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Der deutsche Wahlsieg im Memelland.

Welche Folgerungen zieht Kowno aus der litauischen Niederlage.

Kowno, 6. Mai. (ERB.) Das Ergebnis der Wahlen im Memelgebiet, das mit der eindeuti- gcn Bestätigung drS deutschen Eharakters dieses Landes so ganz anders ausgefallen ist als gewisse litauische Kreise zumal angesichts dcr zur Beeinflussung des Resultats im grohlrtaui- schen Sinne angewandten Mittel erhobst haben, ist heute hier nicht nur das Tagesgespräch in allen politischen Zirkeln, sondern auch bereits Gegenstand der Beratung der maßgebenden po­litischen Stellen.

Sine erste Entscheidung, die als eine richtige Konsequenz deS Wahlergebnisse« gewertet werden must, ist bereits gefallen. Dem Rücktritts- aesuch de« Gouverneurs Merkys wird stattgegeben werden. Darüber hinaus wird in politisch-parlamentarischen Kreisen davon ge­sprochen. dast nunmehr eine andere Ein­stellung im Hinblick aus die Politik nicht nur gegenüber dem Memelgebiet, sondern auch aegenüberDeutschland, dessen besonderes Interesse in dieser Frage jetzt mehr als bisher gewürdigt werden soll, notwendig ist. Es wird z. B. davon gesprochen, dast cs sich empfehlen dürfte, in allen memelländischcn Angelegenheiten nicht mehr erst die Signatarmächte handeln zu" lassen, sondern eine unmittelbare Ver - ständigung mit Deutschland zu suchen. So erklärt sich wohl auch das heute hier kur­sierende Gerücht, dast .die Stellung de« Austenmini st crs Zauniu« erschüttert

sei. Welche Entscheidungen die litauische Regie­rung treffen wird, bleibt allerdings abzu­warten. Aus die Rotwendigkcit solcher Be­schlüsse wird immerhin in der Oppositionspresse schon mit Nachdruck hingewiesen.

In politischen Kreisen Kowno« werden bereit« R a ch s o l ge r für Gouverneur Merkys genannt. Als Nachfolger sollen der Oberst Baron Sten­zel i s, der Generalsekretär de« Innenministe­rium« und der Militärattachee in Berlin, Oberst Skirpa, der zur Zeit in Kowno weilt, in Frage kommen. Dcr neue Memellandische Landtag soll zum 26. Mai einbcruken werden. Bi« dahin soll an Stelle de« Direktorium« Simmat. dessen Rücktritt im Lause der nächsten Tuge zu erwarten ist, ein neues Direkto­rium durch den neuen Gouverneur im Einver­nehmen mit den Führern der LandtagSparteicn gebildet werden.

Die litauische Presse in Kowno erscheint unter starker Zensur. Auster dem halb­amtlichen »LictuvoS Aida«", der einen ganz farb­losen und ausweichenden Artikel bringt unter dcr Aeberschrift .Man must sich besser ken­nen lernen" und in den Mittelpunkt diese« Artikels eine Erörterung der Sprachenfrage stellt, bringt der .Lietuvvs Tinio«" einen stark von der Zensur gekürzten und dadurch zusammenhanglos gewordenen Leitartikel. Der christlich-demokra- .RytaS" bringt sogar -an Stelle des Leitartikel« einen alten Fahrplan.

Was plant die Regierung zum Ausgleich des ^eichshaushalts?

Berlin, 6. Mai. (WTB.) Amtlich wird mit- geteilt: 3n der Oeffenllichkeit werden Mitteilungen verbreitet, nach denen die Rcichsrcgierung zur Deckung von Fehlbeträgen eine Zwangsan leihe oder eine Her m'ä g e n s- obqabe plant. Diese Nachrichten sind unrichtig und entbehren jeder Grundlage.

