Aus der Provinzialhauptstadt
der Wiedergabe einer Kletterpartie in die Re- gionen deS ewigen Eises fand der ausgezeichnete Kulturfilm seinen glücklichen Abschluß. Dankbar verlieh man das Haus.
Oie nassauischen Bauern fordern Gtron Preissenkung.
L^inb (Lahn). 7. Rov. Die Be- LEauernschaft für Rassau einschließlich des Kreises W^lar beschloß in ihrer Dorstandssitzung, Drrhandlungcn mit den Mainkraftwerten mit dem Ziel einer weiteren Senkung des Strompreises und Wegfalles der Zahlermiete einzuleiten. Sollten die Main- kraftwerke diese Forderungen unerfüllt lassen
ble- Dr-rrksbauernschaft mit anderen Derufsstanden in Verbindung treten, um eventuell einen Licht streik zu organisieren.
Alltag auf unserer Pflanzung
Bericht aus dem ehemaligen deutschen Schutzgebiet.
D i e D o I o m i t e n i m D i l d. Für die De- sncher des Lichtspielhauses Bahnhofstraße bedeute der Kulturfilm „Dolomiten" einen vielseitigen Genuß. 3n ganz ausgezeichneter Photographie die alle Hilfsmittel der modernen Technik in Air-' sprnch genommen zu haben schien, wurde jenes Land, das jetzt zum Teil in italienischen Händen r ^^e wiedergegeben und zwar so, daß all die mannigfachen Stimmungen, die über einer >o^unterschiedlichen Landschaft liegen, völlig erfaßt wurden. Das bedeutete die Hauptstärke dieses Bildstreifens. Die vollendete Schönheit dieses gottgesegneten Landes kam in — so darf man wohl lagen — vollkommener Meise zum Ausdruck. (So- weit Photographie überhaupt die Möglichkeit gibt, landschaftliche Schönheiten zu erfassens Der Film war sehr vielseitig und mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Die Bilder erwiesen sich durchweg als von hoher künstlerischer Qualität. So sah man eine kühne Kletterei an den Valojett-Türmen das romantische Eisacktal. das Grödnertal. die Städte Br.xen, Klausen und Sterhing, die Langkofel- buchte gigantisch auf. vor dem Pordoi- !och sah man den Friedhof der Gefallenen des Meltknegech der sich dem heroischen Landschaftsbild sehr glücklich einfügt. Man sah die Trosburg kam über die Dolomitenstraße zur.Ruine Andre»' sah oae großartigen Drei Zinnen. Im Tilde nahm man Teil am üppigen Obstmarkt und an Winzer» sesten in Bozen und Meran; man lernte die Erd- pyramlden am Schiern kennen und war im Sarn- tal zu Besuch, bei jener Bevölkerung, die sich ihre Sitten und Trachten in unveränderter Form er-
dem Weihnachtsfest Preußen und die Mehrzahl der Lander einem Vorschlag des Reichsarbeits- Ministers zugestimmt haben, der die Interessen der Angestellten mit denen des Einzelhandels in Der- blndung zu bringen sucht. Das generelle Verlangen nach Freigabe von drei Verkaufssonntagen vor dem Weihnachtsfest i st gescheitert. Die maßgebenden Stellen haben sich auf eine Kompromißlösung geeinigt. Der Einzelhandel insbesondere, so wird dem Rachrichtenbüro erklärt, habe großen Wert darauf gelegt, daß ihm jeweils zwei volle Wochen mit Sonn- tagen für das Weihnachtsfest zugestanden werden. Da in diesem Iahr der Heilige Abend auf einen Samstag fällt, genügt die Freigabe des Silbernen und Goldenen Sonntags um die gewünschte Zweiwochenfrist für den Weihnachtsverkauf zu erhalten. Im nächsten Iahr dagegen, wo der Heilige Abend auf den Goldenen Sonntag fällt, ist mit der Freigabe auch des Kupfernen Sonntags für den Weihnachtsverkauf zu rechnen, so daß dann insgesamt drei Sonntage freigegeben und erforderlich werden, wenn man die Zweiwochenfrist erreichen will. Auf die Dauer würden also in einem Zeitraum von sieben Iahren viermal je zwei Sonntage und dreimal je drei Sonntage für den Wechnachtsverkauf freizugeben sein. Die Verkauf sstunden an diesen Sonntagen setzen die Nachgeordneten Behörden fest. Die diesmal nicht zustande gekommene einheitliche Regelung dieser Angelegenheit für das ganze Reich ist für das nächste Iahr zu erwarten, zumal, wie das Rachrichtenbüro des DdZ. meldetz eine allgemeine Reuregelung der Sonntagsruhe geplant ist.
