3549
5578
9503
4518
6835
4399
2568
170518 192788
203424
218923
236004
1 22486 23170 29457
NMZ
147937 149721 ' 175364
195568 207367
219345 237469
262899 281775
254201 3633 273784 '1333 305295 305673 Ml 323501 324973 3946 344597 347737 0347 371530 372592
■teei. LWL Oberer
0Qt)l auäge.
eld.
$$ toirb »•? *n
8 NÄ"*
«8 ***■----
^btuijdie
ibnn b
151 d« 1932
6M 352309 6=4 & -°°>.
808 3a^0 '39123
g; sÄ 38 Btträ W ED
bung würben Gewinne Mögen
17032
103 170705 312378
K? 49131 152776
6881 268338 323479
736 1 8844 22980 39722 32789 109056 113201 17329 148497 151935 19416 260708 265496 19327 314508 350003 '7417 385375 387005 324 20997 25526 25=69 90211 91948 128.3=9 3537 179281 184902 1684 202051 210257 779 220750 22> 51 975 285459 28205' >72 333839 350563 52 374259 315132
e 4O02JL
230045 266436
281746 297984 310471 332977 340290 353693 392310
143395 168018
204341
247590 272936
284033 299014 317459 333696 340353 361219
e/fierz
•JTKRAFTU
/KHM
>515 118829
2843 143338
5735 167943
14774 201953
>9368
56191
80200
95024
10367
27334
40043
50820
89767
eben:
2 Prämien zu W, 2 ja je 200000, '5000, 8zn le.SE 10C00, 366 zu je 5000, 2000, 4656 iUie 100Q,
10830 12398 15492 ,2 50487 5137 5 53o9) II 7962080949978^
;i5O* nacbeäS ® holt KreSw Bge«- ter Str-i ® scholl riinber?-e z,gov ien. ---
ersteige" 1 ng6lvei|t ;8, dah>"' 1 588ID
7 MhinaRN likos, V , 13 LoslU"
Mtz
KS,r?U Äi**; *
***& °Ä
in Sieht" Ä»'3ä” 33"
«r.13 FrübauSsabe
182. Jahrgang
Donnerstag, 18. August (952
Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholl« monatsBtiugsprtls:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Siehe».
Postscheckkonto: $ranfftirt am Main 11686.
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
druck und Verlag: vrühl'sche Univer^air Buch, und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schristleitnng und Geschästrstelle: Schulstratze 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig: für Ne» hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Playvorschrist 20“ , mehr.
Chefredakteur
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Cange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Dietzen.
Der Reichskanzler über die Ziele seines Kabinetts.
Erklärungen an einen englischen Pressevertreter über innen- und außenpolitische Tagesfragen.
London, 17. Aug. (WT2.) Der Berliner Reuter-Bertreter berichtet über ein 3 n t c r h i c tr^ doS ihm Reichskanzler v. Papen gewährt hat.
Auf die Frage des Reuter-Vertreters, ob der Kanzler glaube, daß seine Regierung kommende Weihnachten noch im Amte sei, antwortete der Kanzler:
„Dir werden für lange Zeil im Amte sein."
Weiter erklärte Reichskanzler v. Papen, es sei nicht die Rede davon, daß seine Regierung dem Reichstag aus dem Wege gehen wolle. Wie der Reuter-Vertreter erklärt, schien der Kanzler von der Zuversicht erfüllt, daß ein Appell an den gesunden Menschenverstand der Parteien nicht ohne Erfolg bleiben könne, da auch die Parteien sich klar darüber sein mützten, daß es keine Regierung gebe, die an die Stelle der gegenwärtigen treten könne. Sollte jedoch ein Mißtrauensvotum zur Annahme gelangen, so würde die Regierung nach Maß- gäbe der dann geschaffenen Situation handeln, wobei sie in jeder Veziehung die Absicht habe, die Verfassung zu achten.
