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Itr.59 Zweites Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)
Sie Kandidaten der Harzburaer Opposliion
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langer GiSdamm das 'Tal abriegelte und einen 16 Kilometer langen See gebildet hotte. Man richtete einen ^leberwachungSdienst ein, da die Gefahr der Ueberschroemmung bestand, aber durch da« Abbröckeln deS Dammes verlief da« Hoch- Wasser ziemlich harmlos.
Seele, Herz, Verstand und Faust sich Bahn bricht, wo es ftidig für ihn ist. .lind wenn die T>eU voll Teuiel wär , ee muh unS doch gelingen!" Da« tR Duesterberg
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Donnerstag, (0. Mär; 1952 ..... ■ . '
14. September find radikal wie feine
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Filmaufnahmen tierischen Welt, Weltteilen hei* turabteilung der jampe zu einem anz neuem Cha-
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Kulturwerk ।
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entflammt, es bemerken Der Skeptische ift fasziniert von der eigenen Begeisterung« ähigkeit deS AednerS, der im Hinblick auf die Satze die sich ihm mit ungewöhnlicher Leichtigke.t formen, ohne Zweifel nicht die geringsten intellektuellen Hemmungen besitzt. Sein Dersammlungeer o!g liegt in dem Linklang zwilchen feiner hochentwickelten ora- torifchen Technik und dem
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Oie größten Talsperren.
Soloeit es auch der Mensch gebracht hat, er kann sich doch in seinen Leistungen nicht mit den Riesenkräften der Ratur vergleichen. DaS zeigt sich u. a. bei den künstlich angelegten Talsperreir, die trotz der riesigen Bauten der letzten Zeit niemals die Gröhe erreichen, die die Ratur in einer Rächt hervorzaubert. Don diesen gröhten Talsperren der Erde plaudert Dr. W. Rickmer Rick- merS in der Frankfurter Wochenschrift »Die Umschau". DaS mächtigste natürliche Staubecken ist derSaraser-See im westlichenTamir, der vor 21 Jahren in der Rächt vom 5. zum 6. Februar 1911 sich bildete, und das Dorschen älssoi an einem der oberen Rebenslüsse des OxuS dabei begrub. Die Bildung des Sees war die Folge eines Bergsturzes. der entweder die Folge oder die Ursache eines Erdbebens war, das zu gleicher Zeit in Russisch-Turkestan auftrat. Erst nach Wochen wurde der Untergang des einsamen Gebirgsdorfes bekannt: seitdem ift die Talsperre genau untersucht worden. Der Damm, der sich bildete, erhebt sich 500 Meter hoch und umfaßt etwa zwei Quadratkilometer: feine Gefteinsmaffe von sechs Milliarden Tonnen könnte den Baustoff liefern, um ganz London oder Reuyork aufzubauen. Der See, der sich hinter diesem Wall ansammelte, ist heute 800 Kilometer lang und stellenweise 400 Meter tief, faßt aber wegen seiner Schmalheit nur 15 Raumkilometer Wasser. In Tirol würde dieser Fclsrutsch Millionentverte an Wasserkraft bereit gestellt haben, aber im Hochgebirge Innerasiens wird man diesen Speicher wohl noch lange nicht auSnutzen. Der größte Erzeuger solcher Ta.sverren ist der InduS, dessen Ueberfchwemmungen immer wieder ungeheuren Schaden anrichten und zahllose Menschen dahtnrafsen D>e zw i größten die- fer Katastrophen von 1841 und 1858 entstanden durch Erdrutsche, die den wasserreichen Oberlauf des InduS stauten. Eo bildete sich durch den Bergsturz von 1841 ein 60 Kilometer langer und 300 Meter tiefer See. Dieser See trat im Mai 1841 über feine Ufer, und die brausenden Wasser- massen stürzten sich über den Damm auf das umliegende Land. Die weniger starken Ueberschwem- raungen deS Indus werden meist durch Sperr- gletscher verursacht, und ein Hauptsünder ist der Gletscher Tschong Kamdun. dessen Zunge au8 einem Tal des Sc e ok F us es hervor ’gt. Die er Gletscher, der inm tten der Z-0 M ter ho en Eisriesen des Himala a liegt, verlängert sich rasch, wenn mehrere schneereiche Winter auseinander folgen. Dor zwei Jahren hat sich dieser Scheiok- Gleischerdamm von neuem gebildet, und eine sofortige Untersuchung ergab, dah em 62 Meter dicker, viele hundert Meter breiter und 30 Meter
Flugzeug München - Innsbruck.
