Einzelbild herunterladen

Nr. 8 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Montag, N. Zanuar 1932

Auch Griechenland spürt die Krisis

Don unserem o.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Saloniki, Januar 1932.

Die Wirtschaftskrise, die die gesamte Wett erfaßt hat und die bisher dem heutigen Hellas eine Art von zarter Sonoerbehandlung zuteil werden ließ, fordert jetzt auch hier energisch ihre Rechte. Die fest im Sattel sitzende Regierung Benifelos wird durch die dunklen, am blauen Griechenhimmel heraufziehenden Krisenwolken in ihrer Machtstellung gefährdet, das von Deniselos für die Zeit feiner vier­jährigen Parlamentsherrschaft verkündete Pro­gramm scheint im Sturm der Krise Schiffbruch zu erleiden. Deniselos wollte in diesem kurzen Zeit­räume Griechenlandagnoriftes", d. h. unkenntlich machen, es sollte unter ihm eine Epoche des Fort­schritts erleben, eine innere und äußere Verände- rung durchmach:«, in der das aSe, im August 1928 von Deniselos übernommene, von Parteihoder und Diktatorenwirtschaft zerzauste Griechenland in ksiner Weise mehr wiederzuerkennen sein sollte.

Deniselos hat tatsächlich Wunder gewirkt. Er konnte gleichsam alslegaler" Diktator herrschen, denn durch die im Wahlkampf am 19. Au- gust 1928 erfochtene erdrückende Kammermehrheit war er geradezu zum Alleinherrscher aufaerürft. Jeder von der Opposition unternommene Angriff auf die Regierung war von vornherein zum Miß­erfolg verdammt, die fest Hand und die stählerne Energie des alten Kreters, dem niemand ernstlich entoegenzutreten wagte, schufen wirklich ein neues Hellas, erweckten den Eindruck einer gefestigten inneren Lage in Griechenland. Die anrückende Krise jedoch bedroht das Werk des griechischen Staats­mannes sie scheint ihm im letzten Augenblicke um feinen Erfolg prellen zu wollen, die drohende Rot läßt alle äußeren und inneren Erfolge der Regie- rung Deniselos, und mögen sie noch so bedeutend und hervorragend sein, in Nichts versinken.

Um diegriechische Krise" zu verstehen, muß eini­ges vorausaeschickt werden. Die griechische Zah- lungsbilanz war bisher und ist es auch heute noch, sehr passiv, es muß bedeutend mehr Geld an das Ausland obgeführt werden als hereinkommt. Diese auf Gold^lautende Differenz wurde bisher stets durch Anleihen gedeckt, eine Maß­nahme, die den Ernst der Srife verschleierte. Dies«; Art des Ausgleichs der Zahlungsbilanz ist trotz der in Griechenland gehegten Hoffnungen zur Zeit un- möglich. Nur die Fachleute der Finanzkreise sahen das am Himmel sich immer drohender zusammen­türmende Ungewitter, dessen Entladung nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint. Zunächst suchte die griechische Regierung den ersten Sturmzeichen zu begegnen. Sie gründete nach westlichem Muster eine Devisenzentrale, verhängte eine Sperrt über die Ausfuhr von Devisen und traf mit seltener Energie alle Maßnahmen, die zum Schutze der nationalen Währung, der Drachme, notwendig wurden. Die griechische Industrie wurde angespornt, die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse nach Möglichkeit zu steigern, eine ^BereinigungKauft griechische Waren" wurde nach englischem Muster gegründet, und der ganze Handel wurde sozusagen unter staat - liche Kontrolle gestellt. Es steht aber heute schon fest, daß alle diese Maßnahmen auf die Dauer nicht ausreichen werden, um die griechische Zahlungsbilanz auszugleichen-, und wenn keine An- leihen ausgenommen werden können, so wird die harte Notwendigkeit eintreten, die Deckung für die nationale Währung anzugreifen und die Golddeckung der Drachme dadurch nicht nur zu gefährden, son­dern zu zerstören. Deniselos und seine Regierung werden nichts unversucht lassen, damit es nicht bis zu diesem letzten Derzweislungsschritt kommt, und bei seiner bekannten Ausdauer und rücksichtslosen Art, im Interesse des Landes feinen Willen durchzu- setzen, wird es ihm mit feinem klugen Finanzminister Maris wahrscheinlich auch gelingen, das griechische Staatsschiff aus dieser gefährlichen Brandung, in die es im Augenblicke gesegelt ist, herauszubugsieren.

