XU. 256 Zweites Blatt
Metzen« Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhetzen)
Zreitag, 7. Oktober 1952
der neuen Hindenburg-Briefmarken, die am
Wirtschaft
Die
WSR. Frankfurt a. W., 6.Olt. Der von der Kriminalpolizei unter dem Verdacht des Mordes an dem Offenbacher Brot- kutscher Wagner verhaftete Schuhmacher Josef Förster hat sich heute im Laufe seiner Vernehmung zu einem Geständnis bequemen müssen. Nachdem er verschiedenen Zeugen gegenübergestellt worden war, muhte er zugeben, zu der fraglichen Zeit sich in der Mainuferftrahe aufgehalten zu haben, doch sei dies reiner Zufall gewesen. Die Polizei schritt darauf heute nachmittag zu einer gründlichen Durchsuchung seiner in der Großen Fischergasse gelegenen Wohnung. Dort wurden verschiedene Kleidungsstücke zutage gefördert, die mit den von den Zeugen beschriebenen Kleidungsstücken des mutmaßlichen Taters übereinstimmen. An diesen Kleidern wurden Dlut- spuren entdeckt, und gegenwärtig wird chemisch untersucht, ob es sich um Menschenblut handelt und, wenn ja, ob es zu der gleichen Blutgruppe, wie das Blut des Ermordeten gehört.
Von einem Zöger irrtümlich beschoffen.
WSR. Warburg, 6.Oft Als gestern früh bei Tagesanbruch der Schäfer Heinrich Weber aus Wolferode einen Hohlweg in der Nähe seines Heimatortes passierte, wurde, plötzlich eine volle Schrotladung aufrhn abgc- schossen. Ein Teil derselben traf den Schäfer in den Kopf. Wie sich herausstellte, hatte ein aus Anstand sitzender Jäger den beim Passieren des Hohlweges nur teilweise sichtbaren Schäfer für ein Stück Wild gehalten. Man brachte den Verletzten in die hiesige Klinik, wo sich die Wunden glücklicherweise als nicht sehr schwer herausstellten, so daß Lebensgefahr nicht besteht.
also damit rechnen, daß ein großer Teil der Na- tionalzeranisten die neue Vorlage ablehnen wird, dazu kommt dann die gesamte Opposition, an der Spitze die Liberalen, die nichts unversucht lassen werden, um die amtierende Regierung zu stürzen ... die Möglichkeit, daß das revidierte Urn- schuldunasgesetz entgegen dem ausdrücklichen Verlangen Frankreichs doch abgelehnt wird, ist also durchaus gegeben. Bezeichnenderweise mehren sich in Rumänien die Stimmen derer, die der Regierung nahelegen, den gordischen Knoten kurzerhand mit dem Moratoriums-Schwert durchzuhauen. Denn: L’appetit vient en mangeant, der Appetit kommt mit dem Essen: nach dem Grundsatz „Was dem einen recht, ist dem anderen billig" verlangen jetzt auchdie Städter ein städtisches Umschuldungs- gesetz.
Roch bedeutsamer aber ist die Tatsache, daß auch die breiten Massen der politisch desinteressierten und sonst völlig anspruchslosen Arbeiter und kleinen Beamten die bisherige Erfüllungspolitik ablehnen und daß die allgemeine Stimmung gegen die „Fremden", in Sonderheit gegen Frankreich, ständig wächst. In einem Lande wie Rumänien, das bisher als ausgesprochen frankophil gegolten hat, geben diese, in der letzten Zeit an die französische Adresse gerichteten Zornausbrüche immerhin zu denken und für die deutsche Außenpolitik dürfte es ratsam sein, diesen sich anbahnenden Stimmungsumschwung — zwar nicht zu überschätzen — zum mindesten aber scharf zu beobachten. Denn, ganz gleich, wie dieser Kampf um Schulden und Scholle ausgehen wird — Frankreich wird auf dem Papier vielleicht noch einmal als Sieger daraus hervorgehen, dafür aber einen Prestigeverlust zu verzeichnen haben, den es in Rumänien niemals wieder einh'olen können wird. Denn auch der verblendetste Franzosenfreund im Lande hat begriffen, daß die Finanzsachverständigen zwar vorgeben, die Wege für eine Finanzhilfe bahnen zu wollen, daß es ihnen aber in Wirklichkeit nur daraus ankommt, die Weiterzahlung der rumänischen Tribute sicherzustellen. In dieser Hinsicht' unterscheiden sie sich in der Tat in nichts von den fanariotischen Steuereintreibern der Hohen Pforte, und wenn die Masse des Volkes jetzt zu der Erkenntnis gekommen ist, daß sich im Vergleich hierzu die „vie^eschmähten Deutschen während der Okkupationszeit wie die Engel benommen haben", so kommt diese Erkenntnis zwar spät, aber immer noch nicht zu spät...
