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land. Ms ich noch den BerlinKarlsbad-Expreß f fuhr, reiste er jedes Jahr in meinem Speise­wagen nach Marienbad. Wir deckten dann immer mit einem besonders angefertigten Service aus schönem deutschen Porzellan, blau mit goto und als Eduard dann starb, wurde dieses Se.vice an die Beamten und Angestellten unserer Gesellschaft verteilt. Ich bekam einen Teller, er hängt noch zu Haus über der Kommode der Kaiser fuhr zur Beerdigung nach London, ich mit, und ich dachte nach über die irdische Vergänglichkeit."

Diät undDiäten".

Sehr leutselig ist mir mal der Zar Ferdi­nand von Bulgarien gekommen ich fuhr immer die Strecke nach Bayreuth mit ihm, zu den Festspielen, er war ein so großer Wagner- Verehrer. Also ich will ihm gerade Hammel­rücken mit Tomaten servieren, da schiebt er die Tomaten weg und sagt:Nehmen Sie bloß die Tomaten weg, die kann ich nicht verdauen, die erinnern mich immer so an rote Bomben." Das ganze Gefolge lacht, ich werde puterrot, dann aber, geistes­gegenwärtig wie immer, trage ich die Tomaten raus und tausche sie um gegen grünen Salat mit roten Rüben und weißem Sellerie: das waren doch die bulgarischen Landes­farben, und garniere das alles in Form einer Flagge. Aa, der Zar hat sich mächtig gefreut, und hinterher hat er mir sein Bild geschenkt mit eigenhändiger Unterschrift und 200 Mark.

Hnö da sind wir schon beim Kapitel Trinkgeld. Ich werde Ihnen mal was sagen: mein bester Kunde war der Großfürst Michael Niko­lajewitsch von Rußland wenn Sie ihn noch gekannt haben. Von Baden-Baden nach Nizza, von Nizza nach Petersburg auf dieser Reise begleitete ich ihn jährlich dreimal inner­halb von zehn Iahren. Er hat mir immer so leid getan: er war sehr krank und wurde diät verpflegt, auch im Speisewagen, und während sein Gefolge schmauste und schlemmte, bekam er nur Rühreier und Spargel. Sein Leibarzt, Exzel­lenz Sander, quetschte sich mit rein in die kleine Küche und paßte auf, daß alles richtig gemacht wurde. Ich dachte immer nur an die Geschichte vom armen reichen Mann, Hnö trotzdem ich den Großfürsten also immer so schlecht behandeln muhte, gab er mir jedesmal eine 10-Pfund-Note, zweihundert Mark. Es war wirklich rührend.

Na, heutzutage, bei den großen politischen Ministerreisen, ist das ja keine Seltenheit mehr Briand-Laval gaben auch 200 Mark, G r a n d i auch, obwohl er im Speisewagen nur gefrühstückt hat und König Fuad über­reichte mir seinerzeit sogar persönlich 300 Mark. Unter uns gesagt; die Mitropa legt bei solchen Sonderfahrten immer viel Geld zu, das wissen die Herrschaften natürlich und revanchieren sich auf diese Weise. Das ist genau so, als wenn Sie wo eingeladen sind, wo 's hoch hcrgegangen ist, und es hat nichts gekostet, dann bringen Sie der Dame des Hauses ja auch Blumen mit.

So bin ich denn damals von Expreß hu Expreß gewechselt, aber ich kann wohl sagen: die schönste Zeit habe ich auf dem BrennerPalermo-Expreß verlebt, der seit 1902 verkehrte. Der Höhepunkt war's, als in Ierusalem die Kirche vom Johan» niterorden eingeweiht wurde und Prinz Eitel Friedrich als Vertreter des Kaiserpaares mit großem Gefolge in meinem Speisewagen mitfuhr bis Neapel, wo er sich dann ins Heilige Land einschiffte.

Natürlich hat's unter meinen vielen prominen­ten Stammgästen weniger beliebte gegeben: ich denke bloß an den deutschen Abgeordneten Abbe W e t t e r l e aus Kolmar, der seine Bestellungen prinzipiell nur auf französisch abgab und ostenta­tiv den ,',Matin" las, was mir peinlich war."

Overheffen.

