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Donnerstag, V. Zebruar 1952

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhcflen)

Hr.35 Zweites Blatt

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hütete? Aln6 er sollte den Brautwerber machen? Olm liebsten hätte er dem Dickwanst bic Tur ge­zeigt. 5)cd) beherrschte er sich Er war nicht tlcin- l-ch. Die Entscheidung In dieser Sache lag nicht in seiner Hand. Beim Schicksal stand das Zu- künftige. , ..

Ich werde das Fräulein fragen . erwiderte er gefafet.Sei morgen um dieselbe Zeit wieder ^^Rach dem Abendbrot brachte Hanna Willmann das Maricchen in seinem Stübchen zur "Ruhe, trat dann ins Wohnzimmer.

Ich möchf etwas Wichtiges mit Ihnen be­sprechen' . wandte der Psandmeister sich an sie. Er war ersichtlich befangen.

Sie schaute erwartungsvoll zu chrn auf.

Und das wäre?" _ , . _

Ich hole etwas weit aus. Fräulein Hanna. Heiraten ist ein Lotteriefpiel, es kann gut aus­fallen. cs kann auch mit einer Enttäuschung endem Man nimmt vielleicht den Flug zu hoch und muh von der Höhe wieder herunter. Um alltäg­liche Sorgen und Pflichten kommt keiner herum. Man muh sich felbst vergessen, muh sich über­winden. ja für den andern sich opfern können. Die reine Vernunft tut's beim Heiraten nicht allein, auch das Her- muh sprechen"

Die Hanna hob die Schultern. Ihre Augen glänzten. Da- Herz hüpfte ihr in der Stuft

Herr Psandmeister". siel sie chm ins Wort ..Sie reden fo fein, ein Pfarrer könnt- nicht besser machen. Dah Sie mich gern haben, weih ich schon lang. Wenn Sie mich heiraten wollen, sag ich Jak-

Seine Brauen rückten empor.

Aun brat' mir einer einen Storch? riet er. von freudigem Schreck übermannt ..Ich «eh hier als Brautwerber für Ihren Verehrer Leopold Ruthardt!"

Sie warf den Kopf zurück.

Den härt' ich nie genommen!"

Sein Antlitz erglühte in Hellen Farben.

Herrgott dann sind wir zwei einig!"

Er 'chlofe sie in feine Arme. Auf ihren Lippen brannte sein Kuh. _ .

Am andern Tag fand der Buchhalter : fafe ein. DaS Brautpaar stellte sich chm vor. Blaffe und Röte wechselten auf seinem Gesicht. Seine Hande vollführten zaghafte Bewegungen.

.Irgendwo hab' ich einmal gelesen . oracyre er wehmütig hervor. Bestimmung! Wort, da« die Welt überwebl. du bist die eherne Pforte, durch die das Leben geht. Meine Lieben, ich gratuliereF

Oer Brautwerber.

Bon A fret» Bock

Der Psandmeister Heinrich Rettberg ein sitt­licher Mann in den Dreihigern. war feU sieben Iahren verwitwet Hanna Willmann. eine hübsch« Rheinländerin, führte ihm den Haushalt und betreute das Mar.echen. fein einzige« Kind. Dem Pfandmeister lag ob, in der Stadt Schuldforde­rungen einzutreiben, keine leichte Aufgabe für einen Beamten, der gern Wilde walten liefe und geneigt war. die Versteigerung der von ihm ge­pfändeten Gegenstände so lange wie möglich h.n- auszuschieben. wenn sie Leuten gehörten die vom Unglück heimgesucht wurden. Gr kam in Häuser, wo die Armut hinter der Tur safe und am Bettelstab schnitzte. Er traf Menschen, die mit saurer Arbeit gern ihr Brot verdient hatten, die, so sehr sie sich auch muhten keine,Beschäf­tigung sanden. Not und Elend, die zu chm auf­schrien. verursachten chm bitte« Stunden. Sein Beruf bekannte er Hanna W.llmann. war chm in dieser trostlosen Zeit zuwidergewordem

..Die Welt", sagte das Zrauleinist eine ge­sprungene Glocke, sie klappert aber: sw klingt nicht mehr. Und doch, mem ich. dar^ mandie Flügel nicht hängen lassen. Es kann auch wicwer ^Der ^Psandmeister lud vor Hanna feine De- schäftsbürden ab. Eie war Nug. besah scharfe Urteilskraft, dabei war Frohmut der Grundzug ihrer Wesenheit. Das Kind, das chr anvertraut war. behandelte sie mit grober Ditte. Sie er zählte ihm entzückende Märchen in denen sich das Wunderbare mit dem asten ver­

knüpfte Das Mariechen lauschte andachtsvoll, auch sein Vater, wenn er zugegen war. horte

