ben Ufern des Vangtse bei Wusung gelandet. Es verlautet, daß mindestens zwei Divisionen japanischer Truppen nach Schanghai unterwegs seien, womit sich die japanischen Landstreitkräste auf mindestens 30 000 Mann erhöhen würden.
Edgar Wallace f.
Der Engländer Edgar Wallace, wohl der meist gelesene Kriminal-Schriftsteller aller Zeiten, der sich durch seine Detektivromane ein Millionen- Vermögen erschrieb, ist 57jährig an den Folgen einer Lungenentzündung in der amerikanischen Filmstadt Hollywood gestorben, wo er zur Verfilmung eines seiner erfolgreichsten Schauspiele weilte.
Edgar Wallace ist wohl der populärste und fruchtbarste Schriftsteller des heutigen England gewesen. Seine Schaffenskraft kannte keine (Stenden. Sn den 30 Jahren seiner Tätigkeit hat er nicht weniger als 150 Romane, 12 Theaterstücke und 300 Rovellen versaht. Diele seiner Theaterstücke wurden auch auf dem Kontinent mit großem Erfolg aufgeführt. Richt weniger romantisch als seine Werke war die Laufbahn dieses „Selfmademan". Als arme Waise, von Fischersleuten adoptiert, begann er als Zeitungsverkäufer und Arbeiter in einer Druckerei, in einer Gummifabrik, als Milchjunge und als Soldat. Der Durenkrieg brachte ihn als Berichterstatter von Reuter in die journalistische Laufbahn.
Ein Beweis für die außerordentliche Geschwindigkeit feiner Arbeit ist, daß er 4000 Worte in der Stunde diktierte und imstande war. einen Roman von 70 000 Worten während des Wochenendes fertigzustellen. Sein Einkommen wurde auf 800 000 Mark jährlich geschäht: übrigens gehörte er zu den freigiebigsten Männern Englands. Wallace war als Schriftsteller, Dramatiker, Regisseur und Sournolist gleich erfolgreich und hat sich in den letzten Sohren auch als liberaler Kandidat auf politischem Gebiet betätigt.
Aus der Feder dieses originellen Schriftstellers sind u. a. hervorgegangen und ins Deutsche übersetzt worden: „Der Räuber", „Der Hexer" (ein auch in Gießen mit größtem Erfolg aufgeführtes Detektiv-Drama), .Die drei Gerechten". „Der rote Kreis", „Der Zinker", „Die Bande des Schreckens", „Erlebnisse des Bezirlsamtmanns Sanders". — Sm „Gießener Anzeiger" erschienen die Kriminal- Romane „Der Frosch mit der Maske", „Die Tür mit den sieben Schlössern", „Die toten Augen von ßonbon“ und „Die gefiederte Schlange".
Nie Neutschnaiionalen und Brüning.
Eine '.Hebe Lberfohiens.
Stettin, 9. Febr. (TLl.) Der Vorsitzende der deutschnationalen Reichstagsfraktion, Dr. Ober« fahren, sprach in einer Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei in Stettin. Er ging dabei auch auf die Rede Dr. Brünings vor der Abrüstungskonferenz in Genf ein. Brüning hätte sogen müssen: „Die Bedingungen, unter denen wir gezwungen worden sind, so abzurüsten, wie wir es getan haben, sind nicht erfüllt worden. Wir fühlen uns also nicht mehr gebunden. Wir nehmen uns unsere Wehrfreiheit und Wehrhoheit wieder zurück!" — Zur Reichspräsidentenwahl stellte Dr. Oberfohren fest, daß Brüning, wenn er wirklich ehrliche Absichten gehabt hätte, hätte zurücktreten müssen. Statt dessen verberge er sich hinter der ragenden Gestalt des Feldmarschalls. Die Reichspräsidentenwahl müsse ausgebildet werden z u einem S n ft r u in e n t, mit dem in letzter Stunde das System herumgerifsenwerde. Wenn man nicht jede Möglichkeit zu diesem Herumreihen ergreife, dann habe es keinen Zweck mehr, in Deutschland Politik zu machen.
