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Ans der Provinz,albauptstabt

Sieben den 8. Januar 1932.

Oamenhut-Verzweiflung.

Wir Frauen sind bedauemswert^Geschöpse.

Wer haben für den Anfang des neuen IahreS keinen Hut. Wir haben wohi eine Kopsbedeckung. Aber keinen Hut. Die Modeschöpfer der ganzen Weit scheinen auf der Suche zu sein: Aach irgend­einer neuen Form, einer Linie, die wenigstens einen Hut darstellt.

Das Iagerhütchen, halb Hut. halb Kokosnuß, scheint sich nicht bewahrt zu haben. Die Kaiserin Gugenie, die ihn dereinstens der Welt schenkte, konnte sich dieses Hütchen noch leisten: Sie trug es als Krone

Jetzt kommt der Florentiner als erweitertes ISgerhütchen. Das Erkennungszeichen eines Flo­rentiners besteht in feiner Feder. Sie klebt am Hut wie eine Kühlerhaube am Auto. Eie ist schnippisch, gehaltvoll, bunt, herausfordernd. 3e nach der Aase der Trägerin, die sie beschattet.

In Wien ist sie fesch, in Berlin knorke, in London smart, in Aeuyork nennt man sie OK.

Dann soll die Kappe wieder zu Ehren kommen. Die Kappe ist ein kleiner Kartofselfack mit Ohren- schühern.

Eines TageS aber werden die Modeschöpfer einen Hut erfinden, der tatsächlich wie ein Hut auSsieht. Denn all die jekigen Formen scheinen lediglich zu dem Zweck gebaut zu sein, nicht wie ein Hut auSzusehen.

Wenn aber einmal ein richtiger Hut erfunden werden sollte, werden die Frauen auch das Aüh- lich« entgegennehmen und die vielen Vorteile ge- niehen, die ein Hut, ein richtiger Hut. mit sich bringt.

Sie werden dann auch endlich in Gaststätten, Vorzimmern, Finanzämtern und bei Besuchen den Hut abnehmen und an den Haken hängen können.

Für die Kasse deS Mannes bedeutet das eine gewisse Erleichterung.

Er braucht dann nicht mehr, wie bisher, alle Vierteljahr einen neuen Hut zu zahlen.

Denn die Frau kann dann in Gaststätten durch nicht ganz unfreiwilligen Umtausch die ersehnte Abwechslung erzielen.

Auch wenn die Anfangsbuchstaben ihre- Aa- mens im Hutsuttcr eingenäht fein sollten.

Sie mutz aber dann damit rechnen, daß auch sie das Wort manchmal hört, das man zerstreu­ten Herren gelegentlich am Kleiderständer eines LokalS entgegenruft:

,6ie gestatten wohl! Das ist mein Hut!" M. A.

Der Künstler-Kalender des Gießener Anzeigers.

Die Zeichnungen auf unserem Kalenderblatt, das den Beziehern desGietzener Anzeigers" in diesen Tagen zugestellt worden ist, stellen einen Ausschnitt unserer heimatlichen Landschaft dar. Entwurf und Kohlezeichnung der Kalender­gabe für 1932 hat der Wertheimer Künstler Eigurd Lange geschaffen, beschwingt und frohsinnig, wie es seiner Jugend entspricht. Er ist damit eingetreten in die Reihe bester Aamen von Künstlern, die seit 33 Jahren die Entwürfe für den alljährlichen Wandkalender lieferten: es feien aenannt: Bernhard. Cissarh, Shmcke. Hein, Georg,, Hohlwein, Hupp, Iungnickel, Koch, Lange- Dedekam (der Vater Sigurd Langes), Lechter, Mahr, Tiemann, Ubbelohoe, Vogeler, Weitz u. a. Der Verlag hat den Wunsch, daß das Kunstblatt von der Leistungsfähigkeit seines Buchdruckerei- vetricbes zeugen und der Werbung des ..Gietzener Anzeigers" um neue Leser und Anzeigenkunden »n der oberhessischen Heimat dienen soll. Der Beschauer des Kalenders möge auch den Segen parter Arbeit empfinden an dem pflügenden Bauer, Frohsinn schöpfen aus der Darstellung ves jugendlichen WanderpaareS im Krofdorfer «Ivrst und Vertrauen aus dem trutzigen Gleiberg der hinüberschaut über das Gietzener Talbecken zum Schiffenberg, der Sonne entgegen.