Al^öchentlich erschien beim Mandnwister als gern gesehener Gast sein Freund, der Buchhalter Ruthardt. ein Junggeselle der die Merzig be­reits überschritten hatte, dessen sitzmide Leben- weise sein Bäuchlein bedenklich anschwelen Hefe. Er war bis über die Ohren in Hanna Wll^iann verliebt. Und es geschah, dafe er eines Tage« den Psandmeister beiseite nahm.

Heinrich ich bin das Alleinsein mW. Sei so flut unt) klopf einmal bei der Hanna Willmann an. ob sie Lust hat. mit mir den Hochzeitswein zu

Dem Psandmeister stieg das Blut zu Kopf. Donner und Doria! Was fiel dem Kerl denn ein l Der wollte ihm seine treue Haushälterin nehmen. Die Hanna, die fein Kind wie eine Mutter be­

wirb fortgesetzt Lediglich einen Erfolg konnten die Memelländer mit ihren Beschwerden erringen. Li­tauen muhte sich vor etwa einem Jahr dazu ver­stehen. die Bildung einer Memelland - regierung auf Grund der deutschen Landtagsmehrheit zuzulasten. Eine Selbst- Verständlichkeit, ohne die die Mcmellandautonomie überhaupt keinen Zweck gehabt hätte. An die Spitze dieser Regierung wurde der jetzige Präsident Bott- cher gestellt. Diese Regierung aber erwies sich bald als ein zu großes Hindernis für die Kownoer Li- tauisierungspläne. Deshalb mutzte sie jetzt b e | c i t i g t werden. Der litauische Gouverneur beschuldigt den Präsidenten des Landesverrat». Eine harmlose Reise nach Berlin, die lediglich der Schaffung neuer Ausfuhrmöglichkeiten für die um ihre Existenz ringende memelländische Landwirtschaft diente, mutzte wr Begründung des Staatsstreiches Her- Halten. Der Gouverneur hat Böttcher, der sich bi» zuletzt mannhaft gegenüber der litauischen Hetze behauptete, von litauischen Offizieren einfach wie einen Verbrecher abführea lassen (Er hat die Lan­desregierung mit Militärgewalt beseitigt, obwohl das zlutonomieitatut ausdrücklich besagt, datz die Regierung nicht aus trm Amt entfernt werden kann, solange sie das 'Vertrauen des Landtags besitzt! Dieses Vertrauen aber besatz Präsident Bött­cher, da es ihm noch vor wenigen Tagen vom Land­tag mit übergroßer Mehrheit ausgesprochen worden war.

Trotz dieses troffen Rechtsbruchs behaupten die Litauer, datz von einem Staatsstreich nicht die Rede sein könne. Man spricht in Kowno Deutichland so­gar das Recht ab, den Dölkerbundsrat anzurufen, obwohl Artikel 17 des Memelabkommens ausdrück­lich sagt, dotz jede Rats macht berechtigt ist. den Rat auf Verletzungen der Memellandautono­mie aufmerksam zu machen. Die litauische Frechheit kennt eben keine Grenzen mehr! Um so notwendiger ist es, datz den Litauern einmal kräftig auf die Fin­ger geklopft wird. Der Dölkerbundsrat wird auf deutschen Antrag in einer Sondertagung über Öen Memelputsch beraten. Das Memelland erwartet, datz die deutsche Delegation sich durch die litauischen Der- drehungskünste nicht becinfluffen lätzt.

