Ausgabe 
19.8.1932 Erstes Blatt
 
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36107

394405

261168

Nachdruck verboten

Ohne Gewähr

17. August 1932

8. Ziehungstag

gezogen

173659

20 »«tolnnt jra 3000 TL 13744 168923 168181 232324 328010

380978

2872 38634 43185 45167

14168 17247 31470 49996 65521 67575 67601 69038

83701 91352 99388 100832 116743 139402

67627 67695 68540 76218 79776 89640

6 »ttoinne »u 10000 TL 9817

13393 21416 32692 34909

ber

90609 91621 94945 97361 99522

(Beroinntabc verblieben:

je 500000, 100 Schlußprämien zu

2 erolnnt in 25000 TI. 252209

4 »ttrinnc >u 10000 TL 301928

129159 169084 185059 210554 249071 273218

294775 317979

373105 389148

192827

259082

291701

332409

360367

393129

3902

152829 242882 264680 295148 336819 363152

13338 19268 19603 19842 21878 22273 29146 40721

42321 46603 48304 51989 54171 60421 64951 67021

67481 102080

133136 149806 162020 176739 207793 219849 237843 276668 300975 334749 357115

380156

108618 125994

173899 254949 290824

327747 345396 375811

178 Tttoinn. ,u 500 TL 12278 19627 20598 33801 38618 38938 47135 47477 61403 52894 53100 56349 63707 73434 73325 74527 83015 84017 87169 90358

111307 133667 151052 162608

180062 208472 222460 252263 276980 301197 336446 357202

390114

110294 135807 176002 258558 294268 327920 362470 378581

123692 166530 180448 194028 240124 260029 283146 313884 363929 384496 394974

161847

247508 286719 315935

351291

375735

114204 134128 158806 169445 185071

212872 225154 256317 277106 305096

344573 381500

394663

127243 167171

184309 196160 245912 260543 294636 315007

368596 385491

173281

248120

286979

331192

353341

383324

119990 136913 160319 173065 186201

215173 225746 258318 284123 307617 348455 362816 394885

118309

148739

208356

270496

312284

339742

366075

121278

60507

124194

269725

106878 130550 173439 188390 214160 251543 274842 299495 319915

375724 390988

122476 170325 230994

272711

314579 342773

366684

129065 146449

161912 176448 204551

217718

231226 266360 300077 327160 352254

370830 399887

114490 139413 175222 169852 215090 254119 275366 307903 346295 378833 392282

172752

181033

164963

309882

125989 172179 232481

289992 320373 343471

389511

156238 246463 271517 311742

342787 368211

111978

139309

199030

262984

297458

337947

365057

399763

40773

11944

216771

120782 141300 160685 175331

199136 216698 228126 259142

292247 326879

349997 363975

398675

302489

86604

377371

151693

222381

261953

293271

336348

360429

12892

Sonntag: Noch Fort» Wetterlage.

heiß unb trocken.

Aussichten für bauer ber herrschenden

Dberbeffen.

Landkreis Gictzcn.

122978 146992

176150 193111

225865 258259

278917 311153

363435 383991

393732

Im

8 ®e»tnn« zu 5000 TL 387150

Gewinnauszug

5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Prcuß.) Staats-Lotterie.

brochen seien unb im ganzen Lande Gewalt» toten verübten. Sie hätten verschiedene Geschäfts- leute durch Messerstiche verwundet und ent» führt. Außerdem hatten sie Einbruchbieb» st ä h l e in Privathäuser verübt, worauf sie mit gestohlenen Kraftwagen geflüchtet seien.

2 Prämien zu je 8000, 2 Ge­

winne zu je 5 ) 000, 2 zu je 300000, 2 zu j^200000, 4 zu je 160000, 6 zu je 75000, 6 zu je 50030, 22 zu je 25000, 142 zu je 10000, 336 zu je 5000, 736 zu je 8000, 2124 zu je 2000, 4206 zu je 1000, 7058 zu je 500, 21082 zu je 400 M.

Sie 3rieWe als Werkzeug eines Erpressers.