Giaatsminister Baum über die Einbürgerung Hitlers.
Weimar, 10. Febr. (ERB.) Gegen eine Aeu° ßerung des früheren Snnenministers Dr. Frick, die Regierung Thüringens habe bei Erörterung der Einbürgerung Hitlers durchaus kein Verständnis dafür gezeigt, die Frage von sich aus „in deutschem Sinne zu erledige n", wendet sich Staatsminister Baum mit einer Erklärung, in der es heißt, daß er damals die Berechtigung dieses Wunsches „unumwunden" anerkannt habe. Allerdings habe er die Zumutung zurückge» wiesen, gemeinsam mit Dr. Frick unter Ausschaltung des Kabinetts Hitler ein Staatsamt zu übertragen. Abschließend bemerkt Minister Baum, für ihn komme bei einer Einbürgerung Hitlers nur der gerade, offene legale, der wahrhaft deutsche Weg, niemals aber eine Scheinmaßnahme in Frage.
Oie Verhandlungen des Reichs- kommiffars für Preisüberwachung. Berlin, 10. Febr. (ERB.) Der Reichskommissar sür Preisüberwachung Dr. Goerdeler führt gegenwärtig mit einer Reihe von Spihenorganisa- Honen der verschiedensten Branchen Verhandlungen über die weitere Durchführung der Preissenkung, so u. a. mit den Mineralwasser -Fabrikanten, den Zündholz - und den Dünge- ih i 11 e I fabriken. Weiter sind Besprechungen im Gange über die Preissenkung für Schokolade
Litauens Verschleppungsversuche.
Zaunius läßt den Völkerbundsrat warten.
Genf, 10. Febr. (WTB.) Der litauische Außenminister hat an den Generalsekretär des Völkerbundes ein Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, daß die Behauptungen der deutschen Rote über die Rotwendigkeit der dringlichen Einberufung des Völkerbundsrates wegen einer besonders ernsten Lage im Memel- gebiet jeder Begründung entbehrten. Es habe sich keinerlei Zwischenfall ereignet. Was die früheren Schritte der Reichsregierung wegen angeblicher Verletzungen des Memelstatuts durch Litauen betreffe, die die deutsche Rote erwähnt, so fei daran zu erinnern, daß auf Grund der erwähnten Schritte keinerlei Verletzung des Memel- statuts festgestellt worden sei, und daß die Reichsregierung im gegenwärtigen Fall den Tatsachen, die zur Absetzung des Präsidenten Böttcher führten, nicht fernstehe. Zaunius erklärte zum Schluß, daß er entschlossen sei, Litauen persönlich vor dem Völkerbundsrat zu vertreten, aber zu seinem Bedauern sich nicht vor dem 2 3. Februar nach Gens begeben könne.
Das Völkerbundssekretariat Hot sich am Mittwoch vo n neuem telephonisch und telegraphisch mit der litauischen Regierung in Verbindung gesetzt, um festzustellen, ob und wann der litauische Außenminister Zaunius in Genf eintrifft. Auf deutscher Seite hat man nach der herausfordernden letzten Rote der litauischen Regierung von neuem den sofortigen Zusammentritt des Völkerbundsrates gefordert. Die Festsetzung der Sitzung des Völkerbundsrates hängt nunmehr davon ab, ob Zaunius bis Freitag früh in Genf eintrifft. Sollte die litauische Regierung an ihrer bisherigen Methode der Sabotage des Ratsverfahrens festhalten, so wird von deutscher Seite
bereits für Donnerstag oder Freitag eine Sitzung des Völkerbundsrates ohne einen litauischen Vertreter gefordert werden. Es kommt selbstverständlich nicht in Frage, daß der Dölker- bundsrat mit der Behandlung bis zu dem von dem litauischen Außenminister genannten Termin, dem 23. Februar, wartet.
