Ausgabe 
15.10.1932 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Kr. 2<3 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, (5. Oktober 1932

84 Millionen Ausfuhrüberschuß.

Der deutsche Außenhandel im September.

Berlin, 15.Oktober. (WTB. Funkfpruch.) Die deutsche Außenhandelsbilanz schließt im September mit einem Ausfuhrüber­schuß in Höhe von 84 Millionen R M., gegenüber 97 Millionen RM. im August. Die Ein­fuhr ist gegenüber dem Vormonat um 29 Millio­nen RM. quf 360 Millionen gestiegen. Diese Zu­nahme bedeutet sowohl dem Wert, als auch dem Volumen nach eine Mehreinfuhr um 8 i v. H. Die eingcsührten Rohstoffe, auf hie 20 Millionen RM. -der Mehreinfuhr entfallen, weisen zum Teil eine bedeutende Steigerung ihrer Durchschnittswerte auf, während das durchschnittliche Preisniveau der eingeführten Lebensmittel und Fertigwaren weiter abgesun-ken ist. Die Ausfuhr hat gegenüber dem

Vormonat eine Zunahmeum 16 Millionen R M. auf 444 Millionen RM. erfahren. Dem Vo­lumen nach ist sie um 74 d. $)., dem Werte nach jedoch nur um 34 v. H. gestiegen. Es macht sich jetzt die Preiskrise, die bis jetzt während der Krisen- und Depressionsmonate im Sinne einer E n t - l a st u n g der Handelsbilanz wirkte, in der Richtung einer preismäßigen Belastung der Handelsbilanz nachfolgend bemerkbar. Da damit zu rechnen ist, daß die hauptsächlich die Ausfuhr ausmachenden Fertigwaren im Preise zunächst noch weiter sinken, während die zum größten Teil die Einfuhr bildenden Rohstoffe schon steigen, wird das deutsche Außenhandelsergebnis der nächsten Zeit von diesen Preiseinflüssen wesentlich mit abhängen.

Zefferimg der ArbeilsmaMage in Oberhessen.

Das Arbeitsamt Gießen teilt in seinem Bericht über die Entwicklung des oberhessi­schen A r l> e i t s m a r k t e s im Verlaufe des Monats September folgendes mit:

Die Arbeitsmarktlage hat im Monat September eine weitere Besserung erfahren, die nicht nur auf die Arbeitsaufnahme in Auhcnberufen, auf die Förderung von Notstandsarbeiten und frei­willigen Arbeitsdienst, sondern auch

auf das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung zurückzuführen ist,

das den Unternehmern ermöglicht, über die vorhan­dene Belegschaft weitere Arbeitskräfte e i n z u ft e l l e n. Betrachtet man die im letzten 2ahre ziemlich hochbleibende Zahl der Arbeitsuchen­den, so könnte man den Eindruck bekommen, als ob der Arbeitsmarkt unbeweglich, ja starr, gewor­den sei; dies ist nun nicht der Fall. Tatsächlich ist eine größere Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt eingetreten, der Wechsel von kurzfristiger Arbeit und Arbeitslosigkeit ist im letzten Jahre immer größer geworden.

Ende September standen dem Arbeitsmarkt 14 597 Personen zur Verfügung, gegenüber 15165 des Vormonats und 11 028 des Vor­jahres.

Aus den Mitteln der Reichsanstalt mürben im Le- richtsmonat 1665 Personen unterstützt, gegenüber 1830 des Vormonats und 4844 des Vorjahres. Kri­senfürsorge erhielten 2871 Personen, gegenüber 3587 des Vormonats und 3956 des Vorjahres. An anerkannten Wohlfahrtsunter st ützungs- empfängern zählten wir am Ende der Be­richtszeit 3069 Personen, gegenüber 2571 des Vor­monats. Mit N 0 t st a n d s a r b e i t e n wurden 1751 Personen, gegenüber 647 des Vormonats be­

schäftigt. Im freiwilligen Arbeitsdienst arbeiteten 4190 Arbeitsdienstwillige. Im Berichtszeit­raum konnten wir 486 Personen in Arbeit vermit­teln, gegenüber 543 des Vormonats.

Belebung im Tabakgewerbe.

Der Beschäftigungsgrad im Tabakgewerbe ist als gut zu bezeichnen. Die Besserung der Lage ist nicht, wie vielleicht angenommen wird, auf den Weihnachtsbedarf zurückzuführen, denn die hierfür erteilten Aufträge sind bereits in den Mo­naten Juni, Juli, August erledigt worden, sondern auf die Belebung des Arbeitsmarktes, die durch das Arbeitsbeschaffungspro­gramm der Reichsregierung heroorgerufen wurde. Wir konnten die Feststellung machen, daß in unse­rem Bezirk

im vergangenen IHonat ca. 300 Tabakarbeiter und Arbeiterinnen wieder in Arbeit kommen konnten.

