Wie painleve sich die Beseitigung der Tribuifrage denkt.
Oie „AuSgleichö-kaffe" als Hemmnis für eine schnelle Erholung der deutschen Wirtschaft.
Frankfurt a. M., 6. Juni. (CNB.) Pain - l e v 6, der neue französische Lustfahrtminister und Vorsitzende des Rats für Nationale Verteidigung, erklärte dem Vertreter des Frankfurter „Generalanzeigers" über die sog. Ausgleichskasse:
Frankreich hatAnspruchaufdiedeutschen Leistungen ; Deutschland tann aber gegen- wärtig nicht zahlen. Das Fortbestehen der Forderung vergiftet die Beziehungen. Es ist notwendig, die Luft zwischen den beiden Völkern zu reinigen. Wenn jedoch Frankreich für alle Zei - t e n bedingungslos oerzicytet, besteht die Möglichkeit, ja, die Wahrscheinlichkeit, daß Deutschland auf Grund seiner besseren technischen Ausrüstung und überdies von allen Lasten befreit, i n einen wirtschaftlichen Konkurrenzkampf tritt, der für die jetzigen Gläubiger Deutschlands, die auf ihre Forderung verzichtet haben, eine schwere Gefahr bedeuten würde.
Wenn jedoch ein Verzicht ausgesprochen werden soll, muh gegen diese Möglichkeit ein Schuh geschaffen werden, ein Ausgleich. Ich habe dafür das Wort Ausgleichskasse gebraucht, das offenbar so viele Mißverständnisse hervorruft, Um den Ausgleich zu schaffen, ist ein Wohlfahrtsindex notwendig. Was ist das beste Meßinstrument für die Wohlfahrt eines Landes? Der Verkehr. Wenn also die deutschen Verkehrsmittel, Eisenbahn und Handelsschiffahrt, in ein internationales System einbezogen wurden, ist eine Gewähr gegeben, daß im Falle eines starken Aufblühens der deutschen Wirtschaft auch die anderen Staaten teilnehmen. Eine solche Internationalisierung der Verkehrsmittel würde eine Beschränkung für die allzu starke wirtschaftliche Entfaltung der einen
Seite und einen Ausgleich für die wirtschaftlich Schwächeren bilden. Als Vorbild könne die Organisation der französischen Eisenbahnen gelten, für die mit Rücksicht auf die staatliche Ausfallbaftung schon jetzt ein Ausgleichssystem besteht.
Oie Außenpolitik in Hernots Regierungserklärung.
Paris, 7. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der außenpolitische Teil der Regierungserklärung, mit der das Kabinett Herriot heute nachmittag vor das Parlament tritt, trägt dem Standpunkt Rechnung, den Kriegsminister Paul-Boncour unlängst in einer Rede vor ehemaligen Frontkämpfern in Dijon dargelegt hat. In der Abrüstungsfrage werde die Regierungserklärung den von der Dorangegangenen Regierung eingenommenen Standpunkt sich zu eigen machen und den^Grundsah Sicherheit, Schiedsgerichtsverfahren, Abrüstung in den Vordergrund rücken. Jedoch werde das Problem der Möglichkeit einer Rüstungsherabsehung kaltblütig und ohne Demagogie gemäß dem gegenwärtigen Stand der internationalen Garantien geprüft werden. Zum Reparationsproblem kämen zwei Grundsätze in Frage: 1. Aufrechterhaltung des französischen Willens, eine europäische Solidarität herbeizuführen, 2. kein Abgehen von den nnbe - st reitbaren Rechten Frankreichs und namentlich keine Trennung zwischen Frankreichs Gläubigeransprüchen und Schuldverpflichtungen.
Das endgültige Wahlergebnis in Mecklenburg.
Oie Kommunisten erhalten ein Mandat mehr. — Keine absolute Mehrheit der ASOAp.
Schwerin, 6. Juni. (XUJ Die Wahlleitung für die Wahl zum Mecklenburg-Schwerinschen Landtag gibt ein neues amtliches Ergebnis bekannt. Danach hat sich gegenüber dem zuletzt festgestellten Wahlergebnis die Stimmenzahl der Kommunistischen Partei um 44 Stimmen vermehrt. Dies hat zur Folge, daß sich die Zahl der kommuni st ischen Sitze von vier auf fünf erhöht. Nach diesem neuen Ergebnis ergibt sich für die Nationalsozialisten^ deren Mandatszahl sich ebenfalls gegenüber der ersten vorläufigen Zähmung um 1 auf 30 Mandate erhöht hatte, keine absolute Mehrheit. Der Landtag hat nunmehr ein parlamentarisches Kräfteverhältnis von 3 0:30.
