Einzelbild herunterladen

ib

MV

Nichtsein!

ISChe" kge von

M

*Ä22 J?M.

Ölo,:ifkulnr ftadit"n. chfunoi p und =te"' !«<>v

all8mutaw!.

^15 Uhr abends 6S Kulturpolitik

M 8.15 Uhr

Außenpolitik

"trag freie Aussprache '" pro Vortrag

9ung Gießen

d Schule

April IW. annessaai bend eichsbahn- is Thema: srhessen unde sind

' Vorstand a;oD *

le-Bund

tage Wilhelm Buschs, ipril 1932, abends 8 Uhr, oda: 2i2t D

npla. d, Donnerstag.

Schwarz

^tbilderti^l^i

Helm IM igenden Buschsprecher i Balzer imtiich numerierten der ungChallier, für Buü»1 2 Stück ir«i gegen but- dem blauen Gatschew- smitglieder zu /0 Pf. geg. ans dem Gutscheinheft ta«s"wlÄ jerkarlen zu oO IV 8» OPf. gegen Ausweis bei Universitätsgebäude.

^.WrilliM.-'bends MrterSoP' flöpiunlomoiiM I.Uahresbeücht!^^. >oran,chlaEK . Lterbeuntei ueiW

;em- V^erfdiicbenes. Leinen criordK

lieien

cKensa^ 25rtP

d wittel, aDpe r,isol*erp , r 1 tyerbilh^1

Nr. 86 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für GberlMn) Mittwoch, 15. April 1952

Aus dem Reiche der Krau

Als

Sauerampferkloß. Kür jede Person rechnet man eine Obertasse abgetönten eauerampfer zu jeder Tasse Sauerampfer nimmt man ein Ei, 20 g Butter und für 2 Pf. Semmel. Die Butter wird zu Sahne gerührt, Eier, Salz, Pfeffer und etwas Mus­katblüte beigegeben und zuletzt der Sauerampfer. Diese Masse füllt man in eine mit Butter ausge- ftridjene Form und läßt sie im Wasserbade 1 '< Stun den kochen. Dieses Gericht wird umgestürzt zu Tisch gebracht. Bon alten Brötchen bereitete Semmelkloßc dienen als Beilage.

Geschmorter Kopfsalat. Aus den harten Blattern des Kopfsalates, die als Salat keine Ver­wendung mehr finden können, läßt sich ein schmack­haftes Gemüse bereiten, wenn man die gut ge­waschenen Blatter abkocht, abtropfen läßt, fein hackt und bann in einer Mehlschwitze mit geriebener Mus­katnuß und einem Stich Butter weich schmort.

adgowatchcu und poltert Das Lackieren ober Einwachten des Bodens besorgt man am Abend als letztes. Gebohnert wird zunächst erst am nächsten Lag.

Sn biefer Art unb Reihenfolge werden sämt­liche Zimmer der Wohnung« gereinigt, in den Schlafzimmern kommt die besondere 'Behandlung der Betten, in der Küche die Reinigung von Ge­schirr, Bestecken, Holz und Metall noch hinzu.

Und nun geht s los.

Zuerst der Ofen. Da wird das Ofenrohr gut abgeklopft, vorsichtig abgenommen und im Hoi über dem Kehrichtkasten ausgeleert. Mit einem Stock, den man mit Zeitungspapier umwickelt, wird auch der letzte Ruß entfernt. Und ebenso werden die Züge des Ofens gereinigt. Aschen­kasten und das Ofeninnere werden mit Hand­besen gesäubert und vor allem der Ofen gründ­lich nachgesehen, und was nicht ganz intakt ist. jetzt repariert, solange es warm ist und man ihn nicht benötigt.

Decken unb Wände werden mit dem Deckenbesen strichweise abgekehrt, die Tapete mit besonderem Putzmittel abgerieben, vielleicht auch mit Brotkruste, abwaschbare Tapeten nach Vor­schrift feucht behandelt.

