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Wirtschaft.

Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 4. Mai berechnete Grobhandelsindexziffer ist mit 97,7 gegenüber der Vorwoche um 0,5 v. H. zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrar­stoffe 94,1 (minus 0,3 v. H.), Kolonialwaren 37,3 (minus 0,6 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halb- waren 88,2 (minus 0,9 v. H.) und industrielle Fertigwaren 119,3 (minus 0,2 v. H.). Die Index­ziffer für Produktionsmittel blieb mit 119,4 ge­genüber der Vorwoche unverändert, der Konsum- güter-Inder betrug 119,3 (minus 0,3 v. H). Für den Monatsdurchschnitt April stellt sich die Grobhandelsindexziffer aus 98,4 (minus 1,4 v. H.). Hauptgruppen: Agrarstoffe 94,7 (minus 1,9 v. H ). Kolonialwaren 87,9 (minus 1.6 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,2 (minus 1,3 v. H.) und industrielle Fertigwaren 119,7 (minus 0,8 v. H.). Produktionsmittel 119,5 (minus 0,2 v. H.) und Konsumgüter 119,9 (minus 1,3 v. H.).

Portland-Zementwerke Heidel­berg-Mannheim-Stuttgart, A. - G., Heidelberg. Der Vorstand weist in seinem Jcchresbericht für 1931 auf die schwierige Lage der gesamten deutschen Zement-Industrie hin. Im gesamten Heidelberger Konzern ging der Umsatz für 1931 auf 397 000 Tonnen gegen 572 000 Tonnen im Jahre 1930 zurück. Bei einem Aktienkapital von 30,1 Mill. Mark ergibt sich ein Ertrag von 5,21 Mill, gegen 7,21 Mill. Mark im Vorjahre. Rach Abzug der älnkosten und Ab­schreibungen verbleibt ein Reingewinn von 1,08 (i_ V. 2,07) Mill. Mark, woraus die Verteilung einer Dividende von 4 (7) Prozent auf die Stammaktien und wieder 5 Prozent auf die Vor­zugsaktien vorgeschlagen wird. Auf neue Rech­nung sollen 117 000 Mark vorgetragen werden.

'Iulius Berger Tiefbau AG., Der - l i n. Die GV. der Iulius-Derger-Tiefbau-AG., Berlin, genehmigte den Abschluß für 1931 mit 12 Prozent Dividende. Kommerzienrat Berger sprach sein Bedauern darüber aus, daß man an dem Prinzip der 20prozentigen Dividendenaus­schüttung nicht habe festhalten können. Für das Jahr 1932 könne, selbst wenn sich keine wesent­liche wirtschaftliche Besserung ergebe, eine dem Vorjahr entsprechende Dividende erwartet wer­den.

* 2 5 Iahre Chlorodont. Als in den engen Laboratoriumsräumen der Dresdner Löwen-Apo» theke im Mai 1907 von dem Apotheker Dr. O. H. von Mayenburg die ersten Tuben Chlorodont-Zahn- paste hergestellt wurden, konnte niemand ahnen, welche Entwicklung das junge Unternehmen durch- machen würde. In zäher Arbeit entwickelte sich das Unternehmen schnell. Schon nach zehn Jahren be* stand die erste Fabrik, die trotz Kriegs-, Nachkriegs, und Inflationszeit dauernd vergrößert werden mußte. Um wichtige Bestandteile der Chlorodont- Zahnpaste stets so günstig wie möglich beschaffen zu können, werden die wesentlichsten Rohstoffe in Eige­nen Unternehmen gewonnen, so z. B. das Pfeffer­minzöl und der chemisch gefällte kohlensaure Kalk. Heute sind rund 1000 Arbeiter und Angestellte tätig, um die Räder des großen Betriebes in Gang zu halten. Ueber sechs Millionen Menschen allein in Deutschland verbrauchen täglich Chlorodont-Zahn. paste. Zahlreiche Tochterfabriken und Vertretungen im Ausland sorgen für die Verbreitung der Chloro. dont-Erzeugnisse in der ganzen Welt. Die Chloro- dont-Fabrik ist nicht nur ein wichtiges und wert­volles Glied unserer Volkswirtschaft das größte Unternehmen seiner Art auf dem Kontinent, son­dern ihr Wirken war auch von Bedeutung für die Hebung der Volksgesundheit. Ihrer Aufklärung ist es mit zu verdanken, daß heute weite Kreise der Be­völkerung wissen, welche Bedeutung gesunde und ge- pflegte Zähne für die nachhaltige und billigste Vor­beugung mannigfacher Allgemeinerkrankungen haben.

