Ausgabe 
14.12.1932 Erstes Blatt
 
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Die Verwendung t er hessischen Ruhrgelder

Handwerkskammer-Untersuchungsausschuß des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 13. Dez. (WHP.) 3m Hand- Werkskammer-Hntersuchungsausschuß des Hessi­schen Landtags gab heute

Staatsrat Karcher vor Eintritt in di« Tages­ordnung namens der Regierung die Erklärung ob, daß der Minister a. D. K o r e l l die A"ssage des Zeugen Dasbach- Groß-Gerau in Ab.cde stellt, er habe geäußert, daß Ministerialrat 4) e ch- l e r in der Landtagss'.hung vom 17. Februar 1932 in der Angelegenheit des Rhein-Ruhr-Fonds be­wußt die Unwahrheit gesagt habe.

Ministerialrat Hechler verl est eine Erklärung der Regierung, in der es heißt:Der Unter- suchungsausschuß ist vom Landtag eingesetzt zwecks Prüfung der Verwendung und Verwal­tung des Rhein-Ruhr-Fonds durch die Hand­werkskammer. Der Vorsitzende des Ausschusses hat nun wiederholt zur Sprache gebracht, daß auch andere von der Handwerker-Zentralgenos­senschaft (HZG.) zu verwaltende Fonds in so engem Zusammenhang mit dem Rhein-Ruhr- Fonds stünden, daß sie von dem Untersuchungs­ausschuß mitbehandelt werden müßten. Einige seither rerncmmene Zeug n h ben dies ausgenutzt, um einige nicht hierhergehörige angebliche Vor­gänge bei der HZG. zu schildern. Ihre Aussagen sind von einem Teil der Presse tendenziös ge­färbt wiedergegeben worden. Demgegenüber sieht sich die Regierung veranlaßt, in dem der­zeitigen Stadium d«S Verfahrens zunächst fol­gende Erklärung abzugeben: 1. Die HZG. ist «ine Aktiengesellschaft, auf deren Eeschäftsftihrung die Regierung keinen Einfluß hat. Die Regierung wird jedoch den Rachweis erbringen, daß der von der HZG. verwaltete Rhein-Ruhr-Fonds seiner Zweckbestimmung entsprechend verwendet worden ist. 2. Die nach Aussage einiger Zeugen von der HZG. ong'biich zu bevorzugten Bedingungen ge­währten Veamtendarlehen stammen nicht aus Mitteln der Rhein-Ruhr-Hilfe: sie sind vielmehr in dein «inen Falle aus dem Sachsengeld und in dem anderen Falle aus allgemeinen Vetriebs- mitteln gewährt worden. Keines dieser Darlehen enthält bevorzugte Vedingungen. Darlehen dieser Art hat jeder Staatsbürger für Dauzweck« er­halten können. Mithin konnten sie auch an Staats­beamte gewährt werden. Die Gelder sind aus­schließlich Bauhandwerlern zugute gekommen. Dies« Erklärung glaubt die Regierung im In­teresse der Reinlichkeit im Deamtentum der Oes- fenllichkei! schuldig zu sein."

Vorsitzender Abg. Dr. Müller hält es für unmöglich, angesichts der Vermischung der Fonds dura) di? HZG. stets die Grenzlinie einzuhal­ten. Zudem habe die Oeffentlichkcit ein Interesse an der restlosen Aufklärung des ganzen Fragen­komplexes.

Zeuge Dr. D r a u n war 1928/29 bei der Hand­werkskammer und äußert sich über die Vergebung des Sachsengeldes. Rach seiner Meinung stamme das Gew für die Veamtendarlehen aus Rhein- Ruhrmitteln, da nur zwei Fonds Rhein-Ruhr- Fonds und Sachsen-Fonds vorhanden gewesen seien. Das Sachsengeld fei zu 8 Prozent Zinsen, Tilgung und Unkosten ausgegeben worden.

Ministerialrat Hechler stellt fest, daß die Dar­lehen an die beiden Beamten zu 8 Prozent im Schuldschein stehen.

Zeug« Dr. Braun erklärt, daß mit Ausnahme von Kammerdirektor Schüttler niemand gegen die Vorschläge des Handwerkskammervorsitzenden N o h l in der Sachsengeld-Kreditkommission Wider­stand geleistet habe. Die Vergebung des Sachsen- kredits in Höhe von 2 Millionen mit etwa 1,2 Mil­lionen Mark nach Darmstadt erachte er für un­korrekt.

Zeuge Obermeister Schmuck (Worms) hot als Mitglied der Rhein-Ruhr-Kreditkommifsion und Vorsitzender der Handwerkskammer - Nebenstelle Worms die Kreditgesuche begutachtet. Bei ihm sind kein« Beschwerden über die Teilung der Gelder (vierprozent.ges Ruhrgeld und höher verzinsliches HZG.-Geld) erhoben worden, lieber die Vorgänge bei der Ueberschreibung des Betrages von 325 000 Mark an die HZG. weiß der Zeuge keine genauen Einzelheiten mehr. Die 70000 Mark für das Worm­ser Handwerkerhaus stammten nicht aus dem Rhein- Ruhr-Fonds. Er selbst habe aus dem Rhein-Ruhr- Fonds 2000 Mark zu gemischtem Zinssatz und bis­her keinen Ehrensold erhalten.

