Ausgabe 
17.6.1932 Erstes Blatt
 
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tische Aussprache auf Grund deutschnationaler und kommunistischer Anträge gegen die neue preußische Sparoerordnung begonnen. Finanzminister Klepper betonte, daß die Ver- vrdnung den echten Etatausgleich und die Sicher­stellung der Kassenlage ermöglicht habe, nachdem das Reich aus finanziellen, nicht etwa aus politi­schen Gründen, sich außerstande erklärt 'f)abe, Preußen jetzt die 100 Millionen zu überweisen, die eS für Lieberlassung der Siedlungsanteile zu bean­spruchen hat. Er bedauerte, daß in bezug auf die Arbeitszeitkürzung die Deichsnotverordnung nichts bringe, obwohl hierdurch eine Verminderung des Aufwandes für die Erwerbslosen und Ermäßi­gung der allgemeinen Steuerlast zu erreichen ge­wesen wäre. Er befürchtete, daß in der Sied­lungspolitik die neue Deichsregierung nicht vor­wärts gehen wolle und erklärte, daß Preußen seine Auslassung im Reichsrat zur Geltung brin­gen werde.

Dach ausführlichen Degründungsreden der kom­munistischen und deutschnationalen Antragsteller eröffnete Dr. Klein (Ratsoz.) die Aussprache mit einer scharfen Polemik gegen den Finanz­minister. Abg. Dr. Wester (Ztr.) erklärte, das Zentrum, das freie Hand nach rechts und links habe, lasse sich das Gesetz des Handelns von nie­mandem vorschreiben. Bis in die vierte Morgen­stunde sprachen dann die Vertreter der Frak­tionen, wobei auch Finanzminister Dr. Klepper nochmals das Wort nahm, um zu erklären, daß kein einziger positiver Vorschlag von realer Basis als Ersatz für die preußische Dotverordnung ge­macht worden sei. Dach siebzehn st ündiger Dauersitzung wurden di« kommunistischen und deutschnationalen Anträge auf Auf­hebung der neuen preußischen Dot­verordnung mit den Stimmen aller Oppo­sitionsparteien angenommen, doch hat diese Annahme nur demonstrativen Charakter, wie der Staatsgerichtshof bei früherer Gelegenheit fest­stellt«. Das Haus v«rtagte sich auf Mittwoch, den 22. Suni, wo klein« Borlag«n neben der politi­schen Amnestie auf der Tagesordnung stehen. Sn diesem Sihungsabschnitt ist auch die endgültige Wahl des Landtagspräsidiums, evtl, weiter der Versuch der Wahl des Ministerpräsi­denten zu erwarten.

Nationalsozialistisches Ministerium in Oldenburg. Oldenburg, 16. Juni. (WTB.) Im Olden- burgischen Landtag wurde zum Ministerpräsidenten gewählt der von den Nationalsozialisten vorgeschla­gene Abgeordnete Karl Rover. Der neue Mini­sterpräsident schlug für die beiden anderen Minister- posten den Abg. Landgerichtsrat Pauly von der NSDAP, und den nationalsozialistischen Schrift­leiter und Abg. Spangemacher vor. Während der Ministerpräsident mit 26 von 41 Stimmen, und zwar von den Nationalsozialisten, den Deutsch- nationalen und den Landoolkvertretern gewählt worden war, entfielen auf die beiden Minister je 25 Stimmen.

Der neue Ministerpräsident betonte, daß er das Amt auf Anordnung Adolf Hitlers übernehme. Er erklärte weiter, daß keiner der Minister Ansprüche an den Staat stellen werde, falls er ausscheiden solle. Keiner der drei Minister werde das Juni- Ätn Anspruch nehmen, sondern die zuständige tssumme einem sozialen Zweck zuführen.

Reuerrichiung der SA.

(Lin Erlaß Hitlers.