Oer Mord an dem Offenbacher Brotkuischer.
Verdachtsmomente gegen den sestgenommeaea Josef Förster verdichten sich.
Eine der neuen Hindenburg-Briefmarken, die am 1. Oktober in den Verkehr gebracht werden. Zunächst erscheinen sieben Wertstufen dieser neuen Serie.
Scholle und Schulden
Rumänien unter französischem Iinanzdruck.
Bon unserem T.-Berichterstatter.
mit "inqneir - Gedenkmünzen-... sie haben S&ufkiraft.
Deutsche Lust-Hansa im(5omtnerl932.
Wie WTV. -Handelsdienst erfährt, ist die schwie- rige wirtschaftliche Lage auch nicht spurlos an der deutschen Handelsluftfahrt vorübergegangen. Der Rückgang der Beihilfen für die Deutsche Lufthansa A. - G. gegenüber 1931 stellt sich, auf das ganze Jahr gerechnet, bei dem Reich auf 10,22 Prozent (von 13,488 auf 12,109 Mill. Mark), während die besonders schlecht« Finanz- lage der Länder und Städte eine Herabsetzung sogar um über ein Drittel (34,95 Prozent — von 3,835 auf 2,495 Mill. Mark) zur Folge hatte. Infolgedessen konnten im Sommer 1932 einige wirtschaftlich bedeutende Strecken von der Luft- Hansa nicht mehr betrieben werden. Dadurch ergibt sich in der Kilometerleistung der Hansa ein Rückgang von 13,5 Prozent, gegenüber dem Som- mer 1930 sogar von 18 Prozent. Trotzdem ist festzustellen, bah im Sommer 1932 7,2 Prozent mehr Menschen mit der Luft-Hansa gereist sind, als 1931 und 13,7 Prozent mehr als 1930. Die Regelmäßigkeit des Personenflugverkehrs betrug 99 Prozent gegen 97,1 Prozent in 1931 und 96 Prozent in 1930.
Trotz der vorgenommenen Preissenkungen ließ sich durch den Frequenzzuwachs die Einnahme- mit der Kostenseite in Einklang halten, so daß, rein wirtschaftlich betrachtet, die Sommerbilanz des deutschen Personenluftverkehrs ein günstiges Ergebnis aufweist. Die Luftfracht hat dagegen nicht so gut abgeschnitten, was vor allem aus die Abschliehungstendenz im internationalen Warenverkehr zurückzuführen ist. Im Post- und Frachtspezialdienst konnten nur 50 Prozent der Kilometer des Vorjahres geflogen werden. Der Rückgang in den beförderten Tonnen Luftfracht gegenüber 1931 beträgt 28,3 Prozent, die Tonnenkilometerleistung hat sich nur um 24 Prozent vermindert. Die Luftpostbeförderung hat sich etwa auf der Höhe des Vorjahres gehalten. Die Ge° samtausnuhung der Flugzeug« der Deutschen Luft-Hansa ist trotz des Einsatzes größerer Typen mit mehr Laderaum von 38 auf 42 Prozent ge- ^Die" günstige Tendenz, die sich im allgemeinen ergibt, hat auch im Herbstluftverkehr bisher angehalten. e
* Die Sparkasseneinlagen bei den deut» scheu Sparkassen beliefen sich Ende August auf 9734 04 Millionen Reichsmark, gegenüber 9718,22 Millionen Reichsmark Ende Juli. Der Ber.chtsmonat weist mithin eine Zunahme von 15,82 Millionen Reichsmark, gegenüber einer Abnahme von 82,54 Millionen Reichsmark Vormonat auf
* mboldt-Deutzmotoren AG., Köln. Die gestrige Aufsichtsratssitzung hat^n Abschluß £,<: G-kcbaftsjahres 1931/32 wie folgt festgestellt: Einem Betriebsüberschuß von 2,65 (7,03) Millionen « der sich um den Germnnvortrag aus dem Vorjahre von 38 750 (19 325) RM erhöht, stehen .öorjayiv (3,17), Steuern mit 1,28
S 'Ä"n "»«lüfte mit 0,36 (-) Mill. RM L^m-ihTr in daß sich ein Betriebsverlust von 1,26 M RM ergibt (L V. 2.09 MM RM Betriebs- ^innl Außerdem erforderten Abschreibungen auf gewinn). B ' , Beteiligungen 0,55 (—)
Anlagen 1,42 (2,05), auV° ^8. RM. Der Ge- und au Debitoren 1,27 ) Millionen RM.
