Wirtschaft.
Zunahme der Gparlasseneinlagen.
Staad von End« 3anaat: 9,89 Milliarden Mark.
Berlin. IS. März. (WTB) »nbe 3anuar beliefen sich die Sparkasseneinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 9887.38 Millionen Mark, gegenüber 9725,88 Millionen Mark Ende Dezember 1931. Der Bericht-monat werft mithin zum erstenmal seit dem Juli v. 3. wieder eine Zunahme um 161,51 Millionen Mark auf. wahrend noch im Dezember 1931 eine Abnahme um 18.76 Millionen Mark zu verzeichnen war. 3m einzelnen betrugen die Einzahlungen 834,49 (Dezember 594,02) Millionen Mark, davon au» Aufwertung 54,66 (42,95) Millionen Mark und au» Zinsgutschriften 215,17 (166,04) Millionen Mark Die Auszahlungen stellten sich auf 672,98 (616,43) Millionen Mark- Die Scheck«. ®iro», Kontokorrent- und Depositeneinlagen betrugen Ende 3anuar 1232.04 (1194,31) Millionen Mark. Oer deutsche Außenhandel im Februar.
Berlin, 15. März. Die deutsche Einfuhr im Februar (441 Mill. Mk.) hat gegenüber der tatsächlichen Einfuhr im 3anuar (425 Mill. Mk.) um 16 Will. Mk zugenommen. An der Zunahme sind überwiegend die Rohstoffe beteillgt. Die 2 u S f u h r ist mit 527 Mill. Mk um 3 Mill. Mark geringer auSgewiesen. al» im Vormonat: einschließlich der AeporationSsachlieferun« flcn beläuft sie sich im Februar auf 538 gegen 542 Will. Mk. im 3anuar. Der geringe wert- mäßige Rückgang beruht auSschlienlich aus dem weiteren Absinken der Durchschnittswerte um 1.4 v. H. Mengenmäßig hat der Absatz nach dem Ausland« sogar eine geringe Zunahme erfahren. Die Handelsbilanz schließt im Februar mit einem Ausfuhrüberschuß von 86 Mill. M k.. gegenüber dem tatsächlichen Ausfuhrüberschuß von 105 Mill. Mk. im 3anuar, ab. Einschließlich der ReparationSsachlieserungcn beträgt der Heberschuh 97 (3anuar 117) Wrll. Mk
Gießener FrühjahrS'pferdemarkt.
Unter großer Deteiligung der Landbevölkerung fand heute auf dem Platz an der Rodheimer Straße der Gießener Frühjahr-Pferd e- markt statt. Aufgctricben waren 285 Pferde und 31 Fohlen Der Geschäftsgang war angesichts der großen Geldknappheit in der Landwirtschaft sehr ruhig. SS wurden nicht allzu viele Tiere umgc- scht, trotzdem wurden aber in den Preisen wenig Konzessionen gemacht. Leichte Pferde kosteten bi» zu 400 Mk. für mittlere mußten je noch Qualität 650 bi» 800 Mk. angelegt werden, während für schwere Pferd« bi» zu 1200 Mk. gefordert wurden.
Mit dem Pferdemorkt war wieder eine Prä« m i i e r u n g verbunden, zu der die»mal außerordentlich viele Pferde gemeldet waren. Al» Geldpreise standen nahezu 2000 Mk. zur Verfügung. Man sah auch dieSmal wieder sehr gute» Pferdematerial, da» den Preisrichtern die Entscheidung schwer machte. Zu den Vorführungen für die Prämiierung hatten sich auch viele Zuschauer eingefunden. Heber do» Ergehni» der Prämiierung berichten wir nvch.
$ranffurf freundlich.