Landkreis Gießen.

g Klein-Linden, 12. Febr. In der jüng­sten Gemeinderatssitzung wurde zunächst die Rechnung 1 9 29 geprüft und verabschiedet. Die Einnahmen betrugen 114 228,25 Mk., die Ausgaben 81 287,23 Mk, so daß ein Rechnungs­rest von 32 941,02 Mk. in das Rechnungsjahr 1930 übernommen wurde. Die Provinzialdirek­tion Oberhessen beabsichtigt, alle Straßenecken, die nach dem Strahengesetz als Provinzialstraßen in Betracht kommen, in das Eigentum der Pro­vinz zu überführen. Der Gemeinderat erteilte seine Genehmigung zur kostenlosen Heberschrei» bung der in Betracht kommenden Straßen. Die Tagegelder für Ortsvorstands­personen wurden mit Wirkung vom 1. Oktober 1931 in folgender Höhe festgesetzt: bis 8 Stunden 2 Wk., bis 12 Stunden 3 Mk., über 12 Stunden 4,50 Mk. Bei Bahnfahrt wird 3. Klasse, für Hebernachtungen 4 Mk. vergütet. Das Was­sergeld für Großabnehmer wurde neu festgesetzt und beträgt bis zu 10 Kubikmeter Verbrauch 40 Pf. pro Kubikmeter monatlich, jedoch nicht unter 4 Mk., von 11 bis 20 Kubik­meter 35 Pf., von 21 bis 30 Kubikmeter 30 Pf., über 30 Kubikmeter 25 Pf. pro Kubikmeter.

* Leihgestern, 11. Febr. Das diesjährige, gut besuchte Konzert des Gesangvereins L i e d e r k r a n z" gestaltete sich zu einem schö­nen Erfolg für den Verein. Rach einem einlei­tenden Marsch begrüßte der 2. Vorsitzende W. Will die Gäste und Mitglieder. Das Pro­gramm brachte eine Reihe musikalischer und ge­sanglicher Darbietungen, die mit lebhaftem Bei­fall ausgenommen wurden. Besonders gefiel der Strauhfche WalzerDorfschwalben": der Deisall galt den Sängern und dem bewährten Dirigen­ten des Vereins, Chormeister Blaß, in gleicher Weise. 2m weiteren Verlauf des Abends wurde dem Mitglied Georg W a l d s ch m i d t für 25- jährige Tätigkeit im Vorstand die silberne Ver­dienstnadel des Hessischen Sängerbundes über­reicht. Der 2. Vorsitzende dankte zum Schluß allen Mitwirkenden, besonders aber dem Dirigenten, der seit 13 Jahren seine Kraft in den Dienst des Vereins stellte.

== Watzen born - Steinberg, 12. Fe­bruar. Am Sonntagabend beging der hiesige Ge­sangvereinGermania" in seinem Vereinslokal die Feier seines 63. Stiftungsfestes mit einer reich­haltigen Tortragssolge welche den zahlreichen Be­suchern einige genußreiche Stunden bereitete. Nach einem Mottovortrag des Vereins begrüßte der 1. Vorsitzende Karl Kolm er die Mitglieder und Gäste. Kunstchöre und Volkslieder zeigten, daß der Verein unter der Leitung seines langjährigen und bewährten Chormeisters Georg Harnisch mit seinen Leistungen auf einer beachtlichen Höhe steht. Allgemeinen Beifall fanden je ein Diolin- und Klarinettensolo des Herrn Otto Bender. Mit beherzigenswerten Ausführungen überreichte

ilnierMI das Solei- und SMausgewerbe!

Zu den Wirtschaftszweigen, die besonders schwer unter der Not unserer Zeit zu leiden haben, gehört das Hotel - und Ga st Hausgewerbe aller Betriebsarten. Die starke Einschränkung des Reiseverkehrs hat den Besuch in den Hotels bedeu­tend verringert. In den Kaffeehäusern und in den übrigen Gaststätten ist der Zuspruch des Publikums gleichfalls erheblich zurückgcgcmgen. Wer heute noch die Gaststätten aufmcht, schränkt zum Teil gezwun­genermaßen, zum Teil aber auch ohne begründeten wirtschaftlichen Anlaß, lediglich der Einwirkung äußerer Stimmungsmerkmale folgend, seinen Ver­zehr ein. Die Inhaber der Hotel, und Gasthausbe- triebe sind in jedem Falle die Leidtragenden, denn auf ihren Schultern liegt der schwere Druck hoher Betriebsunkosten und vielfacher Steuern, dem kein ausreichendes Gegengewicht auf der Einnahmefcite die Waage hält. Daß bei dieser Sachlage das Gast- stättengewerbe aller Arten immer mehr in Verfall gerät, ist einsichtigen Bürgern nicht verwunderlich.