Kompliziertes Trick eines Briestaubenzüchters. Oie Kriminalpolizei Gießen entlarvt bett Täter.

8n der heutigen DormlNaaszlebung wurden Gewinne über 400 M.

12 <?etr ine »n 5000 TT. 209588 367178 385453

20 »etolnne tu 3000 TL 169873 178290 179328 397966

52 ®etolnnt in 2000 TT.

37360 64936 72940 89564 105186 111127 119854 123808 179027 188364 217857 224419 290415 291665 292335 296808 308472 312137 348114 357264 371320 399182

130 **et-lnne in 1000 TT. 1725 3324 18016 27472 28873 34095 40160 <10366 43469 44071 46009 55033 82407 83770 86606 87289 88617 92890 94290 98571

In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

Briefkasten 0er Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Derbinblichkeit ber Schnftleitung)

Oftanlagc. Wenn Ihnen der Vermieter bas Garten­stück zur Benutzung überlassen hat, so steht Ihnen auch, nachdem der Vermieter ausgezogen ist, bas Recht zu, die Rartoffdn einzuheimsen. Die Frage, ob Ärem Vorgänger dem Vermieter gegenüber ein Anspruch auf Ersatz seiner Arbeitsleistung unb des Saatgutes zusteht, berührt Sie nicht weiter.

Wettervoraussage für Lamctag und Sonntag.

Der hohe Druck lagert unvermindert über dem Festlande und wird auch weiterhin die Vorherrschaft behalten. Somit dauert das vielfach heitere unb heiße Wetter noch fort.

Aussichten für Samstag: Meist heiter,

56 »ttoinn« |n 2000 TL --------- ----- -----

60449 66368 101039 127005 146223 150430 175413 181480 220268 267505 282965 304713 306853

306935 312736 343263 344803 349667 351376

378252 387427 387725 388135 397982

108 nu 1000 TL 4657 5340 10751 13681

210 ®eto;nne «u 500 TL 283 1912

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D Großen-Linden, 18. Aug. Auf ... Straße nach Hörnsheim, kurz hinter der Zigarren­fabrik von Rinn & Cloos, führt eine Brücke über den Kleebach, die aber leider nur so schmal ist, daß kaum ein Fußgänger einem belade­nen Erntewagen begegnen kann. Daß sich zwei Fahr­zeuge begegnen oder eins das andere überholen kann, ist gänzlich unmöglich, da nämlich die ganze Breite der Straße nur 5 Meter, an ihrer engsten Ste'ie gar nur 4,50 Meter, beträgt. Wer aber gerade um die Mittagszeit dem großen Postauto- Omnibus auf ber Brücke begegnet, ber muß sich rm Laufschritt in Sicherheit bringen, wenn er nicht Schaden leiden will. Die Prvoinzialstraßenverwal- tung könnte sich ein Verdienst erwerben, wenn sie dem Uebelftanb abhelfen würbe.

# Aus der nördlichen Wetterau. 18. Aug. Der Schnitt des Getreides i

das Originalsäckchen mit dem Brief zurück, um ein Beweismittel zu haben, er schrieb selbst einen Brief mit dem Versprechen, daß daS Geld an einer bestimmten Stelle unter einem Daum zu finden fei, da eS im Augenblick nicht zur Der- fügung stehe.

Man wartete bis zum Abend. Die Taube sollte aufgelassen werden. Sie bekam nichts zu fressen, damit sie in geradem Kurs in den heimischen Schlag fliegen sollte. Auf erhöhten Punkten wur­den Beobachter ausgestellt, so daß die Taube auf ihrem Fluge soweit wie möglich beobachtet wer­den konnte. Das Tier war sehr matt, es flog aber doch sichtlich nach Hain-Gründau zu. Man machte sich nun auf den Weg. Der Be­obachter in Hain-Gründau konnte aber nicht genau sehen, in welchen Schlag das Tier flog.

Der Gießener Beamte begab sich in ein haus dicht an der hessischen Grenze, an dem er einen Taubenschlag bemerkt hatte. Er flieg unter den heißen Dachboden und fand zur allgemeinen Ueberraschung die gesuchte Taube.

