Ausgabe 
17.8.1932 Erstes Blatt
 
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Mißhandelte verhört. Das Gericht beschloß schließ, lich, die Verhandlung auf Mittwoch zu vertagen.

Urteile der Sondergerichte.

Worms, 15. August. (WSR.) Dor dem Schnellrichter hatten sich am Samstag zwei Rationalsozialisten wegen Beleidigung, unerlaub­ten Waffenbesitzes und Hausfriedensbruches zu verantworten. Rur einem glücklichen ^Imstande war es zu verdanken, daß der eine Angeklagte die Drohung eines Totschlages nicht wahrmachen konnte. Das Gericht schloß sich den Strafanträgen der Staatsanwaltschaft an und verurteilte den Haupttäter zu 1 4x/j Monaten, den anderen Angeklagten zu 21/« Monaten Gefängnis.

Breslau, 16. Aug. (WTD.) Das Breslauer Sondergericht verurteilte eine Landarbei­terin zu einem Jahr drei Monaten Ge­fängnis, einen Arbeiter zu einemJahrGe- f ä n g n i s , einen Ackerkutscher sowie einen Der- käufer zu je sechs Monaten Gefängnis. Die Derurteilungen erfolgten wegen eines äleber- falles von Angehörigen der KPD. und anderen politischen Gegnern auf Rationalsozialisten, bei dem es auf beiden Seiten Berlehte gegeben hatte. Weiter wurde ein Fleischergeselle, der sich an der Plünderung eines Zigarrengeschäftes betei­ligt hatte, zu einem Jahre Gefängnis verurteilt.

Rostock, 16. Aug. (WTD.) Das Schnell­gericht in Rostock verurteilte heute einen

Reichsbannermann wegen schwerer Körperver­letzung zu zehn Monaten Gefängnis und einen weiteren Reichsbannermann zu neun Monaten. Die Angeklagten hatten am 7. Au­gust einen der nationalsozialistischen Partei ange­hörigen landwirtschaftlichen Arbeiter überfallen uno schwer verletzt.

Königsberg, 16. August. (WTB.) Das Schnellgericht verhandelte heute gegen elf Kommunisten, die am 22. Juli bei einem Zusammenstoß mit 20 nationalsozialistischen Wahlzettelverteilern mit Pflast er st einen und Latten vorgegangen waren und einen Rationalsozialisten verletzt hatten. Das Gericht verurteilte den Rädelsführer wegen schweren Landfriedensbruches und schwerer Körperver­letzung zu einem Jahre drei Monaten Zuchthaus, einen Angeklagten wegen schwe­ren Landfriedensbruches zu einem Jahr Zuchthaus, weitere acht zu Gefängnis­strafen,' ein Angeklagter wurde freigesprochen.

Waffenfunde in Pinneberg.

Pinneberg, 17. Aug. (WTB. Funkspruch.) Don Landjägereibeamten und städtischer Polizei ist heute vormittag in einem hauptsächlich von Angehörigen der KPD. bewohnten Viertel eine Razzia durchgesührt worden. Eine Reihe von Schuß-und Schlagwaffen wurde beschlag­nahmt. 3n einer Hecke fand man mehrere Waffen versteckt, dazu zwei Blechbüchsen, die Spreng­stoff zu enthalten scheinen.

Aus aller Welt.

Aufruf für die Hinbenburgspende.

Geheimrat D u i s b e r g, Franz v. M e n d e l s- fohn, Landesdirektor v. Winterfeldt- M e n k i n und andere der Wirtschaft nahe­stehende Mitglieder des Kuratoriums der H i n - denburgfpende veröffentlichen einen Auf­ruf, in dem sie anläßlich des 8 5. Geburts­tages des Rei chspräsidenten zur För­derung der Hinbenburgspende auffordern. Der Aufruf schließt mit den Worten:Helfen Sie uns durch Ihren Beitrag, Hindenburg zu seinem 85. Geburtstag die Möglichkeit zu schaffen, auch weiterhin der erste Helfer seiner notleidenden Kriegskameraden zu sein. Stärkt seine Stiftung! Hilft Hindenburg helfen!"

vor der Hebung derJliobe.