Berlin freundlich.

Berlin, 9. Mai. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Vormittagsverkehr war man wieder durchaus freundlich, gestimmt, obwohl Reuhork am Samstag eher mit etwas niedrigeren Kursen ge­schlossen hatte, wobei allerdings auch dort der Grundton zuversichtlich war. Man zeigte sich über den Ausfall der französischen Kam­merwahlen überrascht und befrie­digt. da der Linksruck die Aussichten für eine internationale Verständigung günstiger erscheinen läßt. Einen ausgezeichneten Eindruck machte auch die gestrige Rede des Reichskanzlers Dr. Brüning. Man glaubt nicht, daß die heute beginnende kurze Plenarsitzungsperiode des Reichstes dem Kanzler eine Gefahr bringen werde. Entscheidend für die Kursbildung war na­türlich, daß wieder Kauforders des Publikums vorlagen, so daß sich Besserungen bis zu etwa 1 Proz. durchsetzen konnten. Kaliwerte wa­

ren bei verhältnismäßig kleiner Rachfrage, die schon auf Materialmangel stieß, bis zu 5 Proz. gesteigert. Auch Iulius Berger zogen aus den guten Abschluß um 3 Proz. an, Dortmunder Union gewannen sogar 5 Prozent. Für Braunkohlen­werte bestand einige Rachfrage, außerdem waren Charlottenburger Wasser, KunstseiLeak.ien, Lino- lcumwerte und Dank für Drauindustrie etwa 2 Prozent fester. Rur vereinzelt waren Verluste bis zu 1 Proz. festzustellen. Metallgesellschaft, Stöhr und Eontigummi büßten je 1,5 Proz. ein. Im Verlaufe bröckelten die Kurse ab. Am Farben- markt kam etwas Ware heraus, was vielleicht mit der morgigen Generalversammlung zusammen- hängt. Die Rückgänge betrugen aber nur bis zu etwa 1 bis 1,5 Proz. Rhein. Braunkohlen fielen durch widerstandsfähige Haltung auf, während Rütgerswerke etwas stärker zurückgingen.

Am Anlagemarkt blieb die Tendenz über­wiegend freundlich. Deutsche Anleihen und Goldpfandbriefe gewannen etwa 0,5 Proz., Reichs­bahnvorzugsaktien 1 Proz. und Rcichsschuldbuch- forderungen bis zu 1,5 Proz. Rur Industrie- Obligationen Icg:n c£cr etwas schwächer. Von Aus- länbern waren Bosnier leicht nachgebend.

Am Geldmarkt machte sich eine kleine Er­leichterung bemerkbar. Tagcsgcld lag in der un­teren Grenze meist schon bei 5,60 Proz., Monats­geld blieb mit 6 bis 8 Prozent nominell.

$ranffurf zuversichtlich gestimmt.

