Keine Deutschland-Rundfahrt 1932.
Wirtschaft
Bantnoten
16 dortlefiung
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Gießen, 1
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FC ^Teuton a"Watzenborn-Steinberg
QIm nächsten Sonntag empfängt die 1. Mannschaft die Liga des DfR. Aßlar zu einem fälligen Gescll?chaftsrückfpiel. Das Vorspiel konnte Aßlar mit 2:0 für sich entscheiden. Die Teutonen müssen zu diesem Kampf mit Ersah antreten. Der Ausgang des Spieles ist offen.
„Glaub das doch nicht, Achim, es war gewiß nicht sol Es ist ein Irrtum. Ein Mensch, wie dein Vater es war, der verzweifelte nicht über materielle Röte. Vein, das kann man nicht glauben. Lind Doktor Fahrenkrug hat das ja auch nur angedeutet, wie du mir sagtest. Eine allzu starke Dosis Veronal hatte er genommen. Man kann doch nicht annehmen, daß das absichtlich geschehen ist — er hat eben feinem Herzen meh: mutet, als es vertragen konnte."
Hans-Achim zog die Achseln hoch. 3m Begriff, sich zu erheben, sagte sie: „3m übrigen, Hans- Achim, sollst du wissen, daß ich dir nicht im Wege sieben will. Es ist gewiß für deine Karriere besser, wenn du frei bist. Lind nun wollen wir
kluges und reiches Mädchen unÜ wirst herrlich und in Freuden mit ihm leben, während ich —" .«Lene, bitte, sprich nicht sol Du weißt nicht, wie schwer mir der Entschluß geworden ist, mit dir darüber zu sprechen!"
Er hatte seine Hand auf die ihre gelegt, sah mit flehendem Blick in ihr Gesicht, in dem es von mühsam verhaltenen Tränen zuckte.
„Lene, versuche doch, ruhig zu werden, um mich anzuhören! 3ch mutz dir doch noch erklären, wie das alles gekommen ist."
Sie zuckte die Achseln, als wollte sie sagen: Wozu brauche ich das noch zu wissen? Aber sie hörte doch zu, als er ihr berichtete.
Während er sprach, sah sie an ihm vorbei. Als er ihr aber von seiner allerschwersten, inneren Vot sprach, dah er glauben müsse, daß fein Vater aus Verzweiflung über die drückende Schuldenlast, die sein Leichtsinn ihm aufgebürdet, sich den Tod gegeben, da sah sie ihn an, mit großen, erschrockenen Augen.
,,O Gott, du Aermster!" sagte sie leise, und ihre Finger schlossen sich fest um seine Hand. Lind dann versuchte sie ihn zu trösten:
die Mannschaft von Lützellinden mit 5:0 für sich entscheiden konnte.
Turnverein Frisch u , Leihgestern.
Bei den am Sonntag durchgeführten Gerätemeisterschaften des Turngaues W e t t e r a u (LDT.) konnten die hiesigen Tur-
und Richard Schaum den 7. Sieg. Außerdem wurde Richard Schaum 3. am Reck. Rohrbach ist zum 3. Male Gaumeister am Pferd.
ner verschiedene eindrucksvolle Siege mit nach Hause bringen. So errang in der Meisterklasse ! Rudolf Rohrbach di« Meisterschaft am Pferd, und Karl Velten den 1. Sieg am Barren sowie den 2. Sieg am Reck. 3n der ^-Klasse wurden Wilhelm Schmitt und Richard Schaum 1. Sieger am Pferd. Am Barren errang Wilhelm Schmitt den 2., Wilhelm Zöller den 4.
Kirch
La ii ..0 Holzheini bis 14. Februar s tlvnstovche N Wallbach (Kreiö । ßtoei Sonntagen i endlich einen Qj Wbelstunde, Cäi gut besucht. Der < fiel) uni) bet $ schonten allabend
Elegante V im eigene; Äk. 125.
MaSkonfek ausMaßsto °ach gena fertigt, j
Reichsbantdiskont 7 t>. f> Lombardzinsfuh 8 v h. Schweincmarkt in Friedberg.