München, 17. Juni. (CNB. Funkspruch.) Im Völkischen Beobachter" wird an erster Stelle heute ein Erlaß Adolf Hitlers veröffentlicht, in dem dieser dsx Neucrrichtung der SA. anordnet und mit der Durchführung den Chef des Stabes, Ernst Röhm, beauftragt. Auch die Gruppenführer der SA. werden vorläufig in ihren Dienststellen und Dienstbereichen wieder ernannt. Die SS. wird durch den Reichsführer H. Himmler neu aufgestellt. Die gesamten organisatorischen Anordnun- gen der früheren SA. gelten zunächst als An­halt. Sie werden in Kürze neu erlassen. Die weiteren Ausführungsbcstimmungen erläßt der Chef des Stabes. Nach dem Erlaß Hitlers werden Auf­rufe an die SA., SS. und NSKK. sowie an die Hitler-Jugend von den Führern dieser Or­ganisationen veröffentlicht.

Das Reich will abwarien.

Berlin, 17. Juni. (TU.) Angesichts der Erklä­rung der bayrischen Regierung, trotz der gestrigen Reichsnotverordnung für das Tragen von Uniformen bei bestimmten Anlässen noch beson­dere polizeiliche Vorschriften zu er- lasfen, und des Vorgehens der badischen Re­gierung, die ein allgemeines Uniform- verbot ausgesprochen hat, wird die Reichsregie­rung, wie derLokalanzeiger" erfährt, zunächst genau prüfen, auf Grund welcher lan­desrechtlichen veftimmungen die beiden Länder ihre Anordnungen erlassen werden oder haben. Die Reichsregierung werde von dem Ergebnis dieser Prüfung ihre weiteren Maßnahmen ab­hängig machen.

Rundfunkrede des Reichsinnenministers.

Sn der für die Deichsregierung vorbehaltenen Rundfunkstunde spricht Freitag, um 19 Tlhr, Reichsinnenminister Freiherr v. Gahl über die Dotverordnung des Reichspräsi­denten gegen politische Ausschreitungen vom 14. Suni 1932. Die Rede wird von sämtlichen deu- schen Rundfunkgesellschaften übertragen.

Tumultszenen im Bayrischen Landtag.

München, 17. Juni. (WTB. FunksprucH.) Zu der heutigen Plenarsitzung waren die National- sozialisten im braunen Hemd und mit dem Hakenkreuz erschienen. Als Präsident "S t a n g dies als eine Störung des Hauses erklärte und auf Grund der Geschäftsordnung die Mitglieder der nationalsozialistischen Fraktion von der Sit- zung auszu schließen ankündigte, bestieg der nationalsozialistische Schriftführer Esser das Rednerpult und rief:Unserem Führer Adolf Hit­ler ein dreifaches Heil!" Die Nationalsozialisten und zahlreich? Besucher der überfüllten Tribünen hoben die Hände und stimmten in die Rufe ein. Unter starkem Tumult rief Esser der Regierung einNieder" zu. Darauf wurde von den National­sozialisten das Horst Wessel-Lied gesungen, in das ebenfalls ein großer Teil der Tribünenbesucher ein- stimmte. Der Präsident erklärte die Sitzung für unterbrochen.

Endkampf in Hessen

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Revolutionsbeamten, die Bor- und Ausbildung feit

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Sm Anschluß an Fackelzug durch Gelegenheit kam es Reibereien, so daß mußten.

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die Kundgebung fand ein die Stadt statt. Bei dieser an verschiedenen Stellen zu einige Festnahmen erfolgen

Land der Ruf zur bürgerlichen Sammlung geht, hat sein« Ursache wohl darin, daß der letzten Landtagswahl das Bürgertum seinen breiten Schichten erkannt hat, daß seit dem 15. Dovember keine Vertretung

Rechts st reites zwischen Litauen und Signatarmächten der Memelkonvention.

Lin neues Todesurteil in Italien.

Dor dem Sondergerichtshof zum Schuhe

Oer ehemalige Präsident des Memel- direktoriums Böttcher gestorben.