Frankfurt a. M.. 9. Mai. (WTB. Draht­meldung.) Der entscheidende Ausfall der gest­rigen Kammerwahlen in Frankreich, der einen merklichen Linkskurs zeigt, ließ die erste Börse der neuen Woche in zuversichtlicher Stimmung eröffnen, die noch durch die Rede D r ü n i n g s bei einer poli­tischen Matinee des Verbandes der auswärtigen Presse in Berlin unterstützt wurde. Die unsichere Haltung der Reuyorker Börse blieb demgegenüber fast ohne Einfluß. Vom Publikum lagen zwar kaum Orders vor, doch schritt die Kulisse zu neuen Deckungen, so daß gegenüber den Schlußkursen vom Samstag überwiegend K u r s - erhöhungen eintraten, wenngleich die stark erhöhten Vorbörsenkurse nicht immer erreicht wurden. So lagen beispielsweise IG. mit 98,25 v. H. gegen 99,5 v. H. nur behauptet. Prägnante Kursbefestigungen verzeichneten hingegen Kali­aktien. Man verwies dabei auf den guten Umsatz im vergangenen Monat und ferner auf die nicht ungünstigen Abschluhziffern. Aschersleben standen mit plus 7,25 v. H. und Salzdetfurth mit plus 5,25 v. H. im Vordergründe, während Westeregeln nur 2 v. H. höher lagen. Am Elektromarkt fielen Felten mit einem 3,5prozentigen Gewinn auf. Siemens zogen 0,5 v. H. an, dagegen verloren AEG. fast 1 v. H. Höher eröffneten ferner Reichs­bank (plus 1 v. H.), Deutsche Linoleum (plus 2 v. H.) und Zement Heidelberg (plus 1,5 v. H.), Montanaktien wiesen Besserungen bis zu 1 v. H. auf, Stahlverein lagen nur knapp gehalten. Rach den ersten Kursen drückte stärkeres Angebot leicht auf die Stimmung. IG. büßten etwa 1,5 v. H. ein, lagen jedoch später auf Käufe der Groß­banken wieder etwas beruhigt.

Deutsche Anleihen blieben nur knapp ge­halten. Reichsbahnvorzugsaktien konnten dagegen erneut bis zu 1 v. H. anziehen. Gold- und Liqui­dationspfandbriefe lagen bei kleinem Geschäft eher etwas freundlicher.

Im Verlaufe gingen die Kurse bei geringem Umsatz um 0,5 bis 1 v. H. zurück. Die Spekulation bekundete in Anbetracht des heutigen Reichstags­beginns starke Zurückhaltung. Tagesgeld 4.5 v. H.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 9. Mai. Zum Wochenbeginn war die Stimmung an der Frankfurter Getreide­börse sehr ruhig. An der Brotgetreidebörse lag der Weizenmarkt still, die Mühlen bekundeten bei den hohen Forderungen Zurückhaltung. Am Mehl­markt ist das Geschäft schleppend, Raufe erfolgen nur für den laufenden Tagesbedarf. Futtcrartikel haben etwas schwächere Tendenz, die Umsatztätigkeit blieb sehr klein. Im allgemeinen waren die letzten Preise gut gehalten, Hafer konnte sich merklich be­festigen.

Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 285; Roggen 225; Sommergerste für Brauzwecke 200; Hafer, inlän- bischer 170 bis 177,50; Weizenmehl, südd. Spezial 0 mit Austauschweizen 40 bis 40,95; Roggenmehl zen. und Roggenstroh, gebündelt 5 bis 5,25; Treber, 10,85; Erbsen, je nach Dualität für Speisezwecke 26 bis 35; Linsen, je nach Dualität für Speisezwecke 24 bis 52; Heu, südd., gut, gesund, trocken 5; Wei­zen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5 bis 5,25; Wei­zen- und Rockenstroh, gebündelt 5 bis 5,25; Treber, getrocknet 12 ; Weizenmehl, Niederrhein., mit Aus­