Frankfurt a. M.. 16. März. (MTV. Draht- mdbung.) Der heutige Dörsenfreiverkehr zeigte im Anschluß an die feste und lebhafte Abendbörse weiterhin freundliche» Aussehen. Da auch an den AuSlandbörsen im Zusammenhang mit der Kreuger-Angelegenheit eine merkliche Beruhigung zu verzeichnen war, befürchtet man innerhalb der deutschen Wirtschaft keine besonderen Rückschläge mehr. Die vergangene Reichspräsidentenwahl wirkte jetzt erst kräftig nach, zumal auch die Prefsekommentare des Auslandes allgemein günstig lauten. Die Hauptanregung
MU Wl SHIM NM
Roman von 3- GchneiderHoerstl.
Urheber-Rechtsschutz: Verlag O. Meister, Werdau.
4. Fortsetzung. Rachdrucl verboten!
Der schneeige Fleck der Haube wand sich durch daS Gewühl und war im nächsten Augenblick verschwunden. Dieter stand wie angewurzelt, wurde'unsanft zur Seite gestoßen und sah, wie da» schlanke Körperchen neben ihm in» Wanken kam. Unwillkürlich griff feine Hand nach der ihren. Sie legte ihre schmalgliedrigen Finger hinein und ließ sie vertrauensvoll in den seinen ruhen. Leichtfüßig ging sie neben ihm her
„Bist du müde?" fragte er. nur um überhaupt seine Stimme zu hören und zu wissen, daß seine Zunge noch sunktionierc.
„Rein!" kam c8 mit Heberzeugung zurück.
.Gib acht", mahnte er, als ein Karren mit etektrischern Antrieb dahergcrollt kam und mit feinen fortwährenden Warnungszeichen die Verven rebellisch machte Er fühlte, wie sich ihre Finger fester in die feinen schoben und suchte mit Gewalt Ordnung in daS Ehaos seiner Gedanken zu bringen. Die Worte der Pflegerin heben keinen Zweifel mehr oufkommen. Das kleine Ding da neben ihm war seine Schwester. Die Frau, »die ihm das Leben geschenkt hatte, trug auch dies Kind hier unter ihrem Herzen und war ihrer beider Mutter.
3ch werde sofort wieder zurückfahren, befchloß er. Er fand eS feige, daß sie nicht selbst gekommen war. ihn von dem 'Dasein des Kindes in Kenntnis zu setzen Statt dessen hatte sie es vorgezogen, die Hnsichtbarc zu spielen und ihn mit seiner ersten großen Enttäuschung allein zu lassen. Der Acrger hierüber ertötete für den Moment jede weichere Regung in ihm.
Die Schwester, welche bereite am AuSgang auf sie wartete, sah den finsteren Zug in seinem Gesicht und richtete einen bittenden Blick auf ihn. ..Die gnädige Frau ist durch die lange Pflege und den plötzlichen Tod ihres Mannes sehr geschwächt und bedarf dringend der Schonung", mahnte sie. als man jetzt die Rymphenburger Straße entlangfuhr.
Er hatte es gar nicht gehört. Wann geht der nächste Zug. überlegte er. Vielleicht brauchte man gar nicht bis morgen früh zu warten. Die Zeit bis dahin erschien ihm plötzlich endlos. Schlafmüde war das Kind gegen seine Schulter geglitten. Der breitrandige Hut fiel in den Racken und das Geringei des seidigen Haares lag in schwerer Locke auf dem schwarzen Tuch feine» ’2IcmieI».
für bie Börse ging jedoch von dem günstigen Abschluß der Renchsbank au«. obgleich die wieder 12prozentige Dividende keine Heberrafchung mehr brachte. Immerhin löste die Tatsache der unveränderten Reichsbankdividende bei der Spekulation weitere Kaufneigung au», zumal auch die Kund- fchaft sich wieder am Geschäft beteiligt haben dürfte.
Zu Beginn der offiziellen Börse stellten sich auf fast allen Marktgebieten Besserungen von 1 bi» 2 v. H. ein. 3m Verlaufe wurde die Haltung schwankend Die Kulisse nahm auf dem erhöhtem Stand einige Reallsationen vor. lo daß die Kurse um etwa 0,5 bis 1 v. H. zurückgingen. Die freundliche Tendenz blieb aber bestehen. und gegen die Abendbörse waren immer noch Besserungen von 0,5 bi» 1 v. H. zu verzeichnen, so bei Elektro-. Montan-, Dau- und Ehemienebenwerten Aus Ääufc für Hamburger Rechnung entwickelte sich in Schiffahrtsaktien lebhafte» Geschält bei Erhöhungen bis 1 v. H. Kali- aktten lagen 2 bi» 4 v. H höher, Bankaktien blieben unverändert. Für Svenska war ein unzuverlässiger Kurs zu hören, doch wurde er eher ewa- schwächer tariert.