(Das Tier war übrigens durch den Beamten an versteckter Stelle des Gefieders durch ein Zeichen kenntlich gemacht, damit eine Verwechselung nicht vorkommen konnte!) Die Beweiskette begann sich zu schließen. Die Hausbewohner wurden nun einem Verhör unterzogen.Die Tauben gehören", so sag­ten die überraschten alten Leute (die einen guten Eindruck machten)bem Sohne? Jener kam un­mittelbar darauf oon seiner Arbeitsstätte, dem geyenüberliegenden Hofgut Hühnerhof. Der junge 27jährige Mann leugnete, daß die Taube ihm ge­höre. Der Brief wurde ihm gezeigt, ebenso das Säckchen (die Mutter mußte es für ihn nähen, da er angeblich eine schlimme Zehe habe), das Stoff- material des Säckchens wurde mit einem zurück­gebliebenen Rest verglichen, das Taschentuch, in bem bie Taube untergebracht war, wurde erkannt und so mußte sich ber junge Mann zu einem ©eftänbnis bequemen.

Unter dem Druck des Berodsmaterials gab er den Erpressungsversuch ju.

Interessant war es, zu erfahren, baß ber junge Mann überhaupt nicht verheiratet war, vielmehr bei den Eltern wohnte, daß er gut verdiente und ein durchaus befriedigendes Auskommen hatte. Von Not gar nicht zu reden! Als man ihn fragte, wie er auf den Gedanken gekommen fei, erzählte er, er habe in illustrierten Zeitungen Bilder gesehen, auf denen Brieftauben ber Reichswehr mit Photoapparaten ausgerüstet waren. Diesen Gedanken habe er sich zu Nutze gemacht.

Dem Erpresjungsversuch war die Aufklärung dem Fuß gefolgt. Das Rätsel, vor dem mm anfänglich stand, wurde durch die Arbeit oes Gießener Kriminalbeamten überraschend schnell gelöst. Hm 20 Uhr war der Täter bereits über­führt. Es handelte sich um den unverheirateten, bisher noch nicht bestraften Meller Richard Bad- st ü b n e r von Hain-Gründau, der bisher, da Fluchtverdacht nicht besteht, auf freiem Fuß be­lassen wurde.

nun beendet Wegen der anhaftenden Trocken­heit und der schnellreifenden Frucht war es wäh- rend der Erntezeit nicht möglich, die Stoppeln zu stürzen. Der Ertrag der Ernte ist im allge­meinen gut zu nennen. Die Frühkartosfe ernte ist jetzt im Gange. Mit dem Ertrag ist man zufrie­den. Aus gut bewirtschafteten Aeckern werden je Rormalmorgen bis zu 83 Zentner geerntet. Be­zahlt werden je Zentner Frühkartoffeln gegen­wärtig 2 Mark. Die Preise sind rückgängig. 3n den Gärten macht sich die anhaltende Trockenheit unangenehm bemerkbar. Da, wo täglich gegossen wird, zeigen Dohnen und Gurken einen guten Stand. Schlecht entwickeln sich sämtliche Kohl- arten, was in der Hauptsache auf die berüch­tigte Kohlhernie und den Kohlgallenrüßler zurück­zuführen ist. Gut entwickelt haben sich erfreu­licherweise die Rebspaliere an den Häusern. In­folge der trockenen, heißen Witterung sind die Gescheine bereits voll ausgebildet und beginnen, sich jetzt zu färben.

Mrcie Friedberg.

pb. Butzbach. 18. Aug. Der heutige Schweine­markt war mit 293 Ferkeln befahren. Es wurden gezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen 9 bis 12 Mark, oon sechs bis acht Wochen 12 bis 14 Mark, von acht bis dreizehn Wochen 14 bis 17 Mark. Der Handel war gut, jedoch blieb ein kleiner UeberftanO

Kreis Alsfeld.

er. Homberg, 18. Aug. Der Auftrieb zum gestrigen Schweinemarkt betrug 410 Stück Ferkel, jür sechs bis acht Wochen alte Ferkel wurden 10 bis 20 Mark, für acht bis dreizehn Wochen alte 15 bis 25 Mark bezahlt. Der Gefchäftgang war schlep­pend: es verblieb Ueberftanö.

