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Nr. 37 Zweite; Blatt

Giehener Anzeiger iGeneral-Anzeiger für Gderhessen)

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rischen Straft verlangt und als eine starke und per-

das Stück genau so wie es sich gibt, und

Genfers Regie spielte realistisch und unverblümt.

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Motivierung frage. Zuletzt Haftung der Sarofin. Dann

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So bleibt der Fall ein Einzel- und Ausnahme- fall; der Autor gibt in seiner analytischen Technik der Szenenführung die nachträgliche psychologische Ausmalung und milieuhastc Charakterisierung des unerfreulichen und aus mehr als einem Grunde be- klagcnswcrten Vorganges. Fm zweiten Akt wird die Sarofin, noch der Tot, der angstvoll und ahnungsvoll besorgten Mutter und dem (übrigens arbeitslosen) Freund gegenübergcstellt, der ihr auch nicht helfen tonn, weil das Mädchen nichts sagt, und der sie, eifersüchtig, obendrein sälschlich beschul­digt. Run ist sie völlig isoliert, und es kann nicht mehr viel nützen, daß der väterlich besorgte Buchhalter wenigstens die Unterschlagungsafsare mittlerweile selbstlos und großzügig in Ordnung gebracht hat.

Begeisterung.

Von Hans JRiebau.

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Der dritte Akt schildert die Vernehmung im Ge- schästslokol. Schrittweise AufNärung und zuneh­mende Belastung der Sarofin Atempause. Zweiter Rettungsversuch des Buchhalters, dem eine auf- dämmernde Ahnung schnell zur Gewißheit wird, schlägt fehl. Etwas verblüffend wirkt iowohl das

an der Technischen Hochschule in Hannover angeboten worden.

Starker Beifall schien in erster Lime der Auf­führung zu gelten. hth.

/ersifäls- iuarl932 isnahme iehenen) Tiar 1932

Liebe behandelt, und alle haben auf dem Kinde rumgehackt. Wissen Sie, was damals ein hoher Eisenbahnbeamter gesagt hat. ein Ministerial­direktor ich hab' mir in mein Tagebuch ge­schrieben: ..Zweifelhaft erscheint es", hat er ge­sagt,ob Restaurationswagen erforderlich sind, um einem wirklich empfundenen Bedürfnis der Reisenden abzuhelfen. Solche Annehmlichkeiten kommen nur einer sehr geringen Anzahl von Personen zugute, welche hierdurch, zumal sie sich nicht entsprechend an den Kosten beteiligen, ver­wöhnt werden und dazu beitrogen, daß das Publikum seine Anforderungen noch weiter in die Höhe schraubt."

Sehen Sie. so dachte man damals an höchster Stelle Und so wurde denn auch gehandelt. Jahrelang hing vor'm Speisewagen gewisser­maßen das Schild:Eingang nur für Herr­schaften!", da dursten nur die Reisenden der 1. und 2. Klasse hinein, aber auch die nur dann wenn sie vorher einDiner-Billett" für zwei Mark fünfzig oder einBonbillett" für fünfzig Pfennig gelöst hatten.

Erst 1895 durften wir auch Gäste aus der 3. Klaffe aufnehmen, aber sie mußten beson­dere Zuschläge zahlen, im selben Jahre hatte man sich auch endlich entschlossen, Die Ab­gabe warmer Speisen in allen 0-Zügen zuzu­lassen. Mit der Einschränkung, daßdurch zweck­entsprechende Auswahl der Speisen mögltchst auf Vermeidung scharfer Gerüche hingewirkt wird".

Es handelt sich also um ein Kriminalstück, dessen realistische Berichterstattung nur durch eine psncho- logische Analyse der Täterin und eine, allerdings nur andeutungsweise entwickelte Tendenz These er­weitert wird. Zugleich erhält man hier, etwas über­raschend, einen Beitrag zu jener literarischen Rela­tivitätstheorie, wie sie etwa von Werfel im Titelsag eines frühen Romans formuliert wurde:Richt der Mörder, der Ermordete ist schuldigt.

