Ausgabe 
12.10.1932 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadl

G ießen, den 12. Oktober 1932.

C. W. K.-Berichterftatter.

Unb u"te6r0Ud)en. ®int me'nge ,:Di SibiÄ.Ä ( A n "V »-«ubtlem der Grenzen den Mensch, sicht man täglich ungeduldig auf dem Et,-nbahn' äs«

fl e n. Endlich geht die Gemenge: Ein Probe-

zehn- und Zwanzigfachen Preisen wieder verkaufen. Einer der gestrandeten Europarersenden hat eine'

nach der Wissenschaft, Kunst, Sittlichkeit usw. den durch Rassenkunde und Vererbungslehre bestimm­en Lebensbegriff des Volkes zu bekräftigen haben. Vei aller Anerkennung der Notwendigkeit, stets und besonders heute die politischen Werte zu Prinzipien der Erziehung und Bildung zu machen, erscheint es bedenklich, alle Kulturwerte ausschließlich in den Dienst dieser politischen Aufgabe zu stellen und die gewiß wertvolle Einzelwissenschaft der Biologie zur Grundlage einer Weltanschauung zu machen. Wenn man den Staat zum Beherrscher aller Kulturgüter, ________, ____

chuß man ganze Strecken und wesentliche schreiende Menschen, Perfonlichkeiten des deutschen Geisteslebens zu die- ""

nender Stellung hi n ab drücken.

In dieser Lage, umstritten von einer ab klingenden und zwei mächtig anschwellenden schulpolitischen Tendenzen, tut

öec höheren Schule die Besinnung auf ihre wahre Aufgabe

n- ---, .... - uu| uns ifriü'u.

sind Europareisende, die schon 24 Tage warten an diesem weltabgelegenen Orte, wo Fuchs und r1 $ su.te Nacht sagen. Endlich geht die erlösende Nachricht durch das Gemenge: Ein Probe- Zug geht morgen um 9 Uhr ab. Am' nächsten Mor­gen stehen die Leute schon in zwei langen Reihen vor dem Schalter. Hunderte bleiben zurück. Wer eine Fahrkarte glücklich erlangt hat. kann sie zu

Dw 4 6. Hauptversammlung des Hef- InMrJ5*, ' lologenvereins fand bei zaylreicher Beteiligung am Freitag und Sams- tag m Singen statt. 3n der

HaupiversammLung öes Hessischen Vhsio'ogenvereins

Haltung in vollem Umfange als richtig bestätigt. Jn diesem Sinne ist es als ein Glück zu bezeich- daß die hessische Reform Entwurf geblieben ist. dessen Abschluß kaum mehr möglich erscheint weil die Reform eine heute schon historisch ge­wordene Episode darstellt..

in ihrer Widerstandskraft geschwächt, ist die höhere Bildung dem mächtigen Ansturm der drit- J chul pol- tij ch e n Tendenz ausgesetzt. Die Politisierung schreitet weiter und ergreift die Wissenschaft und alle Wertgebiete, die für die höhere Schule von Bedeutung sind. Wir stehen im Zeichen

politischen Bildungslehre,

ör ( 1- < --- ' in jc-uciii

Augenblick die Sorge um unser Volk und um unser Vaterland.

...» Stug &em Stadttheaterbüro wird Vorstellung im Mittwoch- Abonnement findet heute 20 Uhr die erste Wie- ?0AUJ}9 ?e8rmit starkem Beifall aufgenomme- £"Der 18. Oktober" von Walter Erich Schäfer unter der Spielleitung von Ober- Pielleiter Peter Fassot statt. Die Intendanz macht nochmals auf den unbedingt pünktlichen -Beginn der Vorstellung aufmerksam, da während Fernand Einlaß finden kann. Ende 22 Uhr Gewöhnliche Preise. Die erste Schulervorstellung dieser Spielzeit findet am Samstag, 15. Oktober, statt mit einer Auffüh. nmg desEgmont" unter der Spielleitung des Intendanten und der musikalischen Leitung des Universitätsmusikdirektors Dr Temes- varh. Schülerpreise. - Der Zyklus hessischer Dramatiker wird mit einer Aufführung von Ernst Elias Riebergalls berühmter hessischer Lokal- posseDer Datterich" am Sonntag, 16. Oktober eröffnet. Spielleitung hat Heinrich Hub, der