Peter von Preradovic.

Zur bevorstehenden Uraufführung am Gießener Stadttheatcr.

Dos Stadttheater bringt morgen das dreiaktige SchauspielVerstehen wir uns?" von Peter von Preradovic zur alleinigen reichsdeutschen Uraufführung. Die folgen­den, von gut unterrichteter Seite uns zu- gegangenen Mitteilungen über die Persön­lichkeit des hier noch unbekannten Autors dürften allgemein interessieren.

Peter von Preradovic steht im 40. Lebens­jahre und lebt als freier Schriftsteller in Agram (Zagreb, Hauptstadt Kroatiens). Er entstammt väter­licherseits einer alten kroatischen Offiziersfamilie, mütterlicherseits dem österreichisch-ungarischen Be­amtenadel. Don beiden Seiten erhielt er literarisches Erbteil, besonders vom Großvater väterlicherseits, dem 1872 in Wien verstorbenen General gleichen Namens, der als der größte südslawischen Lyriker des 19. Jahrhunderts gilt. Durch die deutsche Mutter und durch die Heranbildung zum Seeoffizier der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine, der er, eben- so wie sein Vater, bis 1918 angehörte, erhielt Peter von Preradovic jun. eine fast völlig deutsche Er- ziehuno, die besonders auch in seiner durchweg deutschsprachigen schriftstellerischen Tätigkeit zum Ausdruck kommt.

Diese Tätigkeit beginnt ziemlich spät, erst im 32. Lebensjahr, und ist vorerst rein lyrisch: mehrere hundert Gedichte sind die Ernte, die gefummelt noch nicht vorliegt, zu einem Teil aber in Blättern und Zeitschriften Oesterreichs und Süddeutschlands und besonders in der einzigen deutschen Agrarner Tages- zeitung, demMoraenblatt", veröffentlicht wurde. Dieses Blatt, dem Preradovic einige Jahre leitend Vorstand und dem er auch heute noch als Theater- kritiker angehört, veröffentlichte auch eine große Anzahl von Glossen und kurzen Essays aus seiner Feder, von denen eine Auswahl später als Buch erschienen ist.

Der erste dramatische Versuch fällt in das Jahr 1929; fein Ergebnis sind der EinakterDer Mann im Schrank" und der ZweiakterDie Pflicht der ersten Nacht", deren kroatische Bearbeitung unter dem gemeinsamen TitelKomödien um die Ehe" im Juni 1930 am Agramer Nationattheater zur Auf- führung kam und später von zwei weiteren jugo- flawischen Bühnen übernommen wurde.

Diesen seinen dramatischen Erstlingen den Weg in die weitere Welt zu bahnen, hat der Autor erst gar nicht versucht. Hingegen hat schon sein nächstes

Diese mißliche Lage der Regierung hat die Opposition gestärkt und sie beginnt sich zu rühren. Zwischen Parteien, die sich erzfeindlich" aegenüberftanben, ist es durch diese Krise zu einer Verständigung gekommen. Die Monarchisten verbün­deten sich mtt den ausgesprochensten und fanatisch­sten Republikanern unter dem MottoGetrennt mar­kieren, vereint schlagen!" Die Vormachtstellung der Regierung Deniselos wird untergraben, und zum erstenmal in der langen Zett der Macht Deniselos' isteinegewlsseUnsicherheitin seinen Ent- schlüssen festzustellen. Besonders in der Frage der Wahlen zeigte sich diese in auffallender Weise. Der Finanzminister, der bei allemoffiziellen Opti­mismus" doch eine trübere wirtschaftliche Zukunft vorausahnt, legte Herrn Deniselos nahe, schon jetzt, möglichst im Januar, das Volk zu einer Willensäußerung zu veranlassen, da bis zum Sep­tember 1932, dem Termin, an dem die Tagungs­periode der jetzigen Kammer ihr gesetzliches Ende findet, sich die Sage dermaßen verschlechtert haben könnte, daß überhaupt nicht mehr mit einem Sieg Deniselos' zu rechnen sei. Naturgemäß würde die breite Masse des Volkes dann in Beniselos den Ur­heber der verschlechterten allgemeinen Lage erblicken, während er heute noch von den meisten Griechen als der einzige Mann angesehen wird, der die Gold- bafis der Drachme und damit auch Griechenland vor der drohenden Katastrophe retten kann. Zwar er­klärt Deniselos im Augenblick, für die Durchhattung einesDierjahresplans" einzutreten, aber, wie ge­egt, scheint er auch in dieser Frage noch heute un- chlüssig zu fein und Wahlen in Griechenland zu einem früheren Zeitpunkte als September 1932 sind deshalb nicht ausgeschlosien.

