Ausgabe 
14.7.1932 Erstes Blatt
 
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durch die fünf Kommunisten schwer und einige leicht verletzt wurden. Acht Kommunisten und Rational- sozialisten wurden festgenommen. Don den bei der Schießerei verletzten Personen sind zwei bald nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus gestorben.

Von den 80 auf den Deutschen Werken in Kiel beschäftigten Elektroschweißern haben 65 die Arbeit niedergelegt, weil sie die Entlassung eines Arbeits­kollegen fordern, der als SA.-Mann an den An­griffen auf das Gewerkschaftshaus in Eckernförde beteiligt gewesen sein soll.

Rücksichtslos

gegen unbefugten Waffenbesitz.

Berlin, 13. Juli. (MTB.) Der preußi­sche Mini st er des Innern hat an alle Polizeibehörden einen Funkspruch erlassen, in dem eS heißt: Alle Polizeibehörden haben sich der durch die Rotvcrordnung vom 14.3uni 1932 ge­gebenen Handhabe gegen das unbefugte Fuhren von Waffen in jedem Falle unnachsichtig zu bedienen und polizei­liche Haft gegen mit verbotenen Waffen Be­troffene auf die längstmögliche Dauer anzuordnen.

£)r. Goebbels

gegen das Kabinett Popen.

Keine Unterstützung.

^Wuppertal, 14. Juli. (CNB.) Der Abgeord­nete Dr. Goebbels hielt gestern abend in einer Versammlung der Nationalsozialisten im Elberfelder Stadion eine Rede, in der er u. a. schwere An­griffe gegen die Regierung v. Papen richtete. Die Nationalsozialisten, so führte der Redner aus, hätten mit dem Sturz der Regierung Brü­ning zugleich den Sturz des Systems er­wartet. Es habe sich aber nun ergeben, daß lediglich eine Regierung die andere abgelöst habe. Innenpolitisch seien die Brüningschen Metho­den fortgesetzt worden. Der Reichsinnenminister habe zwar der SA. ihr Braunhemd wieder- gegeben, doch sei sie gleichzeitig zumFrei- wild für den Linksterror" gemacht worden. Außenpolitisch bedeute das Lausanner Ab­kommen nach Ansicht der Nationalsozialisten neue Lasten, so daß auch da dem Kabinett v. Papen eine Unter st ützung versagt wer­den müsse.

Aus Anlaß der nationalsozialistischen Kundgebung hatten sich in den Zugangsstraßen zum Elberfelder Stadion zahlreiche Angehörige gegnerischer Parteien eingefunden. Die Polizei mußte die Straße wieder­holt räume», um tätliche Auseinandersetzungen zu verhindern.

Dr. Goebbels begab sich nach der Kundgebung in Wuppertal noch nach Oberhausen, wo er in einer zweiten Versammlung ausführte, die Na­tionalsozialisten hätten bisher keine populäre Politik getrieben, denn sie hätten seit dem Tage von Ver­sailles den Zusammenbruch Deutschlands voraus­gesagt. Im übrigen wiederholte der Redner die in Wuppertal geäußerte Stellungnahme gegen die Re­gierung o. Papen.

Aus der provinzialhauptstadt.

Gießen, den 14. Juli 1932.

Llrlaubs-Langeweile?

Jeder Autofahrer läßt feinen Motor von Zeit äu Zeitüberholen". Die einzelnen Teile werden herausgenommen, nachgesehen, gereinigt, wenn notig, ausgebessert und dann wieder säuberlich zu­sammengesetzt. Die neue Fahrt kann beginnen.

Sollten wir Menschen es mit uns selbst nicht ebenso machen? Schön wäre es, wenn auch wir uns in Einzelteile zerlegen lassen könnten. Aber das ist Sache der Chirurgen und nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. In anderer Hinsicht aber können wir unsüberholen" lassen. Das kann richtig nur in der Zeit des Urlaubs geschehen. Wir brauchen ja nur die zwei Buchstabener" für die Vorsilbeüber" zu setzen. Aber selbst das kann nicht jeder.

Es gibt noch viele Menschen, die der Natur voll­ständig fremd geworden sind. Sie hasten durch die Straßen, sausen zum Bahnhof, schlingen ihr Essen hinunter und gönnen sich kaum noch Ruhe. Ein Blick zum leuchtenden Himmel, ein Blick nach den ziehen­den Wolken dafür haben sie kein Empfinden. Sie versinken im Lärm des Tages, gehen einsilbig ihrem Berufe, ihrer Liebhaberei nach und werden zu Gewohnheitsmaschinen. Daß sie sich aber einmal erholen müssen, daß sie sich und ihrer Gesundheit mit^ solchem Tun schaden, davon werden sie erst überzeugt, wenn es ihnen der Arzt bescheinigt. Wie oft ist es dann zu spät!