»Datterich nicht durchs Abonnement geht, son­dern lediglich außer Abonnement als Fremden­vorstellung zu ermäßigten Preisen stattsindet. Erstmalig veranstaltet die Intendanz ein Racht- 5\abarett m Form eines Bunten Abends am Sonntag. ^6. Oktober, 22 Uhr. Unter der künst- ^ruchen Leitung von Heinrich Hub, der auch die Ansage übernimmt, und Karl Dolck wird ein abwechslungsreiches Bunt-Programm zum Vortrag gelungen und allen Freunden guter, künstlerisch gediegener Kleinkunst einen stim­mungsvollen, unterhaltenden Abend bereiten Außer der Aufführung der ulkigen Tragikomödie

Die Beantwortung der Frage, wie es ge- kommen ist, daß die höhere Schule in vielen S-allen öem Einbruch jener Kräfte und Tendenzen des öffentlichen Lebens in ihrem Bezirk keinen stärkeren Damm entgegensetzte, führt zu einem Kerngedanken der zweiten schulpoliti­schen Tendenz, der

absterbenden Schulreform.

Es ist der Gedanke derLebensnähe", der dem Sinn wertvoller Bildung widerspricht, wenn unter Lebensnahe die kritiklose Einbeziehung aller Er­scheinungen des Lebensader gesunden sowohl als der kranken, in den Erz.ehungsprozeß verstanden wird. Die Reform an den ihr zutommenden

s.9eru^^ Hre Verdienste, ebenso aber ihre Schaden erkannt zu haben, gibt dem Erlaß des Re.chslnnenministers an die Länder feine Be- t Wenn dieser Erlaß betont, daß die

sachlichen Anforderungen in allen Schularten wieder gesteigert werden müssen und daß Weich- lichkeck und zu weit getriebene Rücksicht auf jede tiLs lr rC Neigung des Schülers unangebracht lick?' © vr9* m liefen Feststellungen eine nütz-

in d-tan Irrwegen der Schulreform vor. Es ist damit an die Stelle der Orientierung der ^aoagogik vom Kinde aus wieder die Regelung d°n sachlichen 2Inforberungen öer Dildungsguter getreten. Der Leerlauf der ^ß/e weiter deshalb so bald offenkundig toetI- ls gewissem Sinne berechtigte Ablehnung ledcs dogmatischen Verhaltens des Lehrers und die Freigabe der Entscheidungen an den Zögling wenn sie auf alle Wertgebiete ausgedehnt wird, du einer Entpersönlichung, zum Siftorigmug unö Eklektizismus führte, der dem tieisten Verlangen des Jugendlichen, entweder toi5?tÄtDber m ®eborfam Stellung zu nehmen.

So flehen wir heute vor der Tatsache des Zu­sammenbruchs der Schulreform, der wohl vielen überzeugten Anhängern der Reform, aber nicht

dem kritischen Beobachter überraschend kam.

Der Hessische Philologenverein hat seit Jahren

iIE>er Gelegenheit auf die Gefahren des icywachen ideologischen Unterbaues der Schul­reform aufmerksam gemacht. Die Zeit hat diese

Die Hasenpfote von Hans Vrennert werden vor allem die neu verpflichteten Mitglieder un- lerer Buhne Gelegenheit haben, sich dem Publi­kum vorzustellen. Aus dem Programm seien Dac- vietungen der Operettenneuheiten und Tänze aUsnU$Don Ballettmeister Ewald Bäulke

Svau verraten. Unter der Leitung von Kapellmeister Walter Moe hl wird der musi- cilcm besonderen Jazz-Band- Ea Ä?tCrr bestritten. Die abwechslungsreiche Dor- tragssolge wird bei ganz kleinen Preisen von 22 bis 24 Uhr sich abwickeln.