NeuerGewaltstreich inMemel.
Auch Landesdirektor Szigaud seines 'Amtes enthoben
Königsberg, 10. Febr. (ZU.) Landesdirekl-r 5 3 i g a u ö, das einzige Mitglied des Merneler Direktoriums, dos noch im Amte war, ist am Dienstag ebenfalls von dem „Landesdirektor" Tolifchus gewaltsam seines Amtes enthoben worden. Zolifchus erschien im Zimmer Szigauds und forderte ihn in starkem Zon auf, ihm die sämtlichen Amtsschlüss^lzu übergeben, woraus Szigaud ihm erwiderte, das könne er nicht, da er sich noch im Amt befinde. Zoli- schus verlieh darauf das Amtszimmer, holte sich drei bewassnete Polizeibeamte, die im Vorzimmer postiert wurden und gab nunmehr Szi- gaud den Befehl, das Zimmer zu räumen. Szigaud muhte nunmehr der Gewalt weichen. Er gab eine schriftliche Erklärung ab, in der er betonte, dah er wiederholt seine Bereitwilligkeit erklärt habe, die Amtsgeschäfte als Landesdirektor weiterzuführen, hierzu brauche er aber keinen Auftrag von Zolifchus. Er werde jedoch an der Ausübung feines Amtes gehindert. Für die Zeit feiner Behinderung begibt sich Szigaud nach Zta- keningken.
Hindenburgs Wsidenischastskandidawr.
Oie Giahlhelmführer vom Zeldmarschall empfangen.
Berlin, 11.Febr. (priv.ZeL) Den gewöhnlich gut informierten „Leipziger Neuesten Nachrichten" wird von ihrer Berliner Schristleitung über die innerpolitische Lage, in deren Mittelpunkt die Beichspräsidentenwahl steht, gemeldet, dah am Mittwochmittag die Stahlhelmführer S e l d t e und Duefterberg auf ihren Wunsch vom Reichspräsidenten empfangen wurden. Offiziell sind von keiner Seite darüber weitere Mitteilungen gemacht worden. Selbstverständlich ist, doh die Unterredung zwischen Hindenburg und den Stahlhelmführern sich mit der Reichs- präsidentschaftssrage beschäftigte. Das Blatt glaubt, dah dabei auch die Frage erörtert wurde, ob es zweckmähig fei, die hindenburgkandidatur schon für den ersten Mahlgang auszustellen. Lin abschliehender Bescheid des Reichspräsidenten über seine Auffassung im Sinne eines Verzichts auf die Kandidatur, die von verschiedenen Seiten der nationalen Opposition als das Wünschenswerteste bezeichnet wird, ist den Slahl- helmsührern nicht erteilt worden. 3n gulunter- richleten Kreisen glaubt man vielmehr gerade auf Grund der Unterredung Hindenburgs mit Seldte und Duefterberg annehmen zu können, dah der Reihspräsident sich schon am Donnerstag oder spätestens am Freitag positiv erklären, für das Amt des Reichspräsidenten also erneut kandidieren werde.
Diese Auffassung wird weiter genährt durch Mitteilungen über die Haltung des Kyffhäuserbundes, wonach sich der kysfhäuserbund voraussichtlich am Donnerstag in einem Aufruf für d i e Wiederwahl Hindenburgs ein fetten werde. Gutem vernehmen nach soll Hindenburg am Mittwoch übrigens auch den Präsidenten des kyffhäuserbundes, den Generalvon horn.emp- fangen haben, wenn die Mitteilung über das geplante vorgehen des kyffhäuserbundes zutresfen würde, würde für den Reichspräsidenten sichergestellt sein, daß ein sehr großer Zeil der alten Kriegsteilnehmer bereit ist, für ihn ein- zutreten, und damit wäre dann eine der wesentlichsten Voraussetzungen, von denen Hindenburg seine Bereitschaft abhängig macht, geschaffen.