WSR. Friedberg, 17. Febr. Zum heutigen Sch weine markt waren 370 Ferkel aufgetrieben. Bei lebhaftem Geschäft erbrachten bis sechs Wochen alte Tiere 10 bis 12 Mk-, sechs bis acht Wochen alte Tiere 12 bis 18 Mk. und acht bis zwölf Wochen alte Tiere 18 bis 25 Mk. Der Markt wurde geräumt.
Letzte Nachrichten.
Oer Wetzlarer Bürgermeister-prozeh.
Wetzlar, 19. Febr. (WSV. Drahtmeldung.) Unter großem Andrang des Publikums begann heute vor dem Erweiterten Schöffengericht Wh- lar der sog. Bürgermeister-Prozeß. Er brachte insofern eine große Lleberraschung, als d .r eine Angeklagte, Stadtbauinspektor Hepp, in den letzten Tagen einen Dergiftungsversuch mit Lumina! unternommen hatte. Er war gestern nach dem Krankenhaus Wetzlar transportiert worden, wo ihn der in dem Prozeß als Sachverständiger fungierende Marburger Psychiatiker Professor Dr. 3ahrmärker für verhandlungsunfähig befand. Das Gericht setzte auf Grund die'es Gutachtens den Fall Hepp ab und begann die Verhandlung gegen den zweiten Angeklagten, den Betriebsdirektor E h l e r t.
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„3ft dir nicht wohl?" fragte sie. „Du siehst so angegriffen aus?!"
„3ch habe schlecht geschlafen — richtiger gesagt: ich hab' gar nicht geschlafen. Die ganze Rächt habe ich kein Auge zugemacht."
„Ranu! Warum nicht? Was ist denn? Hast du Verdruß gehabt?"
„Mehr als das, Lene! Sorgen habe ich, sehr drückende! Mit denen ich allein nicht fertig werde. 2Iber darüber können wir hier auf der Straße nicht reden. Könnten wir nicht in eine Konditorei gehen? Du gehst eine Stunde später ins Geschäft!?"
&ie blieb stehen und überlegte.
„3ch habe auch noch keinen Kaffee getrunken. 3ch sehne mit sehr nach einer Tasse starken Kaffee."
Das bewog sie, einzuwilligen.
„Wollen wir zu Schilling gehen?" schlug sie vor.
Dis dahin waren es nur ein paar Schritte. Sie waren die einzigen Gäste im Lokal. Hans- Achim bestellte Kaffee. Während der gebracht wurde, sprach man fein Wort, weil das bedienende Fräulein in der Rähe war. Rachdern cs sich entfernt, fragte Helene zaghaft:
„Was sind das denn für Sorgen, Hans- Achirn? Etwa Geldsorgen?"
„3a, Geldsorgen!"
Sie sah ihn betroffen an, dachte: Wenn er mir schon von seinen Geldsorgen spricht, so muß die Sache schlimm sein!
Plötzlich spürte sie ein angstvolles Klopfen ihres Herzens. 3hre innere ilnrufjc tapfer nie- kämpfend, sagte sie:
„Du hast doch jetzt dein sicheres Einkommen?" Er zog die Schultern hoch.
„3m Augenblick hilft mir das nicht viel — ich meine, aus meinem Einkommen kann ich nicht gutmachcn, was von mir verlangt wird."
„3a, was denn? Um was handelt es sich denn? Du hast doch keine Schulden gemacht?" fragte sie leise, mit einem Lächeln um den Mund, das sie sich abzwang.
„3a, Lene, ich habe Schulden gemacht." Die hielt krampfhaft das Lächeln fest.
„Die können nicht groß sein, Hans-Achim!?" „Sie sind sehr groß, Lene. So groß, daß ich sie werde mit meinem Leben bezahlen müssen."
Er empfand, daß seine Worte phrasenhaft klangen, und schämte sich.
Ganz blaß war sie geworden; aus ihren Augen sah ihn die Angst an.
/Bie soll ich das verstehen, Hans-Achim?"