Für alle diejenigen, die gewohnt waren, ihren Urlaub am Ostseestrand oder im Hochgebirge zu ver­bringen, war es oft ein Leichtes, die Tageauszu­füllen". Nun aber heißt es sich einschränken. Es wird bei gar vielen nicht zu einer Sommerreise lan­gen. Sie müssen zu Hause bleiben. Ihr Urlaub wird sehr langweilig werden, meinen sie. Eigentlich sollte man diesen Menschen, die so sprechen, gar keinen Urlaub geben; denn sie verdienen keinen. Wer nichts von feiner näheren Umgebung weiß, wer nicht un­sere schonen Wälder kennt und sie nicht besucht, der ist einfach zu bedauern.Sechs Tags sollst du ar­beiten!" heißt es, und eigentlich -sollte schon jeder Sonntag ein Ventil für die menschliche Maschine sein. Ein Tag, der uns zuruft: Halt! Wieder einmal Atem geholt und Sonnenschein und frische Luft ge­schöpft! Der Urlaub aber ist eine Generalprobe über unsere seelischen und körperlichen Kräfte. Er darf nicht vergeudet werden, muß voll ausgenutzt werden.

Das soll nicht heißen, daß wir die Ferienzeit genau nach einem gewissen Planeabgrafen", wie etwa ein Engländer ein Museum mit dem Bädeker in der Hand durchstöbert. O nein! Gerade das Ge­fühl, daß wir ohne jede Vorschrift, ohne jeden Plan in diesen Wochen machen können, was wir wollen, gerade das gibt dem Urlaub feinen einzigartigen Reiz. Ich bin also nicht dafür, daß wir uns sorg­fältig aufzeichnen, was wir treiben wollen und dann an diesen Sätzen fest kleben. Es gibt gar viele Ge-

Wiedereröffnung der Berliner Llniversita't

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Ablösung der Ehrenwache am Berliner Unioerfitäis - Gefallenen - Denkmal, die abwechselnd von den studentischen Korporationen, sowie von Stahlhelmern und Nationalsozialisten übernommen wird.

Berlin, 13. Juli. (WTB.) Aach einer Mit­teilung des älniversitätssekretariats wird die Uni­versität am Donnerstag. 14. Juli, tole­be r geöffnet.

Rektor Lüders hat folgenden Anschlag an­bringen lassen:Don ruchloser Hand sind in der Rächt Schleifen der am Gefallenen­

Denkmal nieder gelegten Kränze ent­fernt worden. Ich kann vorläufig kaum anneh­men daß es Studenten waren, die eine so ge­meine Tat vollbrachten. Kommilitonen bewahrt die Ruhe. Die Untersuchung ist im Gange, die Täter werden aufs strengste bestraft werden."

walten, die es anders bestimmen. Wenn wir bann sehen, daß wir unsere Pläne nicht durchführen kön­nen, werden wir leicht verstimmt. Aber auch dafür kann ich nicht stimmen, daß viele sagen: Ich will mich in meinem Urlaub einmal richtig ausschlafen, ganz abgesehen davon, daß das gar nicht g^ht. Nichts wird man schneller müde als das Faulenzen.

Auf eine kurze Formel gebracht heißt das Ge­setz für alle Urlauber: Tue nichts, was dich an deine Alltagsarbeit erinnert, und schalte alles aus, was dich seither hemmte!

Wenn du aber eine Sommerreife antreteh kannst und willst an dem neuen Aufenthaltsort dein Leben genau so geregelt und planmäßig ablaufen lassen, bann rounbert es uns nicht, wenn bu bich langweilst. Es gibt sogar Leute, bie froh finb, wenn bas Enbe der Ferien gekommen ist und sie wieder in ihrem Alltag stehen.

Von einer Erholung kann da keine Rede sein. Ein rechter Urlaub muß unsere Lebensgewohnheiten ein bißchen auf den Kopf stellen. Wir müssen einmal links herum leben. Dann erst tritt die gewünschte Entspannung ein.

