Ausgabe 
18.8.1932 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft

37 Fortsetzung.

den

alte ent- von und über

Brief."

Er riß den Umschlag schon auf. Der Mann versuchte ihm das Blatt Papier zu reihen, aber Werner Sturm schob ihn zornig sich, drückte ihn auf einen Stuhl nieder begann zu lesen. Hastig flogen seine Augen die Zeilen:

Herr Baron!

Mit der Feder bin ich ziemlich ungeschickt, aber ich muh Ihnen schreiben, damit ich wenigstens nicht umsonst sterben brauche. Damit es sich lohnt. Lil liebt Sie und hat Sie immer geliebt! Mir können Sie das glauben, ich kenne Lil so gut, als wäre Sie meine Tochter. Ich haßte Sie, weil Sie eine Lil aus Ihrem Haus, das die Verwaiste und Armgewordene schützen sollte, weg­laufen liehen in die Welt der Rot. Denn Rot hat Lil kennen gelernt beim Zirkus Gerhard, und ich hahte Sie, als Lil mich zu Ihnen schickte, um Ihnen unter einem Vorwand ihr ganzes damaliges Vermögen anzubieten, und ich dann hörte, Ihre Verlobte hätte Ihnen bereits ge­holfen. Ihre Verlobte! Ich begriff nicht, wie jemand eine Lil so rasch vergessen konnte und als Sie nun ins Haus zu Lil kamen mit der Bitte um Vergebung und weil Sie nun keine CBraut mehr hatten, gesellte sich zu meinem Hah das Mihtrauen. Ich wollte Lil vor Ihnen be­hüten und glaubte so richtig zu handeln, wie ich handelte. Lil aber ist wie zerstört seit dem Tag. als Sie bei ihr waren. Sie hat innerlich nicht eine Sekunde an Ihnen gezweifelt, aber ich machte ihr klar, Sie verdienten das Mihtrauen. Jetzt erfuhr Lil durch Zufall, Sie brauchten von ihr gar kein Geld, und sie ist zornig auf mich, dah ich das Leben nun nicht mehr ertragen kann. Ich wollte nur noch das eine tun, Sie und Lil zusammenführen. Vergeben Sie Lil, wie sie Ihnen vergab. Ich trage alle Schuld an Lils Verhal­ten neulich, fluchen Sie mir soviel Sie wollen, aber gehen Sie zu Lil und geben Sie ihr den Platz an Ihrem Herzen, wo sie hingehört. Lil ist «ine große Künstlerin, aber ihre Liebe, die immer bei Ihnen blieb, wird doch gern auf den Ruhm und das viele Geld und die grohen Reisen verzichten, wenn sie bei Ihnen ausruhen darf für immer. Meine letzte Wahrheit: Lil liebt Sie über alles! Mein letzter Wunsch: Machen

Hatte ihm der alte Kerl denn noch nicht genug damit angetan, dah er Lil gegen ihn aufgehetzt, ihn in ihren Augen zum Gauner gestempelt?

Eben wandte sich Melchior Stampferl um und wollte schnell davongehen, als ihn eine feste Hand am Arm Packte und er mit Entsetzen in Werner Sturms Gesicht blickte. Schrosf versuchte er sich freizumachen, doch der andere hielt fest, sagte leise aber sehr befehlend:Sie rennen mir nicht davon, eher mag es zum Strahenskandal kom­men! Sie haben Lil das Gift eines hählichen Mihtrauens gegen mich eingeimpft, Ihnen traue ich alles Schlechte zu. Was wollen Sie noch von mir? Haben Sie sich neue Beleidigungen, neue Schlechtigkeiten ausgedacht?" Er schob den viel Kleineren geschickt, als ob er ihn führe, in den Vorgarten und schloh die Tür zu, doch ohne den Arm des anderen freizulassen.

