Ausgabe 
16.11.1932 Frühausgabe
 
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irhSn h»t 6|d?lt^Q r-un9 auf y°r= aus die Wartburg und Eisenach soll als Aatur- Ä SunftPr>inb'& iJiri"'er® LUr schuhpark erklärt werden. Zunächst ist die Schaf.

? einstimmig be- Jung eines Thing-Platzes für Kundgebungen der Jchlossen^a.cut|chlands und Preußens großem ' Verbände, insbesondere der 3ugenDbünbe, vor.

Villa sein eigen nennen. Seine Glückszahl sei neun-

Ausscheiden der Sroßbeiriebsverbände aus der Haupwemeinschaft des deutschen Einzelhandels.

Gerhart Hauptmann im Kreise der unzählige.. Geschenke, die ihm zu feinem 70 (Geburtstage aus allen Teilen Deutschlands zugingen.

Aus aller Weil

Errichtung eines Kolonial-Ehrenhalns bei Eisenach.

ei" ei9en nennen. Seine Glückszahl fei neun- Darauf ankommt, über, die Fähigkeit absoluter Das ist febr ielhnm" Zehn, und er soll Nummer Eintaulendneunhundert- Jnbofenz. Es ist eine Neigung zu hereditärer I.eyr leltsam ,

faaen^e? bnt^h' ßmtene sp'elen. Was soll ich Ihnen Paralyse vorhanden, die Sie bekämpfen sollten, so­

Entschuldigen oie, Herr Professor, mein Name ift «pallpilz, Max Spaltpilz. Ich bin soeben Zeuge 3nrey Gesprächs gewesen. Es wundert mich sehr, daß ein Mann wie Sie, ein Mann, der doch mehr' weiß als alle andern in diesem Lokal zusammen­genommen, daß ein solcher Mann, sage ich, auf unsichere Versprechungen etwas geben kann. Wie können Sie bloß glauben, daß der Mensch, der da eben rausgegangen ist, die zehn Mark einschicken wird? Ich für meine Person, ich meine, ich will wich nicht aufdrängen, aber wenn Sie mir meine Glückszahl sagen würden, dann würde ich ohne wei­teres zwanzig Mark in bar zahlen "

Mit einem vorwurfsvollen Blick zum Himmel legte Trotter Messer und Gabel hin.

Es ist mein Los, niemals zur Ruhe zu kom­men", meinte er voll Resignation.

£*ann bemächtigte er sich der Hand des anderen.

Ah", sagte er,ich sehe vollkommen klar. Sie baben die typische Hand des kontemplativen 'Jlibodjanten. Ihre Charaktereigenschaften sind stark variabel, mit leicht fluktuierender Koloratur. Sie lieben die Bequemlichkeit, verfügen aber, wenn es 1

bet 30er Jahre; sie hatte gehofft, den geistig hochstehenden Mann, für den sie sich aufopferte, der Besserung entgegenführen zu können.

Zwei Werftarbeiter in Hamburg tödlich verunglückt.

Om Dock 5 der Werft von Blohm & Voß in Hamburg ereignete sich ein schwerer Unfall. Aus noch nicht geklärter Ursache brach ein Ge­rüst zusammen, auf dem sich mehrere Arbeiter befanden, die mit dem Abheben von Schiffsplat­ten an dem DampferBiscaya" beschäftigt waren. Die Leute stürzten zehn Meter in die Tiefe. Der 39jährige Schmied K u p l i n und der 46jährige Abbeiter Kühn wurden sofort ge­tötet. Ein Schwerverletzter wurde be­sinnungslos im Krankenhaus eingeliefert.

Sühne für einen politischen Mord.

Der Arbeiter Bartel wurde vom Schwur­gericht in Ehemnih wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode verurteilt. Bartel ist am 4- August d. 3. gegen Mitternacht mit einem ihm angeblich unbekannten Kommunisten in das hauptsächlich von Aationalsozialisten besuchte Cafe Herold gegangen, und dort haben beide einen Ueberfall inszeniert, wobei der Unbe­kannte den Dentisten Krebeck durch Kopfschuß tötete. Bartel hat bisher stets geleugnet, den Unbekannten anders als mit dem Vornamen Zu kennen. Auf der Flucht wurde Bartel in er­schöpftem Zustand von der Polizei auf der Straße aufgefunden. Der Unbekannte hatte ihn im Stich gelassen.

