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Nr. 60 Zweites Blatt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Freitag. V. März (952

Kundgebung des Kampfblocks Schwarzweißrot.

2lm Mittwochabend trat der Aamt>fblorf Lchwarzweihrot in Gießen im vollbesetzten oaale de- (Safe Leib mit einer Kundgebung zur 'Reich-Präsidentenwahl vor die Oefsentlichkcir. Oer erste Redner Abg. Steuer-Kassel erklärte, der Kampfblock Schwarzweihrot lehne es ab', sich über feine nationale Pflicht gegenüber Hindenburg von dem Zentrum und der Sozial­demokratie belehren zu lassen. Der Jeldmarsch^ll werde als militärischer Führer nach wie vor die Verehrung des Kampfblocks Schwarzweihrot haben, jetzt aber handele eS sich um eine politische Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Si­ttern. Der Reichspräsident sei von seiner Um­gebung schlecht beraten worden, alS er sich für ein Kabinett der Mitte entschieden habe, das die Unterstützung der Sozialdemokratie gegen rechts in Anspruch nehme Wenn der Reichs­präsident, wie Landrat Dr Gereke mitteilte, wirklich erklärt habe, er müsse durch seine Kan­didatur den Ausbruch des Bürgerkrieges ver­hindern, so sei zu bemerken, daß die Wahl eines Reichspräsidenten auS den Reihen der Rechten au keinem Bürgerkrieg führen werde. Der Kampf­block Schwarzweißrot müsse bei aller Hoch­achtung für Hindenburg es ablehnen, ihn wieder- . zuwählen. Tin System, das auhcnpolitisch von Irrtum zu Irrtum gegangen sei und innenpoli­tisch die Rot des Volkes nicht zu lindern ver­mocht habe, müsse verschwinden. Der Redner wies dann auf den Voungplan hin und hob her­vor, doh alle Voraussagungen der Regierung über günstige Auswirkungen diese- Vertrages ausgeblicben seien. Ts gelte jetzt, alle Kräfte sür eine Reuorientierung unserer Politik zusammen- zufassen. Der Kampfblock Schwarzweihrot habe Oberstleutnant Düsterberg zu seinem Kandidaten gemacht in der Uebcraeugung, dah er für die grobe Ausgabe des Reichspräsidenten geeignet sei. Düsterberg habe als bewährter Kämpfer immer gradlinig im Kampfe gegen den Marxismus gestanden. Das Ziel des Kampsblocks Schwarzweihrot sei es jedoch nicht, das öffent­liche Leben deS deutschen Volkes unter einen Parteistentpel zu stellen. Man wolle nicht eine bankrotte Parteidiktatur durch die Diktatur einer anderen Partei ersehen, sondern gemeinsam mit allen deutschen Kräften daS Reich wieder auf- bauen. Das deutsche Volk habe cs auch nicht nötig, für seine Innenpolitik Lehrstunden beim Ausland zu nehmen. Der Redner lehnte den englischen Parlamentarismus und das russische System, aber auch die Methoden Rlu'solinis als ungeeignet für die deutsche Politik ab. Er empfahl, nach dem Vorbild Friedrichs des Großen, des Freiherrn vom Stein und DiSmarcks das Deutsche Reich durch eine nationaldenkende und wirtschastlich solide arbeitende z Volksgemeinschaft wieder aufzurichten.

Mit dieser Arbeit solle nicht- für eine bestimmte Partei und nichts für einen bestimmten Wehr- verband erreicht werden, sondern alles sei der vaterländischen Idee, ohne diese mit Parteischcu- klappen zu versehen, zum WohlederRation unterzuordnen. Wenn aus dieser Grundlage durch den Kampfblock Tchwarzweihrot am 13. März eine Front gebildet werde, dann könne diese für Deutschland ein bestimmtes Wort mitreden und bann werde wieder ein Deutschland er­stehen, daS mit Stolz die alten Bismarck-Farben Schwarzweißrot tragen könne. (Lebhafter Beifall.) Oer zweite Redner Surahird-Msdebur« als Vertreter des Siahlhelm-Bundes sagte u. a., daß es sich jetzt um die Austragung deS Kampfes um Weltanschauungen handele. Der Redner machte ebenfalls die Sozialdemokratie und das Zentrum für die Rot des deutschen Volkes ver­antwortlich. Jetzt gelte es. mit dem Geschehen vom 9. Rovember 1918 Abrechnung zu halten. Der Redner gab dann dem Bedauern darüber Aus-

Das ist Hindenburg!

