Ausgabe 
14.12.1932 Erstes Blatt
 
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aus?" Guttempler-Orden, 20 Ahr. Hörsaak des Botanischen Instituts, Lichtbilder-Vortrag überDeutsche Gärten". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Eine von uns."

Aus Ser Provinzialhaupistadi

365 3ättage -dat üt eüc /

TELE

DIE DEUTSCHE

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Verbilligte Kleingutsendungen der Post

Berlin 13. Dez. (WTB.) Im Verwaltungsrat der Reichspost konnte der Reichspostminister fift* stellen, daß vom September ab in den meisten Dienstzweigen eine über Die Saisonein- flüffe hinausreichende konjunktu­relle Verkehrsbelebung bemerkbar sei. Der Reichspostminister kündigte ferner an, daß die Post für den Massen-Paketverkehr zwischen großen Orten eine gegenüber dem Postpaket etwas verbilligte Kleingutsen­dung bis -um chöchslgew.cht von 7 Kilogramm einführen wolle, die die BezeichnungP o st gut" er­halten soll. Der verbilligte Tarif wird sich etwa auf gleicher Höhe wie die allgemein im Sammel verkehr bestehenden Vergütungssätze halten. Der Tarif ist als Frei-Haus-Taris gedacht: Zustellgebühren wer­den nicht erhoben. Die neue Versendungsart JoU zu­nächst versuchsweise eingefllhrt werden, sobald die Vorbe«itungsarbeiten beendigt sind.

" Der Straßenbahnbau in Wieseck wird seit einer Reihe von Tagen unter Einsatz zahlreicher Arbeitskräfte durchgeführt. 3n der vorigen Woche wurde zum Teil bis in die späten Abendstunden und auch die Rächt durchgearbeitet, ebenso wurde am letzten Sonntag eifrig an dem Dau geschafft. Durch den Frost in den letzten Tagen trat naturgemäß eine gewisse Hemmung der Arbeiten ein, jedoch rechnet man bei der Leitung der Straßenbahn damit, daß der Stra- ßenbahnvertehr in Wieseck zu den Weihnachts- feiertegen cm Betrieb fern wird.

D ie Platzkonzerte der Gießener Militärkapelle unter Leitung von Ober» Musikmeister Krautze, die gestern gegen Abend au< dem Linöenplatz und in der Iohannesstratze/ Cdc Plockstrahe stattfanden, waren erfreulicher» we.se stark besucht. Die ausgezeichneten Darbie­tungen der Kapelle bereiteten einen schönen Ge­nuß der allenthalben dankbare Anerkennurg fand. Am Schlüsse der Konzerte ließ der Dor­stand des Verkehrs» und Derschönerungsvereins, aus dessen E.nladung die Kapelle in anerken­nenswerter une gennühiger Weise musizierte, öutr <:!1 Vorstandsmitglied Herrn Obermusik- meister Krautze und den Mitgliedern seiner Kapelle wohlverdienten Dank aussprechen. Wäh­rend der Konzertdarbietungen wurde im Auf­trage der G'.etzener W.nternothUfe von den Iun- gen k^s Horstes Giehen des Deutschen Pfad- srnde bundes unter der Men schenmenge eine Geld­sammlung zum Besten des Winterhilfswerls durchgLführt, d:e den sehr erfreulichen Ertrag von 132,64 Mark erbrachte. Daß gern und opfer- freud'.g gespendet wurde, geht daraus hervor, datz sich in den Sammelbüchsen auch viel Silber­geld vorfand, darunter 3-Marl-Stücke und 1- Mark-Stücke: die freudige Genugtuung über dieses Sammelerigebnis kann auch dadurch nicht beeinträchtigt werden, datz sich in den Sammel­büchsen als Kuriosum 45 Pf. in alten, schon längst ungültigen Geldstücken vorfanden. Den eifrigen und ebenfalls völlig uneigennützig tätigen Samm­lern des Horstes Gießen des Deutschen Pfad­sinderbundes gebührt in gleicher Weise dankbare Anerkennung, wie der Militärkapelle und ihrem Letter, die durch ihre Konzerte erst die Voraus­setzung zu dem wohlgelungenen Sammelwerk schufen.