Die Lkurmkalastrophe in Japan.

Ter Taifun hat in weiten Strecken des öst­lichen Japan Tod und Verwüstung hervorgerufen. Aach den letzten amtlichen Zahlen wurden 26 Personen getötet und 25 verletzt. 26 Per- ' sonen werden vermißt. Etwa 100 Häuser sind völlig zerstört. 2400 beschädigt und 40 000 durch den zusammen mit dem Taifun auftretenden Wolkenbruch unter Wasser gesetzt worden. Auch die Stadt Iokohama hat stark gelitten. Zahlreiche Drücken wurden zerstört und Bäume entwurzelt.

9000 Mark Lohngelder gestohlen.

(Sachsen) brachen Unbekannte mit Aachschlüsfeln in ein Kontor ein und stahlen die auf einem Tisch liegenden, in Beuteln verpackten Lohngelder in Höhe von rund 9000 Mk.

- .-y- ' erwiderte der Mann.

Als eie vorhin in meiner Hand lasen, da sagten Sie mir, meine Glückszahl sei acht. Daraufhin wollte ich sofort zu meinem Lotteriekollekteur fah­ren. Ich benutzte zum erstenmal in meinem Leben einen Autobus. Es war Nummer acht. An der ersten Straßenecke kippte er um, und ich brach mir beinahe das Genick. Ich erkläre, daß Ihre Pech- z a h l zwei ist, und ich werde es sofort beweisen." Darauf gab Max Spaltpilz dem Professor zwei Ohrfeigen, zog ihm damit zwei Zähne aus den Backen, spuckte ihm zweimal auf den Stiefel und ging seiner Wege.

Immerhin hatten Tramp und Trotter einhunüert- sechzig Silberlinge bei der ganzen Sache teraus- geholt!

lange es noch Zeit dazu ist. Mißtrauen Sie der Freundschaft von Personen, die Sie mit komplizier­ten Frakturen der Wirbelsäule bedrohen. Sie ent­behren nicht einer Inklination für destillierte Ingredienzen; widerstehen Sie dieser Schwäche, oder Sie werden eines Tages unter Meschuggitis gallopantia zu leiden haben. Lassen Sie mich Ihre innere Handfläche sehen! Aha! Ihre stark ausge­prägte Palma läßt bemerkenswerte Schlüsse zu. Sie werden in den nächsten Monaten Erfolge in Beruf und Haus haben, dagegen bleiben Ihnen einige empfindliche Fehlschläge geschäftlicher und familiärer Natur nicht erspart. Eine Ihnen nahe­stehende Person weiblichen Geschlechts wird das Zeitliche segnen; sie kommt später wieder zu sich, was Ihnen indes keine weitergehenden Nachteile bringt. Hüten Sie sich vor dem Juli! Da Jupiter zwischen Hörnern des Steinbocks steht, muß seine Lage als perikulos angesehen werden. Von der Sonnennähe find schädigende Einflüsse auf ihr (Eerebrum zu befürchten. Nehmen Sie im Juli weder Fliegenpilze zu^sich, noch gurgeln Sie mit Pikrin- jaure. setzen Sie sich au) keinen Skorpion. Und bohren eie nicht mit den Fingern in Hummel- lodjern. eie werden achtundneunzig Jahre alt wer- oen, doch sollten Sie sich vor dem vierundfünfzig- sten, einunbsechzigsten und Zweiundsiebzigsten Jahr tn acht nehmen. Leben Sie in der fritifd)en Zeit oon Prooenceröl und Backobst und entfernen Sie id) babei nie allzuweit von den Nebenräumen Ihrer Wohnung. Ihr Metall ist Alpaka. Ihre Farbe oie Beziehungen zu einer Witwe mit sieben Kindern anzuknüpfen und lassen Sie sich öen Appendix nur am Aschermittwoch heraus- nehmen.

Oie Glückszahi.

Von Georg Mühien-Gchulte

Tramp und Trotter standen auf der Straße. Das Negenwasser lief ihnen zum Herme! und zu den Hosenbeinen heraus, und ihre Laune war die oon brotlosen Hungerkllnstlern. So sehr knurrten ihre Magen, daß es ihnen nicht möglich war, bei dem Spektakel die etimme ihres Gewissens zu hören. Deshalb sagte Tramp:

Es muß etwas geschehen, einerlei ivas."