-lnsfprnche und ttcdanlcn des Reichspräsidenten. Ginig im Innern find wir unbesieglich.

... Lassen Sie uns hoffen, daß das deutsche Volk auch über den inneren Zwist und die Fehde deS Tages hinweg durch einen neuen Geist b r ü- derlichenDer stehens emporgetragen werde zur Einigkeit und zu starkem Empfinden unseres Volkstums.

Das Wohl des Deutschen Reiches ist das Ziel unserer Arbeit: die Liebe zur Heimat und die der deutschen Stämme sind r Kraft, die wir zu dieser

Gerade hierbei zeigt ^^> das Reich, un'-r gemeinsames Bäteia" 1»«» fernen ®tam- n frfrvb Ländern Rückh'^"^ Ära<1 Mbl und nur geschlossen, '^'"'F-^en stark ge- nu^jinb. um auherordenM^"' -lere und Krisen zu Überwinden. Und zu Starke gehört auch ein zweites: die ^«niqfeil im deutschen

Volke, das G e mSM nfchaftsgefühl. das über Parteien-."«fdNteresfen stehen muß...

Vir ^vewnnen uns alle zum Glauben an Deütschla-ttd und seine Zukunft: lassen Sie uns nun aip® S"r Tat bekennen, die im Bewußtsein der Gemeinschaft handelt und unter ilebcrtoin- des Gegensätzlichen die Einigung schafft, deren wir so dringend bedürfen.

WWiaestglligL-Kigenart die t^'Ev^Wu^Ltn Arbeit

Rur Geschlossenheit in den großen lebenswich­tigen Entscheidungen, nur gegenseitiges Vertrauen der verschiedenen Schichten unseres Volkes zuein­ander ist uns bitter nötig. Richt Klassen und Stände, nicht Parteien und Gruppen in gegen­seitiger Abschließung und Befehdung, sondern Ge­meinschaftsgefühl und der Geist dienender und auf­opfernder Vaterlandsliebe sind der Weg, auf dem wir allein eine bessere Zukunst ausbauen können.

Tief durchdrungen von der lief in den Herzen der Menschheit lebenden Wahrheit, daß nur Ge­rechtigkeit. Sittlichkeit und Freiheit die Grund­steine sind, auf denen sich ein Zusammenleben der Völker aufbauen und entwickeln kann, wird das