Nifctelstjiif sJungdeuIscker Cp den - Wolßnation. Reickrver.)

Dienst.. 16. uebr.- 20.30 lllir, Hotel Köhler. Ztaatebür« gcrabend.

Redn.: Herr Pro­fessor Kock.

Thema:Derorel>. vom Stein u. ine chmeucruna der Vaterlandsliebe.

Freunde d. Bewea- und emges. Gatte

Zu Beginn der neunziger Jahre fuhr in einem jener ersten, noch küchenlosen Speisewagen, die entweder nur aus einem ..kalten Büfett" bestanden oder die fertig zubereitetenDiners" unterwegs bei einem Bahnhofswirt an Bord nehmen mußten, der Kellnerlehrling Franz Winkler hin­aus in die Welt. Reiche Sprachbegabung und die Eigenschaften eines guten Kellners zierten ihn: er rückte rasch aus, wurde für die ins Ausland führenden Speisewagen- kurse herangczogcn und tat dann in den verschiedenen internationalen LuruS- und Efprchzügen Dienst. Das besondere Ver­trauen, das er bei seiner Gesellschaft genoß, ließ ihn schon bald die wichtigsten Missio­nen erfüllen: im Speisewagen begleitete er hohe und höchste Gäste, Staatsoberhäupter des Vor- und Rachkriegseuropa, auf ihren Reisen durch Deutschland. So hat er in den vierzig Jahren feiner Tätigkeit Herren aller Länder aus intimster Rähc kennen­gelernt. Ich fragte ihn nach seinen Erleb­nissen. Und da legte er los:

Bitte das Publikum nicht verwöhnen!

Sie müssen wissen: ich und der Speisewagen, wir sind zusammen ausgewachsen, ich kannte ihn schon, als er noch sooo klein war. und die ganzen Kinderkrankheiten hab' ich mit ihm durch­gemacht. Die wurden mehr mit Hiebe als mit

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Lochschulnachrichten.

Der hauptamtliche Dozent an der Akademie der Arbeit in Frankfurt a. M Dr. Wilhelm Sturm sei- ist zum Honorarprofessor in der philosophischen Fakultät der dortigen Universität ernannt worden. Professor SturmfelS ist als Verfasser einer Reihe von Arbeiten aus dem Gebiete der Ortsnamenforschung und Heimat­forschung bekannt geworden.

DaS II. Ordinariat für Mechanik an der Tech­nischen Hochschule in München dem ord-^t- stchen Professor Dr.-Ing. Dolch« Kaufmann

..Alsp um 21.10 Uhr spreche ich in Bern", lag le Alfred.Wenn du meinen Vortrag mit an- boten willst, mußt du den großen Knops auf 81 stellen, die Rückkopplung anziehen, bis fie guietlcht. dann wieder etwas zurückdrehen, und mit dem Sperrkreisknops die Rebensender auslchalten."

Unmöglich", seuszte Frau Anita.Zwei Stun­den lang habe ich versucht, mich mit dem Radio­apparat vertraut zu machen. Es geht nicht."

Aber liebes Kind", lächelte Alfred,da du mich nun einmal unter allen Umständen im ßaut- sprechet hören willst, werden deine Intelligenz und deine Energie bod) ausreichen, um"

Meine Intelligenz und meine Energie", unter« brach Frau Anita,beziehen fich eben auf andere Dinge als auf Radioapparate."

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..3d) habe Peter Bescheid gegeben", sagte Al­fred.Peter wird morgen um neun zu dir kom­men. den Apparat anstellen, und dann könnt chr meinen Vortrag zufommen anhören."

Peter?" hob Frau Anita den Kops. . Ein so hübscher Junge? Um neun Uhr abendS? Und was werden die Leute dazu lagen?"

Der Zweck heiligt die Mittel", lächelte Alfred. Und was die Leute sagen, ist mir vollkommen gleichgültig."

III.

