Aus der provinzialhauvtstadt.
Gießen, den 19. März 1932.
Kopf und Herz.
Don Reinhold Braun.
Große Gedanken und ein reines Herz, das ift's, was wir uns von Gott erbitten sollen.
Goethe.
Es ist nicht von ungefähr, daß die Goethefche Lebendigkeit ihre Erklärung findet in dem rechten Verhältnis von Kopf und Herz zueinander. Wäre Goethe nur Gehirnmensch gewesen, wäre er nie zu seiner genialischen, über ein Jahrhundert hin wir- kenden Lebensführung gelangt.
„Armer Mensch, an dem der Kopf alles ist!" ruft er aus. Und so ruft er in das ihn feiernde Deutschland, ja, in die gesamte Kulturwelt hinein. Wenn sie es nur hören wollte! Hören wollte auch bei ihren politischen Verhandlungen!!
Eine Feier, wo sie auch in der Welt ober in unserem Baterlande stattfindet, die nur eine tamtam. hafte Verbeugung vor dem 'erleuchteten Verstände eines Goethe ist, bedeutet Sünde wider Goethe.
Wenn uns etwas von seinem Impuls, Welt, Dinge und Menschen zu erfassen, einstromen soll zu eigenem Heile, dann muß man 'vor allem der Grundmacht in dieser einzigartigen, unerreichten Lebens-Totalität gedenken: des Herzens!
„Ein blankes Herz — ein blankes Gewissen —- das ist die Hauptsache." Dieses Goethewort sollte man an die Pforte der Genfer Verhandlungsstätte nageln, aber auch an alle öffentlichen Gebäude und Versammlungshäuser in Deutschland!
Bekenntnis zu Goethe bedeutet Bekenntnis zu dem ewigen Deutschen, und der ist nur zu denken als Erscheinung des Einklangs von Kopf und Herz.
Diese grunderfassende Erkenntnis ist Sinn, Freude und Wert aller Verehrung dieses ersten unter den abendländischen Meistermenschen.
Jeder, der in seinem persönlichen Leben Gocthc- schen Spuren nachwandeln will, muß zu seinem Ziele neymen: Klarheit des Denkens, durchglüht von der Reinheit und Wärme des Gefühls, das schöne Ausgeglichensein zwischen Kraft und zartem Wesen, Gründlichkeit und unbefangenem Sinn.
Bekenntnis zu Goethe bedeutet die Forderung: Fort von der tyrannischen Macht des Nur-Systema- tischen und Wiedereingedenkwerden des Goetheschen Wortes: „Der Standpunkt des gesunden Menschenverstandes war auch der meinige".
Kopf und Herz in Goethes Leben! Dabei sei noch einer seiner besten Tugenden gedacht: seiner Demut! „'2HIe Wege bahnen sich vor mir, weil ich in der Demut wandle!" ist ein Wort aus Rom. Und ein anderes sei noch hinzugesetzt: „Die größten Menschen, die ich gekannt habe und die Erde und Himmel vor ihrem Blick freihalten, waren demütig und wußten, was sie stufenweise zu schätzen hatten."
Stets kämpfte er gegen die Borniertheit an. „Bei Bornierten und geistig Dunklen findet sich der Dünkel bei geistig Klaren ... findet sich höchstens ein freudige» Gefühl ihrer Kraft", so sprach er zu Ecker- mann im April 1830. Diese letzte und die Demut gingen bei ihm wundersam Hand in Hand Wo Großes lebendig ist, sind sie immer innig benachbart
„Was sind denn alle, daß wir uns viel erheben dürfen!" Auch dieses Wort aus feinem Munde mußte in Volk und Well mahnend hineintönen!
Wo allein das Gehirn herrscht, tritt immer die kalte und gefährliche Ueberheblichkeit ein. Wo aber das Herz feine lebendige Sprache rnitfpricht, kommt der Mensch ins Gleichgewicht, und die Schönhell und Wahrheit des Menschlichen wird offenbar.
