Ausgabe 
15.8.1932 Frühausgabe
 
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Regierungskreisen hört, sind Reichsregierung und Reichswehr ebenfalls auf alle Even­tualitäten vorbereitet."

Echo vom Rhein.

Köln, 13. Aug. (ERB.) Der Ausgang der heutigen Verhandlungen zwischen dem Reichs­präsidenten und Hitler findet seinen ersten Riedcrschlag in dem Leitartikel der Sonntags­ausgabe derKöln. Ztg." (D. V. P.). Das Blatt betont zunächst, daß die Argumente des Reichspräsidenten gegen einen Reichskanzler Hitler, wie auch seine Auffassung von der Rot­wendigkeit eines überparteilichen Kanz­lers sicherlich von sehr vielen Deutschen geteilt werden und in weitesten Kreisen Verständnis finden dürften. Trohalledem bleibe aber die Rot­wendigkeit bestehen, die Rational- sozialisten zur Verantwortung mit heranzuziehen und für jedes wie immer geartete Kabinett eine MehrheitimReichs- tagc zustandezubringen.So betrachtet, muhte die Diebertragung des Reichskanzler- ainteS an Hcktler als unvermeidbare poli- tischeRotwendigkeit erscheinen, wenn auch diese Ernennung niemals die Auslieferung der gesamten Macht hätte bedeuten dürfen. Wer das fordert oder befürchtet scheint zu vergessen, daß die Rationalsozialisten nicht 51 Prozent, sondern nur 37 Prozent der Stimmen haben." Das Blatt gibt dann der Meinung Ausdruck, es läge kein Anlaß vor, die Lage als end­gültig und unabänderlich aufzufassen, auch wenn sich die Verhandlungen im Augenblick fe st gefahren hätten. Dis zum Zusammentritt des Reichstages sei noch zwei Wochen Zeit, die benutzt werden mühten, eine Lösung anzustreben, welche den politi­schen Tatsachen und R o t w e n d i g k e i - ten entspreche. Wenn Hitler seine For­derungen revidieren und mit der Verfassung in Einklang bringen würde, könnte es dem Reichs­präsidenten wohl auch erleichtert werden, ihm unter bestimmten Voraussetzungen, die eine Partciherrschaft verhindern, das Am t des Reichskanzlers zu übertragen.

Richt Hitler", überschreibt dieKölnische Volkszeitung" (Zentrum) ihre Bemerkun­gen zur Lage, die in der Feststellung gipfeln, daß die Verhandlungen um die Bildung einer Reichsregierung noch einige Zeit in der Schwebe bleiben würden. Das Zentrums­blatt erklärt weiter, es könnten sich Lieber- rasch ungen ergeben, wie sie bei solchen Gele­genheiten üblich sind. Die Führung des Zentrums werde gut bestehen können, wenn einst die Ge­schichte der Bemühungen, das Fazit aus den Reichstagswahlen vom 31. Juli zu ziehen, geschrie­ben wird. Man wisse in Zentrumskreisen, dah die Führung positiv und ohne jede par­teipolitische Hemmung an der Lösung aller Fragen der Gegenwart mitarbeite, und dah sie niemals vom Wege des Rechts abweiche:Das Wohl des Vaterlandes ist ihre Richtschnur."

Die Meinungen in Paris.

Berlin, 14. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Die Blätter veröffentlichen ausführlich Berichte über die gestrigen Verhandlungen zwischen dem Reichspräsi­denten und Hitler. In den Berichten wird betont, das wesentlichste sei jetzt die Beantwortung der Frage wie sich die nationalsozialisti- sche Partei verhalten werde.

E r e R o u o e l l e" erklärt: Angesichts der exor­bitanten Forderungen Hitlers war keine Wahl mehr möglich. Im Interesse des Friedens und der inneren nationalen Zusammenarbeit ist es zu begrüßen, daß der Reichspräsident mit Hitler gesprochen hat, aber jetzt muß er mit denjenigen Parteien Fühlung nehmen, die in seinem Kampf gegen den Faschis­mus seine natürlichen Verbündeten sein müssen: die Deutschrepublikaner und die Demokraten.

Q u o t i b i e n" meint, Hitler habe die einzige Chance, ohne Blutvergießen zu Ehre und Macht zu gelangen, verloren und sei offentsichtlich zu weit gegangen.

