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Dienstag, Z. Juni 1952

Siebener Anzeiger tSeneral-Anzeiger für Gderhesten)

Kr. 151 Zweites Blatt

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und

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Aufhculcn und lobbt)

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Mnfifd)cn Rcitkimsien ganz nette Ausbildung fahren hat. Weiter traten in der Manege die M

eilten, sahen sie Herbert mit einem umfangreichen in Zeitungspapier verpackten Paket auf die Hinter­treppe hinausgehen.

ftonraö und feine Frau gingen bann nach Hause Den Hund nahmen sie mit. Das Tier hat einen tief melancholischen Blick bekommen, und Herbert durste sich beim 'Abschied nicht in feine Hohe wagen, obwohl der Hund niemals bissig gewesen war

Schweigend sahen Herbert und (£illn am Kaffee tisch, als es klingelte Drei Herren standen vor der Tur Und hinter ihnen zwei Schutzleute

Wo haben Sie die anderen Teile verborgen!?" herrschte der eine der Herren Herbert an

Was für Teile?" fragte Herbert erschrocken

Machen Sie kein Theater' Die Mordkommission wurde heute mittag alarmiert. Vor ihrer Kuchen tur haben wir einen wesentlichen Teil Ihres armen Opfers gefunden. Legen Sie ein offenes Geständnis ab es wird das beste sein, was Sie tun können' Also? Wie heißt Ihr Opfer?"

Herbert lchwieg fassungslos. Cilly aber lächelte und antwortete

8 l e i \ tf) p a ft e t e, Herr Äommiflar!..

im Freien mehrere Personen versammelt, lo ist nicht Zusammenstehen. sondern AuSeinandergehcn anzuraten. Zu permeiDctuift auch das Unterstellen an Vorsprüngen von Baulichkeiten, die Bähe von Drahtzäunen, eisernen Zäunen und eisernen Git­tern. Schon der Stacheldraht auf einem Holzzaun kann gefährlich werden. Dies hat der Schreiber dieser Zeilen selbst miterlebt. Gin Blitz war in Grenzbaum eines Friedhofs und von dort in den Stacheldraht gefahren, der sich oben

sich ans Radio. Cilly neben ihn. Allmählich drang aus der Küche cm gewisser Brodern ins Wohn- zimmer. Eine Vision tauchte vor Cillys geistigem Auge auf. In irgendeinem Kulturfilm hatte sie ein­mal gesehen, wie in Arabien ein totes Kamel ver­brannt wurde. Damals war nichts zu riechen, es war ja ein Film. Diesmal war es kein Film Und es gab etwas zu riechen Gemächlich ging Herbert allein in die Küche und blieb lange dort. Bleich, aber gefaßt, kehrte er zurück Eillv blickte ihn er­wartungsvoll an. Sie hatte inzwischen den Tisch gedeckt

Du kannst Konrad und seine Frau anrufen. Sie können ruhig milchen. Von gestern ist ja übrigens noch ein wenig kalter Braten da. Und sie sollen ihren Hund mitbringen. Es ist genug da ..."

EtUy tat, wie ihr geheißen Konrad ruckte mit Weib und Hund, einem ahnungslosen Terrier, an, der aber schon im Wohnzimmer kehrt machen wollte. Er muhte an einem Tischbein festgebunden werden. Konrad druckte Herbert die Hand und fragte schnup­pernd, ob etwa in der Wohnung feuchtes Karbid verschüttet worden sei. Oder ob andernfalls nicht auf der Hintertreppe eine arme, fett langer Zeit oer> blichene Katze liege?

Wiederum verschwand Herbert in der Küche Wiederum blieb er lange fort. Dann kehrte er zu rurf Mit einem Tablett Darauf war kalter Braten zu sehen, eine Schachtel Sardinen und Käse

Ihr mußt entlchuldigen", sprach Herbert zögernd Ich wollte euch eigentlich überraschen Eine russische Fleischpastete wollte ich euch ^bereiten . 'Iber bei uns in Deutschland bekommt man ja die richtigen Zutaten nicht... Nehmt hiermit vorlieb

Und wiederum verschwand Herbert in der Küche Diesmal nahm er lobbt), den Terrier, mit, dem kein Sträuben half...

