Ausgabe 
12.8.1932 Erstes Blatt
 
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Dhein-Main-Gebiets Süden auf, die der Aus- füllung harren, wenn die großen Vorteile des Kraftwagens in Gestalt seiner zeitlichen und ört­lichen Freizügigkeit durch hochwertige Leistungen der Schiene ausgewogen werden sollen. Heber die bisher dem Vezirks-Cilverkehr erschlossenen Strecken des Rhein-Main-Gebiets und der an­grenzenden Vezirke,

so in Rheinhessen und namentlich auch in Ober­hessen, besser als bisher durch schnellfahrende Züge zu erschließen sein.

11. a. gilt dies für die Strecke Frankfurt- Gießen mit ihren vielfältigen Abzweigungen in Friedberg und Gießen, sowie für die Strecke Gießen Alsfeld Fulda, welch' letz­tere noch immer vergeblich einer Eilzugsverbin- dung harrt.

Wirtschaft.

Zuversichtlich und freundlicher inBerlin.

Berlin, 12. '21 ug. (WTB. Funkspruch.) Obwohl sich in der innerpolitischen Situation noch keine Klarheit zeigt, glaubt die Börse, weiter eine zu- ve r s i ch t l Cd) e Stimmung haben zu dürfen. Sicherlich wird die Haltung des Zentrums bei den kommenden Verhandlungen zu einer Entscheidung führen, und man erwartet gespannt die wahrschein­lich morgen stattfindende Unterredung zwischen der Regierung und Hitler. Hatte man aber ge­glaubt, daß.diese in der Luft hängenden politischen Fragen die Unternehmungslust der Börse stark hemmen würden, so konnte man zwar eine gewisse Zurückhaltung seststellen, aber die Spezialinteressen

wurden hierbei nicht berührt. Und von solchen Spezialbewegungen ausgehend wurde es allge­mein freundlicher. Wirtschastliche Momente wurden weiter lediglich nur zur Kenntnis genom­men. Neuyork war gestern gegen Schluß zwar schwächer, bod) machte dies ebenso wie die voran­gegangenen starken Steigerungen kaum Eindruck. Beachtung fanden dagegen die weitere Aufwärts­bewegung der Kupferpreise und die Hausse am Sst- bermarkt. Auch die Nachrichten über einen Web er­streik in England wurden zur Begründung für die freundliche Stimmung herangezogen. Das Geschäft nahm im großen und ganzen aber nicht an Um­fang zu.

Die Tatsache, daß Verkaufsaufträge so gut wie gar nicht vorlagen, gab der Spekulation Ver­anlassung zu Rückkäufen und Deckungen, zumal auch von Publikumsseite kleine, allerdings limitierte Kauforders eingetroffen waren. So ergaben sich im allgemeinen auch nur Kursbesserungen von 0,50 bis 0,75 v. H. Stärker gesteigert waren Braun- kohlenwerte, Linoleumaktien und Elektropapiere. Von letzteren hatten Rheag und Elektrische Lid)t & Kraft die Führung. Auch Schiffahrtswerte waren, besonders wenn man ihren niedrigen Kursstand be­rücksichtigt, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Abwrackprämie stärker befestigt. Am Ren­te n m a r k t war die Tendenz als nicht unfreund­lich zu bezeichnen. Pfandbriefe gaben wieder etwas im Kurse nach, während deutsche Anleihen be­hauptet, Reichsschuldbuchforderungen sogar bis zu 0,5 v. H. fester lagen, Industrieobligationen waren uneinheitlich, Dollarbonds zeigten geringfügige Bes­serungen.

Nach kleinen Schwankungen konnten sich im Ver­lauf der Börse weitere Beffer u ngendurch-

sehen. D^ungen und Arbitragekäufe führten zu 0,5prozentigen' Befserungen. Am Geldmarkt blieben die Sätze trotz des bevorstehenden Medios unverändert und man kann auch von einer Ver­steifung nicht reden. Die Kaufneigung für Privat­diskonten hat dagegen nadjgelaffen. In Reichs- wechfeln per 10. Nov. und Reichsschatzanweisungen per 15. November waren die Umsätze nach wie vor gering.

Frankfurt freundlicher.

Frankfurt, 12. August. (WTB. Drahtmel­dung.) An der heutigen Börse machte sich hinsicht­lich der innerpolitischen Lage eine weitere B e ° r u h i g u n g bemerkbar, immerhin sieht man der Weiterentwicklung mit großer Spannung entgegen. Die Tendenz war bei Beginn wieder überwie­gend befestigt, wobei auch die neue Stellung- nähme Hoovers in der Kriegsschulden­frage etwas anregte. Eine Belebung des Geschäf­tes trat aber noch nicht ein, weil das Publikum weiterhin in feiner Zurückhaltung verharrt.

Die Spekulation zeigte weiter etwas Deckungs­begehr, so daß gegen die Abendbörse durchschnittlich Besserungen von 0,5 bis 1 v. H. zu verzeichnen waren. Bei einigen Spezialwerten stellten sich darüber hinaus Erhöhungen von 2 bis 3 v. H. ein, wobei jedoch die Marktlage die Aufwärtsbewegung begünstigte. So lagen am Elektromarkt Licht und Kraft 2,50 v. H. und Siemens 2,25 v. H. fester; die übrigen Werte dieses Marktes gewannen bis zu 1 v. H. IG., Riitgerswerke und MetaUgefellfchaft eröffneten von 0,50 bis 1 v. H. höher, Scheideanftalt blieben behauptet. Von Montanwerten gewannen Rheinftahl 1 v. H., dagegen neigten Otavi Minen infolge der rückläufigen Kupferpreife wieder zur

Schwäche. Kali Salzdetfurth eröffneten etwa 0,50 v. H. fester. Am Schiffahrtsmar^ zogen Nordeut- fcher Lloyd 0,40 v. H. an, Hapag blieben auf dem erhöhten Abendbörsenniveau behauptet. Leicht ge­belfert lagen auch Zement Heidelberg, Aku, Allge­meine Lokal und Kraft und Gebrüder Iunghans.

Deutsche Anleihen wiesen Besserungen von 0,13 bis 0,40 v. H. auf. Späte Reichsschuldbuchfor- berungen fetzten mit 57,50 v. H. unverändert ein.

Am Pfandbriefmarkt zeigte sich etwas Nachfrage, so daß Erhöhungen van 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Der Auslandsrentenmarkt lag gefchäftslos.

Wettervoraussage.

Zunehmende Erwärmung auf dem Festlande hat bei uns zum Abbau des hohen Drucks geführt, und das weitere Vordringen der Störungstätigkeit von den britischen Inseln und Frankreich her werden durch den damit bedingten Vorschub ozeanischer Luft Anlaß zu gewitterigen Störungen geben. Die Be­einflussung dürfte aber mehr vorübergehend fein, so daß eine zwischenzeitliche Aenderung des herr­schenden Witterungscharakters ftattfinben wird.

Aussichten für Samstag: Fortdauer des warmen und aufheiternden Wetters, jedoch Möglichkeit zu Gewitterstörungen.

Aussichten für Sonntag: Wenig Aende­rung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 11. August: mittags 26,8 Grad Celsius, abends 18,2 Grad: am 12. August: morgens 15,2 Grad. Maximum 27,2 Grad, Minimum 10,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. August: abends 27,4 Grad; am 12. August: mor­gens 18,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 13X Stunden.

Verantwortlich für Politik: 3.93.: Ernst Blumschein.

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