Oie Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Es wird darauf hingewiesen, daß der Ar­beitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürger st euer seiner Arbeitnehmer haftet, und im Falle er seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angcfordcrt und nötigen­falls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben wird.

Ferner fei auf die nachstehende Anordnung des Reichsflnanzminifters hingewiesen: -M § 13 Abs. 1 Nr. 1 DB. BSt. 1931 ist der erste Fälligkeitstag für die vom Arbeitslohn ein- Mbehaltende Bürgersteuer der 1 0.1 a n u a r 1 9 3 2. 2ie Steuer ist nach § 15 Abs. 4 bei der nächsten auf den 10. Januar 1932 folgenden Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten. Eine Reihe von gewerblichen Betrieben, insbesondere kurzarbcitende Betriebe, werden in der Zeit vom Montag, 28. De­zember 1931, bis Samstag, 2. Januar 1932, aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschloffen. Einzelne Betriebe, die so verfahren, gewähren ihren Arbeit­nehmern in dieser Zeit Lohnvorschüsse, die bei den nächsten Lohnzahlungen des neuen Jahres abgerech­net werden. Sind die Löhne in diesen Fällen außer­dem noch infolge Kurzarbeit gemindert, so würde es eine große Härte fein, wenn in dieser Zeit außer den Lohnvorschüssen auch noch die Bürgersteuerrate icm Lohn abzuziehen wäre. Unter der Voraus­setzung, daß der Betrieb zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen ist, daß ferner die Arbeitnehmer

Beamtenschaft und Preisabbau.

Der Ortsausschuß Dietzen deS Deut­schen De a m ten-Wir t s ch af t Sbu ndeS hielt am Montag so berichtet man uns im neuen Saal des .Aquarium" unter dem Vorsitz des Oberverwaltungssekretärs Seibel eine Ver­sammlung ab. die von der Beamtenschaft sehr gut besucht war.

Reichsbahn-Oberinspektor D o d i e n. Frankfurt am Main hielt einen Vortrag über »W irt - schaftskrise und Deamtenschaf t". An- schlietzend referierte der Vorsitzende über die ö r t 1 ich e Wirtschaftspolitik, berichtete hier­bei über die Arbeitsgemeinschaften mit den ver­schiedenen Kulturträgern unserer Stadt unö über die zur Hebung der Kaufkraft ausgeübte wirt­schaftspraktische Betätigung. Die Versammlung gestaltete sich schließlich zu einer machtvollen Kundgebung für den Preisabbau, die in der untenstehenden, einstimmig angenommenen Entschließung und der Wahl eines Ausschusses für PreiSsenkungSmaßnahmen ihren Ausdruck fand. Aeben der Wahl eineS Theater- und Koh­lenausschusses wurde eine Ergänzung deS Vor­standes vorgenommen.

Mit einem Hoch auf das Vaterland als Zeichen engster Staatsverbundenheit und der Liebe zu Volk und Vaterland fand die sachlich und würdig verlaufene Versammlung ihren Abschluß.

