Ausgabe 
15.10.1932 Erstes Blatt
 
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Hut hnt man bei alledem nie den Gindruck des Großzügigen, wie in den englischen Interessen­gebieten, sondern mehr den des Kleinlichen. Es wird nichts geschafft, entwickelt, sondern es wer­den die kleinen Profite zusammenge- lesen. Wan bleibt dabei, daß es schwer ist zu sagen, wozu Syrien eigentlich französisch wurde!

Gießener Wochennrarktyreise.

* Gießen, 15. Oft Auf dem heutigen Wochen- martt kosteten: Kochbutter 100 Pfennig das Pfund. Süßrahmbutter 130, Landbutter 120 bis 130, Matte 25 bis 30, Käse (das Stück) 5 bis 10, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6. Rotkraut 7 bis 8, Gelbe Rüben 8. Rote Rüben 7 bis 8, Spinat 15, Römischkohl 8. Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Tomaten 15 bis 20, Zwie­beln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarz- wurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3, Aepfel 15 bis 30, Dirnen 10 bis 20, Pfirsiche 30 bis 40, Honig 40 bis 45, Düsse 35. Suppenhühner 60 bis 80, junge Hähne und Gänse je 70 bis 80; Tauben 50 bis 60 Pfennig das Stück, Eier (aust) 10 bis 11, (int) 12, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15. Ober-Kohlrabi 5 bis 8. Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; Radieschen 10 Pf. das Bündel; Kartoffeln 2,50 bis 3,00 Mark der Zentner, Weißkraut 2,50 bis 3.00, Wirsing 4,00 b 50. Rotkraut 5,00, Aepfel 12,00 bis 25,00 Ma.; der Zentner.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

x. K l e i n - L i n d e n, 14. Okt. 3n der jüngsten Gemeinderatssihung wurde der Vor­anschlag für das Rechnungsjahr 19 3 2 beraten. Die Betriebsausgaben betragen 94 459,74 Mark, denen Betriebseinnahmen in Höhe von 69 459,74 Mk. gegenüberstehen. Es ergibt sich hier­nach ein Fehlbetrag von 25 0 0 0 M k., der durch Umlagen gedeckt werden muß. Insgesamt wurden zum Ausgleich des Voranschlags vom Ge­meinderat 4000 Mk. in den einzelnen Rubriken gestrichen, außerdem wurden von dem Betriebs­kapital 3000 Mk. entnommen. Der Voranschlag wurde durch das Ergebnis der Einzelberatung ausgeglichen und in dieser Fassung geneh­migt. Das Ersuchen des Kreisamts Gießen, für da« Kalenderjahr 1933 eine Bürger st euer in Höhe von 500 v. H. desLandessahes zu erheben, wurde vom Gemeinderat abgelehnt und beschlossen, eine 300prozentige Dürgersteuer für 1933 zu erheben.

v. Londorf, 14. Okt. 3n der Dacht zum Frei­tag wurde bei dem Kaufmann Joseph und bei dem Schlosser Ludwig Göbel Hierselbst ein» gebrochen. Bei ersterem drangen der oder die Diebe durch das Küchenfenster ein und montier­ten im Wohnzimmer den Radioapparat mit Laut­sprecher fachmännisch ab; sonstige Sachen scheinen hier in den offenstehenden Schubladen nicht ent­wendet worden zu fein. Dann sind die Einbrecher durch das Wohnzimmerfenster mittels Leiter her­ausgestiegen und haben von der Straße aus durch ein kleines Fenster verschiedene Waren vermit­tels dieser Leiter herausgenommen. Bei Schlosser

Göbel wurden aus einem Aushängekasten ver­schiedene Artikel im Werte von über 100 Mark entwendet Die Gendarmerie nahm sofort die

Der hiesige O-is. gewerbevercin hielt am Donnerstagabend unter dem Vorsitz von Schlossermeister Heinrich Schmidt II. im .Hotel Hirsch" eine gut be­suchte Versammlung ab. in der Syndikus R o h r von der Handwcrkskammer-Debenstelle Gießen über die Gewährung des Reichszuschusses für die Instandsetzung von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume zu Wohnzwecken einen aufklärenden Vortrag hielt. Anschließend beantwortete der Redner noch eine Reihe An­fragen.

Kreis Schotten.