Run?" fragte Alfred, als er seine Frau um­armt hatte.Wie toar'6? Ist Peter dagewesen?"

..Ratürlich", nickte Frau Anita.

Und hat er Basel gefunden?"

..Sofort", sagte Frau Anita.Ihr Manner seid uns doch in Dingen praktischer Intelligenz überlegen."

..Möglich", murmelte Alfred,und wie war eS tociterT"

-Wie soll es weiter gewesen fein?? zuckte Frau Anita die Ach'el.Wir haben jedes Wort deines Vortrages verstanden. Ss war wundervoll."

Alfred schwieg.

Was machst du für ein merkwürdiges Ge­sicht?" fuhr Frau Anita fort.Hast du etwa von einem Vortrag rein sozialpolitischen In­halts noch mehr Begeisterung bet deinen Hö­rem erwartet?"

.O nein. sagte Alfred.Ich habe, wenn ich aufrichtig fein lost, wett weniger Begeisterung er­warte: Tür einen Vortrag, der infolge besonderer Umstände auf unbestimmte Zeit verschoben ist."

Wollte man die Fabel von der soziologischen Seite her beleuchtet wissen, so könnte dieses schau-

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Weltgeschichte aus der Speisewagenperspektive.

Franz Winkler, Deutschlandshistorischer" Speisewagenkellner, erzählt. Mein einzigerFehltritt": auf das Hühnerauge des deutschen Kronprinzen. Zar Ferdinand von Bulgarien : Bitte keine Tomaten!

Don Georg Biesenthal.

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Samstagabend

S.'Obt: | base Schwarz.

spiel als ein Kapitel aus der Lebensbeschreibung des modernen Angestellten gelten, dessen sich das neuere Schrifttum in steigendem Maße angenom­men bat; allerdings wird man finden, daß der Fall Antbony (ebenso wie die Fälle in dem vor einiger Zeit erschienenen RomanSchicksale hinter Schreib­maschinen") zu wenig typisch für eine |o exempla­rische Behandlung und allzusehr zugespitzt in der zum Gluck seltenen Verkettung verhängnisvoller Motive erscheint.

Eingeständnis eigener (früherer) Verfehlungen durch den Buchhalter als auch der Vorstoß des Autors gegen eine Justiz, die nur nach der Tat und nicht nach der Geständnis und Ver­fällt der Vorhang.

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Und dahm wirkten wir denn auch Heute weiß natürlich kein Menlch mehr, was unkreiner alles so durchgemacht hat"

Königliche (Stammgäste.

..Allerdings in manchem war S ja früher viel gemütlicher Heutzutage wechselt dieBrigade" der Personalbestand eines Speisewagens, fast von Tag zu Tag, bedient beute in vielem, morgen in jenem Zua Früher fuhren wir jahraus jahr­ein immer dieselbe Strecke, und da kannte man die Reisenden in- und auswendig *b hatte feine Stammgäste.

Von 190C1 bis 1903 versorgte ich die Strecke Berlin München ich läge Ihnen: fast alle Wittelsbacher verkehrten bei mir Allein Kron­prinz Ruprecht fuhr mit seinem Adjutanten Graf v. Pappenheim mindestens zweimal wöchent­lich von seinem Wohnfin Bamberg nach München undretour, und während der ganzen drei Jahre haben die beiden niemals etwas anderes verzehrt al- je ein Wiener Schnitzel, ein­mal Bratkartoffeln, einmal Erbsen und ein Mün­chener Bier Zum Schluß habe ich den Auftrag erst gar nicht mehr abgewartet; Königliche Hoheit hatten kaum den Fuß über unsere Schwelle gesetzt, da war daS obligate Menu schon bestellt. Besonders beliebt be- meinen gewöhnlichen Gästen war sein Bruder Prinz AlsonS, der sich regel­mäßig mit dem ganzen Speisewagen unterhielt. Die Witze flogen von Tisch zu Tisch, und bald