Der Reuter-Vertreter wies dann daraus hin, datz Hitler entschieden bestreite, in seiner Unterredung mit dem Reichskanzler die volle Staatsgewalt verlangt zu haben und bat Herrn v. Popen um eine Aeutzcrung zu diesem Dementi. Der Kanzler erklärte, datz es in dieser Hinsicht gar keinen Zweifel geben könne.
Der Führer der NSDAP, habe zugegeben, dah er während der vergangenen zwei Monate mit seinen ungeduldigen Anhängern einen schweren Stand gehabt habe, und habe erklärt, er könne einen Anteil an der Regierungsgewalt nicht annehmen, sondern müsse sie in ihrer Gesamtheit verlangen. Er könne nur für eine Regierung kämpfen, die sich ganz und gar mit feiner Bewegung identifiziere.
Auf die Frage des Reuter-Vertreters, ob Deutschland aus dem Völkerbünde austreten würde, wenn seine Ansprüche aus Gleichberechtigung hinsichtlich der Abrüstung keine Berücksichtigung fänden, begnügte sich der Kanzler damit, zu unterstreichen, datz die Frage der Gleichberechtigung auf dem Abrüstungsgebiet für Deutschland eine wichtige Lebensfrage fei, da Deutschland s i ch einer solchen Diskriminierung nicht länger unterwerfen und nutzt länger zulassen könne, dah e£ als Macht zweiter Klasse behandelt werde.
Falls Deutschland die Gleichheit auf, dem Gebiete der Sicherheit länger verweigert werden sollte, werde die Reichsregierung die notwendigen Mahnahmen in dem Sinne ergreifen, wie er bereits von General von Schleicher umrissen worden sei.
„Deutschland hat weder den Wunsch noch die Absicht, zu rüsten", führte Reichskanzler von Pa- pen dazu aus, „aber es will, datz dir anderen (Rationen i h r Versprechen, abzurüsten, auch halte n." Er fügte hinzu, datz er in Lausanne bei seinen Unterhaltungen mit Premierminister M -acbonold bei dem englischen Staatsmann volle Sympathie für bte deutsche Auffassung hinsichtlich Deutschlands Benachteiligung in der Abrüstungsfrage habe fest stellen tön- ^Weiter bemerkte der Kanzler, datz Deutschland seine Bestrebungen, etwas von dem früheren deutschen Kolonialbesitz zurückzuerha^ ten, noch nicht aufgegeben habe, und unterstrich dabei, datz auch hier wieder der Fall einer nicht z u rechtfertigenden Diskriminati o n z u ungun ft en Deutschlands vorliege, für den früher ober später Abhilfe geschaffen werden müsse. Indessen seien noch keine diplomatischen Verhandlungen über diese Angelegenheiten einqclcitet worben. Wenn dementiert worden sei, datz General von Schleicher solche Verhandlungen erössnet habe, sei das ganz richtig, denn General von Schleicher sei Reichswehrminister und nicht Minister des Auswärtigen.
Nachdem der Reuter-Korrespondent dann noch einmal als seinen Eindruck hervorgehoben hat, datz Herr von Papcn hinsichtlich der Zukunft seines Kabinetts durchaus zuversichtlich sei, berichtet er weiter:
Der Kanzler gab der Hoffnung Ausdruck, es fei wohl nicht zu befürchten, dah die NSDAP., um ihre Ziele zu erreichen, sich zu illegalen Schritten hinreihen lassen werde. Er habe von Adolf Hitler eine Zusicherung in diesem Sinne erhalten und habe keinen Aniah, Hitler nicht zu glauben.
Auf alle Fälle werde die Regierung nicht zau- dem jede Revolte gegen ihre Autorität auf der Stelle mit Waffengewalt zu unterdrücken.
Wie die Dinge liegen, erklärte der Kanzler weiter, steht das deutsche Volk jetzt wieder geschlossener denn je hinter seinem obersten Führer, dem Generalselbmarschall von Hindenburg, und ist voll Vertrauen in feine weife Führung.
