Samstag, 15. August 1952
(vletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
* Ht. 189 Zweites Blatt
5-1931
SSfctJ
M
«W.Dt.ffcjJ
3000.- i(| als l.Hyvothek für em Zweisamilien« Ä m der dlähe 'SWIof.gefudjt SKristl. Ang. uni. 0-1701 an d, G, A. Junger fttebfamet
Herr
mit eigenem Ge« ichäst wünscht die Bekanntschaft eines netten ordentlichen
Mädels
im Alt. ö. 20-22 9. zwecks spät. Heiratr Schr. Ang. m. Bild u. 04730 a.d.G.A.
Heirat
evangelisches Md., - 311., 1,70 Met.gr.,
S'e Erscheinung, id)t u. öerzensg., , im Sefiß von Aus- I fteuer u. rBermöflcn, erfetjnt Neigungsehe mit amtiäM Hieb. MeniÄen, m Uiebsten Beamten. jVÜwer m. Kind». \ nusgeschl. Arissub? ^Uiche, nicht anonnme - Zuschriften unter 04705 an d. G. A.
,SS it i gs»s* t ßarlN«
M'S
__Vereine | SieUtzüW M Wen u. LlMbnng.
SStW VerManunlonR Tagesordnung stetze 8ie&eüb«&-
SJixfporl
Der 14jäbrigc Olympiasieger
lar II. — Frohnhausen I.
IV. Truppe:
den II.; Grüningen I.
Nachdruck ocrbotenl
3 Fortsetzung
meldeten Flugzeuge, ferner die drei schwanzlosen Flugzeuge, die Fieseler-Kassel im Dau hatte sowie di« drei Maschinen, die Papenmeier-Ham- bürg, ein noch junges Flugzeugbauunternehmen, gemeldet hatte. Dollständig erschienen ist die Mannschaft Italiens mit 8 Flugzeugen.
Rechnung geht auf. und einer ist dem anderen nichts mehr schuldig." Er lächelte bitter: „Lebe- wohl, Lil! Ich habe mir heute nichts weiter von dir holen wollen als deine Dergebung, nichts weiter."
Roch ein letzter Dlick traf sie, dann war Wer- ner Sturm gegangen. Gar nicht schnell genug konnte er das Haus verlassen, gar nicht schnell genug.
Und so hörte er nicht mehr, wie Lil ihm angstvoll nachrief: „Werner! Werner!"
Der alte Clown aber kniete vor Lil. die auf einen Stuhl niedcrgesunken war und mit großen verzweifelten Augen ins Leere starrte. Er kniete vor ihr und hielt ihre schmalen, feinen Finger zwischen seinen knotigen Händen.
„Lil, vergib mir, ich wollte dich ja nur vor neuem Leid bewahren."
Lils Augen sahen jetzt in das gute alte, von hundert Fältchen durchzogene Gesicht und sie nickte: „Du hast es bestimmt gut gemeint. Onkel- chen, ich weiß ja. wie sehr du an mir hängst. Und' es ist auch wohl alles recht so. wie es kam. Ich will den Tag von heute vergessen und alles ist wie vorher."
„Geht denn das. Lil?" seufzte der alte Mann. „Du hast den Doktor ja noch immer lieb, das ist das Traurige."
Sie erwiderte nichts, aber aus ihren Augen tropften ein paar große Tränen nieder auf die Hände des alten Clowns.
24. Kapitel.
D i e gefeierte Lil!
Im bestellten Auto fuhren Lil und Melchior Stampfer! zu chrer ersten Dorstellung in Frankfurt Lils Zofe war schon lange vorausgefahren, um 'in der Garderobe alles für ihre Herrin vor- zubereiten.
Lil sagte zu dem Alten: „Es ist für mich ein ganz eigenes Gefühl, heute vor den Frankfurtern aufzutreten. Es kommen sicher viele von meinen früheren Bekannten, um zu sehen, was ich als bezahlter Clown leiste. Es ist nur gut. daß ich ihre Meinungen nicht hören brauche."