Im einzelnen verteilen sich die Stimmen wie folgt:
Sozialdemokraten 108 358 = 18 Sitze
Kommunisten 27 006 = 5 „
Nationalsozialisten 177 029 = 30 „
Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft
der Mitte 7 899 - 1 „
Deutschnationale Volkspartei 32 875 -- 5 „
Arbeitsgemeinschaft nationaler
Mecklenburger 7 492 -- 1 „
Sozialistische Arbeiterpartei 952 = 0 „
Zum Wahlausgang in Mecklenburg schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Wie nicht anders zu erwarten gewesen sei, habe die Bewegung Adolf Hitlers ihren Siegeszug fortgesetzt. Wenn schon Oldenburg den De- । weis dafür erbracht habe, daß die nationalsozia- I
listische Bewegung unüberwindlich geworden sei, so erhärte der Ausgang der Mecklenburger Wahlen diesen Vorgang nochmals. Was die Mandate anbetreffe, so verfüge die RSDAP. genau über 50 v. H. derselben. Mit den fünf Deutschnationalen oder dem einen der „Arbeitsgemeinschaft nationaler Mecklenburger" lasse sich also ohne Schwierigkeit auch tn Mecklenburg eine nationale Regierung errichten. Auch h ier sei d a s S y st e m r e st ° los aus dem Sattel gehoben und die große Säuberung könne beginnen. Run komme Hessen, der letzte Auftakt zum Schicksals- Reichstag von 1932.
Der Leiter des Gaues Mecklenburg-Lübeck der RSDAP., Reichs- und Landtagsabgeordneter Friedrich Hildebrand, erklärte: Die Zahl der Regierungsmitglieder würde wahrscheinlich von 3 auf 2 herabgesetzt werden. Er, Hildebrand, könne jetzt schon den neuen Ministerpräsidenten des Freistaates Mecklenburg-Schwerin vorstellen. Es sei dies der Parteigenosse Gutsbesitzer Granzow-Se- verin. Um die Mißwirtschaft in den einzelnen Kommunen zu beseitigen und Einblicke in die Haushaltspläne zu gewinnen, würden an mehreren Stellen Landeskommissare eingesetzt werden. Die RSDAP. sehe eine ihrer Hauptaufgaben darin, die neue Konstituierung des Landtags in Verbindung mit anderen Ländern wie Oldenburg, Braunschweig usw. mit einer Widerstandspolitik gegen das herrschende System im Reich zu beginnen.
Ein Rechenschaftsbericht des Kabinetts Brüning.
Gegen Vorwürfe der papenfchen Regierungserklärung.
B e r l i n, 6. Juni. (TU.) Der Reichskanzler und die übrigen Mitglieder der früheren Reichsregierung veröffentlichen folgende Erklärung:
Die neue Reichsregierung hat in ihrer Antrittserklärung schwere Vorwürfe gegen d i e bisherige Regierung erhoben. Der sachlichen Auseinandersetzung vor der Volksvertretung hat sie sich entzogen. Das deutsche Volk wird es darum verstehen, wenn wir auf diesem Wege den Versuch, die Verantwortlichkeit zu verschieben, entgegentreten.
Wohin gehen die Vorwürfe? Die Finanzen seien erschüttert. Die Sozialversicherungen bankerott, die Reformen über schwache Ansätze nicht hinaus- aeführt und das staatliche Leben nicht an die Armut der Nation angepaßt.
Was ist die Wahrheit? Bei seinem Amtsantritt vor mehr als zwei Jahren fand das Kabinett Dr. Brüning eine gewaltige schwebende Schuld vor. Dazu kam eine Weltwirtschaftskrise, die sich von Monat zu Monat verschärfte, die, Währungen zerrüttete und die für das durch Kriegsverlust ohnehin geschwächte Deutschland b e - sonders scharfe Wirkungen haben mußte. In einer Zeitspanne, in welcher der Außenhandelsumsatz der Welt von 31 Milliarden Dollar auf rund 15 Milliarden Dollar herabsank und als automatische Folge eine ungeheure Arbeitslosigkeit in der gesamten Kulturwelt bewirkte, war es u n - möglich, die deutsche Volkswirtschaft von dieser rückläufigen Bewegung abzuriegeln.