P o p u l a i r e" sagt, die nationalsozialistische Bewegung müsse jetzt entweder vor Schleicher kapi­tulieren und von dem politischen Boden verschwin­den oder sich gesenkten Hauptes in die Arbeit des Bürgerkriegs gegen Reichswehr und Polizei stürzen. In einem solchen Kampfe werde Hitler aber unter­liegen.

Die Terrorbekämpfung in Preußen

Umfassende Maßnahmen der Polizei.

Berlin, 13. August. (WTB.) Zur Bekämp­fung des politischen Terrors hat der kommissarische preußische Innenminister Dr. Bracht folgenden Runderlaß an alle Polizei­behörden einschließlich Landjägerei ge­richtet:

Nachdem die Verordnung des Reichspräsidenten gegen politischen Terror vom 9. 8. 1932 ergangen ist, haben die Polizei-Behörden und Landjägerei- Beamten alle Kräfte und alle ihnen zur Ver­fügung stehenden Mittel einzusetzen, um jeden Fall eines Terroraktes auf dem schnell st en Wege aufzuklären.

Die bestehenden landeskriminalpolizeilichen Be­stimmungen bieten eine vollkommen ausreichende Grundlage zur Erfüllung dieser Aufgabe. Sie geben dafür Gewähr, daß im gesamten Staatsgebiet, ins­besondere auch in kleineren Städten und auf dem flachen Land, die mit allen technischen Hilfsmitteln ausgerüsteten, großstädtischen Kriminalpolizeien jederzeit eingreifen können.

Ich weise alle in Betracht kommenden Dienst­stellen nachdrücklichst darauf hin, daß sie der zu­ständigen Landeskriminalpolizeistelle unoerzüg- l i ch (fernmündlich, drahtlich, auf dem Funkweg oder durch besondere Boten) von allen Ter­rorakten Meldung zu machen haben.

Die LKP.-Stellen werden angewiesen, falls er­forderlich, eine Mordkommission zu entsenden. Sie hasten zu diesem Zweck eine ausreichende Anzahl von Mordkommissionen in ständiger Bereitschaft zu halten.

Zur Unterstützung dieser Mordkommissionen der LKP.-Stellen sind für den Bezirk jeder Land­jäger-Inspektion eine oder nach Bedarf mehrere Hilfsmordkommissionen aus den Rei­hen der dafür vorgebildeten und besonders ge­eigneten Landjägerei-Beamten zu bilden. Die

Geschichten von Joseph Joachim.

Zum 25. Todestage des großen Geigers.

25 Jahre sind nun verflossen, seitdem die Zaubergeige Joseph Joachims verstummt ist, aber keinem, dem es vergönnt gewesen, diesen einzigartigen Harmonien jemals zu lauschen, hat ihre Wundertöne vergessen. Doch auch die güte­volle, bescheidene Persönlichkeit des Meisters lebt unvergessen fort. Einen wertvollen Bei­trag zu seiner Charakteristik hat er selbst in einem jener Fragebücher, die das vorige Jahrhundert so liebte und das sich im Besitze der Familie Rodenberg befand, geliefert. Mit jener Gewissenhaftigkeit, die ihm in allem eignete, ist er auch auf diese geistreiche gesellschaftliche Spielerei eingegangen und hat durch die Beant­wortung der Fragen ein Dokument von persön­lichem Reiz uns hinterlassen:Deine Lieblings- eigenschaften am Manne? Kraft, Zuverlässigkeit, Milde. Deine Lieblingseigenschaften am Weibe? v Geistige und körperliche Anmut. Deine Lieblings­beschäftigung? Quartett spielen. Deine Idee von Glück? Immer Reues, Schönes schaffen, und es gut ausgeführt zu hören. Welcher Beruf scheint dir der beste? Der einen ganz ausfüllt, ohne die Teilnahme für andere zu töten. Wer möchtest du wohl sein, wenn nicht du? Jemand, der mit sich zufrieden ist, ohne eitel und flach zu sein. Gibts das? Wo möchtest du leben? Wo ich Gutes wirken kann. Wann möchtest du gelebt haben? Auch wir haben Schönes und Großes erlebt. Welche Staatsform scheint die beste? Die dem Kulturzustand und Charakter einer Ration angepahte. Deine Idee vom Llnglück? Verkannt werden, wo man liebt. Deine Lieblingsschrift­steller? Goethe, Shakespeare, (trotz Tolstoi). Aber auch Eichendorfs, Reuter, Herman Grimm u. a. Deine Lieblingsmaler und Bildhauer? Leonardo da Vinci. Deine Lieblingskomponisten? Die Form­beherrscher, welche dadurch nichts an Tiefe des Gemütes, am freien Flug der Phantasie einge­büßt haben, unsere großen Meister. Deine Lieb- lingsfarbe und Blume? Goldlack. Lieblingshel- den der Geschichte? Hannibal,wenn auch Zorn, Reid und Gemeinheit seine Geschichte geschrieben haben, sie haben das große, reine Bild nicht ju trüben vermocht." Lieblingscharaktere in der Poesie? Imogen, Fidelio."