Dagegen gelangten b i e Oppofitionsfüh- r c r Ifalbaris, Papanastafsiu unb Kaphanbaris trotz ihrer großen Gegensätze zu einer Einigung in ben wirtschaftlichen Fragen, ja, Pa- ponastassiu, ber eingefleischte Republikaner, erklärte sogar ein von bem Banksachmann ber Monarchisten ausgestellten Finanzprojekt als viel zu schwach, ob­gleich es von ber Regierung als zu weitgehenb unb unburchsührbar schroff abgelehnt worden war. Die Losung der finanziellen Fragen hat mit den Partei­prinzipien nichts zu tun und die augenblickliche Der- ftdnöigung der sich sonst lebhaft bekämpfenden Par­teien, von denen einige sogar früher ber Regierung Deniselos sehr nahe ftanben, ist nur durch die Wirt­schaftskrise möglich geworden. Jedenfalls bringt das Jahr 1932 auch für Griechenland schwere Zei­ten, zum erstenmal wird auch hier die Arbeits­losigkeit zum Problem und zwingt die Regie­rung, die eine Arbeitslosenunterstützung kategorisch ablchnt, sich mit dieser Frage doch zu beschäftigen. Die innere Ruhe in Griechenland ist aller Voraus­sicht nach für die nächsten Monate gesichert, zum mindesten bis zum März, dem Zeitpunkte, an dem die Entscheidungen über die Zukunft Europas zu erwarten sind unb die auch Griechenlands Zukunft mitbeftimmen werden.

Der tapfere Kampf des kleinen Landes um feine Landeswährung ist aller Anerkennung wert und trotz aller düsteren Aussichten kann man nur hoffen, daß es dem einsichtigen und tüchtigen Staatsmanne Deniselos gelingt, über die geradezu phantastisch sich auftürmenden Schwierigkeiten hinwegzukommen und sein Land, das sich unter seiner Führung das Ver­trauen des Auslandes zu erwerben verstand, vor einer in ihren Folgen für Griechenland unausdenk­baren Katastrophe zu bewahren.

SJl.-^pOTt

Spielvereinigung 1900 gegen VfB. Friedberg fällt aus ...

DieErgebnisse" des gestrigen Spielfonnfags.

Die Spielvereinigung 1900 hatte sich für den Sestrigen Sonntag als Gegner die Liga des VfB. riebberg verschrieben. Die Friedbergertra- ten nicht an! Das wäre an sich nichts außer­ordentliches gewesen, wenn dieser Tatsache nicht ein besonderer Umstand zugrunde gelegen hätte. Wie wir hören, wurde nämlich am Sonntagoormittaa von Gießen aus in Friedberatelephonisch angerufen und ber dortigen Mannschaft mitge­teilt, daß es keinen Zweck hätte, wenn die Elf noch Gießen fahre, da das Spiel vom Verband abgesetzt worden sei. Dieser Anruf geschah allerdings nicht von der Spielvereinigung aus, son­dern von unberufener Seite unter der Nen- nung des NamensSpielvereinigung 1900". Die Friedberger waren nun der Meinung, daß es sich um eine ordnungsmäßige Benachrichtigung handelte und traten demzufolge nicht an. Erst als gegen 14 Uhr (Zeit des Spielbeginns) die Mannschaft von Friedberg nicht auf dem Platze an der Liebigshöhe erschien, wurde man stutzig; die Spteloereinigung rief in Friedberg an und erfuhr zur größten Heber- raschung, daß hier ein irgendwie interessierter Un­berufener seine Hand im Spiel hatte und einen im deutschen Fußball sicherlich einzig dastehenden Vor­gang geschaffen hat, um in unfairer und aufs schwerste zu verurteilender Weise die Austragung eines Wettspieles zu verhindern.