Melchior Stampfer! antwortete: „Die Frankfurter werden mit dir zufrieden sein, dein Kön- nen wurde überall, wo wir auch auftraten, anerkannt Menschen, die vor llebersattrgung sonst kaum noch den Mund verziehen, wenn sie etwas Lustiges sehen, haben sich bei deinem Auftreten wieder Lebensfrische und Genußfähigkeit ange- lacht vertrocknete alte Düchermännchen haben geschrien vor Lachen wie junge Gassenbuben. Wer an deinem Können mäkelt, tut's nur aus Nieder- tracht oder Reid, hast ja noch m keiner Zeitung eine schlechte Kritik bekommen."
Lil nickte. „Ich habe ja auch kein Lampcn- fieber Onkelchen, es ist mir nur so sonderbar zu-
Hungcn II. — Großen-Lin- — Lich L; Lang-Göns I.—
805 vkiWe Mel.
Original-Roman von Anny von panhuys. Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig.
„Lil", sagte er fast heftig, „bitte, beruhige mich und erkläre mir. daß du mir etwas fo Selbstsüchtiges und Raffiniertes nicht zutraust."
Lils Atem flog, aber sie antwortete nicht.
Melchior Stampferl warf ihm scharf entgegen: „Sie haben doch Lil vorhin erzählt, die Gräfin wollte Ihnen helfen, Ihr Krankenhaus zu schaf» fen und Sie waren ihr dankbar und verlobten sich mit ihr. Wenn Lil Ihnen jetzt Geld gibt, find Eie ihr vielleicht auch dankbar und verloben sich auch mit ihr, wenn es Ihnen nicht möglicherweise peinlich sein sollte, den berühmten Clown <zik zu heiraten. Aber schließlich heiraten ist nicht mal nötig. Sie sind ja Lils Kusin und von ner Kusine kann man wohl auch Geld nehmen."
Werner fühlte unbändigen Zorn gegen den alten Herrn, der ihn so überstark in Lils Gegenwart beleidigte. Seine Augen suchten wieder Lils Gesicht.
Mußte sich ihr Mund nicht jetzt öffnen und dem alten unverschämten Manne schwere Dorwürfe machen? Mußte sie jetzt nicht die Fuße vorwärtsbewegen und auf ihn zukommen, um ihm die Hand zu reichen und zu erklären: „Dleibe ruhig, Werner, deine Liebe handelte einmal nicht so. wie sie hätte handeln müssen, aber gemein und berechnend bist du nicht, das weiß ich."
Doch Lil schwieg noch immer und sie machte auch nicht die schwächste Dewegung. auf ihn zuzukommen.
Er stöhnte taut auf. „Lil. ich bitte dich, schiebe jetzt jeden Gedanken an mein Unrecht gegen dich beiseite, und sage mir nur das eine: Glaubst du auch, was der Mensch dort von mir glaubt?"
Seine Rechte wies auf Melchior Stampferl.
Lils Herz schrie: Rein, ich glaube es nicht! Aber ihr Kopf quälte sich damit ab. es wäre möglich, denn mit der Gräfin Kurzmann hatte sich Werner verlobt, weil sie ihm helfen wollte.
Als er keine Antwort erhielt, sagte Werner Sturm mit bebender Stimme: „Du denkst also so schlecht von mir, Lil, nach alledem, was ich dir vorhin gesagt! Ich gebe zu, ich hätte dich damals suchen müssen, trotzdem du meine Liebe klein genannt, ich hätte dich heimholen müssen zu mir mit der Kraft meiner Liebe. Aber auch deine Liebe ist jämmerlich klein gewesen, sonst hättest du mir eben nicht so entsetzlich mißtrauen dürfen. Ich glaube, wir sind quitt, unsere gegenseitige
Gießen III.