~rotter sann eine Weile nach, bann meinte er:

-Wir werden mal wieder das chirologische Dings probieren.-Damit sind bestimmt ein paar Zechinen zu verdienen. Da drüben ift eine bessere Kneipe. 3dj gehe rein, und du kommst in einer halben Stunde nach."

Er betrat bas Lokal in ber Haltung eines Man­nes, der Ansprüche zu stellen hat. Zu zwei Damen und einem Herrn setzte er sich Alle Anzeichen lie­ßen darauf schließen, daß seine Tischgenossen volle Brieftaschen und leere Hirnkapseln ihr eigen nann­ten. Die Damen trugen dicke Ringe an den Fin­gern und plauderten angeregt oon ihren Komplexen, von Lackfrisuren und Scheidungsaffären. Der Herr, breitschultrig und beleibt, hatte eine halbe Pute, mehrere Kartoffeln und etwas gemischtes Gemüse im Munde. Er las in einer Nummer desRat gebers für Kapitalflüchtlinge".

Trotter stellte sich ein Menu zusammen, bas ben Mann oon Geschmack verriet. Zwei Tassen Bouillon goß er hinunter und zwei Teller Mocturtlesuppe In diesen See setzte er ein Dutzenb Austern und einen Hummer aus. Er trank eine dicke Pulle dazu und war eben im Begriff, einer ^albslenbe das schwimmen beizubringen, als Tramp kam.

Iramp ging halb an dem Tisch vorbei. Dann drehte er sich plötzlich um und eilte mit allen 2ln= Zeichen freudiger Ueberraschung auf Trotter zu.

5ft es möglich, Herr Trotter? Herr Profes­sor Trotter von ber Abraham-Lincoln-Universität in Alabama?" rief er.

"W! Pst! Es soll boch niemand wissen", machte Drotler, ein wenig indigniert.

Mit gedämpfter Stimme, daß sie kaum über ein halbes Dutzend Tische im Umkreis hinausbranq, sagte Tramp:

Verzeihen Sie, Her Professor! Mein fxn ging mit mir durch. Weid) ein Glück, daß ich Ihnen noch einmal im Leben begegne! Sie wissen doch, mit wieviel Zweifeln ich damals Ihre Prophezeihungen aufnahm Erinnern Sie sich des langen, schmächti­gen Herrn, dessen Schicksal Sie aus ber Hand lasen? Es war mein Schwager, ein armer Dolks- schullehrer. Sie hatten ihm erklärt, in Jahresfrist werde er eine Viertel-Million, ein Auto und eine

Berlin, ben 15. November 1932.

Das Staatsministerium: Braun, Grimme.

Gerhart Hauptmann dankte der preußischen Staatsregierung mit bewegten Worten für diese Ehrung. Die Staatsregierung ist der Meinung, daß sie allein zu einem solchen Hoheitsakt berechtigt sei und daß allenfalls in ihrem Auftrag die kommissarische Regierung die Medaille über­reichen könnte.

Oesterreichische Ehrung fürHauptmann.

Berlin, 15. Aov. (WTB.) 3m Auftrage der österreichischen Bundesregierung suchte Gesandter Dr. Frank heute vormittag Gerhart Hauptmann auf, um, ihm das vom Bundespräsidenten Mik- las verliehene Große Ehrenzeichen mit d e m S t e r n sowie das vom Bundeskanzler Doll­fuß persönlich an Hauptmann gerichtete Glück­wunschschreiben zu überreichen. Gerhart Hauptmann nahm die Auszeichnung und das Be- gleitschreiben mit Worten aufrichtiger Freude an und bat den Gesandten, der österreichischen Bun­desregierung seinen besonderen Dank für die ihm, entgegengebrachten außerordentlichen Ehrungen zum Ausdruck bringen zu wollen.

Aufregende Verbrecherjagd auf den Dächern.