Ehe er ihr noch antworten konnte, sagte sie „3ch weiß es, Hans-Achim — du brauchst es mir nicht zu sagen. Du bist darauf angewiesen, eine reiche Partie zu machen. 3ch weih auch, wer die sein wird. Richt du bezahlst mit deinem — uH muß es! Ditte unterbrich mich nicht — es ist schon so, tote ich sage! Du heiratest ein schönes,
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Dankenbereinigung und zur Börseneröffnung am kommenden Donnerstag nähergetreten wird. Die Börseneröffnung steht im übrigen im Mittelpunkt dec Diskussionen. Die weitere Hinausschiebung der Prolongation der noch schwebenden Terminengagements bis zum 31. März beweist, dah man an einem weiteren allmählichen Abbau der Verpflichtungen festhält. Die beschlossene Effektenbörse zeigt, dah man mit einem größeren Börsengeschäft rechnet, was wohl noch dadurch unterstützt werden soll, dah der Telephonhandel in der Folge unterbunden wird und die Banken verpflichtet werden sollen, alle Kundenorders an die Börse zu bringen. Vorläufig steht man jedoch in Bankkreisen allen diesen Dingen noch etwas skeptisch gegenüber und will erst einmal die Durchführungsbestimmungen des Börsenvorstandes abtoarten, bevor man sich ein abschließendes Urteil bildet.
Hierauf ist wohl auch die auffallende Geschäft s st i I l e am heutigen Vormittag zurück- zu ühren. Rur Spezialwerte hatten Umsätze aufzuweisen. So lagen Bankaktien weiter im An- gebot; besonders Danatbank gaben erneut 3 Prozent nach und haben hiermit in wenigen Tagen 25 Prozent ihres Wertes verloren. Auch Schiff- fahrt^werte blieben schwach veranlagt. Während aber Hapag und Lloyd ihren gestrigen Kursstand ziemlich behaupten konnten, verloren Hamburg- Süd etwa 5 Prozent. Ferner r.e gten Reichsbank- anteUe, Reichsbahnvorzugsaktien und Schuldbücher weiter zur Schwäche. 3m Gegensatz hierzu setz e ii' Kcl w rle hr: Aufwärtsbew gung fort, wobei die Kalinebenwerte, Aschersleben und Westeregeln, mehr von der Bewegung profitierten. Interesse erhielt sich außerdem weiter für Chadeaktien und die übrigen Valutapapiere. Der Anlagemarkt blieb vernachlässigt. Pfandbriefe und auch Deutsche Anleihen lagen fast geschä't^l'-s.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M.
Oberheffen
Landkreis ließen.
:/: Beuern, 18. Febr. 3m hiesigen Volks bildungsverein sprach stud. vet. Keller, zur Zeit in Gießen, über Bessarabien, insbesondere über die von Deutschen feit 1800 besiedelten Gebiete. Als Auslandsdeutscher und Sohn des Landes Bessarabien berichtete er ausführlich an Hand vieler Lichtbilder über Lage, Bevölkerung, Boden, Erwerb^möglichkciten, Kirche, Schule und politische Derhältniise. Der Vortrag wurde von den zahlreichen Zuhörern mit lebhaftem Beifall ausgenommen.
is. Steinbach, 18. Febr. Zu einem Unter» Haltungsabend hatte der hiesige Krieger- verein seine Mitglieder und Freunde eingeladen. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Heinrich Kehler VI. hielt Jungmann Hrch. Leinweber eine Ansprache. Sodann sprach Landwirt Wilhllm Reuter» Dornholzhausen über das Thema „Der Ruf der französischen Schlachtfelder". 3m Anschluß an die eindrucksvollen Ausführungen wurde das Deutschlandlied gesungen. 3m weiteren Verlauf des Abends wurde folgenden Kameraden daS Ehrenzeichen verliehen: für 50jährige Mitgliedschaft Konrad Bender und Louis Wilhelm P ijv für 40- jährige Mitgliedschaft 3ohannes F i nt, Ludwig Haas IV., Heinrich Keßler VI. und Heinrich Roth I.: für 25jährige Mitgliedschaft Eberhard Port, Heinrich Eberhard Haas und Heinrich Haas I. Der 3ungschütze Karl Kloos erhielt die bronzene ..Hassia"-Ehrennadel. Mit dem Vortrag einiger Musikstücke und Ged'chte fand der wohlgelungene Abend seinen Abschluß.-
LJ Grohen-Linden, 18. Febr. Hier fand eine stark besuchte öffentliche Versammlung statt, die sich mit der Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes befaßte. Als Redner war der Leiter des Arbeitsamtes Gießen. Regierungsrat Dr. Dues, erschienen, der alle aktuellen Fragen dieser Angelegenheit in erschöpfender Weife behandelte. An der lebhaften Aussprache beteiligten sich der Bürgermeister, mehrere Gemeinderatsmitglieder, Mitglieder des 3ungdeutschen Ordens uni) andere. Die zunächst erforderlichen Schritt« will der Bürgermeister mit dem Gemeinderat unternehmen.