Bon Berliner Blättern wird darauf hingewiesen, dast die in der Oeffenllichkeit Aörterte Absicht dcr Negierung, die Krisen st euer uinzubnuen und zu erweitern, so dast sie alle be­schäftigten Personen' erfaßt, nicht de- in c n t i e r t wird. Es wird darin eine Bestätigung dafür gesehen, dast diese Pinne im Bereich der Er- wogungen bei den Kabincltsberatungen stehen, wenn sic auch noch nicht in das Stadium offizieller Re- gierungsentwürfc getreten sein sollten.

Das Reichssinnnzministerium wird, wie die ..Germanin" berichtet, voraussichtlich sofort nach Abschluß der Haushaltsbcratungen im Reichskabinett den Reichshaushalt als Vorlage gleich­zeitig dem Reich s r o t und dem Reichs­tag zu geh en lassen. Das habe den Sinn, dast der Haushaltsausschuß des Reichstages mit dcr Be­ratung im Ausschuß beginnen könne, ohne daß das Votum des Reichsrates vorliege. Der Reichsrnt werde sich gleich nach Pfingsten mit dem Rcich.'-ciat beschäftigen. Die Reichsregierizng lege Werte dar­auf, dast die Vorlage im Reichsrat in kürzester F r i st erledigt werde. Der Reichsfinanziniiuster werde seine Etatrede im Reichstag erst nach Ab- schlust der Reichsratsverhandlungen 'la'tcn. In der riten Maitagung des Reichstages würden-also im | Plenum Reden zum Haushalt noch nicht gehalten werden, insgesamt stehe für die Bernungen im I

Reichsrat und Reichstag die Zeit bis zum 1. Juli zur Verfügung. Man rechne damit, daß diese Zeit ausreichen werde, um die vorgeschrieben'n drei Be­ratungen des Etats zu Ende zu führen. We.ter werde auch angenommen» daß der Reichshaushalt .t. Reichstag bi e erforderliche Mehrheit finden werde.

DerVölkische Beobachter" zum Verbot der Gottlosen-Verbande.

München, 6. Mai. (TU.) Zum Verbot der Gottlosen-Dcrbände schreibt dcr .Völkische 'Be­obachter" u. iQ.: Diese« Verbot sei kein Zeichen innerer Stärke, sondern eine geistige Dan- kerotterklärung. Denn die Verkündigung der marxistischen Weltanschauung verbieten, d i c machtpolitischen Organisationen die­ser Weltanschauung aber z. D. Reichsbanner, Eiserne Front zu schützen, da« sei der tiefste Fall, das furchtbarste Eingeständnis der politischen Ohnmacht, dos Eingeständnis, vollkommen mit der SPD. verstrickt au sein, umso­mehr. als nur die kommunistischen Gottlosen- Verbände aufgelöst würden, nicht die viel zahl­reicheren sozialdemokratischen (600 000 Mitglie­der), aufdtebesonderSdieoffeneDer- höhnung des Christentums aus der Bühne zurückgehe. Wenn der Zentrums- Reichskanzler Dr. Brüning die Gottlosen-Der- bände ouflöse, so müsse er auch das Reichsbanner verbieten, die Koalition mit der Gottlosenpartei in Preußen lösen und mit schärfstem Kampf auf allen Gebieten gegen den Marxismus vorgehen.

Deutschland einen st a r k e n'F ü h r e r brauche. Generalmajor a.D. Graf von der Goltz, der Vorsitzende dcr VVDD., hielt die Festrede, in der er zunächst ein Bild vom Lebenslauf des Kronprinzen entwarf Mit seinem einfachen soldatischen Wesen habe er sich das Herz jedes oolbaten erworben Das nationale Deutschland fordere die Wiederher­stellung der Monarchie: denn sic und nicht die Republik sei die beste Staatsform. Die heutigen Zustände seien in einem kaiserlichen Deutschland un möglich gewesen. Nur eine über den Parteien stehende Erbmonarchie könne Deutschland retten. Die Feier fand mit dem Großen Zapfenstreich ihren Abschluß.