Vorno nzcn.
~ s dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 Ahr unter der Spiel- leitung von Peter Fassott „Sechs Personen suchen einen Autor" von Luigi Pirandello. Ende 22 Ahr. Gewöhnliche Preise. — Morgen im Mittwoch-Abonnement Wiederholung der Operette „Die Toni aus Wien".
halten hat. Man nahm im Geiste an der Weinlese teil und bewunderte bald darauf in den nächsten Bildern trutzige Burgen und kühn auf Felsen gebaute Schlösser. Im Film war man zu Gast in einem Marmorbruch von Lassa, der 1800 Meter hoch liegt. Schloß Tirol und die Churburg tauchten auf und erinnerten an große Vergangenheit. 3m Reigen der Landschaften dursten die Bilder vom Ortler und der Marmolata nicht fehlen. Ge- mal gebaute Autostraßen und kühn über Abgründe geführte Brücken wurden gezeigt: der Gardasee offenbarte im Bilde feine feinen Reize. In einem Wallfahrtsort aus den 5. Iahrhundert fand der Kameramann eine Kuriosität: eine fünffach über- einanbergebaute Kirche. Aus den Bildern von rmr ^H^M^ben und Cavern en am Simona de la Pala, konnte man ahnen, welch ungeheure Leistungen die Soldaten in diesem Gebiete während des Weltkrieges zu vollbringen hatten. Mit
Den nachstchenden, überaus instruktiven Brief einer beuffchen Pslanzersrau aus dem ehemaligen Deutsch-Ost-Afrika entnehmen wir den „Afrika-Ydachvichten".
Wir haben unsere Pflanzung am Morogora-Ve- 3irf, leben schlecht und recht, wie die Verhältnisse es uns erlauben. Alles ist noch Anfang, alles erstes » und die Zeiten frrob schlecht. So ist es über- all. All das Krisenhafte unserer Zeit hat auch den afrikaniichen Busch nicht verschont, so weit er von Menschen bewohnt ist, von Europäern, von Eingeborenen. Auch auf sie fallen die Schatten der Zeit, pat der Europäer kein Geld, so ist auch der Schwarze arm. ’
... ?e""och> mir sind guten Mutes. Wir haben unser täglich Brot, unsere Arbeit. Wir kommen voran. Es geht langsam. Immerhin, wir sind zufrieden und haben keine Sehnsucht nach Europa. Um 5 Uhr beginnt der Tag des Pflanzers mit der Ein- teuung der Arbeiter. Hier bei uns hat die Morgenstunde recht e.gentlich den Mund voll Gold, ^.s ist noch lkuhl die Sonne sammelt erst Kraft für den jbag. Diese Stunden müssen erst ausgenutzt werden. Dann darf man auch getrost mit den Hühnern zu Bett gehen.
Nach dorn Frühstück geht es an die Fütterung der Diere. Das ist die Sache der Hausfrau, die immer lerlieb sein wird. Anders würde sie es hier nicht chaffen. Unser Tierpark ist neuerdings bereichert worden um einen Buscht)ock und eine Schwarzersenantilope. Ein jeder von uns hier draußen auf ben Pflanzungen hat seine eigenen Tiere gesammelt. —
Neben der Küche befindet sich der Vorratsraum der stets der Verwaltung der Hausfrau untersteht. Diese Arbeit kann niemals von einem Schwarzen übernommen werden. Man würde teures Lehrgeld du zahlen haben. Alle Vorräte werden im Großen gekauft. Reis, Mehl, Zucker, Salz, Erdnüsse sackweise, Honig, Del, Petroleum in großen Tons. Die Gemüsekonserven bilden den eisernen Bestand, im übrigen muß der Garten alles liefern.