seiner Forderung nach Abänderung der Friedens vertrage und Streichung der .Kriegstribule auf dem richtigen, dem europäischen Wege war Umgekehrt ist auch Italien weit davon entfernt, sich in die inneren deutschen Verhältnisse einmifchen zu wollen. Die Haltung seiner Presse muß in diesen Tagen als geradezu mustergültig bezeichnet werden Sie windet nicht Hitler Kranze, sie fabelt nicht Brü­ning, sie .[t einfach für Deutsch.and, für dasjenige Deutschland, in dem sie <inc Gewahr für einen besseren Frieden, für die Ueberwindung der Krise, für den Wiederaufstieg Europas erblickt Und das ist dos nationale Deutschland, m'gen im einzelnen seine Führer heißen, wie sie rooll .i Man suhlt in Nom, daß etwas ganz Neues im Werden ist, etwas Gesundes, und spricht daher auch von einer Ge­sundung. .ise, man erklärt offen in der Negierungs presse, daßin der gegenwärtigen deutschen Ga­rung nichts erblickt werden kann, was die An- hanfler des Friedens schrecken konnte". Nur die Fanatiker des Versailler Vertrages hätten das Recht, sich zu ängstigen

Es ist unzweifelhaft, daß mir, von größeren Mög­lichkeiten ganz abgesehen, heute mit Italien eine gute Strecke Weges zusammen gehen können und es müssen, weil unsere Inter­essen die gleichen sind. Danach gilt es zu handeln, unverzüglich, nachdem die innenpolitischen Hem­mungen nun endlich wohl verschwunden sein werden.

Kurs nach Silben! Die Tage der Illusionen sinb vorüber. Das Volk hat bic gebeugten Rücken satt, es begehrt etwas anbcrcs als schone Worte in Berlin und hilflose Gebärden in Genf, es will die Tat.

Aus der PrDDinitiatbaupfflabt

Dteßen, den 7. 3uni 1932.

Wie schuht man sich vor Blitzschlag?

In einem alten Spruch heißt es

^or den Eichen sollst du weichen, vor den Fichten sollst du flüchten, doch die Buchen sollst du suchen.

Wiesen von einem Gewitter überrascht werden, sollten vor allem alles metallische Gerät, wie Sensen. Hacken. Schaufeln, Forken usw. aus der Hand legen Ganz gefährlich ist es. mit dielen Geräten auf der Schulter unter einem Gewitter zu gehen

Wird dies alles befolgt, so wird sich tue Zahl der vom Blitz getöteten und verletzten Personen vermindern.

WechselinderGießenerTheaterleiiung?

Der Intendant unseres Stabtthcaters Dr. P r a s ch hat sich um ben zum Herbst b. I. zu besctzenben Posten des Intendanten des Mainzer Stadttheaters beworben. Unter nahezu 100 Reflektanten auf diese Stelle ist Dr. Prasch mit sechs anderen Herren zusammen in die engere Wahl ge kommen. Am vorigen Montag weilte Bürgermeister H i e m e n s von der Mainzer Stadtverwaltung hier im Stadttheater, um die von Dr. Prasch inszenierte Faust"-Aufführung zu sehen. Wie man hört, sollen die Aussichten für Dr Prasch in Mainz günstig sein.

nämlich, wenn man im Freien von einem Witter überrascht wird Besser ist es jedoch, sich

Tauben und Sperber auf dem Mainzer Dom.

Der seltene Fall, daß Tauben und Sperber natürliche Todfeinde eng beieinander nisten, und noch dazu inmitten des Getriebes einer mo­dernen Großstadt, ift am tausendjährigen Mainzer Dom zur Wirklichkeit geworden 3m Massiv der romanischen Turme Haufen etwa fechs Sperber, die :n kühnem Segelfluge ihre Äreife über dein Häusergewirr der Altstadt ziehen. 3n den Bischen und Arkaden des Weftchors, in den Fenster­laibungen des Querschiffes aber, dicht über den angrenzenden Häusern, flattern und rauschen Schwärme wilder Tauben. Täglich von Tierlieb­habern gefuttert, find sie zutraulich geworden unD picken Körner und Brofamen aus des Fremden Hand, em deutsches MarkuSplahidhll! Doch zu­weilen schießt senkrecht ein Sperber herab, um ei ne der Tauben zu erhaschen. Mit lautem Flugel- schlag stiebt dann der ganze Schwarm auf den freien Platz hinunter, und der Raubvogel, der sich nicht in das Getriebe der Straße hinabtraut, steigt wieder gen Himmel, in steten Kreisen nach einem Opfer Ausschau haltend. Wehe dem Täub­chen, das Ech dann in das Fanggebiet des Feinde-» traut Bon der Südwestleite des Domes läßt sich dieser Daseinskampf in der Bogelwelt, der unter ähnlichen Umständen wohl nicht häufig anzutreffen ist. am besten beobachten.