Mon Walter Mahr.
Auf Obertoielenfelb. dem Münchener Flugplatz, liegen noch die Frühnebel- Das vierfitzige Jun- kersflugzeug wird gerade aus der Halle geholt, als wir im Auto dort ankommen — etwas außer Atem und unrasiert — denn eS ist eigenartig, daß man in München fo oft das Wecken überhört Also schnell hinein In die Kabine — wir haben es diesmal gerade noch geschafft. Während ich Betrachtungen darüber anstelle, wie auf demselben Gelände, dem berühmten Exerzierplatz Oberwtesenfeld. auf dem wir feinerzeit bei schmutzigem Rovemberwetler unter dem Kommando eines bayerischen WachtmersterS mit Maschinengewehren exerzierten, einer der modernsten Flughäfen Europa- entstanden ist. beginnt der Motor zu surren und reiht mich auS alten Erinnerungen
Wir starten zur festgesetzten Minute. Die Ma- schme rollt langsam und dann immer schneller über den planierten Boden, man merkt kaum, wie sie sich erhebt, man sieht nur. dah die Erde sich entfernt.
Rach einem grohen Boden lassen wir München weit links liegen, aber Ryrnphenburg ist zum Greifen nahe, man erkennt jeden ein»c'nen Weg im Park, jeden Flügel deS Schlosses Dann tauchen unter uns die kleinen bayerüchen Dörfer auf. verbunden durch unzählige Wege, die fich aus dem falten Grün der Wiefen hell abzeichnen. Es sieht aus wie ein Spinngewebe, in dem sich eine Menge Fliegen gefangen hat
Die Maschine fliegt in 1800 Meter Höhe Das Wetter ist hell hier oben, während über dem morgendlichen Land noch eine Dunstschicht liegt. Wir nehmen Kurs der Isar entlang. Sic sieht sehr sittsam von hier aus. Wan ahnt mchlS von ihren brausenden Wassern und der wilden Romantik ihrer Ufer.
Rechts wird jetzt der Starnberger See sichtbar, vollkommen unter unS auSgebreitet mit allen Städtchen und Dörfern am Rand, mit feinen Einbuchtungen wie auf eine Karte gezeichnet. Man sieht die Färbungen des WasserS und kann daran seine Tiefe erkennen.
Das Isartal haben wir verlassen, wir folgen rechterhand dem Lauf der Loisach. Die Span- nung steigt Jetzt muh das Gebirge kommen, der Höhepunkt der Fahrt- Und bald erscheinen sie auch, die Dorboten der bayerischen Alpen, die bewaldeten Hügel und die grünen Almen.
Die Dörfer werden unten spärlicher. Ich schaue nach dem Höhenmesser. Er zeigt 1900. Der Pilot frühstückt. Ich rechne nach: Die Dorberge
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schen Kornmundobehc rden, die den tüchliten Oft- zier halten wollen, ab Ihm hätte auch in dem Reichsheer deS neuen Staate- eine gute militärische Laufbahn os sengest anden. Aber Duesterberg will nicht. Mit Versailles ist dieser Teil seines Leben- abgeschlossen Er will Abstand von den Dingen bekommen Er will alS Lehrer und Erzieher seines Dofkes das geistige Gut deS Krieges kommenden Generationen vermitteln und friant ben Berus eines Privatdozenten der Geschichte. Alles ist in Trümmer. AuS der Diese heraus. auS dem Geistigen muh neu aufgebaut werden Duester- berg war niemals Soldat im Sinne eines Beruf stechnikerS Er war Dolkslehrer in der gröl en Rekrutenschulstube der allgemeinen Wehrpflicht, soldatischer Führer in einer webrwilligen und wehrverpilichteien Ration Richt das militärische Handwerk, das er wohl liebte und beherrschte, war für ihn das Entscheidende Dav war ihm nur Mittel zum Zweck, deutsche Menschen auf der sittlichen Höhe des Dienstes an Staat und Dolk zu halten und sie durch die Ausbildung an der Waffe zu opferbereiten Trägern der Idee D utsch- land zu formen.