Mit Leute wie Sie muh man vorsichtig sein. Mit einem Sprung sehen Sie sonst über den Zaun. So, und nun kommen Sie mit in mein Zimmer, aber ich will auch den Brief mitnehmen, den werden wir dann drinnen zusammen lesen." Mit diesen Worten führte Werner Sturm den alten Stampferl in sein Haus und sein Zimmer.

An seiner Schlüsselkette hing ein Schlüssel zum Briefkasten und, ohne Melchior loszulassen, langte er sich den Brief, den der alte Clown so schweren Herzens geschrieben.

Melchior Stampferl bat mit rauher Stimme: Lassen Sie mich gehen, Herr Baron, ich schwöre Ihnen, der Brief enthält keine Gemeinheit und nichts Böses. Im Gegenteil, nur Angenehmes für Sie. Ich habe jetzt keine Zeit mehr."

Werner Sturm erwiderte hart:Wenn der Brief nur Angenehmes für mich enthält, um so besser für Sie. Der Brief ist frankiert, sollte also erst mit der Post befördert werden, da Sie Zeit hatten, ihn persönlich herzubringen, werden Sie auch für mich noch ein wenig Zeit haben." Er be­fahl:Los. gehen wir ins Haus!"

Der andere wehrte sich.

Ich lasse mich nicht dazu zwingen, geben Sie mir bitte den Brief zurück!"

Das war das Törichtste, was Melchior Stamp­ferl sagen konnte.

Werner Sturm entgegnete erregt:Es handelt sich sicher um ein gemeines anonymes Machwerk. Rein. Sie kommen mit oder ich trage Sie ins Haus. An körperlicher Gewandtheit mögen Sie mir über sein, an Kraft aber nicht."

Ein paar junge Leute blieben auf der Strahe

Werner Sturm lacht« böse auf.Meinetwegen! älnd jetzt sehen Sie sich oder bleiben Sie stehen, ganz wie Sie wollen, ich lese vor allem

Sos MWe Mel.

Original-Vornan von Anny von panhuys. Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig.

Ra ,ck nerboten!

kaum mehr als 0,25 bis 0,50 v. Sy Von den seither stark favorisierten Bauunternehmungsaktien gaben Zement Heidelberg und Holzmann bis zu 1. v. H. nach. Etwas niedriger eröffneten ferner Zellstoff Waldhof (minus 1 v. H.), Schiffahrtsaktien (minus 0,25 vH.), Deutsche Erdöl (minus 0,65 v. H.) und IG. (minus 0,25 o. H.). Leichte Kursbesserungen hotten Reichsbank mit plus 0,75 v. H., Deutsche Li­noleum mit plus 0,50 v. H. und Gebr. Junghcms mit plus 0,50 v. H. Nach den ersten Kursen zogen IG. um etwa 1 v. H. an, während die übrigen Marktgebiete unverändert lagen. Die Umsätze hiel­ten sich allgemein in engsten Grenzen.

Der Rentenmarkt war sehr st i l l. Deutsche Anleihen blieben behauptet, Reichsschuldbuchforde­rungen gaben dagegen etwa 0,50 v. H. nach. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen. Liquidationspfandbriese neigten etwas zur Schwäche. Im Verlaufe blieb das Ge­schäft zwar sehr klein, doch war die Tendenz freund­lich. IG. zogen erneut bis zu 1 v. H. an, und auch an den übrigen Märkten stellten sich Erhöhungen bis zu 0,50 v. H. ein. Betula waren zu 100,50 v. H. eher angeboten. Tagesgeld war zum Satz von 4,25 v. H. unverändert.

Z-rank-urter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M.. 18. Aug. Auftrieb: 107 Rinder. 858 Kälber, 52 Schafe, 964 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 37 bis 40, mittlere Mast- und Saugkälber 32 bis 36, ge­ringe Kälber 27 bis 31. Schweine: Vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund 44 bis 47, von etwa 160 bis 200 Pfund 41 bis 46 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, ge­räumt; Schweine schleppend, ausverkauft.

