Ausgabe 
17.10.1932 Erstes Blatt
 
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40jährige Mitgliedschaft den Kameraden Wild und Krämer.

An den Hebungen nahmen bei der Gießener Frei­willigen Feuerwehr 108 Mann, bei der Freiwilligen Gaisichen Feuerwehr 54 Mann und bei der Frei­willigen Sanitätskolonne 40 Mann teil. Den Hebun­gen folgte eine sehr große Menschenmenge mit leb­haftem Interesse. Die Polizei handhabte die Absper­rung in liberalster und doch wirksamer Weise; ihre Tätigkeit bei dieser Gelegenheit verdient gleichfalls volle Anerkennung.

Die Mldersammlung -er Winternothilfe.

Bei der Kleidersammlung der Gießener Winternot­hilfe am Mittwoch, Donnerstag und Freitag dieser Woche werden 18 Mann der Ortsgruppe Gießen des Stahlhelm VdF. und 6 Mann vom Jungdeutschen Orden als freiwillige Helfer tätig sein. Es wind noch­mals dringend gebeten, die Sammlung nach besten Kräften zu unterstützen und die Spenden zusammen­gepackt bereit zu legen, damit sie ohne Zeitoersäumnis in Empfang genommen werden können.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Licht- fpielhaus, Bahnhofstraße:Ein bißchen Liebe für dich!" Wiesecker Lichtspiele: 20.30 Hhr,Ben Hur".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als 3. Vorstellung im Dienstag -- Abonnement morgen pünktlich 20 Uhr Wiederholung des Schauspiels:Der 18. Oktober" von Erich Walter Schäfer. Spiel­leitung: Oberspielleiter Peter Fas sott. Ge­wöhnliche Preise. Ende 22 Uhr. Der Spiel­plan verzeichnet für Mittwoch, 19. Oktober, die Erstaufführung des LustspielsRoulette" von Ladislaus Fodor, deutsche Bearbeitung von S. Geher. Das Lustspiel, das vor kurzer Zeit m Wien anläßlich seiner Uraufführung eine herz­liche Aufnahme fand, ist das jüngste Werk des Ungarn und wird allgemein als Fodors beste Schöpfung angesprochen. Spielleitung hat Karl H e y s e r. Gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr ?ude 22 plhr. - Das LustspielFreie Dahn Dem Tüchtigen' von August Hinrichs unter der Spielleitung von Heyser bildet die 3. Vor­stellung im Freitag-Abonnement, 21. Oktober, 20 Ahr. Gewöhnliche Preise. Zum letztenmal gelangt die erfolgreiche Eröffnungs-Dorstellung der Jubiläums-SpielzeitEgmont" unter der Spielleitung des Intendanten und der musi- , kalischen Leitung von Universitäts-Musikdirektor Dr. Temesvary am Sonntag, 23. Oktober, 18.30 Ahr, als Fremden- und Schüler-Vorstellung zur Aufführung. Die Besetzung ist die der Erst­aufführung. Ermäßigte Preise. Schüler: Schüler­preise. Anfang 18.30 Ahr, Ende 21.30 Ahr.

W eltwirtschaft und nationaler Wirtschaft s raum !" Der Deutschnationale Handlungsgehilfen - Verband, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am morgigen Dienstag, 18. Oktober, 20.15 Hhr, in seinem Vereinsheim in der Lonystraße einen Vortragsabend. Der Gauoorsteher Heinrich A u e r b a ch (Frankfurt a. M.) wird über das Thema Weltwirtschaft und nationaler Wirtschaftsraum" sprechen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige er­sichtlich.

Dortragsgemeinschaft Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein. Man schreibt uns: Der Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Orts­gewerbeverein haben sich zu einer Vortrags­gemeinschaft zusammengeschlossen, in deren Rahmen fünf Vortragsabende in diesem Winter veranstaltet werden sollen. Der erste gemeinschaftliche Abend findet am kommenden Donnerstag statt mit der Auf­führung der musikalischen ErzählungSixt und Lettin a", ein Musikerschicksal aus der Goethezeit. Der Verfasser ist Dr. Erich Fischer, der auch in unserer Stadt bekannte Schöpfer der Fischerschen Hauskomödien und der deutschen Dolksliederspende. Er wird einleitend über die historische Persönlichkeit Sixts und die von ihm entdeckten Lieder sprechen. Es wird sicherlich begrüßt werden, daß die Vortrags­gemeinschaft der drei Vereine mit einer so interessan­ten und vielversprechenden Veranstaltung ihre Zu­sammenarbeit ausnimmt. (Näheres in der heutigen Anzeige.)