** Der Betrieb auf der Eisbahn. Gestern konnte die Eisbahn eröffnet werden. Die Jugend wartete schon lange darauf. So entwickelte sich denn gestern besonders in den Rachmittags­stunden auf der blanken Fläche ein lebhafter Betrieb. Das Eis befand sich in ausgezeichneter Verfassung. Die Sportler hatten sich ebenfalls eingefunden und waren eifrig mit dem Eiskegeln beschäftigt. Am Abend erglänzte das Eis im _ Licht der Lampen, und die Fläche war nun vor ollem für die Erwachsenen das Feld sportlicher Betätigung.

** Förderung des freiwilligen Ar- beitsdienstes durch staatliche Ge­bührenermäßigung. Mit der Ausführung der Arbeiten im freiwilligen Arbeitsdienst ist vielfach eine Veränderung der Grundstücksgrenzen verbunden, die auf Grund von Fortfchreibungs- vermessungen im Liegenschaftskataster und im Grundbuch gewahrt werden müssen. Auch Grenz» ermittlunaen werden in fast allen Fällen not­wendig. 3m Interesse der Förderung des frei­willigen Arbeitsdienstes sind durch eine Bekannt- machung des Finanzministers vom 25.Rovember d. I. die Vermessungsgebühren für solche Ar­beiten um rund 40 v. H. ermäßigt worden.

** Vorsicht mit Weihnachtsbaumen. Es empfiehlt sich, bei der Aufstellung von Weih- nawtsbaumen Vorsicht walten zu lassen, da sonst leicht Brände entstehen können. Fo.gende Richt- lien mögen bei der Behandlung der Weihnachts- baume beachtet werden: 1. Der Weihnachtsbaum so" einen schweren, festen Fuß haben, in dem der Stamm des Baumes ordnungsgemäß und sichr befestigt sein muß, damit ein Umfallen verhütet wird. 2. Man vermeide Unterlagen aus Teppichen, Tüchern und Papier. 3. Man stelle den Weihnachts- baum frei im Zimmer auf, von Gardinen und Turvorhängen soweit entfernt, daß Zugluft sie den Kerzen nicht nahebringen kann. 4. Die Kerzen müs­sen haltbar befestigt sein. 5. Man vermeide möglichst leben Papier- und Zelluloidschmuck. Auf keinen Fall darf solcher Schmuck in der Nähe einer Kerze, oder gar darüber angebracht werden. 6. Auf die Verwendung der sogenannten Wunderkerzen, die durchaus nicht so ungefährlich sind, wie gesagt wird, verzichte man lieber ganz. 7. Die Kerzen des Bau­mes zünde man in der Reihenfolge von oben nach unten an, da man umgekehrt seine Kleider und sich selbst in Feuersgefahr bringt. 8. Die Kerzen eines trockenen und daher besonders feuergefährlichen Tannenbaumes zünde man nicht mehr an.

** Einfuhrerleichterung für Lebens- m i ttel aufgehoben. LautReichsanzeiger" wird die noch aus den ersten Nachkriegsjahren stammende und nicht mehr zeitgemäße Best mmung, wonach an sich einfuhroerbotene Lebensrnittel mit gewissen Ausnahmen und Beschränkungen zum Verbrauch im eigenen Haushalt bis zum Rohgewicht von 5 Kilogramm in Postpaketen ohne Einfuhrbe­willigung eingeführt werden konnten, mit Wirkung vom 22. Dezember ab aufgehoben. Dagegen bleibt die in der gleichen Verordnung enthaltene einfuhr- erleichtern ng für Liebesgaben unverändert bestehen.

dem nur auf einen in bestimmter Frist einzulosen­de n Gutschein. In manchem andern Geschäft ist die Sache aber anders. Wohl kann ich als vorweih­nachtlicher, vorsichtiger Käufer vereinbaren, daß ich umtauschen darf, wenn das Geschenk aus irgend­einem Gmnde nicht behagen sollte. Wo aber das N'cht ausdrücklich feftgclegt wurde, ist der Geschäfts­mann zum Umtausch nur dann verpflichtet, wenn sich offensichtliche Mängel seiner Ware nachweisen lassen. In diesem Falle hat er vollen Ersatz zu leisten. In jedem anderen Falle kann erunkulant" sein und sich auf seinen erfüllten Vertrag berufen. Wer also Gmnd zur Vorsicht hat, lasse'sich beim Kauf sein Umtauschrecht ausdrücklich bescheinigen.

