Ausgabe 
12.12.1932 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

Berlin zuversichtlich.

Berlin, 12. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Börse stand heute unter dein Eindruck der gestern in Genf in einem für Deutschland durchaus befriedi­genden Sinne erfolgten Einigung über die deutsche Gleichberechtigung. Dieser außenpolitische Erfolg der Regierung Schleicher wirkte sich um so stärker aus, als die freiwillige Vertagung des Reichstags schon ein beachtlicher Fortschritt in den Bemühuntzen um eine innerpolitische Beruhi­gung gewesen ist, so daß der neue Kanzler während der kurzen Zeit seiner Regierung bereits zwei wich­tige Probleme der Lösung nähergebracht hat. Die Spekulation zeigte sich recht zu versichtlich und bekundete einige Unternehmungslust, der sich das Publikum, welches wohl von den Banken über die Tendenzentwicklung informiert worden war, später mit Käufen in Spezialwerten anschloß.

Man bemerkte zu Beginn des Verkehrs nahezu ausschließlich Besserungen, die bei bevorzugten Werten bis zu 2 v. H. betrugen. Ganz vereinzelt waren kleine Verluste bis zu 1 v. Sy festzustellen. Besonders fest tendierten Siemens, die 3,75 v. H. höher eröffneten. Im Verlaufe sprach man davon, daß sich die Aussichten für eine Geschäftsbelebung in Jnlande sowie für eine Besserung der Exportlage durch die politische Entwicklung und durch die kräf­tige Erholung des Pfundes gebessert haben. Darauf­hin vermochten sich weitere Besserungen bis zu 1 v. Sy, bei Siemens sogar bis zu 1,5 o. H., durch­zusetzen. Gegen 13 Uhr erfolgten einige Realisa­tionen so daß sich gegen die Höchstkurse Abbröcke­lungen bis zu 0,5 v. H. ergaben.

Von Renten lagen Deutsche Anleihen freund­licher. Altbesitz gewannen bis zu 0,5 o. H. Reichs­

schuldbuchforderungen, in denen weiterhin Stillhalte­gelder zur Anlage zu kommen scheinen, besserten sich bis zu 0,5 v. Sy, Reichsbahnvorzugsaktien zogen sogar um 0,75 o. Sy an. Jndustrieobligationen lagen bis zu 0,75 o. Sy, Vereinigte Stahlbonds sogar 2 v. Sy gesteigert. Auch Pfandbriefe waren bei nicht sehr lebhaftem Geschäft freundlicher. Ausländer lagen ruhig. Bosnier gewannen insgesamt 1 o. Sy, während Lissaboner Stadtanleihe 1,15 d. Sy verloren.

Am Geldmarkt war die Stiuation heute etwas steifer als am Samstag, was im Zusammenhang mit den Steuerzahlungen vom 10. d. M. steht, da heute erst die Schecks fällig werden. Der Satz zog auf 4,40 bzw. 4,25 v. Sy an der unteren Grenze an. Privat­diskonten waren weiter eher angeboten, die Nach­frage war nur gering. Reichswechsel per 10. März und Reichschatzanweisungen per 18. April blieben fast geschäftslos.

Frankfurt lebhaft und fest.

Frankfurt, 12. Dez. (WTB. Drahtmeldung.) Die Börse stand zu Beginn der neuen Woche voll­kommen unter dem Eindruck der überraschenden Einigung in Genf in der Frage der Gleichberechti­gung. Da auch bezüglich der innerpolitischen Lage eine merkliche Beruhigung eingetreten ist, war man für eine Weiterentwicklung der gesamten politischen Lage recht zuversichtlich gestimmt.

Das anhaltende Interesse des Publikums, beson­ders am Pfandbriefmarkt, blieb auf die Kulisie nicht ohne Einfluß, die ihrerseits zu Käufen und Deckun­gen schritt, so daß bei sehr fester Tendenz lebhafte Umsatz tätigkeit zu verzeichnen war. Im Durchschnitt betrugen die Kursbesserungen von 0,50 bis 1 v. Sy Darüber hinaus lagen eine ganze Anzahl von Papieren von 2 bis 3 v. Sy fester. Stark erhöht lagen vor allem am Elektromarkt Sie­mens mit plus 3,75 d. Sy, Schuckert mit plus 2,75 d.Sy und Elektrische Licht und Kraft mit plus 2,65

v. Sy Die übrigen ElektrLitatsaktien verzeichneten Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. Sy Sehr lebhaft war das Geschäft in Chemiewerken für IG. und Scheide- anftalt. Letztere erschienen zunächst mit Plus-Plus- Zeichen und kamen sd)ließlich 2,5 v. Sy höher zur Notiz. IG. gewannen erst 1 o. Sy und später erneut 0,75 v. Sy Deutsche Erdöl lagen etwa 2 und Rüt- gerswerke und Metallgesellschaft bis zu 1 d. Sy fester. Ziemlich lebhaft lagen auch Montanwerte, von denen. Buderus, Mansfelder und Rheinstahl bis zu 1,75 d. Sy gewannen und die übrigen Werte Besse­rungen von 0,50 bis 1 d. Sy erfuhren^ Salzdetfurth und Westeregeln waren 1 bzw. 1,65 v. Sy fester. Kurserhöhungen bis zu 1 v. H. hatten ferner Aku, Bemberg, Reichsbank und Deutsche Linoleum, fer­ner Reichsbankanteile. Der Schiffahrtsmarkt lag et­was ruhiger, und die Kurse zeigten nur geringe Veränderungen. Nach den ersten Notierungen setzten sich allgemein neue Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. Sy durch.