Don Deutschen Anleihen wurde Altbesih bei lebhaften Hmsätzen wieder 0,75 v. H. höher gehandelt. Reichsschuldbücher lagen bis 1 v. H. freundlicher, ebenso 3G-Farben-Bonds. Gold- und LiquidationSpfandbnefe zogen zunächst 0.5 bi« 1 v. H. an, gingen im Verlaufe aber auf den Stand der Abendbörse zurück, weil au» Berlin schwächere Kurse gemeldet wurden.
3m Verlaufe wurde da» Geschäft merllich ruhiger und die Kurse bröckelten weiter leicht ab. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 6 v. H. unverändert und leicht.
Berlin etwas lebhafter,späterschwächer.
Berlin, 16.März. lWTD. Funkspruch.) Zu Beginn des heutigen Börsenverkehr» waren auf den meisten Märkten ettoa 1 bi» 2 Prozent gebesserte Kurse festzustellen. Da» Gefchäft war etwa» lebhafter al« an den Vortagen, was wohl darauf zurückzuführen 'st, daß heute auch die Kundschaft mit kleinen Meinungskäufen im Markte war. Die innerpolitifche Entspannung nach der Reichspräsidentenwahl wirkt sich jetzt ettoa» stärker au«, nachdem sich auch an den internationalen Börsenplätzen hinsichtlich der Äreuger- Krise eine Beruhigung durchgeseht zu haben scheint. Der Gedanke liegt natürlich nahe, daß große internationale Finanzier«, wie Morgan. Rockefeller usto-, versucht haben, sich den Kurs- einbrüchcn an den Weltbörsen entgcgenzustemmen, um die Rückwirkungen der bestehenden Schwierigkeiten international abzuschwächen. Hinzu kamen für Berlin allerdings noch einige andere günstige Momente au« der Wirtschaft, Die zur Besserung der Stimmung beitragen konnten. So regte die 12prozentige ReichLbankdividende an, obwohl diese hohe Ausschüttung in den heutigen Krisenzeiten nicht überall verstanden und gebilligt wird, zumal sich ein großer Teil der Anteile im Auslande befinde und die Auszahlung der Dividende auf der Devisenverluftseite de« Roteninstitutes in Erscheinung treten müsse. Ferner sanden die zunehmenden Sparkasseneinlagen, der stabile Gewinn beim englischen Ehemictrust, die SchiffahrtSsanierungSpläne. Meldungen über erhöhte Hmfätze beim Aku-Konzern usw- Beachtung.
DaS Geschäft konzentrierte sich auch heute meist auf Spezialwerte, und biete waren gegen gestern mittag häufig bis zu 4 Prozent, gegen gestern abend teilweise noch bi« zu 2 Prozent gebessert. SvenSka-Aktien wurden anfangs ettoa 4 Mark höher umgesetzt. büßten aber im Verlaufe auf Abgaben der Arbitrage ettoa 6 Mark ein und beeinflußten dadurch die Gesamtstimmuna. Bei nachlasfenden Hmsätzen stellten sich später all*
Er hatte zu Hause in seinem Schreibtisch ein Kinderbild, da» ihn selbst darstellte. Genau so, wie er damals, war die Kleine. Sein Blondhaar hatte sich mit den Jahren immer dunkler gefärbt. Das würde toohl auch bei ihr der Fall sein. 3m Schein der Lichter, die draußen vorüberhuschten, suchte er nach den Zügen des feinen schmalen Gesichtchens.
»Wie ähnlich das Dorli 3hncn ist", unterbrach die Schwester daS lastende Schweigen.