Die HebefahrzeugeHiev" undBerger I" sind in der Heikendorfer Bucht in der Kieler Förde vor Anker gegangen und haben das Wrack der Niob e" zwischen sich gebracht. Die beiden Leich- terKraft" undWille" sind, von Hamburg kom­mend, eingetroffen, so daß nunmehr vier Hebefahr­zeuge mit der Hebung beschäftigt sind. Die ein- und auslaufenden Schiffe erhalten durch die Lotsen­stellen Weisung, die Hebestelle langsam zu passieren, damit kein Wogenschlag entsteht, der die Arbeiten empfindlich behindern würde. Die eigentliche Ber­gungsstelle ist systematisch abgesperrt. Das Hebe­fahrzeugHiev, von dem aus die Trossen zur Niobe" führen, liegt jetzt flankiert von den Ham­burger HebeleichternKraft" undWille", die in- zwischen Hebetrossen übernahmen, so daß nunmehr dieHiev" Raum zur Hebung geben kann. Ein Kutter derNiobe" konnte bereits geborgen werden. Ehrenvoller Auftrag für einen deutschen Goldschmied.

In Duckfast in England wird am 25. Oktober d. I. eine Benediktiner-Abteikirche eingeweiht, zu der Domgvldschmied Wi tte in Aachen den Al­ta r a u f f a tz nach der Idee des 1805 von den Franzosen aus der Kastor-Kirche in Koblenz ge­raubten Altarbildes geliefert hat. Der Altar, 1,65 Meter hoch, 3,35 Meter breit, ist ein Mei­sterwerk deutscher Goldschmiedekunst und stellt die Ausgießung des Heiligen Geistes dar. Er ist ganz in Gold, Silber und Emaille ausgeführt und reich mit Edelsteinen geschmückt. Das Antependium zum Altar, als Taufbecken, ist ein Abguß des Tauf­beckens im Hildesheimer Dom: eine Rachbildung des Lothar-Kreuzes der Schatzkammer im Aache­ner Dom und eine vergrößerte Rachbildung des Darbarossa-Leuchters im Aachener Dom aus der Werkstatt Wittes werden folgen.

Gronau in Kanada.

Wie aus Edmonton in der westkanadischen Pro­vinz Alberta gemeldet wird, ist der deutsche Flie­ger Wolfgang v. Gronau mit seinen Beglei­tern auf dem See Lac la Diche gewassert. Dieser See liegt etwa 200 Kilometer nordöstlich von Edmonton. Rach Ergänzung des Drenn- stoffes will er nach Prince Rupert in West-Ka- nada weiterfliegen.

Acht Personen beim Baden ertrunken.

Im Bereich der Stadt Duisburg-Hamborn kamen an einem der letzten Tage beim Baden acht PersonenumsLeben. Es handelt sich in der Hauptsache um junge Männer. Im Rhein und in der Ruhr ertranken im Laufe des Tages vier Per- fonen, während die übrigen vier im Rhein-Herne- Kanal und in einigen Baggerlöchern zu Tode kamen, die nur z. T. für den Badeverkehr freigegeben sind. Bei einem der Ertrunkenen ist der Fall besonders merkwürdig: der junge Mann war im Laufe des Tages schon zweimal gerettet worden und wurde beim dritten Mal das Opfer seines Leicht­sinns.

Damm eines Schlammweihers gebrochen.

Der etwa 60 Meter lange Damm eines Schlamm­weihers der Grube Weiß bei Bergisch-Gladbach, der Abwässer enthielt, ist gebrochen. 20 000 Kubik­meter Schlamm- und Wassermassen ergossen sich zu Tal und ü b e r s ch w e m m t e n die Prooinzialstraße KölnOlpe auf ein großes Stück. Die stark beschä­digte Fahrbahn wird für längere Zeit gesperrt blei- 6en müssen. Das ganze Tal zwischen Ober- und Untereschbach ist völlig verschlammt und bietet ein trostloses Bild. Ein Bauernhof in Obereschbach wurde fast völlig von den Schlammas- sen überflutet. Das Vieh konnte mit Aus­nahme von vier Kühen, die im Stall umkamen, mit knapper Not gerettet werden. Eine Arbeitskolonne ist mit dem Bau eines 2,50 Meter breiten Dammes beschäftigt, um wenigstens den Fußgängerverkehr wieder in Gang zu setzen. Die Gasfernversorgung von Bergisch-Gladbach bis nach Aggertalp wurde an einigen Stellen unterbrochen, so daß ganze Ort- schäften ohne Gas sind.

von der Lokomotive erfaßt und getötet.