V. G r u p p e : Alsfeld II. — Grünberg I.; Rieder-Ohmen I. — Lindenstruth l.: Grohen-Duseck II. — Dauern I.
VI. Gruppe: Wieseck III. — Klein-LindenI.; Annerod I. — Hausen I.; Hausen II. — Watzenborn l.
Die Jugendklasse spielt in zwei Gruppen: Hier stehen sich in Gruppe I. Raunheim — Heuchelheim, Gleiberg — Krofdorf, Launsbach — Rodheim, in Gruppe II. Hachborn — Wieseck, Lollar — Staufenberg gegenüber. Dei allen Spielen ist der zuerst genannte Derein Plahverein.
Kirche und Schule.
Landkreis Gießen.
c Wirbcrg, 12. Aug. Der Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmanden st unde fand am 6. Sonntag nach Trinitatis statt. Um den 28 Konfirmanden, 15 Jungen und 13 Mädchen, bei den schwierigen Wegen nach dem Wirberg in der Winterszeit nötigen Falles einmal freigeben zu können, beginnt die Konfirmandenstunde hier früher als sonst üblich. Auf die Dörfer des Kirchspieles verteilen sich die Kinder wie folgt: Del- tershain 5, Göbelnrod 5, Harbach 4, Reinhards- Hain 5 und Saasen 9. — Am nächsten Sonntag findet hier das 11. Miss io ns fest statt. Festprediger ist Missionar Walther (Deuern). Der Posaunenchor Dersrod wirkt mit. Das vor zehn Jahren auf Anregung von Pfarrer D ö l l zum ersten Male gefeierte Fest dürfte auch in diesem Iahr seine Anziehungskraft auf das Kirchspiel und die ganze Umgebung ausüben. In herkömmlicher Weise findet auch eine Nachversammlung statt.
Dec 14jährige Ä i t a m u r a besiegte im Dorlauf des 1500 • Meter ■ Kraulschwimmens den amerikanischen Olympia-Sieger Krabbe und den besten Europäer, , den Franzosen Taris.
Deutschlands vierte Goldmedaille.
Nach langer Pause blühte den Deutschen bei den 10. Olympischen Spielen in Los Angeles am Freitag wieder einmal das Glück. Im Endlauf des Vierers mit Steuermann konnte die Mannschaft des Berliner Ruderclubs nach einem auf den letzten 200 Meter erbittert geführten Kampf die führenden Italiener einholen und mit nur einigen Zentimetern in 7:19 Min. als Sieger hervorgehen. Die Mannschaft Eller, Höck, Meyer, Sprem- berg, Neumann am Steuer war nach dem Kampf noch recht frisch und wurde für ihren Sieg, der Deutschland die vierte Goldmedaille einbrachte, von ihren Landsleuten stürmisch gefeiert. Mit beträcht- lichcm Abstand hinter Deutschland und Italien belegten Polen und Neuseeland die nächsten Plätze. 43 Teilnehmer am Europa-Rundflug.
Arn gestrigen Freitag um 16 Uhr schloß der letzt« Termin für das Eintreffen der Teilnehmer an dem diesjährigen .internationalen Rundflug in (Berlin-Staaten, dem Ort der technischen Prüfung. Die Zahl der Wettbetverbsteilnehmer erhöhte sich noch um zwei, so daß jetzt die Tell- nahme von 43 Fliegern feststeht. Diese verteilen sich auf die einzelnen Staaten wie folgt: Deutschland 16, Frankreich 8, Italien 8, Polen 5, Tschechoslowakei 4, Schweiz 2. Gegenüber dem Meldungsergebnis hat die deutsche Mannschaft den größten Ausfall zu verzeichnen, und zwar genau 50 v. H. der gemeldeten Teilnehmer. Das kommt dadurch, daß einzelne Firmen ganz, andere wieder zum Teil ausfielen, wie z. D. die sechs von dem Konstrukteur Messerschmidt gc-
Sie sah plötzlich erregt aus.