Der Stephansplatz in Wien war dieser Tage Schauplatz einer aufregenden Verbrecherjagd. Zwei Einbrecher hatten in einer Mittelstandsküche einen Einbruch verübt. Die Tat war aber rasch bemerkt worden. Polizei umstellte das ganze Häuser- oiertel und trieb die Einbrecher auf die Dächer, wo sie unter ben Alarmpfiffen der Wache im Kreise oon Dach zu Dach flüchteten, bis sie enblich gestellt wer­den konnten. Eine zahlreiche Zuschauermenge ver­folgte erregt die Menschenjagb in ber Höhe. Beide Einbrecher sind übelbeleumdete Burschen, von denen der eine gerade eben erst aus dem Gefängnis ge­kommen ist, übrigens ein ausgesprochener Pechvogel. Sein letzter Streich hatte darin bestanden, daß er vvm Keller her in ein Delikatessengeschäft einbrechen wollte. Das Loch war aber zu schmal, um ihn durchzulassen. Er entledigte sich also seiner samt- lichen Kleider und warf das Bündel voran. Beim Einsteigen stieß er aber ein Gestell mit Eiern um, bas mit schrecklichem Getöse umstürzte, so daß eine Polizeistreife aufmerksam wurde. Sie verhafteten den Verblüfften, der splitternackt dastand, ein Stemmeisen in jeder Hand,- übergossen von Eigelb und bedeckt mit Eierschalen.

Eine Krankenschwester folgt ihrem pattenien in den Tod.

Professor Dr. Paul Ritter, der Mitschöp- I fer der deutschen Schulzahnpflege, war dieser Tage, 71 3ahre alt, nach einem langen Zuckerleiden in Berlin gestorben. Die Krankenschwester Else Berger, die ihn sechs Monate lang betreute, ist ihm, wie dieD. Z." meldet, in den Tod ge­folgt. Sie hat sich daS Hinscheiden des Mannes, den sie ein halbes 3ahr mit Aufopferung, aber vergebens pflegte, so zu Herzen'genommen, daß sie sich in der darauffolgenden Aacht mit Leucht­gas vergiftete. Professor Dr. Ritter ge­hörte zu den berühmtesten Zahnärzten Berlins. 3n den 80er 3ahren waren die Patienten in einem Maße zu ihm geströmt, daß die Hauswirte ihm wegen zu schneller Abnutzung der Treppen Schwierigkeiten machten. Else Berger war Ende

lagen, er hat die Nummer gespielt, und sie ist mit bein Hauptgewinn herausgekommen. Heute hat er dreihundert Mille in der Schweiz, ein Schloß am Luganosee und einen Rolls Royce. Zum Morgen­kaffee ißt der Mann schon Gänseleberpastete. Er wechselt täglich dreimal bas Hemd. Auf seinem Golfplatz sahn er mit einem Motorrad hinter den Ballen her. Alle Abende geht er mit einer anderen Filmdiva in die Oper. Was für ein Leben, Herr Professor! Haben Sie die Güte, einen Blick in meine ^nb zu werfen, einen einzigen kleinen Blick. Es ist mir bekannt, wie kostbar Ihre Zeit ist, aber ich meifc auch, daß Sie ein Herz für Ihre Mitmen­schen haben. Sie edler Wohltäter, Sie! Sagen Sie mir meine Glückszahl, und ich gebe Ihnen gerne die lumpige Gebühr von fünf Mark dafür."

»Zehn Mark!" korrigierte Trotter.

Oder zehn Mark. Spielt ja gar keine Rolle."

Tramp streckte seine Hand hin. Seufzend beugte s'.ch Trotter darüber. Mit gefurchter Stirn dachte er einen Augenblick nach. Dann flüsterte er Tramp etroas ms Ohr. Der drückte stürmisch die Hand des Professors. _

i^n \äie Dank! Haben Sie ewigen Dank!" d)rie er. Die zehn Mark gehen Ihnen per Post­scheck Z" Leben Sie wohl, Herr Professor!"

Er stürzte aus dem Lokal, während sich Trotter der Kalbslende zuwendete. Aber er kam nicht über den ersten Bissen hinaus. Der Interessent desRat- gebers für Kapitalflüchtlinge" begann nach mehr­maligem, schüchternen Räuspern:

Der ständige Ausschuß der kolonialen Reichs- arbeltsgemeinschaft in Berlin hat beschlossen, die seit zwei Jahren in kolonialen Kreisen verfolgten Pläne zur Schaffung eines kolonialen E h - renhains bei Eisenach aufzunehmen und zur Durchführung zu bringen. Ein großes Wald­gelände in reizvoller Landschaft mit dem Blick

«ohne Gerhart Hauptmann als Dank für fein Lebenswerk, in dem sich das Recht Bahn bricht gegen die Gewalt, der Geist gegen Hochmut und bis Seele gegen alles, was die Seele tötet, zu feinem 70. Geburtstag die Große preußische otaatsmebaiUe für Verdienste um den preußi­schen Staat zu verleihen.