Fen st er und Holzwerk. Sämtliche Holz­teile, Türen, die Fensterrahmen außen und innen werden abgekehrt, mit leichtem Seifenwasser und etwas Salmiak abgewaschen. Für Lackanstrich verwendet man Panamalauge. Jede Fläche wird zuerst mit kaltem Wasser abgewaschen und zwar von oben nach unten, damit das herablaufende Schmuhwasser keine Streifen bildet. Run toirb mit einer weichen Dürste gescheuert, empfindliches Holz mit dem Schwamm gewaschen, und mit dem Lappen nachgerieben.

Muß man das Fensterputzen hier erklären? Das ist wohl überflüssig?

Run kommen sämtliche Metallteile dran. Vorhangstangen. Türklinken. Lampen werden mit Metallpuhzeug gereinigt und blanfperieben. Glas­platten mit Seifenlauge, Kristallüster mit Spr- rituswasser abgewa'chen. Lampenschirme mit einer weichen Dürste entstaubt.

Die Möbel werden gut abgerieben. Rückwand und obere Fläche feucht abgewischt, das Edcl- ho^werk nach besonderen Vorschriften behandelt. Es folgt die Reinigung der Oesen und Heiz- verkleidungen. welche geschwärzt, Kachelkamine mit Seifenwasser abgewaschen und klar nach­gespült. Zentralheizungskörper mit feuchtem Leder abgerieben werden.

Dann ist der Doden an der Reihe, er wird ausgewaschen, eingeölt, lackiert oder gespänt, ge­wachst und geblockt. Während er trocknet werden die Polstermöbel, Teppiche und alles, was wir aus dem Zimmer geräumt haben, gesäubert und geklopft. Aufstellgegenstände und Dilder werden

Oie praktische Hausfrau.

Gardinen. Um zu verhindern, baß die Gar­dinen beim Lüften der Zimmer durch die Fenster wehen unb schmutzig werben, nähe man in den unteren Saum etwa sechs Bleistücke ein. Dieses Vor­gehen hat auch den Vorzug, daß die Gardinen immer schön gerade hängen.

Anbrennen von Milch. Milchanbrennen wird verhütet, wenn der Topf vorher mit Speck­schwarte eingerieben wird. Der Geschmack der Speck­schwarte ist nicht bemerkbar. Milch gerinnt nicht, wenn man eine kleine Prise doppelkohlensaures Na­tron zusetzt.

Reinigen von Flaschen. Um Flaschen aller Art zu reinigen, schüttet man zerstoßene Eierschalen in den Bauch der Flasche und gießt genügend kaltes ober lauwarmes Wasser hinzu und schüttelt das Ganze tüchtig. *

W i e zerschneide ich eine Torte? Das Zerschneiden von Torten, namentlich von solchen, tüe mit Creme ober Schlagsahne gefüllt sind, ist manch mal nicht in ber gewünschten Gleichmäßigkeit mög­lich. Das Schneiben wirb aber wesentlich erleichtert, wenn man bas Messer vor jebem Einschnitt in kaltes Wasser taucht. Es bleibt bann nichts am Messer hängen, und man erzielt glatte Schnittflächen.

Wollene Babykleiber. Die Wollkleidchen der Kleinen dürfen nie in heißem Seifenwasser gewaschen werden, dasselbe darf nur lauwarm sein. Auch soll man diese Sachen nicht waschen, sondern sie nur so lange ausdrücken, bis aller Schmutz ent fernt ist. Behandelt man die Wollkleidchen nicht ganz vorsichtig, dann werden sie schnell hart und wärmen nicht mehr. Bügeln darf man diefe Kleider auch nicht.

Gläser müssen heiß nachgespült und sofort ab getrocknet werden, wenn man sic schön blank haben will. Läßt man sie erst umgedreht stehen, zieht der Dampf in das Glas und beschlägt es.

Reinigung von Bürsten. Die Bürsten dürfen bet einer Reinigung nur in Höhe der Borsten ins Wasser gelegt werden. Man nimmt Seifenlaugc mit etwas äoda unb Salmiak, letzteres besonder» für Haarbürsten, schwenkt darin die Bürsten hm unb her, kämmt sie aus, spült gründlich, trocknet sic mit einem weichen Tuch und legt sie mit den Borsten nach unten an die Luft zum Austrocknen.

täglichen Kaltdufche, die nicht das Endziel zu fein braucht.