Memel, 17. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der frühere Präsident des Memeldirektoriums, Otto Böttcher, ist gestern abend im Alter von 50 Jahren gestorben. Böttcher wurde im Juni 1931 zum Präsidenten des Memeldirektoriums berufen. Im Februar 1932 wurde Böttcher von Gouverneur Merkys im Zusammenhang mit seiner Reise nach Berlin gewaltsam abgesetzt. Bött­cher sollte dann wegen angeblichen Landesverrats vor Gericht gestellt werden, doch lehnte die Staatsanwaltschaft des litauischen Militärgerichts dies ab. Im Februar 1932 legte schließlich Präsident Böttcher sein Amt nieder. Seine Absetzung dyrch den litauischen Gouverneur war, wie erinner­lich, der Ausgangspunkt eines Konfliktes, der zur Auflösung und Neuwahl des Memel­landtags führte. Anderseits bildet sie den Gegenstand des zur Zeit im Haag schwebenden

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reitet sein. Den Menschen bewegt heute nicht mehr der theoretische Begriff Staat, sondern was ist der Staat, was lebt in ihm. Kein Land, kein« Provinz wird genesen, wenn nicht der Kreis der Fragen die letzte Lösung erfahren hat. Erst dann wird das deutsche Volk wieder den Weg

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teipolitischen Rücksichten in die öffentliche Verwal­tung Eingang fanden. 3. Entfernung aller Ange- hörigen des jüdischen Volkes und sonstiger Fremd­stämmigen aus öffentlichen Aemtern. 4. Wieder­aufnahme abgebauter leistungsfähiger, insbeson. dere kriegsbeschädigter Berufsbeamten in den öffent­lichen Dienst. 5. Vorzugsweise Berücksichtigung der Versorgungsanwärter und Kriegsbeschädigten bei der Anstellung in öffentlichen Dienst. 6. Rückfüh­rung der Deutschen Reichsbahn und ihrer Beamten aus dem Poungfrondienst für das internationale Bank- und Börsenkapital in den freien Besitz und in den Dienst des Reiches. 7. Schutz der Reichspost und anderer Wirtschaftsbetriebe des Reiches und der Länder vor Privatisierung und Einbeziehung in den Tributfron. 8. Durchgreifende Neuregelung der besonders in den untere^ Gruppen ganz un­zulänglichen Beamtenbesoldung auf der Grundlage eines ausreichenden Existenzminimums für die un­teren Gruppen, da die Verschuldung alsbald zur Verlumpung führen muß. 9. Beschaffung billiger Wohnungen und Heimstätten durch staatlich geför­derte Baugenossenschaften.

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V ^Ud solange bimnii n, Tisenbahni mot.

Dmgeldey auf einer Kundgebung der nationalen Einheitsliste.