Segnende Gesinnung durchdringt das Ganze. Davon aber hängt nicht zuletzt die Zukunft für Deutschland ab: wird der Gesinnungsmensch im Sinne Goethes zur Herrschaft gelangen oder der Meinungs- Automat!
palm'omitags-ÄZeihe.
SHe Fastenzeit — in den Gebieten des Deutschen Reiches mit überwiegend kathvl scher Bevölkerung ernsthaft durchgehalten — nähert sich ihrem Ende. Nur wenige Tage noch, da wird der Frühling wenigstens dem Kalender nach beginnen, nur eine Woche noch, dann feiert die Christenheit ihr schönes Fest der Auferstehung, das Religion, Mythos und Raturgeschehen in vollendeter Form verbindet.
Den Austakt dazu bildet der Palmsonntag, der früher auch „trauer Ostersonntag' genamUwurde. 3n der katholischen Kirche hat man an diesem Tage zur Erinnerung an den Einzug Christi in Jerusalem Palmenzwcige geweiht und die Pal- menvrozelsion durchgcführt. Diese Feier findet sich in der griechischen Kirche schon im Verlause des 4. Jahrhunderts, in der abendländischen jedoch erst im 9. Jahrhundert. 3n Rom werden bis auf den heutigen Tag die Palmzweige meist von der Riviera geholt, dann vom Papst geweiht und an alle Kirchen der Stadt verteilt. Statt echter Palmwedel dienen in Deutschland Weidenzweige mit Kätzchen, in Rußland Duxbaum, in Griechenland Lorbeer. Aber überall heißen im Volks- munde arcch diese Ersatzmittel Palmen, und man bewahrt sie als Schutz vor Ungemach mit Dorliebe im Hause auf. Früher wurde auch die sog. Palmeselprozession in der christlichen Welt begangen: sie verdankt ihren Rainen einem Esel von Holz, der mit einer Christusfigur unter Gesängen in den Straßen der Orte Herumgefahren wurde, während das Volk mit geweihten Palm- zweigen folgte. Diese Prozession erhielt sich in Rußland bis um 1700, in einigen Gegenden Deutschlands sogar bis in das 19. Jahrhundert hinein.
Heute hat der Palmsonntag zumeist einen anderen Sinn bekommen. Er dient zunächst als Tag der würdigen Vorbereitung zum nahen Osterfest. Richt geringer aber ist seine Bedeutung durch die Feiern der Konfirmation geworden, die in ländlichen Bezirken, aber auch noch in sehr vielen Städten auf diesen Sonntag gelegt werden. Am Palmslmntag legt der junge Rachwuchs von Gläubigen erneut und selbst Bekenntnis zu seiner Religion ab. Und für diese wichtige Handlung stellt gerade dieser Sonntag vor dem großen Feste der Christenheit eine ausgezeichnete Wahl dar, die zudem ihre symbolische Bedeutung durch das nahende Frühjahr hat. Denn das Frühjahr galt schon immer in der Geschichte der Menschheit, am deutlichsten bei den Germanen, als das eigentliche Fest der Jugend: Frühling und Jugend gehören untrennbar zusammen! E. W.
Oie Tischbein-Ausstellung im Kunstverein.
Der Bäckermeister I. H. Tischbein in Haina bei Frankenberg hatte eine ganze Anzahl von Söhnen, von denen der älteste, Johann Valentin, der 1714 geboren und im 15. Lebensjahr von einem hessischen Hofrat entdeckt wurde, schon früh als Maler einigen Erfolg hatte und alle seine jüngeren Brüder in die Maler-Laufbahn brachte. Einer dieser Brüder, Johann Heinrich, gehörte zu seiner Zeit zu den bekanntesten Malern in Deutschland. Er wurde Akademie-Direktor in Kassel. Ihm folgte im Ruhm sein Reffe, Johann H. Wilhelm Tischbein, der besonders durch sein großes Bild , Goethe in der Campagna" und durch seine Selbst- bioaraphie bekannt wurde. Heute hält man den Sohn Johann Valentins, Joh. Friedrich August, den Waldecker Hofmaler, für den besten. Im ganzen sind zur Zeit etwa 32 Mitglieder der Tischbein-Familie als Maler festgestellt.