Wer also durch seinen Beruf gezwungen wurde, den ganzen Tagdraußen- zu verbringen, der wird sich freuen, nun die paar Wochen ganz im Kreise der Familie zu leben, andere wieder, die in jeder Stunde von den Ihrigen umringt sind, werden dann am besten ausspannen, wenn sie andere Gesichter sehen, auch unsere Kinder, die ja am wenigsten eine Urlaubslangeweile kennen. Haben sie den Wunsch, hinauszuwandern mit Gleichgesinnten, dann werden wir diese Bitte in jedem Falle erfüllen. Wie oft hat schon eine Trennung von Geschwistern, ja selbst der Eltern, sehr günstig gewirkt. Man lernt im Zu­sammenleben mit fremden Menschen erst das recht schätzen, was manzu Hause" besitzt.

Einsamkeit finden wir auch in unseren Wäldern, ebenso rauschende Bäche und blühende Blumen. Das muß man immer wieder denen sagen, die vielleicht zum erstenmal ihren Urlaub zu Hause verleben müs­sen. Ader Langeweile empfinden in diesen Tagen, das wäre sündhaft. w.

LS Jahre

im Dienst der Klinikverwaliung.

Am morgigen Freitag kann der Bürodirektor der Verwaltung der Universitätskliniken Emil Kinkel auf eine 25jährige Dienstzeit zurück- blicken. Bürodirektor Kinkel ist geborener Gieße­ner. Nach bestandenem Finanzexamen der 1. Kate­gorie war er in verschiedenen Verwaltungen, zuerst im Kommunal- und dann im Staatsdienst, tätig. Am 15. Juli 1907 trat er in die Verwaltung der Augenklinik ein, seine definitive Anstellung als Ver­walter der Augenklinik erfolgte am 14. März 1908. Nach der Errichtung der Zentralverwaltung der Kliniken wurde er im Jahre 1931 Bürodirektor. Der Jubilar hat auch am Kriege teilgenommen. Zunächst war er als Militärbeamter im Reservelazarett der Augenklinik tätig, später kam er als Dizefeldwebel an die Front; er wurde verwundet, zum Offizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Herr Kinkel befindet sich feit einer Reihe von Jahren im Dienste unseres Klinikwesens.

Bei der Aerzteschaft, wie auch beim Personal er­freut er sich großer Wertschätzung. Von feiten der Bevölkerung in Stadt und Land wird ihm infolge seines liebenswürdigen und gefälligen Wesens Sym- pathie in weitgehendem Maße entgegengebracht.

Bornonzen.

Tageskalender für Donnerstag: Liebigshöhe", 20.15 Uhr, Großes Militärkonzert. Hausfrauen-Beratung, 20 Uhr, Caf6 Leib, außer­ordentliche Mitgliederversammlung, gleichzeitig Son- derausstellung von Qualitätswaren; 10 bis 22 Uhr, Sommer-Handarbeitsausstellung des Aliee-Frauen- Vereins, Abteiluna Bienenkorb. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:grau Lehmanns Töchter".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben:Hier irrt Goethe", mit dieser lite­rarischen Posse gastierenDie vier Nachrichter" am Sonntag, 17. Juli, 20 Uhr, einmalig im hiesigen Stadttheater. Die Satire persifliert die Auswüchse des Goethe-Rummels, der Operette und des Ton­ilms. Nicht nur der Text, die Musik und die Jn- zenierung sind Gemeinschaftsarbeit der Nachrichter, andern auch Kostüme und Dekorationen fertigen sie nach eigenen Entwürfen selbst an. Das Ensemble setzt ich ausschließlich aus Studenten zusammen, die zcit- ;emäß sich die Kosten ihres Studiums durch Theater- pielen verdienen. Für das einmalige Gastspiel gelten Sommerpreise. Studenten und Schüler Ermäßigung. Kartenverkauf täglich von 10 bis 13 Uhr.

Oberhessischer Geschichtsverein. Seinen diesjährigen Sommerausflug unternimmt der Verein am Sonntag, 17. Juli, nach Kloster Arns­burg. Die Teilnehmer fahren 13.43 Uhr nach Garben­teich und wandern unter Führung des Assistenten am Oberhessischen Museum, Dr. Szczech, am Limes entlang nach Arnsburg. Nach kurzer Kaffee­pause wird unter Professor Dr. Rauchs bewährter Führung die Klosteranlage und -ruine besichtigt. Um 18 Uhr Abmarsch nach Lich, von wo der Zug 19.13 Uhr abgeht. (Sgl. die Anzeige am Dienstag, 12. Juli.)

