen aller Beteiligten und der Volks­gesamtheit entwickeln möchte, schloß Regierungs­rat Dr. Bues seinen außerordentlich lehr­reichen, mit großer Spannung und starkem Bei­fall aufgenommenen Vortrag.

Nach einer kurzen Pause schilderte Lehrer K r a u s ch in großen Strichen die Arbeit und das Streben des 3ungdeutschen Ordens auf die­sem Gebiete. Er gab dabei die hohen Ziele der 3ungdeutschen Arbeitsdienst-Bewegung bekannt und ließ erkennen, daß hier ein Werk betrieben und gefördert wird, dem man alle Achtung ent­gegenbringen muß. An einer langen Reihe von Lichtbildern konnte man anschließend den frei­willigen Arbeitsdienst beim werktätigen Schaf­fen sehen. 3m Verlaufe der Aussprache machten noch Studienrat Dr. König und Geh. Medi­zinalrat Prof. Dr. Sommer fesselnde und aufschlußreiche Darlegungen.

Oie Beatnienraiswahlen bei der Reichsbahndirektion Frankfurt.

WSR. Frankfurt a. M., 18. Olt. Die De- amtenratswahlen bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. haben folgendes Ergebnis ge­zeitigt: Wahlberechtigt 11 835 (1930 13143). Es entfielen auf die Liste des Einheitsverbandes 830 Stimmen (1 Sitz, bisher ebenfalls 1), Gewerk­schaft Deutscher Eisenbahner 1537 Stimmen (1 Sitz, voraussichtlich noch 1 Ergänzungsmann, bisher 2 Sitze), Gemeinschaftsliste, umfassend Zentralge­werkschaft Deutscher Deichsbahnbeamten, Gewerk­schaft der Lokomotivführer und die Gewerkschaft der technischen Eisenbahnbeamten, 4820 Stimmen (6 Sitze, bisher 8), Nationalsozialistische Arbeits­gemeinschaft 2781 Stimmen (3 Sitze, bisher nicht vertreten). Ungültig waren 171 Stimmen.

Kaffee Hag regt an, aber nicht auf!

Alle Bruchleidende j werden auf das heutige Inserat des Soezial- bandagisten K. Ruffing aufmerksam gemacht

v

i

ZrAl

I G&v

vOn 7 wie s-e für el

<6

ohne ohne

-5?it ist-

,nCr kurzen1 ein> vor *< rette

3|3-pfdr'schien"