Oie Entschließung:

.Der Beamtenschaft hat die vierte Aotverord- nung erneut schwere und harte Opfer auferlegt. Sie verkennt nicht die sozialen und wirtschaft­lichen Aöte weitester Dolkskreise. mit denen sie sich aufrichtig und eng verbunden fühlt, und ver­kennt auch nicht die gewaltigen Anstrengungen.

die zur Ueberwindung der Aotzeit von der Volks- gesamtheit gemacht werden müssen. Allen voran at ja die Beamtenschaft ihre Bereitwilligkeit zum Opfern bekannt. Die Beamtenschaft hat aber in einem Jahre vier Gehaltskürzungen stärkster Aus­maße auf sich nehmen müssen. Der letzte starke Zugriff auf daS schon mehrfach geschmälerte Ein­kommen hat eine schwere Erschütterung und ernste Gefährdung der wirtschaftlichen Grundlage der Beamtenschaft zur unausbleiblichen Folge und ist überhaupt untragbar, wenn nicht die versprochene Preissenkung schnell und durchgreifend zur Tat­sache wird. Die Senkung mutz schon bei den Ur- stoffen beginnen und darf nicht Haltmachen vor der Macht der Syndikate und Kartelle. Alle der Preissenkung entgegenstehenden Hindernisse sind diesmal endlich und endgültig zu beseitigen.

Aeben der Senkung der Preise für Lebensrnittel und Bedarfsartikel müssen auch die Tarife für Gas, Wasser und Strom und nicht zuletzt die Schulgelder gesenkt werden.

Durch entschlossenes Herabdrücken der Preise wird der Umsatz gesteigert, die Produktion ge­stärkt und die Arbeitslosigkeit vermindert werden. Die Beamtenschaft wird den amtlichen zuständi­gen Stellen in ihrem Bemühen um Senkung der Preise volle Unterstützung geben und so helfen, den Weg freizumachen für den Aufstieg unseres Vaterlandes.

Die Beamtenschaft ist sich bewußt, an den Fra­gen der Wirtschaftspolitik nicht mhr vorübergchcn zu können. Eine sinn- und planvolle Selbsthilfe ift besonders in der Aotzeit eine unbedingte Aot- wendigkeit und die Grundlage einer gegenseitigen Hilfe und Förderung."

für diese Zeit einen Lohnvorschuß erhalten und daß es sich endlich um kurzarbeitende Arbeitnehmer handelt, können die Arbeitgeber die erste Bürger­steuerrate statt an der ersten, auf den 10. Januar 1932 folgenden Lohnzahlungen erst an der z w e i t e n Lohnzahlung nach dem 10.Januar ein­behalten. In den Fällen, in denen auch noch diese Lohnzahlung durch die Verrechnung des Vorschusses bei den kurzarbeitenden Arbeitnehmern betroffen wird, darf die Einbehaltung sogar auf die dritte dem 10. Januar folgende Lohnzahlung verschoben werden. Eine weitere Verschiebung kommt nicht in Frage: dies gilt im letzteren Falle auch dann, wenn bei dieser Lohnzahlung zwei Bürgersteuerraten auf einmal abzuziehen sind, wie dies in den Gemeinden mit einer Bürgersteuer von mehr als 250 o. H. bei Wochenlohnempfängern der Fall ist.

Für die Frage, ob nach den Verhältnissen vom Fälligkeitstage die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung von der ersten Bürger­steuerrate gegeben sind, kommt es auch bei dieser Regelung nach wie vor nur auf die Verhältnisse des 10. Januar 1932 an.

,Oenen,die fern der Heimat starben..

Einer der zahlreichen Orte, wo während des Weltkrieges in Frankreich weitab von der Kampf­front kriegsgefangene deutsche Soldaten unter­gebracht waren, ist die der Westküste vorgelagerte kleine Insel Delle-Isle-en-Mer. Dort befand sich fast während des ganzen Krieges in der Gemeinde Le Palais ein großes Gefangenenlager in dem hoch über dem kleinen Hafenort gelegenen, von den Wogen des Atlantischen Ozcans umspülten alten Kastell. Leider konnten nach Abschluß der Feindseligkeiten nicht alle, die hier unfreiwilligen Aufenthalt genommen hatten, in die deutsche Heimat zurücklehren. 76 Kameraden schlummern den ewigen Schlaf in dem auf der Höhe neben dem Kastell gelegenen Gemeindefriedhof.