druck, dah Hindenburg, für den als Mensch unb Soldat die Deutfchnationalen und der Stahlhelm immer ehrfurchtsvolle Hochachtung empfänden, in diesen politischen Kamps hineingezogen worden sei. Dem Retter des deutschen Vaterlandes im Kriege, dem großen Soldaten werde man Treue über das Grab hinaus halten, aber auf politischem Gebiet sei er nicht mehr der Mann des Ber- trauens der Rechten. Der Kampf des Blocks Schwarzweißrot gehe nicht gegen Hindenburg, fondern über Hindenburg hinweg um das deutlche Vaterland, das bei aller Ehrerbietung vor dem Feldmarschall mehr Wert sei als eine Persön­lichkeit. Sodann besprach der Redner kurz die Po­litik der Notverordnungen. die große Arbeits­losigkeit und die Röte des Mittelstandes, der Landwirtschaft usw . ferner Genf. Locarno. Thoiry, die Abrüstungsionferenz. die Zollunion, den We- mel-Konslikt und die Gefahr von Polen, um ju betonen, dah auch damit über Hindenburg hinweg Schluß gemacht werden müsse. Er kam hieraus auf die Äanbibatenfrage der Harzburger Front zu sprechen unb erklärte, bie Deutschnatio­nalen unb ber Stahlhelm seien bereit gewesen, einem einzigen Kandidaten ber Rechten zu- Auflimmen. Mit dem Anspruch ber Rational- sozialisten auf biese Kanbidatur habe man sich im großen und aanzen grundsätzlich einverstanden erklärt. Man habe aber vorher erfahren wollen, welches die nächsten Maßnahmen sein würden, die Hitler nach seiner Wahl treffen wolle. H i t l e r habe erklärt, daß er die Poften des ReichSkanzl. rS. des Reichsinnenministers unb des Reichswehrministers für seine Partei in Anspruch nehme, er habe biese außer- orbentlich wichtigen Aemter aber nicht etwa mit ben fähigsten Männern besehen wollen, fonbern mit solchen, auf bie er unbedingt vertrauen unb von benen er annehmen könne, dah fie seine Be­fehle strikte durchführen würden. Der Redner betonte, diese Erklärung bedeute bie Errich­tung einer blanken Parteibiktatur. Die Deutschnationalen unb der Stahlhelm seien aber gegen jede Parteibiktatur in Deutschland. ob sie von rechts, ober von links komme. Sie seien auch der Ansicht, bah bas Reichswehrministerium nur von bem fähigsten Manne verwaltet werben dürfe und es niemals angehe, bah auch bie Reichswehr einer Parteibiktatur ausgeliefert werbe. Des­halb hätten bie Deutschnationalen und der Stahlhelm bie Forberung ber Rational- sozialiften abgelehnt Darauf seien die Verhand­lungen abgebrochen worden Hitler werbe als großer Organisator unb Einpeitscher, ber bas schlafende Bürgertum aufgerüttelt habe, geachtet. Millionen sähen heute in Hitler den Messias. Die Deutschnationalen und der Stahlhelm hätten diesen Glauben nicht, und sie bedauerten um Hitlers Persönlichkeit unb um seiner Verbienste für bie deutsche Freiheitsbewegung willen, bah er halb eigenwillig, halb geschoben sich zur An­nahme ber Äanbibatur bereit erklärt habe. Es fei zu befürchten, dah, wenn Hitler die Führung seiner Partei abgebe, bann bad Hosianna zu dem Rufe .Kreuziget ihn" werde. Die Deutschnatio­nalen unb der Stahlhelm möchten aber das deutsche Vaterland vor einer neuen Katastrophe bewahren Vis in die Reihen der RSDAP. hinein werde Hitlers Entschluß zur Kandidatur bedauert Angesichts dieser Lage sei der Kampf- block Schwarzweißrot zu seiner eigenen Kandidatur gekommen, um alle S'immen auf- zufanaen. die Hitler nicht gegeben würden Der Rcdn^ schilderte sodann die Vorzüge des Oberst­leutnants Düst erber g. dessen starke soziale Einstellung, seine Verdienste im Weltkriege und fein hohes Verantwortungsgefühl. Düsterberg fei nicht nur ein hervorragender Soldat, sondern auch ein politischer Führer, der fähig sei. auf bem Posten des Reichspräsidenten bie deutschen Geschicke zu meistern. Er sei kein Zählkandidat, sondern er wolle bie Wähler unb Wählerinnen für sich gewinnen, bie noch nicht ber Massen­psychose verfallen seien. Am 13. März handele es sich darum, die Kandidatur Düster-

deutsche Volk mit aller Kraft unverzagt Weiter­arbeiten an der friedlichen Wiederausrichtung unb Festigung seines nationalen Lebens, wie auch an der Förderung unb Sicherung des Friedens, ber allein der Wirtschaft unb ber Kultur ber Welt Fortschritt und Ausstieg bringen kann.