Diesem wirtschaftlichen Rückgang kann auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen mit Aus­sicht auf Erfolg entgegengewirkt werden, wenn alle Bürger, die -sich noch in einigermaßen an­nehmbarer Wirtschaftslage befinden, den Inha­bern der Gaststätten Einnahmemöglichkeiten bie­ten. Der vor kurzem vom gesamten deutschen Gastwirtsgewerbe veröffentlichte MahnrufG e h' auch mal a u s!" zeigt den Weg, der dem not­leidenden Hotel- und Gastwirtsgewerbe Hilfe bringen kann. Es ist völlig verkehrt, zu glauben, daß man in dieser Notzeit seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht durch Verzehr in den Gaststätten zeigen dürfe. Richtig ist es vielmehr, den Geldumlauf auch in den Gaststätten durch den Verzehr von Speisen und Getränken zu for­dern, weil dadurch neue wirtschaftliche Kraft zum Vorteil anderer Bevölkerungskreise geweckt wird, von der auch die Allgemeinheit schließlich Nutzen hat. Die Förderung durch das wirtschaftlich noch leistungsfähige Publikum sollte bei passenden Ge­legenheiten besonders auch den Hotels zugute kommen, an deren Erhaltung nicht nur der Be­sitzer oder Pächter, sondern im Zusammenhang mit der Fremdenverkehrswerbung auch die Ge­samtheit der Bürgerschaft starkes Interesse hat.

| Denn eine erfolgreiche Werbung von Fremden I zum Besuche der Stadt, aus dem finanzielle Stärkung für die heimische Wirtschaft hervorgeht, ist undenkbar ohne intakte und gut ge­führte Hotelbetriebe. Wie schlecht es auf diesem Gebiete des Gaststättengewcrbes zur Zeit aussieht, geht daraus hervor, daß kürzlich in Elberfeld in der Zwangsversteigerung ein Hotel für 18 000 Mark verkauft wurde, das an Bau- und Einrichtungskosten rund 1 Million Mark erfordert hatte. Wenn auch in großen Städten der Ausfall eines Hotels vielleicht nicht so schwierig für die Fremdenverkehrswerbung ins Gesicht fällt, so ist ein solcher Verlust in einer Stadt wie Gießen oder in kleineren Orten natürlich viel schlimmer, weil hier die Schaffung von Ersatz weit schwieriger ist.

In diesem Zusammenhang sei erneut die For­derung an das reisende Publikum erhoben, b e i Erholungsreisen gerade in Not­zeiten im Inlande z u bleiben und das Geld nicht nach dem Auslande zu tragen. Be­merkenswert und bedauerlich ist doch die Tat­sache, daß im Iahre 1930 von Ausländern in Deutschland 240 Millionen Mark ausgegeben wurden, während im gleichen Zeitraum deutsche Reisende im Auslande 270 Millionen Mark ver­ausgabten, mithin also 30 Millionen Mark durch A us l a n d r e i se n der heimischen Volkswirtschaft verlogen gingen. Ieder Deutsche hat gerade jetzt die Verpflichtung, sich auf die dringenden Notwendigkeiten der natio­nalen Wirtschaft zu besinnen und sich nach dem Grundsatz zu richten, daß in allen Dingen erst das eigene Volk und d ie Existenz der deutschen Volksgenossen in Betracht zu ziehen ist.

Man helfe also in dieser schweren Krisenzeit nach besten Kräften mit, am Wohnorte und auch an anderen Plätzen, das Hotel- und Gasthaus­gewerbe über die Klippen der gefahrvollen Wirt­schaftskrise hinwegzubringen, indem man nicht aus falschen Rücksichten und an verkehrten Stellen spart, sondern im Rahmen einer vernünftigen Wirtschaftsführung den Geschäftsgang in den Hotels und Gaststätten zu beleben sucht.

der erste Vorsitzende der Schiffenbergvereinigung, Oberforstmeister Nicolaus, im Auftrag der Vereinigung dem Verein zwei Chöre als Aner- kennung für die uneigennützige Mitwirkung des Vereins bei den verschiedenen Veranstaltungen der Schiffenbergvereinigung. Der Redner forderte gleichzeitig zur allgemeinen Mitwirkung bei der Pflege des Heimatgedankens auf. Im Auftrage des Südwestdeutschen Turnerbundes dankte Lehrer Böller (Hausen) dem Verein für seine stetige Bereitschaft und Mitwirkung bei Veranstaltungen des Bundes. Für einen von dem 1. Vorsitzenden Karl Kolmer dem Verein gestifteten, von ihm kunstvoll gearbeiteten Notenständer sprach der 2. Vorsitzende Finkim Namen des Vereins Dank aus. Ein flott gefrielteS Volksstück fand allge­meinen Beifall. Vorträge der Musikkapelle trugen ebenfalls in wesentlicher Weise zur Vervollstän- digung des Programms bei.