So n n tag ist Iagbtag für die Männer. Für Ue Hausfrau bedeutet die Jagd einen Fleischvorrat ur drei Tage. Ein Teil wird singeweckt. — „Wir leben einfach und dennoch gut. Das Frühstück besteht mögl chst aus Früchten, Haferflockenbrei mit Milch und Zucker, Eiern, Butter, Brot und Marmelade. Ein paar Bananentrauben hängen un- term Deckenbalken stets für den Verbrauch bereit. Die überreifen Bananen liefern einen ausgezeichneten Essig. Mittags gibt es Suppe, Fleisch, Gemüse, Kompott, dazu Pudding oder Fruchtsalat.
Zwischen vier und fünf Uhr nehmen wir unseren
Kaffee mit Butterbrot oder Kuchen. In der Küche bnbe ich schwarze Hilfe, aber nichts geht ohne ständige eiserne Kontrolle. Besonders das '2lt »mecken ber Speisen darf nicht dem Koch überlassen werden, da -die Geschmäcker sehr verschieden sind.
Nach dem Essen sollst du ruhn. Die Sonne stcht dann im Zenith. Unentbehrlich ist dann der Bombay- Stuhl, den der richtige Pflanzer hier selbst baut. —
Der Hausfrau untersteht natürlich auf allen Pflanzungen auch die Hausapotheke, die den besonderen DerhältMen hier draußen auch besonders Rechnung trägt. Plasmochin, Plasmochin comp., Aspirin, Pyramidon, Patren usw. sind stets in reichlichen Mengen vorhanden; dazu Abführmittel aller Art, Verbandszeug, essigsaure Tonerde und Wund- salben.
Die Wartung des Kleinviehs fällt in den Arbeitsbereich der Frau. Wir haben 40 Enten, 80 Legehühner und 20 bis 40 Schlachthühner. Die Fütterung erfolt stets unter meiner Aufsicht. Garten und Gemüsegarten unterstehen der Frau, dazu auch die Duka, der kleine Laden, in dem die Arbeiter ihre Bedürfnisse eindecken können.
x ..2>ie Seit wird ausgefüllt mit M u s i k, L e k ° rJ?' Korrespondenzen usw. Allerdings, die Beleuchtung läßt bei uns zu wünschen übrig, wenn man europäischen Maßstab anlegen wollte. Eine wundervolle Errungenschaft ist die Benzin- ga s I a m p e, wertvoller aber noch, da für alle Zwecke brauchbar, ist die gute Petroleumlaterne. Sie leuchtet in den Ställen, des Abends im Freien, sie macfjt den „Salon" bewohnbar, wenn das Licht des Tages untergegangen ist.
Wir wohnen in 1000 Meter Höhe, erfreuen uns eines gefunden Klimas und haben Moskitos nur njabrenö der großen Regenzeit, durch zwei Monate hindurch. Eine einzige Malaria in zwei Japren ließ fich schon ertragen. Die Abende sind kühl, ein warmer Mantel in der Morgenfrühe ist nicht zu verachten. Die Männer tragen Khaki, wir «rauen Waschkleider aus Seinen, Baumwolle, Seide, im Busch lange Hosen und Blusenjacken. Die Nachte werden so kühl, daß man gern unter zwei Wolldecken liegt.
Unser ganzes Leben spielt sich auf unserer Pflan- jung ab; feiten, daß wir einmal nach Morogoro kommen. Niemand, der sich hier eingelcbt hat ent- befjrt die Stadt mit ihrer Zivilisation. Wir sind weniger zivilisiert, haben darum aber vielleicht mehr Kultur als — andere.
_ Die Zeiten sind schlecht. Wir spüren es an allen men 2Iber wir sind dennoch zufrieden und hoffen, daß dieses deutsche Afrika wiederganzdeutsch werde mit deutscher Verwaltung.
Gießen, den 8. Rovernber 1932.
Wohne bei dir!