Das Schulkind wird dann soweit abgehärtet fein, daß es sich gern kalt und ganz wäscht, und zwar nicht nur am Abend zur Generalwaschung, sondern auch morgens vor dem Schulgang. Dringend nötig ist, daß dabei kalte Füße unbedingt vermieden wer den. Gut schäumende Seife und ein Waschlappen sind die Voraussetzungen, damit sich das Kind gern und gut wäscht. Das Kind muß wissen, daß die Hautporen und Drüjeneingänge durch Waschen offen gehalten werden müssen, um gesund zu bleiben.

3m Sommer wird sich das Kind bei offenem Fenster waschen, um außer dem Licht unb der Lust auch noch die Sonnenstrahlen auf die Haut wirken zu lassen. Eine Fortsetzung der Abhärtung durch Wassersport im Freien kommt bann ganz von selbst. Auch hier müssen freilich Uebertreibungen, z. B. burch zu langes Baden in Badeanstalten, ver­mieden werden.

daß Kinder wie Erwachsene durch zu viel Sonnen einroirfung an der See oder tm Hochgebirge nicht genügend erholt zurückkehren. Besonders gefährdet find die Hautempfindlichen. Blonde und rothaarige Menschen müssen besonders vorsichtig fein. Die gün­stigste Tageszeit für das Sonnenbad im Sommer ist vormittags zehn bis zwölf Uhr, nicht nach der Mittagszeit wegen der intensiveren Bestrahlung.

Für die weitere Abhärtung sind die Abreibungen mit Wasser unentbehrlich. Auch hier fange man, um sich die Freudigkeit und Mitarbeit des Kindes zu erhalten, mit lauwarmem Wasser an. Täglich muß das Wasser unmerklich kühler werden, bei kal­tem Wasser kann man mit Einzelabreibungen be­ginnen. Darauf muß der Körper warm frottiert werden.

Es gehört eine gewisse Sorgfalt und Zeit zu die­sen Vorrichtungen, wobei jede fanatische Einstellung von Kaltwasserbenutzung vom Uebel ist. Es ist ein weiter Weg vom Beginn der Abhärtung bis zur

Das große Gcheuerfest

Oie Vorbereitungen zum Fnühjahrshauspuh.

Don Margret Halm.

Krühjahrsgemüse.

Allerlei Rezepte.

Brunnenkresse, gedunstet. Die Brun- nenkresse, die meist als Salat bekannt ist, gibt ein gutes Gemüse. Sie wird sauber gewaschen, dann in reichlich Wasser mit Salz weich gekocht, abgegossen, ausgedrückt, klein geschnitten und mit Butter ge­dünstet. Geriebene 'Muskatnuß dient als Gewürz. Will man eine sämige Tunke haben, so verrührt man Roggenmehl mit Fleischbrühe, vermischt es mit der Brunnenkresse unb läßt das Gemüse nochmals aus kochen. Eierkuchen, Bratwurstchen, Setzeier, Zunge als Beilage.

Sauerampfer, geschmort. Sauerampfer blätter ohne Stiele wäscht man gut ab, schneidet ober backt sie und gibt sie mit wenig Butter in einen Schmortopf, in dem man sie im eigenen Saft weich dünsten läßt. Mit Fleischbrühe ungerührtes Mehl bient zum Sämigmachen bes Gemüses. Feiner wird es, wenn dicke saure ober süße Sahne ungerührt unb ein Eidotter daran geguirlt wird. Fleischkloße, Eier ober Hammelkotelettes als Beilage: für jede Person rechnet man 1,5 Liter Sauerampfer.

Abhärtung.

Don Stadimedizinalrat Dr K. Marloth*.

Im Gegensatz zu unseren Eltern, die meist nur foldje Kinder abhärteten, die häufig unter Erkäl­tungskrankheiten (Mandelentzündungen usw.) zu leiden hatten, lassen wir modernen Eltern, da wir im volkshygienischen Aufklärungszeitalter leben, jebem unserer Kinder diese Wohltat zuteil werden. Sie ist wertvoller für bas ganze Leben eines Stinbcs als viele ahnen.