öffentlichen §estversammlung

entbot Staatspräsident und Kultusminister Dr. iöel.uM _ö«m Verein die Grüße dec Hessi- schen Kultusverwaltung, die größten Wert auf vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Philo- IügenDerein lege und sich feinen Arbeiten und eng verbunden fühle. Die Grüße <)efflfc6cn Landtags überbrachte Landtaas- prasident Professor Dr. Werner: im (Kamen Der Stadt Bingen begrüßte Bürgermeister Dr. G>eglitz die hessischen Philologen. Weiter £auen e ne große Anzahl von Behörden und Organisationen Vertreter zur Tagung entsandt.

um Mcktelpunkt der Tagung stand dec Fest- vor,rag, in dein der erste Vorsitzende des Ver­eins, Etudimrat M o n j 6, Darmstadt, über

Schulpolilische Tendenzen der Gegenwart und die Aufgaben der höheren Schule" sprach.

lirfUSrix Tendenz, die heute den Be- s»? m X 3U beeinflussen trachtet, ist die der p o [ 1111 i e r u n g. Sie möchte die deutsche Schule, in besonderem Maße die höhere Schule, als eine der öffentlichen Erziehungsstätten der Jugend m den politischen Kampf der Gegenwart £n-VCn einbeziehen. In einem

öiÄfier m Deutschland unbekannien Umfang haben bol't>fche Parteien die Erziehung und auch Bit- "PS ber Jugend in die Hand und damit dec Schule einen Te l ihrer Aufgaben fast gänzlich aus dec Hand genommen. Als bedrohliche Folge ist eine weitgehende Entfremdung der I u g e n d vom Staate und von der Schule festzuftellen.

Auf der Station Ch.... Tausende und Zehntau­fende von Menschen haben sich angesammelt und warten mit Sehnsucht, bis sie Weiterreisen können. Sin wahres Menschenpanorama: Japaner, Chinesen Koreaner, Mongolen, Kirghvsen, Solos, Russen, Amerikaner, Engländer: beinahe alle Län­der haben ihre Leute hier. Die Verbindung mit

,blfn der Mandschurei ist schon wochenlang unterhrnrhpn (Ftno srn<>n nn <

hüS?erür 5f.aLmjen' ^af ihn aber, da dieser sich 21 Sabre Ser Angeklagte ist

hrr. ,.7re vlt und offenbar, wie auch fein unae- aenh .Sed>°[ten DDr Gericht belwes, von Ju- W ahul e'n r^iaier SRenH Reue kennt er nicht, alledem ?°^rafen nicht aufzuweisen. Nach

fertigt Öte ausgesprochene Strafe gerecht-

Vornotizen.

Nachdruck, auch mit Ouellenangabe, verboten.

Die Ueberschwemmung in der Mandschurei 'm großen und ganzen vorüber, und schon beginnt dec Frost, der die kriegerischen Aus­einandersetzungen begünstigt. Der Umsturz, das Chaos mMandschukou" droht das Land zu vernichten, nachdem erst vor kurzem Was- Wüten Hunger und Pest die Menschen dahlnrafften.

Woche lang seine Billette verkauft und dadurch die Hotelkosten für seinen Zwangsaufent- halt unö noch ein gutes Sümmchen obendrein er- 11??' ,.n- Gine ganze Anzahl Eilender werden am «chalter abgewiesen, weil sie keinen Anticho- le r a - I m p f sch e i n besitzen. Diese werden un­barmherzig ins Jmpflager abgeführt und dort zwangswei'se mit der Jmpsnadel gestochen. Mit den Impfscheinen wird auch Handel getrieben. Der Han- delsgeist ist in Asien zuhause. Ein Chinese verkaufst einen Impfschein für 2 Dollar. Läßt sich ZUM zwei­tenmal impfen. Wieder handelt er. So tut er's fünf, wal und sinkt beim sechstenmal tot zusammen.

Der Zug ist wie ein Heringsfaß voll- geladen mit Passagieren und Ballast, Keuchend setzt sich die Maschine in Bewegung. Ein Kind kann mit ihr Wettlaufen. An jedem Bahnhofe warten wiederum Hunderte, die mitwollen. Nach zweistün­diger Fahrt hält der Zug unweit dec Station Sh....Alles aussteigen", schreit der russische Schaffner. Hier hat das Wasser denBahndamm durchbrochen und sich meilenweit ein Flußbett gemacht. Im Kahn geht die Fahrt weiter. Stunden, lang dauert die Ueberfahrt. Es ist Nacht, bis sich die Zerstreuten wieder gesammelt und in dem bereit- stehenden Zuge ihren Platz gefunden haben.