)( L i ch, 18. Febr. Morgen kann Prinzessin Marie zu Solms-Hohensolms-Lich in voller geistiger Frische und mit einer bei dem hohen Alter noch erstaunlichen körperlichen Rüstigkeit ihr 9 5. Lebensjahr vollenden. Prinzessin Marie ist die älteste Frau unserer Stadt.
'Lich, 19. Febr. Der Gesellenprüfungs-Ausschuß des Bezirks Lich gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die Anmeldung zur gesetzlichen Gesellenprüfung bis zum 1. März erfolgen muß. 3ntereffenten seien auf die Anzeige aufmerksam gemacht.
Für den deutschen Radsport gibt es im Sommer 1932 eine große Enttäuschung mit der nunmehr erfolgten Qibfage der Deutschland-Rundfahrt, die am 17. April in Berlin beginnen sollte. Alle Bemühungen, d e großen Mittel, die dieses Projekt erfordert, zusammenzubringen sind gescheitert, so 1 daß diese Fernfahrt aus finanziellen G ünden in diesem Jahre nicht ausgesahren werden kann.
Von Geld imdÄebe
Vornan von Grete von Saß.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall«
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W edereröffnung der Börsen am 25. Februar.
Derlin, 18. Febr. (WTD) Der Berliner Dörsenvorstand, Abt. Wertpa llerbörse, hat in seiner heutigen Rachmittagssitzung beschlossen, die Berliner Wertpapierbörse am 25. d. Monats für den Verkehr in Wertpapieren und in inländischen Wechseln wieder zu eröffnen. Die Dörsenversammlunzen we - den an allen Werktagen in der Zeit von 12 bis 14 Llhr und an Samstagen zwischen 11 und 13 Llhr stattfinden. Von einer amtlichen Kursfestsetzung wird einstweilen abgesehen. Ein Terminhandel findet nicht statt. Der Geschäftsverkehr unterliegt den bisher gültigen Bestimmungen mit den Abänderungen und Ergänzungen, die der Dörsenvorstand noch beschließen wird.
Frankfurt schließ: sich an..
Frankfurt a. M., 18. Febr. (WTD.) Der Do. iand der Frankfurter Börse, Abt. Wertpapierbörse, hat beschlossen, im Einklang mit den vom Berliner Börsenvorstand getro, enen Bestimmungen, die Frankfurter Börse am 25. Februar wieder zu eröffnen. Die Mittagsbörse wird zu den gleichen Zeiten wie in Berlin abgehalten, die Abendbörse findet von 17 bis 18 Llhr statt. 3m übrigen gelten für die Frankfurter Börse die gleichen Vorschriften, wie für den Berliner Börsenverkehr.
Fusionsverhandlungen Commerzbank — Barmer Bankverein. _ Berlin, 18 Febr. (WTB.) Die Verhandlungen über eine Fusion der Commerz» und Privatbank AG. mit dem Barmer Bankoer > e i n nehmen, wie mir erfahren, einen günstigen Verlauf. Die Modalitäten der Fusion stehen im einzelnen noch nicht fest.
Oiskoniermäßigung in England und Schweden.
London, 18. Febr. (WTB.) Die Bank von England hat ihren Diskontsatz von 6 auf 5 o. H. herabgesetzt. (Der Satz von 6 d. 5). war feit dem 21. September 1931 in Geltung.)
Stockholm, 18. Febr. (WTB.) Die Schwedische Reichsbank ermäßigte mit Wirkung . vom 19. Februar ihren Diskontsatz von 6 auf 5% o.Sj. (Der Satz von 6 v. H. war seit dem 19. Ok» tober 1931 in Kraft.)
Frankfurt schwächer.