Der Tatbestand ist ganz klar Litauen Hot durch fein Vorgehen das Memelabkommen zer­rissen. Der Memelputsch hat eine ganz neue Lage geschossen. Datz die Memelländer zu ihrem Recht doch nie kommen werden, auch wenn Litauen zur Wiederherstellung des früheren Zustandes gezwun­gen wird, hat die jahrelange Leidensgeschichte des Gebiets gezeigt. Litauen hat sich schon von Anfang an als unwürdig erwiesen, die Souveränität über dos deutsche Land, das Litauen kulturell und wirt­schaftlich turmhoch überlegen ist, auszuüben. Es wird daher eine grundlegende Revision im Sinne einer Rückgliederung des Oe- biet» an Deutschland erfolgen müssen. Deutschland kann sich dabei daraus berufen, datz das Gebiet auch heute noch zu mehr als 90 vH. deutsch ist, datz im Memelländischen Land­tag von 29 Abaeordneten nur 5 Litauer sitzen, und datz eine Volksabstimmung sicher ein überwältigen- des Ergebnis zugunsten Deutschlands ergeben würde. Die Memelländer warten nur darauf, ihrem Herzen in einer solchen Volksabstimmung Luft zu machen. Die deutsche Autzenpolitik hätte angesichts der li­tauischen Rechtsbrüche schon längst die Memelfrage von dieser Seite her in Angriff nehmen muffen, dann wäre uns heute die Blamage erspart geblie­ben, datz sich selbst das kleine Litauen erdreistet, mit Deutschland derart umspringen Memel verlangt fein Recht! Es will nicht länger Spielball litauischer Willkür fein

Taten für Donnerstag, 11. Februar

Sonnenaufgang: 7 49 Alfer. Sonnenuntergang: 17.30 Alfer. - Mondaufgang: 9.23 Alfer, Mond­untergang: 22.59 Alfer.

1905 der Dichter Otto Erich Martleben in Salo am Gardafee gestorben 1919 Friedrich Ebert wird Präsident des Deutschen Reiches.

Recht für Memel!

Von unserem B.-8erid)terftatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Heidekrug, 9. Februar 19.32.

Die litauischen Gewaltpolitiker gehen jetzt auf» Ganze im deutschen Memelland. Trotz aller Äbteug- nungsversuche ist der Putsch zür Tatsache geworden. Die rechtmätzige Landesregierung ist abgefetzt und der neue, vom Gouverneur Merkys eingesetzte li­tauische Landespräsident hot bereits den grotzen Vettreibunasfeldzug gegen die Memellanddeutfchen eingeleitet. Im Memelgebiet hat man keinen Augen- blick daran gezweifelt, datz die Drahtzieher im Tie­meier Gouvernementsgebäude ihre Plane nicht auf- geben würden. Die Well und auch das Berliner Auswärtige Amt aber haben sich wieder einmal durch litauische Versprechungen läufchen lasten. Allerdings sind die Litauer bei der Durchführung ihrer Gewaltsoläne mit echt östlicher Dcrlchlagenhell vorgegangen. Roch am 30. Januar hat der litauische (Gesandte in Berlin, Herr Schaulys, im Auswärti gen Amt offyieU versichert, datz olle Nachrichten uber litauische Putjchabsichten erfunden feien und datz die litauische Regierung nicht daran denke, das Memelabkommen zu verletzen. Acht Tage später, am 6. Februar, war der Putsch bereits zur Tatsache geworden! Mit Recht wird man in Deutschland über soviel Unverfrorenheit und Hinter- list empört sein. In Memel aber kennt man die Litauer schon seit mehr als einem Jahrzehnt nicht anders.

Mit Falschheit und Hinterhältigkeit haben sie sich das deutsche Land an der Memel erschlichen. Mit gefälschten Statistiken und Dokumenten wurde die Abtrennung vom deutschen Mutterlande in Ver­sailles durchgesetzt. Als die Litauer bann im Ja- nuar 1923 in das Gebiet einfielen, spielten sie sich al» die Befreier vorn französischen Joch auf. In Wirklichkeit aber handelte es sich bei den Jlämp- fen", die damals zwischen den litauischen Eindring­lingen und den franzosifchen Bejatzungstruppen ge­führt wurden, um Gefechte mit Platzpatro - n e n, um einen gut inszenierten Theatercoup, denn Litauen hatte sich schon längst des Einverständnisses der Alliierten versichert, wie das ja auch die still­schweigende Sanktionierung des Memelraubs durch die Pariser Botschafterkonferenz einige Wochen später bewies

Litauen hat sich zwar in dem Pariser Memel­abkommen vom 8. Mai 1924 verpflichtet, dem Me­melgebiet Autonomie zuzugestehen, um die Kultur und die überlieferten Rechte seiner Bewoh ner zu sichern, aber man hat in Äomno dieses Der sprechen niemals ernst genommen Im Gegenteil, ein Rechtsbruch folgte' dem anderen. Schikanen und Demütigungen waren an der Tages­ordnung. Die ßitäuificrung, die sich in fortgesetzten Ausweisungen, Vertreibung der Lehrer und Beam­ten, Besetzung leitender Posten mit Litauern usw äufeerte, konnte den Litauern gar nicht schnell genug gehen. Selbst vor den deutschen Denkmälern der alten Ordensstadt Memel mochte der litauische Pöbel nicht Halt. Die ehrwürdigen Zeugen deutscher Vergangenheit wurden einfach von ihren Sockeln hcrabgeriffen und heute rosten sie irgendwo auf einem oerlgssenen Memeler Schuttabladeplatz Die jeweiligen Leiter der deutschen Autzenpolitik zogen es vor, sich mit mehr oder weniger scharfen papicr- nen Protesten zu begnügen.