Da die Mannschaft Der Friedberger zur Zeit bed Anrufs der 1900er nicht mehr vollzählig beisammen war, andererseits die Reise zu lange gedauert hatte, die Zuschauer aber schon auf dem Platz an der Liebigshöhe des Spieles harr­ten, muhte die Reise der Friedberger unter­bleiben, der Kamvf abgesagt werden und die Spielvereinigung war gezwungen, die bereits bezahlten Eintrittsgelder zurückzugeben. Die Zu­

schauer hielten sich dadurch schadlos, indem sie das Derbandsspiel des VfB. gegen Germania Fulda besuchten, das zu gleicher Zeit ftattfanb.

Der geschädigte Verein hat die Angelegenheit der Kriminalpolizei übergeben. Aus das Ergebnis der Untersuchung darf man ge­spannt sein.

Die 5. Mannschaft von 1900 verlor gegen die 1. des VfB. Krofdorf mit 3:4. Die Lehrmann­schaft errang gegen die 1. Mannschaft von Rieder- Weisel mit 5:3 Toren die Punkte.

Die Liga des V f D. verlor das Derbands­spiel gegen dieGermanen" von Fulda mit 02. Die 2. Mannschaft wurde von der 1. aus Her­mannstein mit 1:4 geschlagen. Der Gegner der 3. Mannschaft (Dieber) blieb aus.

Fußball in Hessen-Hannover.

Ungarn-Lehrspiel in Kassel.

Das Gastspiel ber Ungarn in Kassel hat ben größ­ten Teil ber für ben Sonntag angesetzten Punkte- kärypfe ausfaUen lassen. Die Ungarn zeigten ein rich­tiges Lehrspiel unb schlugen die aus ben Kasseler Vereinen zusammengesetzte Elf mit nicht weniger als 7:0. In ber Sübgruppe würben zwei recht knappe Ergebnisse gemeldet. So konnten bic Mar­burger Germanen nur knapp über Ockershausen mit 2:1 bie Punkte erringen. Der VfB. Gießen mußte sich Germania Fulda mit 0:2 beugen. In der Tabelle der Südgruppe führt nach wie vor Borussia Fulda mit 22:4 Punkten vor Germania Marburg mit 19:7 unb SC. 03 Kassel mit 16:10 Punkten. Auch in der Nordgruppe war nur die Provinz tätig. SC. 05 Göttingen siegte über Einbeck 5:2L unb ber FC. Groß-Almerode konnte gegen ben FC. Grone auf eigenem Oelänbe nur ein mageres 1:1 heraus­holen. In ber Norbgruppe führt Göttingen 05 mit weitem Vorsprung (24:2 Punkten) vor Spielverein Kassel (20:8 P.) unb Sport Kassel mit 19:7 Punkten.

Stück, ber 1930 entftanbene DreiakterV e r st e h e n w i r u n s?", biefen Weg ganz von selbst gesunden. Verstehen wir uns?" wurde bisher nicht nur von mehreren jugoslawischen Bühnen angenommen bi? kroatische Uraufführung am Agramer National- thcater hat im November stattgefunden und einen vollen Erfolg bei Publikum unb Kritik gebracht, sanbern auch vom Wiener Buratheater unb vom Gießener Stabttheater zur gleichzeitigen beutschen Uraufführung erworben. Da sich burch ben Direk­tionswechsel im Burgtheater ber Wiener Auffüh­rungstermin verschoben hat, wirb Gießen bte alleinige deutsche Uraufführung herausbringen.