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Frankfurt Basel der deutsche Kronprinz mein Gast gewesen. Rach Frankfurt fuhr er zum Hippodrom, nach Bafel auf seinen Schweizer Reisen Um unbeobachtet zu fein, fetzte er sich stets in unser kleine- Aufseher-Abteil Sie wissen doch: zwischen Küche und Eingang nie hab ich ihn wo anders sitzen sehen. Und da muß ich Ihnen sagen: ich bin immer ein geschickter Kellner gewesen, ich bin ein halbes Menschen- alter mit vollem Tablett über Kurven gefahren und habe trotzdem nur einmal einem auf den Fuß getreten, daS war ein Lackschuh, und Ich trat sehr kräftig drauf. Und dieser Lackschuh gehörte: eben dem Kronprinzen Ra die Auf­regung! Ich stammele gleich Entschuldigungen, nur mühsam noch Rehrucken mit Preiselbeeren balancierend, da lacht er bloß und sagt in seiner Berliner Art:Treten Sie ruhig noch mal d r u s f". Ich aber war noch wochenlang ganz zerknirscht.

Ein besonderer Freund des Speisewagen- und mit Verlaub au sagen, ein besonderer Freund von mir - war König Ql u g u ft von Sach - f e n Seine Erholungsreifen nach Mentone hat er wohl keinmal ohne mich gemacht, aber auch auf innerdeutschen Kursen habe ich ihn oft be­dient Er war ein luftiger und trinkfester Herr, und ich weiß noch, daß er einmal zwischen Riesa und Dresden, das sind etwa 50 Kilometer, zu­sammen mit feinem Adjutanten fünf Flaschen Wein getrunken hat

Am besten ist vielleicht, ich sage Ihnen so ein paar von meinen wichtigsten Stammgästen kurz an, Sie können das ja selbst noch 'n bißchen auS- schmücken. Also notieren Sie mal

Strecke Berlin Basel König von Grie­chenland mit seiner ikürzlich verstorbenen) Ge­mahlin, der Schwester des Kaisers. 2m Speise­wagen wurden die Mittelwände herauSgenommen, die Quertische abgefchraubt und zu einer ge­meinsamen langen Tafel zufammengerückt- So wurde das überhaupt immer gemacht, wenn be- fonderS hohe Herrschaften reiften sagen wir mal: so von regierenden Fürsten an auswärts

Weiter. Dieselbe Strecke. Prinz Heinrich von Preußen; besuchte immer seine Söhne, die in Straßburg studierten. Der ruffische Groß­fürst Kyrill; fuhr fast alljährlich mit Ge­mahlin und Töchtern nach Wiesbaden. Und nicht zu vergessen: König Eduard VII. von Eng-

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Gießener Stadttheater.

-l. H. Zeitz:Erna Tarafin".

Vor einigen Jahren wurde in Berlin ein Krimi­nalprozeß verhandelt, der auch über die Reichs- Hauptstadt hinaus etliches Aufsehen erregte. Der Anklage wegen Totschlags lag folgender Tatbestand zugrunde. Die bei einer Berliner Handelsfirma angestellte Stenotypistin (Erna Anthony, welche mit einem jungen Menschen ein auf wirkliche Zuneigung gegründetesVerhältnis" hatte, war zu dem Chef ihrer Firma in unstatthafte Beziehungen getreten. Obwohl dieses Doppelspiel nicht unbemerkt blieb und bald zu naheliegenden UnZuträglichkeiten führte, wagte das Mädchen, aus Furcht, entlassen zu wer- den, nicht den offenen Bruch mit dem Vorgesetzten, hofste im Gegenteil gewisse materielle Vorteile aus derVertrauensstellung" zu ziehen. Eine im glei­chen Hause beschäftigte Aufwartefrau nutzte ihre Kenntnis von den Vorgängen zu Erpressungen aus. Die Anthony ließ sich, um Geld zu beschaffen, wie­derholt Veruntreuungen im Geschäft zuschulden kommen. Eines Tages ist der längst fällige Zu­sammenstoß mit der Erpresserin da, die schließlich mit einem anonymen Brief an die Frau des Chefs und mit polizeilicher Anzeige wegen der Unter­schlagungen droht, worauf das Mädchen in feiner Verzweiflung die Aufwartefrau nach erregtem Wortwechsel ersticht.