* Albach, 12. Febr. Der Obst- und Gar­tenbauverein hielt dieser Tage seine Ge­neralversammlung ab. Lehrer Groh begrüßte die Mitglieder. Die Vorstandswahl hatte fol­gendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: K. Arnold: 2. Vorsitzender: Ph. Hahn: Schriftführer: W. Schäfer: Rechner: H. Koch: Beisitzer: Lehrer Groh und Bürgermeister Lenz. Der Beitrag wurde auf 2 Mark festgesetzt. Nach Erledigung der Tagesordnung sprach Baumwart Schöne- Lich über das ThemaSchädlingsbekämpfung" und forderte zu ernster Arbeit auf. Heber das Pflanzen und Beschneiden der Obstbäume hielt Obergärtner Schmitt- Lich einen lehrreichen Vortrag. Die Ausführungen der Redner wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

3 Lollar, 11. Febr. Die hiesige Spar- und Darlehenskas se hielt dieser Tage ihre Ge­neralversammlung ab. Wie aus dem Geschäfts­bericht des Vorstandes hervorging, war es der Leitung durch vorsichtiges Geschäftsgebaren mög­lich, allen Anforderungen gerecht zu werden. Am 31. Dezember 1931 betrugen die Spareinlagen 234 678 Mark, gegen 242 423 Mark am 31. De- zember 1930. Dieser Rückgang sei aber mehr auf den Ausfall an Einlagen, als auf Rück- zalungen, zurückzuführen. Die Kasse verfügte am Iahresende über ein Bankguthaben von 27 162 Mark und über ein Guthaben auf Postscheck­konto von 3658 Mark. Der Kassenbestand be­trägt 4293 Mark, während an Wechseln 90 Ab­schnitte im Werte von 17 289 Mark im Besitz der Kasse sind. Die diesmalige Liquidität be­trug demnach 52 402 Mark, gegen 72 200 Mark im Vorjahre. Der Mitgliederbestand betrug Ende 1931 196 Genossen. Es ist ein Reingewinn von 5339,34 Mark zu verzeichnen. Dem von Di­rektor Rain gegebenen Bericht des Vorstandes schloß sich der Bericht des Aufsichtsratsvorsitzen­den Hofmann an. Nach längerer Aussprache wurden die Jahresrechpung und die Bilanz ge­nehmigt. Dem Vorschlag der Verwaltung ent­sprechend wurde eine lOprozentige Dividende und eine Zuschreibung von 2700 Mark zum Reserve­fonds beschlossen. Der Winternothilfe der Ge­meinde Lollar wurden 50 Mark überwiesen. An­schließend hielten Verbands-Oberrevisor Hart­mann und Dr. Schmidt vom Genossenschafts- Verband Vorträge überGeld- und Kreditver­hältnisse" bzw. überGeld- und Kapitalmarkt". Oberrevisor Hartmann, der bei der hiesigen Kasse die Revisionen vorgenommen hatte, hob lobend den Stand und die Verwaltungstätigkeit hervor.

5 Lollar, 10. Febr. 3m Rahmen der hiesigen Volkshochschule sprach Prof. Kinkel, Gie­ßen, an drei Abenden überDer Staat und wir". Die Vorträge waren gut besucht, ebenso wie die vorhergehenden von Hniversitätsgarteninspektor i. R. Rehnel t, Gießen, überPflege der Zim­merpflanzen im Sommer und Winter", und von Lehrer Ploch überStein und seine Beziehun­gen zur Gegenwart". Für das Wintersemester sind u. a. noch folgende Themen vorgesehen:Geo­logie der engeren Heimat" (Dr. Flörke), und Heber Geflügelzucht" (Lehrer S ch i ef e r st e i n). Der Besuch der Vorträge ist für Erwerbslose frei, während Nichtmitglieder einen Hnkostenbeitrag von 10 Pf. für den Abend zahlen.