Auch die mehrfachen Völkerbunds- deschwerden haben nicht viel genutzt. Herr Woldemoras, der ehemalige Diktator Litauens, ver­sprach vor dem Hohen Rat alles, was man von ihm erlangte, und als im Jahre 1930 die letzte grotze Memelbefchwerde anhängig war, wartete der litauw fdic Außenminister Zaunins mit dem Versprechen out. das Memelabkommen getreulich einzuhalten. Aber weder damals noch heute hat Litauen sein Wort gehalten, und da auch der Genfer Bund der Nationen nichts gegen das kleine Litauen zu unternehmen wagte, blieb alles beim alten So be­stehen Kriegszustand und Pressezensur auch heute no-h, und die finanzielle Aussaugung des Gebiets

©er Stand der Preissenkung.

Ter Neichobund der höheren Beamten an den Preislommtssar.

Der Landesverband Helfen des Reichsbunde» der höheren Beamten bittet uns um Ausnahme folgender Mitteilung

.Die von Dr.Goerdeler für Ende Januar in Aussicht gestellte Lenkung um nur 7 v. H. ist in keiner Weife erreicht. Der Reichsbund der höheren Beamten hot daher an Dr Goerdeler einen Zwischenbericht über die bisher be­obachteten Preissenkungen. Ttand vom 22. Januar 1932 gerichtet. Die Senkung von Einzel­preisen. so wird auSgeführt. fei kein Be­weis für d i e Senkung der Lebens­haltungskosten. 3m Interesse einer objek­tiven Erfassung deS Gesamtbilde- sei es wesent­lich, die Richt durchführung der Preissenkung genau so darzustellen, wie die Belege für erfolg­reiche Preislenkung. A u f Grund der von ihm organifier'ten Berichte auS allen Teilen de» Reiches kommt der Reichsbund der höheren Beamten zu folgendem Bild:

Die Senkung der Rohftoffpreise weist grobe Schwankungen auf. Bei den Fertig- f a b r i f a t e n ist eine Preissenkung von 10 n. H feftgcftellt bei Photoapparaten, Schallplatten, Motorrädern, Radioröhren, optischen Geräten ulw.. d. h. Gegenständen des Lurus- und Ge- schastSbedarfs, die für den Beamtenfeaushalt keine grobe Rolle mehr spielen, während z. B. Haus- und Küchengeräte zum Teil noch 103 v. H. über Friedenspreis liegen. Die Markenartikel, die im Haushalt des Arbeiters etwa 7 v. H.

des GelamtdedarlS ausmachen, werden bei sinken- dem E inkommen noch weniger gekauft Aber auch hier ist eine restlose Durchführung der lOproten- tigen Senkung nicht eingetreten. Die Schokolade * B tst der Setikung durch Aufgabe der Preis­bindung ausgewichen. für Tabak ist überhaupt keine Preislenkung erfolgt. Die Senkung der Kohlen preise ist. wie aue einer Reihe von Städten nut Beispielen belegt wird, sehr vet- fdnebenartig erfolgt Ebenso schwankt die Sen­kung der Brotpreile je nach den Orten,und der Sorte von 0 ub r 3. 5, 7. 8.9 D.fe mr Höchst­senkung von 10 v H. die aber zum Teil schon wieder bedroht ist Bei den Fleischpreisen wird die Preisentwicklung über einen groben Zeitraum hinweg unter Beobachtung gestellt und die Saisonauswirkung mit der Gefamttendenz verglichen Bei Gas, Wasser. Strom. Ver­kehr sind die von der Regierung zugesagten 10 v. H. bei weitem nicht erreicht worden. Die dabei vielsach geübte Verschleierung wird einer Kritik unterzogen. Dte Steuern sind nicht ge­senkt, sondern zum Teil Bürgersteuer aufecr- ordenilich erhöht, das Schulgeld und die üb­rigen Erziefeungskosten haben eine drückende Höfe« erreicht. _ . .