Frankfurt a. M, 18. Febr. Der Frankfurter Effekten, reiverk:hr eröffnete unter dem Eindruck der schwachen Reuyorker Börse ebenfalls in ab- geschwächter Tendenz, doch hielten sich die Kurs
sinken. Kein Wunder, daß ihr dabei die erwünschte Grazie mangelte. Der Verkäufer nahm ihr einen Schal von den Schultern, hüllte sie in einen anderen. 3n dem Augenblick trat der Geschäftsführer unauffällig an sie heran, flüsterte ihr zu: „Machen Sie doch nicht so eine Leichenbittermiene."
Sie zwang sich ein Lächeln ab, hielt es fest. Es gab ihrem blassen Gesicht einen schmerzlichsüßen Ausdruck. Der Begleiter der Dame sah sie mit bewunderndem Blick an.
„Herrlich!" sagte er entzückt. Sein Entzücken galt nicht dem Schal, der aber schließlich von ihm erstanden wurde. Es galt Helene, die nun erlöst war und abtreten durfte.
Der Kauf des Hermelinschals, der ein kleine- Vermögen kostete, war nun erledigt. Die glücklich« Besitzerin und ihr Begleiter vernetzen, vom Geschäftsführer bis zur Tür begleitet, den Laden. Dort verneigte er sich tief, trat in den Laden zurück und auf Helene zu.
„Hören Sie mal, Fräulein Schadow, das paßt mir nun gar nicht, daß Sie hier mit einem Gesicht herumlaufen, als sei 3hnen eben wer weiß was passiert. Damit verhunzen Sie den vorteilhaften Eindruck, den wir mit unseren Sachen erzielen müssen. Aus müden, hängenden Schultern verliert das schönste Kleidungsstück. Erst recht, wenn dazu noch ein Gesicht gemacht wird wie sieben Tage Regenwetter. Mit solcher Miene können Sie Verkäuferin in einem Sarglager werden. Vielleicht sehen Sie sich nach so einem Posten um. Hier ist für Sie sowieso am 1. 3uni Schluß."
Lene sah ihn fest an.
..Soll das eine Kündigung sein?"
„3 a."
„Lind aus welchem Grunde? Etwa well 3hnen eben meine Haltung mißfiel?"
„Rein, obgleich — na, das ist ja jetzt einerlei. Also es ist wegen 3hres hohen Gehalts."
„Sie haben mir aus freien Stücken im Februar mein Gehalt erhöht. Wenn ich auf diese Erhöhung für die Sommermonate verzichte?"
Es war ein Versuch, um ihre Position zu kämpfen.
Der Geschäftsführer zuckte mit den Schultern.
..Die dreißig Mark rechnen nicht. Es blieben immer noch Hweihundertfünfzig im Monat. DaS Sommergeschäft wirft nicht so viel ah, daß wir so hohe Gehälter zahlen können. Wir müssen uns über Sommer mit einer Anfängerin begnügen, die für hundert Mark im Monat arbeitet“
Helene entgegnete kein Wort mehr. Sie dachte: Auch das noch! Rahm es hin mit stumpfer Resignation. Was wollte das auch bedeuten gegen das eine: Sie hatte Achim verloren.
(Fortsetzung folgt.)
nicht weiter darüber reden — es ist auch Zeit, daß wir gehen."
„3ch hätte dir noch so viel au sagen, Gene.“ „Richt jetzt!" bat sie. „Vielleicht bietet sich uns später noch einmal Gelegenheit dazu."