Rom, 4. Ium 1932.

Die Tage der Illusionen sind vorüber. Mit dem Umschwung im Innern ist auch der Augenblick ge- kommen, wo die breizehnjohrige Nebelsahrt der deutschen Außenpolitik abgebrochen werben und das Steuer entschlossen herumgeworfen werben muß. glicht mehr ein imaginärer Silberstreisen am fernes westlichen Horizont soll uns Richtungsweiser sein, sonoern der Wille bes Volkes, ber an Stelle des haltlosen Schaukelns zwischen Luv und Lee immer gebieterischer klaren Kurs fordert.

Wohin des Weges? Es ist ein neuer Steuer­mann, der vor ber Schicksalsfrage des Reiches steht, unb die noch schwer verhangene Stunde hat e:- gefugt, baß mir endlich wieder einmal einen Fachmann als Außenminister haben, einen Diplo­maten, der das Ausland nicht bloß aus Büchern unb schonen Ferientagen kennt. Herr von Neu­rath bringt für sein Amt nicht nur ben guten Willen, sondern auch ein nicht ungewöhnliches Matz von Erfahrung mit, er kennt bas Spiel ber Kräfte nicht blaß aus den Wanbelgangen in Berlin ober Genf, unb wenn uns bas Licht vom Süden herkom men sollte, so weih er, wo bic Romantik aushört unb bas kühle Rechnen anfängt. Er ist zu einer Zeit nach Rom gekommen, bic eine geradezu ün heimliche Achnlichkcit mit derjenigen aufweist, bic mir jetzt in Deutschland durchleben, im Jahre 1922, kurz vor dem Marsch auf Rom, er hat den Vor­gang einer beispiellos raschen Umwandlung einer Volksbewegung zur Staatsidcc, den stürmischen Auflchwung einer Partei zur allumfassenden Macht- cinheit miterlcbt, er sah einenRebellen" zum Duce werden. In diese seine römische Zeit fallen aber auch die gereiften Brennerbebatten unb bic schwic ngen handelspolitischen Auseinandersetzungen. Kurz­es ist nicht von vornherein gegeben, daß dieser Außenminister mit Illusionen behaftet sein mühte. Unserer auswärtigen Politik ist mit ihm eine Chance in die Hand gegeben. Wird der Kanzler sie nützen ?

Ganz nüchtern weitergedacht- bleibt uns über­haupt ein anderer Weg' Haben wir wirklich noch so viel Zeit übrig, dah rotr uns am Genfer Stamm- tüd) darüber unterhalten können, ob die Flieger- bomben ober bic Flicgertorpedos gefährlichere An- griffswaffen, ob nur bas Schlangengift ober viel­leicht bach auch bas Gclbkreuzgas zu verbieten sei? Es geht jetzt nicht mehr um Locarncscr Orangen- blüten, nachdem Frankreich jeden Gedanken an Ab­rüstung alsgeradezu lächerlich" bezeichnet hat, es geht darum, zu wissen, wer Freund unb wer Feind, wer für bc nFrieden und cinunbbasfclbc wer für Krieg ober Versailles ist

Wer in der Fibel der Politik zu lesen versteht, der weiß es zwar. Hundertmal wurde der staats­politische Gedanke, mit Frankreich sei auch dann ins Reine zu kommen, wenn der gute Wille dazu bloß aus der einen Seite, der unsrigen, vorhanden sei, als Irrglaube entlarvt, und hundertmal wurde er'aufs neue gepredigt. Nun ober könnten, sollte man meinen, auch bic Gutgläubigen endlich er- wachen.

Lärm unb Kopfschutteln bort, wo man uns nicht wohlwill, Ratlosigkeit bei den Neutralen, Gntt.au- (djung in Moskau, Unverständnis m England. Nur ein Volk bemüht sich ehrlich, uns ganz zu ocrftchcn: das italienische, nur eine Nation gibt sich ohne Umschweife, Bedingungen und Klauseln als Freund zu erkennen: die italienische, nur ein Mann steht ganz für uns ein, freilich einer von Rang: Muyosini.