Ich wünsche und hoffe, daß unsere Volks­genossen im Bewußtsein der Schicksals- g e m e i n s ch a s t, die alle Deutschen unlöslich umfaßt, im vorwärlsstredenden zähen Willen, der uns immer wieder in die Höhe brachte, dieser Rokwendigkeit sich beugen und den Geboten der Arbeit und Sparsamkeit le­ben werde. Das wird aber nur möglich sein, wenn jeder Berufsstand und jeder Teil unseres Volkes mehr alS bisher den Bedürfnissen und Rotwen­digkeiten ber anderen Stände unb Teile Rech­nung trägt unb nicht nur ben Eigeninteressen, sondern dem Gedanken der alle Glieder gleich­mäßig umfassenden Volksgemeinschaft bient. Da­zu gehört auch, bah alle, bie berufen sind, wirt­schaftliche Belange ober politische Richtlinien in Körperschaften ober Volksvertretungen zur Gel­tung zu bringen, dies nicht in Ausschluß und eigensüchtiger Befriedigung, sondern in gemein­samer Zusammenarbeit und im Ausgleich wider­strebender Wünsche und Meinungen zu erreichen suchen. Rur in diesem Streben und in bem ge­genseitigen Verständnis, eine Verständigung zu suchen, werden wir die schweren Wolken, die gerade <eht über unserem Vater lande hängen, bannen. Staat unb Ration, bie über allem persönlichen Vorteil stehen, müssen wir erhalten und stärken. Dah biefer Geist der Gemeinschaft das deutsche Volk führen unb ihm nach so vielen schweren Jahren lichtere unb gesegnetere Zeiten eines wahren Friedens im Innern und nach außen bescheren möge, ist mein sehnlichster Wunsch unb mein innigstes Hoffen.

Gerechtigkeit ist Grunblage unb Seele bcs Staates: je höher bie Wogen politischer unb wirt­schaftlicher Kämpfe branden, um fo fester muh bas Fundament einer unparteilichen Justiz ge- gründet Jein, die, unberührt von der Leidenschaft jener Kämpfe, niemand zu Liebe, niemand zu Leide, Recht unb Gesetz wahrt. Darum gilt es in unserer von politischen Meinungskämpfen er­füllten Zeit mehr als je, ein hochstehendes Rich- tertum zu erhalten unb jede Antastung feiner iln- abhängigkeit abzuwehren.

berg zu einer Schlüsselstellung zu machen, bie für den zweiten Wahlgang entscheidenbes Ge­wicht habe. Man werde sich keine Parteidiktatur aufzwingen lassen. Die Lage müsse so werden, daß man dem Kampfblock Schwarzweißrot kommen und mit ihm vor dem zweiten Wahlgang ver­handeln müsfe. «Stürmischer Beifall.)

Nationalsozialistische Kundgebung.

Die NSDAP, in Gießen veranstaltete gestern abend im vollbesetzten Saale des East Leib ihre letzte offnulid)c Kundgebung zur Rcichc-prasidenten. wähl. Rc chstagsabgcordnelcr Triebet erklärte zu Beginn seiner Rede, am nächsten Sonntag muffe 'Abrechnung über die Metternichmethoden in Deußch land gehalten werden. Es gebe jetzt darum, alle Kräfte, die in dem kranken Organismus des deut­schen Volkes noch vorhanden leien, zusammenzu­fassen unb zu aufbauendem staatlichen Leben zu ver­wenden. Der Redner kritisierte sodann den $oung- plon und polemisierte in diesem Zusammenhang gigen den Reichspräsidenten und gegen die Reichs- regierung. Hieraus wandte er sich gegen die SPD., bie nach immer stärkerem Zerfall jetzt um ihre Exi­stenz kämpfe, ferner wies er auf bie Gefahren des Kommunismus hin. Hinsichtlich der Kanbibalur Düfterberg erklärte der Redner, es habe einmal eine Harzburger Front gegeben, die für bie RSDAP von vornherein nur eine taktisch politische Notwendigkeit gewesen sei, bie man aber nicht habe mitmachen können, weil sie von gewissen Leuten zu einer rein monarchistischen Bewegung gestaltet wer­ben sollte. Jene Leute hatten sogar den früheren Kronprinzen nach Harzburg bringen unb ein Tele­gramm nach Doorn schicken wollen. Dagegen habe sich bie NSDAP, mit Erfolg gewehrt. Die NSDAP, benfe nicht daran, für bie Leute hinter Düsterberg Staathalterdienste zu tun. Auch in einem zweiten Wahlgang werde sie sich auf ihre eigene Stärke ver­lassen und ihren Weg für sich gehen. Der Redner polemisierte sodann gegen die Politik des Zentrums und ber Sozialdemokratie, wobei er bis auf bie Kriegsjahre zurückgriff, bie Vorgänge vom Novem­ber 1918 kritisierte unb schließlich der Sozialdemo­kratie Nutznießerei des kapitalistischen Systems vor­warf. Er machte sodann ber Regierung die Repara­tionsleistung zum Borwurf. Gegenüber ber beulschen Stellungnahme auf der Abrüstungskonferenz fär­be rte ber Rebner eine enkschiebene Absage an jene