wie es fcheint, vollzieht sich in gewissen Kreisen der Rechten allmählich ein Umschwung zugunsten der Kandidatur Hindenburgs ohne weitere politische Bedingungen. Soeben hat der Adelsrnar- schall von Berg einen Aufruf für die Hindenburg-Kandidatur im „Deutschen Adelsblatt" veröffentlicht und es ist anzunehmen, dah gerade die Stellungnahme dieser alten konservativen kreise auf die letzte Entscheidung des Reichspräsidenten nicht ohne Einfluh bleiben wird, von anderer Seite hören wir, dah auherdem noch eine weitere Erklärung zahlreicher rechtsstehender Perlönlichkeiten in den nächsten Zagen veröffentlicht werden soll. Es handelt sich, wie zu betonen ist, hierbei nicht um einen An- fchluh an die Aktion des Sahm-Aus- fchuffes, sondern um ein durchaus felbftän- diges Vorgehen, das jedoch dazu dienen wird, die Front für Hindenburg zu verbreitern.
Nie Aktion des Hindenburg-Ausschuffes
Berlin, 10. Febr. (ERB.) Die Eintragungen für die Dolkswahl Hindenburgs beliefen sich bis Mittwochabend auf 1300 000. Wie vom Hindenburgausschuh mitgeteilt wird, haben sich folgende weitere Persönlichkei- t e n dem Aufruf des Hindenburgausschusses an- geschlossen:
Staatsminister Wilhelm Bazille (Stuttgart): Franz Behrens, Vorsitzender des Reichsverban- des ländlicher Arbeitnehmer, Pros. Dr. Friedrich B e r g i u s (Heidelberg); Kardinal Dr. Adolf Bertram, Erzbischof von Breslau: Generaldirektor Dr.-Sng. e. h. Die (Berlin): Prof. Dr. Carl Bosch (Ludwigshafen), Konteradmiral a. D. Franz Drüninghaus (Berlin); Landgerichtspräsident z. D. D. Dr. v. Campe (Hildesheim): Dr. Carl Diem (Berlin); Prof. Dr. Gras zu Dohna (Bonn), Bürgermeister Dr. Elsas (Berlin) , Pros. Erdmannsdörffer, Rektor der Universität Heidelberg: Kardinal Michael v. Faulhaber, Erzbischof von München-Freising, Generalsuperintendent Gennrich (Bamberg): Prof. Dr. Friedr. Giese (Frankfurt): W. G r a e f (Anklam); Alfons Prinz von Sf en- bürg (Langenselbold), Präsident des Allgemeinen deutschen Sagdschuhvereins: Präsident des Reichsfinanzhofes i. R. Sahn; Generalleutnant a. D. Ernst Kabisch; Dr.-Sng. e. h. Moritz Klönne (Dortmund); -Oberbürgermeister Knorr, geschästs.ührendes Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtebundes; Landesbischof Dr. Kortheuser (Wiesbaden); Oberbürgermeister Dr. Kuelz (Dresden); Oberbürgermeister Dr. Landmann (Frankfurt a. M.); Prof. Loeh- lei n, Rektor der ilnifccrfität Sena; Dr. von Loesch, Präsident des deutschen Schutzbundes; Oberbürgermeister Dr. Luppe (Rürnberg); Reichskanzler a. D. Dr. W. Marx; Generalleutnant a. D. v. Maur (Stuttgart); Geheimrat Prof. Dr. Meinecke (Berlin); Bürgermeister Petersen (Hamburg); Prof. Poelzig (Berlin); Oberbürgermeister P o e sch e l (Stettin); Kommerzienrat H. R ö ch l i n g (Dölkiingen-Saar); Generalstaatsanwalt v. R ö ck e r . Präsident der Evang. Landeskirchenverwaltung Stuttgart; Frau Dr. E. v. Roon geb. Bassermann (Berlin); General der Sufanterie a. D. Frhr. v. Soden; Frau Sana Stoß (Hamburg); Dr. Theinert Präs. d. Landeskirchenamts Wiesbaden; Ober, bürgermeifter Dr. Wagner (Breslau); Generalpräses W o l ke r (Düsseldorf).