Ein sehnlicher Wunsch der in die Heimat Zurückgekehrtcn war es. die Grabstätten ihrer verstorbenen Kameraden auch in fremder Erde in einen würdigen Zustand zu versetzen. Einige ehemalige Mitgefangene veranstalteten eine Sammlung im Kreise der alten Kameraden und brachten so einen namhaften Teil der für den Ausbau der Ruhestätte notwendigen Mittel zu­sammen. Die Spenden fanden ihre Ergänzung in einem Zuschuh des Reiches und des Dolks- bundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dieser stellte auch durch seine Architekten den Entwurf und die Ausführungszeichnungen zur Verfügung, welche die Billigung der französischen Behörden fanden.

Da die deutschen Toten an verschiedenen Stellen des Friedhofes verstreut beerdigt waren, so entschloh man sich, sie in der Südwestecke des Friedhofes zufarnmenzubetten. (Ausführlicher De- richt mit Bildern ist erschienen im Heft 1/1932 der Zeitschrift ..Kriegsgräberfürsorge", heraus- gegcben vorn Volksbund Deutsche Kriegsgräbcr» füriorge, Berlin W 15.) Die Einfriedigungs­mauern für diese Ecke wurden erneuert und in sie kleine Granitplatten mit den Aamen der Toten eingelassen. Die Grabbeete sind mit einer Kalksteinbordüre eingefaßt und sollen mit La­vendel bepflanzt werden. Im Schnittpunkt der beiden neuen Einfassungsmauern wurde ein Ehrenmal in Form eines Turmes errichtet, der an seinem Kopf die folgende Inschrift trägt:

..Denen, die fern der Heimat starben, errichteten dieses Denkmal die heimgekehrten Kameraden."

Daten für Freitag, 8. Januar.

1081: Kaiser Heinrich V. geboren: 1642: der Physiker und Astronom Galileo Galilei in 2Ir- cctri bei Florenz gestorben: 1867: Wilhelm

Stolze, Begründer eines stenographischen System-, in Berlin gestorben: 1919: der Schriftsteller Peter Altenberg in Wien gestorben.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadt­theater Gießen:Hanneles Himmelfahrt", 20 bis 22 Uhr. Reichskurzschrift.Gesellschaft: 19 Uhr, Pestalozzischule. Nordanlage, Beginn des Anfänger- Lehrgangs in der Einheitskurzschrift. VHC.: 20.30 Uhr, Hopfeld, Hauptversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Reserve hat Ruh". Astoria-Licht- spiele, Seltersweg:Die Himmelhunde",Der De­tektiv aus Liebe" undIn die Falle gelockt".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 20 Uf>r als 13. Vor­stellung im Freitag-Abonnement Wiederholung des Traumspiels: »Hanneles Himmelfahrt" von Gerhart Hauptmann. Ende 22 Uhr. Als Schü- lerfcorfteLung gelangt morgen, Samstag, 15.45 Uljr, das Schauspiel »Wilhelm Tell" von Schiller außer Abonnement zur Ausführung. Ende 18 Uhr. Die nächste Wiederholung der erfolgreichen Sil­vesteraufführung »Lumpacivagabu. dui.", Zau'er- Posse von Aestroy (Spielleitung Karl Hehser) fin­det am Sonntag zu ermäßigten Preisen im Rah­men der sonntägllchen Fremdenvorstellungen um 18.30 Uhr statt. Unter der Spielleitung von Peter F a s s o t t findet am 12. Ianuar die deutsche Uraufführung des Zeitschausp.e/es »Verstehen wir uns?" von Peter Preradovic statt. Die Urauf füh- rung dieses Werkes ist außer der reichsdeutschen zugleich auch die deutschsprachige Uraufführung dieses Schauspieles. Die Tatsache verdient insofern Erwähnung, als Preradovic sich ganz als deut­scher Schriftsteller fühlt. Lediglich jugoslawische Bühnen haben zwei Stücke des Autors (Komödien um die Che" undVerstehen wir uns?") mit star­kem Erfolg in kroatischen Übersetzungen gespielt. In diesem Werk spielt Frau Auguste Prasch - Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, die Rolle der Großmutter.