Nicht minderen Erfolg hatte des Autors neuestes Werk, die im Frühjahr 1931 vollendete politische TragikomödieRevolution", deren Uraufführung^- recht sich Max Reinhardt gesichert hat, und die noch im Laufe dieser Spielzeit, vermutlich Ende Januar, am Wiener Josephstädter Theater herauskommen wird.

Das von ben Vätern ererbte literarische Gut blieb übrigens nicht auf den einen Enkel beschränkt. Die in Wien verheiratete ältere Schwester des Autors hat ihrem Mädchennamen Paula von Prera- dooic durch zahlreiche Veröffentlichungen und be­sonders durch ihren im Vorjahre erschienenen Ge- dichtbandSüdlicher Sommer" eine achtenswerte Stelle in ber beutschen Literatur gesichert.

Der ewige Lockruf der Schatzinseln.

3n unfern Tagen, in denen der Hunger nach Gold so besonders heftig auftritt, sucht man in allen Teilen der Welt nach diesem kostbaren Me­tall, und -es ist daher nicht verwunderlich, daß auch die vergrabenen Schätze in der Phantasie der Menschen eine größere Rolle spielen denn je zu­vor. Das Jahr 1932 wird eine ganze Anzahl solcher Expedittonen erleben, die von Geldmännern in Berlin, London, Paris und Reuyork ausge­rüstet werden. Alle Hilfsmittel der mooernen Technik, wie Taucher-Apparate, hydraulische Maschinen, Flugzeuge usw. werden dabei Derwen- dung finden, ebenso wie die elektrische Wünschel­rute. So bereitet z. B. der berühmte englische Rennfahrer Sir Malcolm Campbell eine Reise nach den Kokos-Jnseln vor, einem Eiland im Stiften Ozean, das einer der besuchtesten Jagdgründe der Echatzjäger ist. Es vergehen kaum ein paar Wochen, ohne daß in diesem einfamen, von dichtem Gestrüpp bedeckten, von Bergen und Felsen zerklüfteten Gebiet ein kühner Abenteurer auftaucht, der trotz des furchtbaren Klimas irgend­wo zu graben anfängt, ohne dabei in den meisten Fäften etwas zu finden. Aber eS ist zweifellos,

daß auf dieser verlassenen tropischen Insel zahl­reiche Seeräuber ihre Schätze versteckt haben; nur wo? Das ist die Frage. Mit der Romantik des Schahsuchens beschäftigt sich eine riesige Lite­ratur, die soeben wieder durch zwei Werke be­reichert worden ist, durch das BuchDie Ro­mantik der begrabenen Schätze" von T. C. Bridges undDublonen" von C. D. Driscoll, die beide in London erschienen sind. Driscoll ist ein beson­ders erfahrener Fachmann auf diesem Gebiet. Er hat viele der berühmten Schahorte gesucht, und wenn er auch niemals etwas gefunden hat, so ist er doch mit den Ergebnissen zufrieden: .Ich bin zwischen den Polen viele Jahre gesegelt, um die Orte zu besuchen, an denen Schätze liegen. Ich fand Dabei, daß diese romanischen Buchten und tropischen Urwälder malerischer und idyllischer sind, als ich jemals geahnt hatte." Aber so selten man auch davon hört, lo werden doch bei diesen Schahjagden auch Reichtümer erbeutet. Da'ür führt Bridges eine ganze Reihe authentischer Bei­spiele an. Als er in Florida weilte, lernte er einen Iren kennen, der damals auf die Schahsuche ausging. Er hörte lange nichts von ihm, aber später fand er ihn in London als reichen Mann, der ein verschwenderisches Leben führte und man erzählte von ihm, daß er einen Schah gefunden habe. Dublonen im Werte von über 200 000 Mk. wurden von einer Taucherin Jean Toftey, die sich mit einer Filmgesellschaft im Hafen von Rassau, der Hauptstadt der Bahama-Jnseln, be­fand, ans Licht gebracht. Sie bemerkte bei Tauch- übungen, die sie für Filmaufnahmen ausführte, auf dem Meeresgründe den Handgriff eines e fer­nen Kastens, und als sie den Inhalt näher unter» suchte, fand sie ihn mit spanischen Goldstücken an» gefüllt. Roch weit mehr Schätze, als bisher ge­borgen wurden, harren der Auffindung. Da ist z. D. auf Haute Island in der Ducht von Fundy in Reu-Schottland ein 100 Meter tiefer und drei Kilometer langer See, in dem ein vielgenannter Seeräuber Kapitän Kidd feine großen Schätze ver­senkt haben'soll. Kürzlich wurde nun eine Mar­mortafel bei dem See gefunden, auf der man eine Karte eingezeichnet fand, die Angaben über die Stelle enthalten soll, an der der Schatz im See liegt, und eine große Dank in Reu-Braunschweig hat das Geld dazu hergegeben, um den See ab­zulassen. Dor kurzem wurde auch berichtet, daß die Regierung von Ecuador Truppen abgesandt habe, um einen großen Schatz zu schützen, der in einer Höhle von dem Rechtsanwalt Julio Torres entdeckt wurde. Es soll der Schatz des letzten 3n» kas sein, den dieser versteckte, bevor et von den spanischen Eroberern zum Tode geführt wurde. Torres hatte nähere Angaben ton einem Mesti-