Es ist 10 Uhr. Der Zug ist glücklich in H.... ge- landet. Weiter geht's nicht mehr, denn nach Norden und Osten zu ist alles ein See. Uns, die wirs

H a r b i n, ün Herbst 1932.

steht die Nordmandschurei unter Wasser- Die Flut kam über Nacht. In wenigen stunden war alles - soweit das Auge reicht, mit Wasser bedeckt. Zuerst war noch jedermann wohlgemut. Man konnte noch in Droschken. Autos und Ricksha-ws trocken durchkommen. Die meisten o?ktCterLburd>5 Wasser. Den Humor verlor niemand. Aber schon am nächsten Morgen stand das Wasser fußhoch. Die ersten Boote zeigten sich. Ich machte melne^optlschen Messungen an einer Bank vor mei- nem rlenster, auf der Blumentöpfe standen. Die I Topse standen bereits im Wasser. Das Wasser stieg hoher und hoher. Jetzt galt's, sichinSicherheit zu bringen. Der Auszug begann. In die oberen otoefmerfe, in hoher gelegene Stadtteile, auf Hügel und Berge. läge und Nächte wälzte sich durch die Straßen ein Zug von Wagen, Autos, Starren und Rick,Haws, oollbepackt mit Betten, Kisten. Kasten. Dazwischen und nebenher bewegte sich e i n Strom von fluchtenden Menschen, Männern, grauen Kindern, alle beladen mit ihren Habselig- feiten. Dazu das liebe Vieh: Kühe, Schafe, Schweine, Pferde, Hunde, alles lief bunt durcheinander. Wei­nende Kinder, bellende Hunde, blökende Schafe fchrs'.sndo Menschen, tutende Autos, alles wild durcheinander. Eine Panik und ein Bild, als ob der jungfte Tag anbrechen wollte.

Unter solchen Umständen ist eine Reife im Kahn, Hunderte von Meilen weit durch Städte und Dörfer, auf der großen Landstraße und durch die kleinsten Gäßchen, über Eisenbahnbrücken und 5öaMamme, über Wiesest und Felder, über ganze im Wasser versunkene Dörfer hinüber ein schreck­liches Erlebnis.

schwemmten Gebiete zu machen, steht ein Motor- boot jur Verfügung, das uns zunächst an der be- tannten Sungaribrücke entlang die reißenden Flu- ten des Rlesenstroms hindurchführt. Wir fahren über die Dächer von Hunderten von Sommerhäusern, wo die Stadtbevölkerung von S). ihren «ommer verlebt. Ein großer Teil oiefer Sommerwohnungen ist von den Wogen weg- gerlffen und den Sungari hinunter in den Amur 9Wrsen- Jetzt biegt unser Boot in die durchbrochene Bahndammstelle ein Am Ufer ist die ganze Fluß- stvlstlle: Dampfer, Dschunken und Boote jeqlichen Äahbers unb jeglicher Gattung. Alles wimmelt von Obdachlosen, die hier sich auf den Booten wie Heuschrecken niedergelassen haben. Not kennt kein Gebot. Wo die Flüchtlinge sich niederließen in Gär­ten, Laden, Wohnhäusern, niemand durfte es ihnen

Motorboot fährt durch die Straßen der «tadt tfudjiahen. Das Wasser ist mehrere Me- cS 5ie* £nb <Sei® vielfach bis an die Dächer der P°u,fer. Der Anblick, der sich uns bietet, ist entsetz- m Gestank unausstehlich. Nach chinesischem Brauch glimmt vor uns im Boote ein großer Mes- stngdrelfuß gefüllt mit Rauchwerk, dessen Duft die pestartige Luft von uns halten soll. Mund und Rase halten wir zu mit farbolifierten Binden. In ^"aße schwimmen zwei aufgedunsene, vom Wasser ganz schwarz gewordene Leichname. Das Boot bewegt sich langsam zwischen ersoffe­nen Hunden, Pferden, Ratten, m e n sch­lich e n L e i ch e n , auf dem Wasser schwimmenden /Luven, Fenstern und Hausutenfttien hindurch. An