Wir beginnen mit der Abhärtung im Sommer ober wenn es im Winter geschieht im ge­heizten Zimmer bei etwa zwanzig Grab Celsius. Mit dieser Abhärtung darf man nicht früher an­fangen, bis das Kind bas erste Jahr überschritten hat unb bereits zu fclbftänbigen Geh- unb Steh­bewegungen neigt. Wir werben aUcrbings schon vorher ben Säugling vor Ueberhitzung durch über mäßiges Zudecken behüten unb durch tägliches Baben zur Abhärtung vorbereitet haben. Unter Mit- beratung bes Arztes wirb man etwa folgender­maßen verfahren: man wird das Kindchen zunächst ein bis zwei Minuten mit entblößtem Oberkörper, später ganz nackt, im Bett, Ställchen usw. krabbeln ober umherlaufen lassen. Aeltere Kinber läßt man mit drei bis fünf Minuten anfangend nackt bzw. ohne Kleidung umherspringen. Ist das Kind im übrigen gesund, wird es erfahrungsgemäß große Freude daran haben. Nach diesem Haukbäd wird zur Vermeidung stärkerer Abkühlung trocken ab­frottiert und schnell angezogen. Ist das Kind er­kältet, pausiert man bis zum Abklingen des Schnup­fens oder Katarrhs, beginnt aber bann von neuem. Gewohnt sich bas Kind schwer baran, so wirb man an besonders trockenen Sommertagen erneut be­ginnen ober für Luftwechsel sorgen. Ein wieberholler Versuch lohnt sich burchaus. Wir Aerzte wisien jetzt, baß allzu große Besorgnis bas zarte Kinb mehr unb mehr verweichlicht. Soll die Abhärtung im Freien geschehen, bann wirb man an einem krackt nen Sommertag bas Kind bei etwa 22 bis 25 Grad Celsius halb, später ganz nackt, ebenfalls mit fünf Minuten beginnend, im Schatten, später in nicht zu praller Sonne umherspringen lassen. Am Ber hplfen des Kindes erkennt man halb, ob ihm bie Freiluft, zu bem als befonbere Haukmaffage bie Luftströmungen hinzutreten, zusagt unb bekommt. Hierbei ist Frottieren und schnelles An­ziehen nach ber abgelaufenen Zeit besonders wich tig, um nach Schwitzen Verdunstungskälte auf der Haut zu verhüten. Auch ein Freiluftbad wird bei eintretenber Erkältung abgebrochen, jeboch später von neuem begonnen. Meist machen bie Luftbäder ben Kinbern unbändige Freude, auch im Winter im angewärmten Zimmer.

Außer ber Luft löst auch bas gewöhnliche Tages­licht eine beiebene Wirkung auf bie Haut aus, im Freien burch bie intensivere Bestrahlung weit mehr -als im geschloffenen Raume. Die konzentrierteste Lichtstrahlabhärtung ist bas S o n n e n b a d. Wenn auch in unseren Breitengraden das Umherspringen unserer Kinder im Badeanzug an heißen Tagen in -ber grellen Sonne sür kürzere Zeit allgemein gewiß nichts schadet, so wird man bet gelegentlichen oder systematischen Sonnenbädern gewisse Vorsicht üben. Bci einem Sonnenbad von langer Dauer, bas ohne Schaben nur burch Hauttraining möglich ist, tritt außer ben bekannten Verbrennungen unb möglicher Ueberhitzungsgefahr bei vielen eine eigenartige, nervösmachenbe Ueberanftrengung bes Hautnervenapparates ein. Es kommt baher vor,

* Diese Ausführungen finb bem im Verlag von B. G. Teubner in Leipzig unb Berlin erschienenen BucheWie erhalte ich mein Kinb gesund?" (Kart. 2 Mark) entnommen, bas unter bem Leitwort bes Frohsinns ben Estern eine Reihe praktischer Hanb- haben zur Kräftigung bes Körpers, ber Seele unb ber Nerven bes Äinbes gibt. ___________________

bere Gelegenheiten entsprechen, in der Schule aus­tragen. Ein seidenes Kleid gehört nicht in die Schule.