* Gr oßen-Duseck, 10. Febr. Anläßlich des 25jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr wurden den Gründern Wilhelm Harbach Hl., Heinrich Döring I., Karl Kimmel, Karl Größer, Karl Wagner Hl., Balser Mayer, Ludwig Scheld V., August Gerlach, Heinrich

Henkel, Heinrich März, Wilhelm Döring ll., Hein­rich Wagner HL, Ludwig Wagner VIII., Wil­helm Klos, Hermann Wallenstein, Wilhelm Scheld 111. und Karl Huber die Ehrenzeichen für 25jährige Feuerwehr-Dienst­zeit durch Kreisseuerwehrinspektor D i <f o r e überreicht.

3 Allendorf a. d. Lda., 10. Febr. Am Sonn­tag hielt der hiesige Ortsgewerbeverein seine Jahres-Hauptversammlung ab. Der Vor­sitzende, Weihbindermeister Chr. Ranft, gab einen kurzen Rückblick auf das abgelaufene Ge­schäftsjahr. Der Verein zählt zur Zeit über 100 Mitglieder. Die von dem Rechner vorgetragene Jahresrechnung wies einen günstigen Stand auf, sie wurde in Ordnung befunden und dann dem Rechner Entlastung erteilt. Bei der Vorstands­wahl wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Zur Zeit gehören dem Vorstand an: Weißbindermeister Chr. Ranft, Allendorf, Vorsitzender: Architekt D. Conrad, Allendorf, Schriftführer; Weißbindermeister Ioh. Den­ner V., Allendorf, Rechner, sowie Maurermei­ster G. A m e n d, Treis, Schreinermeister Johan» nes Denner, Treis, und Dildhauermeister Wil­helm Nickel, Treis, als Deisiher. Sodann wurde beschlossen, die nächste Versammlung in Treis an der Lumda abzuhalten. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden, in dem er die Mitglieder zum festen Zusammenschluß ermahnte, wurde die Ver­sammlung geschlossen. Einem langgehegten Wunsche der hiesigen Kirchengemeinde ist nun­mehr dadurch Rechnung getragen worden, daß hier ein Kirchengesangverein gegrün­det wurde. Der junge Verein, der von Lehrer Heil geleitet wird, zählt bereits über 40 Damen und 24 Herren als Mitglieder. Aus der jüng­sten G e m e i n d e r a t s s i h u n g ist u. a. zu be­richten: Der Gemeinderat stimmte dem Ansinnen der Provinzialdirektion Oberhefsen auf Heber- schreibung der Straßen und Orts­durchfahrten im Grundbuche auf den Namen der Provinz Oberhessen zu, jedoch unter dem Vorbehalt, daß das Recht der Stadt, die Markt», Treiser und Bahnhofstraße bei Abhaltung der Krämermärkte nach Bedarf benutzen zu dürfen, im Grundbuch gewahrt wird. Da der Sport­platz auf dem Wirr nicht mehr den Notwendig­keiten entspricht, soll mit den Anliegern des Platzes wegen Erweiterung verhandelt werden. Eine Erhöhung der Real steuern und der Bürger steuer wurde abgelehnt.

v. Londorf, 12. Febr. Die Gießener Reichswehrkapelle verschaffte in der Dolkshalle den vielen Konzertbesuchern einige genußreiche Stunden. Die vorzüglichen Darbie­tungen der Kapelle unter der Leitung von Ober» musikmeister Krauße fangen lebhaften Beifall. Das Orchester mußte sich zu einigen Wieder­holungen verstehen.

1' Grünberg, 12. Febr. In einer nichtöffent­lichen Sitzung stimmte der Gemeinderat der Verpachtung derJagdzu einem 'ährlichen Pachtpreis von 800 Mark zu. Neben Herrn H. Hebele (Dad-Nauheirn) tritt als weiterer Päch­ter noch Fabrikant Allmendinger (Grün­berg).

u. Lang-Göns, 10. Febr. Bei der zweiten Holzversteigerung im hiesigen Gemeinde­wald wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 20 bis 25 Mark, Eichenscheit 14 bis 16, Kiefern­scheit 12 bis 14, Eiche-Knüppel 10 bis 12, Fichte- Knüppel 8 bis 10 Mark je 2 rm. Buchen-Wellen 6 bis 8 Mk., Eiche-Wellen 5 bis 7, Kiefern-Wellen 4 bis 5, Fichte-Wellen 4 bis 6 Mark je 50 Wellen.