Der Fabrikant und Referveofsizier Seldie war vor dem Kriege auch ein folcher opferbereiter Träger der Idee Deutschland Darum nahm er den Soldatenberuf in der Referve ernst. Im Kriege erkannte er. dah in dem Soldatenstand die Idee der Ration sich am schlackenlosesten verkörpere. Da wurde er vom Bürger-Soldaten zum Soldaten- Bürger. Er kam zu der Gründung des Stahlhelm- bundes und seiner Organisation auS demselben inneren Gefühl. daS den Major Ducfterberg dazu trieb. Privatdozent der Geschichte zu werden: Wiederausbau auS der Tiese deS Geistigen und Erziehung deS einzelnen zur Idee. Sie gehen, Duesterberg und Seldte, nach dem Zusammenbruch beide auf die Weltanschauung als auf daS Primäre aller Politik zurück. Öclbte sah sofort die Organisation und wollte das Dccken schassen, daS die in den zurückkehrenden Frontkämpfern noch vorhandene weltanschauliche Kraft auf angen und sammeln sollte. Duesterberg wollte Seelsorger der Idee fein. Und wenn er auch nicht Privatdozent der Geschichte geworden ift-. fo wurde er dafür leidenschaftliche geistige Triebkraft in der politischen Kampsbewegung des RatidnaliSmuS...
Im Mai 1924 geht Duesterberg mit dem Deutschen Tag in Halle zum Gegenangriff über, ater daS am 1. Januar 1923 von den Kommunisten gesprengte Moltkedenkmal durch einen Aufmarsch von über hunderttausend Angehörigen der vaterländischen Verbände weiht. Damit rückt fein Raine in den Vordergrund der nationalen Bewegung. Don hier biS zum zweiten Dundesführer, der die Derantwortung für die Bundesgefchästs.ührung mit dem ersten Bundesführer teilt, ist nur noch ein Schritt. Dah dieser Schritt überwunden ist in der vorbildlichen Form selbstlosen Dienste- an der Idee, wurde zum Segen und zum Impuls der Stahlhelmbewegung. Duesterberg- junger sieghafter Idealismus bringt nun in bie letzte Zelle der Bewegung in einer Zeit geistiger Verflachung und innerer Widerstandslosigkeit auch der nationalen Bewegung
Sein Freiyeitswille reiht vorwärts. Es ist der Wille nicht nur zu außenpolitischer wehrhafter Freiheit. Duesterberg ist ein rastloser Vorkämpfer der deutschen Wehrfreiheit und sein Kopf denkt in dem Zusammenschluß aller unterdrückten Völker der Erde unter der geistigen Führung Deutschlands als dem letzten Mittel der Ration, die auhenpolitischen Fesseln zu sprengen. Es ist der Wille nicht nur zur innerpolitischen Freiheit der Idee und der Bewegung von dem Druck west- lerischer Demokratie und marxistischen Zwanges. Duesterberg ist ein rücksichtsloser, leidenschaftlicher, innenpolitischer Kämpfer in Wort und Tat. Es ist der Wille auch zur geistigen Freiheit der Seele des deutschen Lhristenmenschen im Ringen mit Gott. Dilesterberg ist gläubiger Protestant lutherischen Kampsgeistes. Er ist der Mann, der geistig nur in reiner deutscher Luft atmen kann, der mit
ben an seine Ideen, Hörer überträgt.