X Schotten, 14. Oft Der hiesige Bolks- bildungsverein blickt auf sein 5 0jähri - ged Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß fand im ..Posthäuschen" eine Feier statt Dach Degrüßungsworten des Vorsitzenden, Berufs­schullehrer Hitz, hielt Lehrer Schwarz (Ru­dingshain) einen fesselnden Vortrag mit Licht­bildern über .Entrissenes deutsches Land". Die Bilder gaben einen Ueberblick, welch wertvolles, schönes deutsches Land uns in Elsaß-Lothringen, im Dorden, in Tirol, in der Ostmarf, in den Kolonien durch den Versailler Vertrag schmäh­lich entrissen worden ist. Reicher Beifall ward dem Redner zu teil. Kreisdirektor Dr. 3 a n n ergänzte die Ausführungen des Redners und übermittelte dem Verein die Glückwünsche des Kreisamts. Bürgermeister M e n g e l überbrachte die Glückwünsche und den Dank der Stadt für die vom Verein in den langen 3ahren feines Bestehens geleistete volksbildnerische Arbeit Er wies insbesondere auf die umfangreiche, wert­volle Bibliothek des Vereins (die etwa 2500 Bände umfaßt) hin und auf den erzieherischen Wert eines guten deutschen Buches. Der Abend war sehr gut besucht und brachte dem Verein viele neue Freunde und Mitglieder.

Kreis Büdingen.

'Büdingen, 14. Oft Die Stadt beabsichtigt, in der nächsten Zeit W a s s e r m e s s e r in die Privathäuser einbauen zu lassen. Die orts­ansässigen 3nstallateure wurden bereits aufge­fordert, sich auf der Bürgermeisterei zur even­tuellen Uebernahme der Arbeiten zu melden.

T Didda, 14. Oft 3n einer hier abgehal­tenen Sitzung des Gouvorstandes des Hessischen SängergauesDiddatal" wurde beschlossen, den Gausängertag am Sonn­tag, 23. Oftober, im Weitzschen Saale zu Ober- Widdersheim abzuhalten. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung sollen die Festlegung und Gestal­tung des Gauliedertages für 1933 stehen, der beschlutzgemätz jedes zweite 3ahr stattfindet.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkeit der Schriftleitung.)

R. 1. Eine zu Zuchthaus unter gleichzeitiger Ent­ziehung der bürgerlichen Ehrenrechte oerurteille Person kann selbstverständlich beleidigt werden, und

zwar dadurch, daß ihr noch in einer nach Form und Inhalt ehrenkränkenden Weise die Bestrafung oorgeworfen wird. Ein zu Ehrverlust Verurteilter ist sonach nichtvogelfrei". 2. Der Ehrverlust tritt erst in seiner bürgerlichen Wirkung nach der Ver­büßung der Freiheitsstrafe ein. Der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte hat auf die ausgespro­chene Dauer die Wirkung, daß der Betreffende die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher, und der aus öffentlichen Wahlen heroorgegangerien Aemter sowie das aktive und passive Wahlrecht verliert 3. Die Verurteilung zu Zuchthaus wegen Meineides hat zur Folge, daß der Verurteilte niemals wieder eidlich vor Gericht oder einer Verwaltungsbe­hörde vernommen werden kann, höchstens als Aus- kunstsperson ohne Eidesabnahme. 4. Eine wegen eines Verbrechens unter Aberkennung der Ehren­rechte verurteilte Person kann sich in einem Zioil- prozeß vor Gericht selbst vertreten und auch in einem etwaigen neuen Strafprozeß selbst oertei- digen. Zur Vertretung fremder Rechtsinteressen, insbesondere insofern das gewerbsmäßig geschehen sollte, wird eine solche Person nicht zugelassen werden.

J. h. 1. Wenn .zwischen Vermieter (Hauseigen­tümer) und Mieter hinsichtlich der Treppenbeleuch­tung keine anderweiten Vereinbarungen (mündlich oder schriftlich) getroffen worden sind, hat der Ver­mieter für die Treppenbeleuchtung zu sorgen und für ihre Kosten aufzukommen. Kommt ein Unfall infolge mangelnder Beleuchtung vor, so hat sich der Beschädigte zunächst an den Hausherrn zu hallen. 2. Eine Bestimmung darüber, rote lange nach ein­getretener Dunkelheit das Treppenhaus (Hausflur) zu beleuchten ist, besteht nicht. Es entscheidet die Ortsüblichkeit. Sache des Hauseigentümers ist es, zu bestimmen, von wann an die Haustür geschlos- sen gehalten werden muß. In seiner Anordnung darf keine Schikane gegen die Mieter liegen. Ent­scheidend ist auch die Wahrung der Verkehrssicher­heit im Hause, z. B. um das Einschleichen licht­scheuer Elemente nach eingetretener Dunkelheit zu verhindern. Es darf angenommen werden, daß dem Hauseigentümer, nach dem den Mietern bekannt- gegebenen Zeitpunkt der Schlleßung der Haustüre, die auch dann tatsächlich oorgenommen worden ist, eine Treppenbeleuchtung nicht mehr angesonnen werden kann.

Wettervoraussage.

