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Wirtschaft.

Oie wesentlichen Bestimmungen der JinSvereinbarungen.

Berlin, 11. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die am Samstag von den Spitzenverbänden der Kreditinsti­tute angenommenen Zinsoereinbarungen bestehen aus einem Mantelvertrag sowie aus je einem Abkommen über Haben-Zinsen und Soll- Zinsen. Bei den Soll-Zinsen soll die Berech­nung entweder in Gestalt eines Nettozinssatzes, bei dessen Festsetzung von dem gebotenen Durchschnitt der Zinssätze für hereingenommene Gelder auszu- gehen ist, oder nach Soll-Zinsen plus Kreditprovi­sion erfolgen. Im letzteren Falle gilt als Richtlinie, daß sich der Zinssatz im allgemeinen an den Reichs­bankdiskont anzulehnen hat. Die Normalsätze für den obenerwähnten Netto-Zinssatz bzw. Soll-Zins wer­den von den regionalen Kreditausschüssen festgesetzt. Die Kreditprovision ist in banküblicher Weise zu be­rechnen. Die Regelung der Haben-Zinsen er­folgt in der Weise, daß von dem zentralen Kredit­ausschuß ein Normalzinssatz festgesetzt wird, der mit entsprechenden Zuschlägen für alle Konditionen Gel­tung hat; normale Bareinlagen sind jedoch höchstens zu dem Normalzinssatz zu verzinsen. Kreditgenosscn- schäften, Privatbankfirmen sowie kleine und mittlere Banken dürfen nach Maßgabe besonderer von dem zentralen Kreditausschuß aufzustellender Grundsätze die Höchstsätze für hereingenommene Gelder ganz oder teilweise bis um höchstens 0,5 v. H. über­schreiten, ehrenamtlich geleitete Kreditgenossenschaften mit der gleichen Maßgabe bis zu 4,75 v. H. In dem Mantelvertrag wird bestimmt, daß Kredit­institute aller Art verpflichtet sind, bei der Herein­nahme von Reichsmarkgeldern aus dem In- und Auslande bestimmte Höchstzinssätze nicht zu über­schreiten. Die beiden Zinsabkommen laufen bis zum 31. März d. I., der Mantelvertrag bis zum 30. Sep­tember d. I.; sie verlängern sich automatisch um drei (sechs) Monate, falls nicht eine Kündigung mit einer Frist von einem (drei) Monat erfolgt. Die Berein- barungen sind vom Tage nach dex Veröffentlichung imDeutschen Reichsanzeiger" undPreußischen Staatsanzeiger" an wirksam.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Wie sehr die Preisgestaltung an den Schlacht­viehmärkten von den jeweiligen Zutrieben an Schlachtvieh abhängt, bewies wieder einmal zur Genüge der dieswöchentliche Verlauf des Frank­furter Schlachtviehmarktes im neuen Jahre. Nicht nur, daß durch die erhöhten Zufuhren der Ge­schäftsgang ein merklich ruhigerer geworden ist, gingen auch die in der Vorwoche erzielten Preis­besserungen wieder vollkommen verloren.

So ergaben sich am Rindermarkt bei sehr ruhigem Handel durchweg Preisrückgänge von 2 Mark. Der Austrieb betrug 1605 Stück gegen 1141 Stuck in der Vorwoche. Am Kälber- markt war das Geschäft ausgesprochen schlep­pend, so daß der Markt nur zu nachlossenden Prei­sen geräumt werden konnte. Die Beschickung war mit 1369 Stück um nur 30 Stück stärker, genügte aber bei der schlechten Nachfrage, um Preisrück­gänge von 2 bis 3 Mark herbeizusühren. Der erhöhte Austrieb am Schafmarkt wirkte sich ebenfalls in einer Senkung des Niveaus um 1 Mk. aus. Der Geschäftsgang war schleppend, doch konnte der Markt geräumt werden. Der Auftrieb stellte sich aus 423 gegen 245 Stück. Ein sehr ver­lustreiches Geschäft verzeichnete in der ersten Woche des neuen Jahres der Schweinemar kt, der insofern unter einem ungünstigen Stern stand, als für ihn Sperrmarkt angeseht wurde, da Seuchen­gefahr bestanden haben soll. Unter diesem 11m- stand entwickelte sich nur sehr schleppendes Ge­schäft, weil die Metzger nur den nötigsten Bedarf deckten. Die Beschickung betrug 6274 gegen 4550 Ich hab dir verzieh«! Roman von Elottlde von Stegmann «Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r, Halle. 13 Sortierung Nachdruck verboten

Graf Friedrich richtete sich zu seiner vollen Größe empor.