Mi-tgliederversammlungdesHaus- befitzeroereins. Am Mittwoch, 19. Oktober, 20 Hhr, hält der Hausbesitzerverein im Cafs Leib eine Mitgliederversammlung ab, in der hauptsächlich die gegenwärtigen Fragen über die Instandsetzungs­arbeiten und die Steuergutscheine behandelt werden sollen. Wegen der Wichtigkeit dieser Themen steht ein starker Besuch zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.)

*

** Obst und Gemüse vor den Läden darf den Verkehr nicht behindern! Das Polizeiamt teilt mit: Obst und Gemüse darf vor Verkaufsläden auf dem Fußsteig nur dann aufgestellt werden, wenn hierdurch der freie Verkehr nicht be­hindert wird. Die Aufstellung der Behältnisse muß in einer solchen Höhe erfolgen, daß eine Verunreini­gung, besonders durch Hunde, nicht möglich ist.

** Konzert im Stadtcaf6. Seit einiger Zeit repräsentiert sich das Stadtcafö (das ehemalige Caf6 Astoria) unter dem neuen Besitzer, Herrn Sörrner, in völlig neuer Gestalt. Die Räume haben eine völlig neue Ausgestaltung erfahren. Der Besitzer hat nun einen weiteren Schritt zur Ver­vollständigung der Gaststätte getan und eine Künst- lerkapstze, die Kapelle Jost, verpflichtet. Am Sams- tagnachmittag bzw. am Samstagabend stellte sie sich erstmalig in den Räumen des Stadtoafös vor und wartete mit ausgezeichneten Darbietungen auf. Die Kapelle fetzt sich aus heimischen Künstlern zusammen und wird voraussichtlich während des ganzen Win­ters jeweils nachmittags und abends konzertieren. Man hörte am Samstag ausgezeichnete Salonmusik, die forgfältig wiedergegeben wurde, Hnterhaltungs- musik in bestem Sinne, die den Aufenthalt recht angenehm zu machen geeignet ist. Hm den Wünschen der Gälte Rechnung zu tragen und für die nötige Abwechslung im Programm zu sorgen, gelangte auch rassige Schlagermusik zum Vortrag. Herr Dörr- n e r Hal mit der Verpflichtung der Kapelle eine gute Wahl getroffen. Erfreulich ist es, daß an dieser Stelle Gießener Künstlern Gelegenheit gegeben ist, an die Öffentlichkeit zu treten.

* Dogoljubow in Gießen. Der Schach­meister Dogoljubow weilte am Freitag in Gießen. 3m HotelHindenburg" hatte sich aus diesem Anlaß eine ' whe Anzahl Freunde des königlichen Spieles eingefunden, um den Mei­ster spielen zu sehen und gegen ihn zu spielen, um auch von ihm zu lernen. 3n einer Simultan- hartie mit insgesamt 22 Spielen offenbarte der in der Schachwelt berühmte Gast sein großartiges Können, die rasche Entschlußkraft, die ihn aus­zeichnet und ihn in verhältnismäßig kurzer Zeit nicht weniger als 20 Partien gewinnen ließ, wäh­rend er nur eine verlor und eine andere Partie remis beendete. Die einzige gewonnene Partie wurde von dem Mitglied des hiesigen Schachklubs.

Hiin-erüchrseier-esHeWchenOberkonWoriiims

Präsident D. Herrmann

die Dr.

©armftaöt, 16. Oft. (EPH.) Zu einer schlichten Feier des 100jährigen Bestehens des Hessischen Oberkonsistoriums bzw. Landeskirchen­amtes hatte der Präsident des Landeskirchen­tages, Archivdirektor D. Herrmann, in das Landeskirchentagsgebäude eingeladen. Außer den Beamten des Landeskirchenamtes waren die im und außer Dienst befindlichen Oberkonsistorial- räte und Oberkirchenräte erschienen, ferner Kirchenregierung an ihrer Spitze Prälat D. Dr. Diehl und Präsident Dr. Dahlem.