>2hc9^ bie beichname zu Hunderten auf dem Wasser. Viele Straßen sind barrifaöiert öurcü tue emgcfallenen Häuser. Das einst so be- riihmte chinesische HotelNeue Welt", ein chine- Ä*f-^k r ^olfenf rohr, ist zum Schutt- und Steinhaufen geworden. Das Wasser wimmeltoon Würmern, die sich wie Blutsauger an die Beine Derer setzen, die es wagen, durchs Wasser zu gehen.

.^g kann man solche Reisen fortsetzen, überall dasselbe Bild: Verheerung, Verwesung, Vernichtung, Tod und Schrecken. Auf erhöhten Gegenden geht es zu Fuß weiter, dann eine kurze strecke per Bahn oder im Auto, dann wieder ins Boot und abermals tagelanges Fahren über über­schwemmte, tote Dörfer und Städte.

Wagen herunter und fiel so unglücklich daß ihm die Rüder der rechten Wa- rVx U&Cr, ^ust gingen. Dadurch erlitt Iehu^r^UTT6Ü>lrt ?Knn fz> schwere innere Ver- duß der Tod auf öer Stelle eintrat. StUrfte hinterläßt seine Frau und ein

** S 4 n e ll ermitteltunddingfest a e - zurn^Dienqt^ Polizeibericht meldet: In'der Nacht - ^ern.* * * * 5 * * *nta9 wurde auf der Gießener Messe in Mon^nkaussbude eingebrochen und eine größere 150 9nnem> ^ummiwaren im Werte von a ?Wen- Sm Laufe des geftri-

gen Nachmittags gelang es der Kriminalpolizei, die . Mer fchzunehmen und das Diebesgut restlos stcherzustellen Es handelt sich um zwei Artisten, Da^ Tzslü-- Schaubude auf der Messe tätig waren, ^b D'ebesgut sollte gestern nachmittag in Koffer v^packt und nach Frankfurt a. M. transportiert werden.

-7. ** m EUe Fundfachen - Verzeichnis. klIt mit: Das Verzeichnis über die

tm Monat September gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefor­dert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau während der Dienststunden geltend zu machen.

Taten für Mittwoch, 12 Oktober.

322 v. Chr.: der griechische Redner Demosthenes auf Kalauna gestorben: 1492: Kolumbus entdeckt Enka: er landet auf Guanahani (Westindien): 185e>: der Dirigent Arthur Nikisch in Szent-Miklos geboren; 1896: der Komponist Anton Bruckner in 2ßien geftorben; - 1924: das Zeppelinluftschiff Amersta'^ Friedrichshafen zur ersten Fahrt nach

k.k/O ^ahre 'm Dienste der Reichs- Laf Ln- Der Zugführer Anton Dietz, beim Bahn­hof Gießen, wohnhaft Krofdorfer Straße 22, konnte hPr Monats auf eine 50jährige Tätigkeit bei 2 .^uruckblicken. Der Jubilar trat am

x deim Bahnhof Bebra in den Dienst

ber Reichsbahn, feit 1912 war er dann tm Zugbeglei­tungsdienst beim Bahnhof Gießen tätig Infolge berr ^"e^grenze ist er nunmehr in den

Ruhestand versetzt worden. Die Reichsbahnoerwal-

9 ff?.rar(J bem verdienstvollen Beamten herzliche Glückwünsche aus und dankte ihm für seine lang­jährigen Dienstleistungen. 11 9

** Äe ine ße^r gange für Rechtsstu - m nt vn b ® n Gießener G e r i ch t e n. Der Präsident des Landgerichts der Provinz Oberhessen Ü bk Lehrkurse für Rechtsstudenten

am Amts- und Landgericht Gießen in diesem Herbst roegen geringer Beteiligung ausfallen.