Wir sagten schon davon: der Sohn des Hauses hatte ein Geldgeschenk bekommen. Einennennens­werten" Betrag, also eine Summe, die über die gewohnten Verhältnisse und über den Wert der üblichen Geschenke hinausgeht. Zur berechtigten Freude bringt der Weihnachtsmann mit den Ge­setzbüchern eine wenig erfreuliche Ueberraschung. Diese Summe stellt eine Schenkung bar; von einem Patenonkel, also einem weitläufigen Verwandten. Das bedeutet, daß auch der Steuerfiskus seinen Teil haben will. Bei der nächsten Steuererklärung muß der Empfänger dem Finanzamt die Summe be­kanntgeben, und dann wird die Steuer festgesetzt. Zahlt sie der Besechnkte nicht, so kann der freund­liche Geber dafür haftbar gemacht werden. Er hat ja in feiner Steuererklärung ebenfalls angeben müs- jen, wann und wem er eine Schenkung gemocht bat und welchen Wert diese hatte.

Es muß auch darauf aufmerksam gemacht werden, daß Gratifikationen, insbesondere auch Weihnachts­gratifikationen oder unter sonstiger Benennung gewahrte Bezüge, Geldwerte, Vorteile und Ent- Jchadigungen an Arbeitnehmer zu den Einkünften aus nicht selbständiger Art, also zum Arbeitslohn gehör en. Damit sind Gratifikationen steuerabzugs- pfachtig. Dabei ist es gleichgültig, ob der Arbeit­nehmer einen klagbaren Anspruch auf diese Grati­fikationen hat, oder nicht. Wesentlich ist allein die Voraussetzung, daß die Gratifikation ihren Grund 'n dem Dienstverhältnis hat. Diese Bestimmungen gelten grundsätzlich auch für Sachgeschenke. Diese Frage ist insbesondere bei Hausangestellten von Bedeutung. E.W.

VornoNzen.

Tageskalender für Mittwock »0 bis 22 115rStr Sie *. _ Turmhaus am Brand»

IS 18.1 ? Mr, Ausstellung. Volksbund ^Ä^K^sgr^rfürforge, 2o Uhr, Großer

J Lichtb lder.Dortrag über

|e&t an bcr ehemaligen Westfront

schlossen werden, so daß der Hauptausschuß seine Arbeiten mit der Erörterung dieser Berichte wird beginnen können. Im Anschluß daran soll der französischen Delegation Gelegenheit gegeben werden, den französischen Konstruk­tivplan zu demonstrieren. Die Erörterung bie* ses Planes wird die Eröffnung der De - batte über die politischen Kernprobleme der Ab- rrüstungskonferenz bedeuten.

unterbrochen. Beamte des Hauses umringten den unheimlichen Besucher, sie befahlen ihm, den Re­volver wegzuwerfen, was ohne Widerspruch ge­schah. Die Waffe war geladen. Der Unbekannte wurde abgeführt und in Haft genommen.

Der Mörder von Romeyken gefaßt.

Die furchtbare Mordtat in dem Dörfchen R 0 - meyken an der litauischen Grenze, der drei Per­sonen, Vater. Mutter und Tochter zum Opfer ge­fallen sind, bat überraschend schnell ihre Aufklärung gefunden. Als Täter wurde der Melker Karolis Wistartas ermittelt, der feit einigen Jahren in der Umgebung von Romeyken Dienst tat und feit b6m 1. Dezember arbeitslos war. Der Melker war, wie festgestellt wurde in der Nacht vor der Mord­tat mit einem litauischen Ehepaar in Romeyken zu- sammcn. Das Ehepaar ist v e r h a f t e k worden und hat gestanden, von dem geplanten Raub­mord gewußt zu haben. Der Mörder selbst fuhr nach der Mordtat mit dem Schlitten eines Milch­fahrers nach Eydtkuhnen und gelangte auf Grund einer Grenzkarte in das litauische Kibarty. Von hier aus ist er nach lauroggen gefahren, wo ihn die Polizei verhaftet hat. Wistartas ist in Südrußland geboren und hat bei der russischen Armee gedient. Die Auslieferungsverhandlungen sind eingeleitet worden.