(EinDeutsches Theater am Rhein ".

Die Meldungen, die von einer Vereini­gung des Dülleldorser Schauspiel­hauses dcr Direktion Dumont-Linde­mann mit den Kölner willen wollen, be- (tätigen sich Zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt Köln. Dr. Adenauer, und dem Auf­sichtsrat dcr ®. m. b. H. Schauspielhaus Düssel­dorf Vorsitzender Dr. Ernst Pocnsgcn wurde die Zusammenlegung unter vollem Einverständnis der beiderseitigen künstlerischen Leitungen beschlossen. Das Düsseldorfer sowie das Kölner Schauspielhaus gehen hierbei auf in die Gemeinschastsgründung ..Deutsches Theater am Rhein".

<5 Jahre Zuchthaus für einen Polizeibeamtenmord.

Das Schwurgericht Duisburg-Hamborn verhan­delte gegen den Arbeiter Seemann, der den Poli° zeihauptwachtmeistcr Flöring erschossen hatte.

Seemann, ein berüchtigter Einbrecher, befand sich auf einer Diebestour, bei der er durch eine Polizeistreife überrascht wurde. Seemann verschanzte sich in einem Tor­bogen und eröffnete auf die Beamten ein Revolverfeuer. Hierbei erhielt Flöring einen Kopfschuß, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Seemann wurde, nachdem er selbst schwer verletzt worden war. festgenommen. Der Staatsanwalt betonte, daß die Tat an Mord grenze und beantragte lebenslängliche Zuchthausstrafe. Das Gericht fällte das Uxteil, das auf 15 Iahre Zuchthaus lautete.

Wettervoraussage.

An ber Westseite bes mit verschiedenen Kernen über Zcntraleuropa lagernden Störungssystems bringt weiterhin kühle Luft nach dem Festland vor. Somit bleiben die Temperaturen für die Jahreszeit zu niedrig und dürften in dcr Nacht bei Aufklaren den Gefrierpunkt erreichen. Der Witterungscharakter gestaltet sich im allgemeinen wechselhaft. Wenn auch vorübergehend Aufheiterung eintritt, so wird doch durch .die von Nordwesten kommende Ozeanluft wieder Bewölkung Hervorrufen. Zeitweise ist qud) mit etwas Niederschlag zu rechnen.

Aussichten für Sonntag: Zeitweise Auf- heiterunq, aber auch stärker bewölkt und vereinzelt etwas Niederschlag.- Für die Jahreszeit zu kühl.

Lufttemperaturen am 6. Mai: mittags 12 Grad Celsius, abends 6,4 Grad: am 7. Mai: morgens 7,2 Grad. Maximum 12,2 Grad, Minimum 5,8 Grad. Erdtcmpcraturen in 10 cm Tiefe am 6. Mai: abends 11,9 Grad: am 7. Mai: morgens 9 Grad. Nieder­schläge 0,2 mm. Sonncnschcindauer 2 Stunden.

Aus der Prvvinzialhaupistadi.

Dießen, den 7. Mat 1932.

Muttertag.

Lenzsonntag. Vogelgezwitscher, Grasmückengezirp, Fröschegequak, Bluienprachl auf Weg und Steg. Frühlingszauber in Stadt und tanb. Emer dieser Lenzsonntage, der zweite im Mai, ist Mutter- tag.

Wo» ist uns die Mutter ^ Die Antwort, die wir aus jedem Munde auf diele Frage hören können, lautet sicherlich: Der liebste Mensch. Aber damit ist nur gefühlsmäßig ausgedruckt, was jedem einzelnen die Mutter bedeutet. Die Mutter ift viel, viel mehr Die Mutter wirkt in der Stille, sie beansprucht weder Dank noch Anerkennung, die Liebe der Ihren ist ihr Dank genug.