Ich weih, was Die denken; aber bitte über­lassen Sie es mir, meinen Bruder zur Nechen- schaft zu ziehen! Ich halte mich für geeigneter, diese schwere Mission zu erfüllen. Ich möchte nicht, daß jetzt noch ein Zerwürfnis zwischen Ihnen und meinem Bruder eintritt. Sie sind Birgits Vater und eine Feindschaft zwischen Ihnen und meinem Bruder würde Birgits liebe­volles Gemüt noch tiefer verwunden müssen."

Der Konsul reichte ihm die Hand:

* »Ich verstehe Ihre Motive. Graf Friedrich, und das allein bestimmt mich, Ihren hochherzigen Vorschlag anzunehmen. Ich weiß, daß ich Ihrem Bruder bei einer Auseinandersetzung nichts er­sparen wurde, daß ein Bruch entstehen müßte, der unheilbar sein würde; um Birgits willen muß ich das vermeiden. Aber schwer genug fällt es mir, des können Sie gewiß sein!

Es ist das erstemal, daß ein Sibelius den Kampf um Ehre und Rechtlichkeit nicht selbst ausficht."

Es gibt Momente, Herr Konsul", entgegnete Gras Friedrich warm, und sah mit herzlicher Verehrung in das Gesicht des älteren Mannes, wo die Selbstüberwindung höher zu bewerten ist als die persönliche Verteidigung der eigenen Rechte. Nur ein aufrechter Mann wird Liesen Grad von Selbstverleugnung erreichen können. Keiner kann Sie deshalb mehr verehren, als ich es tue."

Schweigend geleitete Graf Friedrich den Konsul zum Portal, das der Diener eiligst öffnete. Die Gedanken beider Männer hatten ein Ziel: Birgit.

Der Konsul grüßte herzlich, als der Wagen anfuhr. Bei einer Wegbiegung sah er noch einmal die hohe Gestalt des Grafen Friedrich.

Warum", dachte Konsul Sibelius,hat Birgit nicht diesen wahren Edelmann erwählt, der allein dem Adel ihrer Frauenseele würdig gewesen wäre?" Und er seufzte schwer.

In dem Dunkel des milden Frühlingsabends, durch das ihn lautlos der schnelle Wagen trug, sah er immer noch, wie eine Gcistererscheinung, Birgits schmales, von Weh erfülltes Antlitz vor sich.

*

Die üppigen Räume, in denen die Tänzerin Dolores del Fonxa wohnte, waren festlich er­leuchtet. Musik unö Lachen tönte durch die geösf-

Stück. Es verblieb selbst bei Preisnachlässen von 5 bis 7 Mark nicht unerheblicher Ueberstand.

Im einzelnen notierten pro Zentner Lebend­gewicht in Mark: Ochsen Al 29 bis 32, A2 25 bis 28, Bl 20 bis 24; Dullen: A 25 bis 28, B 20

bis 24; Kühe: A 23 bis 26, B 19 bis 22, C 14

bis 18; Färsen: A 29 bis 32, B 25 bis 28, C 20

bis 24. Kälber: B 40 bis 43, C 35 bis 39, D 29

bis 34. Schafe: Al 22 bis 26, B 16 bis 21. Schweine: B 39 bis 42, C 40 bis 43, D 38 bis 42, E 33 bis 40, F und G nicht notiert.

*

Die Indexziffer Der Großhan­delspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 6. Januar berechnete Grohhandelsindex- ziffer ist mit 101,4 gegenüber der Vorwoche um 1,5 v. H. zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 93,0 (minus 0,5 v. H.), Kolonialwaren 90,0 (minus 0,2 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 93,0 (mi­nus 3,0 v. H.) und industrielle Fertigwaren 128,2 (minus 0,8 v. H.).