Mit dieser Rekapitulation des Tatbestandes ist die Fabel des dreiaktigen Schauspiels bereits erzählt. Der Verfasser war lange Jahre Gerichtsbericht­erstatter und schrieb seine Reportage . in szeni scher Form. Dabei hat er alle dramatische Energie, soweit sie im aktenkundigen Vorgang selbst onge- deutet war, schon im ersten Akt ausgespielt. Ob­wohl der Zuschauer den Fall bereits miterlebt hat und kennt, bleibt eine gewisse notwendige epan nung bis zum dritten Vorhang insofern nicht aus, als das entscheidende Geständnis und die Verhüt tung der Anthony (die hier Sarofin heißt) bis ganz zuletzt aufgeschoben wird.

Iordantpalte und dem Mittelmeer. Hot die ganze Balfourdeklaratton überhaupt nur einen sehr be- schränkten Wen. Gerade östlich de- Jordan wäre noch ein relativ reichlicher Siedlung-raum vorhanden, aber damit würde natürlich die hef­tigste arabische Opposition wachgerusen werden.

England, gegen da» sich ein wachsende- ge- samtarabische- Mißvergnügen richtet, hat ganz neuerding- den geschickten Schachzug gemacht, daß e- durch den Mufft da- iNamifche geistliche Oberhaupt von Jerusalem einen panifla - mifdjen Kongreß dorthin einbcrulen lieb. 2uf dem Kongreß hat e- Zwar allerlei internen Streit gegeben, aber im Gesamtergebnis ist die Stellung de- Mufti gewachten, und der wichtigste englische Gewinn au- dieser mohammedanischen Tagung ist. daß man den Jerusalemer Kongreß zu einer Dauervrganisation gemacht hat, die all- jährlich julammcntreten folL Was da- unter Um­ständen für England- Einfluß innerhalb de» Iflams bedeuten kann, brauht nicht erst hervor­gehoben zu werden. Umgekehrt ist eine günstige Rückwirkung auf die zionistische Siedlungsarbeit wenig wahrscheinlich. Von dieser kann vorläufig auf Grund persönlicher Anschauung nur gesagt werden, daß sie zweisello- einen moralischen, aber noch nicht sicher einen materiellen Erfolg bedeutet.

Da- sichtbarste Stück englischer Arbeit in Pa­lästina ist der großeHafenbauinHaisa. Hier soll die Kopsstation für den Verkehr mit dem Petroleumgebiet von Mossul. mit Bagdad und für die ganze 11 ober la nbr oute nach Indien ent­stehen Aus Haifa zu wird schon jetzt die Petro­leumleitung aus dem Mofsu'.Gebiet gelegt Haifa soll nach den englischen Wünschen e i n z w e i t e s Alexandrien und da- Tor eines von England au- fontrollicrten, von Palästina au- zugänglichen Orient- werden.

Frau Prasch-Greoenberg a.G. war für die erkrankte Darstellerin der Frau Sarofin einge- sprungen und verlieh in ihrer kleinen Szene der Ge- statt lebendige Fülle und die wohltuende Wärme eines echten mütterlichen Gefühls. Heyser zeichnete mit wenigen, gut sitzenden Strichen, knapp, kühl und überlegen den famosen Chef des Hauses. Auch Hans Paetsch, als Ernas Freund 21lc£, fiab eine richtig gesehene und konsequent durchge­führte Figur typifch und doch nicht ganz ohne individuelle Züge. Sehr frisch und ungezwungen Werner Schmidt in der kleinen Rolle des Lauf- burschen Heinrich. Kühne leitete, geschickt poin- tierend, als Äriminalrat Rodemut die Vernehmung und Verhaftung im Schlußakt.

sönlich gefärbte Talentprobe anzuerkennen ist, Frl. Doering hatte sich mit Phantasie und Hingabe in die seelischen Voraussetzungen der Figur hineinge- dacht und machte den triebhaften Ablauf der Hand­lung und vor allem die Tat selbst aus einer Ver­zweiflung, die jeden Ausweg verrammelt findet, überzeugend glaubhaft.