Draußen geht das große Abrüsten — das einzige, das nicht nur auf dem Papier steht — zu Ende. Die Ratur legt in ihrem Freilichttheater die große Pause ein. Die frühen Abende verengen die Lagesspanne. Die weite Welt beschei- det sich wieder auf jene Wände, die früher den ruhenden Pol in den flüchtig gewordenen Läuften darstellten. Die naturverlorenen Söhne halten Heimlehr in das Zuhause. Das braucht kein Signal zur „Familiensimpelei", zum Stubenhocken, kurz zur Einwinterung zu sein. And es wird auch nicht, wenn man dem Wahlspruch „Mein Heim, meine Welt!" den Rahmen gibt, in dem die „traute Häuslichkeit" nicht als „Mottenkiste", sondern als ureigenste Kleinwelt lebt. Richt als Mumienmuseum, nicht als Raritäten- und Antiquitäten- fabinett, sondern als Teil des Ichs ihrer Bewohner.
Die Lust am Gestalten, jedem nach seinem schöpferischen Talent, ist uns allen eingeboren. In je- ' dem Menschen steckt ein Stück Künstler. And nirgends findet sich für diesen Spieltrieb, hinter dem der Drang nach Entfaltung eines Eigenwilligen steht, ein dankbareres Betätigungsfeld als inner- balb der wenn man sie hat! — eigenen vier Wände. Wie das Kunstideal sich mit den Zeiten ändert, Ausdruck und Versinnbildlichung einer Epoche wird, so wird auch das Gesicht der Wohnung das Spiegelbild seines Inhabers sein, wie ihn seine Zeit zu formen vermochte.
Wie lange ist es her, daß jedes Quadratzenti- meterchen Holz ober Wand in dem Zimmer mit allem Möglichen und Anmöglichen bepflastert und behängt war?! Portieren, Palmwedel, ganze Vogelhandmngen und Porzellanbuden vom Iahr- markt: Eckchen, Schränkchen und Erkerchen--
nur nichts, was nach einer eigenen Wohnung aussah, nur nichts, worin sich in der Beschrän. tung em Geselle (Dom Meister zu schweigen) ge- de.gt hatte. Kitsch, Gleichmacherei, Aeberladen- ye.t und tausenderlei tote Richtigkeiten, zwischen Denen man sich nur mit der entsprechenden Vorsicht bewegen konnte.
And so bewohnte man die Räume, aber man tootmte nicht in ihnen. Man war der Sklave ’c.m®£ seiner Plüschbezüge und einer
kunstl chen Alora. Der Hang zu zweckentsprechender Sachlichkeit, ber die Gegenwart kennzeichnet, braucht nicht unbedingt in kalte Kahlheit und seelenlose Starrheit auszuarten. Die Schönheit der natürlichen Holzmaserung zur Geltung gc- alle Schnörkel und Ornamente lächerlich. Ein gutes, wenn auch kleines Bild an der vor.e.lhaftesten Stelle ber richtigen Wand • angebracht, erdrückt den größten Schwaden, selbst wenn er „mit echtem Oel gemalt" ist.
Iedes Ding in der Wohnung muß von der Freude des Be,ihers künden, dessen gestaltender Slnn es >o und nicht anders zu seinem Leben erweckte. Iede Blume soll wie ein weiter Gottes- garten leuchten, den er sich zu seinem Ergötzen herein verpflanzte, jeder Teppich die unsichtbare ^icbrift tragen: Hier wohnt ein Mensch bei l'ch selbst, weil alle Gegenstände durch ihn und f.r mit ihnen lebt. Sie sind Kinder seines Geistes Ne sind stumme aber beredte Schwingungen seiner Seele. Dann wird das Heim zur Welt an und >ur Nch! , , Kig.
Die freien Verkaufssonntage vor Weihnachten.
An unterrichteter Stelle wird dem Rachrichten- buro ues DdZ. erklärt, daß in ber Frage der I für den Verkauf freizugebenden Sonntage vor | ■
DieZagd im November.
Herbstjagd im bunt gefärbten Wald, ber von der Sonne übergoldet erscheint, Hundegeläut und Büchsenknall, Erntezeit im Jagdrevier kennzeichnen die Jagd des Monats, in der die Jägerei das Fest ihres Schutzpatrons St. Hubertus (3. November) feiert
3m Rotwildrevier ist nach beendigter Brunft ber Abschuß guter Hirsche beenbigt, unb nur ans hegerischen Gründen abkömmliche Geweihte werben noch gejagt. Um so wichtiger ist ber plcm- mäfjige Abschuß bes Kahlwilbes, ber wegen ber richtigen Gliederung des Bestandes ebenso erfolgen muß, wie um einen zu starten Bestand einzuschrän- ten. Wie im Rehrevier sollen dabei vor allem geringe Stücke, Schmaltiere und weibliche Kälber ber Kugel verfallen sein.