Vom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Cs fei nochmals auf das am Sonntag, 10. d. M., 17 Uhr in der Aeuen Aula stattfin­dende Violinkonzert von Edith L o r a n d hin­gewiesen. Unsere musikliebenden Kreise sehen mit großer Spannung dem persönlichen Auftreten dieser eigenartigen leidenschaftlichen Künstler­natur entgegen: so gern man sie an der Spitze ihres Kammerorchesters, das eben erst vor dem Frankfurter Rundfunk konzertiert hat, gehört hätte, ungleich persönlicher und eindrucksvoller dürfte doch ihr Auftreten als Solistin fein. Ueber Programm und Eintrittspreise geben die An­zeigen Aufschluß. Cs sei daran erinnert, daß die 2. Rate der Abonnementskarten fällig und ab­zuholen ist.

Der Goethe-Bund wird, wie man uns schreibt, mit seinem nächsten Dichterabend am kom­menden Montag feinen Freunden und Mitgliedern wieder ein besonderes literarisches Ereignis bieten. Es ist dem Goethe-Bund gelungen, den bekannten Dichter Werner Beumelburg zu einer Vor­lesung nach Gießen zu gewinnen. Beumelburg ist der Verfasser der großen WerkeSperrfeuer um Deutschland",Deutschland in Ketten" undGruppe Bosemüller". (Siehe heutige Anzeige.)

Militärkonzert im Cas6 Leib. Am kommenden Sonntag, 20.15 Uhr, findet unter der Leitung von Obermusikmeister Krauße im Caf6 Leib wieder ein Konzert der hiesigen Reichswehr- kapelle statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

* Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 10. Januar, 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Bertram.

Sirenenprobe. Am morgigen Samstag um 15 Uhr werden zum Zwecke der Prüfung di« Feueralarmsirenen in Betrieb gesetzt Zur Beun« ruhigung für bic Bevölkerung besteht also kein Anlaß.

Vorsicht bei der Versendung von Schecks ins Ausland. Wie das Reichswirt- schastsministerium mitteilt, ist scstgestellt worden, daß Inländer entgegen den Vorschriften der Devisenoer- ordnung und trotz der hohen Strafen, die aus Zu­widerhandlungen gesetzt sind Schecks auf inländisthe Bezogene ins Ausland verjandt, oder im Ausland ausgestellt und dort in Zahlung oder zum Einzug gegeben haben. In einer Reihe von Fällen muhte gegen die Zuwiderhandelnden Strafanzeige erstattet werden. Es kann nur dringend davor gewarnt wer­den, ohne Genehmigung des Landesfinanzamt« Schecks ins Ausland zu versenden ober im 'Ausland auszustellen und dort weiterzugeben.

Rasche Beseitigung von Rund­funk st örungen. 11m in Zukunft die Beseiti­gung von Störungen im Rundfunk rascher und unter geringerem Kostenaufwand durchführen zu können, hat die Funkhilfe Fragebogen eingesührt, die bei Störungen im Rundfunk als Meldezettel auszufüllen sind. Auf Grund dieser Fragebogen wird dann die Störungsursache festgestellt und nach Möglichkeit beseitigt. Sic Vordrucke sind bei den Postämtern zu haben.