Auch in den übrigen Berufen dieser Berufsgruppe sind die Beschäftigungsmöglichkeiten verhältnis­mäßig gut.

In den letzten drei Tagen wurden wieder 141 Leute eingestellt.

Im Verlaufe der letzten drei Tage sind zur Arbeitsleistung im Rahmen des Arbeitsbeschaf­fungsprogramms der Reichsbahn von der Reichs­bahnverwaltung in Oberhessen weitere 75 Arbeiter eingestellt worden. Bei.Stra- ß e n b a u a r b e i te n in Oberhessen fanden . wäh­rend der letzten drei Tage wieder 41 Leute Beschäftigung, in verschiedenen Stein- bruch betrieben kamen 25 Mann wieder in Arbeit. Insgesamt haben also weitere 14 1 Leute neue Arbeits - und Verdien st Möglich­keit bekommen.

Berlin freundlich.

Berlin, 15.Oktober. (WTB. Funkspruch.) Die freundlichere Tendenz vermochte sich an der Effektenbörse auch zum Wochenschluß zu behaup­ten, nachdem vormittags im Hinblick aus die noch ziemlich undurchsichtige außenpolitische Lage eine gewisse Unsicherheit vorherrschend gewesen war. In Spezialwerten war das Geschäft für einen Samstag sogar recht lebhaft. Die provisorische Regelung, die sich bei den Devisenoerhandlungen zwischen Italien und Deutschland hat erzielen lassen, sowie die mit 84 nach 97 Mill. RM. noch über Er- 'warten große Aktivität der Außenhan­delsbilanz für den Monat September waren anregende Momente.

Die Ansangsnotierungen lagen vielfach bis zu 1 0. H. für einige Montane, JG.-Farben und Kunst­seideaktien sogar bis zu 2 v. H. höher. Für die erst­genannte Marktgruppe stimulierte die Meldung über den Abschluß der deutschen Kokskonvention; außer­dem sprach man von einem günstigeren Zusammen­legungsverhältnis beim Stahlverein. Für die letzt­genannten Werte rief die Nachricht über steigenden Absatz in Viscose-Kunstseidegarnen Interesse hervor. Durch schwächere Haltung fielen heute einige Zell- stoffwerte, sowie Gummiaktien auf. Besonders Aschaffenburger Zellstoff lagen mit minus 1,75 v. H. stärker gedrückt. Eine Sonderbewegung nach oben hatten EW. Schlesien, die 2,75 v. H. gewannen.

Im Verlaufe trafen größere Kaufauf­träge aus dem Reiche ein, so daß sich bei leb­hafterem Geschäft weitere Befserun- gen bis zu etwa 1 v.H. ergaben. Besonders fest waren Kali Aschersleben, Oberkoks, Deutsche Erdöl und Dessauer Gas. Später ließ das Geschäft aller­dings wieder etwas nach, so daß sich auf dem er­höhten Niveau leichte Schwankungen ergaben.

Deutsche Anleihen waren im allgemeinen nur knapp gehalten. Altbesitz verloren sogar 0,50 v. H. Reichsschuldbuchforderungen lagen weiter leb­haft und fest. Das Geschäft in kurzfristigen Anlage- werten hat etwas nachgelassen, während langfristige Renten anscheinend erwas mehr Beachtung finden. Ausländer lagen bei geringfügigen Veränderungen sehr ruhig. Lissabonner Stadtanleihe gewannen 40 Pfennig.

Am Geldmarkt machte sich der heutige Medio natürlich etwas stärker bemerkbar. Der Tagesgeld­satz zog an der unteren Grenze auf 4,50 bzw. 4,38 v. H. an. Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 v. H. Auch heute waren Prioatdiskonten, wie schon in den letzten Tagen, überwiegend angeboten, das Herauskammende Material dürfte aber doch glatt aufgenommen werden.

Frankfurt befestigt.

Frankfurt a. M., 15. Okt. (WTB. Drcchtmel- dung.) Die Wochenschluhbörse setzte im Anschluß an den gestrigen Abendbörsenverkehr ihre Befesti- I g u n g fort. Stimulierend wirkten» neben der Er- v Ijolung der Neuyorker Börse auch kleine Orders der Kundschaft und einige Deckungsneigung der Spe- I kulation. Einer lebhafteren Geschäftsentwicklung

stand die Absage Deutschlands an der Genfer Ab­rüstungskonferenz hemmend im Wege.

