QJL-'fport
„VfB. Kurheffen" Marburg geschlagen.
1900 (Liga) — vfv. Kurhessen Marburg 4:3 (4:1).
Die Dlauweißcn errangen einen überraschenden Sieg. Aeberraschender um so mehr, als der Sieg dem Spielverlauf nach verdient war. lieber- raschend außerdem, nachdem die Kurhessen am Samstag gegen „Rot-Weih" Frankfurt ein Anentschieden von 2:2 halten konnten. Allerdings darf nicht vergessen werden, daß die Gäste der Dlauweißen vom Spiel des Vortages etwas angegriffen waren. Das war unverkennbar.
Immerhin waren die 1900er überlegen. Teilweise sogar sehr stark überlegen. Während der ersten Halbzeit hatten sie außerdem noch den Wind zum Bundesgenossen und logen fast ständig vor dem gegnerischen Tor. Die Marburger waren auf einige Durchbrüche angewiesen. Vach der Pause ließen beide Mannschaften etwas nach. — Die Spielvereinigungsleute traten in sehr starker Aufstellung an: Müller: Zeiler, Jäckel: Glitsch, Heilmann, Henrich, Wilhelmi, Goebel, Dr. Adelberger, Arnold, K. Schmidt vertraten den Verein. Der beste Mann auf dem Platz war Hcilmann. Henrich an seiner Linken wirkte unauffällig, aber ebenfalls sehr gut. Das Schlußdreieck war sehr zuverlässig. Wilhelmi auf Rechtsaußen gab sehr saubere Flanken nach innen. Goebel war gut in Form, Adelberger hat seine alte Stärke noch nicht erreicht, Arnold und Schmidt ließen nichts zu wünschen übrig.
Die Marburger spielten zerfahrener. Die Mannschaft konnte sich zu geschlossenen Aktionen nur selten aufraffen. Sic muhten es fast während des ganzen Spiels den Plotzbesihern überlassen, den Ton anzugeben.
Der Spielverlauf: Durch den Wind unterstützt, drängten die 1900er sehr. Sie gingen auch bald in Führung. Ein Eckball, von Schmidt sauber getreten, wurde vom Marburger Tormann in das eigene Tor gefaustet.
Die Marburger konnten vorübergehend das Spiel ausgeglichener gestalten und in der 25. Mi- i nute erzielten sie den Ausgleich. Müller fing den Ball, das Leder entglitt ihm aber wieder, der Halblinke der Marburger verwandelte dann in entschlossenem Rachschuß aus geringer Entfernung. In der 35. Minute ergab sich vor dein Marburger Tor eine äußerst kritische Situation. Zweimal kam der Ball auf des Gegners Tor, das erstemal rettete die Latte, das zweitemal konnte der Tormann halten. Zwei Minuten später gefiel Arnold in einem prächtigen Torschuß, nachdem ihm der Tormann entgegengelaufen war. Arnold aber flink auswich und mit einem Bombenschuß seine Mannschaft wieder in Führung brachte. Fünf Minuten vor der Pause konnte ein vorbereitender Angriff des gesamten linken Flügels durch Göbel mit einem Bali, knapp unter die Latte gesetzt, erfolgreich abgeschlossen werden. Eine Minute vor Halbzeit konnte abermals Arnold auf eine saubere Vorlage von Heilmann hin auf 4:1 erhöhen. Damit war der Torreigen für 1900 beendet. Die zweite Halbzeit sah beide Mannschaften auch weiterhin in lebhaftem Kampf. Aber auch jetzt behielten die 1900er die Oberhand. Der Marburger Tormann war immer noch mehr in Aktion als Müller im Tor der 1900er. Die 1900er konnten indessen nicht mehr so viele Torchancen heraus- arbeiten, jagten andererseits manchen Ball daneben und hoch darüber. Außerdem rettete einige* male der Dalken. Die Marburger gelangten ihrerseits einigemale vor das Tor, erzielten tatsächlich noch zwei Erfolge, die indessen in nicht besonders eindrucksvoller Weise fielen.
Bei der Begegnung der Ligareserpeinannschaf- ten zwischen VfB. Kurhessen Marburg und 1900 Gießen bekam man nur schwache Leistungen zu sehen. Beide Stürmerreihen waren große Künstler im Auslassen der besten Chancen. Vor der
Pause war Marburg mit dem Rückenwind tonangebend, brachte aber nur einen Treffer zuwege. RcÄ) dem Wechsel wurde 1900 drückender überlegen, wie dies vorher Marburg war. Der schußschwache Sturm konnte aber die zahlreiche Abwehr der Gäste nicht bezwingen. Lediglich ein Handelfmeter führte zum Ausgleich.