„Ich brauche sie nicht. Kein Mensch der Well kann mich zum Beispiel zwingen, heute überhaupt aufzutreten, wenn ich nicht mag." Ihre Stimme war heiser, als sie dem ihr Gegenübersitzenden heftig zuschleuderte: „Und ich will auch nicht auftreten! In diesem Augenblick bin ich mir klar darüber geworden. Ich kann nicht vergessen, was ich vergessen wollte. Wo ich stehe und gehe, was ich auch tue und treibe, immer und immer muh ich an Werner denken und an seinen flehenden Dlick, ihm zu glauben. Ich aber habe geschwiegen und ihm dadurch deutlich gezeigt, daß ich ihm keinen Glauben schenkte, daß ich ihn für einen Menschen hielt, der nur zu mir gekommen war, um mir Geld abzunehmen." Sie zitterte vom Kopf bis zu den Füßen. „Wenn man ganz kühl und nüchtern seinen unvermuteten Besuch betrachtet, hat es^ja den Anschein, als stimme deine Beschuldigung gegen ihn. Aber ich
Turngau Lahn-OünSberg.
Schülerturnen in Waldgirmes.
Das diesjährige Schülerturnen gelangt wieder in Waldgirmes zur Durchführung. Sämtliche Dereine des Gaues sind vertreten, so daß eine starke Beteiligung gesichert ist. Die Iüngsten des Sportes werden sich in friedlichem Wettkampf messen. In der Schülerklasse A wird ein Siebenkampf (je eine Pflichtübung am Barren, Reck und Pferd, Pflichtfreiübung, 100-Meter- Lauf, Dallweitwurf und Weitsprung) geturnt Zum ersten Male treten auch die Schülerinnen zum Wettkampf an. In Klaffe I wird ein Sechskcnnpf ausgefochten. Dorgesehen sind je eine Pflichtübung an Barren und Pferd, ferner Pflichtfreiübung, Ballweitwurf, 50 Meter u. Weitsprung. Schüler der Klasse A laufen einen 4X100- Meter-Lauf um einen neu gestifteten Wanderpreis. Die Mädchen bestreiten eine 4x50- Meter-Pendelstaffet Die gesamten Wettkämpfe tverden am Sonntagvormittag ausgetragen.
Gauwettschwimmen in Ahbach.
Am Nachmittag des gleichen Tages kommen auch die Schwemmwettkämpfe des Gaues in der freien Lahn (50-Meter-Dahn) bei Ahbach zum Austrag. Die besten Schwimmer des Gaues sind am Start Dorgesehen sind folgende Wettbewerbe:
Männer (1913 und früher): 100 Meter Freistil, 100 Meter Brust, 4x50-Meter- Freistil-Staf- fei; Jugend (1914 und früher): 50 Meter Freistil, 50 Meter Brust, 4x50-Meter-Freistll- ftaffel; Frauen: 50 Meter Freistil. Aeltere (1901 und früher): 50 Meter Freistil.
Die aussichtsreichsten Teilnehmer sollten wiederum die Sieger des Dorjahres sein und zwar Schmidt und Rollhausen-Dorlar, Löv und Geier- Atzbach, Sommer und Deibel- Lollar.
Handball im Gau Hessen (D.T.)
Zum letzten Spiel vor den Derbandsspielen empfangen am Sonntag Heuchelheims erste und zweite Mannschaft dieselben Mannschaften des Tv. Lützellinden. Die erste Mannschaft der Gäste konnte in den letzten Spielen sehr schöne Erfolge erringen und darf deshalb von den Einheimischen nicht leicht genommen werden.
Handball im Tv. Klein-Linden.
Tv. Klein-Linden I — 3. Kompanie der Gießener Reichswehr I 3:8 (0:4).
Die Gäste, eine körperlich gleichmäßige, technisch vollkommene Mannschaft, legten gleich zu Beginn flottes Tempo vor, dem die Klein-Lin- dener keineswegs gewachsen waren. Halbzeit 0:4. Erst nach Wechsel kam auch der Eifer der Klein-Lindener zum Erfolg und konnte drei Tore erzielen, denen jedoch die Gäste 4 weitere Tore entgegcnstellen konnten.