Berlin ruhiger, aber widerstandsfähig.

Berlin, 17. August. (WTB. Funkspruch.) Noch unsicherem und eher schwächerem Vormittagsverkehr hatte sich bis kurz vor 12 Uhr heute noch keine zu­verlässige Tendenz herauskristallisiert. Auf Gründ der Kursrückschläge an der gestrigen Neuyorker Börse übte die Spekulation Zurückhal­tung, anderseits scheint aber das Publikum weiter für Spezialwerte kleines Kaufinteresse zu zeigen, wobei der Optimismus der Regierung, der in dem gestrigen Interview Papens zum Aus­druck kommt, zweifellos eine Rolle spielt.

Das Geschäft war wesentlich ruhiger als gestern, und die Kursgestaltung hing mehr oder weniger von Zufällen ab. Sie war daher auch nicht einheitlich, und Abschwächungen bis zu 1 v. H. stan­den häufig auf gleichen Marktgebieten Besserungen im selben Ausmaße gegenüber. So zogen z. B. von Bauwerten Julius Berger um 2 v. H. an, während Holzmann 1,25 v. H. verloren. Weiter fest waren Salzdetfurth mit plus 1,50 v. H. und Eontigummi mit plus 1,75 v. H., während Montanwerte bis zu 1 v. H. und Linoleumaktien bis zu 1,50 v. H. ver.- loren. Harburg Gummi büßten sogar 2 v. H. ihres gestrigen Gewinnes, d. h. fast 10 o. H. ihres effek­tiven Wertes ein. Trotzdem blieb die Gesamtstim­mung aber ziemlich zuversichtlich. Auch am Anleihemarkt konnten sich die gestrigen Kurse verhältnismäßig gut behaupten. Reichsschuldbuch­forderungen und Reichsbahnvorzugsaktien lagen wenig verändert, Industrieobligationen neigten teil­weise leicht zur Schwäche. Landschafts-Pfandbriefe büßten bis 1 v. H. ein. Von Ausländern fielen Mexi­kaner durch Festigkeit auf; während die 4prozenti- gen Mexikaner 0,50 o. H. gewannen, erschienen die 5prozentigen zunächst nur mit Plus-Plus-Zeichen und wurden 1 v. H. unter gestern mit 7,50 o. H. festgesetzt.

Auch im Verlaufe blieb es an den Aktien­märkten sehr still. Bei kleinen Abweichun­gen nach oben und unten war die Tendenz als durchaus wider st andsfähig zu bezeichnen. Spezialwerte fanden weiter eher Beachtung; be­sonders die anfangs gedrückten Papiere holten einen Teil ihrer Verluste wieder ein. Später wurde es in den Standardwerten etwas leb­hafter und fester, was auch auf die übrigen Märkte abfärbte. Chadeaktien zogen um 2 Mk. an. Schubert & Salzer gelangten verspätet 2,75 Prozent unter gestern zur Rotiz.

Am Geldmarkt ist wider Erwarten immer noch keine Erleichterung eingetreten, da zum Teil noch Einzahlungen auf die Reichsbahnanleihe verspätet vorgerwmmen werden. Der Satz für Tagesgeld blieb daher unverändert 5,5 Prozent und für erste Aufgaben darunter bis zu 0,25 Pro­zent. Auch Monatsgeld erfuhr mit 6 bis 8 Pro­zent nominell keine Veränderungen.

Sranffurf widerstandsfähig.

Frankfurt, 18. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Bereits an der gestrigen Abendbörse war nach der teilweise überhitzten Aufwärtsbewegung ein gewisser Stillstand eingetreten, der im heutigen Börsenverkehr noch ausgeprägt war, zumal der Rückschlag an der Neuyorker Börse etwas ver­stimmte. Da auch vom Publikum heute kaum Or­ders Vorlagen, schritt die Spekulation zu eini­gen G l a 11 ft e 1l u n g e n, so daß die ersten Kurse zwar uneinheitlich, aber überwiegend etwas nied­riger notierten. Die Tendenz war als recht widerstandsfähig zu bezeichnen, wobei auch die Ausführungen des Reichskanzlers gegen­über einem englischen Korrespondenten der Tendenz eine gewisse Stütze boten.