Zumal von Island her eine neue Störung km An­zug ist. Jedenfalls ist dadurch die Möglichkeit zur Fortdauer des unbeständigen und regnerischen Wet­ters gegeben, und die Aussichten auf Besserung durch Luftdruckanstieg werden nur vorübergehend in Er­scheinung treten.

Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkiges Wetter mit Aufklaren, nur vereinzelte Schauer, auffrischende westliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Nach kurzer Beruhigung erneuter Heb er gang zur Wetterver­schlechterung wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 16. Oktober: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 9 Grad; am 17. Oktober: mor­gens 9,4 Grad. Maximum 9,8 Grad, Minimum 6 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Oktober: abends 9 Grad; am 17. Oktober: morgens 8,8 Grad Celsius. Niederschläge 1,7 mm. Sonnenscheindauer eine Viertelstunde.

3ch übermittele dem Landeskirchenamt aus Anlaß seines Jubiläums die aufrichtigsten Glück­wünsche der Hessischen Staatsregierung zu wei­terem gedeihlichen Wirken. Ich gebe insbeson­dere dem Wunsche Ausdruck, daß die Beziehun­gen zwischen den Organen der Kirche und des Staates auch in Zukunft von dem Geiste des Vertrauens und gegenseitigen Verstehens getra­gen sein mögen, wie dies in der Vergangenheit der Fall war.

Mit dem Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochschätzung bin ich, hochverehrter Herr Prälat,

Ihr sehr ergebener Adelung.

Wirtschaft.

Berlin zurückhaltend.

Berlin, 17.Oft. (WTB. Funkspruch.) Das Ge­schäft war in der neuen Woche wieder recht g e - ring. Schon am Vormittag konnte man bei den Banken allgemein starke Zurückhaltung feststellen, und zu Beginn des offiziellen Verkehrs war eine gewisse Hnsicherheit vorhanden. Es lagen zwar vom Publikum kleine Kauforders vor doch überwogen wieder Verkaufsorders, die trotz ihres geringen Um= fanges das Kursnioeau um 0,25 bis 0,75 v. H., ver­einzelt bis 1 o. H. senkten. Die Innen- und Außen­politik, das Näherrücken des Wahltermins, die Un- sicherheit an den internationalen Kupfermärkten so­wie die Tatsache, daß die Kontingentierungsverhand­lungen mit dem Auslande noch keine weiteren Er­folge gehabt haben, wirkten in gewisser Hinsicht ver­stimmend, vor allem aber mahnten sie dieSpeku - lation zu stärkster Zurückhaltung. Die Einigung in den deutsch-italienischen Devisenverhand­lungen, bessere Nachrichten aus der amerikanischen Wirtschaft, eine freundlichere Neuyorker Samstag­börse und die Belebung im mitteldeutschen Braun- kohlenreoier blieben ziemlich ohne Einfluß. Auch die gestrige Rede des Reichskanzlers, die von der Börse günstig ausgenommen wurde, konnte sich nicht stärker auswirken.

Neben den Rückgängen waren vereinzelt auch kleine Besserungen festzustellen; so zogen Burbiag um 1 v. H. an, Siemens, Polyphon, Deutsche Erdöl, Klöckner und Oberkoks lagen bis 0,5 v. H. fester, Schubert & Salzer sowie Dortmunder Union konnten sogar je 2 o. H. gewinnen. Ziemlich schwach lagen Gelsenkirchen Wasser, die 2,5 o. H., Rheag, Deutsche Telefon und Kabel, Feldmühle, Zellstoff Waldhof und Metallgesellschaft, die 1 bis 2 v. H. und Kali Aschers­leben, die 3 d. H. einbüßten. Deutsche Anleihen waren nicht einheitlich, doch überwiegend schwächer. Reichs­schuldbuchforderungen stellten sich 0,25 v. H. niedriger, Stadtanleihen waren zwar zum Teil noch gefragt, doch schien in verschiedenen Pfandbriefen eher Realisatlonsneigung zu bestehen. Interesse zeigte sich für Vereinigte Stahlobligationen.