Pürschgänge unb Ansitz an mafttragenbeft Orten ober an abgeernteten Kartoffeläckern führen im Schwarzwilbreoier mitunter zum Erfolg. Aussicht verspricht aber erst Schneefall, bei bem ein Spüren unb Kreisen möglich ist.
Im Rehreoier ist ber Abschuß von weiblichem Wilb im Gange. Verschiebene Länder, wie z. B. Preußen, haben bie Jagb auf den Bock geschlossen. Dem wahllosen Abschuß, bem Ruin einer Rehjagb, ift damit ein Riegel vorgeschoben. Ebenso ist dort der Abschuß ber männlichen Kitze meist burch bie ir^5lra5^tiffe. verboten (z. B. durch bie für unfere Gegenb in Frage fommenben Regierungs- We Kassel unb Wiesbaben). Der Staat hat ba- mit ben Weg gewiesen, den ber Weibmann in Re- Dieren mit nachhaltiger Nutzung schon längst als richtig erkannt hat: Abschuß mit Auswahl, wobei ,.lf b^ten entbehrlichen Stücke, geringe weib- itdje Kitze, Schmalre' e unb nicht füljrenbe Ricken cor allem wegzunehmen sind. In Hessen hat bas flamte Rehrmlb noch bis Moncttsenbe Schußzeit, nrm ^"schränkungen hat der Staat nicht ShS ’ UmJ° m'd’t,9cr ist es, baß ber wirkliche Weidmann obige Grunbsätze von sich aus auf sein Revier übertragt. Die Böcke werfen ab.
Der November ist ber Monat ber Walbtreiben. Solange noch ber Bauer auf bem gelbe arbeitet, ruckt der H a f e gern vom gelbe in ben Wall). Er ift bas für bie Jaabkasse wichtigste Wild. Gerabe beswegen sollten aber nur wirtschaftlich einwanb- freie Jagbarten auf ihn Anwendung finden Unter diesem Gesichtspunkt ist die Suchjagd auf' Hasen unbedingt zu verwerfen. Sie mag für jemand ber wenig Jagbgelegenheit hat, um bes Jagens willen bie bevorzugte Methobe sein, ihre Nachteile verliert sie damit doch nicht. Der Hase ift ein außerordentlich reoiertrcucs Wild, bas immer mieber zu feiner Sasse zurückkehrt, wenn es bort keine schlechten Erfahrungen macht. Aber wieberholtes Besagen vor allem Anflicken ober Hetzen mit Hunben verträgt er schlecht unb vertauscht solche unangenehme Gegenb gern mit ruhigerer. Wer baher glaubt, seiner Jagb- kasse durch recht oftes Absuchen der Grenzen einen
besonderen Gefallen zu tun, erreicht in der Praxis bas Gegenteil, er grault bie Hasen über bie Grenze. H'NZU kommt noch bie Tatsache, baß bei keiner Jagbart mehr Wilb krank geschossen wirb unb oer- loren geht, wie bei ber Hafensuche, ba hierbei der ^afe meist von hinten beschossen wird, wenn er bas chmmste Ziel bietet, gehst bann auch noch ber wirk- ^e gute Verlorenbringer, bann ist ber Schaben ö~. -Rehr denn je gilt hier ber alte Jägerspruch:
Jager ohne Hunb überhaupt kein Jäger". ;®.er m seinem gelbe so viele Hasen zu schießen hat, baß sich bie Kosten einer Treibjagd lohnen, der chieße nur so und nur einmal im Jahr feine Hasen. UcbcraU gibt es entlegene ober schlechter besetzte Lrfen, bie man von ber Treibjagd doch ausscheiden muß Dort kann immer noch der „Küchenhase" auf Der Suche geschossen werben. Es wäre leicht, aus Revieren unserer Gegenb an Hanb ber Jagbbücher nacyzuweisen, wie sich nach Abkehr von ber Such- jagd zur Treibjagd bie Jahresstrecke verdreifacht bat. Es ift fast verstänblich, wie schwer es hält, mit linolg bie gebankenlos übernommene Stümperei auf bem Gebiete ber Jagbwirtschaft bei bem Durch- |d)nittsjager zu bekämpfen.