Am morgigen Sonntag stehen sich in Klein- Linden beide Mannschaften des Tv. Großen- Linden und die beiden des hiesigen Tv. gegenüber
Arbeiier-Turn- und Sportbund
Der zweite Sonntag der Serie der Kreisklasse sieht Gießen l. als Gast in Altenstadt. Rach dem Ergebnis des vergangenen Sonntags dürfte Gießen auch den Neuling der Kreisklasse auf seinem eigenen Platze schlagen.
Das interessanteste Spiel dürfte auf dem Platz von Wieseck zum Austrag kommen. Dort stehen sich Wieseckl. und Dorheim I. gegenüber. Den Gästen gelang es, am Sonntag Naunheim zu schlagen. Der Sonntag wird zeigen, ob das Können der Gäste dem errungenen Siege entspricht. Dor diesem Spiele hat Wieseck III. die erste Mannschaft von Klein-Linden im ersten Serien- spiele zu Gast. Die Handballmannschaften von mute bei der Idee, hier in meiner Vaterstadt aufzutreten, vier Wochen lang. Abend für Abend."
Sie seufzte unbewußt.
Die Augen des Alten wurden schärfer, for- fchender.
„Lil, das stimmt ja alles nicht, was du redest. Dir ist das Frankfurter Publikum genau fo wichtig und auch zugleich genau fo gleichgültig, wie das Publikum in anderen Städten, wo du bisher aufgetreten. Du bist aber voll Unruhe seit vorgestern, seit der Doktor bei dir gewesen. Wie verwandelt bist du seitdem. Und ich würde mich auch nicht wundern, wenn du, sonst so sicher und furchtlos vor dem Publikum, heute Lampenfieber hättest." Er drückt« Lils Rechte. „Mädelchen. du wolltest doch alles vergessen, was mit Werner Sturms Besuch zusammenhängt. Nimm dich zusammen, Lil, sonst verdirbst du vielleicht heute abend gar deine besten Tricks. Und du brauchst doch den Beifall und die Gunst des Publikums."
Zu dem nunmehr heute beginnenden internationalen Curoparundflug f)at der Reichspräsident einen Ehrenpreis für d i e beste deutsche Leistung gestiftet. Der Reichsverkehrsminister erklärte dabei, daß der Reichspräsident von der Stiftung des Ehrenpreises für die beste internationale Leistung deswegen abgesehen hat, weil Deutschland auf dem Gebiete der Luftfahrt noch nicht dieselben Rechte habe, welche alle anderen Böller für sich in Anspruch nehmen. FE „Teutonia^Watzenborn-Steinberg
Die 1. Mannschaft des FC. „Teutonia" Steinberg trug in Garbenteich ein Gesellschaftsfpiel gegen die dortige 1. Mannschaft aus. Es entwickelte sich ein flottes ^piel. Schon nach 15 Minuten gingen die Teutonen mit 2:0 in Führung. Garbenteich holte bald ein Tor auf, die Steinberger spielten aber ihr System weiter, das 3. Tor für Steinberg fiel. Dor der Pause verkürzte Garbentcich auf 3:2. Rach dem Wechsel wurde ein Elfmeter für Steinberg verwandelt. Die Gastgeber gingen nun mächtig aus sich heraus, aber als die Teutonen das 5. Tor buchten, schien das Spiel entschieden. Roch zweimal muhte sich der gegnerische Torhüter geschlagen bekennen. Durch ein Selbsttor der Steinberger, durch ein klar errungenes Tor der Garbenteicher endete das Spiel mit einem Resultat von 4:7 Toren für Watzenborn-Steinberg. FC. „Teutonia" II. gegen Steinbach II. 7:0 (6:0).
Fußballpokatturnier des DsR. Lich.