Er gab keine Antwort, aber sie merkte an der Art, wie er die Lippen zusammenknisf, wie sehr er verstimmt war. Würde die arme Frau, die zu Hause mit solchem Bangen auf ihn wartete, Den Trost finden, den sie sich von ihm erhoffte? Ob dann da« schwache Herz, das schon so oft stille zu stehen gedroht hatte, seinen Vorwürfen standzuhalten vermochte?
Sollte sie ihm noch einmal sagen: 3hre Mutter bedarf dringendster Schonung. Verschwenden Sie alle Liebe und Güte, die Sie zu verschwenden haben, es dürfte 3hnen nicht mehr allzulange befchieden sein, sie Unter den Lebenden zu wissen.
Aber alle« blieb ungesprochen, Frau Reinkert hatte so sehr gebeten, den Sohn nicht zu ängftiaen. Ec würde ja selber sehen. 3a, er würde sehen, dachte sie und sah wieder schweigend, bis da» Tempo des Wagens sich verringerte, und die Röder schließlich zum Stillestehen kamen.
Ohne sich weiter um die Kleine zu kümmern, deren Körper er gegen die Polster hatte gleiten lassen, sprang Dieter über das Trittbrett und über flog die Front des Hauses, vor welchem da« Auto hielt. Gin gepflegter Vorgarten lag unter dem Streulicht des Scheinwerfer«. Malven zogen sich an den Rändern dxr langen Seiienbecte hin. Aus einem Rondell winkten die weihen Leiber regloser Dirken.
»Richt einmal bis an die Tür« kommt sie", erregte sich Malnoto. Das war ihre ganze Sehn- sucht nach ihm. daß sie ihn, wie den nächstbesten Fremden erst in ihren Zimmern begrüßen wollte.
Er vernahm die Schritte der Schwester und des Kindes hinter sich und beschleunigte die seinen. Sr wollte nicht mit diesen beiden zugleich vor die Mutter treten. Als er die ersten Stufen der Treppe nahm, sah er von oben eine dunkle Gestalt berabfommen. Sie ging nicht! Sie schwebte! Es war ein ätherisches Wesen, das da herabstieg und für Sekundendauer gegen das Geländer schwankte, um dann mit einem .Dieter" die Arme nach ihm auszustreckcn.
Hnd er flog nicht hinein, wie sie es erwartet hatte, nahm die Stufen nicht im Sprunge, schritt im Gegenteil nach rückwärts und klammerte die Hände um das Gitterwerk der Brüstung.
.Dieter!" klang es verzweifelt.
An ihm Dorbei lief jetzt die Kleine und hing am Halse dec Frau, deren Deinen das Trepden-
flemein Abschwächungen ein, von Denen die vorher am stärksten gebelferten Papiere, wie Kali- und Sleftrotoertc. besonder» betroffen wurden. Auch SchiffahrtSaktien konnten ihren Anfang«- gewinn nicht voll behaupten, ebenso gaben Sdadc im Verlaufe um etwa 6 Mark nach. Auf Dieter ermäßigten Basis kam das Geschäft später fast zum Stillstand. Die Kurse zeigten aber beachtliche Widerstandsfähigkeit.
Die Bewegung der festverzinslichen Werte war der an den Aktienmärkten ziemlich analog. Goldpfandbriefe brodelten nach etwa 0.5 Prozent festerem Beginn wieder leicht ab. Auch 3ndustrievbligationen neigten eher etwas zur Schwäche. Stärkeren Schwankungen waren die Reich-fchuldbuchforderungen ausgesetzt. die im Verlaufe den größten Teil eine- Iprozentigen AnfangsgewinneS wieder hergaben. Reichs- bahnvorzugSaklien und Farbenbond« bröckelten nach festerem Beginn ebenfalls ab. Deutsche Anleihen waren eher fester.
Deol enmarfl Berlin — Frankfurt a. 2TL
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16.Mär,
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Tanjtg . .
82.07
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82.23
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1.329
1.331
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0,249
0.251
0.249
0,251
3-ifloflanrtee.