Arn Elektromarkt überwogen Kursrückgänge von 0,50 bis 1 v. Sy, nur Lechwerke tarnen 1 v. H. höher zur Notiz. Montanwerte lagen uneinheitlich, die Ver­änderungen nach beiden Seiten betrugen jedoch

stehen; sie schienen zu merken, dah da etwas zwi­schen den beiden Herren nicht stimmte.

Melchior Stampfer! muhte wohl oder übel mit ins Haus gehen und mitgehen in das ernste dunkelmöblierte Zimmer, das der Doktor vor ihm öffnete und in das er ihn wie einen Gegenstand hineinschob, um danach di« Tür zu verschließen und den Schlüssel in di« Tasche zu stecken.

Das ist Freiheitsberaubung", empörte sich Melchior Stampferl.

Oberheffen.

Gemeinderai in Grünberg.

+ Grünberg, 18. August. Unter Mitteilungen gab der Bürgermeister u. a. bekannt, daß das seiner­zeit eingeleitete Disziplinarverfahren ge­gen den früheren Bürgermeister Jäckel nach einer Zuschrift des Ministeriums mittlerweile e i n g e- st e l l t worden ist, da mit dem erfolgten Amts­antritt von Bürgermeister Dr. M i l d n e r der frühere Bürgermeister Jöckel von seinem Amte enthoben und damit der Zweck des eingeleiteten Verfahrens erreicht war.

Vom Kreisamt wurde angeregt, Beschluß darüber zu fassen, ob die vom Finanzminister bezüglich der staatlichen Sondergebäudesteuer getroffenen Er- leidjterungen auch für die Gemeinde- sonder st euer übernommen werden sollen. Da­nach kann in folgenden Fällen Erleichterung der Sondergebäudesteuer eintreten: 1. bei Sinken der Miete unter den gesetzlichen Mietbetrag; 2. bei un­verschuldetem Leerstehen von Wohnungen; 3. bei Umbauarbeiten von großen Wohnungen zu kleineren Wohnungen. Der Gemeinderat beschloß e i n st i m - mig d i e Gewährung dieser Vergünstigungen.

Bezüglich des Erlasses einer Polizeiverordnung über den Schutz der Wasserleitung ist das Ministerium der Ansicht, daß diese Verordnung nicht nötig sei, nachdem in der Ortssatzung deren wich­tigste Bestimmungen enthalten seien. Der Gemeinde­rat beschloß daher, vom Erlaß einer solchen ad- zusehen.

Von Bedeutung war noch der Beschluß über das Markt st andgeld. Vor einigen Jahren hatte man das Standgeld für Kälber und Ferkel auf 20 Pfennig pro Stück heraufgefetzt. Einstimmig wurde nun die Herabsetzung dieses Standgeldes auf 15 Pfennig beschlossen. Mit der Veröffentlichung dieses Beschlusses im Amtsverkündigungsblatte tritt dieses ermäßigte Standgeld in Kraft.

Landkreis Gießen.

ch Watzenborn-Steinberg, 17. August. In der Nacht zum Dienstag erlitt der 18jährige Otto Bender, Sohn des hiesigen Schlossermeisters Bender, bei der Heimfahrt mit seinem Fahr­rad von Grüningen her einen Rahmenbruch und ft ü r 3 t e so unglücklich, daß er mit erheb­lichen Verletzungen im Gesicht und einer Gehirnerschütterung liegen blieb. Der zufällig mit seinem Wagen die Straße passierende Arzt Dr. H e i l leistete dem Verunglückten erste Hilfe und verbrachte ihn in die elterliche Wohnung. Wie wir hören, be­steht für den jungen Mann erfreulicherweise keine Lebensgefahr.