«Ä^onders charakteristisch für die rührende Schlichtheit von Joachims Wesen ist ein Zug, den

Hilfsmordkommissionen müssen aus mindestens drei Beamten bestehen. Sie sind mit dem gesamten er­forderlichen, im Bezirk der Landjäger-Inspektion zur Verfügung stehenden kriminaltechnischen Ge­räte auszustatten. Rötigenfalls hat die LKP.- Stelle verfügbares Gerät der Hilfsmordkommis­sion leihweise zu überlassen. Die Hilfsmord­kommissionen sind an einem für das frag­liche Gebiet möglichst günstig gelegenen Ort ständig bereitzuhalten und mit einem in ständiger Fahrbereitschaft befindlichen Kraft­wagen auszurüsten. Für dauernde Fern­sprechverbindung ist zu sorgen. Der stän­dige Sih der Hilfsmordkommission und ihre Fern­sprechverbindung sind den Polizeibehörden, den Landjägerei-Beamten und der Bevölkerung be­kanntzugeben. Ausreichende Ablösung ist sicher- zustetten.

Die Hilfsmordkommissionen haben 1. bei der Meldung eines Terroraktes in ihrem Gebiet sich auf schnellstem Weg an den Tatort zu be­geben und alle zur Sicherung des Tatbestandes und zur sofortigen Verfolgung und Festnahme der Täter notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Die örtlich zuständigen Landjäger- und Gemeinde­polizeibeamten sind nach Möglichkeit zu beteili­gen. 2. Die LKP.-Stelle ist in jedem Fall un­verzüglich zu benachrichtigen (fernmündlich, draht­lich, auf dem Funkwege oder durch besonderen Boten). 3. Im Falle ihres Einsatzes hat sie dafür zu sorgen, dah die Reservekommission ihres Bezirks sofort an ihrer Stelle den Bereitschafts­dienst aufnimmt. Der Fernsprecher der Hilfs­mordkommission ist ständig besetzt zu halten.

Die Regierungspräsidenten regeln nach Ab­hörung der LKP.-Stelle umgehend etwa erforder­liche Einzelheiten. Größere Gemeindepolizeiver­waltungen haben, soweit noch nicht vorhanden,

der große Arzt Prof. Wilhelm Ebstein in seinen Erinnerungen ausgezeichnet hat. Es war im Jahre 1894 als der Künstler eines Tages den Professor in seiner Göttinger Klinik aufsuchte, um ihn wegen seiner Hände, deren geschwollene Fingergelenke ihm Sorge bereiteten, um Rat zu fragen. Er erkundigte sich, ob er in Zukunft mit dem unbehinderten Gebrauch seiner Hände rech­nen dürfte, und trotz seines damals bereits im Zenith stehenden Ruhmes fügte er erklärend hin­zu'Ich brauche meine Hände sehr nötig. Ich geige nämlich!" Ebstein, dem dies keineswegs unbekannt war und der dem Meister auch be­ruhigende Auskunft über seine Hände erteilen konnte, bemerkt in seinen Erinnerungen dazu: Joseph Joachims Ausspruch: ich geige nämlich, ist für mich immer ein geflügeltes Wort ge­blieben, das als eines der vielen Zeichen seiner rührenden Bescheidenheit, wohl verdient, auch weiteren Kreisen bekannt zu werden: es charak­terisiert den Mann!"