Konferenz unb bie Erklärung ber deutschen Aus ruftung, um Polen unb Litauen bie Zähne zu zei» gen. Er machte dem Reichskanzler zum Vorwurf, daß er den Reichstag zu einer solchen Politik nicht ausgesordert habe, durch die Polen in seine Schran fen geroicfen worden wäre. Gegen Hindenburg er hob er ben Vorwuri. daß er bie Kriegsschulbluge immer noch nicht geklart habe.

Sodann kam der Redner aus wirtschaftliche Fragen zu sprechen, wobei er her Sozialdemo­kratie vorwars, sie habe durch den Marxismus den guten und klaren Gedanken des Sozialismus gefälscht. Die bürgerlichen Parteien beschuldigte er. den Marrismus großgezogen zu haben. Der Redner erklärte sodann, die RSDAP. denke nicht daran, eine politische Schuld an das Aus­land zu zahlen. Hinsichtlich der privaten Schul­den an das Ausland sei ein Moratorium zu schassen, ein Zinssatz von l1 T Prozent zu be­stimmen und die Bezahlung dieser Schuld nach Maßgabe dessen einzurichten, was Deutschland zu zahlen möglich fei: hierbei handele es sich um eine innerdeutsche Angelegenheit, die da» Ausland nichts angehe. Weiter sprach sich ber Redner gegen die Beibehaltung der Gold­währung aus und forderte die Schaffung einer neuen Binnenwährung, die sich aus das vor­handene Rationalvermögen und aus die deutsche Arbeitskraft stützen müsse. Er verlangte ferner lieberwachung der Produktion durch besondere ^Beauftragte, sprach sich für die Einführung des Pflichtarbeitsdienstes aus, erklärte sich für die Beibehaltung der Tarifverträge unter Festsetzung einer gewissen Rorm. die bei der Lohnbemessung nicht unterschritten werden dürfe, und erklärte schließlich, wenn der Staat gesund sei und jeder seinen Arbeitsplatz habe, werde auch eine So-, zialversicherung nicht mehr notwendig sein. Wei­terhin betonte der Redner, die RSDAP. denke nicht an einen Bürgerkrieg, sie werde sich aber nach wie vor mit aller Kraft gegen den Dol- schewismum stemmen. Sodann sprach sich der Redner für die Schaffung einer Volksgemeinschaft aus, in der jeder nach feinen Kräften mitzuar­beiten habe. Zum Schlüsse lehnte er die Kan­didatur Hindenburg entschieden ab. da sie nur dem bisherigen System als Schutz diene. Zwecks neuer politischer Kursbestimmung in Deutschland empfahl er eindringlich die Wahl Hitlers auf den Reichspräsidentenstuhl, da Hitler der einzige wirkliche Staatsmann dieses Jahrhundert- sei, (Lebhafter Beifall.)

y.jL-ypont

Segelflug-Wettbewerb in Hirzenhain.