Iugendspiele.
IDeilburg 1. Jugend — 1900 1. Jugend 1:1.
Die 1. Jugend war einer Einladung zu einem Gesellschaftsspiel in Weilburg gefolgt. Sie hatte gegen die dortige 1. Jugend, die körperlich bedeutend kräftiger war, einen schweren Stand. Wenn 1900 auch technisch besser und schneller am Ball war, so entwickelte sich infolge recht massiven Spiels des Gegners doch kein flüssiger Kampf. Als 1900 durch ein schönes Tor in Führung gegangen war, konnte Weilburg durch ein zweifelhaftes Tor den Ausgleich erzielen.
1900 II — VfB. Marburg II 3:2 (2:2).
Zwei gleichwertige Gegner lieferten sich ein interessantes faires Treffen, in dem der Gast durch seinen Eifer oft im Vorteil war. Der Sturm wußte aber oft nichts mit dem Ball anzufangen, sonst wäre der Sieg mit nach Marburg gegangen. 1900 Schüler — Grohen-Vuseck Schüler 2:1 (0:0).
Der Gast war nicht vollzählig und wurde durch die Platzmannschaft verstärkt. 1900 hatte einzelne recht gute Spieler in seinen Reihen und gewann das Spiel infolge seiner größeren Spielerfahrung verdient.
BfB.-Gießen.
VfB. Butzbach (Liga) — VfB. Gießen (Liga) 2:2.
Die VfDer konnten in Butzbach nur ein Anentschieden herausholen. Auf Butzbacher Boden ist das allerdings nicht weiter verwunderlich. Die VfDer hatten durchweg etwas mehr vom Spiel. Die nicht ganz einwandfreie Schiedsrichterleitung und das reichlich harte Spiel der Gastgeber gaben dem Kampf die besondere Rote. VfB. spielte schlecht und recht, der Sturm zeigte erfreulicherweise größere Aktivität als sonst.
Das Spiel begann recht temperamentvoll und wurde im weiteren Verlaufe mit unverminderter Schnelligkeit und Schärfe durchgeführt. Gegen Mitte der ersten Halbzeit konnte Seibel als Abschluß eines geschickt angelegten Angriffs in bekannter Manier in Führung gehen. Die Dutz- bacher setzten nun alles in Bewegung, um zu Erfolgen zu kommen: es gelang aber dank der Aufmerksamkeit der VfD.-Deckung nicht. In der zweiten Halbzeit sah man das gleiche Bild wie vorher. Die VfBer vermochten gegen Mitte der zweiten Halbzeit durch einen Prachtschuß von Ritter den Vorsprung zu erhöhen. Von da ab nahm das Spiel unschöne Formen an, was nicht zuletzt ein Verschulden des Schiedsrichter (vom Plahverein) war. So mußte Leutheuser durch allzuharte Entscheidung das Spielfeld verlassen. Butzbach kam nicht zuletzt dadurch gegen dos Spielende etwas mehr auf und aus dem Gedränge heraus, sowie durch einen Elfmeter fielen zwei Tore, die den Ausgleich bedeuteten. Bei den Grün-Weihen zeigten verschiedene Spieler sehr gute Form, insbesondere waren die Verteidigung und der Torwart sehr auf der Höhe.
VfB. Ligareseroe — Garbenleich I 2:1.
Ruf dem Waldsportplatz lieferten sich obige Mannschaften einen interessanten Kampf, der die VfBer stets im Vorteil sah. Aber auch Garbenteich zeigte ein schönes Zusammenspiel, insbesondere kam der Sturm unter Führung von Bären- fänger oft in Tornähe. VfD. konnte trotz größerer Aeberlegenheit nur zwei Tore erzielen, denen Garbenteich den Ehrentreffer entgegensetzen konnte.
Die 2. Jugend konnte in Klein-Linden wiederum einen Sieg landen: der Gastgeber hatte mit 2:1 das Rachsehen.
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Teutonia I — Hermannstein 1 5:1 (3:1).