Seit dem Wahltag des
Hitler- Reden ebensowenig _______ ___ ... _
auhenpolitischen Erklärungen an die fremde Presse. Im Leipizger Hochverrat-prozeh hat er bie Legalität beschworen. In ungezählten Artikeln und Reden dielen Eid seither öffentlich wiederholt. Der Konflikt mit StenneS ging im wesentlichen auf diesen Legalität-grui.bsah zurück. Hitler hofft, auf legalem Wege dieMehrheit zu erreichen. Er hofft weiter, bis dahin die Ungeduld der durch Der prechungen berauschten An
hänger zu zügeln und ihre Befriedigung auf ben Tag der legalen Machtergreifung verschieben zu können. .Den Weg zur'Macht . so lagt er. »schreibt unS baS Gesetz vor. WaS wir sodann mit der Macht beginnen werden, da- wird uns unser Gewissen und unsere Erinnerung vorschreiben.' Kein Zweifel, dah die Dlutopfer, bie bie nationalsozialistische Bewegung in Sirahenkämpfen fast täglich bringen muh, sie noch weiter zusammen- fchtveihen. Die Gegner sorgen für ihre Märtyrer. Ucber Macht und Organisation der Propaganda hat Hitler vortreffliche Leitsätze ausgestellt und zur Durchführung gebracht. Das Braune HauS in München und das neuangefaufte Rach- barpalais dienen im wesentlichen der Propaganda und der Heranbildung Hunderter von Unterführern. Die DerfammlungStätigkeit der Partei ist enorm Politische Menschen, die bisher wenig von dem RationalsozialismuS wuhten und fich nach dem 14. September in ihre Presse zu vertiefen begannen,, find erschüttert über daS AuSmah dieser DerfammlungStätigkeit, d.e keines- a ohne Erfolg ist, vor allem, weil sie dem rfniS der Massen nach Belehrung und Führung, nach politischer Aufklärung und Entladung ihrer ElendSinstinkte entspricht.
Theodor Duesterberg.
Don W Eberhard Freiherr von Medem.
Der Verfasser, Ehelredaktcur des »Tag", hat in. der Reihe „Männer und Mächte" iVerlag R. Kittier, Leipzig), eine knappe Biographie der beiden S.ghlhelm-Führer Seldte und Duesterberg erscheinen lassen, der wir im folgenden eine Würdigung des Präsidentschaftskandidaten der Deutsch- nationalen und des Stahlhelm entnehmen. Theodor Duesterberg wurde 1875 in Darmstadt als Sohn eines Oberstabsarztes geboren. Rach dem Besuch des Gymnasiums und der Kadettey- anftalt wurde er 1894 Leutnant, nahm 1900 am Lhinaselbzug teil und wurde nach seiner Rückkehr zur Kriegsakademie, später zum Großen Geneval- stab kommandiert. Von 1908 ab war er Kompaniechef in der lothringischen Grenzgarnison Mör- chingen und 1913 14 zum preußischen Kriegsministerium kommandiert. Den Weltkrieg pachte er als Divisionskommandeur und später beim Stabe der 13. Infanteriedivision mit. Frühjahr 1918 war er Beauftragter des Kriegsministers bei ben Frie- densverhanblungen in Bukarest und im Herbste gleichen Jahres zur Waffenstillstandskommission kommandiert.
Sein Biograph schreibt bann weiter: Als bie deutsche Unterschrift unter dem Versailler Vertrag vollzogen war, reicht Duesterberg feinen Abschied ein. Er lehnt alle Anerbieten bet militäri-
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hier sind 1500 bis 1800 Meter hoch. Unb bann kommen Berge mit 2000 Meter und viel mehr. Der Pilot gibt sich über wenig Mühe, die Maschine höher zu bringen, er frühstückt mit einem Genuh, wie ich nie einen Menschen frühstücken fah. Das freut mich, aber ich bin doch gespannt, wie er das Flugzeug über die Gebirgskette, bie uns von Innsbruck unb dem Inntal trennt, hinüberbringt
Da ist bereit- Walchensee und Kochelfee, tief in den Bergen schimmernd, die jetzt immer höher zu uns emporwachsen. Und richtig — da drüben glitzert der erste Schnee. Die Maschine fliegt jetzt in einer Höhe von 2200 Meter — sie fliegt nicht über die Gebirgswand, sie schlängelt sich den Tälern entlang oben zwischen den Gipfeln der schneebedeckten Berge hindurch. Man sieht jede Schlucht, jede- Tälchen, zum Greifen nahe ist alles von hier oben zu sehen. Vor un- breitet sich das Wettersteingebirge und link- da- Kar- wendel aus. Ein prächtiges Panorama auf die weihen Zacken und Hochplateaus.