In einer der letzten Nächte fand ein Strecken- Wärter unterhalb St. Goar am sogenannten Pilz die Leiche eines jungen Mädchens, dem der Hinterkopf vollkommen weggeris- fen worden war, während der Körper sonst keine

Verletzungen aufwies. Das Mädchen muß von der Lokomotive eines nach Mainz fahrenden Eilzuges erfaßt worden fein, da beim Eintreffen des Zuges in Mainz an der Maschine Gehirn- und Blutspritzer entdeckt wurden. Bei der Verunglückten handelt es sich um die 22 Jahre alte Studentin Erika Schren­ks r aus Düsseldorf.

Möbellastzug verunglückt. Eine Tote, drei verletzte.

Aus Essen wird gemeldet: Auf der Landstraße Ibach-Langenberg geriet ein M ö b e l l a st w a - gen ins Schleudern und raste etwa 150 m die abschüssige Landstraße hinab gegen einen Hochspannungsmast, wobei der Anhänger des Lastwagens umkippte. Don den Insassen wurden die 35jährige Kaufmannsfrau Erd­mann aus Barmen tödlich, der Sohn des Spediteurs und zwei Packer leicht verletzt.

Zwei Personen dom Blitz erschlagen.

Kleber dem Kreise Wanzleben ging ein schweres Gewitter nieder. Der Blitz tötete eine Landarbeiterin und eine polnische Saison­arbeiterin.

Immer neue Opfer der Berge.

Außer dem bereits gemeldeten tödlichen A b st u r z der beiden Touristen Graf L u x b u r g und Franz Heinrich Atting im Wilden Kaiser haben sich während der letzten Tage in Tirol weitere Touristen-älnfälle ereignet. In Floitental bei Mayvhof im Zillertal verlor die Reisende Toni Kimm aus Hamburg den Weg und stürzte über eine 70 Meter hohe Felswand tödlich ab. Beim Anstieg auf die Schaufelspitze in den Stubaier Gletschern wurde die 43 Jahre alte Lina Zinn aus Gaschwitz bei Leipzig von einem herabsausenden Stein am Kopf getroffen. Sie erlag dem großen Blutverlust. Der Bergführer Josef Gump old aus Reustift im S t u b a i t a l stürzte bei der Führung des su­detendeutschen Touristen Professor Baur in eine sieben Meter tiefe Gletscherspalte. Als er befürchten mußt«, auch Professor Baur mit in die Tiefe zu reißen, schnitt er, um diesem das Leben zu retten, kurz entschlossen das Seil ab, wodurch er selbst weiter abstürzte. Den angestrengten Be­mühungen einer alpinen Heerespatrouille, die in der Rähe Liebungen abhielt, gelang es, den mutigen Bergführer zu retten. In St. Jakob in Ost-Tirol erlag der 72jährige Arzt und Di­rektor der Landeskrankenanstalten in Teschen, Dr. Hermann Hinter st oisser, einem Herz­schlag in der Rächt nach einer anstrengenden Bergtour.

Dieder ein schweres Flugzeugunglück in Mähren.

Wie die Prager Blätter berichten, ereignete sich außer dem bereits gemeldeten schweren Flug­zeugunglück bei Lobositz (Böhmen), das vier Todesopfer forderte, noch ein zweites schwe­res Flugzeugunglück. Bei einem Propa­gandaflug stürzte bei der Gemeinde Iemnitz in Mähren ein Flugzeug des Mährisch-Schlesischen Aeroklubs ab. Zwei Passagiere fanden in den Trümmern des Flugzeuges den Tod, ein dritter wurde schwer verletzt und st a r b bei der Lleber- führung in das Krankenhaus. Dem Piloten mußten beide Beine amputiert werden.

Fürst Lubomirski f.

Der populäre Industrielle Fürst Stanislaus Lubomirski, der dieser Tage zum Kurgebrauch in Karlsbad eintraf, ist dort an einem Herzschlag g e st o r b e n. Fürst Lubomirski, der im 59. Lebens- fahre stand, spielte in der polnischen Finanz- und Industriewelt eine hervorragende Rolle.