Dieser sporadische Charakter der Preissenkung lätzt belürchten. datz auch ihr kein durchschlagender Ersolg deschieden ist. Wie verträgt sich damit der Bries des Reichskanzlers an den Reichstagsabge- ordneten Wels vom 12. Dezember 1931, wonach es die .vornehmste Pflicht-der Reichsregierung- sei. darauf zu achten, datz .der jetzige Stand von Löhnen und Gehältern nur bei einem entspre­chend tief gehaltenen Stande aller Preise auf­rechterhalten bleiben kann?"

öJ.-fpor<

III. Olympische Winterspiele.

Vie deutsche Eishockeymannschaft verliert abermals...

Wegen der ungünstigen Witterung wurden am Abend im Eispalast zu Lake Placid zwei Eis- hockeyspiele ausgetragen. Deutschland erlitt eine weitere Niederlage, und zwar erneut durch Ka­nada, das durch überlegenes Spiel mit 5:0 (2:0, 1:0, 2:0) siegreich blieb. Die Deutschen hielten sich gut. machten aber zum Teil einen etwa- überspielten Eindruck. Der Turm in der Schlacht war Leinweber im Tor, dessen famose Abwefer- arbeit immer wieder Helle Begeisterung bei den Zuschauern hervorrief. - 3m zweiten Spiel gab Amerika erneut den Polen das Nachsehen, dies­mal ebenfalls mit 5:0 (1:0, 1:0, 3; 0).

Beim Kunstlaufen der Domen wur­den am Dienstag die Pflichtübungen in Angriff genommen Aleberraschenderweife lief die Wie­nerin Fritzi Burger die Figuren vollendeter, als die Weltmeisterin Sonja He nie (Norwe­gen), die etwas enttäuschte. Gut gefielen auch noch Mabel B i n s o n (USA) und die junge Schwe­din Divian Hulthen.Sonja" dürfte es dies­mal schwer haben, ihre Vorherrschaft zu be­haupten.

Erster Teil der Zweierbobrennen.

Bei schönem Winterwetter brachte der Diens­tag in Lake Placid zunächst aus der Mt. van Hoevenbergbahn die ersten beiden Läufe zu den Zweierbobrennen. Bei starkem Publikumsandrang wickelten sich die Rennen glatt ab. Bon den 12 gestarteten Schlitten hielt sich der Schweizer Bob am besten, er konnte im ersten Lauf auch den Bahnrekord für die 2350 Meter lange Strecke auf 2:05.8 Min. drücken. Amerika 1 verbesserte zwar im zweiten Laus den Bahnrekord sogar auf die

Marie von Bülows 75. Geburtstag.

Marie von Bülow, die zweite Gattin des einst so berühmten Dirigenten HcmS von Bülow, begeht am 12. Februar ihren 75. Geburtstag. Die tourbc in Wien geboren und wirkte in Meiningen, wo ihr Gatte als Hofkapellmeister tätig war. als Schauspielerin. Nach denn Tode ihres Mannes gab sie seine Briefe in einem neunbändigen Sam­melwerk heraus. Bekannt wurde ihr Name vor allem durch die Organifation der .Mittwoch- Nachmittage" in ihrem Heim, die vielen Kunstgrö- fecn von heute die erste Gelegenheit gaben, sich der Öffentlichkeit vorzustellen.

Zeitschriften.

Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann AG. München) bringt in Ihrem Februar hell den Gra­phiker Otto Nückel, der sein illustratives Talent mit Vorliebe an den Freuden und Mühen des kleinbürgerlichen Lebens in einem funkelnden Spiel von List und Ironie airiläfet Der schwe­dische Bildhauer Tore Strindberg verleiht seinen Mädchengestalten wundervollen Rfevtfemus der Linien. Don Malern werden Gustav Klimt mit einer farbigen Neproduktion feiner ..Freundin­nen", dann Werner Peiner mit Teilstücken aus feinem Paradiestevvich und der Franzose ©curat mit Landschaften in eigener Maltechnik gezeigt Lebendig geschriebener Tert umrahmt die vielen vorzüglichen Abbildunge- Bevor Sie Ihr Haus bauen lassen" betitelt sich em mit bildlichen Dei-

fabelbafte Zeit von 2:04,27 Min. aber im Ge­samtergebnis der beiden Läufe blieb doch d:e Schweiz in Führung.

