Ausgabe 
11.7.1932 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

Oer ^eichsbankstaius Anfang Juli.

Berlin, 9. 3ult (WTB.) Nach dem Aus­weis der Reichsbank vom 7. 3 u I i hat sich in der verflossenen Dankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 105,6 Millio­nen auf 3622,6 Millionen Mk. verringert. 3m eiirzelncn haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 51,6 Mill, auf 3152,0 Mill. Mk. zugenommen, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 0,5 auf 1,5 Mill. Mk., und die Lombardbe­stände um 157,6 Mill, auf 103,8 Mill. Mk. ab- genommen. An Reichsbanknoten und Rentenbank­scheinen zusammen sind 116,5 Mill. Mk. in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 107,6 Millionen auf 3 876,6 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 8,9 Mill, auf 402,7 Mill. Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 24,4 Mill. Ä7k. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 401,7 Mill, eine Abnahme um 71,0 Mill. Mk.

Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 16,9 Mill, auf 945,0 Mill. Mk. verringert. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 26,1 Mill, auf 806,1 Millionen Mark abgenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 9,2 Mill, auf 138,9 Mill. Mk. zugenommen.

Die Deckung der Roten durch Gold oder deckungsfähige Devisen beträgt 24,4 v. H. gegen 24,1 v. H. in der Borwoche.

GtimmungSrückschlag in Berlin.

Berlin, 11. Juli. (WTB. Funkspruch.) Während noch im heutigen Vormittagsverkehr allgemein eine recht zuversichtliche Stimmung festzustellen war, die hauptsächlich wohl durch die Festigkeit der deutschen Werte an der Neuyorker Samstagbörse beeinflußt worden ist, zeigte schon der Beginn des offiziellen Verkehrs eine gewisse Ungleichmäßigkeit. Die verschiedenen Auslassungen der Politiker aller Richtungen im In- und Auslande am gestrigen Sonntag zum Ergebnis von Lausanne v e r st i m m- t e n doch etwas, zumal Amerika hinsichtlich der Schulden st reichung noch unnachgiebig zu bleiben scheint. Auch war die Umsatztätigkeit im Vergleich zu den Vortagen wesentlich geringer, was zum Teil mit der Erschwerung des Auslandarbi­tragegeschäftes zusammenhängen dürfte. Die Kund­schaft trat heute eher als Abgeber auf und zeigte nicht einmal mehr größeres Interesse für festver­zinsliche Werte. Auch an diesem Markt konnten daher die höheren vorbörslichen Taxen später nicht gehalten werden, zumal bekannt wurde, daß an der heutigen Londoner Börse erstmalig nach dem Ab­schluß in Lausanne deutsche Werte ebenfalls wieder schwächer tendierten.

So zeigten an den Aktienmärkten die ersten Kurse nur selten stärkere Abweichungen. Bemerkens­wert fest tendierten von Nebenwerten Bremer Wolle, Aschaffenburger Zellstoff, Stolberger Zink, während anderseits Westeregeln und Elektrische Lieferungen

als schwächer zu nennen sind. Auch Bekula waren im Verlaufe eher schwächer, nachdem die voraussichtliche morgige Einführung in den amtlichen Verkehr und die Hoffnungen auf eine lOprozentige Dividende zu­nächst einen Stimulus gegeben hatten.

Deutsche Anleihen eröffneten behauptet, um später ebenfalls abzubröckeln. Jndustrieobligationen und Reichsbahnvorzugsaktien waren bis zu 1 v. S). anfangs gebessert, büßten diesen Gewinn aber später zum Teil wieder ein. Bei den Goldpfandbriefen schien die Materialknappheit anzuhalten.

Auch im Verlaufe war die Kursentwicklung u n ° einheitlich und meist schwächer. Am Geldmarkt war Tagesgeld weiter leichter. Der Satz ging auf 5,40 v. H., zum Teil auf 5,25 v. $). zurück. Monatsgeld blieb 6 bis 8 v. H. nominell.

$ronffurt matt.