Andere Staaten haben in den letzten Jahren entweder von Reserven gelebt, die Deutschland fehlten, oder neue Schulden großen Stils gemacht, was für Deutschland sachlich falsch und praktisch ausgeschlossen war. In derselben Zeit mußte die Sanierung von Banken, Jndustriewerken, Schiffahrtsgesellschaften und zahl- losen Genossenschaften in Handwerk und Landwirtschaft unter Aufwendung von Hunderten von Millionen Mark durchgeführt werden. In dieser Lage haben wir 1930 bis 1932 d i e Ausgaben von Reich, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen um mehr als 6 Milliarden Mark gedrosselt. Das sind „nicht schwache Ansätze", wie es die Erklärung der neuen Reichsregierung dar- stellt. Die staatliche Anpassung an die Armut der Nation ist weitestgehend erfolgt und in dem Haushalt jedes einzelnen fühlbar ge
worden. Die Regierung hat der Gesamtheit des Volkes Opfer zugemutet, um in den außenpolitischen Verhandlungen freie Hand zu bekommen im Kampfe gegen die Reparationslaften und zur Ueberwindung der Wirtschaftskrise. Das ist nach dem Urteil aller Sachverständigen in großem Ausmaß erreicht worden Dabei wurde die Währung trotz aller Stürme sicher behauptet, dabei hyt sich die sch webende und langfristige Schuld des Reiches nicht vermehrt.
Das Kabinett Brüning istausdieserArbeit herausgerissen worden, als es die Vorbereitungen für die Sicherung des Etatsjahres 1932'33 für Reich, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen beendet hatte. Gleichzeitig waren die finanziellen und technischen Maßnahmen getroffen, um bis zu 6 0 0 0 0 0 Menschen in NotstaNds- arbeitundfreiwilligemArbeitsdienst Brot'und Arbeit zu schaffen und in einem umfassenden Siedlungsplan weiteren Volkskreisen Hoffnung auf Lebensrückhalt auf eigener Scholle zu eröffnen.
Durch das Scheitern dieser Pläne ist der Ablauf des Sanierungswerkes in einem entscheiden- ten Augenblick j äh unterbrochen. Diese Tatsachen sprechen mit unerbittlicher Klarheit gegen die Behauptungen der neuen Regierung. Wir haben nicht' nur eine „Bilanz" gefordert, sondern sie zu allen Zeiten und in jeder Lage tatsächlich gezogen und dem deutschen Volke in aller Oefsentlichkeit vorgestellt. Wir haben kein Trümmerfeld geschaffen, sondern unter schwierigsten finanziellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen dieGrundlagenfür neues Werden gelegt
Das Kabinett Brüning hat gegen die zersetzenden Strömungen im Lande alle Kraft aufgeboten. Es hat dem Herrn Reichspräsidenten die Rotverordnung zur Bekämpfung der Gottlosenpropaganda zur Unterschrift vorgelegt. Die letzte geistige Ueberwindung dessen, was an zersetzenden Kräften innerhalb des deutschen Volkstörpers wirksam ist, wird weniger durch gesetzgeberische Maßnahmen, als durch überzeugten und überzeugenden christlichen Tatwillen der einzelnen erfolgen. Wir haben im Sinne der von uns vertretenen christlichen Staatsauffassung es als vornehmste Aufgabe betrachtet, unvermeidliche
Die neue Regierung Wies wieder znrückgeireien.
Amerika hat Angst für seine Kapitalanlagen.
Blick auf eine der Hauptstraßen von Santiago, der Hauptstadt Chiles. — Unten links: Der bisherige chilenische Staatspräsident Montero. — Darüber: Der Führer der siegreichen Aufständischen Carlos Davila.
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Santiago de Chile, 7. Juni. (TU.) Die vorläufige Regierung Chiles ist auf den Druck Washingtons und Londons hin zurückgetreten. Das Diplomatische Korps teilte dem Regierungsausschuß mit, daß die Länder d i c neue Regierung nicht anerkennen und für die Verluste verantwortlich machen, die das fremde Kapital durch den Umsturz erleidet. Es ist völlig unbestimmt, wer die Nachfolgeschaft der Revolutionäre antritt. Die Lage ist vollkommen verwirrt.