Auf die Frage, ob demnächst ein Rachfolger für Freiherrn von Reurath auf dem Londoner
Botschafterposten ernannt werden würde, antwortete der Kanzler xum Schlutz, datz in dieser Angelegenheit noch keine Entscheidung gefallen sei.
Aoch feine Arbeiisdienstpflicht.
Berlin, 17. Qlug. (ERB.) Zu den Meldungen einiger Zeitungen, die Reichsregierung beabsichtige, den FreiwilligenArbeitsdienst in die Arbeitsbien st Pflicht bestimmter Jahrgänge überzuleiten, hören wir von unterrichteter Seite, datz im Reichsarbeitsministerium von einer solchen Absicht nichts bekannt
Französische und englische Zeitungen beschäftigen sich neuerdings sehr eifrig mit unserem Bestreben, aus den militä ris chen Fesseln des Versailler Vertrages herauszukommen und durch einen Umbau der Landesverteidigung den Grad unserer Sicherheit zu steigern. Wir wissen nicht, welche Kräfte im Hintergrund wirken und welche Kreise eine internationale Diskussion über die deutsch« Sicher, heitspolitik entfesselt haben. Unzweifelhaft sind aber Intriga nten am Werke, die uns auch die bescheidenste Verbesserung der Ausrüstung unserer Reichswehr nicht gönnen, aus der anderen Seite aber für sich selbst dre allermodemsten Massen im Interesse ihrer eigenen Sicherheit in Anspruch nehmen. Uns kann es ater schließlich gleichgültig sein, ob man jenseits der Grenzen unseren Bestrebungen sympathisch oder feindselig gegenübersteht und ob man sogar das amtliche französische Rachrichtenbüro einspannt, um in verklausulierter Form von vornherein sestzustellen, daß eine Auflockerung der Bestimmungen des fünften Teiles des Versailler Vertrages nicht in Frage kommt.
Wir verhandeln bereits seit langem mit den Franzosen, aber auch mit anderen Völkern über unsere berechtigten F o rd erungen, wir werden auch in den nächsten Wochen erneute Anstrengungen machen, um die Vertragspartner zu einem Verzicht auf die militärischen ‘Bestimmungen zu bringen. Das heißt also, wir streben nach wie vor die m i l i t ä r i s ch e G l e i ch- berechti gung an, nicht weil wir uns mit wilden Ausrüstungsplänen tragen, sondern weil die gescheiterte Abrüstungskonserenz gezeigt hat, daß es für ein Sechzigmillionenvolk auf bie Dauer unerträglich ist, inmitten stark gerüsteter Rationen ungesichert dazustehen. Was wir wollen, ist nicht mehd unb nicht weniger, als uns einen Gre^nzschutz aufzubauen, der militärisch ins Gewicht fällt unb so durchorganisiert ist, dah angriffslüsterne Rachbarn schon durch das Vorhandensein dieser Verteidigung reichlich ernüchtert werben. Sollte die Gegenseite unzugänglich bleiben, bann werden wir eben zur Selbsthilfe schreiten unb die Reichswehr so umbauen müssen, daß auch jeder Pfennig nutzbringend angelegt wird.
Heute müssen wir Millionen und Millionen bin- auspuloern, weil uns der Versailler Vertrag eine Wehrmacht beschert hat, bie wegen ihrer Konstruk-
Kinanzierungsbesprechungen.