7.413
7.427
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7.427
Vüiafcoe
13.89
13.91
13.89
13.91
frankfurter Gctreidcbör
c.
Frankfurt a. M.. 16. März. ES wurden notiert: Weizen 256 Mk.. Roggen 227,50. Sommergerste (für Brauzwecke) 200. Hafer (inländischer) 162,50 bis 170 Mark pro Tonne. Weizenmehl (süddeutsches. Spezial 0. mit Austauschweizen) 38.25 bi« 39,45, lSondermahlung) 36,50 bis 37.70, (niederrheinisches, mit Austauschweizen) 38,25 bis 39,10, (Sondermahlung) 36,50 biS 37,45. Roggenmehl (70 Prozent) 29.75 bis 31. Wcizenkleie 10,25 bi« 10,40, Roggenkleie 11 bis 11,25 Mk. pro Doppelzentner. — Tendenz: ruhig.
Letzte Nachrichten.
Vor Absendung einer scharfen Jiofe an Litauen.
Genf, 16. März. (MTV. Junffprud).) Aus Kreisen der Signatarmächte der Mcmelkon- ocnlion verlautet, daß die Signatarmächte entschlossen sind, noch heule eine sehr energisch gehaltene Rote an die litauische Regierung zu richten, worin diese aufgefordert wird, im Memelgebiet durch Einsetzung eines Direktorium», da» das vertrauen der Bevölkerung besitzt, für verfasffungv mäßige Zustände zu sorgen. — Die Role soll Die Warnung enthalten, daß die Signatarmächte sich unter Umständen gezwungen sehen könnten, Litauen wegen Bruche» der Memelkonvention vor dem Haager Gericht»hof anzuklagen. Die Rote soll einen außergewöhnlich scharfen Lharakler tragen. England, Frankreich und Japan haben bereit» ihre Zustimmung erteilt Die italienische Zu- ftimmung wird noch erwartet, ist aber gleichfalls sicher. Die Rote der Signatarmächte an die litauische Regierung soll in sehr entschiedenem Ton darauf Hin-
Hau« durchzitterte. »Mutti, wir haben ihn ja gebracht! Schau doch. Mutti! Er ist ja Dal — So komm doch, Dieter! Sonst glaubt die Mama, du bist es nicht."
„Herr Walnow!" mahnte die Stimme der Pflegerin hinter ihm.
Er gab das Geländer frei und nahm die nächsten Stufen in völligem Taumel. „Mutter!"
Er wollte sich über die Frauenhand neigen, fühlte sein Gesicht umfaßt und einen zuckenden Mund Der sich ihm wieder und wieder auf Stirne und Wangen preßte.
„Dieter! — 3ungc! Da« also ist aus dir geworden!" Die Wutter suchte sich vergeblich kn den Zügen des Sohnes zurechtzufinden. »Bist du — ich — hat da« Leben dir so viel Schweres gebracht?"
„Warum?" — Malnoto stieß es hart, beinahe gereizt hervor.
„Ich dachte nur, Dieter!"
Die Schwester wollte ihr den Arm reichen, ober sie griff nach dem des Sohnes und suchte mit der anderen Hand nach Dorli« Fingern. Zwei Kinder hatte sie dem Leben geschenkt. 3n jedem dieser beiden floh ihr Dlut und doch gab es scheinbar keine Drücke von einem Herzen zu dem anderen. »Sag gute Rächt zu Dieter!" gebot sie, als man am ersten Treppenabsatz angelangt war, bemerkte den enttäuschten Blick des Kindes und strich tröstend über dessen sprühendes Blondhaar „Morgen darfst du mit deinem großen Bruder einen langen Spaziergang machen, Dorli. — Für heute mußt du zufrieden fein.“
»3ch fahre noch heute weg", wollte Dieter ‘egen, bemerkte den strahlenden Blick der dunklen Augen, die auf ihm ruhten, und verschluckte die Worte.