* IG.-Farbenindustrie im 4. Quartal 19 31. lieber die Geschäftslage im letzten Viertel­jahr 1931 teilt die Verwaltung der JG.-Farbenindu- strie folgendes mit: Seit dem letzten Aufsichtsrats- bericht vom 21. November ist die Geschäftslage der einzelnen Zweige der JG.-Farbeninduftrie unver­ändert geblieben, bis auf die durch die Währungs­verhältnisse vieler Länder sich ergebenden Schwierig­keiten und die deutsche Notverordnung vom 8. De­zember 1931. Ihre gesamten Auswirkungen seien noch nicht völlig zu übersehen, wenn die Gesellschaft auch darauf hinarbeite, sich den veränderten Ver­hältnissen anzupassen.

Berlin: schwächere Tendenz.

Berlin, 11.Ian. (WTB. Funkspruch.) Den Er­wartungen des Vormittags entsprechend, setzte der heutige Effektenfreiverkehr in schwächerer Ten­denz ein. Abgesehen von dem schwächeren Verlauf der Neuyorker Samstagbörse sind es besonders die innen - und außenpolitischen Kompli­kationen, die einen Einfluß auf die Tendenz ge­wannen. Die Haltung der Rechtsparteien in der Hindenburg-Frage hat über Sonntag eher noch eine Zuspitzung erfahren, vor allem war aber das Aus­land durch die Erklärung Brünings zur Reparations­konferenz überrascht worden und hatte mit entspre­chenden Kommentaren geantwortet. Sicherlich war es dringende Notwendigkeit, daß endlich einmal deut­lich ausgesprochen wurde, welchen Standpunkt die deutsche Regierung einnimmt und wie sie die Zah­lungsfähigkeit Deutschlands beurteilt. Bestimmt ist es gut, daß man das Ausland nicht erst darüber im Zweifel läßt, daß Deutschland sich in Lausanne auf Kompromißlösungen nicht einlassen kann. Sicher ist aber auch, daß es bei den kommen­den Reparationsoerhandlungen nunmehr hart auf hart gehen wird, daß aber die vorherige Bereinigung der Situation per Saldo nur vorteilhaft fein kann.

Neben diesen politischen Momenten lagen auch noch zwei ungünstige Nachrichten über die beiden führenden deutschen Jndustriegesellschaften .IG.- Farben und Siemens vor. Anscheinend will die Farbenoerwaltung ihre Aktionäre langsam auf die Währungsoerluste bzw. auf eine dringend not­wendige Dividenden'ürzung vorbereiten, bei Sie­mens handelt es sich dagegen um einen zugegebenen Mißerfolg der Klangfilm-G. m. b. H. im Prozeß gegen Lorenz. So bestand schon zu Beginn über­wiegend Abgabeneigung, und man hörte zu­nächst nur Briefkurse. Erst etwa 2 Prozent unter Samstagniveau bekamen die Kurse wieder einigen Halt. Am Bankenmarkt war besonders Danat-Bank auf die anscheinend wieder gefährdeten Fusions- plane mit der Commerz-Bank und Reichsbankan- teile angeboten und 2 bzw. 4 Prozent rückgängig. Am Schiffahrtsmarkte betrugen die Verluste etwa 1 Prozent, Kunstseidewerte verloren 1,5 bis 2 Pro­zent, Farben etwa 3 Prozent, Elektropapiere etwa

neten Fenster, vor denen im abendlichen Früh­lingswind die schweren Spihenvorhänge der Fen­ster sich leicht hin und her bewegten.

Vor dem Gartengitter hielten Autos und Dog­carts in einer langen Reihe, denn die Tänzerin gab einen ihrer berühmten Donnerstag-Abende, bei denen sich die ganze Lebewelt aus der Stadt und Umgebung einzufinden pflegte.

Die Anwohner ringsumher hatten sich schon des öfteren darüber beschwert, wie laut es bei diesen Festen zuging, die sich bis zum Morgengrauen ausdehnten. Und auch jetzt blickten im Vorüber­gehen mißbilligende Augen zu der strahlend er­hellten Fassade empor, hinter der, wie man wußte, Geld, Glück, Ehre und Zukunft so mancher Familie leichtsinnig vertan wurden.

Dolores kannte all die Anfeindungen, all die Stimmen, die Böses über sie in der Stadt raun­ten. Aber für alles hatte sie nur ihr aufreizendes, dunkles Lachen, das die Männer ebenso toll machte, wie ihre» Schönheit ihnen den Sinn verwirrte.