Berlin, 17. Aug. (ERB.) Wie wir erfahren, fand heute abend in der Reichskanzlei eine längere Besprechung zwischen dem Reichskanzler und dem Re i ch s b a n k p r ä s i b e n - t c n statt, an ber auch ber Reichswirt - schaftsminister unb ber Reichsfinanz- minifter teilnahmen. Bei biefer Besprechung handelte es sich um die Finanzierung der Arbeitsbeschaffungsmatznahmen der Reichsregierung: sie ist die Fortsetzung einer Zusammenkunft, die bereits heute mitta-g zwischen dem Kanzler unb dem Reichsbankpräsidenten allein ftattgefunden hat. Man muß sie im Rahmen der zahlreichen Ressortbesprechungen se- h-n die in diesen Tagen stattfinden unb bte diesmal' einen etwas anderen Charakter haben als sonst. Früher verstand man unter Ressortbespre- chungen Verhandlungen zwischen den einzelnen Ministerien, in diesem Falle liegt die Leitung immer in ber Hand des Reichskanzlers. Es ist anzunehmen, dah zum mindesten auch noch bie nächste Woche mit solchen Verhandlungen ausgefüllt sein wirb. •
Die Stellungnahme der Industrie
Berlin. 17. August. (CNB.) Das Präsidium be* Reichsoerbandes der Deutschen I n- b u ft r i c beschäftigte sich heute unter Vorsitz von Dr Krupp von Bohlen und Halbach mit der wirtschaftspolitischen Lage und nahm u. a. - auf Grund eines Referats von Generaldireklor Dr Pietrkowski — zu der Frage der Arbeitsbeschaffung Stellung. Hierüber wird von dem Verband folgende Erklärung ausgegeben:
„Dec Reichsverband der Deutschen Industrie vertritt den Standpunkt, dah auf dem Wege
sei. In der Verordnung über den Freiwilligen Arbeitsdienst habe die Reichsregierung erklärt, dah sie ihre Aufmerksamkeit der Entwicklung des Arbeitsdienstes widmen werbe. Disher könne jebenfalls ein a u h e r o r b e n 11 i ch e r Er - folg des Arbeitsdienstes sestgestrllt werben. Weiter habe bie Reichsregierung ben Rcichs- kommissar für den Arbeitsdienst aufgefordert, ein Gutachten über bie Cntwicklungsmöglichkeiten im Arbeitsdienst vorzulegen. Dieses Gutachten liege aber bisher noch nicht vor. Wie der Arbeitsdienst weiter ausgedehnt werde, könne daher heute noch nicht gesagt, werden.
tion fast bie teuerste der Welt ist. Reichswehrminister von Schleicher hat bereits diesen Umbau in seiner Rundfunkrede angekündigt, der Umbau wird kommen, gleichgültig wie die diplomatischen Verhandlungen ausfallen. Sind wir aber erst einmal wieder so weit, daß wir auch militärisch an Bedeutung gewinnen, dann wird man uns auch auf künftigen Abrüstungskonferenzen etwas ernster nehmen. Denn schließlich füllt nur dessen Stimme ins Gewicht, der ihr besonderen Nachdruck zu verleihen vermag. Das war bisher Frankreich, das als einzigen Gegenspieler das wehrlose Deutschland gegen sich hatte. Kommen wir zur Wehrhaftigkeit, dann sind wir auch für die anderen Nationen wieder ein Volk, mit dem man ganz anders als bisher im Interesse des Friedens und der allgemeinen Sicherheit gegen die Rüstungssanatiker und Friedensstörer Zusammenarbeiten kann.
Eine Klarstellung.
Berlin, 17. Aug. (CRD.) Ein Berliner Mit« tagsblatt will aus Paris über Berhandlungen berichten können, die in ber nächsten Woche beginnen unb ben Umbau ber Re ichswehr zum Gegenstand haben sollen. Darüber sei auch von englischen Blättern geschrieben worden. Wie wir von unterrichteter Seite hören, ist die Meldung in dieser Form nicht richtig. Bekanntlich haben schon während der Abrüstungskonferenz und auch seither Besprechungen über dieses Thema stattgefunten. Es handelte sich aber nur um formlose Unterredungen, die nicht gleichsam als festumris'ene diplomatische Actionen vor sich gegangen sind. Dah diese Unterredungen noch toeiter geführt teerten, ist eine Selbstverständlichkeit. Wenn eine französische Seite die Meldung über angeblich in näch ster Woche beginnende offizielle Verhandlungen dementieren zu müssen glaubt, intern sie darauf hinteeist, daß derartige Vor- Handlungen erst bann eingeleitet teerten könnten, toenn die Verhältnisse in Deutschland endgültig gesestigt seien, so stellt dies einen unzulässigen Eingriff in die deutschen inneren Verhältnisse dar. Es ist klar, daß derartige Unterredungen gesühnt teerten, toeil sie das gesamte deutsche Volk als i felb ft Der ft ändl ich fordert.