Das Segelfliegerdorf Hirzenhain rüstet wieder zu einem Segelflugwettbewerb Veranstalter ist ber Verein für Luftfahrt Hirzenhain mit seiner anerkannten Segelfliegerschule. Der Wettbewerb läuft in der Zeit vom 27. März bis zum 2. April und findet auf dem hervorragenden Gelände bei Hirzenhain statt. Die beachtenswerten Ergebnisse, die im vergangenen Jahre auf dem bewährten Gelände erreicht werden konnten, dürften Ge­währ dafür fein, daß auch dem Oster-Segelflug- Wetlbewerb der erwünschte Erfolg beschieden sein wird. Konnten doch im vergangenen Jahre Flüge von fünf und drei Stunden Dauer und auch eine Anzahl über einstündige Flüge durchgeführt werden. Robert K r o n f e l d flog unter ungün­stigsten Witterungsverhältnissen von Hirzenhain aus 23 Kilometer weit. Die hervorragenden flie­gerischen Leistungen wurden, das verdient her- d arge hoben zu werden, bisher auf meist nicht besonders hochwertigen Maschinen erzielt. Für die Sieger in den einzelnen Wettbewerben bzw. für deren Vereine wurden als Preise u. a. auch 50 Freistellen in der Segelfliegerschule Hirzen­hain ausgesetzt. Damit ist denjenigen Gruppen, denen eine Ausbildung ihres Rachwuchses aus

Unter Ziel soll und muh es sein, unter Aus­nutzung der besonderen Anlagen und Fähigkeiten der einzelnen deutschen Stämme und Länder bV< besten Kräfte zusammenzufassen zur Einheit des in sich geschlossenen und starken Reichs: nur so kön­nen wir uns in der Welt behaupten und für unser Volk eine lichtere Zukunft erringen.

Ich reiche jedem Deutschen die Hand, der na­tional denkt, die W iirde des deutschen Mannes nach innen und außen wahrt und den kon­fessionellen und sozialen Frieden will, und bitte ihn: Hilf auch du mit zur Auferstehung unseres Vaterlandes.

Für das Vaterland beide Hände man kann fie mir abhacken: sürdie Parteien nichts!

Immer habe ich nach dem Grundsatz gehandelt: Treue um Treue, Vertrauen um Vertrauen! Wir können nur sozial vorwärts kommen, wenn alle werktätigen Glieder der Ration ehrlich zu- fam^enarbeilcn. Was ich in diesem Sinne tun kann, will ich tun. Ich bin der Mann, energisch meinen Willen mit Gottes Hilfe durchzusetzen.

Man faßt die Ausgabe eben als Pflicht auf, und mit der Lösung dieser Ausgabe ist man dann fv ausgefüllt, daß daneben nichts anderes Platz hat. Erst wenn die Sache vorbei ist, kommt es einem wieder zum Bewußtsein, wie schwer die Verantwortung war.

... Welches geistige und moralische Band hielt über vier Jahre Millionen deutscher Männer zu­sammen: welche innere Kraft befähigte diese Mil­lionen Einzelwesen, nach denselben Zielen zu stre­ben und diesem Streben Blut und Leben zu freu- bigem Opfer zu bringen? Es war das heilige Feuer der Vaterlandsliebe, das einen für alle und alle für einen durchglüht hat.

Soll das deutsche Volk nicht untergeben, dann ist es notwendig, dah in allen Deutschen, vor allem in der deutschen Jugend, die Erinnerung lebendig erhalten wird an das, was das Deutschtum in der Weltgeschichte ge­leistet bat. Diese Erinnerung wird im deut­schen Volke, inmitten aller Drangsal und Rot der Gegenwart, die Kraft, die Selbstachtung unb den Glauben an seine Zukunft aufrechterhalten und dadurch alles unueulsche Wesen, vor allem stumpf

eigenem Gelände versagt ist, Gelegenheit ge­geben. ihre Mitglieder sortzubilden. Innerhalb des Wettbewerbes werden außerdem Tages­preise für Dauer-, Strecken- und Höhenflüge auS- ge flogen.