Auch manch heiteres Histörchen von Joachim ist im Umlaufe geblieben. Zur Zeit als er noch Konzertmeister in Hannover war, wollte er auch die edle Kunst des Schlittschuhlaufens erlernen. Ein Dahnseger namens Düllmeher bot sich ihm als Lehrmeister an.So, Herr Joachim," sagte er nach beendigtem Anschnallen der Schlittschuhe, nu stellen Sie sich mal auf die Schrittschau so un nu {mieten Sei bat eine Bein so un dat andere so herut und da lopen Sei hen." Joachim folgte der Weisung, fiel aber bald unsanft auf dem Eis hin.3a, ja, meinte Düllmeher, indem er ihm wieder auf die Deine half,so licht es bat nich als Viggelinspeelen!" Mit bem glei­chen Humor, mit dem Joachim diese wohlgemeinte Belehrung ertragen hat, nahm er auch ein Er­lebnis hin, das sich in London, wo seine Konzerte in jedem Frühjahr das große musikalische Ereig­nis bildeten, abspielte. Der Künstler, der sich einer bei Musikern damals traditionellen üppi­gen, Mähne erfreute, trat in einen Friseurladen, doch nur mit der Absicht, sich rasieren zu lassen. Der diensteifrige Friseurgehilfe wollte ihm aber durchaus auch die Haare schneiden, die es seiner Meinung nach recht nötig hatten. Als Joachim aber diesen Angriff auf seinen Kopfschmuck ener­gisch abwies, sagte der gekränkte Figaro schließ­lich im Tone völliger Verachtung:Wollen Sie denn wirklich genau so aussehen wie ein deutscher Musiker?"

eigene Mordkommissionen zu bilden. Bei den anderen Gemeindepolizeiverwaltungen mit eigenen Kriminalbeamten sind diese Beamten zur Auf­klärungsarbeit in vollem Umfang heranzuziehen. Die oben genannten Hilfsmordkommissionen treten zur Mordkommission der LKP -Stelle, falls diese im Bezirk der Hilfsmordkommission tätig ist. Die Leitung übernimmt alsdann der Führer der Mordkommission der LKP.-Stelle.

Oie Lage in Hamburg.

Hamburg, 13. Aug. (WTB.) Die Waffen- suche derHamburger Polizei im G ä n g e v i e r t e l, die 26 brauchbare Handfeuer­waffen mit dazugehöriger Munition zutage förderte, hal, wie die Polizeipressestelle mitteilt, zur Folge gehabt, das Personen, die sich widerrechtlich im Be­sitz von Waffen befinden, sich ihrer nunmehr zu entledigen trachten. So sind in den letzten Ta­gen nicht weniger als 23 zum Teil geladene Schußwaffen von der Polizei gefunden und als Fundsachen bei ihr abgeliefert worden. Während im Zusammenhang mit der Waffensuche am 9. Au­gust bekanntlich wichtiges Material über den ille­galen Rotfrontkämpferbund gefunden wurde, hat die am 12. August im Einvernehmen mit den preußischen Poli'zeidienststellen erfolgte Durchsuchung der Geschäftsstellen der KPD. und ihrer Nebenorganisationen nichts Belastendes er­geben. Die Polizei vermutet, daß alles, was für sie von Interesse hätte sein können, vorher bei­seite geschafft worden ist.

Mecklenburg organisiert Gelbstschuh.

Schwerin, 13. Aug. (CNB.) Wie derNieder­deutsche Beobachter" meldet, finden im rnecklenburg- schwerinschen Innenministerium zwischen Staats- minifter Dr. Scharf und den mecklenburg-schwerin- schen Amtshauptleuten Besprechungen zwecks O r - ganifation eines Selbstschutzes statt. Dem Blatt zufolge soll die mecklenburg-schweriner Staatsregierung der Auffassung sein, daß mit Ter­rorakten d u r ch o r g a n i s i e rt e r Terror- banden gegen Erntevorräte, Gebäude und sonstige volkswirtschaftliche Werte zu rechnen sei, und daß die staatlichen Polizeikräfte, wenn sich diese Fälle häufen, zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ord­nung nicht ausreichen, so daß Selbstschutzorganisa­tionen eingesetzt werden müßten. Dieser von den Amtshauptleuten zu organisierende Selbstschutz dürfe jedoch, wie ausdrücklich betont wird, nicht den Charakter einer Hilfspolizei tragen. Den Amts- Hauptleuten ist nach der gleichen Meldung außerdem vom Staatsminister Dr. S ch a r f in Aussicht gestellt worden, daß die mecklenburg-schwerinsche Landes­polizei zum Schutz der Ernte Streifen durch das Land einsetzen wird.