Ministerialrat Hechler betont, daß die Regie­rung rechtzeitig mündlich die Genehmigung zur Übertragung der beiden Summen an die HZG. erteilt hatte, daß jedoch die schriftliche Bestätigung erst später folgte und der Vorwurf der Bilanzver­schleierung grundlos fei. Die Regierung habe sich bemüht, dem Landtag und den Führern des Hand­werks, auch der Oppofitionsaruppe, volle Aufklä­rung zu geben; dennoch habe die Agitation der Groß-Gerauer Bewegung kein Ende genommen.

Der Ressortleiter für Darlehen bei der HZG., Lindemann, behandelt zunächst den Fall Stern- Alzey. Stern habe keine Ruhrhilfe- Gelder, sondern ein Rohstoffdarlehen erhalten, dessen Verwaltung durchaus korrekt erfolgt sei. Bei den Darlehen an die beiden Beamten Heine­mann und Petrie, sowie den früheren Zen­trumsabgeordneten Lautenbacher, die der Zeuge selbst bearbeitet hat, sei kein Pfennig aus den Rhein-Ruhr-Mitteln verwendet worden, und es feien den Genannten auch keine besonderen Ver­günstigungen eingeräumt worden.

Wirtschaft.

Berlin abbröckelnd.

Berlin, 14. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Börse zeigt gegenwärtig ein ruhiges, lüft« loses und eher schwächeres Aussehen. Die Gesamtlage in der internationalen Politik hat sich wieder etwas verschlechtert, was in dem Sturz Herriots wegen des Konfliktes zwischen Frank­reich und Amerika in der Frage der alliierten Kriegsschulden und in den Ausschußabstimmungen des Reichstages gegen die Regierung seinen Aus­druck findet. Publikum und Spekulation hielten sich vom Geschäft zurück, denn auf die Abgaben be­stand wegen der teinesroegs ungünstigen Wirt­schaftsnachrichten wenig Neigung. Die Belebung bei der Reichspost, die weitere Erholung des Pfun­des und die Festigkeit der deutschen Werte in Neu- york verhinderten, daß eine schwache Stimmung zum Durchbruch hätte kommen können.

Zu Beginn des Verkehrs waren Überwiegend kleine 2lbfchwächungen festzustellen. Nur Harpener und Niederlausitzer Kohle verloren je 1,75 v. H. Anderseits waren verschiedentlich auch kleine Besse­rungen zu beobachten; einzelne Spezialwerte ge­wannen bis zu 1,50 o. H., Allgemein« Lokal und Kraft waren bei einem Umsatz von nur 6 Mille auf Materialknappheit 3,25 v. H. höher. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei sehr kleinem Geschäft über­wiegend bis zu 0,50 v. H. ab. Contigummi ver­loren 1 v. H. Bemberg kamen verspätet bei einem Umsatz von nur 3 Mille 1,75 o. H. niedriger zur Notiz. Ganz selten konnten sich auch im Verlaufe geringfügige Steigerungen durchsetzen. Gegen 13 Uhr zogen Rheinische Braunkohlen um 1,25 v. H., Akkumulatoren, die 2,50 v. H. niedriger eingesetzt hatten, um 2 v. H. und Hamburg Süd um 2,50 o. H. an.

Renten lagen ebenfalls ruhig und knapp behauptet. Deutsche Anleihen bröckelten bis zu 0,25 v. H. ab. Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahnvorzugsaktien blieben gehalten. Va­riable Jndustrieobligationen tendierten nicht ganz einheitlich. Pfandbriefe ufw. waren teilweise bis zu 1 v. H. gebessert. Von Ausländern waren Bos­nier erneut etwa 0,50 o. H. fester, während im übrigen meist Abbröckelungen bis zu 0,25 v. H. ein­

traten. Fünfprozentige Rumänen verloren 0,50 v. H.

Frankfurt still.

Frankfurt a. M., 14. Dex. (WTB. Drahtmel­dung.) Die heutige Börseneröffnung war gekenn­zeichnet durch em sehr ftilles Aussehen. Die Kulisse bekundete mangels Anregungen voll­kommene Zurückhaltung, und auch das Publikum war nur ganz vereinzelt mit Orders an den Markt gekommen. Die französische Regierungskrise blieb auf die Tendenz ohne Einfluß, ebensowenig wie die weiter feste Veranlagung der deutschen Bonds an den verschiedenen Au Standplätzen.