^oerfahcen und auf der Stelle

..........ö vtet. Em tragischer Unglücksfall ereignete auch die Titelrolle spielt. Die Intendanz macht kirnfi» §^en 15 Uhr in der Rodheimer darauf aufmerksam, daß die Aufführung des Äh.--^dschlößchen. Dort fiel dec SMh.'.w <*u". y -8 .ves 38 Jahre alte Fuhrmann Alfred Georg Schott- I

bei dem Steinbruchbesitzer

Valentin Hierselbst bedienstet war, von einem mit

Ein rabiater Erwerbsloser vor dem Schnellrichter.

Die Beamten des Wohlfahrtsamts, fres Arbeits- awts und ähnlicher Behörden haben den Erwerbs­losen gegenüber oft einen schweren Stand und sind deshalb wie dies letzthin schon gelegentlich eines Einzelfalles ausgefuhrt wurde, häufiger, wie andere Beamte Beleidigungen und sonstigen Angriffen aus­gesetzt; sie unterlassen jedoch in vielen Fällen Er­werbslose welche, wie verständlich, infolge 'ihrer traurigen Lage leicht erregbar sind, zur Anzeige Vu bringen, berichten vielmehr nur an ihre vorgesetzte ®Ärue'?^er Stellung von Strafanträgen überlassend Im vorliegenden Falle handelte es 'sich um einen durch einen Erwerbslosen hervorgerufene? skandalösen Vorgang auf dem Wohlfahrtsamt d°n öie Bürgermeisterei i,n Interesse und zum Schutz des angegriffenen Beamten unter Stellung eines Straiantrags zim Kenntnis der Staatsanwaltschaft brachte. Um die Strafe, des abschreckenden Beiiviels ha ber, möglichst rasch der lat folgen 3U (aff n hl amtgefangnisstrafe von 4 Wochen' ow'e eme Haftstrafe von einer Woche. Er hatte im freiwilligen Arbeitsdienst einer Gemeinde gestand n mJrhPH m,^9enrnman9el5 UN Mitteln eingestellt werden mußte Nun verlangte der Angeklagte auf bem Wohlfahrtsamt Unterstützung, bzw Vorschuß S,e wurde zunächst abgelehnt, da erft bestimmte Re2^A?ngen zu erfüllen seien. Der diensttuende ch-e^au^lechem'Ä ^^ber eingehend; er beharrte nnh semem Anspruch und drohte, alles kurz

-K dU a0en' wenn ihm nicht willfahrt werde.^ Daraufhin wurde er vor die Türe gesetzt Teil"...? UV traL<r dann die Türfüllung zum h Un'Ä YMÄr nach unten, entnahm einem bie Tren^ bh- d'e Luftpumpe, eilte mit ihr wieder die -reppe hinauf und warf sie mit aller Wucht I

Wer in diesem Sinne gebildet und erzogen ist, steht erst in wahrem Sinne mitten im Leben, weil er sich nicht von dem Strudel des betriebsamen Lebens ziellos fortreißen läßt, sondern immer ver­suchen wird, inmitten der Verwirrung der Geister ruhig zu bleibenUnb die inneren, vielen unsichtbaren Zusammenhänge der Strömungen des Lebens zu erfassen.

Oce Mitgliederversammlung.

In iber Mitgliederversammlung gab u. a. der Vorsitzende Rechenschaft über die Stellung­nahme des Vorstandes zu der Entwicklung der Lage der hessischen höheren Schule und des hessi, chen Philologe nstan des seit der letzten Hauptversammlung. Die Arbeit des Vor­standes wurde von der Mitgliederversammlung ein­mütig gebilligt.