Die Hermannsteiner weilten am Sonntag mit drei Mannschaften in Watzenborn-Steinberg und waren gern gesehene Gäste. Das Spiel der ersten Mannschaften gestaltete sich zu einem flotten Kampf. Beide Mannschaften setzten ihr ganzes Können ein, Hermannstein verlor aber bald einen seiner Verteidiger durch Verletzung. Ein Strafstoß für die Platzbesitzer wurde zum Führungstreffer verwandelt. Bald darauf schied der Mittelstürmer der Teutonen aus und beide Mannschaften spielten mit nur 10 Mann. Hermannstein erzielte nun den Ausgleich. Zwei Minuten später waren aber die Gastgeber wieder in Front, der Mittelstürmer erschien wieder uni) die Teutonen gestalteten den Rest des Kampfes bis zur Halbzeit überlegen für sich. Ein flotter Angriff führte zum 3. Tor. Rach der Pause gingen die Gäste, jetzt wieder vollständig, mächtig aus sich heraus. Zu Erfolgen kamen sic aber nicht. Die Teutonen kamen wieder mehr auf und belagerten mit Hilfe des Windes das gegnerische Tor. Zwei weitere Erfolge waren die Ausbeute.
Teutonia II — hcrmannstein II 3:0 (2:0).
Vor dem Spiel der 1. Mannschaften traten die zweiten der beiden Vereine einander gegenüber. Die Einheimischen verpaßten zunächst einige zwingende Gelegenheiten, waren aber im ^Feldspiel überlegen und arbeiteten immer wieder Torchancen heraus, deren denn auch vor der Pause zwei ausgenützt werden konnten. Rach der Pause sah man gleichverteiltcrcs Spiel. Beide Mannschaften spielten auf Erfolg. Die Plahbesitzer vermochten aber nur noch einmal erfolgreich zu fein, den Gästen blieb selbst das Ehrentor versagt. Das Treffen der Schüler beider Vereine endete mit einem knappen 1:0-Sieg der Einheimischen.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Gießen I — Marburg I 6:0.
Auf dem Trieb standen sich beide Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Der starke Wind ließ nur ein mäßiges Spiel aufkommen. Die Plahbesitzer hatten es, trotzdem sie mit Ersah antreten mußten, jederzeit in der Hand. Marburg gab sich dabei alle Mühe, dem Gegner ein gleichwertiges Spiel zu liefern. Gießen tonnte mit 6:0 Toren als verdienter Sieger den Platz verlassen.
Gießen II — Marburg II 4:4.
Mit dem Wind als Bundesgenossen gelang es Marburg bis Halbzeit mit 4:0 Toren zu führen. Rach dem Wechsel kamen die Gießener auf und konnten das Anentschiedcn erzwingen. — Gießen Jugend (komb.) — Grüningen I. 1:3.
Mieseck I — Vad Homburg I 10:2.
Bad Homburg war in Wieseck zu Gast. Die Gäste stellten eine körperlich ausgeglichene Mannschaft ins Feld, die wohl gute Einzelkräfte auf* wies, im ganzen aber nicht das erwartete Spiel zeigte. Bei Halbzeit führte Wieseck 5:0. Rach dem Wechsel kamen die Homburger zu ihrem ersten Tor. Dann setzten die Wiesecker den Torreigen fort und in gleichmäßigen Abständen fiel Tor auf Tor. Fast mit dem Schlußpfiff kamen die Gäste zu einem zweiten Tor.
wieseck II — Homburg II 9:1.
Homburg, mit nur zehn Mann, muhte sich tapfer wehren und konnte nicht verhindern, daß Wieseck bei Halbzeit mit 5:1 Toren führte. Rach dem Wechsel waren die Platzbesitzer weiter im Vorteil und errangen einen hohen Sieg.
Wieseck 1. Jugend — Trohe I 1:1.
Wieseck, mit Ersah antretend, muhte sich mächtig gegen die Angriffe der Gäste wehren und konnte nur ein Anentschieden 1:1 erzielen. — Wieseck 2. Jugend — Lollar Jugend 2:1.
Raunheim I — Allendorf I 7:1.
Der Bezirksmeister Allendorf war in Raunheim zum Freundschaftsspiel zu Gast. Das flache Spiel der Platzbesitzer unterschied sich wesentlich
von dem der Gäste. Wohl gab Allendorf akleH her, um seinem Titel Ehre zu machen, vermocht« aber nicht, sich durchzusehen. Raunheim führt- bei Halbzeit mit 4:0 Toren. Auch nach derq Wechsel war Raunheim tonangebend und konnttz noch drei Tore buchen. Allendorf erzielte lebig« lich aüs einem Eckball sein Ehrentor.