Neben bem Hasen wirb ber gasan beim Holz- g^agt. Ausschließlicher Hähneabschuß sollte ielbltverstanbliches Gebot sein, solange unsere Bestände noch so gering finb. Die Schaufenster ber Wildbret- banbler stellen leiber ber Einsicht ber Jäger häufig kein gutes Zeugnis aus.
.Zwar hat bas Rebhuhn noch Sck-'.ßzeit, boch wird es höchstens noch einmal gelegentlich geschossen. Die Zeit planmäßiger Bejagung ist vorüber.
Wenn ber Winter seine Vorboten schickt, stellen sich in größerer Zahl Enten ein, bie bann auf der Suche ober auf bem Strich besagt werden können.
Die W a l d s ch n e p f e, auf bem Zug gen Süden bei uns rasteird, bringt Abwechslung in bie Treib- jagb. Auch der Strich kann zum Abschuß benutzt werden, ebenso wie im Herbst bas Buschieren mit kurz suchendem Hund weidmännisch ist
Die Jagd auf unser 9t a u b m i< b kommt nun in Gang. Der guchsbalg wirb gut, und fein Träger ist auf ber Strecke ber Walbjagb besonders gern gesehen Der Dachs ist feist, und bie Zeit zum Graben da. Auch Iltis und Wiesel lohnen bald den Fang. Wer Raubwild am Luderplatz fangen oder schießen will, benutzt jede Gelegenheit ihn mit Hasengescheibe, Rehaufbruch unb ähnlichem immer mieber zu beföbern.
Wo noch keine Vorkehrungen zur Winterfütterung getroffen würben, wirb es jetzt Zeit. Fasanen und Hühner sind Dafür besonders dankbar Alle Fütterungen werden zweckmäßig wenig, aber mit gutem Futter beschickt, damit das Wild im Falle der Wintersnot nicht planlos umherirrt, sondern weiß, wo sein Tisch bann gedeckt ist.
Hubertus.
Buntes Allerlei
I^s 100 Zentimeter Tiefe und 1 Meter Breite auswirft. Der Pflug wird von drei Traktoren g^ogen und legt am Tage 2 Hektar um; das Wenden erfolgt mit hydraulischer Kraft.
Die sieben Gebote der japanischen Ehefrau.
Vor kurzem ist aus der Feder E. Martinoris in Aralien ein Buch erschienen, das den Titel „Die Zahl der Welttounder" fuhrt und eine Sammlung von nicht weniger als 800 Beispielen der außerordentlichen Bedeutung der Zahl Sieben enthält. Die Beispiele nehmen kein Ende, angefangen bon Den sieben Tagen der Weltschöpfung der Bibel, von den sieben Schleiern der Salome bis herab zu den sieben Geboten, die die japanische Ehefrau unserer Tage ihrem Gatten vorschreibt. Diese sieben Gebote dürsten auch den Beifall man» cher europäischen Ehefrau finden, darum seien sie der Wissenschaft halber hierher gesetzt: 1. Sei ?l^CÄcn®Iän9.Ii^r Nörgler und Spielverderber. 2. Misch dich niemals in die Angelegenheiten Dei- Frau und erfülle ihre Wünsche bisweilen, b. Verzichte von Zeit zu Zeit darauf, deine Frau zu seheri, um ihr Arlaub und Erholung zu gönnen. 4. Versäume es nicht, ihre Schönheit liebenswürdig zu loben, auch wenn sie nicht schön ist. 5. Vergiß ihren Geburtstag niemals und veranstalte an diesem Tage ein Fest ihr zu Ehren. 6. Tadele deine Frau nie mit strengen Worten, auch wenn sie eine Anvorsichtigkeit begangen hat. 7. Vergiß nicht, daß deine Gattin das Recht hat, eine eigene Meinung zu haben, auch wenn sie von der deinen abweicht.
Handgemenge im Herbstsa'on.