tauschweizen 40 bis 40,70; Jndustriekartoffeln, hie­siger Gegend, per 50 Kilogramm 3 bis 3,10 Mark bei Waggonbezug. Tendenz fester.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 9. Mai. Auftrieb: 1508 Stück Rinder, davon 339 Ochsen, 162 Bullen, 537 Kühe, 416 Färsen, 1214 Kälber, 29 Schafe und 6114 Schweine. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 32 bis 35, ältere 28 bis 31, sonstige vollfleischige, jüngere 26 bis 27; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht­werts 28 bis 32, sonstige oollfleischige ober ausge­mästete 23 bis 27; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 28, sonstige vollflei­schige oder ausgemästete 23 bis 25, fleischige 15 bis 22; Färsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 32 bis 35, vollfleischige 28 bis 31, fleischige 23 bis 27; Kälber: beste Mast, und Saugkälber 44 bis 48, mittlere Mast- und Saug­kälber 39 bis 43, geringe Kälber 32 bis 38; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgew. 37 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 40, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 40, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 33 bis 38 Mark. Marktverkauf: Rinder ruhig, Kälber und Schafe mittelmäßig, ausverkauft, Schweine mittelmäßig, geräumt.

Städtische Beihilfe für die Marburger Festspiele.

WSR. Marburg, 7. Mai. Die Stadtver- ordneten-Bersammlung beschäftigte sich in ihrer jüngsten Sitzung erneut mit der Frage einer städtischen Zuschußleistung den Marburger Fe st spielen 1 9 32, die kürz­lich von den Stadtverordneten abgelehnt worden war. Rach längerer Aussprache wurde beschlos­sen, die für Verkehrswerbung bewilligten 12 000 Mark dem Leiter der Festspiele, Dr. Dudde zur Veranstaltung von Festspielen zur Verfü­gung zu stellen. Außerdem übernimmt die Stadt im Rahmen des Verkehrsetats die Festspiel­werbung und stellt den benötigten elektrischen Strom für die Theateraufführungen frei zur Ver­fügung. Dr. Budde, der die diesjährigen Fest­spiele in eigene Regie übernommen hat, ver­pflichtet sich vertraglich, daß die Stadt für ein etwaiges Defizit nicht in Anspruch genommen werden kann.

Kirche und Schule.

Kirchenchor-Zubiläurn in Laubach.

ßaubad), 7. Mai. Dieser Tage beging der hiesige Kirchen chor in würdiger Weise die Feier seines 40jährigen Bestehens. Der Festgottesdienst am Vormittag wurde von Chören und Einzeloorträgen umrahmt. Weiterhin fand im gutbesetzten Saale desSolmser Hofes" ein Unterhaltungsabend statt, bei dem nach der Be­grüßung durch den. derzeitigen Dirigenten, Real­lehrer Haas, von den aktiven Vereinsmitglie- dern mehrere Chöre zum Vortrag gebracht wur­den. Die Festansprache hielt der Vorsitzende Pfar- rer Kornmann. Er gab einen Ueberblick auf den Entwicklungsgang des Kirchenchores. Die statt­liche Mitgliedssrzahl beweise seine heutige Stel­lung und sein Können nach außen hin. Er ehrte die noch lebenden Gründer und verdienten lang- jährigen Vereinsmitglieder durch Ueberreichung von Ehrendiplomen. Besondere Ehrung wurde Frl. Marie Herbener, einer Mitbegründerin, zu­teil, die hegte noch aktiv mitwirkt. Mit dem Wunsche, daß dem Kirchenchor eine weitere gedeih­liche Entwicklung beschieden sein möge, schloß der Redner seine Ausführungen. Die Glückwünsche des GesangvereinsHarmonie", dessen Mitglieder den Kirchenchor mit einem Liede beehrten, entbot der Vorsitzende Hrch. S i l ß. Es folgten dann abwech­selnd Chöre, heitere und ernste Schattenspiele, die beifällige Aufnahme sanden. Den Dank der mit Auszeichnungen bedachten Mitglieder sprach der Mitgründer Wilhelm Stotz aus.

Landkreis Gictzen.