Eine sehr feine, durchgebildete und abgerundete Leistung sah man von Hub; er gab den Buchhalter Klopfer behutsam und bedächtig, aber mit ganz klarem Umriß so, wie dem Autor die Figur vor- geschwebt haben mag: als ein prachtvoller Mensch, unendlich gutmütig, hilfsbereit, schüchtern uneigen­nützig und grundanständig. (Für das Geständnis kann er nichts.)

Ganz scharf realistisch, eine Art von großstädti schem Weibsteufel, mit aller gemeinen Deutlichkeit des ordinären Dialektes, eine spionierende, jchlei- chcnde, hetzende, zuletzt in brutale Drohung aus- brechende Megäre: die von Luise Schubert- Jüngling gegebene Aufwartefrau Scheller.

Z i o n I - m u - schon vor dem Kriege in größerem Maßstabe ausgenommen. Im Rovcmber 1917 er­ging Don England aus die Balfourdekla- ration, wodurch die englische Regierung den Juden nach Beendigung de» Krieges o siziell eine .öffentlich-rechtliche Heimstätte in Palästina versprach. .Vorbehalt ich der dort schon bestehen­den älteren Rechte", damit bei den Arabern Be­unruhigung wegen ihres Besitzstandes vermieden würde Eine Absicht der Brl ourdeklaration war natürlich auch, die Lympathe der Juden im Kriege für England zu gewinnen; der mit ihr verfolgte Hauptzweck aber war, Palästina aus einem Lande mit überwältigender arabifher Mehrheit noch mehr zu einem nationalen, sprach- lichen und religiösen M ischgebiet zu machen Ilm so sicherer ließ sich dann die Rotwendigkeit einer dauernden europäischen, d. h. englischen Kontrolle behaupten.

England hat von dem Wohlwo'len. das in der Balfourdeklaration dem ,üd schen He mstött.nideal in Palästina versprochen war, vom Beginn seiner Mandatsherrschaft an nur ein sehr knap­pe S M a h . so viel wie eben noch notwendig war, um nicht deS Bruchs der Zusage geziehen zu wer­den, verwirklicht. Die von Anfang an voraus- jjufefcen war, machte sich Landmangel geltend. Die zionistischen Landkäufe regten die Araber auf (obtDobl gerade führende Nationalistifch-arabifche Familien in der Stille das allermeiste Land an die Zionisten verkauft Hattern, und durch die ile&erlaffung des ganzen Ost ordanlandeS an ein arabisches Emirat und Rordgaliläas an die Fran­zosen wurde der für die jüdische Siedlung laus- schließlich im Westjordan'ande) Der ng ate Raum Don vornherein auf ein au geringes Ausmaß redu­ziert. Ohne das Ostjordanland, das in geschicht­lichem wie in geographischem Sinne ebenso zu Palästina gehört, wie die Westhälste zwischen der

Palästina als englische Aasis.

politische Eindrücke von einer Weltreise.

Don Dr. Paul Rohrbach.

2u3 Jerusalem sendet uns unser ständiger Mitarbeiter seinen letzten Bries von seiner soeben beendeten Weltreise, die ihn über den Atlantik durch Rordamerika und ill>er den Pazific nach Japan, China, Insulinde, Indien und Aegypten, also den Brennpunkten der We'.tpolitik ge ührt hat Wir freuen uns, feststellen zu können, daß Rohrbachs Reisebriese in weiten Kreisen unserer Leser auf ungewöhnliche- Inteielse gestoßen sind.