Punfffämpfe in der Gruppe Main.

Die Gruppe Main, die immer noch mit Punkte­kämpfen beschäftigt ist, brachte am Sonntag vier weitere Spiele unter Dach und Fach Der Meister Eintracht Frankfurt hatte fünf Leute zum Bundes­pokalspiel in Saarbrücken abgegeben, zeigte aber trotzdem gegen die Offenbarer Kickers das bessere Spiel. Die Kickers verteidigten aber ausgezeichnet und hielten ein 0:0. Union Riederrad konnte den Tabellenzweiten, den FSV. Frankfurt, der diesmal ohne besonderen Eifer spielte, mit 4:2 (1:1) schla­gen. Griesheim 02, das immer noch einen feinen Hoffnungsschimmer hat, in der ersten Klaffe blei­ben zu können, schlug mit einer feinen Leistung Heusenstamm 2:0. Hanau stellte sich gegen Bieber in einer ausgezeichneten Form vor und siegte mit 5:0. Damit dürste die Abstiegsgeiahr wahrschein­lich, aber noch nicht endgültig abgewendet sein.

Auszeichnung

der Gießener Rudergesellschast 1877.

Auf dem Bundestag des Bundes west­deutscher Regattaverbände, der am gestrigen Sonntag in Bad Ems ftattfanb, wurde Der Gießener Rudergefellfchaft 1877 als erfolg­reichstem Ruderverein von dem Dorfihenden un­ter herzlichen Worten der Anerkennung für die glänzenden sportlichen Leistungen im vergangenen Iahte die Ehrenplakette des Bundes für die Rennklasse A verliehen.

Caracciola fährt Alfa Romeo.

Da Mercedes-Benz in diesem Jahre infolge der wirtschaftlichen Notlage keine Rennwagen bauen kann, hat ber erfolgreichste Automobilrennfahrer Europas, Rudolf Caracciola-Berlin jetzt einen Ver­trag mit ber italienischen Automobilfabrik Alfa Romeo für bie kommende Saison abgeschlossen.

Kurze Gporinotizen.

In ber Zwischenrunde um den D F B.- Pokal schlug am Sonntag Süddeutschlanb in Saar- brücken Brandenburg vor 25 000 Zuschauern mit nicht weniger als 8:1 (4:1) Treffern, während in Hamburg vor 15 000 Zuschauern der Norden über Südostdeutschland nur Inapp mit 3:2 (2:1) erfolg­reich blieb. Süd- unb Norbbeutschlanb bestreiten also bas (Enbfpiel.

«

Die sübbeutschen Spiele für bic Win­terhilfe brachten in ben meisten Fällen große Zuschauermassen auf bie Beine, so baß ber finan­zielle Erfolg gesichert war. Auch ber sportliche Er­folg für den Süben war gut. In München schlug eine Stabtmannschaft vor 18 000 Zuschauern den MAC. Wien mit 2:1 (2:0), in Nürnberg blieb eine Nürnberg Fürther Kombination vor 35 000 Zu­schauern über Admira Wien 4:3 (2:2) erfolgre ch unb in Mannheim unterlag eine Stabtmannschaft gegen Bubapest vor 8000 Zuschauern nur knapp 2.3.