Sie gab sich Mühe, stark zu erscheinen, und fühlte sich doch so maßlos elend. —
Als sie sich im Geschäft wegen ihres ^uspäte- kommens entschuldigte, und als Grund Kopfschmerzen angab, glaubte man ihr das ohne weiteres. Sie war todblaß, und ihr Gesicht, hatte einen qualvollen Ausdruck. Zum Glück hatte sie gerade wenig zu tun. 3m Laufe des Rachmittags kam Kundschaft, die sie beanspruchte. Eine Dame, in Begleitung eines Herrn, wünschte einen Her- melinfchal zu kaufen. Racheinander mußte Helen« etwa ein Dutzend Schals vorführen. Sie mußte unter scharf prüfenden Blicken hin und her trippeln, darauf bedacht sein, graziös zu erscheinen. Dabei war eine unüberwindlich« Schwäche in ihren Deinen. Müde fühlte sie sich, zum Llm-
veränderungen in engen Grenzen. Das nur in geringem Umfange herauskommende Material fand glatt Llnterkunft. Die Llmsahtätigkeit war wieder sehr klein, zumal das Publikum kaum am Geschäft beteiligt gewesen sein dürfte. Elektro- toerte, 3G.-Farben, Reichsbank und einige andere Spezialwerte verzeichneten Kursrückgänge von etwa 1 bis 2 v. H., während Montan- und Schiffahrtsaktien ihren gestrigen Kursstand nur um Bruchstücke eines Prozentes unterschritten. Stärker rückläufig waren nur Bankaktien, von denen Commerz-, Danat- und Dresdner Dank bis zu 2 v. H. niedriger genannt wurden, wogegen Berliner Handelsgesellschaft und DD-Dank, letztere anscheinend auf Stützungen, nur geringfügig niedriger lagen. Durch weiter feste Haltung zeichneten sich Kaliaktien aus, die erneut bis zu 3 v. H. höher bewertet wurden, nachdem schon gestern nachmittag mehrprozentige Kursgewinne eingetreten waren. Rur Bürbach und Wintershall-Kali blieben von der Aufwärtsbewegung ausgeschlossen. 3m Verlaufe war die Haltung schwankend, doch haben sich nennenswerte Veränderungen nicht ergeben.
Am Rentenmarkt blieben die Kurse bei stillem Geschäft meist unverändert. Schwach lagen lediglich Reichsschuldbücher (minus 1 v. H.) und Altbesih (minus 0,5 v. H.). Don Goldpfandbriefen waren die Werte der Preuß. Landespfandbrief- Anstalt gefragt und höher. Liquidations-Pfandbriefe gehalten, teils etwas niedriger. Don 3n- dustrie-Obligationen waren besonders elektrische Werte bevorzugt und 0,5 v. H. höher, dagegen Montanwerte schwächer. Reichsbahn-Dorzugsaktien minus 1 v. H. Don fremden Werten blieben Türken fester.
Auf die Diskontsenkung der Dank von England wurde die Haltung am Rachmittag etwas freundlicher, doch konnten nur 3G.»Farben bei etwas größerem Geschäft davon profilieren, und zwar etwa 1 v. H. Ferner zogen Kaliaktien erneut etwa 2 v. H. an. Der übrige Aktienmarkt blieb vernachlässigt.
Berlin unsicher.
Derlin, 19. Febr. (WTB. Funkspruch.) Bei sehr stillem Geschäft herrschte im heutigen Tele- p^on-e.llhc ziemlich unsichere Tendenz. Der feste Reuyorker Dörfenschluß hatte zwar zunächst mit festeren Kursen rechnen lassen, als dann aber das Geschäft in Gang tarn, stellte sich he.aus, dah die Kursentwicklung keine einheitliche Richtung aufzuweifen hatte. Man ist im Moment so ziemlich in jeder Beziehung auf dem toten Punkt ang.kommen. Mit der Diskontentscheidung der Deutschen Reichsbank hatte man nach den gestrigen Ermäßigungen in England, Schweden und Rorwegen vorläufig nicht mehr gerechnet, doch nimmt man an, dah dieser Frage nach der
□ Laubach der Turngem Beteiligung der ten Vorsitzenden Zunächst wurde. des verstorbenen gedacht. Dem G daß bei den Wett ner zahlreiche Si die im letzten 9 unter Wicht des Die von dem Re gelegte Rechnung ist günstig. Der se behalten. Die Der geändert und eir langjährige l.Dor verzilttete, wurde Gerichtsvollzieher setzung nach Darr nieder. Für seine sammlung zum ( hatte folgendes E Det ter; 2. Sc Friedrich fiofm ftus; L Turnm. wart W. Qlitf Echweisgut; Dickhard, Fug Zeuamrt W. S Zu Beisitzern wu gust Desch und blieb Eg. Ccha interner Angeleg mit einem Turne
3n Hast band er Kragen und Krawatte um und schlüpfte in seinen Rock. 3m Entree, wo sein Hut und Mantel hing, stieß er auf Eva, die im Degriff war, ein Tablett mit Tassen ins Wohnzimmer zu tragen.