Für Dolores gab es nur das eine: schranken­losen Lebensgenuß! Und das war es auch, was neben ihrer Schönheit ihr die Herzen und Sinne der jungen Männer zuwandte. In dieser Stadt der Arbeit, der bürgerlichen Strenge und der grauen Nüchternheit war sie wie ein bunter Märchcnvogel aus einer fremden Welt, dessen Töne gleich dem Lied der Sirenen alles ver­zauberte, was in seinen Bann geriet.

Dieser war ein ganz besonderer Tag, der erste festliche Abend seit Dolores Rückkehr von der großen Tournee; und der ganze Kreis der glücks­hungrigen und genußsüchtigen jungen Männer hatte sich vollzählig eingefunden.

Alle, die kamen, hatten überdies gehofft, jetzt, wo sich der Hauptkonkurrent Hans Egon Rauen­stein in die Fesseln der Ehe begeben hatte, der Bevorzugte in der Gunst der schönen Tänzerin zu werden. Dennoch hatte man nichts gewußt von den heimlichen Besuchen Hans Egons bei Dolores.

Eine um so bittere Enttäuschung war es, als man nun neben Dolores, die schöner denn je in einem meergrünen Chiffonkleid mit tiefem Rücken- dekollet6 in einer Diwanecke lehnte, Hans Egon auftauchen sah; als jetzt im Nebenzimmer die Jazzband einen aufreizenden neuen Step into­nierte, als sich die Männer um Dolores drängten, war es wiederum Hans Egon, dessen Arm sie nahm, um mit ihm den Tanz zu eröffnen.

Enttäuscht wandten sich die Abgewiesenen den anderen Damen zu.

Bald war der ganze kleine Tanzraum erfüllt von einem Durcheinander der tanzenden Paare, von Lachen und Flüstern, von dem Duft der verschiedenen Parfüms.

Mitten in dies ausgelassene Treiben hinein bcihnte sich der Diener Paolo einen Weg. Mit seinem ausdruckslosen Gesicht stand er vor der

2 bis 3 Prozent, Kaliaktien 1 Prozent, Salzdetfurth sogar 5 und Montane 1 bis 2 Prozent. Relativ gut gehalten waren Dessauer Gas und Charlottenburger Wasser.

In Pfandbriefen war das Geschäft heute nicht sehr groß, es bestand jedoch ebenfalls zu 0,5 bis 1 Prozent niedrigeren Kursen eher Angebot. Reichsbahnvorzüge gaben etwa 2 Prozent nach. Am Anleihemarkt verloren Altbesitz 1 Prozent, Neubesitz war dagegen besser gehalten.

Devtsenmarkl Berlin Frankfurt a. M

Banknoten.

g. Januar

11.3onuor

Amtliche Dotierung

Amtliche

Notierung

Meld

»rief

Geld

Aries

(lelfingfoti .

6,044

6,056

6,014

6,026

Wien. . .

49,95

50,05

49,95

50,05

Prag . . .

12,47

12,49

12,465

12,485

Budapeü. .

62,94

63,06

61,94

62,06

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

168,83

169,17

168,84

169,18

Oslo. . . .

Kopenhagen.

78,17

78,33

77,62

77,78

79,07

79,23

78,37

78,53

Stockholm .

79,97

80,13

14,37

79,42

79,58

London. . . Buenos Aires

14,33

14,22

14,26

1,038

1,042

1,028

1,032

Neunort . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüssel. . .

58,44

58,56

58,39

58,51

Italien. . .

21,33

21,37

21,31

21,35

Paris . . .

16,49

81,87

16,53

16,49

16,53

Schweiz . .

82,03

81,92

82,08

Spanien . .

35,66

35,74

35,66

35,74

Danzig. . .

81,87

82,03

81,87

82,03

Japan . . . Rio de Ian..

1,499

1,501

1,499

1,501

0,249

0,251 7,447

0,249

0,251

Jugoslawien.

7,433

13,04

7,433

7,447

Lisjahon . .

13,06

12,94

12,96

Berlin, g.ganuar

Geld

Aries

Amerikanische Noten.......

4,20

4,22

Belgische Noten..... . . .