' Kulturfilm-Vorstellung imLicht- s p i e l h a u s. Unter dem TitelWinter in Bayern" kommt am Sonntag, 10. Ianuar, um 11.15 Uhr, im Lichtspielhaus Bahnhofstraße ein Kulturfilm zur Aufführung, der, wie uns be­richtet wird, bisher überall großen Anklang ge­funden hat. Jedem, dem es noch nicht vergönnt war, Bayern und seine winterliche Schönheit kennenzulernen, dem ist in diesem Film Ge­legenheit dazu gegeben. Führt doch der Film durch ganz Bayern wie z. B. nach Einödsbach bei Oberstdorf im Allgäu, Mittenwald, München. Bad Reichenhall, Ronnen-Steg über tue Saalach, mit dem Zwiesel im Hintergrund, nach Garmisch- Partenkirchen, Kreuzeck-Haus, Berchtesgaden, Oberstdorf ufto. Als zweiter Film wird die Arlbergschule in St. Christoph am Arlberg ge­zeigt, die unter der Leitung des Professors Ernst Ianner steht. Der Film zeigt einmal das viel erwähnteZweite Frühstück". In vor­züglicher Weise werden all die Hebungen gezeigt, die den Körper für die Anforderungen des Ski­laufes vorbereiten. Man bekommt Arlberg- Schußfahrten mit Pulverschnee, Um-, Quer- und Wächtensprünge und ähnliche Glanzleistungen der Skilehrer lehrreich vorgeführt. Siehe gestrige Anzeige.

** Der Verein ehemaliger hessi­scher Leib-Dragoner des Kreise- Gießen hielt am vorigen Sonntag seine Weih­nachtsfeier ab, mit der die Weihe der Gedenktafel für die seit der Gründung des Verein- verstorbe­nen Kameraden verbunden war. Musikstücke der Kapelle K r e n g e l und Gesanasvorträge des Quartettvereins Gießen verschönten die Feier. Die _ Kinder der Mitglieder Sauff auer, Schömbs, Kehler und Vollmer warteten mit einigen gut zum Vortrag gebrachten Gedichten auf. Der erste Vorsitzende Sibmann, der seit der Gründung deS Mreins an dessen Spitze steht, hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Der Führer der ehemaligen 4. Eskadron, Oberst v. Macken - sen, übersandte dem Verein Grüße und ein ge­rahmtes Bild Mackensens mit Widmung. Auf den Schutzherrn der deutschen Kavallerie, Generalfeld­marschall v. Mackensen, wurde ein dreifaches »Grün-Weih" auSgebracht und dessen Grüße tele­graphisch erwidert. Im Anschluß daran kam für die Kinder der Rikolaus und verteilte seine Gaben. Dem bewährten Rechner des Verein-, Kamerad Scheller, wurde zum Andenken an seinen frü­heren Wirkungskreis (Deutsch-Südwestafrika) ein entsprechendes kleines Geschenk übermittelt. Eine würdige Feier stellte die Weihe der Gedenktafel für die verstorbenen Kameraden dar. Musik und Gesang bildeten den Auftakt. Der Vorsitzende, Ka­merad (Sibmann, hielt eine eindrucksvolle Ge­dächtnisrede. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden fiel die Hülle der Gedenktafel. Der Vorsitzende legte einen Kranz, in den Farben des Regiments gehalten, an der Tafel nieder. Die Tafel trägt den Äamenszug des Regiments und die Ramen, sowie das Todesjahr der verstorbe­nen Kameraden. Die gesamte Veranstaltung nahm einen würdigen Verlauf.

Briefkasten der flefraffioit.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

K. in B. Die Bekanntmachung vom 14. Dezember 1931 betrifft ein Lokalreglement aus dem Jahre 1884, wonach die Eigentümer, Mieter usw. das Reinigen der Straßen in den Landgemeinden aus Gründen des öffentlichen Wohles vorzunehmen haben. Das Lokalreglement ift eine rein polizeiliche Maßnahme und steht mit der Festsetzung der Höhe der Wohnungsmiete in keinem Zusammenhänge. Wird die Straßenreinigung in einer Landgemeinde aus besonderen Gründen nicht vom Hauseigentümer oorgenommen, obwohl die Kosten der Reinigung auf Grund mietrechtlicher Bestimmungen in der Miete enthalten sind, so kann unseres Dafürhaltens der Mieter eine seiner Tätigkeit entsprechende Vergütung bzw. eine Mietpreiserniedrigung verlangen.

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