Raunheim II. — Dlasbach I. 3:4. — Raunheiiq Jugend — Blosbach Jugend 3:3.
Handball.
wieseck I — Gambach I 5:2.
Wieseck trat mit verjüngter Mannschaft an unh war den Gästen in der ersten Spielhälfte toe* sentlich überlegen. Halbzeit mit 3:0 für Wieseck. Rach dem Seitenwechsel wurde das Spiel ausgeglichen. Wieseck gelang es, noch zwei Tore zu erzielen, denen aber die Gäste auch zwei Tor« entgegensehen konnten.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
L. R. in wieseck. 1. Ein Radiobesitzer, der mit anderen Mietern zusammen in einem Hause wohin, darf keineswegs in einer die Mitbewohner des Hauses erheblich belästigenden Weise den Apparat dauernd abends oder bis in die Nacht hinein in Tätigkeit setzen. Ebensowenig darf ein Mieter ab- abendlich Gäste bei sich" aufnehmen, die die Mitbe, wohner durch lautes Lärmen in ihrer Nachtruhe stören, derart, daß sogar der schikanöse Charakter dieser Handlungsweise erkennbar wird. Die leicht« Bauart eines Hauses kann hierbei auch eine Rolls spielen. — 2. Der Mieter muß sich um Schutz an den Hauseigentümer wenden, der verpflichtet ist, den Ruhestörer aufzufordern, das Radiospielen auf ein erträgliches Maß zu beschränken und den ruhestören« den Lärm zu unterlassen. Kommt der Ruhestörer dieser Aufforderung nicht nach, so hat ihn der Vor, Mieter am Amtsgericht zu verklagen. — 3. Wenn der durch das Radio, oder den Mitmieter und seine Besucher verursachte Lärm bei geschlossenen Fenstern erfolgt und nicht die Allgemeinheit, sondern nur dis Mithausbewohner belästigt, so liegt in der Regel - ein ruhestörender Lärm im Sinne des Strafgesetz« . buches nicht vor. In diesem Falle ist eine polizeilich« Anzeige zwecklos.
Adam v. 1. Die Reichsqoldmünzen zu 5 Mark find ausgeprägt worden lt. Gesetz vom 9. 7.1873 und wurden mangels Bewährung außer Kurs gesetzt durch die Munznovelle vom 1.6.1900. — 2. Das 25^Pf.-Stück aus Nickel ist ausgeprägt worden lt. Gesetz vom 19. 5. 08 und wurde außer Kurs gesetzt durch Bekanntmachung des Reichskanzlers " vom 1.8.1918. — 3. Die Silbermünzen im Werte von 50 Pf. find laut Bundesratsbeschluß vom 6.10.04 mit der Bezeichnung „% Mark" ausgeprägt worden und wurden lt. Verordnung des Reichsfinanz« Ministers vom 13. 4. 20 außer Kurs gefetzt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Der Einfluß des ersten Frühstücks auf die Gesundheit der Schulkinder.
Welche Bedeutung das Morgenfrühstück für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit hat, ist allgemein bekannt. Was für den Erwachsenen gilt, ist für den unentwickelten Körper des Kindes von noch größerer Wichtigkeit. An den kleinen Schüler oder die kleine Schülerin treten gerade am Morgen be_- fondere Anforderungen heran, und sie brauchen deshalb vor dem Weggehen einen gehörigen Kraftzuschuß. Zuviel essen dürfen sie aber auch nicht, denn „ein voller Bauch studiert nicht gern". Tausende von Aerzten empfehlen deshalb seit Jahren als Frühstückgetränk die konzentrierte und leicht verdauliche Ovomaltine-Kraftnahrung. Sic ist aus Malz, Milch, Eiern und Kakao hergestellt und schmeckt vorzüglich. Schon mit einer Dose zu RM. 1,15 aus der nächsten Apotheke oder Drogerie können Sie einen Versuch machen. Wollen Sie erst eine kostenlose Geschmacksprobe, so erhalten Sie diese von Dr. A. Wander G. m. b. $)., Abt. 79, Osthofen (Rheinhessen). 2875V
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