Klient noch!" stöhnte der schwitzende

Kühl erwiderte Trotter:

»Lnklusioe Glückszahl hatten wir einen Betrag von zwanzig Mark vereinbart. Bezahlung im vor- aus, wenn ich bitten darf."

% beponierte zwanzig Mark. "Are Gluckszahl ist acht", sagte Trotter.

Haben^sie Dank, haben Sie innigen Dank!" u-,^aJ ^pattpllZ nahm Hut und Mantel und stürmte davon. Als er verschwunden war, rückte eine der Damen näher an Trotter heran.

Nach zwei Stunden hatte er hundertfünfzig Mark eingenommen. Plötzlich gab es eine kleine Störung, (rin Mann, dessen Kops über und über verbunden roar trat an Trotters Tisch heran. Er legte zehn Tlarf hm, rotes seine Hand vor und jagte:

Sie mir meine Glückszahl.'"

3l>re Gluckszahl ift dreizehn", meinte Trotter.

Verwandte auf Pump.

Es kommt nicht feite« vor, daß junge Ehe­leute sich manche der beiderseitigen Verwandten schenken", weil sie auf diese Beziehungen keinen besonderen Wert legen. Doch es gibt auch so manchen, der nicht an einem ^Icberfluß. sondern an einem Mangel an Verwandten leidet, und es scheint bei bestimmten Gelegenheiten das Be­dürfnis zu bestehen, einen Kranz vonRächsten" um sich zu vereinen. 3n Paris kann man jetzt für solche Fälle jede belieb.ge Zahl von würdi­gen Angeyörigen auf Bestellung er­halten. Man nimmt solche Verwandte die man nicht auf natürliche Weise besitzt, einfach auf Pump. Eine unternehmende Gesellschaft hat Rundschreiben m den besseren Kreisen verbreitet in denen sie ihre Dienste zur Besorgung von Verwandten auf Zeit" m jeder beliebigen Er- Meinung und Menge sowie für jede beliebige ^ubietet. Solche geborgte Gäste ^. ^rautigam oder Braut am Morgen Geleit in die Kirche geben £ «?Z).ut<^. ihre Anwesenheit feier-

sicher gestalten. Es wird garantiert, daß diese Angehörigen nicht etwa aus ihrer vorüber- a;CJrl/>en Stellung irgendwelche unerwünschten ziehen, sondern daß sie nach Ab- 6ed Scftc£ oder der Feierlichkeit sofort verduften und ihren Auftraggeber dann nicht 61?nen\-68 finb also sehr diskrete Per- ketten, die man für diese Posten aussucht.

^ine Bezahlung, sondern das Ge.chaftliche dieser intimen Angelegenheit wird vorher mit der Gesellschaft geregelt. Man er- abep daß diese gepumpten Verwandten dem M'eter mit der Kleidung ausgestattet werden, die für die,e Gelegenheit erforderlich ist erhalt r (Bcmü^un9en eine Entschädigung

gesehen. Die Arbeiten sollen auf dem Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes schon bald aufgenom­men werden. Für später ist die Errichtung eines Ehrenmals und die Aufstellung von kolo­nialen Gedenkzeichen auf den zu dem Thingplah und dem Ehrenmal führenden Wald- Pfade geplant.

und Kaufhäuser stellt fest: Die Minderheit, die Tienstagvormittag in der Mitgliederversamm­lung der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzel­handels für den Antrag gestimmt hat. daß d i c Zugehörigkeit der Warenhäuser, Einheitspreisgeschäfte und Filial­betriebe zur Hauptgemeinschaft uner­wünscht sei, ist so beachtlich, daß eine gedeih­liche Zusammenarbeit innerhalb der Hauptgc- meinschaft nicht mehr möglich erscheint. Diese Auffassung wird durch die später erfolgte An­nahme des Antrages des Reichsverbandes deut­scher Schuhhändlcr bestätigt. Indem die Mehrheit der Hauptgemcinschaft des deutschen Einzelhan­dels Sonder steuern für einzelne Gruppen des eigenen Berufs st andes fordert und die Steuerausschüfse mit der Aus­arbeitung eines entsprechenden Gesetzentwurfes beauftragt, hat sie Paragraph 1 der Satzung, der die Wahrung der gemeinschaftlichen Interessen des Einzelhandels vorschreibt, gröblich verletzt. Deswegen erklärt das Präsidium auf Grund der ihm erteilten Vollmacht den Austritt des Verbandes deutscher Waren- und Kaufhäuser aus der Hauptgrmcinschaft des deutschen Einzelhandels mit sofortiger Wirkung."