Geburt eines Sohnes Lindberghs.

Frau L i n d b e r g h, die Gattin des bekannten Fliegers, Obersten Lindbergh, hat einem Sohn das Leben geschenkt. Das glückliche Ereignis hat in ganz Amerika große Freude hervorgerufen.

italienischer Dampfer in Seenot.

Die Funkstation in Marseille hat einen Funkspruch Des italienischen DampfersAnnina" aufgefangen, der sich auf 40 Grad nördlicher Breite und 5 Grad 40 Minuten östlicher Länge in großer Seenot befindet. Der Kapitän teilt mit, daß das Schiff schwere Havarie erlitten hat und die Bordpum­pen nicht ausreichten, das einbringenbe Wasser aus Dem Schiff zu pumpen. Die Hafenbehörben haben sofort Schisse zur Hilfe entsandt.

Französisches Schnellboot gesunken. 22 Tote.

Ein Schnellboot der Companie Generale Aero- postale, das feinen Dienst zwischen Natal und Da- kar (Afrika) versieht, ist nach einer in Paris ein­getroffenen Meldung in einem heftigen Sturm untergegangen. Die Besatzung, die sich aus dem Kapitän und 21 Mann zusammensetzte soll den Tod in den Wellen gefunden haben.

Untergang eines Dampfers auf dem Ohio.

Der DampferCity of Memphis" lief, einem Funkspruch aus Louisville (Kentucky) zufolge, gegen eine Klippe im Flusse Ohio unweit des Ufers und ging unter. Die 748 Passagiere und die 33 Mann Besatzung konnten sämtlich gerettet werden.

täuschung bereitete, denn, als man manchen Schweiß­tropfen vergossen hatte und oben anlangte, stank

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Statt» und Landeeigen vorderster Stelle der (

in den Taunus führen soll. Aufenthalte sind vor­gesehen in Ufingen, auf der Saalburg, in König- stein, in Bad Homburg, sowie in Bad-Nauheim. Die Fahrt, die sich wiederum für die Teilnehmer sehr unterhaltsam und abwechslungsreich gestalten dürfte, beginnt um 9 Uhr und endet um 20 Uhr mit der Rückkehr nach Gießen.

konnte dadurch die Laune nicht beeinträchtigt wer­den. In flotter Fahrt ging es nach Biedenkopf zu­rück, man verbrachte dort zwei Stunden, betrachtete

** Straßensperre in der verlänger-- t e n Schubert st raße. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Wegen Dornahine von Kanalbauarbci« ten durch den Cisenbahner-Heimstätten-Derein in Gießen werden ab Donnerstag, 18. August, bis auf weiteres die verlängerte Schubert- st raße und der daranstoßende Quer-Feld­weg bis zur Freiligrathstraße für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt. Den anliegenden Grundstückbesihern ist die An- und Abfahrt zu ihren Grundstücken gestattet. Die aufgestellten Sperrschilder sind zu beachten.

Auch seine Landsleute, jungen durchmachten, der Wertung, und itoat Dieselbe Punktzahl to der Pole Zwirkov errer

(Spielwreinigun

Alsfeld 1. Jugend -

Die 1. Jugend weilte üug dort gegen die ein WWWd a> ganze ShirlM üderlegr allem lieferte ein vvrzi mehr Tore fielen, lag der Läufer und befonbi beit des Sturmer. 5 Hel kurz vor Schluß n 1500 1. Schüler Stz.

wurde sofort ein Ausflug nach dem Schloß Witt, genstein unternommen, das hoch oben über dein Kurort liegt, den Ausslüglern aber eine kleine Ent-

** Kraftpo st-Gesellschaftsfahrt nach der Saalburg und König st ein." Die Reichspost veranstaltet am kommenden Sonntag wie-

SSA isk"',.inen fd)°ne" fahrt finde! Sonntag «

**Italic n." Das Lichtspielhaus, Bahnhof­straße, zeigt am morgigen Donnerstag in brei Vor- fteüungen (16, 18 und 20.30 Uhr beginnend) einen Film unter dem TitelKennst du das Lan^ Italien?" Der Film, ein deutscher Kulturfilm, zeigt in fünf Teilen die mannigfachen Schönheiten des Landes, die Menschen und die Bauwerke der Antike. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

** Fahrt an den Eder-See. Der Eder- See mit feiner imposanten Talsperre, jenes Fleck- chen Erde, das die Wunder moderner Technik mii

Gießen, den 17. August 1932.