Das Kind hob sich auf die Zehenspitzen, bot der Mutter die Lippen zum Kuh, zögerte ettoa« und streckte dann die Arme zu Dieter auf. »Bück dich ein wenig, Dieter, sonst kann ich dich nicht küssen.“
3n seinem Gesichte veränderte sich nichts, aber er neigte sich zu dem Kinde herab, fühlte, wie zwei warme Händchen iich um seinen Hal« legten und ein kühler Mund sich auf den seinen drückte.
»Gute Dacht!" hörte er noch einmal rufen.
Dann waren Kind und Pflegerin hinter einer der weihlackierten Türen verschwunden.
„Dieter, findest du wirklich nicht ein einziges, liebe» Wort für deine Wutter?" flehte Frau Reinkert, als der Sohn mit verstörtem Gesicht und gewaltsam aufeinandergepreßten Lippen ihr in Dan gemütlich möblierten Eßzimmer aegen- übersah und mit Absicht den Blick mied. Der so voll offener Seelenqual auf ihm ruhte.
»Ich habe vergessen, dir zu kondolieren!" sagte
weifen, Daß Die vecfuche Der Bildung eine» Laude». Direktorium» im Ulemetgeblrt im Widerspruch stün- Den zu Den Bestimmungen Der Memelkonvention und Den Beschlüssen De» DölferbunDerolt» vom Je- bruar b. 3. Die litauische Regierung wird weiter oufgesorderl. Da» Direktorium gemäß Den fest- gelegten Verpflichtungen zu bilDen.
kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden
Freitag, den 18. März.
Kapelle de» Ulten Friedhof». 18 iltjr: Passions- anbadjt; Psr. Lenz. — EUsadeth-Kleinkinberfchule. 20 Uhr: Passionsandachi; Pfr. l.ic. Waas.
Gvvlnnauszug
5. Kloße 38. Preußisch-Süddeutsche (264. Preutz) Stoots-Lotterie
Ob ne Gewähr Nachdruck verboten
29. Ziehungstag 12. März 1932
In der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 400 2)1 gezogen
Auf jede gezogene Nummer finb zwei gleicd
bebe Gewinne gefallen, und zwar je einer
auf die Lose gleicher Nummer in den beiden
Ableitungen 1 und 11
60101
4542 10071 11409 14572
12 in 5000 OT.
113644 119226 224117
75733 100891
16 etfrinn« in 3000 <DL 147203 177069 178199
901519 306276 366617 366639 371518
50 ectoinn« 2000 M. ____ _____ _____ ____
61353 86557 87650 108041 114140 116002 122402
128413 135021 145286 154463 159362 162287
194468 199402 218525 267241 295380 343778
371480 383324
98 «Httrinn« |a 1000 QR. 6817 1 3115 2 0678 21959 37637 42061 43795 60803 74963 86474 94232 97207 103511 110788 120157 126026 125241 128177
148094 157348 185044 186367 190625 191573
214108 217609 218781 236846 237803 245272
246233 249128 273713 276755 278442 285018
298031 300751 310474 312691 317086 340376
353277 359066 365063 369533 373668 390227
399223
150 ettelnet n 500 TL 1624 2163 7510 20808 24531 24789 27052 27402 33135 40056 45071 51251 61812 66502 74361 98184 98868 100996 102105 105020 108252 109592 109810 111804 120021
125941 130536 144284 145315 152697 165903
168908 171100 174767 175964 186296 202061
205946 208497 223309 225460 226353 237427
242205 245414 245495 246375 251037 261594
262910 274903 278605 283014 286987 308991
309559 315130 318515 320945 324336 332082
338654 349984 355252 358862 360599 362446
362957 364652 368394 370689 377728 382851
385577 394602
Eewinnauszug
5. Klaffe 38. Preußisch-Süddeutsche (264. Preutz.) Stoats-Lolterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten
30. Ziehungstag 14. März 1932
In der heutigen Schlutz-Ziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
2 Oeainne |u 2000 W. nnb 2 Prämien |u 500000 M. auf «Ir. 218308
fftmer Helen:
2 »wlnni m 50000 an. 338630
6 »ewtene ei 5000 QU. 52887 276708 311654
12 ettobtne eu 3000 -Bl. 94166 133829 135861
150910 307109 374756
20 Gewinne »N 2000 an. 23349 34979 58251
110391 146193 259777 272602 323671 328960 382418
48 «.wtnne »n 1000 W- 20687 29046 47553 64139 69398 86011 120554 126187 131885 183065 234055 242879 249971 251209 257640 273805 297060 327239 340978 360332 362869 369102 385326 390297
84 Gewinne.u 500 D. 107 9049 47405 50086 60494 63030 63487 67507 70383 76613 77474 77652 84330 103816 104932 1.35276 135301 150377 159680 172873 197121 223202 251125 258106
271294 281904 282503 294579 304138 309856
321962 333365 335008 343117 346913 347278
364233 372823 376188 378913 382479 398542
Die Ziehung der 1. Klasse der 39. Preußisch- Süddeutschen (265. Preußischen) Staats-Lotterie findet am 22. und 28. April 1932 statt.