Mit dieser Liste find feit dem Ausruf vom 1. Februar insgesamt 160 Ramen bedeutender Persönlichkeiten veröffentlicht worden, die den Aufruf zur Wiederwahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg unterzeichnet haben. Der Ausschuß hatnocheine große Zahlweiterer Zu - stimmungserklärungen erhalten, es konnte jedoch nur eine Auswahl veröffentlicht werden, die, wie wir hören, vorläufig abgeschlossen ist. — Die staatspolitische Arbeitsgemeinschaft der katholischen Verbände übersandte heute an Oberbürgermeister Dr. Sahm-Berlin telegraphisch folgende Entschließung: Die in der staatspolitischen Arbeitsgemeinschaft vereinigten Vertreter der katholischen Verbände mit über 2 Millionen Wahlberechtigten stellen sich hinter Shren Aufruf zur Wiederwahl Hindenburgs.
und Süßwaren, für Kohlen, Fische, Milch und Petroleum und eine Ermäßigung der Gebühren im Speditionsgewerbe, ferner für Privattelephone und Versicherungen.
Aus aller Welt.
Einstellung der Bergungsarbeiten an „M 2".
Fast ganz England wird von schweren Sch nee stürmen heim gesucht. Die Schifffahrt auf dem Kanal ist zum Teil unterbrochen, die Dampfer zwischen Dover und Calais mußten den Dienst einstellen. Die Bemühungen zur Hebung des gesunkenen Unterseebootes „M 2" sind infolge des Sturmes eingerollt worden. Es
verlautet, daß bei einer Fortdauer des gegenwärtigen Wetters die Bergungsarbeiten auf Mai oder Sunt verschoben werden müssen.
Vier Zuchthausurteile wegen Raubes mit Todeserfolg.
Das Berliner Schwurgericht III verurteilte wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes mit Todeserfolg den Arbeiter Baumann und den Fleischer Hollmann zu je zwölf Sahren Zuchthaus, den Transportarbeiter Herforth zu zehn Sahren Zuchthaus und den Arbeiter Voß zu acht Sahren Zuchthaus. Die vier im Alter von 20 bis 21 Sahren stehenden Angeklagten hatten in der Portierloge eines Hauses in der Kösliner Straße einen Raubüber- fall ausgeführt und dabei den 19jährigen Willi
Kirchsrt, die einzige Stütze seiner Mutter, getötet.
12 Jahre Zuchthaus für einen Mörder.
Das Schwurgericht Kassel verurteilte den landwirtschaftlichen Arbeiter Hanke! aus Kassel wegen vorsätzlicher Tötung und schweren Raubes zu 12 Sahren Zuchthaus und 10 Sahren Ehrverlust. Hanke! hatte am 9. Dezember des vergangenen Sahres die 78jährige Försterswitwe Röhler aus Oberzwehren erwürgt und darauf eine Geldkassette, in der sich die Ersparnisse der Frau befanden, mitgenommen.
Aedersall aus den Zugführer eines französischen Schnellzuges.
Der Führer des Schnellzuges Ventimiglia — Paris wurde, kurz nachdem der Zug den Bahnhof von Marseille verlassen hatte, von zwei Banditen überfallen, die sich d i e Uniformen von Schaffnern angezogen und im Gepäckwagen versteckt gehalten hatten. Sie knebelten den Zugführer und bemächtigten sich der Kasse, die 10 000 Franken enthielt. Den Zugführer schlossen sie in den Gepäckwagen ein.
Brand eine« Ballsaales in Prag.