Sronffurf knapp behauptet.

Frankfurt a. M.. 17. Oft. (WTB. Draht­meldung.) Nachdem bereits die Stimmung im Vorbörsenverkehr etwas unsicher gewesen war, setzte die Börse am Wochenbeginn etwas schwä­cher ein. Der Grund hierzu lag in innerpolitischen

5 ? r 6 bie Remisvartie sah

üST1 2r k-1 dew Schachmeister gegen- E. Für die Mitglieder, die sich im Wettbewerb gegen ben Meister zum Teil ausgezeichnet be- ^en konnten, war die Veranstaltung sehr auf* h^ten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, die mit viel Aufmerksamkeit den Spielen folgten. Der Schachmeister hinterließ einen vorzüglichen Eindruck.

Wettervoraussage.

Obwohl von Südwesten her der Luftdruck weiter ansteigt und morgen auch bei uns fein Einfluß fühl- öar wird, ist trotzdem kein beständiges Hochdruck­wetter zu erwarten. Durch die herrschende Westströ­mung wird Bewölkung zugeführt, in deren Beglei- tung noch leichtere Schauer, wenn auch vereinzelt, auftreten. Die weitere Entwicklung der Wetterlage an den nächsten Tagen läßt sich noch nicht übersehen.

gab in seiner Festansprache einen Rückblick auf die hundertjährige Geschichte des Oberkonsisto- riums, wobei er u. a. sagte: Dis 1874 war die Organisationsarbeit zu leisten, Kirchenvorstände, Dekanatswesen, Predigerseminar, Katechismus und Gesangbuch. Rach 1848 auch die Vorbereitung einer Kirchenverfassung, die dem Laienelement einen Anteil am kirchlichen Leben gibt. Das sind die Arbeitsgebiete dieser Zeit. Die hessische Kirchenverfafsung von 1874 veränderte den Cha­rakter des Oberkonsistoriums. Aus einer dem Ministerium des Innern unterstehenden Mittel­behörde wurde eine selbständige rein kirchliche Behörde, die dem Grotzherzog direkt unterstand und durch die er als oberster Landesbischof seine kirchlichen Rechte ausübte. Unter der Lei­tung des Oberkonsistoriums entwickelte sich das innere kirchliche Leben in erfreulicher Weise. Das Jahr 1918 bedingte einen völligen Reubau der Kirchenverfassung. Die Rechte des früheren Landesherrn gingen auf Landeskirchentag und Kirchenregierung über. Beiden verantwortlich ist die kirchliche Verwaltungsbehörde, das Landes­kirchenamt, der eigentliche Rachfolger des alten Oberkonsistoriums. Seine Arbeit erfordert auch heute in besonderer Weise treue fleißige Ge­wissenhaftigkeit. Der heutige Tag läßt uns dank­bar aufblicken zur Arbeit all derjenigen, die dem Amte mit ihrer Kraft gedient haben. Wir ge­denken all derer, die nicht mehr sind, derer, die im Ruhestand leben, derer, die noch am Merke stehen. Ramens des Landeskirchentags grüße ich sie und danke ihnen für alles, was sie zum Wohle der evangelischen Landeskirche geleistet haben. Ich schließe mit dem Wunsch, daß es dem Landeskirchenamt auch in den gegen­wärtigen schwierigen Zeiten niemals an Person- lichkeiten fehle, die den Dienst an unserer Landeskirche als besondere Ehre und Freude be­trachten und sich darin in Treue bewähren.