Don den deutschen DobS fuhrDeutschland 2 (Huth Ludwig) in beiden Läusen ein regelmäßi­ges Rennen, er endete im Gesamtergebnis auf dem vierten Platz Deutfchland 1 mit dem 'Weltmeisterpaar Kilian Huber konnte sich aus Grund der mäfeigen Zeit im ersten Laus nur als Debenter placieren. Immerhin besteht die Chance, dafe die deutschen BvbS In den beiden letzten Läusen am Mittwoch ihre Position noch verbessern können.

Karl Schäfer Olympiasieger.

- Irn ausverkauften Eispalast wurde am Diens­tagabend das Kunstlaufen der Herren mit ten Kürübungen abgefchlosfen. Der dreifache schwe- dische Olympiasieger Glllis Grasstroem war mit einem wundervollen Programm erfolgreicher als beim Pflichtlaufen, aber im Gesamtergebnis konnte er den jungen Wiener Schäscr doch nicht hiefer erreichen. Schäfer wurde damtt zum ersten Male Olympiasieger Den zweiten Platz besetzte Gillis Grasstroem vor dem Kanadier Wilson und dem Finnen Nikkanen. Der 'Berliner Ernst Baier, der das Pech hatte, bei seiner schwie­rigen Kür einige Male auszurutschen, konnte Im­merhin noch den fünften Platz für Deutschland retten.

Entscheidungen am Mittwoch.

Am gestrigen Mittwoch wurden die Rennen im Zweierbob zu Ende geführt. Als Sieger gingen die Amerikaner In der Rekordzeit von inSgefamt 8:14.74 Minuten aus dem Rennen hervor. An zweiter Stelle folgte die Schweiz. Den 3. Platz belegten wieder die Amerikaner, dann folgte Ru-

!vielen belegter Aufsatz aus dem Bereich der Wohnungskunst. Was die neuzeitliche Beleuch- tungskunst in formenschönen und zwcckmäfeigen Lichtträgern leistet, zeigen mehrere Seiten her­vorragender Beispiele auS bekannten deutschen Werkstätten.

Oochschulnacbrickten.

Der Göttinger Germanist Professor Dr. Friedrich N e u m a n n hat den an ihn ergangenen Rus an die AlniDcrfität Frankfurt als Nach­folger deS nach Bonn berufenen Ordinarius Professor Hans Naumann abgclehnt.

Das Kapitel des bayerischen Maximiliansordens für Wisfenfchaft und Kunst hat an Stelle der verstorbenen Universitätsprosessoren Dr Theodor N ö l d e k e, Exzellenz Allrich vWilamowitz- Möllendorff, Geh. Rat Dr. Aurel Dofe, Geh Rat Dr. Emil Warburg und Geh. Rat Dr Lujo Brentano folgende neue Mitglieder in der Ordensabteilung für Wissenschaft ernannt: den ordentlichen Professor für Aegyptologie an der Universität Berlin. Geh Regierungsrat Dr. Kurt Sethe: den ordentlichen Profeffor der indogermanischen Sprachwissenschaft an der Uni­versität Basel, Dr Jakob Wackernagel: den ordentlichen Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule in München, Geh Rat Dr Walter v. Dyck: den ordentlichen Prosessor der theoretischen Physik an der Münchener Uni­versität, Geh Hosrat Dr. Arnold Sommer­feld: den Ordinarius der Geschichte nn der Ber­liner Universität, Geh. Regierungsrat Dr. Max Lenz. Das Gelamtminifterium hat die Er­nennungen bestätigt.

Der Ehrenbürger der Stadt Eberswalde, Gcbcimral Professor Dr Schwa ppach, ist im 81- Lebensjahre gestorben Schwappach. der in Bamberg geboren war, folgte 1881 einem Ruie als Extraordinarius für Forstwissenschaft an die Universität Diesten und erhielt 1886 einen Ruf als Professor der Forstwissenschaft an die damalige Forstakademie Eberswalde und zugleich als Dirigent ^er forstlichen Abteilung der Haupt- ftfliion des forstlichen DerluchsWesen-: er war u. a Ehrenmitglied der Gefellfchaft amerikanischer Forstleute in Washington, auswärtige- Mitglied der Schwedischen Gesellschaft für Landwirtschaft. Ehrenmitglied des Forstkorps und Ehrenprolesfor am Forst Institut in Leningrad. Ehrendoktor der Hochschule für Bodenkultur in Dien, Ehren­doktor der Zorstwlslenlchast der Forstlichen Hoch­schule in Hannoversch-Münden und Ehrenmitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft-

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