46 000 Kanarienvögel reisen nach Amerika.

Cs ist erstaunlich, wie alljährlich sich in der Vorweihnachtszeit der Export von Kana­rienvögel nach den Vereinigten Staaten hebt. Die kleinen gelben Sänger sind offenvar drüben ein sehr begehrtes Weihnachtsgeschenk. Mit dem Hapagdampfer ..Hamburg" traten in diesen Tagen etwa 23 000, mit dem HapagdampserDeutsch­land" weitere 23 003 Kanarienvögel ihre Aus­reise nach Reuyork an. Jeder dieser Transporte wurde von sieben Wärtern betreut, die von mor­gens bis abends beschäftigt waren, die Käfige reinigen, ihre Pfleglinge mit Futter und frischem Wasser zu versorgen und sie vor Zugluft zu schützen. Dank dieser Eorg'alt ist zu hoffen, daß die Sänger, wenn sie nach dem Massenchorgesang der äleberfchrt zum Einzelgesang vor ihren be­glückten Empfängern übergehen, so gut bei Stimme sind, wie es einemHarzer Roller" zukommt.

Acht Personen in einer Rächt in Lhikago erschossen.

Sn einer der letzten Rächte wurden in Ehikago insgesamt acht Personen erschossen. Man glaubt, daß dieses Vorgehen der Ban. d i t e n als Rache für den von Bürgermeister ? c r T a£. Polizei gegebenen Befehl arrzuse» hen ist. die Stadt von unerwünschten Elementen zu säubern.

funben hat, noch aus den Kriegszeiten dort liegen geblieben ist ober aus irgendeinem Anlaß dort ver­steckt ober zu Sabotagezwecken in bie Zen­trifuge gelegt worben ist. Die Möglichkeit ber Sa­botage besteht, obwohl bie Untersuchung nach einer berartigen bestimmten Richtung noch nicht geführt worben ist.

Bürgetmeiffer Schäfer zum Oberbürgermeister der Stadt Essen gewählt.

Die Essener Siadtverorbne.en wäh.ten mit den Stimmen der Vereinigten Rechten, des Zentrums und der Svziali.emo.rtte.r den b sher'gm Durger- mcister Scyäfer zum Oberbürgermeister der Stadt Essen. Tie Kommunisten hatten ihre Stimmen für den Reichstagsabgeordneten Sorg» l e r abgegeben, während die Rationalsozialisten und die W^rtschattspartei sich der Stimme ent­hielten. Ter bisherige Beigeordnete Stadtkäm- merer Tr. Hahn wurde mit ber Bezeichnung Bürgermeister" aus weitere zwölf Jahre wieder- gewählt.

Interessante Schallmessungen in Potsdam.

In Potsdam findet dieser Tage im Rahmen des Programms des Internationalen Polar­jahres 1932 eine große Sprengung statt, deren Schall 11. a. auch im Potsdamer Observa­torium gemessen wirb. Es hanbelt sich babei um bie Beziehungen ber Scha.lmessung und ber SchaUausbreitung in der Stratosphäre. Gleichzei­tig sollen Studien über den Verbleib des Schalles in ber sogenannten Zone bes Schweigens gemacht werben. Zu diesem Zwecke werden am 15. De­zember auf der nordrufsischen Insel Nowaja- Semlja 10 00 Kilogramm Sprengstoff zur Explosion gebracht, lieber 20 Schall meß apparate, die in Potsdam her gestellt worden sind, sind über ganz Europa verteilt, um den Schail zu messen. In Potsdam selbst wird der sogenannte Unbograph, der von Professor Dr. Kühl kon­struiert worden ist, zur Messung verwandt. Dieser Undograph ermöglicht auf photographischem Wege die Aufzeichnung des aus großer Entfernung kom- wenden Schalles.

Mil der Pistole gegen dos Parlament.

In der letzten Sitzung des Repräsentantenhauses in Washington kam es zu einem aufregenden Vorfall. Mitten in ber Verhandlung erhob sich auf der Publikumstridüne ein Unbekannter, der einen Revolver zog und ihn gegen die Abge­ordneten richtete, wobei er schrie, er verlange für einige Minuten das Wort. Der Vorfall hatte auf der Tribüne eine Panik zufolge: die Besucher flüchteten zum Ausgang und auch mehrere Abge- ordnete eilten aus dem Saal. Die Debatte wurde I

Aus aller Welt

Oas Eisenbahnunglück bei Luzern.

Die Zahl ber Toten bes Eisenbahnunglücks bei Luzern hat sich erhöht. In den Abendstun­den sind drei Schwerverletzte gestorben, so baß die Zahl ber Toten jetzt neun beträgt. Außerdem werben noch vier Personen vermißt, von denen man annehmen muß, daß sie tot unter den Trüm­mern liegen. Hierdurch würde sich die Zahl der Toten auf 13 erhöhen. In dem von Luzern nach Bellinzona gehenden Zug befand sich auch ein Vieh­transport. In die Hilfeschreie der Verwundeten mischte sich bas Angstgebrüll der Tiere. Soweit diese lebend davonkamen, sonnten sie nur mit großer Mühe aus dem Tunnel einzeln herausge- führt werden. Bei der Eisenbahnkatastrophe wurde der Kaufmann Simon T u e r k aus Berlin g e = tötet, der Berliner Willi Bock verletzt. Die übrigen Opfer des Unglücks stammen aus der Schweiz.

Schneefälle in den Dolomiten. Regen in Oberitalien.

3n den Dolomiten find heftige Schnee­fälle zu verzeichnen. Die Schneedecke ist stellen­weise bereits einen Meter hoch. Die Temvera» turen sind stark gesunken. 3n einigen Hoch» aebirgsgegenden zählt man 914 Grad unter Rull 3n Oberitalien regnet es seit 70 Stunden ununterbrochen.

Dammbruch an der Ruhr.

2lu- bisher unaufgeklärter Ursache entstand am Damm des Elektrizitätswerks Fröndenberg an der Ruhr (Westfalen) ein Bruch von etwa 15 2Re ter B rei te. Gewaltige Wassermassen cr- goffcn sich in die Ruhrweiden und überfluteten die Kreuzstraße. 3n der Dähe des Kraftwerkes ent­stand ein Trichter von etwa 25 Meter Durch­messer. Die in der Rähe befindlichen Garten, anlagen wurden fortgeschwemmt. Mehrere Sndustriewerke mußten den Betrieb ein (teilen, da infolge Zerstörung des Haupttabels kein Strom zur Verfügung stand. Die Ausbesserungsarbeiten dürften längere Zeit in Anspruch nehmen. Doch hofft man die Arbeit in den Betrieben schon in den nächsten Tagen wieder aufnehmen zu können.

Direktor der Gesellschaft hält es für möglich, daß der Dammbruch seine Ursache in den Erd­stößen hat, die vor kurzem in Westdeutschland zu verzeichnen waren.

Zwei Todesopfer eines Betriebsunglücks.

In ber Kattowitzer Königshütte verun- gluckten beim Reinigen von Gaskanälen an den Hochöfen drei Arbeiter durch Einatmen gif­tiger Gase. Während bei zwei von ihnen Wie- derbelebungsoersuche erfolglos blieben, konnte ber britte Verunglückte ins Bewußtsein zurückgerufen werden.

Felssturz bei einem spanischen Dorf. r-?®1, spanischen Dorfe Alcala bei Zucar loste sich ein gewaltiger F e l s b l 0 ck, der rn das Dors hineinrollte und drei Häuser r ü m m e r t e. Unter den Trümmern der Gebäude hegen elf Personen begraben. Zwei von ihnen konnten bisher als Leichen qeboraen werden.

Die Untersuchung bes Premnitzer Explosiousunglücks.

9Son den Sachverständigen, die sich immer noch an ber Unglncksstelle in der Kunstseibensabrik in Premnitz aufhalten, ist nunmehr der überwiegende Teil zu der Ansicht gelangt, baß es sich um eine Sprengstoffexplosion gebandelt hat, die hauptsächlich bie zerstörenden Wirkungen verursacht hak. Man rechnet nur noch in geringem Maße mit ber Möglichkeit, bah auch eine Raumgasexplosion stattgefunden bat. Dabei ist noch zu prüfen, ob bie Sprengstoffexplosion ober bie unter Umständen ° e rbe m erfolgte Raumgasexplosion den ersten Anlaß zu den verheerenden Wirkungen gab. Zur Frage ber Sprenystoffexplosion wird von der Sach, oerstandigenkommiffion geprüft, ob der Spreng- ftoff, der sich zweifellos in der alten Zentrifuge de-

Gesetzbücher unter dem Weihnachtsbaum.

Weihnachten was bat bas mit dem Rechtsleben zu tun? Eine ganze Menge! Neben dem Bürger­lichen Gesetzbuch steht sogar gleich das Strafgefetz- buch bereit. Und dazu Polizeioerordnungen. Wir müssen zum Beispiel den Feiertag heiligen. Wer eine Weihnachtsfeier in größerem Kreise, in einem ösfentt.chen Saal abhallen will, mit einem Verein oder einer Organisation zusammen, der muß recht­zeitig der Polini sein Begehren an melden. Sie wird nichts dagegen haben, wenn strikte daraus geachtet wird, datz es bei dergeschlossenen Gesellschaft" bleibt. Tanzsäle und ähnliche Vergnügungsstätten erleiden eine Einschränkung ihrer geräuschvollen Benutzung am ersten Weihnachtsfeiertag: es darf nicht öffentlich getanzt werden.

Nun aber hinein in die Stube. Da steht ber Weihnachtsbaum, natürlich in ber Ecke, am liebsten dicht bei der Fenstergardine. So eme Kerze ist in Verbindung mit einem trockenen Zweig manchmal heimtückisch; die Flamme schlägt hoch, und es ent- steht ein Brand.Ist nicht so schlimm!" sagt ber Hausherr, der sich während ber Feiertage nicht ärgern will;wir sind ja versichert." Aber bie Ver­sicherung zahlt auch auf Klage hin nichts, wenn sie nachweiien kann, daß wir fahrlässig gehandelt haben. Seien wir also lieber etwas vorsichtig!

Jo, und nun die Geschenke. Trotz ber schlechten Zeiten ist doch immer noch etwas vom Weihnachts­mann unter den Baum gelegt worden: nützliche und praktische Gegenstände, da und dort wohl auch noch ein bißchen Luxus. Einer aber, ber Sohn des Hauses, hat von seinem Patenonkel ein nennens­wertes Geldgeschenk bekommen, auf daß er sich in seinem Beruf, in seinen Neigungen weiter aus« b'lden könne. Groß ist die Freude am Heiligen Abend. Am nächsten Tag prüfen manche schon ihre Geschenke auf bie besondere Geeignetheit. Und da erlebt man allerhand Ueberaschungen, die man in ber ersten Festesüberraschung nicht geahnt hat. Die­sel- Gegenstand ist viel zu groß und jener entspricht nicht dem persönlichen Geschmack. Die kluge Haus­frau weiß Rat: Wir tauschen um!

Wie ist das mit dem Recht des Umtausches? In manchen Geschäften findet man es angeschlagen: Umtausch gestattet. Da ist die Rechtslage einfach, man kann nach Herzenslust Umtauschen, und die Damenwelt macht davon auch genußsüchtig Ge­brauch. Kein Rechtsanspruch besteht allerdings auf Rückzahlung bes Geldes: ber Verkäufer ist be' redjtiat, für eine zuruckgegebene Ware einen ande- r°n Gegenstand zu verkaufen. Kostet er mehr, muffen wir notgebnfiigen ,zuzahlen: kostet er roe- mger, haben wir keinen Anspruch auf Bargeld, son- 1

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