Die Kursgestaltung zu Beginn des amtlichen 23er- kehrs war wiederum uneinheitlich, wobei jedoch kleine Abschwächungen von / bis 1 Prozent über» wogen. Am Montanmarkt eröffneten Mannesmann. Rheinstahl und Buderus von / bis / Prozent höher. Stahloerein blieben mit 32/ Prozent un­verändert, während Gelsenkirchen % Prozent ver­loren. Von Chemiewerten setzten Scheideanstalt in Reaktion auf die gestrig« Aufnxirt&beweaung / Pro­zent schwächer ein. Auch IG. und Rütgerswerke bröckelten dis zu % Prozent ab. Am Elektromarkt lagen Rheinische Elektro-Mannheim schwach und VA Prozent niedriger, AEG., Bekula und Schuckert gaben je / Prozent nach, Siemens waren mit 123% Prozent unverändert und Gesfürel zogen % Prozent an. Am Kunstseide-Aktienmarkt büßten Aku 1 und Bemberg / Prozent ein. Don sonst.gen anfangs noch zur Notiz gekommenen Werten ge­wannen Aschaffenburger Zellstoff % und AG. für Verkehr Vs Prozent. Nach den ersten Notierungen waren Rütgerswerke etwas beachtet und etwa 3A Prozent höher, wobei Deutsche Erdöl um % Prozent nachliehen.

Am Renten markt eröffneten späte Reichs­schuldbuchforderungen. Stahlverein und Mittelstahl, bonds unverändert. Reichsaltbesitz gaben / Prozent nach. Von fremden Werten zogen Eisenbahn-Bos­nier um 0,13 auf 14,40 Prozent an. Bei sehr klei­nen Umsätzen lag der Pfandbriefmarkt etwa 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger, nur Kommunalobligatio­nen blieben meist unverändert.

Eine Haushälterin wegen Mordverdachts verhaftet.

WSR. Mainz. 13. Dez. In Wahrendorf bei Eutin in Holstein wurde in einem Wasfer- tümpel d:e Leich« des 21jährigen Siedlungs- besihers Fritz Möller aufgefunden. Die Leich«', die in einen Sack eingepackt war, wies fürchter» liche Verletzungen auf. Möller hatte mit der in den zwanzger 2obren stehenden Johanna De­gen aus Mainz seit einiger Zeit die Siedlung bewirtschaftet. Eines Tages erschien ein Freund der Degen, der 21jährig« Gasthofbesitzerssohn Hans Rommel au« Augsburg in der Siedlung und hielt sich dort mehrere Tage auf. Die De­gen und der Rommel verschwanden eines Tages aus Wahrendorf mit dem Ziel Augsburg, wo sie aber nicht eintrafen. Veide hatten sich' nach Hamburg begeben und trennten sich dort, indem Rommel nach Augsburg und di« Degen nach Mainz zu ihren Eltern fuhren. Als der er­mordet« Möll«r aufgefunden wurde, entstand der Verdacht, daß er von Rommel unter Beihilfe der Degen ermordet worden sei. Auf Veranlas­sung der Staatsanwaltschaft in Kiel wurden daraufhin Rommel in Augsburg und die D e - g e n in der elterliche nWohnung in Mainz ver­haftet. Bei ihrer Vernehmung vor dem hie­sigen Amtsgericht bestritt die Degen entschieden,

von dem Mord an dem Möller etwas zu wissen oder beteiligt gewesen zu fein. Sie wurde nach Kiel ins Untersuchungsgefängnis übergeführt.

Wettervoraussage.

Obwohl sehr warme Luft bis zum Rhein vor- gebrungen ist und dort Anstieg Der Morgentem­peraturen bis zu 8 Grad bewirkte, hat bei uns der Hochdruck weiter standgehalten. Die Stö- rungstätigkeit über Island entfaltet sich weiter östlich, anderseits hat sich das Hoch über Polen und den Donauländern erhalten, wodurch das Tief mehr norvö.uicye Zugr.^ung bekommt. Ab­gesehen von Dunst- und Wolkenbildungen und auch im nördlichen Teil des Reiches etwas Nie­derschlag hervorgerufen durch die Warmluft, bleibt bei uns das Hochdruckwetter bestehen. Nachts tritt also weiterhin Frost auf, wenn auch nicht mehr in so starkem Maße wie seither.

Aussichten für Donnerstag: Teils bewölkt, teils aufklarend, nachts noch Frost, meist trocken.

Lufttemperaturen. Am 13. Dezember mittags minus 1,9 Grad Celsius: abends minus 2,3 Grad. Am 14. Dezember morgens minus 8,1 Grad Celsius. Maximum 0,6 Grad. Nächt­liches Minimum minus 4,6 Grad. Sonnenschein- dauer 41/; Stunden.

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HergestelU in den Persilwerken.

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Beim Geschirraufwaschen genügt ein Teelöffel® für eine normale Aufwaschschüssel. So ergiebig ist es?

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Nirgends Sihmuti, nirgends Heike ©-Glanz injeder Ecke/

® ist der Wächter der Reinlichkeit - in der Spei­sekammer, im Badezimmer, in der Toilette, im ganzen Heiml Jeder mit (w) gesäu­berte Gegenstand - und das sind hunderte Hausgeräte aus Holz, Glas, Porzellan, Stein, Marmor oder Metall atmet hygienische Frische. Gerade weil ein gesundes Heim viel Reinigungsar­beit erfordert, brauchen Sie eine flinke, billige Kraft, ein Mädchen für alles: @1

zum Aufwaschen, Spülen, Reinigen, für Geschirr und alles Hausgerät