4 Reiskirchen, 17. Aug. Am kommenden Sonntag werden die Bezirksmeisterschaften im Kleinkaliberschießen desHassia"- bezirks Gießen ausgetragen. Trotzdem jeder Verein auf eigenem Platze schießen kann, treffen sich jedoch eine größere Anzahl Mannschaften der Krieger- und Schühenvereine von Alten- Buseck, Bersrod, Burkhardsfelden und Oppenrod auf dem neuerbauten Schießstand des hiesigen

Kriegervereins und derHassia"-Iugendgruppe. da dieser Platz infolge seiner guten Stand- und Sichtverhältnisse Gewähr für gute Schubleistungen bietet. Der hiesige Schühenverein wird mit einer Alt- und einer Iungschützenriege antreten. Von jedem Schützen werden je 5 Schuß stehend, kniend und liegend freihändig auf drei besondere Schei­ben abgegeben. Die Leitung liegt in den Händen des bewährten Bezirks- und Vereinsschicßwarts sowie Iugendführers PH. Glaub- Reiskirchen.

Kreis Friedberg.

* Butzbach, 17. Aug. Der Verrnessungsreferen- dar Dipl.-Jng. Walter Oh le mutz wurde zum Vermefsungsaffessor ernannt.

Kreis Büdingen

(D Ranstadt, 17. Aug. Die durch die Pensio­nierung des Herrn Pfarrers Wolf seither ver­waiste Pfarrstelle hier, wird am 1.Oktober n e u b e s e tz t. Die Gemeinde läßt soeben das Pfarr­haus renovieren.

Gchach-Ecke

Bearbeitet von W. Orb

Problem Nr. 327.

Don O. Duras, Prag.

Weiß 7 Steine: Kg8; Da6; Lf8; Sd3; Be4, f2, f3. Schwarz 12 Steine: Kd4; Td7; Lbl, cl; Bb2, b3, c2, d2, e6, f4, g6, h7.

Weiß zieht und fetzt in drei Zügen matt.

Problem Nr. 328.

Don St. Trcala, Brünn.

Weih 8 Steine: Khl; Dc8; Tal, h7; Le3; Sa6? Ba4, b2.

Schwarz 4 Steine: Ka5; Lb5; Sd5; Bd6.

Weiß zieht und fetzt in zwei Zügen matt

Partie Nr. 327.

Königsfianchetto.

Im internationalen Meisterturnier zu Bad Sliae am 15. Juni 1932 gespielt.

Weiß: K. Opocensky. Schwarz: E. Dogvljubow.

1. d2-d4, d7-d6. 2. g2-g3, g7-g6. 3. e2-e4, Lf8-g7. 4. Lfl-g2, Sg8-f6. 5. Sgl-e2, Sb8-d7. 6. Sbl -c3, e7-e5. 7. 0-0, 0-0. 8. f2-f4, (Eine in ruhige Bahnen einlegende Spielweife bestand in 8. h3 nebst 9. Le3 usw.) 8.....118-«8. 9. H2-h3.

c7-c6. 10. Kgl h2, Dd8b6. 11. Tal-bl. (Das Bauernopfer b2, durch 12. Le3 kam hier in Frage.) 11.....e5xd4. 12. Se2xd4. (12. Dxd4? wäre ein

grober Dock, wegen 12...., Sg4+!) 12...., Sd7- c5. 13. Tfl-el, Db6-b4. 14. Sd4-b3, Sc5xe4 (führt zu einem scharfen Gemetzel). 15. Lg2xe4, Sf6xe4. 16.a2-a3, Db4-c4. 17.Sb3-d2, Dc4-e6! 18. g3 g4. (18. Sxe4 war nicht gut möglich, es käme darauf: 18.....Dxh3-f-. 19. Kgl, Lg4 nebst