Frankfurt a. TL, 11. Juli. (WTB. Drahtmel­dung.) Im heutigen Vormittagsverkehr wurden die erhöhten Schlußkurse des Samstags auf Grund der weiteren Befestigung der deutschen Werte an der Neuyorker Börse vom Samstag noch gut behauptet gesprochen. Doch bereits an der Vorbörse machte sich eine unsichere Stimmung bemerkbar, und die Kurse wurden in der Mehrzahl etwas niedriger taxiert. Bei Beginn des amtlichen Verkehrs herrschte n a h e z u G e s ch ä f t s st i l l e. Die Spekulation übte in Anbetracht der kommenden innerpolitischen Schwie­rigkeiten starke Zurückhaltung. Das 5)auptmoment für die Geschäftsunlust war aber die vollkom­mene Orderlosigkeit.

Die ersten Kurse eröffneten zwar uneinheitlich, doch überwogen Abschwächungen von 0,5 bis 1 v. H. Die weiter feste Haltung des festverzinslichen Marktes bot dem Aktienmarkt keine Anregung, da Glattstel­lungen der Spekulation auf die Kurse drückten. Bis zu 1,25 v. $). niedriger eröffneten IG., Reichsbank, Rheinstahl, Holzmann sowie Schiffahrts- und Ver­kehrsaktien. Elektropapiere lagen meist bis zu 0,5 v. S). höher, nur Gesfürel lagen im gleichen Ausmaß schwächer. Fester tendierten noch Zement Heidelberg mit plus 1,25 o. H. An den übrigen Marktgebieten stockte das Geschäft fast vollkommen.

Am Rentenmarkt lagen Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen anfangs von 0,5 bis 1 v. H. höher, später bröckelten die Kurse aber wieder leicht ab. Durch feste Haltung fielen Reichsbahn­vorzugsaktien mit plus 2 v. H. auf.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

5 r a n t f u r t a. TL, 11. Juli. Auftrieb: 1343 Rin­der (293 Ochsen, 137 Bullen, 477 Kühe, 389 Färsen), 499 Kälber, 43 Schafe, 4229 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: vollfleischige, ausgemästete, höch­sten Schlachtwerts, jüngere 32 bis 35 Mark, ältere 28 bis 31, sonstige vollfleischige, jüngere 25 bis 27; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 28 bis 31, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 23 bis 27; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 28, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 19 bis 23, fleischige 15 bis 18; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 33 bis 36, vollfleischige 28 bis 32, fleischige 24 bis 27; Kälber: beste Mast- und

Saugkälber 35 bis 37, mittlere Mast- und Saug­kälber 30 bis 34, geringe Kälber 24 bis 29. Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 .bis 300 Pfund Lebendgewicht 44 bis 46, von etwa 200 bis 240 Pfd. 43 dis 46, von etwa 160 bis 200 Pfd.

41 bis 45, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 37 bis *42 Märk. Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Ucberftanb, Kälber und Schafe schlep­pend, ausverkauft, Schweine ruhig, geringer lieber» stand.

SJ.-fpor/

Blick auf das Spielfeld während des Kampfes PrennAustin, den Prenn gewann und damit den ersten Punkt für die deutsche Meisterschaft errang.

Kurze Sporirwtizen.

Ein Waffe rballkarnpf USA. Un­gar n in Äeuyork endete mit einem 9:2-Sieg der Ungarn.

*

Gerhard Sief eier wurde vor über 100 000 Zuschauern in Breslau durch einen Sieg über Achgelis zum dritten Male deutscher Kunstflug­meister.

31 a 1 i e n siegte im Davispokal über 3apan mit 3:2 und ist nun in der Schlußrunde der Eu­ropazone Deutschlands Gegner.

*

Rur mit Rurmi werden die finnischen Olympiakämpfer in Los Angeles an den Start

gehen. 3hr Führer hat erklärt, daß die Mann­schaft geschlossen von den Spielen zurücktritt, falls Rurmi irgendwelche Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden.

Don derTour": 3. Etappe.

Die dritte Etappe derTour de France über 387 Kilometer von Rantes nach Bordeaux ge­wann der Franzose Leducq in 12:54,33 Stun­den. Bon den deutschen Teilnehmern landeten Thierbach, Risch, Geher und Müller auf dem fünften Platz. 3n der Gesamtwertung führt Le- ducq vor dem Deutschen Stöpel, in der Länder­verwertung hat Belgien den ersten Platz vor Deutschland inne. Der Sonntag war Ruhetag, der in Bordeaux verbracht wurde.

Die Beisetzung findet am Mittwoch, dem 13. Juli, nachmittags

4 Uhr, in Waldhof Elgershausen statt.

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