Als Mantel ist der Kamelhaarmantel ober der Trenchcoat noch immer sehr beliebt und praktisch. Mit einknöpfbarem warmem Innenfutter dient er sowohl für kühlere Tage, und bildet ohne Sutter gegen Wind und Wetter einen angenehmen Schutz. Endlich aber läßt sich kaum ein anderer Mantel gefallen, daß man ihn mit Wasser und Seife unb einer Dürste bearbeitet, um ihn nach einem gar nicht so außer dem Dereich der Möglichkeit lie­genden Fleckensegen immer wieder tadellos herzu­stellen. Dazu die Daskenmütze. Strohhutchen blei­ben hübsch im Schrank, bis man am Rachmittag dann an Muttis Hand spazieren geht. Für schone Sommertage braucht man zum Schulweg kernen Hut.

Dreiviertellange Strümpfe ober Söckchen vari­ieren je nach der ^Witterung in Dichtheit und Wärme der Gewebe. And hohe Stiefel! So lange man die kleine Gesellschaft nur irgend dazu über­reden kann! Ist er doch für die zarten Gelenke so sehr viel gesünder als der Halbschuh, der den zarten Knöcheln gar keinen Halt bietet.

Für den Düben die Einknopfgürtelhöschen mit Polo- oder Dlusenhemd in Zephir, Tricoline. Flanell oder buntgeftridtem Pullover. Für heiße Tage ist bann ber blauweih gestreifte Matrosen­anzug aus kräftigem Drell immer gleichbleibend die praktischste, einfachste und freundlichste Klei­dung zugleich. Etwas später kommt bann der erste Sportanzug, der mit feinen ungezählten Laschen bie Sehnsucht jedes richtigen Duben bedeutet.

Lodenmantel unb Windjacke sind für ben "Buben ber gegebene Schutz gegen Regen und rauhe ürüh- lingswitterung. Auch für ihn ist ber Trenchcoat noch immer .große Mobe". Dazu bann bie von ber Schule rorgeschriebene Klassenkappe, bie Bas­ten- ober Matrosenmütze. Zum berben Dubenstie- fel auch der kleine Mann soll nicht so viel im Halbschuh gehen - dreiviertellange gerollte Strümpfe ober Stutzen.

©egen alle Sitten unb Vorstellungen ber Klei­nen. statt des Ranzen eine Düchermappe nehmen zu bürten, sollte bie Mutter sich energisch zur Wehr setzen. Denn für den kleinen, im Wachstum befindlichen Körper ist nichts so ungesund als das einseitige Zerren des schweren Ducherpacks bas gar oft schon unglückseliger Erreger einer schiefen Haltung geworben ist. Der Schulranzen auf bem Rücken aber belastet ben kleinen Körper viel weni­ger unb gestattet nicht nur, sondern förbert eine gclunbe, natürliche unb schöne Körperhaltung.

Geld viel ausrichten kann. Diesem .zu entsprechen war mein Streben von jeher unb ich glaube, was bie Kochkunst anbetrifft, es erreicht zu haben, usw.

Obgleich man in dieser Zeit noch nichts von Küchenchemie unb moberner Ernährungslehre wußte, gibt bie Verfasserin, auf Grunb ihrer praktischen Erfahrung, sehr richtige Ratschlage. So schreibt sie: Setzt man Ochsenfleisch mit kaltem Wasser bet, so wirb die Brühe kräftiger: setzt man bas Fleisch mit heißem Wasser bei, so wirb bas Fletsch kräf­tiger. Heute bekommen unsere jungen Mabchen aucy bie Erklärung bafür, warum bas so ist: nämlich, bas heiße Wasser schließt bie Poren bes Flesiches, unb ber Fleischsaft, unb mit ihm natürlich b.e Nähr­stoffe bleiben im Fleisch erhalten. Für Kraftbrühe wirb bas Fleisch in Stücke geschnitten unb mit kaltem Wasser beigejetzt. Auf diese We.se wird das Fleisch ausgelaugt und alle Nährstoffe gehen in die ^Das Gemüse empfiehlt die Verfasserin schon nur abzubriihen und in Butter weich zu dampfen. Die moderne Hausfrau brüht natürlich das Gemüse auch nicht mehr ab, sondern dampft es m tfett oder Butter weich, um auf diese Weise aUe Jlat)jtoife im Gericht zu erhalten. Unter der Rubrik fische fällt es auf, daß außer Hering und etodfnd) feine Seefische angegeben sind. Man kannte also frische Seefische im Binnenlande kaum. Das kam natürlich von der Unmöglichkeit, frische Fische zu befördern.