II. Merlau, 18. Aug. Die hauptsächlichsten Erdbewegungsarbeiten bei der hiesigen Feldbereinigung waren in diesem Jahr in drei Arb e i t sproj e k t e eingeteilt und wurden im Wege der Selbsthilfe von den Land­wirten ausgeführt. Die zwei ersten dieser Pro­jekte gehen ihrer Vollendung entgegen. Es wurde beschlossen, daß das letzte Projekt als Rot- standsarbeit durch den freiwilligen Arbeitsdienst fertiggestellt werden soll. Die erste Gruppe des freiwilligen Arbeitsdienstes hat

Aus aller Welt.

Zahlungseinstellung dnes Konsumvereins.

Der Konsum- und SparvereinVor­wärts" für Breslau und Umgegend e. G. m. b. H. teilt mit, daß er genötigt sei, seine Zahlungen e i n 3 u ft e 11 e n. Die Verwaltung erklärt dazu, durch die immer mehr sich verschlechternden wirt­schaftlichen Verhältnisse seien drei Viertel der mehr als 15 000 Mitglieder der Genossenschaft zum Teil schon seit Jahren arbeitslos und des­halb gezwungen gewesen, ihre beimVorwärts" angelegten Ersparnisse abzuheben.

Russische Bandenführer zum Tode verurteilt.

In Tscheljabinsk wurden nach einer Meldung aus Moskau die Führer einer Bande, die im Lause des Jahres zwei bewaffnete Raub übersät le auf Güterzüge und acht Diebstähle in Zügen unternommen hatte, zum Tode verurteilt.

Geroaltlalen entsprungener Verbrecher in Oklahoma.

Aus Granite (Oklahoma) wird gemeldet, daß 23 Verbrecher aus dem dortigen Gefängnis au s g e

morgens 18,8 Grad. Maximum 31 Grad, Minimum 14,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. August: abends 28,4 Grad: am 19. August, mor­gens 22,4 Grad Celsius. Sonnenfdjeinbauer 11X Stunden.

Verantwortlich für Politik: I. D.: Ernst Blumschein.

" Fahrt zum Edersee. Der Omnibus- betrieb C. H o o s veranstaltet am kommenden Sonntag wieder eine Fahrt an den Edersee. Die Reise, die schon am vergangenen Sonntag den Teilnehmern einige sehr unterhaltsame Stunden verschaffte, wird sicherlich auch diesmal wieder viele Interessenten finden. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

'tAornotifrcn.

Tageskalender für Freitag. Licht spielhaus, Bahnhofstraße:Quo vadis.

Quo Vadis?" Im Lichtspielhaus Bahn- Hofstraße gelangt am heutigen Freitag, am Sams­tag und am Sonntag der FilmQuo Dadis?" zur Aufführung, in dem Emil Icmnings als Nero die Hauptrolle trägt. Der Film führt in die Zeit der Christenverfolgungen zurück, führt nach Rom, an den Hof des grausamen Kaisers Nero, in die Katakom­ben der ersten Christen, die um ihren Glauben kämpfen und leiden mußten. Ein Stück Weltgeschichte ersteht vor dem geistigen Auge in diesem Film, der sicherlich vielen zu einem großen Erlebnis werden dürfte. Wir verweisen auf die heutige Anzeige.

die Umlegung W oberen Mühlgrabens bereits bewerkstelligt. Es wurde damit erreicht, daß die 'völlige Erschließung des Dteinbruches an der Beune vor sich gehen kann. Die nächste Aufgabe der Gruppe besteht darin, auS den gebrochenen Steinen einen Weg nach dem Schmidt- gründ zu bauen. Die Hessische Landeskirche veranstaltet demnächst in unserem Dorfe einen Fugendsonntag. Als Festtag soll ein Sonn­tag zu Anfang September sestgelegt werden. 3m Gottesdienst werden außer den Schulkindern noch die evangelischen Fugendbünde Merlau-Flensun­gen und Rieder-Ohmen mitwirken.