Der jüngste Sohn des Bäckermeisters, Anton Wilhelm, geb. 1734, verdient heute eine größere Beachtung, als ihm bisher zuteil wurde. Von seinem 24. Jahre an ist er als Sekretär des Grafen Christian August von Solms-Laubach nachgewiesen, der den ältesten Bruder, Johann Valentin, bereits 1741 zu seinem Hofmaler ernannte. 1769 ist dieser Hofmaler in Hanau, unterhält aber noch weiterhin nahe Beziehungen zu Laubach.
Anton Wilhelm Tischbein wird 1758 Sekretär in Laubach, später dann ebenfalls in Hanau Erb- f'rinzlicher Hofmaler. 1771 steht er auf dc^ Höhe eines Schaffens. 1804 ist er in Hanau geworben, nachdem sein 20 Jahre älterer Bruder bereits 1793 aus dem Leben geschieden war.
Diese beiden Brüder, der älteste und jüngste Sohn des Bäckermeisters in Haina, füllen diesmal mit einer großen Auswahl ihrer zahlreichen Werke den Saal des Kunstvereins. Der Vortrag des Herrn Professor Dr. Luthmer, des Direktors der Staatsaaleri e in Kassel, wird die Besucher in die künstlerische Bedeutung beider Maler einführen. Damit treten diese zum erstenmal im eigentlichen Sinne vor die Oefsentlichkeit, nachdem sie bisher in den Sälen des Laubacher Schlosses
nur von wenigen Freunden gesehen und gewertet worden waren.
Es darf deshalb ausdrücklich betont werden, daß dieser Ausstellung ganz besondere Bedeutung zu- kommt und daß sie vom kunstgeschichtlichen Standpunkt nicht allein für den Freundeskreis des Oberhessischen Kunstvereins, sondern sicherlich noch weit darüber hinaus große Beachtung beanspruchen darf.
Bornotizen.
Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20.15 älhr. Bunter Abend. — FGF: 20.30 Uhr, „Schipkapaß", Ordentliche Hauptversammlung. — DHV-: 20.30 Llhr, im Heim, Lichtbilder-Vortrag über „.Untere Kolonien unter englischer Verwaltung". — GDA.: 20.30 Uhr, ..Hessischer Hof". Monatsversammlung. — Gewerbliche Berufsschule: Kirchstrahe 16, 15 bis 18 Uhr. Ausstellung von Schülcrarbeiten. — Etudicnanstalt: 14 bis 18 Uhr, Zcichensaal, Zeichen-Ausstellung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Stürme der Leidenschaft". — Astoria- Lichtlpiele: „Wir schalten um auf Hollywood". — Tageskalender f ü r Sonntag. Stadttheater: 18.30 bis 21 Uhr, „Romeo und Julia". — Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Brandplah. 11.30 Uhr, Einführungsvortrag, 11 bis 13 Uhr. Tischbein-Ausstellung. — Obst- und Gartenbau-Verein: 1515 Uhr, Kaufmännisches Dereinshaurt, Versammlung und Vortrag. — Gewerbliche Berufsschule, Kirchstrahe 16, 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, Ausstellung von Echülerarbeiten. — Etudienanstalt: 10 bis 18 Uhr, Zeichensaal, Zeichen-Ausstellung. — Lichtspielhäuser: Samstag-Programm.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 20.15 Uhr Sonde» Veranstaltung zu Gunsten der Gießener Winternothilfe unter Mitwirkung von Universitätsmusik- dircktor Dr. Temesvary, Obermusikmeister Krau he, Intendant Dr. Rolf P rasch und Mitgliedern des Stadttheaters Gießen. Preise der Plätze: 1, 2, 3 Mark. — Sonntag, 20. März, 18.30 Uhr, in neuer Inszenierung als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen Erstaufführung des Trauerspiel „Romeo und Julia" von William Shakespeare. Die Spielleitung liegt in den Händen des Intendanten Dr. Rolf P r a s ch. Beginn 18.30 Uhr. Ende 21 Uhr. Ermäßigte Preise. Mitwirkcnde Damen: Doering (Julia), Schubert-Jüngling: Herren: Druck, Fassott, Geiger, Hauer, Hehser, Hub, Janscheck, Kühne, Michel, Paetsch, Schelcher (Romeo), Bolck. — Da« Operngastspiel des Hessischen LandeStheaters ist wegen einer Spielplanänderung in Darmstadt auf Mittwoch, 23. März, verschoben worden. Es findet als 24. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement zu Opernpreisen statt. Zur Aufführung gelangt „Don Juan" mit der Musik von W. A. Mozart. Vorzugs- und Rundfunkgutscheine haben Gültigkeit. Beginn 19 Uhr, Ende 22 Uhr.