Prälat D. Dr. Dr. Diehl

sprach darauf ein herzliches Dankeswort. Er sagte u. a.: Wir leben in einer Zeit, wo man los­kommen will vom kollegialen System und von sol­chen Bindungen, die aus der Geschichte auf uns ge­kommen sind. Wir leben in einer Zeit des Rufes nach dein starken Mann. Ich kann diesen Ruf in der Politik verstehen. Aber ich möchte zum Aus­druck bringen, daß eine Landeskirche, die sich auf die deutsche Reformation gründet, die Bindungen nicht entbehren kann. Wir brauchen die Bindung an den Staat, selbst wenn sie sich mit der Zeit lockert. Wenn wir Kinder der deutschen Refor­mation sein wollen, müssen wir wissen, daß eine völlige Loslösung vom Staat in deutschen Lan­den nicht nur für die Kirche, sondern vor allem auch für den Staat katastrophal werden mühte. WirhabenimStaatfürden Staat zu arbeiten. An einem solchen Tag wie heute müssen wir anerkennen, daß das Oberfonfiftorium diesen Verpflichtungen nachgekommen ist. Ander­seits müssen wir uns auch auf den Standpunkt stellen, daß die Bindungen an Landeskirchentag und Landcskirchenregierung bestehen bleiben müs­sen. Es ist mir eine Freude, bekennen zu dürfen, daß die Arbeit in der Kirche nicht nur gestellt ist aus die überlieferte Gröhe des Land'eskirchen- amtes, sondern auch auf die parlamentarische Größe der Kirchenregierung und des Landeskir­chentages. Zwischen beiden besteht ein vertrauens­volles Verhältnis. Es ist das Größte und Höchste, daß Menschen in den verschiedenen Körperschaften sich zu solchem vertrauensvollen Zusammenarbei­ten finden. Daß dieses immer so bleibt, ist mein Wunsch an diesem Tag.

Der Glückwunsch der Sfaafsregierung.

Namens der hessischen Staatsregierung hatte Staatspräsident Dr. Adelung folgendes Schreiben übersandt:

Am 15. Oktober d. I. sind 100 Jahre ver­gangen, seitdem das Oberkonsistorium, die Vor­gängerin des heutigen Landeskirchenamtes, ins Leben trat. Die Bedeutung, die der Schaffung dieser zentralen Instanz für die evangelische Kirche in Hessen zukommt, ist für uns Heute un­verkennbar. Aber auch schon vor 100 Jahren wußte man die Wichtigkeit der damals vorge­nommenen kirchlichen Organisationsveränderun­gen richtig einzuschähen. So führte der erste Prä­sident des Oberkonsistoriums, Geheimer Staats­rat von Lehmann, in seiner Rede, mit der er die konstituierende Sitzung der neugeschaffenen Behörde am 15. Oktober 1832 eröffnete, aus, daß durch die kirchliche Gesetzgebung des Jahres 1832der Grund zu fortwährenden Verbesserun­gen sowohl in den inneren als äußeren An­gelegenheiten der evangelischen Kirche gelegt" werde. Die Entwicklung der verflossenen hundert Jahre hat feiner klugen Voraussicht recht ge­geben. Die gesetzlich geschaffenen Voraussetzun­gen für eine einheitliche Organisation der evan­gelischen Kirche in Hessen dienten der kirchlichen Zentralinstanz in zielbewußter Arbeit dazu, eine einheitliche, in sich gefestigte Kirche auszubauen, eine Kirche, die auch bei der im Laufe der ge» chichblichen Entwicklung fortschreitenden Los­lösung vom Staat ihre Lebensfähigkeit bewiesen und behalten hat.

Ereignissen, insbesondere wirkte der Brief Loe- bes an den Reichspräsidenten verstimmend. Die ALstrigen Reden des Reichskanzlers blieben ohne fühlbaren Einfluß, ebenso die günstigen Nachrich- ten aus der Wirtschaft der Vereinigten Staaten.

Das Geschäft war wiederum nur gering, da sich öaS gjublifum der Börse fernhielt und auch die Kulisse keine Neuengagements einging. Im all­gemeinen ergaben sich Abschwächungen von 0,50 bis 1 Prozent. Am Elektromarkt setzten AEG. 0,50 und Licht & Kraft 1 Proz. schwächer ein. Das Interesse der letzten Tage für Montanwerte hat nachgelassen, der Markt lag fast geschäftslos, und nur Stahlverein kamen mit minus 0,25 Proz. zur ersten Notiz. Die übrigen Papiere dieses Marftes taxierte man bis zu 1 Proz. niedriger. Don Schiff- fahrtswerten büßten Nordd. Lloyd 0,50 Prozent ein. Von Spezialwerten verloren IG. 0,50 Proz., Dt. Erdöl 0,75, Rütgerswerke und Contilinoleum bis zu 0,50 Prozent. Die übrigen Marktgebiete lagen vernachlässigt.