58,28

58,52

Dänische Noten .......

78,89

79,21

Englische Noten .........

14,29

14,35

Französische Noten........

16,45

16,51

Holländische Note»........

168,46

169,14

Italienische Noten...... .

21,26

21,34

Norwegische Noten........

77,99

78,21

Deutsch-Oesterreich, 100 Schwing

Rumänische Noten........

2,48

2,50

Schwedische Noten........

79,79

80,11

Schweizer Noten.........

81,69

82,01

Spanische Noten. ........

35,53

35,67

Ungarische Noten .......

Reichsbankdiskont 7 v. h., Lombardzinssutz 8 o. h.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a.M., 11.Ian. Die Stimmung am Frankfurter Getreidemarkt ist w e i t e r b e f e ft i g t. Als Hauptmotiv betrachtet man das knappe Angebot und die schwache Versorgung des Konsums sowie der Mühlen, die bei dem geringen Angebot etwas bessere Nachfrage zeigen. Die Umsatztätigkeit war in Weizen, Roggenmehl und Kleie etwas lebhaftem im übrigen aber ruhig. Die Preise für Weizen und Roggen zogen um je 2,50 Mark, für Gerste um 5 Mark per Tonne an, während Hafer weiter vernachlässigt, aber un­verändert blieb. Auch die Mehlpreise konnten sich zum Teil um 10 bis 25 Pf. erhöhen. Futtermittel zeigten Besserungen bis zu 0,50 Mark. Es wurden notiert: Weizen 233,50 bis 235 Mark, Roggen 220, Sommergerste für Brauzwecke 180, Hafer (inländi­scher) 147,50 bis 155, Weizenmehl (süddeutsches, Spe­zial 0, mit Austauschweizen) 35,10 big 36, Sonder- mahlung 33,35 bis 34,25, Weizenmehl (niedrrheini- sches, mit Austauschweizen) 35,10 bis 35,75, Son­dermahlung 33,35 bis 34, Roggenmehl 30,25 bis 31,50, Weizenkleie 8,35, Roggenkleie 9,25, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 30 bis 38, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 27 bis 56, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 5 bis 5,25, Wei­zen. und Roggenstroh (drahtgevreßt) 3,75 bis 4, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 3,75 bis 4, Treber (getrocknet) 12 bis 12,25, Jndustriekartoffeln hiesiger Gegend per 50 kg 2,70 Mark, Frachtparität Frankfurt a. M. bei Waggonbezug. Tendenz be­festigt.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Fr a n k f u r t a. M., 11. Jan. Auftrieb: 1530 Rin- der (367 Ochsen. 135 Bullen, 525 Kühe, 480 Färsen), 653 Kälber, 56 Schafe 5748 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausge­mästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 30 bis 33 Mark, (ältere) 26 bis 29, sonstige vollfleischige 22 bis

Tänzerin, die sich, erschöpft von dem wilden Rhythmus des Tanzes, weit in Hans Egons Arme zurückgebogen hatte.

Was gibt's?" fragte sie über die Schulter Paolo.

Ein Herr wünscht Madame zu sprechen." Stumm reichte der Diener Dolores eine Karte.

Dolores las einen Namen und sah zu Hans Egon auf. Auch er blickte auf die Schrift und wurde bleich.

Was soll das heißen? Mein Bruder Friedrich hier? Hm diese Stunde?"

Wohin haben Sie den Herrn geführt?" fragte schnell gefaßt Dolores.

In den grünen Salon", antwortete Paolo.

Dolores sagte:Gut, ich komme!" aber Hans Egon schob sie mit einer Bewegung der Angst zurück.

Laß mich gehen, Dolores. Es kann nichts Gutes sein, was meinen Bruder hierherführt."

Dolores zuckte mit den Achseln.

Schön, geh du aber laß mir auch noch etwas von deinem Bruder übrig. Ich habe direkt Lust, dies Wundertier an Charakter und Sittenstrenge einmal kennenzulernen."

Das Gewühl schlug hinter Hans Egon zusam­men, und er ging durch die stilleren Räume, in deren letztem der Bruder auf ihn wartete.