Preuben.

Kreis Wetzlar.

)( Hörnsheim, 19. Aug. Am morgigen Samstag feiert OrtSgerichtsvorsteherBord, Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71, seinen 8 5. Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische.

Zwischen den Orden Gettenau und Hain- Gründau im Kreis« Büdingen, nahe der hes- sisch-preust.schen Grenze, liegt einsam dasHaus B a l l e r st « d t". Den Bewohnern dieses Hauses, Herrn Schwab und Frau Pfister, di« dort ein« Verlagsbuchhandlung betreiben, wurde am gestrigen Donnerstagmorgen eine merkwürdige Lleberraschung zuteil. Eine Angestellte, di« am frühen Morgen zur Arbeit kam, fand am Garten- zaun vor dem Haus« «in aus rotem Tuch, an­scheinend einem Taschentuch, gefertigtes Säckchen, in dem sich eine Brieftaube befand. Diese» Säckchen hing an der Fnnenseit« des ZauneS, nach außen aber hing ein Zettel, der di« Worte trug:

Achtung, Brieftaube!

Erst lesen, dann Taub« fliegen lassen!"

Der Hausbesitzer nahm sich der Sache an. Die Taube trug, sinnreich am Leibe mit Gummi­bändern befestigt, ein leinenes Täschchen, in dem, peinlich zusammengefaltet, ein Stück Papier unter­gebracht war. Ein Brief! Mit ständig wachsendem Erstaunen las man die mit kleiner Schrift, aber sehr sorgfältig geschriebenen Zeilen.

Da stand ungefähr zu lesen, daß der Absen­der des Tieres und des Brieses in gr oster Rot fei, daß Frau und Kinder hungern mühten, wenn chm nich' Hilfe zuteil würde, daß er in den Tod gehen müßte mit Frau und Kind, wenn er nicht Ge.d bekomme. Der Empfänger des Briefes hätte doch ein Auto. Wo ein Auto fei, da sei auch Geld. Da könne es auf eine kleine Summe nicht ankommen. Kurzum, er brauche 50 Mark! Das Geld solle in den kleinen Deutel getan werden und dann solle man die Taube fliegen lassen.

wenn bas Gelb nicht geschickt werbe, bann gehe ber Empfänger bieses Briefes mit in bas

Unglück!

Ein Drohbrief «.so, der Brief eines Er­pressers, der hoffte, auf diese Weise zu Geld zu kommen, ohne erkannt zu werden. Viel­leicht der Brief eines Mannes, der wirklich in Rot war. Man wußte noch nichts, man kannte den Absender nicht, konnte keinen Verdacht äu- stern. Man stand vor einem Rätsel ...

Di« Bewohner deS Hauses Ballerstedt taten das einzig Richtige. Sie wandten sich an die zu­ständige Gendarmerie und an bie Kriminal­polizei In Gießen. Am Abend des Mittwochs, ungefähr gegen 23 Uhr, hatte der Absender das Tuch mit der Taub« und dem Brief an den Dartenzaun des einsamen Hauses gehängt, am anderen Morgen fand man den Deutel, um 11 Uhr wurde die Kriminalpolizei Gießen benach- richtigt und gegen Mittag machte sich ein Krimi- na.bcamter von hier mit dem Kraftwagen auf den Weg nach Haus Ballerstedt.

Die Ermittelungen zur Aufklärung des ge­rissenen Tricks waren schwierig. Wer war der Besitzer der Brieftaube? Wer schrieb den Bries?

Der Kriminalbeamte ließ ein gleiches Säckchen anfertigen, wie es die Brieftaube trug, behielt

Lufttemperaturen am 18. August: mittags 30,5 Grad Celsius, abends 21,6 Grab, am 19. August:

die äußeren, besonders In die beruflichen Verhält­nisse einzuführen, der Jugend Ziele zu weisen, sie dafür zu begeistern, tapfer kämpfen zu lehren. Die Mutter ist mehr Hüterin des Ältlichen und der guten Sitte An tausend Einzelheiten, an täglichen Beisvielen kann sie den Kindern Vorleben, wie man sich selber besiegen muß, was es heißt, pflichtgetreu zu handeln, In den kleinen Dingen des Lebens das Rechte zu tun.