Im allgemeinen waren Kursbesserungen von 0,5 bis 1 v. H. zu verzeichnen. Stärker befestigt waren am Kunstseidemarkt Aku mit plus 2,25 v. H., wobei die Nachricht über besseren Geschäftsgang anregte. Etwas lebhafter war die Umsatztätigkeit am Mon- tanmarkt, vor allem für Stahlvereinsaktien, die 0,65 0. H. höher notierten und im freien Verkehr 1 v. H. höher gehandelt wurden. Phönix und Buderus lagen bis zu 1,5 v. H. freundlicher. Am Elektromarkt do­minierten Schuckert mit einem Gewinn von 1,40 v.H., aüch AEG., Lahmeyer und Siemens kamen bis zu 1 v. H. fester zur Notiz. IG. zogen zunächst um 0,5 0. H. und später um weitere 0,75 v. H. an. Don Nebenwerten lagen Contilinoleum Zürich mit plus 2,25 v. H. recht fest, ferner zogen Daimler und Schiff­fahrtswerte bis zu 0,65 v. H. an. Zellstoff Waldhof blieben zu 44,90 0. H. gut gehalten.

Am Rentenmarkt war Altbefitz auf Abgaben matt und etwa 1 0. H. niedriger. Späte Reichsschuld­buchforderungen waren wieder gesucht und mit 66,65 0. H. etwa 0,40 v. H. fester. Von Jndustrieobliga- tionen gewannen Stahlvereins-Bonds 0,5 und Reichs- bahnvorzugsaktien 0,25 v. H. Gold- und Liguida- tionspfanbbriefe sowie Kommunalobligationen lagen bei ruhigem Geschäft unverändert. Von Ausland­renten waren Russen-Prioritäten im freien Markt etwas belebter.

Da weitere Kundenordersausblieben bröckelten die Kurse im Verlaufe überwiegend ab, zum Teil noch unter das Anfangsniveau, so IG. und Aku. Mon­tanwerke blieben relativ gut gehalten. Reichsschuld­buchforderungen konnten ihren Anfangsgewinn nicht halten. Das Geschäft schrumpfte auf allen Markt­gebieten stark zusammen. Tagesgeld war zu 3,5 v. H. unverändert und leicht.

*

* 2 V2 Proz. Kartoffelmehlverwen­dungszwang für Weizen- und Roggenmehl. Mit Rücksicht auf die gute Kartoffelernte hat der Reichsernährungsminister den Hundertsatz des ab 16. Oktober 1932 für ein Llahr zu Verwenden­denden Kartoffelstärkemehls auf 2,5 v. H. der in den Betrieben verwendeten Mahlerzeugnisse des Weizens und Roggens festgesetzt. Die Strafvor­schriften für Zuwiderhandlungen gegen die Ver­ordnung sind verschärft worden.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Immer blitzsaubere Aluminiumköpfet

Scharf wirkende Mittel vermeiden, weil sie die schöne glatte Oberfläche zerstören. Man sollte immer nur erprobte milde Reinigungsmittel wie Persil, iMi oder Ata nehmen. Hochglanzpolierte Geschirre reibt man mit einem weichen, trockenen Tuch ab. Von Zeit zu Zeit putzt man sie mit einem guten Metall­putzmittel. f)at sich Kesselstein angesetzt, bann gibt man dem kochenden Wasser auf 1 Liter 1 Eßlöffel iMi zu und läßt das Wasser noch einige Zeit kochen. Dann ist der Kesselstein aufgeweicht und gelöst und kann ohne Stoßen und Kratzen entfernt werden.

6906A

1 Bon Sie hüte ieio nioloieosier

Alle Photoarbeiten und Vergrößerungen werden in meinen neuzeitlich eingerichteten Dunkelkammern und Vergröße­rungsräumen durch hierfür geschulte Kräfte gewissenhaft fertiggestellt Bitte machen Sie einen Versuch und bringen Sie Ihre Photoarbeiten in das

Alice-Schulverein. 88900

Anmeldungen zu den Kursen in NeAslM, Sticken u. Scüneiöern u. zu der Haushaltungsschule wer­den jederzeit entgegengenommen. Beratungsstunden. Dienst, von 710 Uhr, Freit, v. 36Uhr. Alles nähere Steinstr. 10.

Preise:

Hanshaltnngsschnle: 40 Mk. monatl. ein- schließl. oX Mittagessen in der Woche.

Kochknrsus: 27 Mk. monatl. einschließl. 5 X Mittagessen in der Woche.