Das Programm der neuen Regierung sieht eine Reihe umwälzender Maßnahmen vor, so u. a. eine scharfe Besteuerung der großen Vermögen, wodurch 500 Millionen Pesos aufgebracht werden sollen, die allgemeine Arbeitsdienstpflicht und Beschlagnahme unproduktiven Landes zur Arbeitsbeschaffung für Arbeitslose, die Auflösung undVerstaatlichung des Cosach- Chilesalpeter-Konzerns, staa'.liche M o- nopolisierung von Oel, Tabak, Zucker, Alkohol und Streichhölzern, ferner Verstaatlichung der Banken und eine schrittweise
Sozialisierung des Kredits. Der Chef der Regierung, Dr. D a v i l a, gab indessen Pressevertretern eine Erklärung ab, in der die Gerüchte und Behauptungen über eine Beschlagnahme ausländischen Eigentums zurückgewiesen wurden. Davila erklärte, daß keinerlei Privateigentum a n g e t a st e t werde. Alle Verträge würden erfüllt wie bisher. Die ausländische Schulde n s r a g e bleibe unverändert. Die neue Regierung stelle keine Form einer Sowjetregierung dar. Chile könne sich jedoch unter dem kapitalistischen System nicht von der Deflation erholen und müsse daher das System eines progressiven Staatssozialismus zur Anwendung bringen. *
Diese Erklärungen haben aber offenbar die große Besorgnis nicht zerstreuen können, mit der die amerikanische Regierung die Entwicklung in Chile verfolgt, da die Vereinigten Staaten dort Kapitalien in Höhe von etwa 700 Millionen Dollar investiert haben, und zwar die Hälfte im Svlpeter- und Kupferabbau und die andere Hälfte in privaten und Regierungsbonds.
Opferin möglich st erGleichmäßigkeit zu verteilen. Es wird Aufgabe des Landes fein, darüber zu wachen, daß die von uns geleistete Arbeit vorVerfälschungbewahrt und so weitergeführt wird, wie es d i e Wohlfahrt des gesamten Volkes und nicht das Sonderinteresse von Parteien und kleinen Gruppen fordert.
ASDAP. und Kabinett papen.
Der„BöMsche Beobachter" zur Regierunqserklärung.
München, 6. Juni. (CNB.) In seinem Kommentar zur Regierungserklärung des Reichskabinetts schreibt der „Völkische Beobachte r", die NSDAP, werde ihre grundsätzliche ober spezielle Haltung vom Kabinett zur gegebenen Zeit bekanntgeben. Fest stehe, daß die Regierung vor allem Volk ausspricht, daß als' Bilanz der dreizehnjährigen Herrschaft von Zentrum und Sozialdemokratie eine moralische Zermürbung des deutschen Volkes zugegeben werden müsse. Dies in einer amtlichen Kundgebung zu lesen, zeige, daß die von den Nationalsozialisten durchgekämpfte Ueberjeugung allgemein nationales Gut zu werden beginne. Weiter heißt es in dem Artikel: Wir freuen uns vor allem darüber, daß durch diese Festeiung auch Hindenburg mittelbar kundtue, daß sein Vertrauen zu allen Versprechungen der Systempgrteien und ihrer Führer schmählich getäuscht worden sei. Wenn zum Schluß die „Heranführung der innerpolitischen Klar.- heit" gefordert werde, so liege diese Forderung ganz auf der Linie der nationalsozialistischen Wünsche. Die Regierungserklärung habe also das Gute, daß sie die Aechtung des nationalsozialistischen Denkens und Handelns auf- hebe und eine freie Entscheidung des deutschen Volkes zu ermöglichen zusage. Damit werde eine Welle nationalsozialisti- scher Kundgebungen sich erheben, wie sie Deutschland noch nicht gesehen habe. Die Entscheidung laute heute einfach: Für ober gegen Deutschland Für Deutschland, das bedeute heute für die Bewegung Adolf Hitlers, gegen Deutschland, das heiße, für die Kommunisten oder für die marxistisch zentrümlichen Verursacher und Nutznießer des deutschen Elends stimmen.' .
Ein Vortrag des Grafen Reventlow.