Beim Backwerk finden wir auch sehr viel Eier angegeben, so z. B. für einen Biskuckkiichen 20 Ei­gelb unb 10 Eischnee auf 1 Piunb Mehl. Auffallend ist, daß schon viel Zitronen in den Rezepten ange- ^Wei?auch viel Unterschiedliches zwischen damals und heute besteht, eines gilt, wie die Verfasserin von 1858 schreibt, auch für die .nausirau von heute, nämlich: mit wenig Geld viel auszurichten.

Gchulkindertteidung.

3m allgemeinen ist für Mädchen die «Ittel- form in den ersten Schuljahren noch gegeben, in russisch-grün, in tiefem Rot mit

und weißem, rundem Kragen suhlt sich das kleine Wesen wohl und ist in feiner Einfachheit durchaus VmÄ gekleidet, ^och auch da-l du^e blaue Faltenröckchen mit Trager, farbigem Pullover ober der geliebten Polobluse und mehr zum Som L hin LNiere waschbare Kleidchen rn Crepe und Leinen Moufseline. Tricoline Datist Es wäre nicht sehr geschmackvoll l-ebe man die Kinder ihre älteren genormten guten Kind­chen, die nicht mehr ganz dem Zweck Tur veion

Geschmorter Kopfsalat mit Milch. Kopfsalat, welcher hart geworden ist, läßt sich ge­schmort gut verwenden. Man wäscht ihn bc(onb'rs gut, kocht ihn in Wasser, dem eine 'Ißeniyfeit Na tron beigefügt wurde, weich und schüttet ihn dann auf einen Durchschlag. Eine gute Mehlschwitze, die jedoch nicht dunkel sein darf, füllt man mit Milch auf und läßt darin den fein gehackten Salat eine Weile durchschmoren. Nach Wunsch tpürflt man mit etwas gerieoener Muskatnuß.M. M.

..Gut vorbereitet. I ist halb geschafft." | Dem Kalender nach gehört der große Haus­putz zu den Ostervorbereitungen. In liefern Iahr jedoch, da Ostern so besonders früh gelegen, der Winter aber gar nicht enden wollte, hat man das große Scheuerseft meist zwifchen Ostern und Pfingsten verlegt. Man wartet praktisch, bis man nicht mehr zu Heizen braucht und durch Ofen oder Zentralheizung kein Schmutz und Staub mehr entsteht. Auch läßt sich's leichter arbeiten, wenn es nicht mehr so kalt ist. Zum Dettensonnen aber find warme, fonnige Tage erforderlich.

Der große Hausputz will in aller Ruhe vor­bereitet fein. Will man eine Putzfrau zuziehen, fo ist es gut. fic sich rechtzeitig zu sichern, denn gute Leute haben ihre Zeit schon lange im voraus vergeben. Auch alle Puhgeräte werden rechtzeitig geprüft, was fehlt ersetzt, die erfor­derlichen Putzmittel eingefauft und alles am Tage vor dem Hausputz bereitgestellt.

Kochkunst

vor hundert Jahren und heute.

Don Johanna Kalbfleisch, Gießen.

Bor mir liegen zwei Kochbücher aus den Jahren 1831 und 1858. Das erstere ist mit der Hand ge­schrieben unb noch sehr gut leserlich. Es sind vor- roiegenb Backrezepte, in denen 12 bis 17 Gier auf das Pfund Mehl angegeben sind. Das erscheint uns ungeheuerlich: man muß aber bedenken daß we Hausfrau vor hundert Jahren noch kein Backpulver iUr Verfügung hatte und die Cier das einzige L-ibE-t im Lch-N m°r-n.W°hI tonnte man schon Pottasche unb Hirschhornsalz, das tarn aber nur für Kleingebäck unb Lebkuchen in Frage. Jeden­falls müssen die Kuchen recht gut gerochen sein, denn ber Ehemann schreibt am Schluß:Alle- vorher- gcmelcncs ongerniefenes probat 'n opt.ma forma durch mich. Trier 1831.