Am Rentenmarkt standen Stahloereinbonds im Mittelpunkt des Interesses. Der Kurs zog von 65,25 auf 67,50 v. Sy an, lag aber später 0,5 o. Sy rückläufig. Von Deutschen Anleihen gewan­nen Altbesitz 0,5 u.Sy, Neubesitz 0,25 v. Sy Späte Reichsschuldbuchforderungen waren um 0,65 v. Sy befestigt. Im Freiverkehr wurden Goldpfandbriefe meist 0,5 bis 1 v. Sy höher tariert. Kommunalobliga­tionen blieben stark gesucht. Liquidationspfandbriefe waren nur wenig verändert, mit Ausnahme von Rheinische Hypotheken Mannheim, die 1 o. H. ge­wannen.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 12. Dez. Auftrieb: 1572 Rin­der (435 Ochsen, 143 Bullen, 542 Kühe, 423 Färsen), 530 Kälber, 177 Schafe, 4240 Schweine, davon 90 Memelländer. Es notierten: Rinder: Ochsen: voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jün­

Jetzt istEr froh!

gere 26 bis 29 Mark, ältere 23 bis 25, sonstige oollfleischige 20 bis 22; Bullen: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 24 bis 27, sonstige vollfleischige oder ausgemäftete 20 bis 23; Kühe: jüngere voll, fleischige, höchsten Schlachtwerts 23 bis 25, sonstige vollfleischige oder ausgemäftete 20 bis 22, fleischige 17 bis 19, gering genährte 12 bis 16; Färsen (Kal­binnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 27 bis 29, vollfleischiqe 24 bis 26, fleischige 20 bis 23; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 35 bis 37, mittlere Mast- und Saug­kälber 31 bis 34, geringe Kälber 25 bis 30; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 23 bis 25, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 22; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 39 bis 42, von etwa 200 bis 240 Pfund 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 40, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 34 bis 38 Mark. Marktverlauf Rinder schleppend, geringer lleberftanb; Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig, ausoerkauft.

Lühka Kolessa

die bekannte Pianistin vonWeltruf.konzei tiert am Donnerstag, dem 15 Dezember, 20 Uhr. in der Neuen Aula der Universität zusammen mit ihrer Schwester Christ ja (Cello) im 3. Konzert des Konzert­vereins. Eintrittskarten RN. 2. . 3. und 4. bei Ernst Challier.e78oD

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In tiefer Trauer:

Aliendorf a. d. Lahn, den 12. Dezember 1932.

Familie Bechtold

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Familie Geib Anna Menges.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Dezember, nachm. 3 Uhr statt.

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Samstag nachmittag 3% Ubr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Katharine Volk IV, Witwe

im Alter von 63 Jahren.

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Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Germer sowie für den erbebenden Gesang des Gesang­vereins Harmonie und lür die zahlreichen Kranz­spenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Emilie Walther nebst Kindern.

Grofien-Linden, den 10. Dezember 1932.

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Vereine

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Dienstag, 13. Dez. Monats-Versammlung im Augustiner. 87SIV Evang.Arbeitervereio

Mittwoch, 14.12.32 um 8 Uhr abends Hörsaal des Botan. Instituts lBrand- vlatz4): Teilnahme an dem von dem Guttempler-Orden veranstalteten Licht­bilder Vortrag des Herrn Prof. Küster überDeutsche Gär­ten^8794D !lllllllllllllll!illllllllllll|||||l Stadttheater

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Heute entschlief nach langem schwe­rem Leiden meine liebe Gattin, un­sere liebe Mutter.Tochter,Schwester und Schwägerin

Frau Ida Johanna Hidcel

geb. Michel

im Alter von 49 Jahren.

Im Namen

der trauernden Hinterbliebenen: Theodor Hickel nnd Kinder.

Lieh, den 9. Dezember 1932.

Die Beerdigung findet in der Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. o-aee

Bekanntmachung.

Betr.: Straßenbahnfahrpreise.

Wir machen darauf aufmerksam, daß die Fünferkarte (bzw. Fahrscheinheftchen) zu 0,65 RM. mit sofortiger Wirkung auch Gülligkeit für die Strecke GießenMarkt­platzWieseck und umgekehrt hat.

Gießen, den 12. Dezember 1932.

Direktion der Städtischen Straßenbahn.

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Die Gemeinde Großen-Vuseck verkauft im Submissionsweg einen schlachtreifen Simmentaler Dullen. 8795D

Angebote sind bis zum Donnerstag, dem 15. Dezember L 3 mittags 1 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzu­reichen, wo ansd)ließend die Eröffnung er­folgt. Die Bedingungen werden im Ter­min bekanntgegeben.

Großen-Buseck, den 10. Dezember 1932.

Hessische Bürgermeisterei.

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