! Watzenborn- Steinberg, 7. Mai. Zu einer Wald- und Frühlingsfeier hatten sich die Kinder des hiesigen Kindergottes- d i e n st e s und eine große Anzahl Erwachsener am Himmelfahrtstage im Obersteinberger Wald zusammengefunden. Rach einer Ansprache des Pfarrers führten die Kinder aus dem von ihnen gelesenen Kjndcrblatt zwei schöne Spiele auf. Die flotte Darstellung der Kleinen fand vollen Beifall. Cs folgten noch verschiedene andere Dar­bietungen, Reigen und Spiele, die bestens zur Unterhaltung beitrugen. Mit Gesang fand die Feier ihr Ende, und ein älmzug durch das Dorf beschloß den Tag.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 6. Mai. Gerade vor einem Iahre, am 6. Mai 1931, war es vor dem hiesigen Bahn­hof zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Rationalsozialisten und mehreren Kommunisten gekommen, in deren Verlauf die ersteren geschla­gen wurden. Das Amtsgericht Gießen hatte drei Kommunisten wegen gemeinschaftlicher Körper­verletzung zu je zwei Wochen Gefängnis ver­urteilt. Heute wurde einer der Angeklagten, dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, frei- gesprochen, da sich Zweifel an seiner Täter­schaft ergeben hatten.

Ein auswärtiger Kaufmann war von dem Amtsgericht Alsfeld von der Anklage, Trint- branntwein unter 32 v. H. Alkohol in den Verkehr gebracht zu haben, freigesprochen worden. Die' Berufung der Staatsanwaltschaft war ohne ®r-- folg; das Gericht hielt es für durchaus möglich, daß der belieferte Wirt selbst den Schnaps mit Wasser verdünnt habe.

Ein erheblich vorbestrafter Kellner von Frank­furt a. M. war von dem Amtsgericht Bad-Rau- heim zu drei Wochen Gefängnis verurteilt wor­den, weil er einen Schneidermeister um einen wertvollen Frackanzug betrogen habe. Die heutige Verhandlung mußte zur Vornahme weiterer Er­mittelungen ausgesetzt werden.

Der Chef des Heeresleitung in Gießen.

Heute vormittag stattete der Chef der Heeres­leitung, General der Infanterie Freiherr von Hammer st ein-Equord, dem I. Ball. Inf.« Rgt. 15 in Gießen einen Besuch ab. Das Bataillon hatte im Hofe der Neuen Kaserne im offenen Vier­eck Aufstellung genommen. Kurz nach 10 Uhr traf General von Hammer st ein im Auto auf dem Kasernenhof ein und wurde von dem Bataillons­kommandeur Oberstleutnant Klepke militärisch be­grüßt. Die Kapelle spielte den Regimentsmarsch. Be­gleitet von Oberstleutnant Klepke schritt der Chef der Heeresleitung sofort die Front des Bataillons ab und hielt im Anschluß daran eine kurze An­sprache, in der er seiner Freude Ausdruck gab, das Gießener Bataillon begrüßen und gleichzeitig fest- ftellen zu können, daß es sich in ausgezeichneter Ver­fassung befinde. Er wies ferner auf den Ernst der Zeit hin, auf die Bedeutung der Reichswehr für unser Vaterland, und auf die Pflichten, die der Soldat dem Vaterland gegenüber zu erfüllen habe. Sodann nahm der Chef der Heeresleitung die Pa­ra d e des B a t a i l l o n s in Zügen ab. Die Mannschaften machten durch ihren ex'akten Vorbei­marsch einen vorzüglichen Eindruck- &enj.J)er hohe Gast nach der Parade dem Offizierskorps gegenüber in einer kurzen Ansprache Ausdruck gab. Nach der Verabschiedung von den Offizieren bestieg General von Hammer st ein in Begleitung des Batail­lonskommandeurs Oberstleutnant Klepke das Dienstauto und verließ die Kaserne. Der Besuch des Generals gestaltete sich über die rein militärische Be­deutung für das Gießener Bataillon hinaus zu einem eindrucksvollen Erlebnis der zahlreichen Zu­schauer au£ der Bürgerschaft.

Letzte Nachrichten.

Oer Rediskontkredit der Reichsbank verlängert.