Darmstadt, 16. Juni. (WSN.) In einer stark besuchten Versammlung der Nationalen Einheitsliste Hessens sprach der Führer der Deutschen Volkspartei, Neichstagsabgeordneter D i n g e l d e y. Der Redner erklärte, das deutsche Volk sei über das Ziel seiner Außenpolitik völlig einig. Es verlange angesichts der Versuche, in Lausanne lediglich eine Verlängerung des gegenwärtigen Hoover-Feierjahres zu be­schließen, von Reichskanzler von Papen, daß er das von Dr. Brüning ausgesprochene Nein aufnehme und eine endgültige Be­reinigung der Reparationsfrage ver­suche. Nicht mit lauten Protestversammlungen, son­dern nur durch die Zusammenfassung aller aufbauenden Kräfte, in der Besinnung auf die tatsächlichen Machtverhältnisse könne der außen­politische Entscheidungskampf siegreich gestaltet wer- den. Nach einer Betrachtung der -innenpolitischen Verhältnisse, der Zerreißung des Volkes in zwei La­ger, betonte Abg. Dingeldey, wenn der Sturz Brü­nings einen politischen Sinn habe, dann nur den, daß ein Führer derNationalsozialisten die Regierung hätte übernehmen mas­sen, damit diese Bewegung der geballten Leiden­schaften und schwärmerischen Begeisterung einmal an verantwortungsvoller Stelle zeige, wie sie die Erfordernisse der Stunde und des ge­samten deutschen Volkes erfüllen wolle. Die Natio­nalsozialisten hätten auf die Frage, wie ihre groß­zügigen Pläne auf Arbeitsbeschaffung, Siedlung, Arbeitsdienstpflicht usw. durchgeführt werden sollen, auf die Binnenmark verwiesen, die zur Infla­tion führen müsse, da die unabänderlichen wirtschaft- liehen Gesetze das Nebeneinanderbestehen von zwei Währungen nicht zuließen. Die deutschen Sparer, die nach der ersten Inflation wieder Milliarden auf die Sparkassen getragen haben, würden zum zwei­tenmal beim Eintritt von Jnflationserscheinungen auf Worte nicht mehr hören. Wenn die National­sozialisten nach dem Sturz Brünings in die Regie­rung gegangen wären, wären heute sicher schon Hunderttausenden die Augen aufgegangen. Wer glaube, daß die Nationalsozialisten für die A u f - hebung der neuen Notverordnung der Regierung stimmen würden, die eben auf Grund eines Abkommens die Aufhebung des S A. - Verbots durch gefetzt habe? Seite verant­wortliche Politik könne gleichzeitig dem Arbeiter höhere Löhne und größere Renten, dem Bauer stei­gende Preise, dem Sparer Sicherung seiner Einlagen und dem Schuldner Abwertung seiner Schulden zu- sichern. Gerade in diesen stürmischen Zeitläuften, die sich in den nächsten Wochen und Monaten noch stürmischer gestalten könnten, müßten die wachen Reste des deutschen Bürgertums, das jene Jahr­hunderte alte große deutsche Kultur-, Wirtschafts­und Staatsgeltung, die bürgerliche Freiheit und so­ziale Gerechtigkeit schuf, bereit sein, auch in der vordersten Frontlinie gegen die Diktatur irgend­einer Partei für den Aufstieg der gesamten Nation zu kämpfen.

Bürgerliche Sammlung.

Von der Pressestelle der Rationalen E i n- he i ts liste werden uns die folgenden pro­grammatischen Ausführungen der langjährigen Landtagsabgeordneterr Frau Maria Birnbaum mit der Ditte um Veröffentlichung übersandt:

Wer mit wachen Sinnen die Rot der Gegen­wart miterlebt, der spürt, daß durch die breiten Schichten der bürgerlichen Bevölkerung eine heiße Sehnsucht nach Ueberwindung der unseligen Zer­splitterung unseres Volkes geht wobei der Begriff desBürgertums" s o weit gefaßt wer­den muß, wie ihn Hans Grimm in seiner Schrift von der bürgerlichen Ehre und bürgerlichen Rotwendigkeit faßt. Mehr und mehr bricht sich di« 11«berzeugung Dahn, daß «in Zusammenschluß all derer kommen muß, die allen sozialistischen Experimenten ebenso ab­lehnend gegenüberstehen, wie allem Radikalismus, die di« Schaffung einer Volksgemeinschaft, die so laut und tönend in den Versammlungen proklamiert wird, nicht darin erblicken können, daß Haß, Mißtrauen und Verächtlichmachung politischer Gegner alle diejenigen von vornherein von der Volksgemeinschaft ausschließen sollen, die sich nicht zu demselben parteipolitischen Pro­gramm bekennen, die den vernichtenden Spal­tungen parteipolitischer und konfessioneller Art den Gedanken der Einigung deutscher Men­schen entgegensetzen. Zusammenschließen müssen sich diejenigen, die wissen, daß die nationale Freiheit unseres Volkes und Staates nur errun­gen werden kann, wenn neben das st a r k e na­tionale Wollen auch di« klare Beson­nenheit und Vernunft tritt, die nicht die Grenzen verkennt, die aus innen- und außen­politischen Konten gezogen sind und nur in zäher und zielbewußter Arbeit beseitigt werden können. Das gerade von Hessen als dem ersten