Berlin, 6. Juni. (ERB.) Auf einem Vortragsabend der „Akademischen Woche" sprach der bekannte nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Graf zu Reventlow über „Außenpolitik und Abrüstung". Das erste Ziel einer nationalen Regierung, führte er aus, müsse fein, die heimatliche Produktion auf den höchsten Stand ihrer Leistungsfähigkeit zu bringen: beim nur einwirtschaftlich unabhängiges Deutschland könne eine wirklich deutsche Außenpolitik betreiben. Die bisherige Erfüllungspolitik lasse sich nicht plötzlich abbrech e n , weil dadurch eine Katastrophe für das ganze Volk heraufbeschworen werd«, für die kein Politiker die Verantwortung übernehmen könne. Der Redner trat für eine Verständigungspolitik ein, die aber auf Gegenseitigkeit beruhen müsse. Verhandlungen mit Frankreich brauche man nicht abzulehnen, aber man müsse sie mit völliger Rüchternheit und ohne Sentimentalität führen. Das Ziel ber deutschen Außenpolitik bestehe in der Befreiung Deutschlands vom Versailler Vertrag, insbesondere von den Reparationslasten. Die privaten Schulden Deutschlands müßten jedoch als verbindlich anerkannt werden, wenn man auch gegenwärtig noch nicht sagen könne, wann Deutschland in der Lage fein werde, diese Zahlungen zu leisten.
In der Frage der Abrüstungspolitik' habe, wie Graf Reventlow mit Rachdruck hervor- hob, die Regierung Brüning den richtigen Standpunkt eingenommen. Sollte die Abrüstungskonferenz zu keinem Ergebnis kommen, werde Deutschland die Gleichberechtigung für sich in Anspruch nehmen. An einen Angriffskrieg denke niemand. Deutschland werde sich auch nicht in eine Aktion gegen Sowjetrußlank hinein- manövrieren lassen. Eine ausgesprochen deutsche, dabei aber sozial denkende Regierung brauche keine Angst vor dem Bolschewismus haben.
Sitzung des LandeswahlausschuffeS in Heften.
WSR. Darmstadt, 6. Juni. In der Sitzung des Landeswahlausschusses wurde über die Zulassungder für diehessische Landtagswahl eingereichtenKandidaten- listen verhandelt. Der Ausschuß erkannte die neun eingereichten Vorschlagslisten als ordnungsmäßig ah. Lediglich gegen d i e Liste der SAP. - Kommunistischen Opposition wurde von den Kommunisten Einspruch erhoben, weil in der Bezeichnung „Kommunistische Opposition" eine Irreführung enthalten sei. Auch dieser Wahlvorschlag wurde gegen den kommunistischen Beisitzer bei Stimmenthaltung des nationalsozialistischen Vertreters z u g e l a s s e n.
Kleine politische Nachrichten.
Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat einen Urlaub angetreten und Berlin verlassen. Zu seinem Vertreter hat er den Wohlfahrtsminister Dr. H i r t s i e s e r bestellt, der von nun ab als bienstältester Minister b e n Vorsitz im geschäftsführenden K a b i n e t t führen wirb.
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Wie bie Telegraphen-Union von unterrichteter Seite erfährt, ist Dr. Schacht nicht als beut- scherVertreterfürbieLausannerKon- ferenzin Aussicht genommen. Es ist mit ihm auch nie in diesem Sinne verhandelt worden.
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Der Ausschuß der Abrüstungskonferenz, der sich mit den Begriffsbestimmungen für die Effektivbestände beschäftigt, hat festgestellt, daß es vorläufig keinen Zweck habe, mit den Beratungen fortzufahren, solange nicht bestimmte Vorfragen vom Hauptausschuß geklärt seien.
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Die Spihenverbände der Krankenkassen und Aerzte tagten zum Zwecke eines gemeinsamen Honorarabkommens. Rach eingehender Aussprache gelangten diese Verhandlungen noch nicht zum Abschluß, sondern wurden für kurze Zeit vertagt.
Die Vorlage zum Ausgleich des amerikanischen Staatshaushaltes ist vom Parlament endgültig verabschiedet worden. Das Gesetz sieht Erhöhungen der Einkommensteuer, der Gesellschaftssteuer, der Erbschaftssteuer, der Erzen- ger-, Verkehrssteuer, der Vergnügungssteuer, der Börsenumsatzsteuer und der Schecksteuer vor. Außerdem ist eine Erhöhung des Briefportos und der Zölle für Del, Kohle, Kupftr, Bauholz vorgesehen.
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Die Arbeitslosenziffer in England belief sich am 23. Mai auf 2 741 306, das bedeutet seit dem 25. April eine Erhöhung um 89124 Arbeitslose.
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Der mit der Regierungsbildung in Rumänien beauftragte Natlonalzaranist Vajda teilte dem König mit, daß sich keine Partei bereiterklärt habe, an der