Auf dem Pariser „Herbstsalon", der alljährlich stattfindenden großen Gemäldeausstellung, kam es unmittelbar vor der Eröffnung zu einem Zw schenfall, der das Palais bald in ein wogendes Schlachtfeld verwandelte. Ein Maler fand daß ferne Bilder nicht so gut aufgehängt worden se.en, wie es feinem Ruhm gebührte. Er ging zu dem Ausstellungsleiter und fand ihn in einem erregten Wortwechsel mit einer Malerin Die dasselbe von ihren Bildern behauptete Die folgende Diskussion wurde mit beträchtlichem Temperament geführt und artete schließlich in eine solenne Schlägerei aus, an Der sich zum Schatz ungefähr 30 Personen beteiligten. Erst kurz vor Dem Eintreffen Der gelaDenen Gäste :°uute Die herbeigerufene Polizei der Künstler- ichlacht ein Ende machen. Ieht haben sich der Maler und der Ausstellungsleiter zum Duell gefordert, und zwei andere tapfere Kämpfer b'N Rugbyspieler, wollen' sich gleichfalls schlagen...
Wildwest-Reklame.
Die Amerikaner haben sich schon immer auf Reklame berftanben, und die Zeitungen gingen mit gutem Beispiel voran. So gab vor etwa 100 Iah- ren ein Mann an der Grenze von Illinois ein B att heraus, mit dessen Verkauf er nicht recht zufrieden war. Arn die Trapper und Siedler von der völligen Anabhängigkeit seiner Anschauungen und von seiner Tapferkeit zu überzeugen, lieh er eines Dages feine Zeitung nicht erscheinen. Arn anoern Morgen aber war das Blatt wieder da und zeigte auf der ersten Seite die folgende Mit- teilung in fetter Schrift: „Der Herausgeber der Fahne von Illinois bedauert, daß er gestern sich nicht mit der Herausgabe einer Rümmer beschäftigen konnte; er hatte nämlich während des gan- zen Tages vollauf zu tun, um einen Elenden mit
Etpeitsche zu züchtigen, der sich erdreistet n? clIle. ^Inabhangigleit in Zweifel zu ziehen. Rachoern dieses unaufschiebbare Geschäft nun- mehr erledigt ist, wird das Blatt wieder regel- mamg herauskommen!" Diese Mitteilung fand Sf?6en Beifall, und bald konnte er die Auflage beträchtlich erhöhen.
60 betrunkene Schweine.
Tas seltsame Schauspiel von 60 Schweinen, die
7 ^ch^denen Stadien der Betrunkenheit befanden, bot sich dieser Tage Kraftwagenfahrern dar, die durch das Dorf Bozen im Kanton Aar- gau kamen. Die Schweine sollten auf einem Last- frafttt>agcn naä) einem Schlachthaus in Basel ge» Dra^t werden, aber der Wagen schleuderte und INeß gegen eine große Tonne mit jungem Wein, die am Wegraiid stand. Einige der Tiere wurden in bie Tonne hineingeschleudert und erhielten dadurch eine nicht wiederlehrende Gelegenheit, einen ausgiebigen Gratistrunk einzunehmen; andere der Russelträger, denen dieses Glück nicht zuteil wurde, hielten sich schadlos, indem sie mit vollen Zügen aus einem Miniatursee von Wein schlürften, der sich am Wegrand gebildet hatte. Die Kosten dieses „Schweine-Bacchanals" werden auf 2600 Mark geschätzt.
Ein Giesen-Pflug.
Einer der größten Pflüge, die je Verwendung gefunden haben, wird jetzt in Kalifornien zur Fruchtbarmachung eines früher überschwemmten Gcbfetes benutzt. Die Gebiete am Santa Anna- Fluß in Kalifornien waren infolge von Aeber- schwemmungen mit einer 30 bis 60 Zentimeter dicken Sandschicht bedeckt worden. Rachdem nun jede Gefahr beseitigt ist, ist man in Orange» County Daran gegangen, Den früher sehr fruchtbaren Boden, Der jetzt nur StranDgräser trägt toieDer anbaufähig zu machen. Dazu wird ein Pflug verwendet, dessen Schar Furchen von 90