Am Kompaß sehe ich, dah wir nicht geraden Kur- nach Süden aus Innsbruck zu haben, wir fliegen im Zickzack dahin. Ganz unten laufen Landstraßen mit und manchmal grübt ein Dörfchen oder Städtchen herauf. Unenttocgt zieht der grobe Vogel feine Bahn durch die Berge. Rur manchmal schwankt er etwas, und es kommt auch vor. dah er einige Meter wie ein Stein absackt Man kann die Sache schon voraussehen, wenn Wälder unten erscheinen, über denen eine besondere Luftschicht liegt, die ein Flugzeug offenbar nicht vertragen kann
Plötzlich — die Zeit vergeht leider zu schnell — sind wir über einem breiten Tal, durch daS sich klein, aber unverkennbar und in mannigfachen Windungen ein Fluh zieht: daS Inntal. Rach dem Gewühl der vielen Berge fieht man nun geordnete Wege den Flub entlang laufen. Dörfer liegen enger beieinander, wir sind durch die Gebirgskette hindurch Bald, sehr bald, fliegen wir strackS auf Innsbruck los, das mit einem Male vor uns liegt. Indem die Maschine sich langsam herabwindet, erkennt man bereits die Anlagen der Stadt, die Strahenzüge die Häufer. Das Gebirge ringsum steigt höher, wir schweben nicht mehr hoch über der Erde. Das Gefühl deS Fliegens hat aufgehört. man glaubt im Auto zu fitzen und nur der Ruck, der die Verbindung mit der Erde bedeutet, besagt, dab man tatsächlich wieder unten ist. Rach einem eleganten Sprung über daS WindrichtungSseuer steht die Maschine auf dem Innsbrucker Flugplatz gerade vor der Flugpolizei. die uns alle, auch die Dame, die sich seit München lehr zu ihrem Rach- teit verändert hat freundlich in Empfang nimmt
Adolf Hitler.
Don Arih Mein.
Der nachfolgende Beitrag ist dem Buche »Aus die Barrikaden'?" Hanseatische Der. lagsanslalt. Hamburg 36) entnommen. De. Verfasser. der als Ehesredakteur der ,DAZ" stet- ein Heranziehen der Ra.io a * sozialistischen Partei zur praktischen Mit- arbeit un Staate befürwortet hat, bemüht sich, ein objektive- Bild von dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung zu entwerfen.
Adolf Hitler au- Braunau am Inn in Ober- Österreich, Kriegsteilnehmer de- Jahres 1914 im 16. Bayrischen Reserve-Regiment. 42 Jahre alt. alS politischer Agitator mächtig geworden. Alleiner Partei von sieben Kopsen entwickelte er eine Massenbewegung, für die am 14. September 1930 auS den verschiedensten Gründen sechs Millionen Wähler ihre Stimme abgaben. Bei jeder Rach- wähl seither steigerte sich seine äußere Macht. Die Füyrerkrise. die persönlichen Rivalitäten, .die unter der Oberfläche schwelen, haben ihr keinen Abbruch getan, und werden es auch, solange die Bewegung aufsteigt, in Zukunft nicht vermögen. Die Partei ist auf den Führergedanke n auf Unterordnung und Treue gestellt. Hitler ist bet einzige Politiker der Rechten, der es verstanden hat, Massen hinter sich zu bringen. Die bürgerlichen Parteien wurden — man kann auch die Sozialdemokratie dazu rechnen — zr^ Hono- rattorenklubs. Der RationalfozialiSmuS ging auf die Straße und schuf sich straff formierte militärische Schuhformationen. Mit feiner Forderung unbedingter Disziplin nahm er politische Grundgedanken deS 20. Jahrhunderts zum Leitmotiv. Seine Ideologie geht auf drei Wurzeln zurück: auf antipazifistischen Rationali-mu-, insbesondere aus dem Elend nationaler Instinktlosigkeit gewachsen, die wir nach dem Zusammenbruch beklagen mußten; auf einen problematischen S o • zia 1 iSmu - , der den Klassenkamps ablehnt, aber doch genötigt ist, Zugeständnisse an die anti- kapitalistische Vulgärpropaganda zu machen. Auf der anderen Seite bemüht sich bie oberste Führung bet Bewegung, Aufklärung über ihre wirtschaftlichen Ziele zu schaffen, unb erklärt sich bereit, bie Mitarbeit erfahrener Wirtschast-kenner ba"bei ju verwerten DaS dritte Grundelement ist der Antisemitismus, während wir die scharfe Kampfstellung gegen die katholische Kirche auf die politische Gegnerschaft gegen das Zentrum zurückführen, keinesfalls auf Kirchen- oder gar Religionsseindlichkeit. Die maßgebenden Führer de- Rationalsozialismus, vor al.em Hitler, Gregor Strasser und Goebbels, find Katholiken.