Mit einem Fußballpokalturnier eröffnet der B. f. R. am Sonntag die kommende Spielsaison. Zum ersten Male seit Bestehen des Dereins ist somit der hiesigen Bevölkerung Gelegenheit gegeben, einem solchen Turnier beizuwohnen. Wenn auch die Meinungen über den Wert dieser »Dlih- turnicrc" gar oft auseinander gehen, so können sie aber doch dazu beitragen, dem Publikum die oft vergeblich ersehnten schnellen und abwechslungsreichen Kämpfe zu bringen. Aber auch für die einzelnen Mannschaften können diese Der- anstaltungen wertvoll sein. Hier zeigt es sich, ob eine Mannschaft imstande ist, sich so schnell wie niöglid) bei der nur kurzen Spieldauer den sich schnell ändernden Spielphasen anzupassen, lieber die Abwicklung der Kämpfe fei gesagt, daß heute abend ein Propagandaspiel der Ersten gegen die Erste von Rieder-Ursel b. Frankfurt stattfindet. Die Dorkämpfe beginnen Sonntag vormittag, am frühen Rachmittag die Entscheidungsspiele. Anschließend ist Preisverteilung in der Turnhalle
Spielvereinigung Leihgestern.
Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern empfängt am Sonntag die 1. Mannschaft des FD. „Teutonia" Laubach. Die Gäste stellen eine flinke, wuchtig spielende Elf. Die Leihgester- ner spielen in der erfolgreichen Aufstellung des Dorsonntags. Man rechnet mit einem spannenden Spiel. Dorher treten di« neuaufgestellten Schüler auf den Plan. Gegner ist die Schülermannschaft I des DfD Gießen. Nach dem Spiel der ersten Elf tritt eine Alte-Herren-Mannschaft gegen die I Alten Herren des DfD. Gießen an. ___________
gen machen. Um das alles zu verhüten, treten wir nicht auf. Richt heute und nicht morgen, vielleicht nie mehr? Es geht auch ohne uns!"
Melchior Stampfer! war entsetzt. Wit großen starren Augen hatte er Lil während ihres Sprechens angesehen und durch seinen Kopf waren dabei die tollsten Gedanken gezuckt, wie er Lil wieder zur (Vernunft zu bringen vermochte. Aber alles, was er zusammengedacht, lieh sich nicht ausführen.
Er saß nun ganz zusammengefallen da und erwiderte müde: „Tue was du willst, und was du verantworten kannst, Lil, ich habe ja nichts mitzureden. Ich bin der „Rix" auf der Bühne und, wie ich jetzt einsehe, auch sonst neben dir. Aber es tut mir weh, wenn sich ein int allgemeinen so tapferes und energisches Mädel wie du grenzenlos gehen läßt. Es gibt so viel Liebesleid in der Welt, wenn aber alle Menschen dann gleich chre Arbeit und ihre Pflichten hinwerfen würden mit dem Ruf: Ich will nicht mehr?, dann wäre die Welt ein großer Müllhaufen. Bedenke nur, es war das zahlende Publikum, über das du heute so verächtlich sprichst, das dich in den Stand setzte, das Grab deines Datcrs zu schmücken und seine hinterlassenen Derpflich- tungen einzulösen. Das dich in den Stand setzte, dir das alte Haus mit den prachtvollen Möbeln wiederzukaufen, in dem du geboten wurdest. Es war das zahlende Publikum, das ein in die Welt hinausgelaufenes Mädel umformte in eine starke, selbstbewußte Persönlichkeit, an deren Stärke und Selbstbewußtsein ich heute leider zum ersten Male zweifeln muh. Deine Sache mit Werner Sturm steht auf einem ganz anderen Blatt und hat nichts damit zu tun.“
Er schwieg, aber seine Augen schienen weiterzusprechen. Es wat eine stumme, doch vielleicht noch eindringlicher« Sprache als die der Zunge.
Lils Hände machten ein paar fahrige, nervöse Bewegungen, als wolle sie lebhaft widersprechen, aber sie erwiderte nichts.