Im Nachtrag stehen verschiedene Rezepte über Salben, Zahnpulver und dergleichen. Wir ersehe daraus, daß die Hausfrau sich damals auch dwfe Sachen selbst bereiten mußte. Ich laste einige Re­zepte davon folgen, die besonders mtereifant si d ö Zahnpulver: ein Loth Calmuswurzeln em ßoth Rinde wilder Kastanien gerostert. Em Lotst ausgebrannte Holzkohlen, ein Loth Salbeifraut wer ÄJeinnnbe? gemischt. «« «« Ihn" durchmengt man das Ganze mit 20 Tropfen "'Mittel gegen den sogenannten Fin­ge r - W u r in. Man nimmt das gelbe von 1 bis 2 Eiern mischt soviel Küchen Salz gestoßenes dar unter als man zum esten brauchte, legt loicyes ,n dichte Leinwand, doch so, baß es nur an den leckem ben Theil des Fingers körnt und aßt es 24 «tunoe liegen allenfalls kann man es eimgemahl wieder-

" a r d o m a b e- 54 Pfund Rindsfett, 4 Loth weißes Baumöl, 4 Loth Haßslnußöl, e,n,^ Ir°£ Berganwttöl und 1 Loth China, dies alles zusam- "'f)b^der^Hausherr auch diese Rezepte erprobt unb für gut befunben hat? *

Das zweite Kochbuch ist gedruckt unb stammt: auf bem Jahre 1858. Die '23er allerm ist nicht genannt. Si7 muß aber eine sehr tüchtige unb für bie dw WWWMS

Gefüllter Kopfsalat. Um nichts Verwenb bares umfommen zu lassen, empfiehlt es sich, zu dem gefüllten Kopfsalat nicht gut ausgebildete Kopfe zu nehmen, die sich zum Salat nicht eignen. Man bricht die inneren Blätter aus und kocht die Salatköpfe in Wasser ab. Dann füllt man sie nach bem Abtropfen mit einer Semmelfüllung aus Butter, Milch und geriebenen Semmeln. Nun drückt man die Blätter fest zusammen und legt die Salatköpfe dicht und fest nebeneinander. Fett, Fleischbrühe wird darüber ge* gossen unb bas Gemüse darin geschmort.

Man beginnt den großen Hausputz gerne mit dem Ausräumen unb Auswaschen von Schrän­ke n und Schubfächern. Dazu entleert man Schrank unb Kasteninhalt eines Zimmers nach dem andern, jeweils in dem Raum, in welchem die betreffenden Schränke und Schubladen sich befinden, wäscht das Innere von Schubladen und Schränken mit kaltem Wasser ab und bürstet sie. wenn es nötig ist. mit Seifen brühe oder feinem Seifensand aus. Deim Rachwischen nut kaltem Wasser ist Vorsicht geboten, daß sich das Holz nicht durch große Rässe verzieht. Mit guten Tüchern wird möglichst rasch unb gründlich nach-- getrocknet, und wer sehr ängstlich ist, der Webt die Laden, statt sie an der Luft zu trocknen, halb wieder ein. um das Verziehen zu vermeiden. Zuvor jedoch wird selbstverständlich auch das Innere der Möbel feucht aus gerieben.

Wie nimmt man nun ein Zimmer vor? erstes werden in der Frühe die Vorhänge an­genommen. möglichst im Freien ausgestaubt und zusammengesaltet beiseite gelegt. Dann wird das Zimmer ausgeräumt. Vasen. Schreibtischgarnitur unb Dilder in einem Korb verstaut, die Teppiche zusammengerollt und mit den leichteren Möbeln aus dem Zimmer entfernt, große, schwere Möbel werden von den Wänden abgerückt und während der Reinigung von Decke und Wanden durch Ueberhängen von Tüchern geschützt.