ArnRentenrnarkt eröffneten Deutsche An­leihen bis zu 0,13 Prozent freundlicher. Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben bet mäßig lebhaftem Geschäft nur knapp behauptet. Von 3nbu ftri eobliga tionen zogen Stahlverein- Bonds um 0,63 Prozent an.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 17. Okt. Auftrieb: 1538 Rin- 1 der; 427 Ochsen, 135 Bullen, 512 Kühe, 397 Färsen, 1 420 Kälber, 120 Schafe, 5115 Schweine. Es wurden 1 bezahlt: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, jüngere ! 29 bis 32 Mk., ältere 25 bis 28, sonstige vollfleischige, jüngere 22 bis 24. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 27 bis 29; sonstige voll­fleischige oder ausgemästete 23 bis 26. Kühe: jün­gere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 26, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 23, fleischige 17 bis 19, gering genährte 14 bis 16. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, aus- aemästete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 32, voll- ' fleischte 26 bis 29, fleischige 22 bis 25. Kälbert beste Mast- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Maft- unb Saugkälber 36 bis 39, geringe Kälber 30 bis 35 Mk. Schafe: Mastlämmer, Weidemast 24 bis 26, mittlere Mastlämmer 20 bis 23, fleischiges Schafoieh 17 bis 19. Schweine: vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 44 bis 47, vollfleischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 42 bis 46, vollfleischige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 40 bis 46, ' fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 38 bis 41 Mark. Marktverlauf: Rin- der ruhig, Heberstand; Kälber und Schafe mittel­mäßig, geräumt; Schweine schleppend, Heberstand.

Einbrecher am Werk.

Die Manufakturwarenhandlung von Herz Klip- stein zu Alten-Buseck wurde in der Nacht zum Sonntag zum zweitenmal innerhalb weniger Wochen von Einbrechern heimgesucht. Während beim erstenmal den Dieben außer einem wertvollen^ Radioapparat mehrere Ballen Anzugstoffe und sonstige Waren in die Hände fielen, blieb es dies­mal nur bei einem Versuch. Die Diebe beabsichtig­ten, sich durch Ausbrechen eines Teiles der Seiten­wand des Verkaufsraumes Eintritt zu verschaffen. Durch die entstehenden Geräusche wurden Nachbars­leute aufmerksam, während gleichzeitig der Hofhund Klipsteins durch anhaltendes Bellen alarmierte. Die gestörten Einbrecher flüchteten daraufhin durch das Troher Gäßchen und entkamen unerkannt. Ein durch die Gießener Kriminalpolizei eingesetzter Polizei­hund nahm die Spur auf und verfolgte sie bis an eine Stelle außerhalb des Ortes, an der ein ver­mutlich den Dieben gehörendes Auto geparkt hatte.

Während die Polizei noch mit diesem Falle be­schäftigt war, wurde sie telephonisch nach Daub» ringen gerufen, wo in der gleichen Nacht ein Einbruch in die Verkaufsstelle des Konsumver­eins verübt worden war. Dort fielen den Dieben einige Flaschen Kognak, eine Kiste Margarine und einige Stangen Limburger Käse in die Hände. Die Landeskriminalpolizeistelle Gießen nahm sofort die Ermittlungen auf.____________________________

flichf Hufpeitschung, sondern tiefer Schlaf gibt neue Kräfte«

Darum: stets Kaffee Kag.

Aromatisches über BLAU PUNKT

Ein fabelhaftes Aroma haben wir jetzt immer im Hause, seitdem mein Herr diese BLAU PUNKT raucht! Frauchen hat sogar freiwillig den Rauchverzehrer verkauft!

Man kann das verstehen; bei einer Zigarette wie die Blaupunkt will man den Rauch möglichst selbst verzehren. Das lange. dicke Format bringt aber auch einen Tabak zur Geltung, der eigene lieh mehr als 4 Pfg. kosten müßte Die Soldatenbilder und die Wertmarken, die dabei liegen. haben zwar mit dem Aroma nichts zu tun, aber immerhin man soll heutzutage alles mitnehmen.

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mit und ohne {Mundstück

WALDORF ASTORIA G M B H