W« heute die Fahrt von Aegypten nach Palästina mit der Dahn macht, die während des Krieges von den Engländern gebaut wurde, merkt gleich beim Hcbergan j von her ägypt.schen auf die palästin sche Strecke am Su^z'anal eine veränderte Politische A mol ä.e In Tlezvp en ist e- jetzt englische Politik, die tatsächliche Deherr- schung de- Landes möglichst wenig hervortreten zu lassen. In P a l ä st i n a . da- englisches,Rkan. dat ist, wird regiert wie in einer Kron­kolonie. Der englische Oberkommissar oder Gouverneur ist der tatsächliche Landesherr.

WaS England mit dem Erwerb von PalästiTw vor allen Dingen bezweckte, war. am Ostende des Mittelmeers einen Brückenkopf für den Heber landverkehr nach Indien zu be- fitzen. Die Stellung in Aegypten hatte den Fehler, daß hier mit dem zunehmenden Widerstand von 14 Millionen Einheimischen gerechnet werden mußte. England konnte nach dem Weltkrieg nicht mehr daran denken, sich in Aegypten so häuslich eiiuurid)ten und das Land so vollkommen als po­litisch-militärische Basis in seinem Sinne zu be­handeln, wie es dazu jetzt in Palästina imstande ist- Palästina ist in der Hauptsache von einer arabisch sprechenden Bevölkerung bewohnt. Dem Blute nach hat diese mit dem echten Arabertum ebensoviel oder ebensowenig zu tun, wie die ägyptische und die syrische. Der Sprache nach und, was mehr bedeutet, auch dem natio­nalen Gefühl nach, find Syrien, Palästina und Aegypten jedoch arabiliert und fühlen sich, aus­genommen die lgleichfalls arabisch sprechenden) einheimischen Christen, dem islam.schen Gesamt- arabertum auch innerlich verbunden

Es entspricht den Zielen, die England mit dem Besitz Palästinas verfolgt, wenn es von Anfang an daraus bedacht war, das Arabertum hier mög­lichst mit anders gearteten Elementen zu durch­setzen. Einzig in Palästina haben die Engländer im Kriege darauf verzichtet, deutscheReichs- an gehörige ihres Eigentums au berauben. Die einige tausend Seelen zählenden Angehörigen der deutschen Templerkolonten wurden zwar von den Engländern zunächst nach Aegypten deportiert, durften aber nach Beendigung des Krieges nach Palästina zurücklehren und ihren muflerpü'tig kul­tivierten-Landbesitz in der Küstenebene bei Jaffa und Haifa sowie in Riedergaliläa wieder einneh­men. Dasgeschah weniger aus einer Anwandlung von Billigkeit oder Humanität, als um. auch außer den jüdischen Einwanderern, noch w e i - tereRichtaraberrn Palästina zu haben. Biel zahlreicher und bedeutsamer als die Temp'er sind natürlich die neuen jüdischen Kolonien in Palästina. Auch sie sind durchaus ein Pro­dukt der englischen Politik.

Bor Dem Kriege gab es In Palästina einen ge- wissen Prozentsatz von Juden in Jerusalem, Die großenteils von Almosen ihrer begüterten Glau­bensgenossen in Europa und Amerika lebten, und einige, nach jahrzehntelangen Schwierigkeiten all­mählich zum Gedeihen kommende jüdische landwirt­schaftliche Kolonien, meist mit Rothschildschern Gelde ins Geben gerufen. Der jüdische Siedlungs- gedanke für Palästina war aber durch Den sogen.

hatte qan; folgeridjtig die stärkste und konzentrier­teste Wirkung im ersten Akt, der ja eben sowohl die Vorgeschichte in Umritten wie die Katastrophe selbst bereits in sich vereinigt. Doch gelang es ihm, mit einer geschickt auf die szenische Kräfteverteilung be- dachten Besetzung und einer richtig gewählten Tempoführung das Stück, auch bei fallender Linie, bis zuletzt theatralisch auszuwerten. Die Bühnen bilder Löfflers, insbesondere der Bureauraum und das Wohnzimmer bei Sarafins, charakteri-

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