— Der Goethe-Bund bittet uns, nochmals auf die am kommenden Montag, am Vorabend des deutschen Gedenktages, stattfindende Goethe-Gedenkstunde hinzuweisen. Ludwig W u l l n e r, der große Goethesprecher, spricht Goethe-Dichtungen. (Siehe heutige Anzeige.)
— Die fünf Hauptgewinne der Gießener Pferdemarktlvtterie. Bei der Ziehung der Gießener Pferdemarktlotterie entfiel der erste Hauptgewinn auf die Rümmer 14 767. Diesen Gewinn (2 Pferde im Werte von 1800 Mk. oder 1440 Mk. Bargeld) konnte eine Witwe aus Ilbeshausen bei Lauterbach verbuchen. Der zweite Gewinn (ein Pferd) entfiel auf die Rümmer 9863. Der dritte Gewinn kam auf die Rümmer 9634, der vierte Gewinn auf Rümmer 531, der fünfte Hauptgewinn auf Rümmer 13523.
** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet.
•* Sterbefälle in Gießen. Es verstar- ben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 16. März: 1. Margarete Riepoth, geb. Fuchs, Wwe., 64 Jahre, Am Steg 1. 2. Ilse Frey, 8 Jahre, Reuenweg 46. 3. Heinz Hartmeh, 5 Monate, Reuenweg 28. 4. Ida Möller, geb. Löhr, Wwe., 74 Jahre, Ebelstraße 10. 5. Wilhelm Lang, ohne Beruf, 71 Jahre, Reuenweg 38. Christian Sigle, Lokomotivführer t. R., 67 Jahre, Frankfurter
Straße 71. 6. EUfabethc Schmidt, geb. Dcchcri, Wwe., 78 Jahre, Sandgasse 17. Dr. Alfred Bock, Schriftsteller. 72 Jahre, Marburger Straße 5. Marie Schisfner, geb. Ruppel, 62 Jahre, An der Kläranlage 4. 7. Dr. Julius Mack, Fraucnarzl, 42 Jahre. Dartenflraße 10. 9. Friedrich Detters, Redakteur, 70 Jahre, Gnauthstraßc 8. Maria Elfe Gebhardt, 4 Monate, An der Kläranlage 10. 12. Luise Valentin, geb. Laucht, Wwe., 76 Jahre, Krofdorser Straße 19. Jcchanna Levi, geb. Flörsheim, 61 Jahre, Seltersweg 31. 14. Elise Hamel, geb. Huber. Wwe. 69 Jahre, An den Dahn- Höfen 30. 15. Heinrich Kasper, Schneider, 59 Jahre, Weserslrahe 15. Berta Rosenthal, ohne Beruf, 63 Jahre, Goethestrahe 28.
•• D i e Gewerbliche Berufsschule Gießen veranstaltet von heute bis Montag eine Ausstellung von theoretischen und praktischen Arbeiten, die tm Laufe des vergangenen Schuljahres angefertigt wurden. Die Schau, die das Interesse weiter Kreise unserer Bevölkerung finden sollte, ist am heutigen Samstag von 15 bis 18 Llhr, am Sonntag von 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr und am Montag von 15 bis 18 ilfjr in der Gewerbeschule, Kirchstrahe, geöffnet.