Wirtschaftspolitische Forderungen der SPD.

Berlin, 13. Aug. (VDZ.) Die neue sozial­demokratische Reichstagsfraktion hat bereits eine Reihe von Gesetzentwürfen vorbereitet, die sie, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. hört, in der nächsten Woche beantragen will. Zu den poli­tischen Forderungen, die in diesen Gesetzentwür­fen aufgestellt werden, gehört die Aufhebung der politischen Notverordnungen und die Zurückziehung des Reichskommissars in Preußen. Die wiri­sch a ft spolitischen Anträge gliedern sich in vier Gruppen. Die erste Gruppe verlangt die Rück­gängigmachung des Sozialabbaues und der Massen­steuererhöhungen durch Aufhebung der Notverordnung vom 14. Juli 1932, außerdem wird wieder die Ge­währung einer Winterhilfe, beantragt. Die zweite Gruppe bildet das Kernstück der sozialdemokratischen Forderungen. Hierzu gehören die Sozialisierung der Schlüsselindustrien, die Verstaatlichung der Groß­banken, die Enteignung des Großgrundbesitzes und die Besiedlung des dadurch freiwerdenden Landes mit Landarbeitern und Kleinbauern. Die dritte Gruppe umfaßt ein Arbeitsbeschaffungsprogramm mit öffentlichen Arbeiten, Förderung von Hgus- reparaturen und Beschäftigung von Arbeitslosen in stilliegenden Fabriken und Werkstätten. Die Finan­zierung soll durch eine Prämienanleihe und, soweit deren Erlös 500 Millionen nicht erreicht, durch eine Zwangsanleihe erfolgen. Ferner soll die Arbeits- zeit auf 40 Stunden in der Woche verkürzt werden;

Eine Dame auf der Krokodil-Jagd.

..Ein Krokodil kann ein Brecheisen mit seinen Zähnen zermalmen. Man kann sich dann auch vorstellen, was einem Menschen im Bereich dieser Zähne passiert." Mit dieser Feststellung beginnt die Engländerin Leonora Gregory, die die Krokodiljagd zu ihrem Lieblingssport erwählt hat, eine Schilderung dieser aufregenden Pas­sion in einem Londoner Blatt.Aber", fährt sie beruhigend fort,die meisten Jäger machen keine Bekanntschaft mit einem Krokodilgebiß, denn auch der gefährlichste Geselle wird in der Regel durch einen geschickten Schuh unschädlich gemacht. Die Gesellschaft, mit der ich kürzlich am Golf von Carpentaria in Australien jagte, brachte in einem Monat stattliche Exemplare zur Strecke: zwei von ihnen waren berüchtigte Vieh-Töter, jedes über 5 Meter lang. Die Schwarzen behaupten, daß sie über 100 Jahre alt waren. Die beste Zeit zum Krokodil- Schießen , ist am Morgen, wenn die Sonne auf die schlammigen Sümpfe und Mangroven-Dickichte scheint, die von der Ebbe freigegeben worden sind. Wenn man dann ganz still am ilfer liegt, sieht man bald in der Ferne einen schwarzen Strich und zwei Glotzaugen, die über die Wasserfläche tagen. Run rasch das Fernrohr eingestellt! Der Bursche sieht aus wie ein vor­sintflutlicher Wasserdrache und ist vielleicht sein nächster Verwandter. Ganz still liegen bleiben! Er hat sich gewendet und schwimmt auf uns zu. Run rasch angelegt! Gut gezielt! Vielleicht kommt er ganz nahe an das Ufer heran, er wird sich auf seinem Lieblingsplätzchen in der warme Sonne etwa braten wollen. Aber bitte, nicht die geringste Bewegung! Er sieht vor­trefflich und weiß genug, um eine Flinte zu scheuen. Da ist er! Gerade über dem Wasser glänzt sein mächtiger Leib im hellen Licht. Alles ist ruhig. Run kommt er heraus. Das mächtige Maul bewegt sich auf uns zu, und seine kurzen, plump aussehenden Deine tragen ihn vorwärts. Mer halt! Ist er wirklich plump? Irgendwer hat mit seinem Ellbogen einen Zweig abgebrochen. Und blitzschnell hat sich der Kerl umgedreht und klatscht ins Wasser. Gerade wie er aufschlägt, trifft ihn mrtn Schuh. Gr schnellt etwas in die Luft, taucht dann unter und verschwindet unter der Oberfläche. Aufgeregt stürzen wir zum Ufer. Da treibt das Krokodil. Man sieht seine schwar­zen Umrisse, es muh tot sein. Mein Gewehr-