Bei einem Faschingsball in ' einem der bekannten Prager Säle brach kurz Lox^Mitternacht ein Brand aus. Zunächst verliehen — noch bei Tangoklängen — die Ballgäste ruhig den Saal. Als aber das Femer durch oie Decke brach, entstand eine wilde Panik und die Menge stürzte durch Fenster und Türen aus dem Dallsaal. der nach kurzer Zeit in Flammen stand. Die Anzahl der bei dem Unglück verletzten Personen konnte noch nicht sestgestellt werden.
UebetfoII auf einen Postwagen.
Auf der Bergstraße bei Beuthen O. S. wurde ein Postkrastwaaen von zwei bewaffneten Banditen überfallen. Während der eine Räuber den Führer des Wagens in Schach hielt, öffnete der andere den Wagen und hielt auch den zweiten Beamten mit dem Revolver in Schach. Dann raubte er den im Wagen liegenden Holzkasten mit 4175 Mark. Die Verbrecher entkamen.
Neue Raketenversuche auf Wangerooge.
Der Osnabrücker Raketenforscher Sngeneur T i- ling hat in den letzten Tagen neue Raketen- startversuchtz unternommen. Sm Westen der Sn» sei hat der Forscher in einer Senke seine Startapparatur aufgebaut. Die Flugbahn der Raketen war nach dem Verlassen des Lanzierrohres stets gut zu beobachten. Die Versuche sollen diesmal besonders der Erforschung der Stabilität der Raketenkörper und nicht zuletzt des von Ti- 'ling geplanten Raketenflugzeugkörpers dienen. Es handelte sich weniger um die Erreichung größerer Höhen oder Entfernungen, sondern um die Zielsicherheit. Der Abschuß der ersten Postrakete vom Festland nach Wangerooge soll wahrscheinlich noch in diesem Frühjahr vor sich gehen. Dabei soll der Raketen- körper eine Geschwindigkeit von etwa 1 0 0 0 Stundenkilometern erreichen. Voraussichtlich soll dem Ruhraum der Rakete ein Hund oder eine Katze anvertraut werden, die nach Ansicht des Erfinders die Reise zweifellos ohne Schaden überstehen werden.
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Wettervoraussage.
Durch eine Störung über Finnland wurde der hohe Druck, dessen ausfließende Kaltluft ganz Deutschland beherrscht, wieder mehr westwärts nach Island zurückgedrängt. Infolgedessen findet von Skandinavien her ein Wechsel der Luftzufuhr statt und etwas mildere, mit mehr Feuchtigkeit gesättigte Luft bringt vor. Sie und ihr Wolkenfeld werden auch bei uns Einfluß gewinnen, so daß zunächst der Frost etwas zurückgehen wird. Einzelne leichte Schneefälle sind dabei auch in unserem Gebiet nicht ausgeschlossen. Da aber mit der Verlagerung der Störung sich der hohe Druck wieder mehr ostwärts entwickeln dürfte, wird später erneute Kaltluftzufuhr geschaffen, die wahrscheinlich auch Über Deutschland abermals strengen Frost verursachen dürfte.
Aussichten für Freitag: Weiterhin Frost- wetter, jedoch leichte Abschwächung der strengen Kälte, wolkig mit Aufheiterung, trocken.
Aussichten für Samstag: Mehr wolkiges Wetter, vereinzelt leichte Schneefälle, zunächst etwas weiterer Rückgang des Frostes wahrscheinlich.
Amtliche winlerfporlnachrichlen.
Vogelsberg, Hoherodskopf: Klar, minus 20 Grad, 1 bis 2 an Schnee, verweht, keine Sportmöglichkeit.
Schwarzwald, Feldberg: Schneefall, minus 17 Grad, 45 an Pulverschnee, Sportmöglich- feit sehr gut.
Alpen, Garmisch - Partenkirchen: Schneefall, minus 13 Grad, 10 an Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.