dem Parlament hat, daß es wohl die Opfer einer verfehlten Verwaltung und Gesetzgebung trägt, daß ihm aber keine Möglichkeit gegeben ist, in­folge seiner durch die kleine Zahl machtlosen Ver­treter irgendwie hier Wandel schaffen zu können. Wenn es dazu gekommen ist, daß das Bürger­tum, das früher einen seiner Bedeutung für den Staat entsprechenden maßgebenden Einfluß ous- übte, nup fast völlig von der Mitwirkung ausge­schaltet wurde, so ist dies allerdings das muß offen gesagt werden, nicht ohne eigenes Ver­schulden gekommen. Run wird ihm noch einmal in der breiten bürgerlichen nationalen Sammlung Gelegenheit gegeben, durch kraftvolle Vertretung im Parlament seinen Anschauungen, seinen For­derungen wieder Geltung zu verschaffen, das wie­der aufbauen ju helfen, was durch Tradition und Erziehung in ihm wurzelt und was man gemein­hin als bürgerlich« Tugend zu bezeichnen pflegt, Sauberkeit und Ordnung, Pflichterfüllung und Arbeitswilligkeit, Schuh des Eigentums, Schuh der Entfaltung der freien Persönlichkeit und ihres Rechtes auf Selbstbestimmung im Rahmen des Ganzen und damit das Aufhören aller sozialisti­schen Ueberspannungen des gesunden sozialen Ge­dankens. Sollten nicht auch die Frauen zu die­sem Ziel sich bekennen und aus der Erkenntnis der Macht, dir durch ihre zahlenmäßige Stärke in ihre Hano gegeben ist. die Verpflichtung herleiten, sich selbständig ein Llrteil zu bilden und danach ihre

Die ölgetränkten Arbeitskleider Kehrers fingen Feuer und der bedauernswerte Manu erlitt so schwere Brandwunden, daß er heute morgen im Krankenhaus gestorben ist. Der Verunglückte war verheiratet und Vater eines Kindes.

Großfeuer in einem Mecklenburger Dorf.

Ein Grohfeuer zerstörte in der Ortschaft B ü.b« low bei Ludwigslust innerhalb einer Stund« 22 Wohn- und Wirtschafts­gebäude. S:hr viele Schweine find verbrannt, ebenso der größte Teil des häuslichen Mobi­liars und zahlreich« landwirtschaftliche Maschinen. Die Löscharbeiten werden durch Wassermangel sehr erschwert. Der Brand wütet noch immer.

Tödlicher Absturz in den Bergen.

Die Frau des Zollbeamten Pröll aus Salzburg stürzte am O st grat des Tlntersbergs tödlich ab. Die Frau fiel vor den Augen', ihres Mannes auf bayerischem Gebiet 350 Meter in die Tiefe, wo sie zerschmettert liegen- blieb. Die Leiche wurde geborgen und zu Tal gebracht.

Der Bderanenmarfd) auf Washington.

Die in Washington versammelten Kriegsteilnehmer erhalten täglich aus allen Teilen der Union neuen Zuzug. Das Kriegsministerium erhält von den Dienststellen des ganzen Landes ständig Meldungen über neue Gruppen, die den Marsch auf Washing­ton antreten. Die Führer der Veteranen reden so­lange auf die einzelnen Abgeordneten ein, bis diese die Zusicherung abgeben, daß über bie Frage der Vollauszahlung des Veteranen- Bonus abgestimmt werden soll. Trotzdem aber sind sowohl der Kongreß wie auch Hoover entschlos­sen, die für die Vollaus^ahlung benötigten zwei Milliarden Dollar nicht zu bewilligen, ur.b zwar weil erstens keine Mittel vorhanden sind, zum anderen aber, weil durch die Auszah­lung eine einzelne Schicht bevorzug! würde. Zeitungen find der Ansicht, daß im Lause der nächsten zwei Wochen insgesamt nahezu 100 W Demonstranten in Washington sein werden. Die Ver­pflegung für eine derart hohe Zahl könnte aber aus Wohltätigkeitsfonds nicht mehr bestritten werden. Die Regierung sucht nach einem Ausweg, um endlich die Veteranen zum Abzug zu veranlassen. Die Vete­ranen haben jedoch ein derartiges Ansinnen entschie­den abgelehnt.

Blutiger Kampf in Trier.