d5 usw.» 18. ... , d6d5. 19. Sd2xe4, d5xe4. 20. Sc3Xe4? (Weiß, der hier in der Entwicklung erheblich zurück war, sollte auf Vereinfachung spielen, nämlich: 20. Txe4, Dd7. 21. Dxd7, Lxd7. 22. Ld2 wobei er noch Remischancen behält Rach der ge­wählten Fortsetzung wird er rasch über den Haufen geworfen.) 20...., LcSd7. (Verhindert 20. Sf64-.) 21. Lei d2, De6-c4. 22. Se4-d6 (auch 22. Sg3 ist wegen Dc5 nicht bester.) 22. ..., Dc4-c5. (Ein hübsches Opfer, das reiche Früchte trägt.) 23. Sd6x e8, Dc5-f2+. 24. Kh2-hl. c6-c5l (Die weihe Königsstellung fängt nun an katastrophal zu werden.) 25. Se8-d6, Ld7-cb-s-. 26. Tele4, (auf Sx«4 wäre Te8 vernichtend.) 26...., Ta8-d8 27. Ld2el, Lc6xe4+. 28. Sd6xe4, TdSxdl I (Ebenso gut, als der Damengewinn durch 28...., vtl-s-, demnach 29. Sxf2, Txbl. 30. Sd3, c4 bleibt Schwarz im Mehrbesih eines Turmes) Aufgaben.

Lösung des Problems Dr. 325.

Don M. Havel, Prag.

1. Ld3-e4!, (droht 2. c5-f- usw.) führt herbei: 1...., Kd4xe4. 2. c4-c5-f- usw. 1...., Kd4-c5. 2. Dfl- f8+ usw. 1...., Lh7xe4. 2. Dfl-gl-s- usw. 1...., c6xd5.2. c4xd5+ usw. Eine sehr seine Komposition.

Lösung des Problems Ar. 326.

Don H. Tuxen, Hellerup.

1. Leif2! usw.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedakttonStisch.

Aehlbesehung.

Die Wiener Staatsoper spielle MeyerbeersPro­phet". Mit Leo S l e z a k in der Titelrolle.

In der großen Pause besuchte der Souffleur Maxl seinen Freund, den Kammersänger, plauderte mit ihm über dies und das und fragte endlich:

Was meinst du, Leo, wird das Wetter morgen schön sein? Ich rnöcht' an kleinen Wienerwaldausflug machen!"

Woher soll ich wisten, wie morgen das Wetter sein wirdr fragte Slezak erstaunt

Und Maxl voll Geringschätzung:

Schöner Prophet!" (Lust. Bl.)

Amerikanisches.

Im Carnegie-College zu Philadelphia rief der ßiteraturprofeffor den Jimmy Legsburne auf:

Legsburne, können Sie mir die Frage beantwor­ten, wer nach Goethe und Schiller der bedeutendste deutsche Dichter war?"

Hm. Sicher, Sir! Shakespeare natürlich!"

Unsinn, Legsburne, Shakespeare war Engländer!"

Da kam aus einer Hinteren Reihe eine triumphie­rende Stimme:

Schick' einen Dollar, Jim, i ch hab' gewon­nen!" (Lust. Bl.)

Irrtum.

In Dingsda ist der Sport erst im Aufkommen. Männer in weißen Ruderleibchen find auf dem Sportplatz noch eine Sensation.

Gestern ging Rumpel, die alte Waschfrau des Orts, am Sportplatz vorüber. Sah einen ihrer Kunden im kurzen Ruderleibchen neben dem Zaun stehen.

Die alte Waschfrau erschrak. Laut rief sie hinüber:

Es tut mir furchtbar leid, Herr Doktor, daß Sie so ausgehen müssen. Aber bis morgen ist Ihr Hemd bestimmt fertig."

Si« fi« glücklich, und Lil soll mir vergeben. Hnb wenn man mich findet im Wald, mir graut ja vor dem letzten Gang, dann soll Lil an meinem Sarge noch ein einziges MalOnkelchen" zu mir sagen. Sie wollte mich nie mehr so nennen, aber einmal soll sie es noch tun. Ein einziges Mal!