* Lang-Göns, 11. Febr. Die Ortsgruppe Lang-Göns d:s Landwirtschaftlichen Lokalvereins Gießen hielt eine gutbesuchte Versammlung ab. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden Prof. Dr. Kleeberger referierte Oberveterinärrat Dr. Rohkopf - Gießen über Tierseuchen, insbesondere über die Rindertuber­kulose und deren verheerende Wirkung in den Viehbeständen. Der interessante Vortrag, wie auch der anschließende Film vom Tuberkulose­tilgungsverfahren wurden von den zahlreichen Besuchern sehr beifällig aufgenommen.

O Holzheim, 9. Febr. Der Schwei ne- versicherungsverein hielt feine Jahres­hauptversammlung ob. Der Vorsitzende H. K. Gg. Jung erstattete den Rechenschaftsbericht über das verflossene Vereinsjahr. Versichert waren über 600 Tiere. Die Einnahme betrug 2941 Mk., die Schadenersatzansprüche wurden mit 2410 Mk. be­

friedigt, so daß ein erheblicher Heberschuh blieb. Der Vorstand setzt sich zusammen aus dem 1. Vor­sitzenden H. K. G. Jung, dem Rechner H. Grieb I. und den Taxatoren K. Schneider. I. Gg. Mull, K. Laux 11., W. Zeih III.

-/- Lich, 12. Febr. Der Obst- und Gar­tenbauverein veranstaltete imHolländisch:,! Hof" einen Vortragsabend. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden, Daumwart K. Schöne, hielt Lehrer H i l d an Hand von Lichtbildern einen Vortrag über Obst» und Gartenschädlinge und forderte zur energischen Bekämpfung dieser Schädlinge auf. Der Vortrag löste eine lebhafte Aussprache aus.

* Lich, 10. Febr. Der Geflügelzuchtver­ein Lich und Umgebung hielt seine Jah­reshauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende G. Radetzky begrüßte die Teilnehmer, gedachte des verstorbenen Ehrenmitglieds Dr. S ch a a d und erstattete sodann den Jahresbericht. Dem Ge­schäftsbericht war zu entnehmen, daß der Ver­ein auf ein Jahr mannigfacher Erfolge zurück- blick"" tarnt, denn die Mitglieder konnten auf ver­seh ebenen großen Geflügelschauen höchste Aus- zeia-..ungen und Ehrenpreise erringen. Während des 30. Stiftungsfestes konnten im vergangenen Jahre viele Mitglieder für 25jährige und 30- jährige Zugehörigkeit zum Verein ausgezeichnet werden. Der Rechnungsbericht, der tn>aJ2. Kon­rad erstattet wurde, wies einen günstigen Stand der Vereinsfinanzen aus. Die Vorstandswahl er­gab die einftimmige Wiederwahl der satzungsge- mäß ausscheidenden Herren. Der Jahresbeitrag wurde auf 1,50 Mk. ermäßigt. Im toeiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, im November d. I. eine allgemeine Geflügelschau zu veranstalten.

er. Röthges, 12. Febr. Der hiesige Dur - schenklub veranstaltete dieser Tage unter Mit­wirkung des Männergesangvereins einen Theaterabend. Zur Aufführung tarnen zwei Theaterstücke, die mit großem Beifall ausgenom­men wurden. Der hiesige Geflügelzüchter L. E m r i ch erhielt auf der großen 29. Nationalen Deutschen Geflügel-Ausstellung in Essen auf vier ausgestellte Barnevelder dreimal die Bewertung sehr gut und einmal gut Außerdem erhielt er noch nachträglich von der Hessischen Landes-Ge­flügelschau in Mainz und der Lipsia-Schau in Leipzig für beste Gesamtleistung in Barnevelder je einen Leistungspreis.

«reie Büdingen.

rl. Düdelsheim, 12. Febr. Vor kurzem schoß hier ein Jagdpächter einen ihm unbekannten Vogel in mehr als Enteckgröße, der in eigen­artiger, aufrechter Stellung im Seemenbach saß. Cs stellte sich nachher heraus, daß es ein Nordseetaucher (eine Lumme) war. Sind solche Vögel schon mehr in Oberhessen beobachtet worden?

Kreis Schotten.