Statistisches

aus dem Hessischen Sängerbund.

Der Hessisch« Sängerbund gliedert sich in 30 Gaue. Davon entfallen auf die Provinz Starkenburg 12, Rheinhessen 6, Oberhesse n 1 0 und auf Gebiete außerhalb Hessens 2.

Die Gaue gliedern sich wieder über 5 2 9 Der - einsorte mit rund 770 Vereinen. In diesen Vereinen sind insgesamt 26 431 aktive, 9129 beitragsfreie und 37 188 inaktive Mitglieder, zu­sammen 72 748 Sänger vereinigt.

Don den aktiven Sängern entfallen auf Star­kenburg rund 8900, auf Rheinhessen 6630, auf O be rh essen 7100, und auf außerhessische Ver­eine rund 3800 Sänger.

Don den beitragsfreien Sängern (solche, die nicht im Erwerbsleben stehen) entfallen auf Starkenburg 3600, Rheinhessen 2100, Oberhessen 2100 und außerhessische Dereine 1330. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß rund 25 Prozent der ak­tiven Sänger n i ch t im Erwerbsleben stehen.

Insgesamt hat der Hessische Sängerbund 1 4 0 Ehrenchormeister, nachdem durch den Tod drei Ehrenchormeister ausgeschieden sind.

Der Hessische Sängerbund veranstaltet durch seine Gaue jährlich je ein Wertungssingen (Liedertag), wobei Kritiker den Fortschritt der Dereine beurteilen. Diese Wertungssingen schlie- ßen mit einer gemeinschaftlichen öffentlichen Kund­gebung an dem betreffenden Platz des Wertungs. singens. Alljährlich finden öffentliche Werbe- sin gen statt, die das Dolkslied in die breiten Massen der Bevölkerung tragen sollen.

In gewissen Abständen finden durch den Hessi­schen Sängerbund in Verbindung mit dem Hes­sischen Kultusministerium Chormeisterkurse statt, die die Dundesidee verwirklichen sollen.

Alle fünf Jahre findet dann ein Hessisches Sängerbundesfest statt, das erstmals in Mainz, das zweitemal in Darmstadt abgehalten wurde. Diese Dundesfeste sollen eine Heerschau in musikalischer, wie auch in organisatorischer Be­ziehung sein.

Helft -en Blinden!

In Friedberg wurde vor einiger Zeit der Oberhessische Blindenverein gegründet, der sich die Aufgabe gesetzt hat, der großen Rot unter den Blinden in unserer Provinz nach Kräften zu steuern. Di« erforderlichen Mittel sollen durch eine für die ganze Provinz bewilligte Haussamm­lung beschlossen werden, die in diesen Wochen hier in Gießen erhoben wird und der im In­teresse des guten Zwecks bester Erfolg zu wün­schen ist. Der Kollektant des Dereins, Herr Durmester, führt eine schriftliche Genehmi­gung des Kreisamts bei sich.

Mit der Reichspost in das hessische Hinterland.

* Die Kraftpostfahrt in Bas hessische H i n t e r l a n d, die von der Reichspost veranstaltet war, gestaltete sich für alle Teilnehmer zu einem vielseitigen schönen Erlebnis. In rascher Fahrt brachte der Omnibus die Ausflügler über Robheim unb bann nördlich über Fellingshausen, Franken­bach, Erba über Glabenbach unb Biedenkopf nach Laasphe, dem reizvoll im schmalen Tal gelegenen Luftkurort, der im Sommersonnenschein einen denk­bar freundlichen Eindruck auf die Besucher machte, lieber Berg unb Tal führte die Fahrt. Durch Wöl­ber unb an reifenben Getreibefelbern vorbei, durch freundliche Orte des hessischen Landes fuhren die Ausflügler. Es gab viel zu sehen. Nach der Ankunft