Basel, 9. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Derwaltungsrat der Bank für internationalen Zahlungsausgleich hat in seiner heutigen Sitzung den Präsidenten des Vcrwaltungsrats ermäch­tigt, den der Deutschen Reichsbank ge­währten, am 4. Iuni 1932 fällig werdenden Kredit in Höhe von 90 Millionen Dollar für einen Zeitraum von 3 Monaten zuerneuern.

Kommerzienrat Or. Kleyer t-

Frankfurt a. M.. 9. Mai. (TU. Draht- Meldung.) Der Gründer der Adler- Werke, vormals Heinrich Kleyer G.-G. in Frankfurt a. M., Dr.-Ing. h. c. Kommerzienrat Heinrich Kleyer, ist heute vormittag im 79. Lebensjahre an den Folgen einer Grippe- erkrankung gestorben. Er war der Begründer des deutschen Fahrradbaues und des Fahrrad­sports und hat das Fahrrad in Deutschland überhaupt eingeführt. Er fand seine Lebensarbeit im Ausbau der Adlerwerke zu dem heutigen Unternehmen. Kommerzienrat Kleyer stand als Generaldirektor bis 1917 den Adlerwerken vor, und hatte von da ab bis zu seinem Tode den Vorsitz im Aufsichtsrat inne.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H.

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7% Deutsche Reichsanleihe 0.1929

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Detgl. ohne AuSlol^Rechte . . .

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4% Oesterretchische Goidrente . .

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6,1

4% Türkische Zollanleihe von 1911

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4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Lerie I

2,25

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4% deSgl. Serie II.......

2.25

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2,25

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4,25

_

4,5

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Ditconto-cSelellschaft. . .

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-

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122

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Kaliwerke Aschersleben ... 10

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

I. ®. Farben-Inbusirie... 12

Beteln, chem. Industrie Frank- surt o. M...........

Scheiveanstalt...... 10

Rütgerswerke........6

Metallgelelllchaft.......5

Philipp Holzmann......8

Zementwerk Heidelberg. ... 7

Tementwerk Karlstadt. .... 7

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Schultheis Patzenhoser ... 16

Aku (Allgemeine Kunstseide) 0

Bemberg....... 0

Zellstoss Waldhos.....12

Zellstosl Alchassenburg ... 6

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Daimler Motoren......0

Deutsche Linoleum.....6

Orenslein & Koppel.....0

Leonhard Tietz.......8

Svensla.........15

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Malnkrastwerke Höchst a. M.. . 6

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Prag . . .

Budapest . .

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Holland . .

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78,88

Kopenhagen.

84,42

84,58

84,67

84,83

Stockholm .

78,92

79,08

79,32

79,48

London. . .

Buenos Aires

15,45

15,49

15,47

15,51

1,018

1,022

4,217

1,018

1,022

Neunori . .

4,209

4.209

4,217

Brülle, . .

59,09

59,21

21,74

59,14

59,26

Italien. . .

21,70

21,71

21,75

Paris . . .

16,61

16,65

16,61

16,65

Schweiz . .

82,22

82,38

82,27

82.43

Spanien . .

33.57

33,63

33.67

33,73

Danzig. . .

82,77

82,93

82,67

82,83

Japan . . .

1,369

1,371

1,359

1.361

Rin de Ian..

0.299

0,301

0,304

0.306

Iugollawi«.

7,423

7,437

7,423

7,437

Liiiaboo . .

14,09

14,11

14,09

14,11

Banfnolen.

Äerlin, 7. Mai

Geld

Srlef

Amerikanische Noieo......

4,20

4.22

Belgische Noten ........

58,93

59.17

Dänische Noten.........

84,23

84.57

Englische Noten ........

15,41

15,47

Französische Noten........

16.57

16,63

Holländische Noten........

170,56

171,24

Italienische Noten...... .

Norwegische Noten........

21,71

78.34

21,79

78,66

Deutsch-Oesterreich, 1 100 Lchwtng

Rumänische Noten.......

2.49

2,51

Schwedische Noten . .......

78,74

79.06

Schweizer Noten...... . .

82.04

82.36

Spanische Noten.........

33.43

11.57

Ungarische Note» . .......