Von dem A«.
(i V. 38 750 jui durch den Gewinn aus
S* ÄÄm un» 1.47 Millionen RM.
mußte Herr Vaida und seine regierenden National- zaranisten — der kluge Maniu machte das Spiel nicht mit — in diesen sauren Apfel beißen ... „Sauer" insofern, als die Nationalzaranisten eine ausgesprochene Bauernpartei sind, die eigentlich von rechtswegen an einer weitgehenden Entschuldung ihrer Wähler besonders interessiert sein müßten. Sie sind es auch in der Tat, aber die Zwickmühle, in der sich jetzt die Regierung und die Partei, die im Parlament die absolute Mehrheit hat, befinden, ist folgende: Auf Verlangen der Franzosen hat der derzeitige Finanzminister Mironesku einen neuen Umschuldungsentwurf ausgearbeitet, der folgendes vorsieht: entschuldet oder umgeschuldet sollen nur wirkliche Bauern mit einem Besitz bis zu zehn Hektar werden, vorausgesetzt, daß sie nachweisen, daß sie nur zu landwirtschaftlichen Zwecken Schulden gemacht haben und etwa dreiviertel ihres Einkommens aus der Landwirtschaft beziehen. Alle übrigen angemeldeten Agrar-Schulden sollen von Fall zu Fall durch Neufestsetzung der angelaufenen Zinsen ermäßigt werden, was aber auch nur qualifizierten Landwirten zugute kommen soll.
Dies Gesetz soll nun in diesen Tagen, auf Druck Frankreichs, der Kammer zur Annahme vorgelegt werden, und die Schwierigkeit ist nun die: lehnen die Nationalzaranisten es ab, bann bekommt Rumänien keine Anleihe, die es unbedingt braucht, es fällt nach der politischen, nun auch der wirtschaftlichen Isolierung anheim und kann dann — namentlich infolge der diesjährigen schlechten Ernte — den Bankerott anmelden. Nehmen die Nationalzaranisten jedoch das Gesetz an, dann machen sie sich in Rumänien so ziemlich alles zu Feinden, was irgendwie innenpolitischen Einfluß besitzt und verderben es vor allem mit dem Großteil ihrer Wähler. Außerdem darf man nicht vergessen, daß die meisten der für Annahme oder Ablehnung zuständigen national- zaranistischen Abgeordneten Landwirte sind, das heißt Leute, die an der Schuldenstreichung persönlich interessiert sind, und die naturgemäß in allererster Linie ihr persönliches Interesse im Auge haben. Bei einer Abstimmung könnte man
Wie soeben gemeldet wird, hat die rumänische Regierung gegen alle Erwartungen beschlossen, die Völkerbundsforderungen zur Ordnung der rumänischen Finanzen abzulehnen. Der in Genf weilende Minister Madgaeru wurde beauftragt, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, um bessere Bedingungen zu erzielen. Die Ablehnung des Genfer Protokolls ist auf di« Teilnahme Manius am Ministerrat zurückzuführen. Rumänien ist anscheinend entschlossen, «sauf Biegen oder Drechen ankommen zu lassen. Der folgende Aufsatz unseres Bukarester Korrespondenten schildert Rumäniens Wirtschaftslage, bi« zu den Verhandlungen über eine Dölkerbundshilfe geführt haben.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
B u k a r e st, Oktober 1932.
„Mitbürger! Freunde! Romani!"