Jetzt erhebt sich bic Frage, wenn sie nicht schon eine 'Notwendigkeit ist. ob wir die Hand Der em- »men Nation, die bereit ist, an unsere ccitc zu treten, ergreifen wollen ober nicht Rom roartet aut Antwort' Meine Leser wissen, dah ich von Anfang an einer deutsch-italienischen Verständigung das Wort geredet habe, nicht um der schonen Augen des Faschistcnsuhrers Musiolini willen, sondern aus der Ucbcrzcugung heraus, dah er als ctaatsmann_jnit.

Rach wenigen Sekunden horte man em klägliches ~ . com wie der !'-

©er Hausherr kocht.

Eine Geschichte von Eharlie Röllinghoff.

Als Herbert dreieinhalb Jahre verheiratet war, hielt er seiner jungen Gattin folgende Rede-

Liebste Lilli), ich kann das ew.gc Einerlei unse­res Küchenzettels nicht mehr aushalten! Rtnd e ch, Kalbfleisch unb Schweinefleisch, ^chwemeflech, Kochfleisch unb Rindfleisch' cd2cf'cd)0^ "JJ? Schlei Schlei, schölle unb Schellfisch so geht bas nun seit brcieinhalb Jahren mein ftinL

Vielleicht gehst bu in ben Zoologischen warten und suchst bir ein anderes ehbares Vieh aus. riet Lilly ironisch unb von kampfbereiter Natur

Das ist nicht notmenbig", sagte jyrbert ruhig unb seiner Sache sicher.Es handelt sich n'cht um das Rohmaterial, sondern vielmehr um bic ÄuniL die t«v allerdings fremd ist Aber, wenn es dich interessiert: ich Habe fünf Jahre meines Lebens in russischer Gesangenschast zugebracht

wo man dich mit ziselierten otord)ne|tern futterte, mit Kaviarpudding und Hummermat)onnaise, ^Durchaus nicht, liebste Cilly! Aber wo ich Gelegenheit hatte, bie Zubereitung eben jener pitan- ten und schmackhaften Speisen zu verfolgen, die mir in diesem Haushalt hartnäckig vorenthaUen werden. Ich erinnere mich beispielsweise einer ixlcilmpajtctc. Wenn ich daran zuruckdenke, dann lauft mir bas Waller heute noch im Munbc zulammen. Eigent lich ist die Zubereitung dieser wirklich göttlichen Speile ein Kinderspiel. nur auf das gingen Ipiftcngcfuhl, auf die Empfindlichkeit des genieße^ rilchen Gaumens beim Abschmecken kommt es an

Eigenschaften, die bu natürlich m hohem Maße besitzt ?"

Selbstverständlich!" . v .

Uber liebster Herbert was fleht denn bann dem im Wege, daß du mich am Sonntag mHferner selbsizubereiteten Pastete übcrrajdjft fragte Cilly.

Bitte lehr' Ich werbe die Zutaten unb das Fleisch sogar selbst emholen. denn auch hierbei kommt es aus den untrüglichen Instinkt des gern- ,d)rvn Samstagnachmittag verbrachte Herbert außer Hause Ein Duftend Geschäfte wurden mit feinem besuch beehrt, und über unb über beloben, kehrte er heim Die Speisekammer war gefüllt, als erwarte Herbert für den oonntag den Besuch einer Som» P<1Sm SoruUagmorgen fand Cilly ihren Mann, mit etner Schurze angetan unb hemdsärmelig, in ber Auche vor Dor ihm lagert fünf riesenhafte -rucke

Commcrfcfl ber Studentenschaft.

Em Sommersest bei strömendem Regen ist eine Angelegenheit, die im allgemeinen keinen Anklang findet und natürlich mit Glanz verkracht. Ader die Gießener Studentenschaft hat am Sonn tagabenb mit ihrem Sommerfest gezeigt, daß cs auch anders gebt. Allerdings wickelte sich dieses Sommer» feit in dem großen Raume der Volkshalle ob, und der unaufhörlich strömende Regen blieb drau­ßen vor der Tur. Jedoch hatte bas widerwärtige Tratlchwetter offensichtlich einen gewissen Einfluß auf das Fest, denn ber Besuch war gegen früher diesmal nicht so stark: dabei durfte aber auch viel­leicht die leidige Geldfrage nicht ohne Wirkuna ge­wesen sein. Man darf aber doch seststellen. daß die vorgestrige Veranstaltung all denen, die sich trotz des Regens m der Volkshalle emgefunben hatten, einen recht schönen Abenb bereitete unb der Etu- bentenbilfe hoffentlich auch einen erklecklichen lieber- schuß verschafft hat.