Hitler a 1S Redner, und da« ist da« erste Geheimnis seines Erfosge«: ein volles, klingende« Organ, hervorragende Technik, außerordentlich gewandte Anpassung an da« theatralische Bedürfnis der Zuhörermassen. DaS Auftreten dauert selten weniger al« zwei Stunden. Ein unerhörter Mut zur Banalität ist für Hitler wie für alle großen Rhetoren kenn^ichnend. Die selbstver- ftändlichsten und unbestreitbarsten Dinge werden breit dargclcgt, in immer wiederholten neuen Wendungen begründet und erklärt. Der Zuhörer glaubt schließlich bie ausgestellte Behauptung schon deswegen, weil er nervöS und ungeduldig hofft, daß 5er Redner endlich zu einer anderen übergehen möge. Auch da« rednerische Pathos entspricht genau dem unterbewußten Wunsch der Zuhörer, die bisher nur mit allzu strenger Sachlichkeit und Schmucklosigkeit angewidert wurden. Hitler vermeidet in der 'Steide, praktische Losungen zu zeigen und Wege au weisen. Bewußt beschränkt er sich auf große älmriffc, freilich ohne daß
Vereine
Verein Rudersport Gießen 1913
undAkad-Ruder- Abteilung e.V. ramslag.l2.Mart. abends 8-30 W nn Bootsbaus
Tagesordnung' isasb* 3 Annahme neuer 4.W?,e c& Zahlreichen W»
Hindenburg oder Hitler?
Der Hindenburg-2u-lchuß für Ober (k ff en und Gießen veranstaltete am Dienstagabend eine Versammlung im ftafv Leib, die sehr stark besucht war. der Saal war nahezu voll besetzt. Da» Tbema de« Abend- lautete »Hindenburg obere HrtlerV
Oer erste Hauptredner, Ministerialrat von Keudell-Äerlin
wandte sich nach einer kurzen Erinnerung an die militärischen Großtaten Hindenburg- einer Betrachtung der Reich-Präsidentschaft bc- Felbmar» schalls während der verflossenen sieben Jahre zu. wobei der Redner hervorhob. daß er al« Sohn eine« Mitarbeiter« Bi-marck- nicht al «Der» t re ter einer Partei oder.einer Interessen- tzengruppe spreche, sondern sich, wie Hindenburg, nur von dem Gemeinvohle de« deutschen Volke» leiten lasse In dieser schweren Rotzeit unsere» Vaterlandes, in der unser Volk trotz unerhörter außenpolitischer Gefahren in sich selbst immer mehr zerrissen werbe, habe bei der Reich-Präsidentenwahl jede Parteipolitik z u schweigen. Wie der Feldmarkchall von Hindenburg, so muffe auch jeder deutsche Volksgenosse bei seinem Handeln immer nur zuerst an da» Vaterland, nicht aber an bie Partei und ihren Egoi-mu- denken. In Deutschland« größter Rotzeit müsse da« deutsche Volk den besten Deutschen zum Reichspräsidenten wählen Dieser Mann sei der Generalfeldmarschall von Hindenburg.