einet öffentlichen Arbeitsbeschaffung eine kon- junktursordernde Beeinflussung nicht erreicht werden kann und lehnt alle uferlosen Pläne, die zur Ausführung von Milliardenprojekten von verschiedenen Seilen ausgestellt worden sind, nach wie vor ab.
Eine Besserung der innerwirtschaftlichen Lage und eine allmähliche Behebung der Arbeitslosigkeit kann nach Auffassung des Reichsverbandes nur dann erhofft werden, wenn die innerwirtschaftlichen Hemmungen, die die freien Entwickelungsmöglichkeiten beeinträchtigen, beseitigt und die Produktionskosten derartig gesenkt wer- den, daß die Betriebe wieder rentabel wirtschaften können.
Es wurde aber anerkannt, daß unter den gegebenen Verhältnissen die öffentlichen Stellen einschließlich der Reichsbahn und der Reichspost die Aufgabe haben, diejenigen Arbeiten mit möglichster Beschleunigung in Gang zu setzen, die zur Erhaltung des öffentlichen Vermögens notwendig find, und zwar in einem erheblich weiteren Umfange als bisher vorgesehen ist.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage des Freiwilligen Arbeitsdienstes und der Arbeitsdienst pflicht erörtert. Dabei wurde festgeftellt, daß
ter Freiwillige Arbeitsdienst einer möglichsten Förderung bebarf,
unb baß 'm einem weiteren Ausbau des Freiwilligen Arbeitsdienstes auch die organischen Grundlagen für eine spätere Einführung der Arbeitsdienstpflicht gefunden werden können.
Vorschläge der Landgemeinden.
-Berlin, 17. Aug. (CRD.) Der Präsident tes Deutschen Landgemeinde tag es und des Verbandes der preußischen Landgemeinden Land-
rat a. D. Dr. Gereke-Pressel hatte zu Mittwoch zu einem Presseabend im Hause der Deutschen Presse eingeladen, auf dem das Arbeits - befchaffungsprogramm der Landgemeinden erläutert wurde.
Dr. Gereke erklärte, es müsse mit allen Mitteln dasür Sorge getragen werden, daß sich alle maßgebenden Organisationen und Parteien zur positiven Lösu ng der deutschen Schicksals- srage, nämlich ter 'Beseitigung der Erwerbslosigkeit , bc.enncn, damit nicht die besten und erfolgversprechenden Vorschläge tes- halb nicht durchgejührt würden, weil sie als Emp- sehlungen einer Parte i oder Organisation von den übrigen ab gelehnt würden.
Die Vorschläge der Landgemeinden, die in Leitsätzen mit ausführlicher Begründung zusammengesaßt sind, gehen von folgenden Erwä- gungen aus:
Trotz schwerster Verluste aus verschiedensten Gebieten ist uns die Arbeitskraft des deutschen Volles als stärkstes Mittel zur Belebung ter Wirt- schckft geblieben. Diese Aroeitslrast kann heute bei rund sechs Millionen Erwerbslosen nicht annähernd genutzt werden, obwohl genügend Volkswirtschaft l ich wichtige Arbei tsge- legenheiten zur Verfügung stehen.
Diese volkswirtschaftlich wichtigen Arbeiten müssen unter Einschaltung der Privatwirtschaft zu vollem Lohn von ber össentUchen Hand durchgeführt werden.