Kursus im WeiSnähen: Monatl. 12.50 Mk.

Kursus im Schneidern: Monatl. 14.25 Mk.

Kursus im Sticken: Monatl. 7 Mk.

Kursus im Bügeln: Monatl. 5. Mk.

Photohaus Karl Seibel

FrasraB-rfaarter Sfr. 39 Sie sind bestimmt zufrieden

7267 A

Mein nächster kostenl. Photokurs,us beg. Dienstag, 25. Okt., 20 Uhr, in meinem Vortragsraum Gefl. Anmeldung erbeten

Beratungsstunden:

Besuch eines Nachmittags oder Abends: 0.50 Mk.

Anprobieren: 0.30 Mk.

Zuschneiden von Kleidern u. Mänteln: 0.50 bis 1.50 Mk.

Zuschneiden von Wäschestücken und Kindersachen: 0.25 bis 0.75 Mk.

Abformen einer Büste zum Selbst­schneidern: 3 bis 5 Mk.

Kurzkurse vormittags in

Schneidern:

2x3 Std. in der Woche, Monatl. 7. Mk.

3x3 Std. in der Woche. Monatl. 10. Mk.

Jede Wohnung muß eine gemütliche Ecke haben!

Eine Ecke, in der man sich so richtig behaglich fühlt, in der man gern ausspannt. Was ge­hört schon viel dazu? 7270 a

Eine Couch 58 Mark oder ein Sessel 22 Mark ein kleiner Tisch 18 Mark eine nette kleine Lampe 9.50 Mark. Für wenig Geld schaffen wir Ihnen eine solche gemütliche Ecke.

Polsterwerkstätte

A.Wehrheim Löberstraße17

Jüre Äikfie

muß in den Dienst der Gesundheit gestellt werden. Verwenuen Sie die Th a 1 y s i a - Gesundkostartikel:

Vollmehl, Voll reis, Schrot, Grütze, Flocken, Vollbrote, Dörrfrüchte, Fruchtsäfte, Moste USW.

Alleinverkauf nur im

Gustel Schlumberger Seltersweg 52 - Ruf 4174

Tapeten

Neste von 12 Pf. d. Rolle

Tapetenhaus

Nennstiel

Goethestr. 7. I7309D

rrrYvyyrym'mi'y y~>r * j v y i 1

Weißnähen:

2x3 Std. in der Woche. Monatl. 6Mk. 3X3 Std. in der Woche. Monatl. 8.50 Mk. 3x4 Std. in der Woche. Monatl. 10. Mk.

Trennungswände

aller Art. schallsicher und leicht,werden ausgeführt durch

Aufdermauer & Laberenz

6957 d Gießen, Lahnstraße Nummer 3.

tohsde! - Briketts

(Rheinische Union-Briketts)

liefert frei Haus Tel. 228/7002D

tiebr. Kahl

Teppiche

sind eben sehr billig!

Aus meiner großen Auswahl:

Ein Posten Reste in BouclS- und Pl üsch - Läufern weit unter Preis!

Größe ca. cm

160X240

200x300

250X350

Boucte-Haargarn- Teppiche Plüsch-Marken- Teppiche

u

24.75

41. nd höher

35.50

59.-

55.

89.-

Heinrich Hochstätter

am Brandplatz 7289 a

Lhm

Radio mit Selbst-Trenner

da macht der Apparat alles selber. Die beiden großen Telefunken-Apparate: TELEFUN KEN - SUPER 650 und TELEFUNKEN 343 haben beide den

Selbst-Trenner und stellen selber jeden Sender trennscharf damit ein. Es wird Sie interessieren, diese Apparate ein­mal zu sehen und zu hören. Uns wird es freuen, sie Ihnen zeigen zu dürfen.

506

August Ruhl jr., Plockstraße 12

Carl Mecke, Schulstraße 5

7299 V

Gesiebte s00024 SonMtöe hochwertige nähr­stoffreiche Kultur­erde, vorzüglich für Gartenanlag., emp­fiehlt groß. Posten (Gärtnerei Dönges, Marburger Str. 67 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Husten? dann Wörishofer Brost- und Hustentee Heilkräut.v.20Pf.ab

Hustensaft 06036 Hustenkandi^n. a. Kräuterhaus Jung nr=- das Fachgeschäft xl In der Schulstraße

111111111111111111111111111111111111

llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll

m3 a

llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll

Drogerie Winterhoff

Kreuzplatz 10

«LZL-L-HV

Wedl^n;» Emulsion . Kräftigung5- ÄS,®5*"" miftel