Da hat eine hochherzige Frau den Gedanken ge­habt: Diese stumme Liebe genügt doch nicht. 3n unserer Zeit, wo Sorgen und die Hege des Lebens soviel Gcmütswertc zerstören, wo vielen die Zeit mangelt, um an Liebe zu denken, um Liebe zum Ausdruck zu bringen, ist es notwendig, einen Tag im Jahr zum Muttertag zu machen, damit sich alle Kinder, ob Kleine oder Erwachsene, daran erinnern, was ihnen die Mutter war und ift, was Mütter für die Welt bedeuten.

Die 93>ahrige Marianne f) a i n i I d) in Wien, die Nestorin der deutsch - österreichischen Frauen­bewegung, ift es gewesen, die diesen schönen Ge­danken aufgegriffen und ihm in Deutschland und Oesterreich Geltung verschafft hat. Seit 1924 haben wir nun den Muttertag.

Wie feiern wir den Muttertag? Wie sollen wir ihn feiern? Wir sollen der Mutter gedenken, der toten, und der lebenden. Glücklich diejenigen, die nicht ihre Dankbarkeit nur noch durch einen Kranz auf ein Grab bezeugen, die Liebe und Dankbarkeit damit zum Ausdruck bringen können, daß sie der Lebenden eine kleine Freude bereiten. Was heißt Freude bereiten? Ihr ein sichtbares Zeichen der Liebe geben, ihr etwas- frijenFcn Cs braucht kein aroßarügcs Geschenk, keine Kostbarkeit zu sein. Eine Mutter ift mit so viel Kleinigkeiten zu erfreuen. Vielleicht hat sie lange Zeit einen Wunsch gehegt, den wir ihr erfüllen können. Vielleicht hat sie eine kleine Schwäche, eine Lieblingsfpeise, die wir ihr bringen können. Sonst genügt aber auch eine Blume, die wir ihr auf den»Fruhstückstisch stellen, ein paar Süßigkeiten, die wir ins Nähkörbchen legen. Auf dasW i e kommt es beim Schenken an, nicht auf dasWas". Und wo die Mittel zum Schenken fehlen, da kann ein Händedruck, ein liebes Wort, ein Handkuß die Gabe fein. Ein Versprechen, eine Bitte um Verzeihung für viele kleine Unter- laffnngen und Lieblosigkeiten. Eine Mutter versteht solch ein bedeutsames, nachdenkliches Geschenk.

Ein Tag der Harmonie, des Familienzusammen­schlusses, der Freude soll der Muttertag fein. Aber auch ein Tag dcr Selbstbesinnung, der stillen Ein­kehr. Kinder haben der Mutter nicht nur zu danken, ihnen liegt auch die Pflicht ob, ihr helfen zu muf­fen. Der Lebensabend mancher Mutter war früher meist ein geruhsames Ausklingen nach getaner Ar­beit. Man hatte gespart, man war sonst gesichert, man war sorgenlos. Heute ist das vielfach ganz anders geworden. Ungesichert ist das Alter dcr meisten Mütter. Die Kinder haben da die Ver­pflichtung, an das Alter der Mutter zu denken und für sic zu sorgen. Unbemerkt für den Stolz einer Mutter müßen sie ihr die Arbeit, die Sorge für die Ihren, wenn die Zeit gekommen ist, aus den 5)änben zu nehmen verstehen. Das bitterernste Sprichwort muß zu Schanden werden:Eine Mut- ter kann sieben Kinder ernähren, aber sieben Kinder nicht eine Mutter". Heilighaltung der Mutter, das ist die innere Bedeutung des Muttertages. M. T.