Die katastrophale Lage des philologischen Nach­wuchses wurde in einer Versammlung der A r- beitsgemeinschaftHessischerStudien- assessoren und -referendare, sowie in dem Bericht des Anwärtervertreters vor der Mit­gliederversammlung erörtert. Um die Berufsnot des philologischen Nachwuchses einigermaßen zu beheben, wurde das Hessische Kultusmiiiisterium in einer Entschließung u. a. gebeten, den unaufhörlichen Stellenabbau, dem seit 1926 rund ein Fünf­tel aller philologischen Stellen zum Opfer gefallen ist, einzustellen, sowie alle nicht akademisch ausgebildeten Lehrkräfte, die an den höheren Schu- len mit Aufgaben betraut sind, für die sie feine Ausbildung haben, der ihnen zustehenden Wirkungs­stätte zuzuführen. Weiter forderte die Anwärter- schäft, daß angesichts ber Arbeitslosigkeit weiter Kreise, besonders ber Jugenb, die Regierung gegen jede Art des Doppelverdienens fchärfstens oorgehe.

dringlich not. Drei Prinzipien bestimmen diese Auf­gabe. Im Mittelpunkt der Erziehung müssen stehen die großen Persönlichkeiten und die großen Werke die die Güter ber Kultur verkörpern. Sie finb nach ihrem Eigenwert zu betrachten unb ergeben erst zusammen den Sinn des ganzen Lebens, bilden den ganzen Menschen unb erschließen ihm ben Sinn für ^me Verbmbung mit übermenschlichen Mächten. Der Gebilbete muß nicht nur zu handeln gelernt, er

Sintflut über Mandschukou.

3m Motorboot durch das mandschurische Ueberschwemmungsgebiet Von unserem ständigen C. K.-Berichterstatter.

Es folgt ein Gang durch die verschiedenen Nähr- statkonen, wo die Heimatlosen und Hungernden qe- nahrt werden, wo ihnen reines Wasser und reine Elche ausgeteilt wird. Sie tragen verschiedene Ban- eIne bt?3 ^te Kreuz, eine andere das bud- bhistlsche Swastika, die dritte das israelitische Sechs- e^ eine andere bas Dreieck ber Christlichen Junq- manneroereine. Auch Sichel unb Hammer aus Mos­kau fehlen Nicht. Alle vereinigt sie bie Hingebung an Die Heimgesuchten zu einem harmonischen Kreise Die Grenzen unb Barrieren sind verschwunden. Dabei wehen die Flaggen unb Abzeichen ruhiq im Winde

Noch em letzter Besuch in Öen Cholera- b ar ad en wo ebenfalls alle Unterschiede dec Rassen verschwunden finb. Ein überaus starker Kar­bolgeruch weht uns beim Eintritt entgegen Wir felber werben zuerst am ganzen Körper bespritzt. Bann in em langes weißes Gewanb gesteckt Dann ouf Impfung geprüft. Dann Nase und Mund oer- bunden Wie eine bewegliche Mumie schreitet man einher. Die Baracken liegen voll. Drei Abteilungen: Hoffnungslose, Genesende und solche, wo Leben und Tod noch miteinander ringen. Bei den Hoffnungs­losen sind die Leiber schon schwarz geworden. Alle Augenblicke wird einer hinausgetragen, der erlöst ist von allem Leid.(Fs i ft ein Schnitter ber beißt Tod!" Mit diesen Worten begleitete uns die Schwester hinaus aus diesem Ort des Jammers.

Auf Der Straße kommt uns eine chinesische Prozession entgegen, begleitet von der üblichen Musik: Posaunen, Flöten, Trommeln. EineReihe von Mönchen: Buddhisten und Taoisten gehen voran Der Wassergott, der Wolken, Luft und Winde Meere und Ozeane in feiner Gewalt hat, wird unter einem Palankin zur Schau getragen. Die Menge folgt bar- süß. >n härenen Gewändern, den Kopf in weiße Tücher gehuUt; das äußere Zeichen der Buße und Trauer. Es geht ans Wasser, wo unter herzecreißen- ben Klagen unb lautem Geschrei der Gott des Him­mels gebeten wird, herabzukommen. Er soll auch in ©eftalt einer Eidechse (ein glückbringendes Omen)

T & roc,*le8tere d°nn in einem 1 3ur Schau getragen wurde.

Jeder Chinese geht beglückt nach Hause Der Gott bes Himmels ist auf bie Erde gekommen, unb er hat ihn gefefjen 2(06 (Sorgen finb verschwunben. Die Zu- fünft ist helle: Der Asiate hat seinen Gott gesehen ? e,n wohltuenber Schlußakkord zu den | aUf "n'-r-- W 3U «