aufgebracht werden.

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Kampf mit Sträflingen in Eberswalde.

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Sträflinge hatte sich in das Dienstzimmer der Nacht- i z.Mun'Rlnchmer bei mnrflfhPrimten npfrfifirhsn iinh frfifim mit r-inor ~ ,

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Ueberstunden sollen nur in dringlichen Ausnahme- fällen zugelassen werden. Der finanzielle Mehr, bedarf der öffentlichen Körperschaften, der sich aus diesen Anträgen ergibt, soll nach der vierten Grupp? durch Steuern auf hohe Einkommen und Vermögen, sowie auf Luxusverbrauch durch Tabak und Erdöl! Monopole, Kürzung der hoben Gehälter und Pen. fionen, sowie durch Streichung der Fürftenabfindun,

Im Gefängnis von Eberswalde wurde ein Nacht, wachtbeamter von ausgebrochenen Sträf. lingenüberfallen und schwer verletzt. Drei in einer Zelle untergebrachten Sträflingen war es gelungen, die Zellentür aufzubrechen. Der eine der

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zu einem befreundeten Lehrling geäußert, er habe der Sophie den Hals durchschnitten. Der Täter hab sich inzwischen in Duisburg der Polizei ge­stellt und die Tat eingestanden.

Sochschulnachnchten.

Der durch den Tod des Geh. Medizinalrats Prof. Ernst Meyer an der Universität Königsberg erledigte Lehrstuhl der Psychatrie ist Professor Dr. August Bostroem in München angeboten wor- den. Bostroem aus Gießen gebürtig war Assistent am Gießener Pathologischen Institut, bei Nonne in Hamburg, bei Kleist bzw. Rosenfeld an der Rostocker Psychiatrischen Klinik, wurde Oberarzt bei Bumke an der Leipziger Psychiatrischen und Nervenklinik und erwirkte dort 1922 seine Zulassung als Privat­dozent für Psychiatrie und Neurologie. 1924 kam Bostroem als Oberarzt an die Münchener Klinik, erhielt dort die venia legendi und 1926 die Ernennung zuri mchtplanmäßigen außerordentlichen Professor. Fach literarisch betätigt er sich als Verfasser einer langen Reihe von Arbeiten aus dem Gebiete der klinischen Psychiatrie und Neurologie.

Dre Wiederbesetzung von zwei Professuren in der F r a n k f u r t e r Rechtswissenschaftlichen Fo- fultät steht bevor. Der Lehrstuhl für römisches und bürgerliches Recht ist dem Professor Han-! Reichel in Hamburg angeboten worden:! öum Rachfolger von Professor F. Klausing ist für deutsches und bürgerliches Recht Professor Wal­ter Schmidt-Rimpler von Dreslau in Aussicht genommen.

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Jilmfenfafionen in aller wett.

In Moskau wurde der Grundstein zu einem Lichtspieltheater gelegt, welches 7 0 0 0 Plätze erhalten wird. Damit dürfte Moskau das größte Kino der Welt erhalten. Bei der Beerdigung des kürzlich aus denn Leben ge- schiedenen Filmschauspielers Druno Kastner waren nur 18 Menschen' anwesend. Kastner ist fünf Jahre lang der Höch st bezahlte Dar- steiler in Deutschland und mindestens ein Jahrzehnt hindurch der Schwarm aller Dack- fische gewesen. Unter der Führung von Richard Tauber wird demnächst ein Wohltätigkeit?- abend veranstaltet, dessen Reinertrag Kastners Witwe zuflieht. Wie man hört, haben Jackie C o o g a n und dessen Eltern bei einem Dan!- krach von Hollywood ihre gesamten Er- s p a r n i s s e verloren. Da sich Jackies Stimme für den Tonfilm nicht eignet, hat er jetzt eine Stelle alsLehrling in einerKonditorei angenommen.