*

Die beutsche Eishockey-Mannschaft fährt, einem neuen unb letzten Beschluß bes Deut- schen Eislauf-Verbandes zufolge, nun boch nicht zu ben Olympischen Spielen nach Lake Placid.

*

Ein 100 . Kilometer - Mannschafts­fahren für Amateure in Stuttgart wurden von Schuler-Kimmig (Stuttgart) in 2:17,54 Std. vor Giebler-Göttmann (Stuttgart-Franksurt) gewonnen. Alle anderen Paare endeten eine bis 12 Runden zurück.

Die Europameisterschaft im Eis. fdjnellaufcn in Davos wurde erwartungsge- mäß von bem Titelverteibiger Sias Thun berg (Finnlanb) vor seinem Landsmann Blomquist unb bem Wiener Riebl gewonnen.

*

Zwei Hanbball - Stäbtefpiele fanden in Sübdeutfchland zugunsten der Nothilfe statt. Fürth schlug Nürnberg mit 10:8 (2:6) und Darm­

zen erhalten, der wieder feiner Gattin, einer In­dianerin, die Kunde verdankte. Diese ist eine Rachkommin der Inkas, und in ihrer Familie soft sich die Kenntnis vererbt haben. Dieser ewige Lockruf der verborgenen Schätze hat zahl­lose grausige Dramen hervorgerufen. Eine bet furchtbarsten Tragödien war die von dem Schatz des Schiffes .Starry Crown", das in der Ant­arktis mit einer Ladung von Goldbarren verloren war. Zwei schiffbrüchige Seeleute entdeckten das Gold. Der eine wurde wahnsinnig vor Gier, es zu besitzen, und versuchte seinen Gefährten zu er­schießen. Aber dieser tötete ihn selbst. Er war nicht imstande, das schwere Gold auf seiner Rück­kehr mitzunehmen, die ihn durch bie Eiswüsten führte. Rach furchtbaren Entbehrungen rettete cf sich glücklich, aber der Schah liegt noch immer in den kalten Wüsten des Südpolarkreises.

3etffd)riffen.

Dlo Süddeutschen Monatshefte (München) nennen ihr neuestes Heft .Die jungen Mädchen von heute". Seine Mitarbeiterinnen be­leuchten das Thema von allen Seiten mit erschüt­terndem Ernst. Helene Rass zeichnet eindrucksvoll das Leben der jungen Mädchen von einst und heute, das der Dürgerstochter, das des Bauern­mädchens und der Arbeiterin. Dom Berufsleben der weiblichen Jugend berichtet Sektionsrat Dr. Maria Maresch, Wien, und die so wichtige Frage der Beruf sei gnung behandelt in dem AufsatzLieb- lingsberufe" Oberregierungsrat Dr Käthe Gaebel, Berlin. Den politischen und religiösen Bindungen der weiblichen Jugend kommt heute in unserer Zeitenwende besondere Bedeutung zu und Dr. Ger­trud Bäumer kann als eine der berufensten Bear­beiterinnen dieses Themas gelten.Die Flucht vor dem Gefühl", eine der für das Seelenleben des jungen Mädchens von heute kennzeichnenden Er­scheinungen, untersucht Dr. Irmgard Weithase. Die so oft gestellte Frage .Ehe ober Freundschaft" hat man noch kaum je so zusammenfassend gefunden wie hier durch Dr. Else Schilfarth. Das Thema des Heftes wird geschloffen durch eine große Um­frage .Wir jungen Mädchen", in der sich Ver­treterinnen verschiedenster Stände und Berufe äußern.

Hochschulnacb richten.

Amtlich wird die Ernennung bes außerplanmäßi­gen a. o. Professors Dr. Theo Bauer in Mün­chen, zur Zeit in Rostock, zum vrbenttichen Pro­fessor der Assnriologie an ber Universität Bres­lau als Nachfolger von Prof. 2L Ungnad bestätigt.