Zwischen zwei verfeindeten Familien kam tt zu schweren Schlägereien, in deren Verlauf es meh­rere Schwerverletzte gab. Männer, Frauen, Jungk» und Mädchen gingen aufeinander los und hatte« sich gegenseitig mit den gefährlichsten Werkzeugen bewaffnet. Mit Beilen uni Stocken hieb man aufeinander ein. Dazu hatte wo» Rasiermesser an lange Stricke gebun­den, um sich gegenseitig zu bekämpfen. Zwischen­durch fielen auch mehrere Schüsse. Mehrere btt Beteiligten erlitten schwere Verletzungei durch Messerstiche. Schließlich gelang es der Polizci die Streitenden zu trennen. Sieden zum Teil Schwer­verwundete mußten ins Krankenhaus gebracht wer­den. Einige der Haupträdelsführer wurden ver­haft e t. Bei einem der Beteiligten wurde ei« Trommelrevolver gefunden. Die Kampfstätte boi einen wüsten Anblick. Die Wohnung der einen Fo- , milie war vollständig verwüstet. Nicht einmal bi< Fensterrahmen waren ganz geblieben.

Blccunboierjigmal Lebensretter.

Sn Frankenthal gelang es dem erst kürz­lich mit der Rettungsmedaille ausge­zeichneten Fritz Hofrichter, den beim Spielen Ij den Kanal gefallenen Sohn des Arbeiten Emler zu retten und nach sofort angestelsttt Wiederbelebungsversuchen ins Leben zurück-»' rufen. Das ist der zweite Sohn der Famil» Emler, den Hofrichter rettete, und zugleich ov 44. Opfer, das er dem nassen Element entm

(Ein vierfacher Mörder hingerichtet.

Sm Hofe des Tübinger Gerichtes wurde Z* wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteil» Eugen D e y l e aus Engelsbrand (Oberamt Reuen- bürg- hingerichtet. Deyle hatte in der Ra« zum 28. März 1931 seineSchwiegereltern seine Frau und sein Zjähriges Söhn' chen durch Beilhiebe getötet.

Entscheidung zu treffen, eine Entscheidung, die gestellt sein muß unter den großen Gesichtspunkt der Gesundung des Staates und Volkes, für die sie als Staatsoürgerinnen mit die Verantwortung tragen.

Hiller spricht in Offenbach.

Offenbach a. M.. 16. Suni. (WDR.) Die Rationalsozialisten veranstalteten auf dem Kickers- Sportplatz eine große Wahlkundgebung, an der annähernd 20 000 Personen teilnahmen. Adolf Hitler, der bei seinem Eintreffen auf dem Platz lebhaft begrüßt wurde, führte u. a. aus, daß er, wohin er auch komme, immer dieselben großen Kundgebungen zu sehen bekomme. Es müsse schon irgend etwas Gewaltiges sein, was das deutsche Volk heute zwinge, in so großer Zahl zu demonstrieren. Unfere Gegner, so sagte Hitler, tun ja heute so, als ob ihnen an der Zahl weniger liege. Es gibt keine schärfere Widerlegung der Behauptung, daß der Rational­sozialismus nur eine Angelegenheit einiger über­spannter Menschen sei als die Tatsache, daß diese Bewegung heute das ganze deutsche Volk erfaßt hat und einen so gewaltigen Ausdruck findet. Es gibt in Deutschland keine Lebensstel­lung, die nicht ihre besondere politisch-parlamen­tarische Vertretung hat, es gibt keinen Beruf, keine Konfession, Die nicht in Deutschland ihre ganz besondere Spezialpartei besitzt, und ich bin der Ansicht, daß vielleicht manche Partei geglaubt hat, sich zu retten, daß aber die Gläubigen selbst nicht dabei gerettet worden sind. Seit 13Sahren will man nun die Wirtschaft retten und hat dabei den Kampf der gegenseitigen Snteressen so ge­steigert, daß der Kampf dieRation zer­reißt, also das Gegenteil von dem erreicht, was man erreichen wollte. Wer vor 13 Safjren das Schicksal prophezeite, das die Ration heute betroffen hat, wurde ausgekocht. Wer wahrheits­gemäß schilderte, was kommen mußte, dem wurde nicht geglaubt. Trotz Terror und trotz der drohen­den Verelendung kam diese mächtige Bewegung. Wenn Dölkerkatastrophen tiefe Ursachen besitzen, muß der Aufstieg eines Volkes auch wi eder tief fundiert und gewaltig vorbe-