Spielvereinigung 1926 Leihgestern.

Die 1. Mannschaft ber Lpielvereinigung Leih­gestern empfängt am kommenben Sonntag die 1. Vlf der Sportabteilung des Turnvereins Lol­lar, eine Mannschaft, bie in letzter Zeit durch­aus achtbare Ergebnisse erzielte und sich gegen­wärtig auf einer beachtlichen Stufe sportlicher Leistung befindet. Lollar stellt eine gut ein­gespielte Els, die produktives Spiel pflegt und bem Gegner den Kamps nicht leicht macht. Leih­gestern tritt den Gästen in stärkster Ausstellung gegenüber, so daß ein interessanter Kamps zu erwarten sein dürste. Vorher treten die 2. Mann­schaften der beiden Vereine auf den Plan. Die Gegner lieferten sich bereits in den Verbands- spielen hartnäckige Kämpfe. Die Leihgeslerner werden alles aufbieten müssen, um ehrenvoll zu bestehen. Vor allem bedarf es eines größeren Eifers, als et in den jüngsten Spielen gezeigt wurde.

Verzagtheit, bekämpfen. Gleichzeitig werden diese Erinnerung unb biefer Glaube in den Deutschen ber ganzen Welt das Gefühl der kulturellen Zu­sammengehörigkeit, der Voltsgemeinschaft stärken und damit ein neues, einigendes Band um die Deutschen innerhalb und außerhalb des Reiches schlingen.

Zeitschriften.

Seit dem letzten Sommer herrscht das Emp­finden, dah der gegenwärtige Zustand nicht lange mehr dauern könne. Was der Beobachter ver­folgen kann, ist zunächst nur ein unstetes Aus und Ab. Ueberall stehen die eigentlichen Ent­scheidungen noch vor ber Türe. AuS dieser Stim­mung Deulschlanbs heraus haben sich die Süd­deutschen Monatsheste, München, an eine Reihe führender deutscher Historiker aus verschiedenen Lagern gewandt und bringen die Antworten nun in ihrem neuesten Sonderheft ,.W o st e h e n w i r? Wiederum liegt die be­sondere Bedeutung dieser Rundfrage in der rühmlich bekannten Gewohnheit dieser Zeitschrist, auch abweichende Meinungen nebeneinander zu Wort kommen zu lassen. Karl Alexander von Müller, München, leitet das Heft ein. Das Erbe Bismarcks behandelt Wilhelm Schühler. Rostock. Einen klaren lieberblick über die Ent­wicklung ber außenpolitischen Lage seit 1919 gibt H. Erzfeld. Halle Willy Andreas. Heidelberg, be­handelt Oesterreich und das Reich Eine Ge­schichte des Grenzdeutschtums gibt Arnold Oskar Meyer. München Ludwig Bergsträsser, Frank- surt, schildert die Entwicklung der Weimarer Verfassung und ihre Auswirkung bis in die heutigen Tage ber Notverordnung. Das grohe Problem deutscher Innenpolitik ..llnitarismuS und Föderalismus' legt Adalbert Wahl. Tübingen, klar und gerecht bar. Dos andere große Problem ^Preußen- Deutschland" entwickelt Fritz Hartung. Berlin, besonders von den Hauptreformvorschla- gen des Lutherbundes und der Länderkonserenz von 1928 ausgehend, und Martin Spahn. Köln, schildert bie Parteien seit 1918, dabei besonders nachdrücklich die der Rechtsparteien. Das trübe Vild der deutschen Wirtschaft in der Rachknegs- aeit zeichnet Edgar Salm. Basel. Den SchUiß des Hestes bildet der AufsatzHindenburg" von Erich Marcks, Berlin, eine der sachlichsten und tiefschürfendsten Darstellungen von Wesen und Bedeutung Hindenburgs auf dem Poften des Reichspräsidenten.