Melchior Stampferl."

Werner Sturm hatte in immer größerer Er­regung gelesen, jetzt ließ er den Brief sinken und sah zu dem alten Mann hinüber, der ganz zusammengesunken auf feinem Stuhle faß und plötzlich uralt aussah. Langsam ging Werner auf ihn zu, sagte weich:Dieser Brief macht alles wieder gut, was Sie mir angetan, alles." Er reichte ihm die Hand, die Melchior Stampfer! zögernd nahm.

Ganz leise fragte er:Jetzt darf ich doch gehen, Herr Doktor, nicht wahr?"

Er fieberte danach, hier fortzukommen. Run Werner Sturm alles wußte, auch daß er sterben wollte, war es gar nicht mehr so einfach für ihn, das Sterben, wie es ihm noch vor kurzem schien, und es wäre doch so einfach gewesen, wie er es sich zurechtgelegt. Rachdem er den Brief am Ziel wußte, hatte er mit einem Auto nach dem Wald fahren wollen, wo er den Wagen dann zurückgeschickt und sich den Platz ausgesucht hätte, wo er der Welt Lebewohl sagen mußte. Ein« still« Waldesst«lle, «inen niedrigen Ast, weiter brauchte er nichts.

Werner Sturm erwiderte ihm auf die Frag«, ob er jetzt gehen könne:Rein, mein Bester, jetzt lasse ich Sie nicht weg. Ich werde mich hüten. Ich möchte nicht mitschuldig werden an dem Verbrechen, das Sie gegen sich selbst begehen wollen. Die schwere ©träfe, zu der Sie sich selbst verurteilten, haben Sie nicht verdient." Er lä­chelte auf den alten Mann nieder, und sein Lä­cheln war so gütig, daß es warm in dem Herzen Melchior Stampferls aufquoll. Sein Haß gegen den Jüngeren schmolz, als wäre er nie gewesen.

Werner Sturm fuhr fort:Sie haben gut gemacht, was Sie schlecht gemacht hatten. Richt aus gemeiner niedriger Absicht, denn Sie wollten Lil ja nur behüten. Sie haben mir mit dem Brief eine Himmelsbotschaft gebracht." Er schüttelte den Alten ein wenig.Mann, sitzen Sie nicht so stumpf und zerfallen da, Sie sind für mich ein Bote aus dem Paradies. Ihr Brief ist der schönste Brief, den je ein Mensch geschrieben. Lil liebt mich! Ich glaube «s, weil es in dem Briefe steht, den einer schrieb, der sterben wollte. So dicht vor om Tode lügt man nicht. Lil liebt mich, wissen was das für mich bedeutet? Ein« Welt voll Gluck und Gnad«. Ich hab« ja auch ni« aufgehövt, c-1 alles was dazwischen trat, waren

dose Irrtümer."

D«r Alt« murmelte:Machen Sie Lil glück­lich, aber ich möchte ihr nicht mehr unter die Olugen kommen, sie hat mit ja gesagt, mein An­

blick ist ihr zuwider. Lassen Sie mich gehen, bitte, Lassen Sie mich gehen."

Werner Sturm schwieg minutenlang. Er über­legte, und bann fand er, es gab nur ein einziges Mittel, den alten Mann vor einer großen Tor­heit zu bewahren, diesen Alten, der ihn jetzt ebenso -rührte und leid tat, wie er ihn noch kurz zu­vor in Zorn versetzt.

Er sagte:Es wartet ein Kranker auf mich drüben im Sprechzimmer, den ich um diese Zeit bestellt habe, aber ich lasse Sie nicht allein. Das riskiere ich nicht. Sie sollen nicht fortgehen, ehe wir uns ausgesprochen hahen. Ich rufe meinen Assistenten, der bleibt bei Ihnen, bis ich mit meinem Kranken fertig bin. Rachher sprechen wir uns aus." Er klingelte und bi« Haushäl­terin erschien.Ich bitte Sfcrrn Perlmann zu mir", gab er Auftrag, unb zwei Minuten später trat ber junge Assistenzarzt, bet oben in seinem Zimmer gewesen, ein.