sich das Städtchen, das, am Berghang gelegen unb von der Burg überragt, sicherlich vielen gut gefal. len hat. Bald aber war wieder die Zeit zum Aus. bruch gekommen. Das Lahntal entlang, auf präch. tiger glatter Straße, in rascher Fahrt fuhr der Om. nibus Marburg zu. Allenthalben waren die Bauern der Dörfer auf den Spaziergängen unterwegs. Nun sah man viele Trachten, die ja in der Marburg» Gegend noch häufiger sind als in anderen Gegen­den des hessischen Landes. Mancher Gruß würde gewechselt, lieber dem Lande lag jener sonntägliche Friede, der in, nichts ahnen lassen will von dem, was unserer Gegenwart an Not und Sorge vek- bunden ist. Die Bauern saßen vor den Häusern unb ruhten von der schweren Arbeit der Erntetage aus. In Marburg angekommen, war für viele der Aus- flugsteilnehmer das Schloß das Ziel, es wurde viel photographiert, es fehlte nicht an allerlei Unterhalt tung. Verschiedene ältere Herrschaften saßen bei einem Schoppen unb überließen es ben jüngeren, bie steilen Gassen ber Stabt zu gehen. Gegen 19 Uhr fanb man sich roieber im Omnibus ein, ber dann die Teilnehmer der unterhaltsamen Fahrt, innerhalb einer Stunde wieder nach Gießen zurückbrachte. Mit einer Fülle ber Einbrücke, insbesonbere erfüllt von vieler landschaftlicher Schönheit ber weiteren Hei« mat, befriebigt, unb ber Reichspost dankbar für ben schönen Ausflug, langte man in Gießen an.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Al- tersocreinigung 18811931: Generalversammlung bei Bönsel, Gabelsbergerstraße. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Leichtsinn, Liebe und ein Mädel".

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der eine Kraftpostfahrt, bie diesmal die Teilnehmer fangen, die er bisher

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Aus der provinzialhaupistadi.

Jugendliche suchen ihren Beruf.

Oer Jahresbericht der öffentlichen Berufsberatung.

Im 3. Berichtsjahr, vom 1. Juli 1931 bis 30. Juni 1932, wurde die Berufsberatungsabteilung des Ar- beitsamts Gießen von 1135 Ratsuchenden (731 männlichen, 404 weiblichen) 2659mal in Anspruch genommen. 284 = 25 v. H. der Erst­besucher (180 männliche, 104 weibliche), darunter 109 Abiturienten («innen), tarnen aus höheren Lehr­anstalten, die übrigen hatten Volksschulbildung.

Die männlichen Ratsuchenden äußerten 103, die weiblichen 37 verschiedene Berufswünsche. Der ver­hältnismäßig größte Teil aber sowohl ber männ­lichen wie ber weiblichen Erstbesucher, unb zwar

insgesamt 280 = 24,6 v. h. hatten keinen bestimmten Berufswunsch.

Dieser hohe Prozentsatz derUnentschiedenen" cha- ratterijiert die große Berufsnot nicht einmal zur Genüge, denn erfahrungsgemäß kommen noch viel mehr Schulabaänger mit allerdings bestimmten, aber innerlich doch wenig gefestigtem, sehr labilem Berufswunsch zur Beratung.

Am meisten begehrt (von Knaben 93, von Mäd- chen 121 mal) waren bie kaufmännischen und Büroberufe. Alsdapn folgten für Knaben bie Berufe (bie Zahl in Klammern gibt bie Häufigkeit des gleichen Berufswunsches an): Bäcker (45), Metz, ger (31), Schuhmacher (30), Friseur (29), Elektr.- Inst. (28), Autoschlosser (27), Maler unb Weißbin­der (22), Gärtner (20), Kunst- unb Bauschlosser (16); unb für Mäbchen: Schneiderin (70), Hausge- hilfin (40), Krankenschwester (8).

Zur möglichst einwandfreien Feststellung voraus­sichtlicher Berufseignung waren eine Reihe psychologischer Eignungsuntersuchun- gen notwendig (für das Buchdruckgewerbe wurden sämtliche Berufsanwärter geprüft) und in 67 gesundheitlich bedenklichen Fällen auch noch be­sondere ärztliche Untersuchungen, die von den Uni- versitätskliniken vorgenommen wurden. Eine große Zahl von Arbeitgebern ließen sich einzustellende Lehrlinge vorher schriftlich begutachten unb 117 mal mußten wir an Ratsuchende schriftliche Auskünfte erteilen.