* Umbau der Frankfurter Stra­ßen - Unterführung. Das Polizeiamt teilt mit:Vom 15. Juli ab werden die eisernen Heber- bauten der Dahn°äleberführung in der Frankfurter Straße durch neue erseht. Für den Ausbau der alten und den Einbau der neuen Tleberbauten, so­wie für den Abbruch der Widerlager muß die Durchfahrt durch die Ueberfuhrung mit der größ­ten Dorsicht erfolgen. Zu diesem Zwecke werden in angemessener Entfernung von der Ueberführung zu beiden Seiten Warnungstafeln aufgestellt, die zu beachten sind. In den Zeiten in denen die schweren äleberbauten herausgeyoben werden, werden außer den Warnungstafeln je zwei Bahn- beamte mit roten Flaggen versehen, die die Fahr­zeuge auf die Gefahren aufmerksam machen. Im Bedarfsfälle haben diese so lange zu halten, bis die Gefahr behoben ist."

** Gemeindefeier der Markus- gemeinde. Auf die Feier der Markusgemeinde, die nächsten Sonntag auf der Hardt stattfindet, fei auch hier hingewiesen. Spiele der Kinder und der Jugend mit Gesang und Volkstanz, Ansprachen und gemeinsame Lieder geben ein abwechslungsreiches Programm. (Siehe heutige Anzeige.)

Kapitalisierte Rente und Ar­beitslosenunterstützung. Dom Reichs­bund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen wird mitgeteilt: Die Spruchkammer für die Arbeitslosenversicherung beim Reichsversicherungsamt hat kürzlich ent­schieden, daß ein Kriegsbeschädigter, der für einen Teil seiner Dersorgungsrente eine Kapi­talabfindungssumme erhalten hat, von der An­rechnung des kapitalisierten Rententeiles auf die Arbeitslosenunterstützung nach § 112a des Ge­setzes über Arbeitslosenvermittlung und Arbeits­losenversicherung befreit ist. Kriegsbeschädigten, die eine Kapitalabfindung erhalten haben und denen der kapitalisierte Rententeil auf die Ar­beitslosenunterstützung in Anrechnung gebracht worden ist, ist auf Grund dieser Entscheidung des Reichsversicherungsamtes zu empfehlen, durch die Geschäftsstellen des Reichsoundes der Kriegs­beschädigten die erforderlichen Maßnahmen gegen die unzulässige Anrechnung zu ergreifen und die ihnen danach tatsächlich zustehende Arbeits­losenunterstützung zu beantragen.

Wettervoraussage.

lieber Mitteleuropa erstreckt sich in westöstlicher Richtung eine Rinne tiefen Druckes, in der sich

verschiedene Störungsgebilde bewegen. Während das über Deutschland lagernde ziemlich ausgedehnte Kerngebiet sich etwas östlich fortbewegt und durch feine Rückseite etwas kühlere Luft nach dem Fest­lande bringt, ist bereits eine neue Störung über der Normandie erschienen, die dort Temperatur­anstieg und Niederschläge veranlaßte. Im Bereich des liefen Druckes wird unser Wetter unter dem Einfluß verschiedenartiger Luft zunächst seinen öfters zu Regen ober Gewitterstörungen neigenden Cha» ratter beibehalten.

Aussichten für Freitag: Bewölkt, vor­übergehend auch ausheitcrnd, im ganzen warm, vereinzelte, zum Teil gctoittcrartigc Riederschläge.

Aussichten für Samstag: Fortdauer des zu gewittrigen Riederschlägen neigenden warmen Wetters.

Lufttemperaturen am 13. Juli: mittags 25,2 Grad Eelsius, abends 19,2 Grad; am 14. Juli: morgens 19,9 Grad. Maximum 26 Grad, Mini­mum 18,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zenti­meter Tiefe am 13. Juli: abends 25,4 Grad, am 14. Juli: morgens 21 Grad Celsius. Sonnen­scheindauer 6Vs Stunden.

Aus aller Welt.

Musikdirektor Max Wiedemann f.

Musikdirektor Max Wiedemann, der Leiter der Berliner Liedertafel und Bundeschormeister des Berliner Sängerbundes, erlag auf einer kurzen Er­holungsreise in Leest bei Potsdam einem Herz­schlag.

Die Frankfurter Ehrcnptakette für Ludwig Fulda.

Der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. hat dem aus Frankfurt stammenden Dichter und Schriftsteller 5)r. Ludwig Fulda. Mitglied der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste, anläßlich seines 7 0. Geburts­tages die Ehrenplakette der Stadt Frank­furt a. M. verliehen.