18jähriger Lehrling als Mädchenmörder.

Dieser Tage vermißte die Familie des Metzger­meisters Haase in Baerl bei Mörs (Rheinprov.) das 17jährige Dienstmädchen Sophie Köhnen. Im Zimmer des Mädchens bot sich den Eintretenden ein grauenvoller Anblick. Das Mädchen lag m i t d u r ch. schnittener Kehle im Bett. Neben der Leiche lag ein mit Blut besudeltes Schlächtermesser, bas man als Eigentum des im Hause tätigen 18jährigen Lehrlings Emil Deutsch erkannte. Zwischen dem Mörder und seinem Opfer muß ein Kampf ftatt- gesunden haben. Die Finger der Ermordeten zeigen deutliche Spuren von Widerstand. Das Schlafzimmer des Lehrlings war leer. Auf dem Bett lag ein Zettel mit der Aufschrift:A 11 e s k o m m t ans L i ch t". Man fand außerdem noch eine Schnur, an! der sich der Täter aus dem Fenster ins Freie herab­gelassen hatte. Die Tat muß vor 2 Uhr nachts aus- geführt worden sein. Deutsch hat sich kurz daraus

kanne auf den Wächter ein. Dieser packte den An­greifer an der Kehle; es entwickelte sich ein Kamps aus Leben und Tod. Schließlich konnte der Wächter die Alarmklingel in Tätigkeit setzen, so daß andere Beamte ihm zu Hilfe eilten. Der Wächter war in- zwischen bewußtlos zusammengebrochen und mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschasst werden. Die Sträflinge wurden überwältigt.

Drei englische Ausflugsdampfer gestrandet.

Infolge schweren Rebels sind drei-eng- 'lösche Ausflugsdampfer gestrandet. Der DampferSanct Patrick" der mit 314 Fahr­gästen an Bord eine Ausflugsfahrt von Wey­mouth nach den Kanalinseln machte, lief bei Jersey auf einen Felsen auf und riß sich ein großes Leck in den Schiffsbug. Rettungsbooten und mehreren in der Rähe befindlichen Dampfern gelang es, sämtliche Fahrgäste zu ret­ten. Der AusflugsdampferCity of Rochester"', der 500 Fahrgäste an Bord hatte, strandete drei Seemeilen außerhalb von Clacton. Auch hier war sofort H'.lfe zur Stelle. Ferner geriet das PostschiffScillioman" beim Anlaufen der Scilly- Inseln auf Grund; die 200 Fahrgäste wurden sämtlich von Motorbooten gerettet. Der Dampfer kam später mit der Flut frei.

Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein.

träger watet unvorsichtig in den Schlamm hinein und packt den großen trägen Schwanz. Aber er zieht die Hand erschrocken zurück, denn der Schwanz wird steif und ringelt sich. Es ist noch nicht tot und sein Gebiß in gefährlicher Rähc. Ein Revolverschuß trifft es, und diesmal hat die Kugel das Rückgrat zerschmettert. Run ist es wirklich tot. Wir müssen eine Winde und ein Drahtseil benutzen, um es herauszuziehen. Es wiegt etwa 30 Zentner und feine größten Zähne sind 15 Zentimeter lang. Die Eingeborenen freuen sich, denn es war ein grimmiger Feind ihres Viehes. Außer dem Hornvieh stellen die Kroko­dile besonders Hunden nach: sie kriechen auch hinter einem Kalb her und schlagen es mit ihren Schweif nieder. Im Rotfall nehmen sie zäherem Braten vorlieb. Ein Weiher, der schwimmen wollte, fragte feinen Boy:Gibt es hier Haifische?"Rein." Als er im Wasser ist, erkundigt er sich:Warum nicht?"Die Kroko­dile haben sie alle aufgefressen". lautet die lako­nische Antwort."