Berlin, 15. Aov. (TU.) Die Mitgliederver­sammlung der Hauptgenieinschaft des Deutschen Einzelhandels beschloß mit 134 gegen 71 Stimmen (nach Ablehnung des Ausschluhantrages gegen Warenhaus- und Lebensmittelsilialverbände) die vereinigten Steuerausschüfse der Hauptgemein- schast zu beauftragen, auf der Grundlage einer Warenhaus- und Filialsteuer Anträge auszuarbeiten und der Mitgliederver­sammlung der Hauptgemeinschaft im nächsten Jahr vorzulegen. Sie beschloß ferner, den Steueraus­schuß mit der Prüfung zu beauftragen, ob außerdem nocheine allgemeine Grotz- bet riebs st euer im Einze Ihandel zweck- mätzig erscheint und auch hierüber der nächsten Mitgliederversammlung zu berichten.

Die Vertreter der beiden Grotzbe- triebs'verbände, des Verbandes Deutsck^r Waren- und Kaufhäuser und des Reichsverban­des Deutscher Aahrungsmittelfilialbetriebe haben aus Grund dieses Abstimmungsergebnisses d i e Versammlung verlassen und dabei er­klärt, dah sie sich ihre weitere Entschlietzung Vor­behalten.

Der Warenhausverband hat an die Haupt- gemeinschaft dann folgendes Schreiben gerichtet: Das Präsidium des Verbandes deutscher Waren-

erster mit einem besonderen Schreiben beglückt, in Sonderheit durch den Passusindem er mir nicht zuletzt für die Vertretung und Verteidigung des deutschen Gedan- kens in der Welt im Geiste die Hand

3ch verkenne auch den Kummer nicht, so schloß Gerhart Hauptmann, der Ihre (Brachts) Worte beschattet und kann wohl sagen: Ich teile ihn. Der besondere Fall, der die eigen­artige politische Konstellation, wie Sie es Herr Reichskommissar bezeichnet haben, zum Ausdruck bringt, soweit er mich betrifft, drückt in der Efft die Bedeutung dieses Kummers nicht aus. Aber ich fühle mich in diesem Augenblick wie Sie w e i t v o n a 11 e r P o l i t i k und ich möchte gern einftummen in ben Wunsch nach einer Ruhepause in dem leider unumgänglichen po­litischen Kampfleben. Möge das große persön­liche Prinzip immer mehr an Macht gewinnen « jene (Smigfeit und innere Ruhe fördern. Ine wir alle so heiß ersehnen.

Oas Kabinett Vraun bleibt fern.

Uebcrreichun \ der Berleihungsurkunde durch Grimme.

Berlin 15. Nov. (VDZ.) Vom preußischen b aatsminifteriMm wird mitgeteiU: Die preußischen btaatsminifter nehmen heute an ber Fest- kusführung für Gerhart Hauptmann aa-t9t^eater "icht teil, weil sie es ndjt für richtig halten, im preußischen Staatsthea- ler als Gäste ber Reichsregiernng einer ohne ihre Utitroirfung eingeleiteten Aufführung beizuwohnen inb Preußen festlich zu repräsentieren, bevor sie in bre verfassungsmäßigen Aemler und Arbeiten Mie­ter eingesetzt sinb. Der preußische Kultusminister Armime wirb als Vertreter ber preußischen Staats- regieruug ber Ausführung in ber Volksbühne beb »obnen. Minister Grimme hatte sich am Dienstag- »ormittag in Begleitung von Ministerialdirektor Dr. brecht zu Gerhart Hauptmann begeben und ihm die derlei fjungsur tu nbe für bie Große preußi- ffie ötaatsmebaiüe überreicht. Die Urkunde hat lolgenben Wortlaut: