I
kreise
Aus der Provinzialhauptstadt
Millio- in dem
5en, die, frühzeitig und richtig behandelt, sich meist ganz beseitigen lassen. Bei sachgemäßer Be-
der Betrag, der von 1930 ab auf 1,2 nen Mark erhöht werden sollte, wurde neuen Straßengeseh vorgesehen.
Behörden die offizielle Mitteilung gelangen lieh, daß sich kein deutscher Kriegsgefangener mehr auf französischem Gebiet befindet, muhte man dem Glauben schenken, denn für Frankreich bestand doch offenbar kein Anlaß, Gefangene zu verheimlichen, auch dann nicht, wenn es sich um Leute gehandelt hätte, die straffällig geworden und zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Um so größer war das Aufsehen, als Daubmann, oder wie er richtig heiht, Christian Hummel, in End in gen auf tauchte und behauptete, als der letzte deutsche Kriegsgefangene aus einem französischen Kolonialgefängnis entflohen zu sein. Um so stärker waren aber auch die Zweifel, und Frankreich hatte selbst das größte Interesse an der vollständigen Aufklärung dieses Falles, denn es konnte Frankreich nicht gleichgültig bleiben, daß es durch Daubmann in den Verdacht geriet, die militärischen Angelegenheiten des Weltkriegs nicht so liquidiert zu haben, wie es dem Ansehen einer Kulturnation entspricht. Die Aeichsbehörden teilten die Zweifel der französischen Regierung, ebenso wie die badischen Behörden, und liehen nicht nach, Daubmann alias Hummel weiter zu beobachten.
Seht das Geschick, das Daubmann bei Inszenierung des Betruges entfaltet hat, in Erstaunen. denn wieviel Orts- und Personenkenntniise muhte er sammeln, um seine Rolle spielen zu können, so verdient die Energie, mit der er bestrebt war, die behördlichen Zweifel zu zerstreuen, nicht geringere Bewunderung. Als er heimkam, z w e i f e l t e a l s e r st e D a u b m a n n s Mu t- t e r. Die mütterlichen Zweifel wußte er durch den Hinweis aus eine bestimmte Rarbe zu zerstreuen. Ein Kriegskamerad, der gesehen hatte, wie der wirkliche Daubmann im Felde von einer Kugel getroffen zusammenbrach und der Mutter den Tod Daubmanns gemeldet hatte, erklärte Daubmann zuerst für einen S ch w ' n d l e r. Spater war der Kriegskamerad von dem fcnschen Daubmann so beeinflußt, daß er zugab. sich, geirrt zu haben, als er feinen Kameraden Daubmann neben sich fallen sah. Solche Irrtümer sind möglich und im Kriege auch häufig vorge^ kommen. Im Durcheinander des Kampsgetummels wurde schnell ein Frontkämpfer in der Schreibstube als gefallen gemeldet. Aber Daubmann, der falsche, wußte auch den Regimentskommandeur davon zu überzeugen, daß er der richtige Daubmann sei. Der Regimentskommandeur fuhr mit dem Betrüger nach Berlin, um bei den Reichsbehörden vorstellig zu werden, es wurde ein Presse-Empfang arrangiert, bei dem Daubmann noch einmal alle Umstände zusammenfahtc, die dafür sprachen, daß seine Schilderung aus Wahrheit beruht. Der Regimentskommandeur sprach seine feste Ueberzeugung aus, daß der. der sich für Daubmann ausgibt, auch der Soldat Daubmann ist. Die behördlichen ©teilen liehen sich ebenfalls überzeugen und verlangten von der französischen Regierung eine neue, eingehende Untersuchung. Ietzt hat durch das Geständnis Hummels das Rätsel Daubmann seine natürliche Lösung gefunden. Ein Betrüger mehr und eine bedauernswerte Mutter, dis . nach der kurzen Freude über das Wiederfinden I des Totgeglaubten in neuen Dram gestoßen wird,
WER. Darmstadt, 13. Ott. In einer ausgedehnten Sitzung befaßte sich der P r o v l n - zialtag der Provinz Starkenburg mit dem Voranschlag für 193 2, bet mit 3 081 Millionen Mk. in Einnahmen und Ausgaben abschließt (im Vorjahre 5,092 Millionen Mark) Die Ausgaben für die Bezirks stra hen sind von 1,835 aus 0,680 Millionen Mart, diejenigen für die Durchgangs st raßen von 1,177 auf 0,840 Millionen Mark herabgesetzt.
Der Staatsbeitrag für die allgemeine Unterhaltung der B- und D-Strafoen in höhe von 330 000 Mark ist in Wegfall gekommen. Heuhaufen von Provinzstraßen sind nicht vorgesehen.
WSR. Frankfurt a. M-, 13. Oft. Bei der Kriminalpolizei hat sich jetzt eine Zeugin gemeldet, die zur Zeit der Ermordung des Brotkutschers Wagner an der Uferstraße weilte und gesehen hat, wie ein Mann auf den Wagen des Kutschers gesprungen ist- Sie hat auch einen zweiten Mann gesehen, der sich hinter einem Baum versteckt hielt. Die Frau konnte sich
Ä uL'den Z |
Die Provinz als Rechtsnachfolger der hat einen Rechtsanspruch gegen den Staat auf Weiterzahlung des Staatszuschusses. Die Streichung des Staatszuschusses ist von um so einschneidender Wirkung, als das vom Reich überwiesene Auskommen an kraftfahrzeugsteuer im vergangenen und im taufenden Jahre den hessischen Provinzen nur teilweise ausgezahlt worden ist. Diese Maßnahme auf dem Gebiete des Strahenwesens, dessen Bedeutung derjenigen der anderen großen Verkehrsmittel gleich;»-
Die Sprachstörungen im Kindesaller
Was müssen die Eltern über Stammeln und Stottern wissen?
Don privaidozent Or. A Herrmann, llniverWts-Ohrenklinik Gießen.
ausgegeben. ■-
23.1 Ottober! zur Rückfahrt am 22/ Oftp- ber 23. Oktober und am 24. Oktober 12 Uhr (spatster Äntrittszeitpunkt der Rückfahrt), zur Hin- fahrt am 24. Oktober von 0 Uhr, zur R u ck fahrt am 24 und 25. Oktober bis 12 Uhr. zur Hinfort am 25. Oktober von 0 Uhr, zur Ruck fahrt
Ein Schwindel kann noch so alt fein, ine Menschen fallen ihm immer zum Opfer: immer wieder gelingt es einem, einem uralten Trick, der schon Stoff zu zahllosen Komödien und Tragödien geliefert hat. vor Shakespeare und nach Shakespeare, einen aktuellen Droh zu geben. Man fiel auf Daubmann herein, weil man es einfach nicht für möglich hielt, daß es heute, wo der Rachrichten- und Erkennungsdienst mit allen Fi' nessen arbeitet, noch jemandem gelingen wurde, sich als eine Person auszugeben, die er nicht ist. Denn der Schwindel hat mit der 3 a r c n t och ° ter Anastasia, der vor mehreren fahren ungeheures Aufsehen erregte (nebenbei gab es vielleicht ein Dutzend Frauen, die nacheinander auftauchten und behaupteten, die Zarentochter, die einzige Ueberlebende der Dlutnacht von oe» faterinenburg zu fein; nur eine davon wußte daraus eine. Weltsensation zu machen), die.er Schwindel war nur dadurch möglich, daß zu der Zeit der Ermordung des Zaren in Rußland alles drunter und drüber ging und einwandfreie Feststellungen nicht getroffen werden konnten. Hier lagen die Verhältnisse so, wie s^e ungefähr 'obgewaltet haben mögen in den Zeiten, als jener Schwindel gang und gäbe war. wo es Ausweise. Personenregister usw. nicht gab. Da konnte leicht einer in das Haus eines alten Mütterchens einteiligen und sagen: „Ich bin der Verschollene, um den du weinst/',
Waren früher derartige Tragödien der Irrungen häufig, so blieben sie doch aus das lokale Milieu beschränkt und. abgesehen von den Schwindlern, die sich für Kaspar Hauser ausgaben, wird wohl keiner bisher der Anlaß zu diplomatischen Aktionen gewesen fein, daubmann war eben ein moderner Schwindler, der sich nicht damit begnügte, von Ehrenjungfrauen in Endingen und den Honorationen der Stadt empfangen zu werden, um dann bei der -Mutter wohnen zu bleiben und ein bescheidenes Dasein in Frieden zu führen, sondern er wollte Geld machen dadurch, daß er Memoiren über seine Erlebnisse als der letzte deutsche Kriegsgefangene an die Presse verkaufte und von Ort zu Ort zog. um gewinnbringende Dortrage über seine angeblichen Abenteuer zu halten. Damit ihm das gelingen konnte, muhte ct eme Rolle spielen, die gewissermaßen in Der Luft lag und nur darauf zu warten schien, daß einer kommt, der sie verkörpert' die Rolle des „Vermißten" aus dem Weltkrieg Von emer ungeheuren Zahl von Kriegsteilnehmern 'st unbekannt geblieben, welches Ende „e gefunden haben. Und bei wievielen von Angehörigen der als „vermißt" Gemeldeten mag sich heute noch immer zwischen die Gewißheit über den Tod der lei^e Zweifel drängen, ob der Verlorene nicht doch noch am Leben ist und eines Tages uner- wartet heirnkehren wird. Hinzu kommt daß vwle ehemalige Kriegsgefangene nach ^ 34» bruch Rußlands die mietet erlangte scheit nicht zur Heimreise benutzten, sondern sich dort an sä'sia machten, wo sie die letzten Iahre der Ge- angenschaft verbracht haben. Das ist eine natur- liche Folge ter langen Dauer DcSÄtiegeä. QBaä in Rußland aber möglich ist, trifft für Frankreich nicht zu. Als Frankreich an die deutschen
gehen auch heute noch auseinander. Sicher ist. daß das Stottern meist im dritten bis fünften Lebensjahr beginnt, also in einem Alter, in welchem dem Kleinkinte nicht immer die nötigen Worte zur Verfügung stehen und es nur mit Mühe die richtigen Bewegungen ter Sprachmuskulatur finden kann. Es besteht ein großes Mißverhältnis zwischen Gedanke und Wort. Solche Kinder wiederholen sich oft und bleiben stecken. Verhalten sich die Eltern in diesem Zeitpunkt unvernünftig, kommt gar ein Verwandter und sagt zu dem Kinde: „Du stotterst ja", so ist von diesem Augenblick an das Kind zum „Stotterer" gestempelt. Das Augenmerk des Kindes wird immer mehr auf den Sprechvorgang selbst gerichtet. Die Eltern fangen nun an, auf die Sprache des Kindes besonders zu achten. Das Kind muh schwierige Worte öfters wiederholen. Es wird, wie wir täglich beobachten können, wegen der schlechten Aussprache gescholten, ja mit Strafe bedroht. Auf diese Weise wird gerate das erreicht, was f a l s ch ist, nämlich: das Kind wird von Tag zu Tag mehr und mehr auf den Sprechvorgang selbst gelenkt: es wird sich des Fehlerhaften seiner Aussprache bewußt!
Kommt ein solches Kind später zur Schule, so wird es von den Schulkameraden häufig lächerlich gemacht und nachgeahmt. Die Kleinen werden dann ängstlich. Sie scheuen sich, überhaupt zu reden, weil sie glauben, sie könnten unangenehm auf fallen und ausgelacht werten. So entsteht die Sprechangst des Stotterers. Das Reden wird ihm dann zu einem qualvollen und peinlichen Ereignis. Er vermeidet nach Möglichkeit jegliche Gesellschaft und zieht sich zurück, ohne zu wissen, daß dieses Verhalten das ungünstigste ist. Besonders unangenehm ist es einem Stotterer, wenn er beispielsweise in der Schule vor einer großen Anzahl von Mitschülern sprechen soll. Dadurch wird in dem Schulkinde allmählich das Gefühl der Minderwertigkeit erzeugt und die Scheu, frei zu reden. Diese Sprechangst findet sich nur selten im vorschulpslichtigen Alter. Sie tritt für gewöhn- 1 lich nach den ersten Schuljahren, etwa um das i
Gießen, den 14. Oktober 1932.
Oer Gattustag im Dolksmund.
Der ©allustag (16. Oktober) hat im Volksmund große Bedeutung. Vielleicht spielt da feine ehemalige heidnisch-rituelle Bedeutung hinein in Anlehnung an den Opfertag des Oktoberpferdes. Da St. Gallen „mittelfchaft" Oktober fällt, also um die Weiterwende von sommerlicher Mittagszeit und minterfroftigen Nächten, galt er der bäuerlichen Bevölkerung als einer der bedeutendsten Herbst-Los^ tage. Darum auch die vielen gereimten und ungereimten Volkssprüche, die sich um „St. Gallen" ranken. Der maßgebliche Träger dieses Namens ist der Gründer der Einsiedelei St. Gallen, die Ursprung des gleichnamigen und bedeutenden Klosters ist. Als Schüler von Eolumbanus kam St. Gallus nach «ud- deutschland, um sich später endgültig in der heutigen Schweiz niederzulassen. „
Nach alten Volksbeobachtungen ist der •ot. Gallentag der Beginn der Frostnächte. Darum auch die Merkoer,se: „Auf Sankt Gall / Bleibt die Kuh im Stall. — Auf Sankt ©alles / Soll teheim sein jüles. — Sankt Gall' / Der erste Schneefall. — ^ankt Gallen / Läßt den Schnee fallen. Das sind des Winter Gezeiten, die nun langsam beginnen denn die Nachtfröste zerstören mehr, als wenige ötunDen hdarme Mittagssonne wieder gutmachen können. Aber nicht nur das Vieh zieht von der Weide in feine winterlichen Gemächer, auch die 'schar unserer kleinen gefiederten Sänger vergißt ihre^ frohen Weisen: '„Mit Hedwig und Sankt Gall / schwelgt der Vögel Sang und schall." Aber sankt ®*^u5 gebietet auch ernstlich im Garten: „Dor sankt Gal- tus muß das Gartenwerk in den Keller / 'das im nächsten Jahre / ehe der Kuckuck schreit / on!Jtcn bringen soll" und Bauernregeln bekunden: Gallus 1 schaff heim alles! — Auf Sankt Gallentag / muß jeder Äpsel in seinen Sack. — Am heuigen Galtes / der Apfel in den Sack muß!" Die einzige Hoffnung, die dieser Herold des Winters uns noch läßt, ist in der Bauernregel verankert: „An Sankt Gallentag / den Nachsommer man erwarten mag.
Aber nicht nur als Terminstag für Garten und Weide spielt er im Volksmund eine Nolle, sondern auch als meteorologischer Zeitpunkt, der Rückschlüsse erlauben lassen soll auf kommende Gezeiten. „Wenn Gallus und Michael sich Regen auswählen / ist auf einen trockenen Frühling und Sommer zu zählen. — Ist Sankt Gallen trocken / folgt ein Sommer mit nassen Socken. — Tritt Sankt Gallus trocken auf / folgt ein nasser Sommer drauf."
Eines ist dieses Jahr erfreulich, nämlich, daß die Trauben bereits Anfang Oktober reif waren, wahrend sie in schlechten Jahren erst Mitte Oktober geherbstet werden. Drum ist auf den diesjährigen Herbst Die Bauernregel nicht anzuwenden: „2ragt St. Gallus die Bütten ein / ist's ein schlecht Zeichen für den Wein — und St. Galliwein / Bauernwein.
Oie Gießener Post baut ab!
Das Postamt Gießen teilt uns folgendes mit: Ab Montag, 17. Oktober, fällt eine Ortäbrief Aufteilung an Werktagen aus' zugestellt wird dann nur noch vormittags zu den Zeiten wie bisher. Rachmittags sind die eingehenden Posten so schwach geworden, daß Die
** G eb üh re n s e n k u n q bei der Feld- bereinigung. Das hessische Oefamtminifterium hat eine Verordnung erlassen, durch die für die Verinessunqsarbeiten im Feldbereinigungs-oersahren ein Gebührentarif festgesetzt wird. Die Gebühren sind so bemessen, daß die Kostenbelastung der Feld- bereiniqungsgesellschaft gegenüber dem seitherigen Verfahren um etwa ein Drittel ermäßigt wird.
** Sonntagsr ücksahrkarten nach Friedberg. Vom Bahnhof Gießen wird uns Sitg/teilt: Sn der Z«it »om 22. bi« 27 0 tobet findet in Friedberg ter diesiahrige Herbstpferte- markt verbunden mit Rennen, einer landwirt- schaftl'ichen und gewerblichen Ausstellung statt. Zu der Veranstaltung werden von allen Bahn- böfen im Umkreis von 100 Kilometer um sried- bera somit auch von G i e ß e n und umliegenden Orten, Sonntagsrückfahrkarten nach Friedberg - Die Sonntagsrückfahrkarten gelten r t am 22. Oktober von 12 Uhr und
stellen ist, muh zu katastrophalen Folgen führen.
Der Provinzialtag legt gegen die Maßnahmen des Staates entschieden Verwahrung ein. Er lehnt die Verantwortung für alle Folgen ab, die zwangsläufig hieraus entstehen müssen. Die Provinzialverwaltung trifft ein Verschulden an der Verschlechterung des Zustandes der Straßen nicht.
Gegen den Landbund und bei Stimmenthaltung der Rationalsozialisten fand ein sozialdemokratischer Antrag Annahme, der ein e i n m a l i g e s großzügiges Rotverordnungspro- gramm für Straßenbau-undStra- ßenunterhaltung ausgearbeitet wissen will. Der auf die Provinz entfallende Kostenanteil soll durch eine Anleihe aufgebracht werden. Weiter wird in dem Antrag gefordert, daß das nötige Baumaterial aus dem Odenwald und den angrenzenden Gebieten beschafft werden soll.
Briefzustellung im Anschluß sich nicht mehr lohnt. Die ungünstige allgemeine Wirtschaftslage wirkt sich in stärkstem Maße auch auf Lite Post aus, und ter erheblich steigende Einnahmeschwund I zwingt zu Diensteinschränkungen.
Vornotizcn.
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben:- Die Hessische Landesuniversität hält in diesen Tagen in Gießen einen ärztlichen Fortbildungskursus ab. Um auch dem Spielplan an einem dieser Tage eine besondere Rote zu geben, geht heute 19.30 Uhr Goethes Trauerspiel „Egmont", mit dem die 25. Iubiläumsspiel- zeit eröffnet wurde, in der Besetzung der Erstaufführung unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch in Szene: die musikalische Leitung liegt in den Händen von Universitätsmusikdirek- tor Dr. T e m e s v a r h. Gewöhnliche Preise. Beginn pünktlich! Ende gegen 22.30 Uhr. Als erste Schülervorstellung findet morgen, Samstag, 15 45 Uhr, eine Wiederholung der Aufführung mit ter gleichen Besetzung statt zu Schülerpreisen. — Den Zyklus hessischer Dramatiker eröffnet am Sonntag, 16. Oktober, eine Aufführung der berühmten Lokalposse „Der Datterich" von Ernst Elias Riebergall. Spielleitung Heinrich Hub, ter auch die Rolle des Datterich spielt. — Eine Reuerung besonderer Art bildet die erste Vorstellung des „Racht°Kabarett" am Sonntag um 22 Uhr. Bei ganz kleinen Preisen wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Das Publikum wird Gelegenheit haben, vor allem unsere
Reuen" kennenzulernen. Künstlerische Leitung Heinrich Hub, ter auch für die Ansage eintritt, und Karl D o l ck. Musikalische Leitung der Iazz- Band-Ka.velle und Solobegleitung Kapellmeister Walter Moehl: für die choreographische Leitung und Solotänze zeichnet Ballettmeister Ewald (Bä ul te verantwortlich. Ende 24 Uhr.
fähig wird und sich ohne nennenswerte Störung in feiner Umwelt bewegen kann. So sieht man tar nicht feiten auch in höheren Stellungen frü* ere Stotterer, die ihren Beruf voll und ganz ausfüllen.
Es kommt bei ter Behandlung vor allem darauf an, daß das Fortkommen des Stotterers gesichert wird. Eine Heilung ist zwar das erstrebenswerteste. Doch wird sie sich nicht in allen Fällen erreichen lassen, besonders naturgemäß da nicht, wo das Leiten seit langer Zeit festgewurzelt ist, Sprechangst, hochgradige Krampfzustände und Mitbewegungen bestehen. Wird dagegen ein Stotterer beim Auftreten der ersten Erscheinungen, etwa nach der Einschulung, zur Untersuchung und zur Behandlung gebracht, so gelingt es der verständnisvollen Zusammenarbeit von Arzt, Leh- rsr und Eltern oft überraschend schnell, die Stö-
Schluß.
Richt zu verwechseln mit dem Stammeln ist das Stottern. Während beim Stammeln Laute und Silben verwechselt, oder durch andere ersetzt werden, die Rete aber fliehend und nicht gestört ist, stellt das Stottern eine Störung dar, die das Satzgefüge unterbricht, d. h. mitten in einer bis dahin glücklich geführten Rete treten plötzlich Kränrpse im Bereiche ter Sprachmuskulatur auf derart, daß das betreffende Kind im Satz stecken bleibt, zu „stottern" anfängt. Diese Krampfzu- stände im Bereiche der Sprachmuskulatur sind charakteristisch für das Stottern. Es stellt dieses Krankheitsbild somit eine Störung dar, die den ganzen Sprachapparat betreffen kann. (Atmung, Lautbildung und Stimmgebung.)
Die Ansichten über das Entstehen des Stotterns
10. Lebensjahr, auf. I >—,- ~ -
Ich habe nur ein Beispiel über die Entstehung Handlung kann manches sprachgestörte Kind von des Stotterns bei einem Kinde gegeben. Die An- | seinem liebel befreit werden.
von der Polizei vorgelegt wurden, bezeichnete sie sofort das Bild Försters als das des Mannes, den sie beobachtet hat. Auf Grund weiterer Zeugenaussagen neigt die Polizei jetzt ebenfalls der Ansicht zu, daß noch ein zweiter Täter in Frage kommt, Der mindestens Schmiere gestanden hat. Man hat auch einen Pfiff gehört, mit Dem sich Die beiten Täter wahrscheinlich verständigt haben.
Die Zeugin würbe heute Förster gegenüber- gestellt unD hat ihn einwandfrei als Täter erkannt. Die Polizei hat noch zwei weitere Leute in Haft genommen, und zwar den Fabrikarbeiter Adam I ä g e r, am 8. April 1899 in Offenbach geboren, und Den Arbeiter Ioses Hammel, am 23. Februar 1908 in Hofheim geboren. Diese beiten wollten als A l i b i z e u g e n für Förster auftreten, die Polizei hat sie aber vorsichtshalber festgehalten. Die Zeugin hat in Adam Jäger jetzt den zweiten Täter erkannt. Weiterhin sind Der Hausbursche ADolf Beller aus Offenbach unD Die Ehefrau Margarete QU o 11 i n g e r, am 8. April 1888 in Dölk-
Der Fall Daubmann.
Entlarvung eines schamlosen Betrügers. - Die Vorgänger des hochstaplerischen „Heimkehrers" von Endingen.
Men über Ursachen, Entstehung usw. sind ver- fq-teDen. Auf Einzelheiten der vielen Theorien kann ich hier nicht eingehen.
Wie schon ausgeführt, entsteht das Stottern meistens in den ersten Lebensjahren. Es kann aber auch nach Schulbeginn, gelegentlich auch in Der Pubertät, oder durch psychische Einwirkungen, Unfall, Schreck, Mißhandlung usw. auftreten. .
Die Behandlung des Stotterns richtet sich nach dem Grad der Störung und ist fast in jedem einzelnen Falle verschieden. Es ist unmöglich, jeden Stotternden nach ein und derselben Methode zu behandeln. Sicher ist aber, daß man mit allen Methoden Erfolg haben und das Stottern so weit beeinflussen kann, daß der Stotterer Verkehrs-
Keine Staatsbeihilse znm Straßenbau
Sine Protestentschließung des Hessischen Provinzialtages.
rung zu beseitigen.
Handelt es sich um em Kmd des vorschulpflichtigen Alters, so wird sich das Leiden allein durch sachgemäßes Derhalten der Eltern und ter Umgebung vielfach schon günstig beeinflussen lassen. Da es sich hier oftmals um nervöse, our Durchführung eines A r b e i t s bes ch af- konstitutionell belastete Kinder handelt, werden t unflghtogrammß wird Die Aufnahme eines Die Eltern gut tun, auch hierauf ihr Augenmerk Darlehens in Höhe von 414 000 Mk. nachgesucht. zu richten. . Die Dauvorlagen tetr. Den Umbau ter Fernver-
2m allgemeinen werden Knaben viel häufiger kehrsstratze Mainz—Frankfurt und der Provinzbefallen als Mädchen. Das Verhältnis ist nach jtrafce Cterstadt—Seeheim -Zwingenberg. Für sie verschiedenen Statistiken etwa 74 zu 26. Die frü- tDerben 527 500 Mk. benötigt. Der Voranschlag her von vielen Seiten gebrauchte Redewendung, ^urde gegen die Stimmen des Landbundes, der
Die den Eltern zum Trost gesagt wurde: „Es (Nationalsozialisten, der Kommunisten und der werde schon von selber wieder gut werten", ist Kommunistischen Opposition genehmigt.
natürlich falsch. Es wurde eine Entschließung angenom-
Gelegentlich kommen auch heute noch Stotterer mcn> u a. heißt: Der Provinzialtag der
zur Behandlung, denen kostspielige Apparate Provinz Starkenburg hat mit Befremden von empfohlen und verkauft worden sind. Die Stotte- Streichung des Staatszuschusses rer haben sie einige Male getragen und sie dann ,ur Unterhaltung ter Provinzstrahen im Iahre als nutzlos und belästigend weggelegt. 1932 Kenntnis genommen. Bei dem seinerzeitigen
Wenig bekannt ist, daß fast an jeder Universi- Übergang Der Staatsstraßen in Das Eigentum
tätsklinik für Ohren-, Rasen- unD Halskranke sich un& Unterhaltung Der Kreise hat der Staat
heute Abteilungen für Stimm- unD Sprachgestörte ^ls AbfinDung für Die abgewälzte Last eine Mil-
finDen, Die solchen Kranken zugänglich finD, unD tton (Neichsmark für Die Unterhaltung Der Straßen
an denen sie beraten und behandelt werden können, jährlich zur Verfügung gestellt. Ein- entsprechen-
Stammeln und Stottern sind also Sprachstörung I _ ___-
am 25. und am 26. Oktober bis 12 Uhr, zur H t n fahrt am 26. Oktober von 0 Uhr, zur R uck - fahrt am 26. und am 27. Oktober bis 12 Uhr, zur H i nfahrt am 27. Oktober von 0 Uhr, zur Rück fahrt am 27. Oktober bis 24 Uhr. Um 12 Llhr oder 24 Uhr muß jeweils die Rückfahrt angetreten sein.
Oer Mord
an dem Offenbacher Brottnischer.
Förster von einer Zeugin als Täter erkannt. — weitere Verhaftungen.