Unter dem Einfluß kühler ozeanischer Luft, welche an der Rückseite des über Skandinavien abziehenden Wirbels folgt, bleibt die Witterung im ganzen noch wechselhaft, wenn auch eine gewisse Beständigkeit in Erscheinung treten wird, bedingt durch den hohen Druck von der Biskaya her. Obwohl dabei die Be- wöllung abnimmt und zeitweise Aufklaren erfolgt, verursachen noch Störungsreste vereinzelte Schauer. Die Anzeichen zur Besserung rd)etnen nach der gegen­wärtigen Druckoerteilung nur rvorübergehend zu fein, denn Island nähert sich berells eine neue Störung.

Aussichten für Sonntag: Beständiger, aber noch wechselnd bewölkt mit zwischenzeitlicher Aufheiterung, kühl, nur vereinzelt geringe Schauer.

Lufttemperaturen am 14. Oktober: mittags 12,2 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 15. Oktober: morgens 5,1 Grad. Maximum 12,5 Grad, Mini­

mum 3,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Oktober: abends 10,7 Grad; am 15. Oktober! morgens 7,9 Grad Celsius. Niederschläge 2 mm,

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, 16. Oktober. 21. Sonntag nach Trinitatis. Erntedanfsesk.

Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgerneinde, Pfr. Mahr; 18: Pfr. Becker. Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bech- tolsheimer; 18: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelliesprechung im Iohannessaal; Pfr. Groh. Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. Elifabeih-Kleinkin- derschule. Fällt aus. Saal der neuen Krippe. 11: Kinderkriche für die Iohannesgemeinde; Pfr. Aus- feld. klein-Linden. 9: Gollesdienst; hl. Abendmahl für die männliche Jugend; 11: Kindergottesdienst. wieseck. 9.45: (Frauenchor); Kollekte; 11: Kinder- kirche. Alten-Buseck. 10 (Frauenchor); Kollekte; 13: Kinderkirche. Oppenrod. 8-30: Gottesdienst. Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst (Posaunenchor). 19: liturgische Erntedankfestfeier (Kinderchor, Licht­bilder). Kirchberg. 10; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Staufenberg; 13.30: Daubringen und hl. Abendmahl; 13.30: Mainzlar und hl. Abendmahl. Hausen-Garben- teich. 10.15: Hausen; 13: Garbenteich. Dahenborn- Steinberg. 13: Hauptgottesdienst «Posaunen- und Kirchenchor), Kollekte; 20: Erntedankfeier der Kinder­kirche. Gröningen. 10: Hauptgottesdienst (Kol­lekte). Lich. 8: Stiftspfarrer Draudt; 9.30: Stifts- dechant Kahn; 13: Kindergottesdienst.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 15. Oktober.

Gießen. 16.30: und 19 Uhr Beichte

Sonntag, 16. Oktober. 22. Sonntag nach Pfingsten.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. Die Rosenkranz- andachten sind Montag, Mittwoch und Freitag um 20 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag um 18 Uhr. Echzell. 11: Messe mit Predigt. Grün­berg. 8: Hochamt mit Predigt. Hungen. 8: Hoch­amt mit Predigt. Lau buch. 10: Hochamt mit Pre­digt; 14.30: Vortrag mit Andacht. Lich. 10: Hoch­amt mit Predigt; 20: Vortrag mit Andacht. Lol­lar. 8.45: Messe, Hochamt mit Predigt. Didda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hoch- amt mit Predigt.

Mittwoch, 19. Oktober.

Hungen. 7.15 Uhr: Messe.

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MOTTO i Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden Schaff Dirnen Häuser-Ofen her, dann wird Dlrs wärmer werden!!!

Zwei -

and doch so warm, daß man In Hemdsärmeln herumlaufen könnte. Das wfll in der heu­tigen Zelt des Sparens viel beißen. Aber bei einem Häuser-Ofen Ist sowas eben möglich. Darob vollwarmer Freude läßt Onkel Mollig seinen Grammophon spielen und wirft schadenfrohe Blicke nach Nachbar Meier rüber, der immer noch auf seinem alten Ofen sitzt und sich vor Kälte nicht retten kann.

Auch der wird sich noch einen Häuser-Ofen kaufen. Und Sie? Wollen Sie Me er oder Mollig heißen ? Bedenken Sie doch, ein Häuser-Ofen Ist ein Sparofen und Sie wollen doch auch In den strengen Wintertagen eine gemütl ehe Stube haben. Warten Sie also nicht erst, bis der Schneesturm ein setzt und die Eispollen fliegen, sondern kommen Sie heute noch zu mir und sehen Sie sich einmal meine neuesten Ofenmodelle an. Sie werden sich wundern, daß diese gar nicht so teuer sind, wie Sie glauben, und Ihrewärmste* Freude daran haben.

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J. B. H AUSER, GIESSEN

AM OS WAL DSG ARTEN