Werner Sturm stellte bie beiden Herren ein­ander vor, erklärte:Liebet Perlmann, Herr Stampferl ist ber berühmt« Clown Rix vom Schumanntheater, unterhalten Sie ihn ein wenig, bis ich zurückkomme, aber lassen Sie ihn nicht buvchbrennen. Er hat nämlich Gelüst«, mir weg­zulaufen, unb ich habe noch wichtig mit ihm zu verhandeln."

Er sagte aUes in lächelndem Ton, unb der Assistenzarzt fand deshalb nichts Besonderes an den Worten.

Rachdem Werner Sturm gegangen war, er­zählte Dr. Perlmann, daß er gestern abend in ber Vorstellung gewesen wär» und rief begei­stert:.Fix unb Rix<, so etwas gibt es boch nur einmal auf ber Welt, ich konnte kaum noch lachen. Ich staune, bah Sie nicht mehr so jung sinb, wie ich glaubte, wer Sie auf ber Bühne sieht, muß Sie für sehr jung halten, so gelenkig sinb Sie."

Melchior Stampferl reckte seine zufammen- gefunfene Gestalt energisch auf.

Man hat eben Hebung, Herr Doktor! Der Körper ist gründlich durchtrainiert."

Der ander« interessierte sich sehr fürFix und Rix", fragte allerlei, beteuerte immer wieder, er wäre stolz darauf, den Clown Rix persönlich kennengelernt zu haben unb erbat ein Bild mit Ramensunderschrift. Der alte Clown fühlte sich angeregt unb kam ins Erzählen, plauderte von den Großstädten all der fremden Länder, wo er mit seiner Partnerin aufgetreten, unb vergaß völlig, wie er eigentlich hierher kam.

Werner Sturm aber stank) in einem der Zim­mer am Fernsprecher unb erzählte Lil in flie­gender Hast von dem Brief, ohne auf den Inhalt einzugehen, er betonte nur bie verzweifelten Pläne des alten Clown.

Er fragte:Was soll ich nun tun, soll ich ihn gehen lassen? Ich fürchte nur, er geht in ben Tod." (Schluß folgt)

Postschecks^' WM

Nach dem Kriege hl

Logbücher unb W einzelnen ww. Unter grofete iit es Vizeadmiral o. I re 1919 gelungen, arch'v aui bie Be Kosten unb teine N Dolulionate wollten Marineakten vernicht zäher Arbeit stuck hat sich mit M I« teilweise auch mit y rial jujammengejud] eines Hauses im Rec stabt untergebracht i 1919, also mit b( dieses Archivs, wäre los zusammengewür sortiert unb durchgeo die jetzt vorhandene nungen geordnet au befinden sich Abmiv bie alten Reichsmari! gen unb Flottengese! besonders die Tage wiesen erhebliche Lüc Briefwechsel unb bi England, Frankreich mutzten. Aber (eiber unser beutsches Arch kamerabschafklichst ui über irgenbeine Fra jetzt ihren Austausch lachenberichten einge Gnglanb nicht meh Verfügung haben, u werben zu können

Aber neben ber S abmiral von HJlanteij werden in dem Marin liche Bücher geschriebei VAS in allen Gewässer dlu'Men. Für ben L ungeheure Arbeit, bem archiv UM de; Tti muß seine Kräfte, die w:chtigen Karten w wissenschaftlichen U Mer Werke nehme letzt gedruckt vor, och gesamten Weltkrieg ' ben Sachbearbeitern die weiteren Bücher da sie nicht genügend der Kern der ganzen mein und Stapeln i georönet in dem Mar

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