Graf Friedrich stand mitten in einem luxu­riösen Raum. Den Sessel, den Paolo, der Diener, ihm diensteifrig zugeschoben, hatte er mit einer Gebärde des Hochmuts und des Abscheus abge­lehnt. Hochaufgerichtet stand er da; er hatte nicht einmal Hut und Mantel im Vestibül abgelegt, wie es wohl Sitte war, wenn man in das Haus einer Dame kam.

Er stand da, als wollte er mit nichts in diesem Hause in Berührung kommen; aber so sehr er sich auch abschloh gegen alles hier, er konnte es nicht verhindern, daß die von fernher tönenden ein­schmeichelnden Klänge der Musik und der schwere Duft einer Schale mit Tuberosen auf ihn ein­drangen. Eine Atmosphäre war in diesem Hause, die sogar ihn, den Festen, Aufrechten, in Verwir­rung zu bringen drohte. Zum ersten Male kam es ihm in den Sinn, daß Hans Egon vielleicht doch nicht schuldig geworden war nur aus Schlech­tigkeit des Herzens, schuldig geworden vor allem durch Schwäche der Sinne.

Was aber auch der Grund dieser Verirrung sein mochte, er, Friedrich, hatte die Aufgabe, den Verirrten zurückzuleiten auf den Weg der Pflicht, zurück zu der edlen Frau, die er durch seinen Leichtsinn ins Herz getroffen hatte.

Er hörte Schritte, straffte sich. Die Tür wurde geöffnet, erst langsam, wie zögernd, dann mit einem wilden Ruck. Hans Egon stand vor dem Bruder, bleich, mühsam Trotz und Hochmut auf seinem schönen Gesicht festhaltend.

»Was soll dieser Lieberfall?" fragte er heiser.

25; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht­werts 27 bis 31, sonstige vollfleischige oder aus­gemästete 22 bis 26; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 27, sonstige voll­fleischige oder ausgemästete 20 bis 23, fleischige 15 bis 19; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 30 bis 33, vollfleischige 26 bis 29, fleischige 22 bis 25;. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42, mittlere Mast- und Saüg- kälber 34 bis 37, geringe Kälber 28 bis 33. Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 38 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 38 bis 42, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 41, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 33 bis 38 Mark. Marktverlauf: Rinder ruhig, ausverkauft; Kälber schleppend, Schafe mittelmäßig, geräumt, Schweine schleppend, lieber* stand.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. M.. 9. Ian. Obwohl die Zu­fuhren an frischen Eiern nach wie vor sehr ge­ring sind, haben die Preise eine neuerliche Er­mäßigung erfahren, und man rechnet in den näch­sten Wochen mit weiteren Preisreduktionen. Das wenige Angebot fand glatt Unterkunft, aber trotz­dem wird die Absatzlage als schwach bezeichnet, weil die Kaufkraft der breiten Verbraucherschich­ten immer mehr nachläßt. Das Angebot von Kühlhauseiern ist so gering, daß eine Notie­rung von nun an nicht mehr erfolgt. Es no­tierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 9,009,25, Jugoslawen 8,759,00, Ru­mänen 8,509,00, Holländer 8,5011,00, Dänen 8,0011,00, Flandern 9,0010,50.

Erweitertes dezirksschöffengericht Gießen.

* Gießen, 8. Ian. Ein Schornsteinfeger­meister aus Ulrichstein fuhr mit seinem Auto auf der Landstraße in der Nähe des Ortseingangs Bobenhausen die an dieser Stelle abschüssige, enge und unübersichtliche Straße in übermäßigem Tempo hinab und überfuhr dabei ein Kind, das er, wie er in der Verhandlung heute, entgegen früheren Aussagen, versicherte, überhaupt nicht gesehen hatte. Das Kind erlitt einen Schädelbruch, wurde eine Strecke weit geschleift und war als­bald tot. Durch Vernehmung einer Reihe von Zeugen, zweier Auto- und eines medizinischen Sachverständigen, wurde der Sachverhalt fest- gestellt. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Angeklagte, ein Mann in vorgerückten Jahren, noch unbestraft ist, wenn auch nach der Bekundung eines Zeugen anzunehmen ist, daß er zu unvor­sichtigem Fahren neigt. Die Strafe lautete we­gen fahrlässiger Tötung auf zwei Monate Gefängnis.