Ntudienrat Or. Eduard Stohr t-

Hnertoartct verschied am 4. Mai der Studienrat am Realgymnasium Dr. Eduard S t oh r. Die Anstalt erleidet durch seinen Heimgang einen schweren Verlust: hat doch der Verstorbene fein reiches Wissen und sein pädagogisches Geschick in seinen besten Mannesjahrcn acht -ahre lang freudig und erfolgreich in den Dienst der Schule gestellt, dcr er selbst als Schüler angehört hatte. Lange Iahre Assistent am chemischen Institut dcr Universität, vorübergehend auch in der Industrie tätig, Oberlehrer in Groß-Bieberau und Schot­ten, verfügte Stohr über außerordentlich um­fangreiche Kenntnisse und war der gegebene Nach­folger seines verehrten Lehrers Professor Dr. Erb als Leiter des chemischen Kabinetts und Ver­walter seiner Sammlungen. In vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit, mit Gerechtigkeit, Güte und stets gleichbleibender Freundlichkeit bildete er den Verstand feiner Schüler und sorgte gleich­zeitig für ihr persönliche- Wohlergehen. So er­warb er sich die ungeteilte Liebe und Verehrung der ihm anvertrauten Iugend: sie kannte ihn bei aller Hochachtung für fein Wissen und Wirken als personifizierte Güte. Seinen AmtSgcnossen war der auf­rechte deutsche Mann, der feine Kenner und Forscher der Natur feiner Heimat und frohe Wanderer ein lieber, treuer Freund, ein allezeit frohen, guter Kamerad, Er war kein Mann der breiten Ocsfcntlichkcit. aber zu jedem Opferbereit: auch für die Vereinigung ehemaliger Realgym­nasiasten war er rastlos und erfolgreich tätig.

Bornotizen.

TageSkalender für Samstag: Geflügel- und Dogelzuchtverein, 20.30 Uhr. .Pfäl­zer Hof", Monatsverfammlung. Artillerie-

Verein. 20 30 Sßr. .Hessischer Hol". TOhnaWve# Sammlung. Mtv., 2O.*J Ahr. bet Faulstich, Mit­gliederversammlung. - VfB. 06, 21 Ubr, Las« «bei, Monatsvcrsammlung B r K D., 20.30 Ufer, Sektionslokal, Vorträge. Lichtspielhaus, BahnhofstraßeKriminaIreporter 'Holm". Astona-Lichlspiele. Scltcrswcg .Straßen der Weltstadt". - Wicsc^cr Lichtspiele, 20.30 Ahr, .Die große Attraktion".

TageSkalender für Sonntag: Stadtthcatcr. 18.30 bi« nach 21 Uhr. .Morgen gebt« uns gut. Oberhcssischcr Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz. 11 bi« 13 11 br. Jubi­läums-Ausstellung. Lichtspielhaus. Bahichof- strahe, 11.15 Uhr. .Es wächst ein Geschlecht"; ab 15 Uhr .Zu Befehl' Aftoria-Llchtspiele, SelterStoeg. .Straßen ber Weltstadt". - Wie- feder Lichtspiele, 16 und 20.30 Uhr. .Die große Attraktion".

AuS dem Stadlthcaterburcau wird unS geschrieben: Morgen. Sonntag, letzte Aufführung der Schlagcropereitc ..Morgen geht « uns gut TV Hans Müller schrieb den Test nach Motiven einer alten Wiener Posse, die bereit« berühmt gewordene Melodie erfand Ralph Bc- nayky. Die Gießener Aufführung unter der Spiel­leitung von Hcntrich Hub, dcr mit seiner Part­nerin Eva Herms auch die Hauptrolle spielt und singt, bringt eine aroße Menge besonderer Ueberraschungen. Weil re daS letzte Mal ist, daß Morgen geht's unS gut!" über die Gießener Bretter tanzt, hat die Intendanz bte ursprüng­lichen Operettenpreisc auf gewöhnliche Schau­spielpreise ermäßigt Beginn 18.30 Uhr, Ende nach 21 Uhr.