er mit belegter Stimme. „Gestatte, daß ich es hiermit nachhole. Du mußt verzeihen, wenn ich keinerlei wärmere Gefühle für den Toten zum Ausdruck bringen kann!"
„Dieter!" beschwor sie ihn verzweifelt, „wenn ich nur wüßte, wie ich die Worte setzen soll, um nicht immer an deinem $erjen vorbeizu- sprechen. Acht Jahre lang habe ich um dich geworben. Rie ist ein Gruß von dir erwidert worden. Run ist der Mann tot, der als trennende Schranke zwischen uns beiden stand. Doch auch jetzt findest du kein Verzeihen."
»Du hast eben nicht« entbehrt und — ich alle«!" stieß er hervor.
„Dieter!" Zhre Hand hob sich nach der Stirn«. Er sah nur den starren Ausdruck ihrer Pupillen, aber nicht den wallenden Rebel, der von der Decke herab an ihren Augen vorüberslutete. Sie setzte, von eisernem Willen gepeitscht, auf« Reue zum Sprechen an. „Ich habe dir immer und immer wieder ein Heim hier geboten. Du hast e« abgelehnt, mit un« zusammen zu leben.“
„Ich habe nicht abgelehnt, Mama!"
„Du hast recht, mein Sohn! — Aber war dein Schweigen denn ettoa« anderes, als eine Ab- Ichnung? — Ich habe es nicht einmal gewagt, dir von Dorlis Geburt Mitteilung zu machen, aus Furcht, dich noch mehr zu erzürnen."
„Es wäre besser gewesen, du hättest mich davon verständigt", unterbrach er sie schroff.
„Ich wollte alles vermeiden, dich mir noch mehr zu entfremden. Würdest du, wenn du eine Ahnung gehabt hättest, daß du das Kind hier findest, die Reise zu mir gemacht haben?"
.Rein!" sagte er rücksichtslos ehrlich und erschrak vor seiner eigenen Stimme, erschrak aber auch vor der Veränderung, die plötzlich mit der Mutter vor sich ging. Das ohnehin blasse, leidende Gesicht wurde kalkartig weih, der Mund verschob sich und tat sich zu einem schmalen Spalt auf, um den Lungen genügend Atem zuzuführen. Er fühlte sich innerlich gedrängt, zu spr«hen. „Ich bin gekommen, weil ich dich allein und vereinsamt glaubte. - Aber du hast ja alles!" stürzte es ihm heran«.
»Du hast mich in Rot geglaubt?" fragte sie mühsam.
„3a!"
„Hast du geglaubt, ich sei zermürbt vor Hunger und Entbehrung?"
,3a!" stieß et hervor und hastete in seinem Bekenntnis weiter. „Sv oft ich mich satt ah. habe ich gewünscht, mit dir teilen zu können. So oft ich etwas Schönes sah, war es nur halbe Freude, weil du nicht dabei warst. Kamen Tage der Der- zweiflung, und sie kamen oft, habe ich zu Gott gebetet, er möchte dir Gleiches ersparen!"
(Fortsetzung folgt)