Gerade ber Mutter Einfluß reicht daher weit über die Iugendjahre hinaus. Zwischen ihr und den Kindern spinnen sich goldene Fäden unzerreißbar fest. Starker Muttersinn wirkt noch in den großen Söhnen nach. In Stielers reizvollemWinteridyll"' singt der Dichter von seiner Mutter:

Wie lebte sich dein Sinn, der reine, schöne, hinein ins Tun und Denken deiner Söhne. Wir haben alles mit dir durchgesprochen, die frohen Feste und die sauren Wochen, unb jedes Wort warb ein lebenbger Keim.

Aber leider sehlt manchen Eltern bie Verantwor­tung ihresköniglichen Amtes". Für die geistige und körperliche Entwicklung, des Kindes wird zwar eifrig gesorgt, aber bie Charakterbildung, überhaupt die Pflege des inneren Menschen ist oft tief im Kurse gesunken. Teils Gedankenlosigkeit, teils Be­quemlichkeit führen in der Erziehung zu dem be­liebten Äichgehenlassen, es fehlt nicht feiten bie Wahrheit, daß ber äußere Mensch allein das Leben nicht meistert. Auch der heutigen Erziehungslehre ist in diesem Zusammenhänge zu gedenken. Eine Richtung in ihr will dem Kinde jeden Zwang er­sparen: sie will alles vom Kinde aus, von selbst wachsen lassen: das führt nicht selten zur Verweich- lich'ing, zur Ueberheblichkeit. Es geht eben in der Erziehung ebenso wie beim Gärtner nicht ohne ein festes Leiten, oyne Beschneiden, ohne Zucht. Daher wieder mehr Festigkeit, mehr gute Führung in die Erziehung hinein!

Auch der wirtschasUiche Wandel spricht ein Wort mit. Der Vater arbeitet in ber Regel außer bem Hause. Damit geht der erziehliche Einfluß seines Wirkens schon verloren. Ich habe Schulkinder tennen­gelernt, die nicht mal wußten, welche Arbeit ihr Vater vollbrachte. Aber selbst die Mutter hat oft keine Gelegenheit zum Erziehen: auch sie wirkt außer dem Hause, unb bas Kind ist sich selber ober dem Ein­fluß der Gasse überlassen. Wie manche spätere Ent­gleisung reicht in ihren Wurzeln auf solche unbe­wachte Kindertage zurück. Daher gehört die Mutter unbedingt ins Haus. Unb die Mutter hat heute eine vermehrte Pflicht. Weil Vaters Einfluß fehlt erzieht sie oft allein und läßt nicht selten die Zügel am Boden schleifen: daher bie Verweichlichung in der Erziehung. Wenn auch der Mutter Wesen zur Weich­heit neigt, kann sie doch darum verständig unb fest erziehen, wie es der Vater sonst täte. Dazu gehört allerdings genaue Ueberlegung und viel Selbstzucht. Es ist ja auch nicht der geringste Segen des Fami­lienlebens, daß Eltern um ihrer Kinder willen ge­zwungen sind, sich selber in ernste Zucht zu nehmen.

Eltern haben den begreiflichen und natürlichen Wunsch, ihre Kinder gut zu versorgen, ihre Zukunft zu sichern. Darum arbeiten, sparen und entbehren sie Auch das ist zu verstehen (Es joll aber nicht über­sehen werden, daß Erfolg und Glück der Kinder mal in hohem Grade von ihrer gefamten Lebenstüchtig­keit abhängt. Diese jedoch beruht zum großen Teile in einem zuverlässigen, gediegenen Charakter: zu ihm hin muß erzogen werden, und am meisten ist die Familie dazu berufen. Hier gilt des Dichters Wort.

Der Tugend beste Pflanzstatt ist das Haus!,

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer In den beiden Abteilungen I und II