„Im Verbleich zu den Völkerbunds-Sachverständigen haben sich die oielgeschmähten Deutschen während der Okkupationszeit wie die Engel benommen! Richt einmal zur Zeit der Türkenherrschaft ist Rumänien von Starnbul so würdelos behandeltworden, wie jetzt von diesen Frenwen..." So und ähnlich schreien heute große, rote Plakate auf den belebtesten Straßen der Hauptstadt und Redner oller möglichen Parteien und Organisationen die „rumänische Schande" in alle Welt hinaus. Auch die Opposition bläst in das gleiche Horn und wenn Sir Otto 'Jtiemeger und die übrigen Mitglieder der F i - nanzkontroll-Kommission rumänisch verstünden, hätten sie vielleicht schon am Tage ihrer Ankunft der Stadt Bukarest wieder den Rücken gekehrt.
Warum die allgemeine Aufregung und Empörung? Vor einigen Wochen hatte die mittlerweile zurückgetretene Iorga-Regierung auf aus- drucklichen Wunsch des Königs das „Gesetz über die Entschuldung der Landwirtschaft" erlassen gehabt, das eine 50prozentige Schuldenstreichung und Amortisation der Restsumme zu 4 Prozent in 30 Jahren vorsah. Wäre dies, von der Bauernschaft mit großer Freude begrüßte Gesetz in Kraft getreten, dann wären die Agrarbanken des Landes, die ihre Tresors mit Bauernwechseln vollgestopft haben, über Nacht reihenweis ins Grab gesunken und hätten unweigerlich auch die Nationalbank, bzw. die Währung mit in den Abgrund gerissen. Das lag natürlich durchaus nicht im Interesse der rumänischen Auslandsgläubiger, die sofort in Aktion traten, um ihre in Rumänien investierten Kapitalien „vor Schaden und Nachteil zu bewahren".
Als erstes erzwang Frankreich unter Androhung jeglicher Anleiheverweigerung den Rücktritt der Regierung Iorga, gleichzeitig entsandte es den Finanzsachverständigen Prof. R i ft, der eine genaue Überprüfung der Finanzlage des Landes vornehmen mußte. Die Forderungen Rists sind bekannt: er verlangte größte Sparsamkeit auf allen Gebieten, weitgehenden Beamtenabbau, Dud- getreduzierung und — last not least — Aufhebung bzw. Revision des „gefährlichen" Agrarumschuldungsgesetzes. Damit aber traf er die Rumänen an ihrer empfindlichsten Stelle: am Geldbeutel und der allgemeine Protest und die allseitige Empörung, die die Forderung der Sachverständigen im Lande aus- gelöst haben, wird man nur dann verstehen können, wenn man d i e Mißbräuche kennt, die von eben diesen Rumänen mit dem an sich gutgemeinten Entschuldungsplan des Königs betrieben worden sind.
Als nämlich durch den Gesetzentwurf bekannt wurde, daß die Hälfte aller Agrar-Schulden gestrichen und der Rest zu billigen Zinsen erst in 30 Jahren bezahlt werden sollte, verwandelten sich über Nacht alle verschuldeten rumänischen Bürger der Städte, die bis dato die Landwirtschaft nur vom Hörensagen kannten, in Agrarier und jeder beeilte sich, seine privaten, industriellen, kommerziellen, politischen oder Spielschulden als Agrarschulden zu deklarieren und anzumelden! Das Derfahren war sehr einfach: Ein Politiker, ein Fabrikant oder Kaufmann mit einer Schuldenlast von z. ® einer Million Mark, erinnerte sich plötzlich, daß er „irgendwo" auf dem Lande eine Sommervilla mit einem Gemüsegarten ober eine Jagdhütte mit einigen Morgen Bauland besaß, deren Wert sich vielleicht auf 10 000 oder 20 000 Mark belief .. . all diese Leute luden hocherfreut ihre privaten Schulden auf das Dach dieses Häuschens ab ober verteilten sie auf den Gemüsegarten und bas Bauland und erhoben nun ebenfalls Anspruch auf die in der Praxis auf völlige Schuldenstreichung hinauslaufende „Agrar-Umschuldung". Ja, viele Städter, die nicht in oer glücklichen Lage waren, ein Stückchen Land zu besitzen, kauften es sich noch in aller Eile mit geborgtem Gelbe, um die erforderliche su- ristische Basis für die bevorstehende allgemeine SchuMnstreichung zu besitzen ...