*• Der Alice-Schulverein hat feine mannigfaltigen Lehranstalten zur Fortbildung der weiblichen Jugend unserer Stadt um eine vermehrt, Mit Beginn des neuen Schuljahres wird, wie man uns mitteilt, eine Fachschule errichtet, in der neben Handarbeit jeder Art, Kochen usf., auch Wissenschaft- liche Fächer unterrichtet werden. Die Regierung hat erlaubt, daß der Besuch dieser Fachklasse vorn Besuch der Fortbildungsschule befreit. Man beachte die heutige Anzeige.
•• Prüfung f ü r Geschäfts st enoara» phen. Wie im heutigen Anzeigenteil bekannt- gegeben wird, veranstaltet die Industrie- und Hairdelskammer am 8. Mai wieder eine Prüfung für Geschäftsstenographen. Es muß immer von neuem darauf hingewiesen werden, so schreibt man uns, daß die Teilnahme an einer solchen Prüfung von außerordentlicher Wichtigkeit für Vorwärtsstrebende junge Kaufleute ist. Das dabei erworbene Zeugnis bildet in der heutigen Zeit, in der ein kaufmännisches Bureau ohne Stenographie nicht mehr denkbar ist, einen unentbehrlichen Bestandteil der DewerbungSpapiere. Daß diese Tatsache auch von immer weiteren Kreisen junger Kaufleute anerkannt wird, zeigt die bei jeder Prüfung wachsende Teilnehmerzahl. Ebenso dürfen sich die etwa seit einem Jahre eingeführten Vorprüfungen für Anhänger einer immer stärkeren Beteiligung erfreuen. Die Teilnahme an diesen Vorprüfungen gibt den jungen Stenographen den richtigen Maßstab für ihre Leistungen und ein Gefühl der Sicherheit für die später abzulegende Geschäftsstenographenprüfung. Vorprüfung und Hauptprüfung bestehen in der stenographischen Aufnahme eines Diktats von zweimal fünf Minuten, mit einer Unterbrechung von einer Minute, und in der sofortigen Uebertragung in Kurrentschrift. Die zulässige Uebertragungszeit beträgt bei handschriftlicher Uebertragung 96 Minuten, bei der Uebertragung mit der Maschine 64 Minuten. Bei Bestehen der Vorprüfung wird kein Zeugnis, sondern lediglich eine Bescheinigung ausgestellt. Es sei jedoch ausdrücklich bemerkt, daß die Vorprüfung nicht Vorbedingung für die Hauptprüfung ist.
•• Unfall auf dem Bahnsteig. Heuta morgen gegen 7.45 Uhr ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhof (Oberhessischer Bahnsteig) ein Unglücksfall. Der Lademeister Karl Römer von Wieseck geriet beim Rückwärtsfahren mit seinem Elektro-Karren gegen einen Eisenbahnwagen und wurde dabei nicht unerheblich verletzt. Der Verunglückte mußte sofort nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden.
** Kriegerverein Gießen. Am Donnerstagabend fand im „Postkeller" eine gut besuchte Mo. natsrersammlung des Kriegervereins statt. Kam. Gärtner Karl Georg hielt einen Vortraa üben „Meine Reise nach Kiautschou, Land und Leute". Für die interessanten Ausführungen erntete der Vortragende reichen Beifall. Kam. Landgerichtsrat Trümpert sprach dem Vortragenden den Dank der Zuhörer aus. Anschließend fand eine Besprechung über die Sterbekasse statt, nach der das bisherige Umlageverfahren aufgegeben werden soll, und die Mitglieder künftig bei einer Vertragsgesellfchaft günstige Sterbegeldversicherungen abschließen können.
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denn schon in den letzten Tagen des vergangenen Jahres wurden die Preise für 1932 gesenkt. „Das Gebot der Stunde" hieß es damals, und Opel erbrachte damit einen neuen Beweis für die bekannte Tatsache, daß sich die größte Automobilfabrik Deutschlands immer den Erfordernissen des Marktes anpassen kann und anpaßt. Das trifft auch für die Wagen zu. Wirtschaftlichkeit bei hoher Leistung, bei Bequemlichkeit,
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