Zur Trägerschaft dieser Arbeiten ist die öffentliche Hand deshalb berufen, weil es sich bei den Maßnahmen vielfach um Arbeiten handeln muß, die ihrer Ratur nach nicht im privatwirtschast- lichen Sinne rentabel sind und die infolgedessen von ter Privatwirtschaft nicht in Angriff genommen werten. Zur Finanzierung eines wirklich umfassenden Arbeitöbeschaffungsprogramms muß ein neuer Wog beschritten werden, und zwar bie zinslose krcditschopsung der öffentlichen Hand bei ben öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten,
die ihre Deckung, wie die Anleihen der öffentlichen Hand bisher, in ter ßteuerfraft der Bevölkerung sinten. Selbstverständlich müßte die Kreditschöpfung von einer zentralen Stelle, am besten von einem eigens mit großen Vollmachten eingesetzten Reichskommissars planmäßig überwacht und begrenzt werden, um jede Gefährdung der Währung <o u $ ju * schließen.
Was heute in der Öffentlichkeit vielfach verwechselt und durcheinander geworfen wird, ist die Kredit schöpsung und die Beschaffung ter für ein Arbeit5be'chaffungsprogramm not« wend igen Geldzeichen. Wenn man den bargeldlosen Verkehr nach Kräften belebt und zu seiner Förderung auch das Scheckgesetz verschärft, dann sind zur Ingangsetzung auch eines großen Arbei tsbrschaffungsprogramms relctziv nur geringe Mengen von Geldzeichen nötig, die die Reichsbank ohne irgendeine Gefährdung der Währung zur Verfügung stellen tonn.
NSDAP, und Reichsbanner stimmen zu.
Irn Anschluß an die Ausführungen des Präsidenten Dr. Gereke nahm Kornemann von der wirtschaftspolitischen Abteilung der NSD A P. das Wort zu einer kurzen Erklärung, in der er sein völliges Einverständnis mit dieser Art der Selbsthilfe der untersten deutschen Derwaltungs- körper ausdrückte unb dem vorgelegten Arbeitsbe- schaffungsplan den v o l l st/ n Erfolg wünschte. Daraus ergriff der Generalsekretär des Reichsten- ners Schwarzrotgold, Gebhardt, das Wort. Er erklärte, daß der heutige Tag durchaus ein Wendepunkt für die wirtschaftliche und politische Zukunft des deutschen Volkes sein könne. Er schloß mit dem Appell: „Vorwärts, aufwärts, durch!"
NSDAP, und Zentrum.
Von unserer 'Berliner Redaktion
In ter ‘Berliner Wilhelmstraße beginnt man allmählich doch etwas nervös zu werden. So Konz 'unmöglich, wie man das zunächst angenommen hatte, scheint man heule die Bildung einer schwarz-braunen Koalition nicht mehr zu beurteilen. Daß das Zentrum sich bemühte, Vie RotionaAozialisten irgendwie zum ßmlenien zu bringen, wußte man. Aber man glaubte bisher nicht, daß Herr Hitler dem Zentrum ten Gefallen tun würde. Man zog Rückschlüsse aus ter Tatsache, dah es die Rationalsozialisten waren, die die Einladungen zu offiziellen Besprechungen zunächst ablehnten, und zwar, wie man jetzt weih, unter einem Vorwand. Das Vild hat sich inzwischen wesentlich verändert, nachdem
nunmehr bie Nationalsozialisten selbst bie Initiative ergriffen haben.
6ie haben dem Zentrum bie Anregung übermittelt, bie vorgesehene Besprechung nun beschleunigt ftattfinben zu lassen. Das Zentrum hat bie Berhanblungen z u britt, also unter Einschluß ter Deutschn a't iona- len , vorgesehen. Rach allen Borgängen ter jüngsten Zeit ist es zwar nicht mehr besonders er- .taunlich, aber doch bezeichnend für die Lage,
Der Umbau der Reichswehr.
Das Ringen um die Arbeitsbeschaffung.