Verschärfung der Devisenbestim­mungen sür Auslandreisen. Die De- vifenlage machte einige Verschärfungen der Be­stimmungen für den Reiseverkehr nach dem Au«- land und dem Saargebiet notwendig. Die Dc- visenbcwirtschaftungsstellen werden für nicht ge­schäftliche Reisen fortan den Nachweis der Dring­lichkeit der Reise verlangen: bei Reisen zum Äurgebraud) im Ausland ist hierbei die Vor­lage eine« amtsärztlichen Zeugnisses ersorderlich. Don einigen ausländischen Kurverwaltungen usw. sind in letzter Zeit Prospekte vcrschidt worden, in denen deutschen Kurgästen empfohlen wird, bei einem beabsichtigten Kuraufenthalt im Aus­land bereits einige Monate vor Antritt der Reise regelmäßig Ueberweisungen im Rahmen der Freigrenze oorzunehmen. Es wird amtlich ge­warnt. auf ein solches Vorgehen eiirzugehcn.

,e Sommerurlaubskarten nicht vor dem 1. 3 u n i. Wie die Hauptverwaltung der Deutschen ReichSbahngesellschaft mitteilt, sind mit der Einführung dcr Sommerurlaubskarten so um­fangreiche Vorarbeiten verbunden, daß eS un­möglich ist, den Wünschen zahlreicher Erholungs- suchender, die Fahrpreisermäßigung etwa am 15 ober 22. Mai einzujühren. zu entsprechen. Namentlich die Herstellung und Verteilung der vielen Tausenden von neuen Fahrkarten für olle Bahnhöfe sei in kürzerer Zeit nicht durchzuführcn. Ein früherer Einführungstcrmin alS dcr 1-Iuni könne daher nicht in Ausficht gestellt werden.

Museen und Hei den turm sind am morgigen Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Eintrittspreisen geöffnet.

Preußisch - ddeuffchc Klassen- lottcric. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse hat planmäßig spätestens bis zum 11. Mai, 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie- Einnahme zu geschehen

* Einbruch im Zigarrenhaus Moeser am Bahnhof. In der vergangenen Nacht wurde in dcr Filiale des Zigarrcngcschäfts M o e (c r im Kolonnadcnbau an der Bahnhofstraße eingebrochen und etwa 15 000 Zigaretten dcr MarkenAttikoh", Ravenklau",Mercedes",Ova",Eckstein",Nep­tun" undOberst" gestohlen. Die polizeilichen Er­mittlungen sind im Gange.

* Verbi fügte Eisenbahnfahrten für Iugendüchc. Bei der Deutschen Reichs­bahn besteht die Bestimmung, daß dcr Fahrpreis bei gemeinschaftlichen Fahrten Jugendlicher unter 20. Iahrcn zu Zwecken der Iugendpslege mit sach­verständigen Führern aus dic Hälfte ermäßigt wird. Bisher wurde diese Vergünstigung nut ge­währt bei Lösung von Fahrkarten für mindestens 10 Personen. Ictzt Hai sich die Deutsche Reichs­bahn dazu entschlossen, diefe Ermäßigung bereit« bei Lösung von mindestens 6 Fahrkarten ein- hxkn zu lassen. Diese Bestimmung soll zunächst versuchsweise bis zum 31. Dezember 1932 Gül­tigkeit haben. Es ist zu erwarten, daß sie zu einer ständigen Einrichtung wird. Die Vergün­stigung wird auch dann gewährt, wenn weniger al« 6 Teilnehmer vorhanden sind Es lohnt sich, sie noch bei 4 Teilnehmern in Anspruch zu neh­men. Die Ermäßigung beträgt bann aber für den einzelnen immerhin noch bei 5 Teilnehmern 40 v. H. bei 4 Teilnehmern 25 v. H. Allemal müssen aber mindestens 6 Fahrkarten zum halben Preis gelöst toertKyr. Auf 5 bis 9 Iugeudliche ent­fällt ein Führer, der dic gleiche Ermäßigung ge­nießt, auf je weitere 9 Iugendlichc, auch wenn diele Zahl nicht voll erreicht ist, noch ein Führer. Das bedeutet, daß von 10 Jugendlichen an 2 Führer, von 19 Jugendlichen an 3 Führer usw. zulässig lind.

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