Das Auto fuhr weiter.
Ganz plötzlich sagte nun der alte Clown: „Wenn durch deine Schuld der Dertrag gebrochen wird, wenn du dich grundlos weigerst, aufzutreten, dürfte das eine teure Sache für dich werden. Die Konventionalstrafe steht nicht zum Scherz im Dertrag. Die Direktion hätte in deinem Fall ein Recht auf die Entschädigungssumme, Lil, die in unserem Dertrag ziemlich hoch bemessen ist. Ich warn« dich. Zaylst du die Konventionalstrafe, wirst du bald wieder an den Derkaus des Hauses denken müssen."
„Höre auf, hör« auf!“ Lil schüttelte den Kopf. .Das Haus darf nicht in Gefahr kommen, ich bin glücklich, wieder darin wohnen zu dürfen. Du hast mich schon vorhin überzeugt, und ich trete heute auf.“
(Fortsetzung folgt)
Gießen und Wieseck werden den Reigen der Spiele eröffnen.
Der Kreismeister Raunheim empfängt Erb- stadt I. zum Serienspiel. Raunheim sollte die Gäste mit einer Riederlage entlassen. Dorher: Raunheim Jugend — Heuchelheim Jugend.
Rieder-Florstadt empfängt Rieder-Wöllstadt.
Am Sonntag beginnen auch die Serienspiele der Bezirksklassen. In der ersten DezirkS- klasse stehen sich in der e r st e n G r u p p e Kinzenbach I. — Rodheim I.. Oberndors I. — Leun und Wetzlar i. — Allendorf a. d. Lahn I. gegenüber. In allen drei Spielen treffen sich gleichwertige Gegner.
In der zweiten Gruppe hat Giehen II. Täublingen I. aus dem Tritb zum Gegner. Wie- seck h. ist in Lollar zu Gast und wird einen schweren Stand haben. Wißmar l. empfängt Londorf I.
In der dritten Gruppe hat Großen- Buseck 1. — Saasen 1. zum Gegner und sollte e« auf eigenem Platze die Punkte buchen. Alsfeld I. und Burkhardsfelden L dürften sich in Alsfeld ein spannendes Spiel liefern. Grohen- Linden 1. ist in Hungen zu Gast.
Die zweite Bezirksklasse spielt mit 38 Mannschaften in sechs Gruppen.
Am kommenden Sonntag finden hier folgende Spiele statt:
«.Gruppe: Wetzlar II Dlasbach I.; Frankenbach I. — Fellingshausen I.; Kinzenbach li. — Waldgirmes l.
11.Gruppe: Gleiberg I. — Krosdorsl.; Wißmar II. — Dehberg I.; Launsbach 1. — Heuchelheim II.;
111. Gruppe : Hachborn 1. — Staufenberg I.; Sichertshausen I. — Allendorf a. d. Lda. I.; Lol-
bin nicht kühl und nüchtern, weil ich Werner noch immer zu sehr liebe. Mein Herz weih genau. du hast Werner unrecht getan mit deiner Beschuldigung und ich, die ich dir durch mein Schweigen zustimmte, habe ihm noch mehr unrecht getan. Daran denke ich von morgens bis abends, und nachts schrecke ich aus dumpfem Halbschlaf hoch und denke auch daran. Und ich werde daran denken, wenn ich auf der Bühne stehe und dem Publikum meine Mätzchen vormache. Dielleicht fange ich laut an zu heulen, wenn man von mir ein Lachen erwartet. Ich verderb« bann alles, und wir, die wir mit pompöser Reklame, eine Dunstwolke von Weltruhm um uns herum, angekündigt wurden, fallen durch, fallen jämmerlich durch. Das Publikum zischt und pfeift dann und wir müssen uns heimlich davonstehlen, um niemand in die Hände zu fallen. Denn wenn man Leute, die ihr gutes Geld bezahlt haben, enttäuscht, kann man böse Erfahrun- |