Staates fand die Verhandlung gegen Angelo Sbardellotto statt, der angeklagt ist, sich mit anderen Personen verschworen zu haben, uni den Chef der italienischen Regierung zu töten. Sm Verlauf des Verhörs bestätigte Sbardellotto sein früheres Geständnis. Er wurde nach dem Plädoyer des Generalstaats­anwalts zum Tode verurteilt und ebenso wie der am Mittwoch zum Tode verurteilte Ter­rorist D o v o n e im Hof der Festung Bravetta durch Erschießen h i n g e r i ch t e t.

Kommunistische Umtriebe in Zürich.

Sn Zürich sammelten sich trotz Verbotes eine Demonstration der Heizungsanlagen-Monteure aus dem Helvetiaplah, etwa 3000 Personen. Sie wurden von einem kommunistischen Redner zur Bildung eines Demon­strationszuges aufgefordert. Polizei griff ein und säuberte unter Abgabe mehrerer Schreckschüsse den Platz. Dabei wurden die Po­lizeibeamten mit Pflastersteinen bewor­fen: ein Polizeibeamter erhielt auch einen Streifschuß. Ein Demonstrant wurde durch einen Schuß in den Unterleib so schwer verletzt, daß er später im Krankenhaus starb. Die De­monstranten zertrümmerten noch mehrere Fenster­scheiben. Gegen 23 Uhr war die Ruhe wieder hergestellt. Etwa 23 Personen wurden verhaftet. Wie die Polizei weiter mitteilt, hat sie eine geheime kommunistische Gesellschaft aus-gehoben. Cs wurde zahlreiches belastendes Material sowie auch Waffen beschlagnahmt.

Bon ihren Schwestern auf offener Straße erstochen.

Eine aufsehenerregende Bluttat wurde auf dem Marktplatz der Stadt Burg bei Magdeburg ver­übt. Dort gerieten die drei Schwestern Pege, von denen zwei verheiratet sind, in einen Streit, in dessen Verlauf die ®betrau 21 ma Hamel, geborene Pege, von ihren Schwestern durch meh­rere Stiche ins Herz getötet wurde. Die beiden Täterinnen konnten verhaftet wer­den. Die drei Schwestern lebten seit Sah- ren in Feindschaft. Am Vormittag war es bereits zu einer erregten Auseinandersetzung zwi­schen der Frau Hamel und der ledigen Else Pege auf der gemeinschaftlichen Arbeitsstätte gekommen. Dabei war auch di« Drohung mit Tätlichkeiten ausgesprochen worden. Aus diesem Grunde lieh sich Frau Hamel von ihrem Mann von der Ar­beitsstätte abhvlen. üntertoegS kam es dann zu dem Zusammenstoß.

Bei der Arbeit tödlich verbrannt.

Sn Aschaffenburg war in den Düldner- Motorenwerken gestern nachmittag der Kranen- führer Friedrich Kehrer damit beschäftigt, die mit flüssigem Metall gefüllten Gießbehälter an die Eießvorrichtungen Heranxufahren. Dabei schlug aus einer solchen Gießpfanne eine starke Stich­flamme heraus und traf den Führer des Krauens.

Die Beamlenpolitif der ASDAp.

Von der Pressestelle der Gauleitung Hessen der NSDAP, wird uns mitgeteilt: Die Nationalsozia­listen fordern: 1. Aufrechterhaltung des Berufs, bcamtentums mit feinen verfassungsmäßig garan­tierten Rechten, insbesondere der Freiheit der po­litischen Gesinnung und der freien Meinungs­äußerung der Beamten. 2 Abbäu der sogenannten

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