So unfreunblid) ber Anmarsch zur Volkshalle war, so angenehm unb sympathisch war es bann in der Halle bei bem flotten Treiben unb abwechs­lungsreichen Geschehen. Ein nchtiggehenber Zir­kus, besten Leistungen sich sehen lassen konnten, war bort zu einem Gastspiel anwesenb. Leiter bes Unternehmens in ber Rolle ^es Oberstallmeisters war Spielleiter Hub vom Stabttheater, ber be­kanntgab. baß zur Feier des Tages derGroß zirkus Schlammbeißer" für Unterhaltung sorgen werde. DasZirkusenscmble" stellte zunächst Herrn Schombs vom Universitats-Reitinstitut als Lchulrciler heraus, der im weiteren Verlause bes Abends noch einmal mit etlichen kleinen Reiterinnen und Reitern in der Manege erschien unb offenbar werden ließ, baß der Nachwuchs in den ersten zir-

3mfftreifen nach Gewittern öfter -erschmolzen waren wogegen bic Buchen vollständig unbeschä­digt dastanden Möglich wäre es allerdings, daß der Blitz im Buchenstamm Io gut geleitet wird, daß er weniger leicht abfprmgt. Aber immerhin bart man im Freien nicht zu sehr aus die Bl'ysicherheit der Buchen rechnen

Weiter ist cs von Wichtigkeit, auf welchem Boden man sich aufhalt. Denn nicht alle Boden sind gleich blitzgesahrlich Auf Lehmboden ist die Vlitzgesahr weil großer als auf Kalkboden Der Reihenfolge der Bliftg'iahr nach, unb zwar nach ber Richtung brr Blitzgeiahrerhohung. stehen Äalfboben. Mergel­boden, Tonboden, Sandboden und Lehmboden. Die meisten Menschen werden im Freien, in Garten­lauben, in behelfsmäßigen Unterkunftsorten und beionders unter Baumen vom Blitz erschlagen. Da­her suche man bei Gewittern niemals Schutz vor dem Regen unter Bäumen unb roicberum nicht unter alleinstehenden Baumen Das sollte allgemein bekannt sein, unb doch gehen in jedem Jahr nach Wiederbeginn der Gcwittcr- pcriobc Mitteilungen durch die Zeitungen, wonach Menschen unter Baumen vom Blitz erschlagen oder verletzt worden sind Durchnäßt werden ist jeden­falls immer noch bester, als sich der Gefahr des Erschlagenwerbens auszuscyen

Bei einem Gewitter sind für draußenweilende alle Anhöhen zu vermeiden, lieber flüchte man sich in eine Niederung und sei selbst ber Unter­schied gegen bic Anhohe nur gering. 3n einem dichtbestankenen Wald ist man viel sicherer, als außerhalb des Waldes, besonders wenn man Zu­flucht unter niederem Gebüsch suchen kann, das etwas entfernt von einem Baumstamm ist. Wird man beim Wandern auf der Landstraße von einem Gewitter überrascht, so ist bie Mitte der Landstraße die sicherste Stelle. Sucht man in behelfsmäßigen Anterkunstsstellen, wie sic oft in Weinbergen unb in Gärten eingerichtet sind, oder auch in Gartenlauben Zuflucht, so ist auch die Mitte des Raumes am sichersten, vorausgesetzt, daß sich über der Mitte kein Drahtgehänge. Lampendraht ukw oder keine anderen Metall­teile befinden. Sind an solchen Orten, oder auch

ber Küche zurückgeschosfen.

Dann horte man es an der Kuchcntur klingeln unb eine kurze Auseinandersetzung. Dann wurde es still ~

Aber nicht für lange. Jetzt gab es einen fürchter­lichen Krach .