Offene Lehrstellen tarnen 256 zur Anmeldung

(206 für Knaben, 50 für Mädchen), von denen 212 = 83 v. H. (169 Knaben, 43 für Mädchen) durch un­sere Vermittlung besetzt werden konnten. Die an- haltend schlechte Arbeitsmarktlage hat auch ben Lehrstellenmarkt sehr ungünstig be­einflußt. Allgemein wirb über den Rückgang an Lehrstellen geklagt. Häufig ist kaum Arbeit für die schon beschäftigten Lehrlinge vorhanden, so daß für diese besondere Maßnahmen geplant wurden, um die erfolgreiche Ablegung der (Sefellenpvüfung zu

gewährleisten. Der Lehrstellenmangel hätte für die berufsuchende Jugend katastrophal werden können, wenn nicht infolge der Kriegsgeburtenausfälle be­deutend weniger Kinder aus der Schule entlasse« worden wären.

In den Nebenstellensprechstunben Friedberg, Als­feld, Büdingen, Lauterbach unb Schotten fanben 741 Beratungen unb 60 Lehrstellenver» m i 11 lu n g e n statt; das ist fast ein Drittel dec gesamten Beratungs- und Vermittlungstätigkeit.

Zu Ostern 1932 kamen im Gießener Arbeits- : amtsbezirk (Oberhessen) 2224 (1096 Knaben, 1128 Mädchen) Volksschüler zur Entlassung ' (höhere Schüler und Schülerinnen waren es 687).

Nachdem die Zahl der Volksschulabgänger mit jedem Jahre abgenommen hatte, wird sie an Ostern 193t zum erstenmal wieder zunehmen und zwar gegen­über 1932 um rund 900. Sämtliche abgegangenet Volksschüler (-innen) erhielten unserM erk- blatt für die Berufswahl" ausgehändigt Außerdem wurden von den beiden Fachkräften bet Berufsberatung in den Oberklassen von Volksschu- len und höheren Lehranstalten 41 Unterrichts- stunden über bie Berufswahl abgehalten. Eine Reihe von Artikeln bienten zur weiteren Auf­klärung ber Öffentlichkeit vornehmlich über bie Praxis ber Berufsberatung. Aus Mangel an Mit­teln mußte manches im Interesse ber berufsuchen- gedachte Vorhaben zurückgestellt werden.

Den bereitwilligen Helfern der öffentlichen Be­rufsberatung gebührt für ihre unentbehrliche Mit­arbeit großer Dank; so dem Universitätsinstitut für experimentelle Psychologie, den schon erwähnte» Kliniken und nicht zuletzt der verehrlichen Lehrer­schaft unb den Herren Schulärzten für die Ausfül­lung der als Grundlage der Berufsberatung bienen­den Schülerkarten. Aus allen Schichten der Bevöl­kerung, vielfach auch aus Lehrerkreisen, wird dir sich jvuem Sonderinteresse gegenüber streng new tral verhaltende Berufsberatung nicht bloß immer einer Lehrstelle wegen, sondern alf Rat- unb Auskunftsstelle in Berufs- fragen vermehrt in Anspruch genommen. Tro) abermaligen Rückgangs der Zahl schulentlassener Jugendlicher konnte auch in diesem Berichtsjaht wiederum die Besucherzahl unb zwar um 170 er­höht werben. Nicht unerwähnt darf bleiben, bnf sich die Wirtschaftskreise gleichfalls mit fteigenbei» Interesse der Berufsberatung zuwenden. Wohl Hal sich die Zahl zu besetzender Lehrstellen infolfl« verschlechterter Wirtschaftsverhältnisse nicht ver­mehrt, aber doch die Zahl anmeldender Lehrherren

Die Schüler trugen onauä und gewann« A'de Mannschasien t kämpften von Anfang H>he unermüdlich um ergab M aus einem Verteidigung.

VfB.

'Iv.l.Iugend-her«,

Surn v dieM.-Iuger k Die Gäste i abr An -Lni(fr gewachsen. So