Der Redner tote« bann die Behauptungen, Hindenburgs Sohn sei Sozialdemokrat, die Enkelkinder Hindenburgs besuchten eine Gottlosenschule usw, nachdrücklich al« unwahr zurück. Hieraus kam er auf den Voung - Plan zu sprechen, wobei er hervorhob, daß Hindenburg nach hartem inneren Kampfe für sich ben schwersten Wegac- wählt habe. Er habe bamal« von feinem Amt zurück treten und au« der politischem Drecklinie geben können, er habe e« aber vorgezogen, in selbstverständlicher Pflichterfüllung auf dem Posten zu bleiben und selbst bie Verantwortung für diesen staatSpolitischen Akt zu übernehmen, nach- bem ihm burch einen parteipolitisch betriebenen unb mit parteipolitischen Zielen verbundenen Volksentscheid die Möglichkeit au« der Hand geschlagen worden sei, durch einen von jeglicher Parteipolitik unabhängigen Volksentscheid von sich au« da« Dolk entscheiden zu lassen. Der Beweggrund Hrnden- bürg« für »eine Unterschrift sei gewesen, den deutschen Boden von fremder Besatzung frei zu machen, um dann von diesem Ausgangspunkt her die nationale Befreiungspolitik einzuleiten, auch auf dem Gebiete der Reparationen Das deutsche Rein hinfichtlich der weiteren Reparationszahlungen, da« zuerst von Hindenburg ausgesprochen und vom Reich-kanz- ler Brüning im Einvernehmen mit Hindenburg erneut wieder erklärt wurde, bleibe unverrückbar bestehen. Der Brief Hindenburg« an den amerikanischen Präsidenten Hoover sei von Hindenburg selb st geschrieben worden und beruhe auf Hindenburgs eigenem Entschluß. Präsident Hoover habe selbst zu einem Freunde de« Redner« gesagt, Hindenburg allein habe Deutschland stabilisiert. Mit dem Briefe Hindenburgs an Hoover sei dem Reparation-Wahnsinn der Todesstoß versetzt toordert Auch von anderen hervorragenden Deutschen, die sich im Ausland umhören tonnten, - B. von Dr. Eckener, könne man immer wieder vernehmen, daß Hindenburg überall al« stärkster Faktor
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Zeitschriften.
— Die Zeitschrift D i e Kunst (Verlag F. Druckmann, München) bringt in ihrem März- hest einen Aufsatz über ben Berliner Maler Lesser älry. AIS Landschaftsmaler wird man ihm einen gebührenden Platz einräumen müssen. 3m Kunstgeschehen des Auslandes nimmt in der Folge der großen Londoner Ausstellungen da« französische Kunstschaffen von 1200 bi« 1900 das größte Interesse ein. Bilder von Renoir, Degas, E«zanne, IagueS L. David und Gauguin find im Rahmen der illustrierten Besprechung dieser Ausstellung zu sehen. In dem Heft ist auch die Kunst der Zeichnung stark vertreten. Peter Behren« fchus da« in Außen- und Innenansichten und vielen Einzelheiten gezeigte Hau« einer Dame In zahlreichen anderen Bildern werben Beispiele für bie Gartengestaltung, neue Stahlmöbel, ein Schlaf- unb Kinherzimnier, schließlich Hanbwebereien unb reizvolles rfCue« Kunstgewerbe gezeigt.
- Wilhelm Stapel hat eben im Märzheft bet .Zeitwenbe" (L. H. Deck Verlag München) einen Alarm ruf gegen ben unorganischen Kulturabbau unserer Tage, bet nichts vom Geiste einer wirklichen organischen Reform verspüren läßt, veröffentlicht. — Die Betrachtung bc« hervorragen- ben Theologen Friedrich Gogarten über .Goethe« Frömmigkeit ' zeigt un«, baß die Selbstbewahrung eine« sich selbst genügsamen vollendeten Menschentums, al- dessen unerreichbare- Vorbild die Gestalt Goethes vor un- steht, auch diesem Großen nut möglich war um ben Pt ei« bet Entsagung. bes geflissentlichen Sich-Femhalten- von von den dunklen Machten des menschlichen Dasein«. Der Aufsatz dingt au- in tiefste Ehrfurcht »vor einem, der tief gelitten hat", zugleich aber auch in bie ernste Frage, ob feine Haltung auch noch die unsere sein könne. — Vorzüglich schließt sich diesen beiden Aufsätzen Johannes von Walters Del trag .Luther und Di-marck über da« politische Können" an. Die heute viel erörterten Fragen nach dem Verhältnis von religiöser und politischer Haltung, Christentum unb Politik. K rche und Staat, nach bet Derechtigung .christlicher" ober .evangelisches politischer Parteien — bilden den geistigen Hintergrund diese« Aufsatzes.
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