Irgend jemand schien von draußen die Tur ein- treten zu wollen Dann krachte ein schwerer Gegen­stand gegen die Tur, unb ein Klirren warb ver­nehmbar- Dazu eine wutknirichenbe Stimme

Wenn 'n armer Mann um ein Stückchen trocken Brot bittet bann brauchen Sie ihn nicht gleich zu vergiften'!!"

Unb es folgte ein letzter heftiger Fußtritt gegen bic Tür Als Cilly unb ihre Gaste in bie Küche

trofcngirls der Ballettschule Bäu 1 ke mit flotten tanzkünstlerischen Darbietungen auf, Par terreafrobaten ber bekannten Gießener Zirkusfamt- sie Jörg zeigten famose Leistungen, wobei na­mentlich ber Schlangenmensch schier Unglaubliches fertigbrachte, ferner waren lustige Clows eifrig am Werk. Und so ergab sich alles in allem eine zirzensische Auslese, bic den Besuchern viel Spaß machte unb mit Recht lebhaften Beifall fand.

Der weitere Berkaus des Abends bot dann an Amüsement noch so reichlich Gelegenheit, daß wohl alle Wünsche befriedigt werden konnten. Tanzlehrer u l ke und Frau zeigten einen be­liebten künstlerischen Tanz, der natürlich stürmi­schen Beifall sand. Ferner war eine Wildwest- Schießbude vorhanden. Der Aeppelwoi wurde in einer besonderen Bude verzapft, um eben neben dem Bier und Wein jedem Geschmack Rechnung zu tragen. AIS Ausgleich gegen den »Rebensaft vom Aeppelbaum" konnte man in einer anderen Bude von Damen der Gesellschalt kre­denzten Sekt trinken, so viel man Bedarf hatte und Geld dazu besaß. Aber auch an Kaffee- und Kuchengelegenheit, sowie an einem reich ausgestat- let'n falten Büffet fehlte es nicht. 11 nb dazu kam

was für die junge Welt ja die Hauptsache ist Tanzgelegenheit auf drei Tanzböden, wo sich die Pärchen nach Herzenslust im Kreise drehen konn­ten. um in Gestalt von durchgetanzten Schuh­sohlen dem ehrsamen Dchuhmacherhandwerk Arbeit und Derdicnstmöglichkeit zu erschließen. Daß na­türlich die Tanzmusik wieder flott und schneidig zur Stelle war, versteht sich von selbst Unb so herrschte denn überall bei diesem Sommertcst in der Bolkshallc flotter Betrieb, der erst sein önbe gefunden haben soll - wir waren um diese Zeit nicht mehr dabei - als d,e Hähne schon längst nicht mehr wußten, wann sie eigentlich den ersten Schrei gur Begrüßung des neuen TageS getan hatten.

Alles in allem trotz Regen, trotz Geldknappheit und trotz mancherlei anderer Beschwerden dieser Notzeit war bei diesem ganz auf Wohltätigkeits- zweck eingestellten Feste doch ein erfreulich irischer vlug unb Betrieb zu bemerken, von dem hoffentlich bie Stubentenhilfe reichlich profitieren wird

nicht so sehr nach diefem Spruch zu richten. Denn auch unter den Buchen kann man vom Blitz er- schlagen werden Auch die Wissenschaft neigte lange Zeit dem Sah zu. daß die Buchen weniger vom Blitz getroffen werben als die Eichen und andere Bäume. Allerdings ist aus einigen Sta­tistiken zu entnehmen, baß Buchen viel weniger vom Blitz getroffen zu werben scheinen, als bei­spielsweise Eichen. Bei biefen Statistiken fehlt aber jebesmal der Rachwcis über die Höhe der Bäume. Wenn in ben beobachteten Wald- beftänben bic Eichen höher waren als bie Buchen, so wäre es ohne weiteres nicht vcrwunbcrlich. wenn sich ber Blitz mehr bie Eichen ausfuchtc. als die Buchen- benn. zwar' nicht immer, aber doch meistens fährt ber Blitz in die höchsten Stellen der Umgebung. Zudem beginnt man jetzt all­gemein der Annahme zuzuneigen daß der Blitz von den Buchen wegen irgendeiner physikalischen, ober chemischen Eigenschaft in der Binde ab­geleitet wird, ohne Beschädigungen anzurichten, oder ohne auch nur bic geringste Spur zu hinter­lassen. Besonders häufig scheint dies in der Begetationszeit zu fein, wenn bic Buche mit Säften übcrlabcn ist Ein Beamter der Zentral­verwaltung der französischen Forsten behauptet sogar, baß bie Blihgefahr bei Buchen ziemlich hoch sei. daß dies aber wegen bes angeführten Grundes nur nicht fo leicht festzustellen sei Diese Ansicht hat sich neuerdings wiederholt bestätigt gefunden Man legte um die Stämme der Buchen Zinkstreifen unb mußte dann seststellen baß diefe