Aus diese Weise wurden in ganz Rumänien von Z 615 532 Schuldnern f a st 50 Milliarden L e i zur Konvertierung angemeldet, Zahlen, deren Irrsinn man nur versteht, wenn man weiß, daß ganz Rumänien etwa 18 Millionen Einwohner und Staatseinkünfte von etwa 12 Milliarden Lei hat. Eine Konvertierung der 50 Milliarden wäre also einer Bermögensenteignung der Gläubiger (Banken und Privaten) und einer Vermögensumschichtung gleichkommen, wie sie in diesem Umfang nicht einmal in Sowjetrußland geschehen ist.
Infolgedessen erhielt die neugebildete Paida- Regi erung vom französischen Kapital den Auftrag — so muß man schon sagen — beschleunigt das Umschuldungsgesetz zu revidieren, da sonst auf keine irgendwie geartete Finanzhilfe für Rumänien zu " s“ *"*S1 "<"*1
aus Reservenauflösungen gedeckt, so daß noch ein Verlust von 2,68 Millionen RM. verbleibt. Der am 23.11. stattfindenden GV. soll oorgeschlagen werden, den Verlust auf neue Rechnung vorzutragen.
* Klöckner-Werke AG., Castrop-Rau- r e L In der gestrigen Auftichtsratssitzung wurde_ der Abschluß für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1931/32 vorgelegt. Er ergibt einen Betriebs- Überschuß von 12,03 (23,66) Mill. RM., wozu der Gewinnvortrag aus dem Vorjahre von 4916 (383 056) RM. tritt. Nach Abzug von 4,32 (6,44) Mill. RM. für soziale Lasten, 4.44 (6,34) Mill. RM. für Steuern und 2,87 (3,34) Mill. RM. für Anleihezinsen verbleibt ein Rohgewinn von 396 327 RM. (7,93 Mill. RM.). Weiterhin erforderten Währungsverluste 0,59, Abschreibungen auf Anlagen 7,06, auf Wertpapiere und Beteiligungen 0,37 und auf Vorräte 2,81 (i. V. insgesamt 7,92) Mill. RM. Es verbleibt also ein Verlust von 10,43 Mill RM. (t. D. 4916 RM. Reingewinn), wovon 7,5 Mill RM. durch Entnahme aus dem Reservefonds gedeckt und 2,93 Mill. RM. vorgetragen werden sollen. Die GV. wird auf den 12. November einberufen.
Berlin freundlich.
'Berlin, 7. Oft. (WTB. Funkspruch.) Bereits im gestrigen Frankfurter Abendverkehr hatte sich wieder eine bessere Stimmung durchzusehen ver- macht, zumal am Farbenmarkt etwas Kaufinter- esse bestand. Die heute vorliegenden Momente waren geeignet, die zuversichtlichere Auffassung bezüglich der Gesamtlage in Politik und Wirtschaft zu festigen. In Reuyork hat sich die Abwärtsbewegung gestern gefangen, aus den Industriegebieten Westdeutschlands lagen etwas bessere Berichte vor, die Bemühungen, die an der Gleichberechtigungsfrage besonders stark interessierten Länder an einen Tisch zu bringen, sind noch nicht als endgültig gescheitert anzusehen, und in der Frage der Kontingente scheint sich eine die deutschen Exportinteressen befriedigende Lösung anzubahnen. Ein Gefahrenmvment liegt allerdings in dem nach wie vor außerordentlich kleinen Geschäft, das es verhältnismäßig leicht macht, mit kleinen Mitteln einen ungebührlichen Einfluß aus die Kursgestaltung zu nehmen. Anderseits ist die Tatsache, daß sich das Publikum von seinen Beständen nicht trennt, natürlich recht erfreulich.