Ober-Schmitten, 10. Febr. Ein in der vergangenen Woche hier geschossener Dachs wurde von dem zuständigen Fleischbeschauer Eck­hard, Cichelsdorf, auf Trichinen unter­sucht. Das Fleisch erwies sich als vollstän­dig trichinös, was auch in der Nachschau durch den beamteten Tierarzt festgestellk wurde. Die Generalversammlung des hiesigen Män­nergesangvereins hatte insofern besondere Bedeutung, als der Verein in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum begeht. 3m Hin­blick auf die Notzeit soll von einer größeren Festlichkeit abgesehen und das Stiftungsfest inner­halb des Vereins im Herbst gefeiert werden. Der Verein behält sich vor, eine Feier in größerem Rahmen zu einer günstigeren Zeit nachzuholen. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Karl Feik, 2. Vorsitzender Wil­helm O ech ler, Schriftführer Wilh. Wir th H... Rechner Wilhelm Kaiser, Archivar Rudolf Hofmann.

L Raiyrod, 11. Febr. Der hiesige Turn­verein veranstaltete dieser Tage einen wohl- gelungenen Familien-undWerbeabend. Der erste Vorsitzende, Bürgermeister D e ch e r t, hielt eine eindrucksvolle Begrüßungsansprache, in der er besonders die Turnbrüder von Eichel­sachsen willkommen hieß. Im Anschluß daran zeigtest die Turner unter der Leitung des ersten Tu.nwcrts R. Schwab verschiedene Hebungen an Reck und Darren und ernteten dafür leb­haften Beifall. Geschickt gestellte Pyramiden fan­den ebenfalls viel Anerkennung. Die Turner R. Schwab, O. Würz, H. Bär, W. Seipp und W. Lutz trugen durch einige humoristische Szenen wesentlich zur Unterhaltung bei. Lehrer Deubel ermahnte in einer »kurzen Ansprache u. a. die Jugend, die Ausbildung der körperlichen Kräfte nicht zu vernachlässigen. Mit Dankes- worten des Vorsitzenden an Lehrer Deubel und an die Turner sand die Veranstaltung ihren Abschluß.

<> Ulfa, 10. Febr. Zum Desten der kirch­lichen Schwesternstation veranstaltete der hiesige Mädchenverein einen Familienabend. Die beiden oberen Schulklassen hatten sich hierzu unter der Leitung ihrer Lehrer zur Verfügung gestellt. Die Knaben der Oberklasse führten ein lehrreiches Stück auf, die Mittelklasse zeigte ein Märchenspiel, der Mädchenverein wartete mit einer besonderen Neuheit, und zwar mit zwei schönen Schattenspielen, auf. Eine Serie lebender Bilder (nach Volksliedern und einigen Märchen gestellt), zwei alte Volkstänze (in entsprechenden Kostümen aufgeführt) und ein altes hessisches Volkslied für zwei Singstimmen und Violine unterhielten weiterhin die zahlreichen Gäste auf das Angenehmste. Den Darbietungen wurde leb­hafter Beifall zuteil.

§ Ulrichstein, 12. Febr. Der hiesige Zweig­verein des VHC. hielt sein Auszeichnungs.est ab. Der Vorsitzende, Tierarzt Meiski, begrüßte die Mitglieder. Zunächst wurde ein kleines Theater­stück von Ludwig Thoma auf geführt, das lebhaf­ten Deifall fand. Nach einigen musikalischen Dar­bietungen wurden sodann 8 Mitglieder (4 Damen, 4 Herren) für eifrige Wandertätigkeit ausgezeich­net. Gemütliches Beisammensein bei Musik und humoristischen Vorträgen beschloß das Fest. Die Verpachtung der Gemeindejagd er­brachte einen Betrag von 320 Mark, gegenüber 540 Mark im Vorjahre.

§ Feldkrücken, 12. Febr. Unter großer Anteilnahme weiter Kreise der Bevöl.erung wurde der im Alter von nahezu 70 Jahren verstorbene Landwirt Karl Stehr I. zu Grabe getragen. Als Feldgeschworener, Kirchengemeindevertreter und dienstältestes Mitglied des Gemeinderats er­freute er sich allgemeiner Achtung. Der Männer­gesangverein, die Gemeinde, der Gesang- und Kriegerverein, sowie die Molkerei Groß-Eichen, der er 28 Jahre lang diente, entboten ihm letzte Grüße. Für die am Sonntag hier ftattfinbenbe