Ein arbeitsloser Hilfsarbeiter und ein eben­falls arbeitsloser Verkäufer, beide aus Nieder- eschbach, hatten sich mit einem Kohlenhändler aus Frankfurt zusammengetan, um bei einem Dauern Weizen zu stehlen. Zu diesem Zwecke kam der Kohlenhändler mit seinem Lastauto an­gefahren, und man fuhr zusammen nach Nieder- erlenbach an eine einsam stehende Scheuer, wo sich das Getreide befand. Das Scheunentor wurde gewaltsam geöffnet, das Auto eingefahren und mit 29 Sack Weizen im Wert von 500 bis 600 Mark beladen; dann fuhr man nach Frank­furt. wo der Weizen im Kohlenlager verdeckt auf* bewahrt wurde. Dank der Findigkeit der Kri­minalpolizei kam die Sache heraus, bevor der Weizen, der.bereits einem Getreidehändler an­geboten war, weggebracht werden konnte. Die An­geklagten waren geständig, der Kohlenhändler wollte aber von einem Diebstahl nichts gewußt haben; er habe geglaubt, es handle sich um eine Pfändungsgeschichte". Diese Angabe erwies sich als erfunden. Die noch nicht vorbestraften Diebs­genossen erhielten wegen schweren Dieb­stahls Gefängnisstrafen von je sechs Monaten.

Statt einer Antwort entnahm Graf Friedrich seiner Brieftasche ein Briefblatt.

Lies", sagte er und reichte dem Bruder das ordinäre Schreiben.

Hans Egon las seine Hände zitterten, um seinen Mund zuckte es:

Birgit?" fragte er scheu und leise.Hat sie diesen infamen Wisch zu Gesicht bekommen?"

Graf Friedrich sah Hans Egon ernst an:

Wir haben ihr diesen Brief aus der Hand gewunden, als sie ohnmächtig darüber zusammen­gebrochen war."

Hans Egon stöhnte auf, und die Maske des Hochmuts fiel von seinem Gesicht. Schmerz bedeckte seine Züge. Er barg seinen Kopf in den Händen.

Ich fühle es, es ist noch mehr, sage mir alles. Schweigen ist schlimmer als Gewißheit. Was ist mit Birgit?"

Der Bruder antwortete:

Eine Pflegerin wacht bei ihr. Der Arzt konnte uns. allerdings nur teilweise, beruhigen. Der körperliche Zustand wird sich bessern, wenn der seelische eine wohltätige Beschwichtigung erfährt. Wir wollen jetzt nicht rechten über das, was gewesen ist. Mer daß du mit dieser unwürdigen Verbindung hier sofort und auf der Stelle ein Ende machst, das fordere ich von dir. nicht nur für deine Frau, sondern auch für das unschuldige Kind, das ihr"

Graf Friedrich vermochte nicht weiterzusprechen, denn seine Worte wurden unterbrochen von einem qualvollen Stöhnen, das aus Hans Egons Brust drang. Tastend griff er nach dem nächsten Sessel und sank dort zusammen.

Ein Kind Birgit das habe ich nicht ge­wußt", flüsterte er vor sich hin.Was habe ich Birgit angetan! Wie weit habe ich mich er­niedrigt!"

Eine ungewohnte Weichheit kam in Graf Fried­richs Züge, als er jetzt die heftige Reue des Zu­sammengebrochenen erkannte.

Mach' gut, was du gefehlt hast", sagte er. Unfruchtbare Selbstanklagen ziemen dem Manne nicht. Hier heißt es handeln, sich zusammenraffen und von neuem um Birgits Herz werben. Viel­leicht dient dir dieses Unglück zur Warnung. Der Weg zu Birgit wird schwer sein, sie liebte dich zu sehr, um nicht zu tief getroffen zu fein."

Ich fürchte mich, ihr unter die Augen zu treten, sagte Hans Egon. Der Blick, mit dem er nun zu dem älteren Bruder aufschaute, glich plötzlich jenem Blick, den einstmals der Knabe gehabt hatte, wenn er um Rat und Hilfe zu dem Aelteren gekommen war.

Du wirst sie auch vorläufig noch gar nicht sehen", entgegnete Graf Friedrich,der Arzt hat alle aufregenden Gespräche, ja selbst deinen Be­such, int Krankenzimmer streng verboten."

(Fortsetzung folgt.)