Sie wünschten sich guten Morgen, und Eva, die bemerkte, daß er nach seinem Mantel faßte, fragte erstaunt: „Willst du schon gehen? Es ist doch noch viel zu früh. Lind gefrühstückt hast du auch noch nicht? Der Kaffee ist ja fertig. So warte drxh noch einen Augenblick — ich bringe ihn dir gleich herein!"
„Llnmöglich, Eval Derzeih — ich muß gehen! Das Frühstück ist nicht so wichtig. 3ch kann es mal entbehren. Auf Wiedersehen, Eva!"
Er stürzte davon. 3m Treppenhause blieb er einen Augenblick stehen. Er horchte nach oben. Ob Helene schon fort war? Er sah auf seine Llhr. 3ehn Minuten nach halb acht Llhr war es. Ratürlich war sie längst gegangen. Er mußte zusehen, sie auf ihrem Wege einzuholen. Es gelang ihm auch — gerade als sie von der Hedemann-Straße in die Friedrichstraße einbog.
»Du?" fragte Helen« erstaunt, als er vor ihr stand. Sie sah ihn gar nicht sehr freundlich an, schien schlechter Laune zu sein.
„Warum bist du gestern abend nicht gekommen?" fragte sie. „3ch habe über eine Stunde vor dem Geschäft auf dich gewartet. Scheußlich peinlich war das. So endlos hin und her zu pendeln in der Leipziger Straße."
Er entschuldigte sich. Sie sagte: „Ra, nun ist es ja überstanden! Es ist nett von dir, daß du gekommen bist. Aber viel Zeit haben wir nicht."
Sie gingen weiter. Wie sollte er ihr nur daS Tagen, was er auf dem Herzen hatte? 3n dieser Elle? Es erschien ihm unmöglich.
„Könnten wir uns heute abend irgendwo treffen, Lene?"
„Rein, heute nicht! 3ch habe versprochen, um halb neun Llhr zu Hause zu sein. Elli hat Geburtstag — den will sie feiern. Sie hat ein paar Freundinnen eingeladen, denen sie einen Lee gibt Dabei darf ich nicht fehlen."
„Ach, wie ärgerlich I" stieß er hervor.
Sie sah ihn von der Seite an.
„Wieso ärgerlich? Wir können ja morgen Zusammensein!"
Run erst fiel ihr auf, daß er blaß und über- nächtigt aussah.
18.Februar
19. Februar
Amlliche Jlotlcrunq
Bmlliche
■Möllerung
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Geld
Ärie
(lelilngfotl .
6.593
6.607
6,583
6,597
Wien
49,95
50,05
49,95
50,05
Dran
12,465
12.485
12,465
12.485
Budapest
56.94
57.06
56,94
57,06
Sofia
3.057
3.063
3,057
3,063
Holland .
170,43
170,77
170,33
170,67
Oslo
78,67
78,83
78,67
78,83
fiopenhagee.
79,77
79,93
79,77
79,93
Stockholm
80,92
81,08
80,92
81,08
London
Buenos "flirrt
14,49
14,53
14,50
14,54
1,028
1,032
1.028
1,032
Neunorf
4,209
4,217
4,209
4,217
Brüssel
58.69
58 81
58,69
58,81
Italien
21,88
21,92
21,88
21,92
Pari«
16,59
16,63
16,58
16,62
Schweiz
82,17
82,33
82,15
82,31
epanien
33 07
33,13
32,97
33,03
Danzig
81,92
82,13
81,97
82,13
Japan
1,474
1,476
1,449
1,451
Rio or .Ian..
0,209
0,217
0,250
0,252
Jugoslawien. Liiiaüo»
7,463 13.19
7,477 13,21
7,463
13,19
7 77
13,21
Berlin, 18. Februar
Geld
Brie!
flmeritanische 'Jlotee
4,20
4,22
Belgische Noten .......
58,53
58,77
Dänische Noten ........
79,59
79,91
Englische Noien ........
14,45
14,51
Französische Noten........
16,55
16.61
Holländische Noten .......
170,06
170,74
Italienische Noten .......
21.86
21,94
Norwegische Noten ......
78,49
78,81
Deutsch-Oesterreich, t 100 SchUli-a
Rumänische Noten ......
2,49
2,51
Schwedische Noten ......
80,74
81,06
Schweizer Noten........
81,99
82,31
Spanische Noten ........
32,93
33,07
Ungarische Note» ...