Mattern und Griffin unterwegs nach Berlin.

Die beiden amerikanischen Flieger Mattern und Griffin sind gestern in Moskau in Richtung Berlin gestartet.

Die Unwetterschäden und Ueberfchwemmungen in Baden und Württemberg.

Das schwere Unwetter, das in den letzten Tagen über Oberbaden niederging, hat überall schwere Verwüstungen angerichtet. Im Kander- tal wurde die Ortschaft Nünningen durch die zu Tal flutenden Wassermafsen überschwemmt. Die Ortsstraße glich einem reißenden Strom. Ueberall wurden die Gärten und Fluren verwüstet und die Straßen aufgerissen. Die Kandertalbahn mußte ihren Betrieb einstellen, da der Bahndamm durch Erdrutsche an mehreren Stellen zerstört war. Im Kinzigtag wurden durch den wolkenbruchartigen Regen die Bäche in reißende Ströme verwandelt. In der Ortschaft Einbach drangen die Wasserfluten in Häuser und Ställe em. Das Korn liegt überall wie gewalzt am Boden. Bei dem schweren Unwetter, das auch verschiedene Gegenden Württembergs heim­gesucht hat, wurde auch die Stadt Heilbronn hart mitgenommen. Die Straßen glichen reißenden Bächen und waren unpassierbar. Dek Bahnverkehr nach Weinsberg mußte eine zeitlang ruhen.

3m Streif mit der Senfe erschlagen.

Bei Simmern (Unterwesterwaldkreis) ereig­nete sich eine schwere Bluttat. Jrn Streit ergriff der Arbeiter Gallas auf dem Schadhof (in un­mittelbarer Nähe von Simmern) eine Senfe und schlug damit auf seinen Schwager ein, der blutüber­strömt zusammenbrach. Der Tod trat auf der Stelle ein. Als die Schwester des Ueberfallenen ihrem Bruder zu Hilfe eilen wollte, wurde sie ebenfalls von Gallas mit der Senfe angegriffen. Sie trug habet schwere Verletzungen davon und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Der Polizei gelang es, den Täter nach kurzer Zeit zu fassen.

3m Streif erschossen. IDaffenlager entdeckt.

In Buer- Erle (Wests.) gerieten nachts mehrere Männer aus Familienfeindschaft in Streit. Dabei feuerte der 20jährige Bergmann Gustav N e u bauer auf den 29jährigen Bergmann Wilhelm Summa einen Schuß ab, der Summa auf der Stelle tötete. Die Polizei nahm außer dem Täter drei an dem Streit beteiligte Personen fest. Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung Neubauers wurden sechs Totschläger, zehn Patronen, ein Browningrevolver mit 5 Schuß, ein Trommel- reoolver mit 6 Schuß und eine Schreckschußpistol» gefunden und beschlagnahmt.

41sacher Brandstifter feftgenommen.

Seit einem Jahr wurden in München 47 Speicher- und Dachstuhlbrände gemeldet. Vor mehreren Tagen wurde bei einem neuerlichen Dachstuhlbrand ein Mann unter dem dringenden Verdacht der Brandstiftung festgenommen. Er leug­nete aber hartnäckig jede Schuld. Erst auf Grund des von der Polizei inzwischen beigebrachten Be- weismaterials legte er ein Geständnis ab. Danach gab er von den 47 Bränden 41 Brandstiftungen zu.

Riefenbrand auf Coney 3siand.

Ein Feuer auf Coney Island bei Newyork hat vier Häuserblocks zerstört. Der Schaden wird auf 25-4 Millionen Dollar geschätzt. Ungefähr 200 Pcr- nen haben Verletzungen erlitten; 40 von ihnen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Feuerwehr ist jetzt der Flammen Herr geworden.

Furchtbare Brandkafastrophe in einem chilenischen Kino.

In einem Kino in dem chilenischen Marinestütz­punkt Talcahuano geriet gestern während einer Vor­stellung ein Film in Brand und es entstand eine Panik. Zwanzig Kinder fanden dabei den Tod, vier­zig wurden verletzt.

Neues schweres Erdbeben in Mexiko.

Im mexikanischen Staat Ialisco ereignete sich ein neues schweres Erdbeben. Die bereits durch das Erdbeben am 18. Juni teilweise zerstörte Stabt 21 ü 11 a n wurde vollkommen dem Erd­boden gleichgemacht.

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