pcridiicbcnfn Fleisches, Rindfleisch, Kalbileuch unb Schweinefleisch, wie Cilly. nicht ohne Ironie kon­statierte.

Was suchst du benn da herum?" fragte Herbert.

Ich suche eine Elefantenkeulc oder einen Nas- hornichmken!" meinte Cilly.Die Russen werden sich doch nicht mit einem gewöhnlichen Rindfleisch, Kalbfleisch ober Schweinefleisch begnügen?"

Herbert gab keine Antwort. Er war heftig be­müht, em schweres Stuck Rmdfleifch zuerst in größere unb bann in kleine Stücke zu zerteilen. Rach fünf Minuten vergeblichen Bemühens warf er das große Messer auf den Tisch unb eilte ins Bade- ftmmer. Von bort kehrte er triumphierend mit seinem Rasiermesser zuruck und machte sich an bie Zerteilung des Fleisches Als das Rindfleisch in ganz kleine Stücke geschnitten war, machte Herbert eine kurze Pause unb verband sich den Daumen. Wahrend der 'Bearbeitung des Schweinefleisches gab es einen lauten Knall, der vom Wasserkessel . herrührtc, den Herbert ohne jeglichen Inhalt aufs

Feuer gesetzt hatte. Dann kam bas Kalbfleisch Ein Berg kleiner Fleischstückchen häufte sich aus dem Kuchentisch. Unentwegt sah Cilly zu.

Jetzt kommt bic Hauptsache " sagte .yerbert be­deutungsvoll. Die Zutaten! Die Gewürze'' Und freigebig streute er aus einer Blechbüchse gestoßenen Pfeffer über den Flcifchberg. Der herrlichste Mokka- duft breitete sich in der Küche aus Lilly schnupperte Zu spat sah Herbert, daß er sich in ber Büchse ver- griffen hatte. Aber er. gab cs nicht zu

Du wunderst dich wohl, meine Liebe ' xu mirtt sehen, welch unerhörtes Aroma so ein bißchen Kaffee der Flcischpastetc gibt' Und Herben gab zwei achauftc Losse! einer Substanz zu, bie er in gutem Glauben für Kartoffelmehl etngefauft hatte Es ist bis heute noch nicht erwiesen, ob der Vertäuter, ber statt dessen Seiicnilocken cingcroirfclt hatte, ein schlechter Mensch ist..

Nachdem Herbert die große Bratpfanne mit em wenig Bohnerwachs eingefettet hatte, schüttete er den Flcifchberg Darauf und legte ein Pfund Butter obenauf. Nach einer Minute brannte die unterste Loge des Fleisches, wahrend sich die Butter zuent gar nicht erweichen lasten wollte Dann aber ichlug. Die Gasflamme von unten herauf, unb siehe da auch die Butter geriet ins Brennen Herbert löschte, wie cm erfahrener Feuerwehrmann, mit einem Eimer Master. Ein zweites Pfund Butter, Diesmal in kleiner Stücke geteilt, ging Drauf. Plötzlich besann sich Herbert, holte ein Dutzend Zwiebeln aus ber Kammer, in welcher die Vorräte aufbewahrt wur­den, unb steckte sie mit fernem symmetrischen Ge- fühl rundherum in Den Flcifchberg. Dann setzte er

auf Dem Plankenzaun des Friedhofes hinzog Der Blitz ging dann um Den ganzen Stacheldraht Des Zaunes herum, tötete verschiedene Menschen ____ verletzte noch mehr. Getötet wurden aller­dings nur solche Pertonen, die ihren Regenschirm ausgespannt hatten. Die Eisenspitzen Der Schirme waren mit Dem StachelDraht in Berührung ar kommen. Landwirte, die auf Den Fel Dem öd'

Das Gebot der Stunde: Kurs nach Süden

Von unserem römischen k-Korrespondenten.