Die Baisse-Spekulation hielt sich heute stärker zurück. Die Anfangsnotierungen lagen heute bis zu 1 Proz., vereinzelt bis zu 2 Proz. über dem gestrigen Schluß. Contilinoleum mit minus 1,5 Prozent waren aus Zusallsorders etwas schwächer. Auch Klöckner büßten auf den Derlustabschluh hin 1,25 Proz. ein; die Umsätze waren hier etwas größer
Im Verlaufe blieb die Grundstimmung freundlich, und es konnten sich unter kleinen Schwankungen Gewinne mäßigen Ausmaßes durchsetzen. Besserungen von 1 Proz. gehörten aber schon zu den Seltenheiten. Das Geschäft blieb sehr klein. Deutsche Anleihen tendierten freundlicher, Alt- besihanleihe wird vor der Auflösung nicht mehr geführt. Reichsschuldbuchsorderungen gewannen bis zu 0,5 Prozent. Sonst lagen die Rentenmärkte bei etwas besserer Grundstimmung nicht ganz einheitlich; größer« Veränderungen dürften sich auch hier nicht ergeben. Ausländer lagen geschäftslos, Mexikaner, Rumänen, einige Türken und Anatolier etwas schwäch«r, Bosnier und Mazedonier eine Kleinigkeit freundlicher.
Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,38
Prozent, zum Teil mit 4,25 Proz. ausgesprochen leicht, Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 Prozent. Infolge der leichten Geldlage ist die Rachfrage nach Privatdiskonten natürlich größer geworden, auch Reichswechsel per 5. Januar und Reichsschahanweisungen per 16. Januar sind gefragter.
Sronffurf ruhig.
Frankfurt, 7. Oft. (WTB. Drahtmeldung.) Die nun schon feit Tagen bestehende Geschäftsstille war zum heutigen Börsenbeginn ganz besonders ausgeprägt, da Anregungen jeder Art vollkommen fehlten. Der so gut wie sicher erscheinende Aufschub der Londoner Konferenz, die matte Haltung an den internationalen Warenmärkten blieben ebenso wie weitere freundliche Berichte aus dem Ruhrgebiet und der stetige Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse ohne Einfluß. Infolge der großen Zurückhaltung des Publikums verhielt sich auch die Spekulation sehr passiv, so daß die Feststellung der Kurse nur schleppend vor sich ging. Gegen die Abendbörse war bie Kursgestaltung zwar nicht ganz einheitlich, doch überwogen kleine Besserungen. Am Elektromarkt setzten AEG. und Siemens etwa 1,25 und Bekula 0,75 v.H. freundlicher ein, dagegen gaben Lahmeyer 1 v. H. nach. Von Bergwerksaktien zeigte sich einiges Interesse für Phönix, Stahlverein und Buderus bei Besserungen bis zu 0,50 vH., anderseits lagen Klöckner- werke auf den Derlustabschluß etwa 1 v. H. schwacher. IG. eröffneten mit 94,50 v. H. leicht erhöht, wogegen Rütgerswerke 0,75 v. H. niedriger begannen. Um Bruchteile eines Prozentes höher lagen noch Reichsbank, Hapaq. Holzmann und Aku. Don Zellstoffaktien gingen T^aldhof um 0,38 v. H. zurück.
Am Rentenmarkt lagen späte Reichsschuld- buchforderungen bei lebhafteren Umsätzen 0,25 v. H. fester, ebenso zog die Schutzgebietsanleihe um etwa 20 Pfennig an. Don Deutschen Anleihen eröffneten Neubesitz unverändert, während Altbesitz infolge der Streichung nicht mehr zur Notiz kommen. Don fremden Werten lagen Rumänen etwas höher.
Am festverzinslichen Markt bröckelten die Kurse bei kleinen Umsätzen etwa 0,50 v. H. ab. Der Verlauf brachte keine Belebung des Geschäfts, die Kurse blieben auf dem Anfangsniveau etwa behauptet. Etwas höher lagen Deutsche Linoleum mit plus 1 v. H., anderseits gaben am Elektromarkt Elektrische Lieferungen 1,50 v. H. nach. Am Geldmarkt blieb die Lage leicht, Tagesgeld stellte sich auf 3,75 o. H.
Neuer Einbruch bei Gießen.
* Trohe, 7. Oft. In der letzten Rächt wurde hier in der Gastwirtschaft von Frau Witwe Schwarz eingebrochen und ein Radioapparat, ein kleiner Elektromotor 0,6 PS, eine Geld- kasette mit Inhalt, etwa 200 Zigarren und eine größere Menge Zigaretten gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.
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