Ausgabe 
7.1.1932
 
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Nr. 5 Erst« Blatt

182. Jahrgang

Donnerstag, 7. Januar M2

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friede. Mich. Lang«. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wich. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max FiUer, sämtlich in Gießen.

England gegen eine Verschiebung der Tributkonferenz.

Eine Rede des britischen Außenministers vor den ausländischen Journalisten.

London, 6. Ian. ($11.) Die Bereinigung der ausländischen Presse in London gab am Mittwoch im Savoy-Hotel dem englischen Außenminister Sir John Simon ein Frühstück, auf dem Simon über die politische Lage sprach. Innerhalb der nächsten vier Wochen würden drei große Konferenzen zusammentreten und auf jeder müsse das Foreign Office eine wichtige Rolle spielen. Der Zeitpunkt für die Dributkonfe- renz sei noch nicht endgültig festge - legt. Die englische Regierung würde eS als einegroßeErleichterung begrüßen,wenn die Konferenz sobald wie möglich eröff- n e t werden könne, da auch in England die Wiedereröffnung des Parlaments vor der Tür stehe. W«nn es nicht gelinge, einen früheren Zeitpunkt alL den 18. Januar oder einen Zc.tpunkt etwa um den 18. Januar herum sicher- zustellen, so würden einige der Minister schwerlich teilnehmen können, obwohl sie den Wunsch dazu hätten. Sir John Simon ließ durchblicken, daß dem Ministerpräsidenten Macdonald nur die Woche, die mit dem 18. Januar beginnt, gelegen sei. Der Schahkanzler sei wohl auf jeden Fall verpflichtet, nach Lausanne zu gehen, und e r s e l b st hoffe, ihn zu begleiten.

Die Tributkonferenz werde kaum schon beendigt sein, wenn die Vertreter der Mächte von einem Ende des Genfer Sees zum anderen hinüber­wechseln müßten, um an der zum 25. Januar be­ginnenden Sitzung des Völkerbunds­rates teilzunehmen. Es sei möglich, daß hier einige sehr schwierige und Besorg­nis erregende Fragen aufgeworfen wür­den, die Europa und Asien angingen. Die dritte wichtige Tagung sei die am 2. Februar beginnende Abrüstungskonferenz, wobei der Minister hinzufügte, daß mit allgemeiner Zu- ftimmung versucht werde, an diesem Zeit- Punkts« st zuhalten. Es sei von allergrößter Bedeutung, daß auf jeder der vorerwähnten Konferenzen eine Lösung angestrebt werde, und daß man auch willens sei, eine solche zu sinden. Selbst, wenn die endgültige Lösung noch in weiter Ferne liege, so sollten doch alle Kräfte angespannt werden, um einen wirk­lichen und erheblichen Schritt nach vorwärts auf dem Wege zu einer Lösung sicher^ustellen, auch wenn es nur eine Lösung in Anschnitten sein sollte.

Der Minister betonte dann, daß die letzten Zollverordnungen lediglich Rotstands­arbeiten gewesen seien. England habe nicht die geringste Absicht, irgend jemandem Unzuträglich- feiten zu bereiten. Es sei ein Irrtum, anzuneh­men, daß die Maßnahmen Teil einer vorgefaßten Zollpolitik seien. Wir müssen, so schloß Simon, die Ursachen und Beweggründe unserer Handlun­gen gegenseitig verstehenlernen und in diesem Geiste wird England sein Bestes zum internationalen Frieden bei­tragen.

Vor neuen Besprechungen mit Krankreich.

Tas Ziel der Londoner Politik ist Wieder­herstellung des Vertrauens.

London, 6. San. (ERD.) Angesichts der mor­gen erfolgenden Rückkehr des Premiermi­nisters aus Lossiemouth setzte heute eine er­höhte Tätigkeit im Regierungsvier­te l ein. Zahlreiche Minister waren wieder an ihren Arbeitstischen, und für heute nachmittag war eine Sitzung des Kabinettsausschusses an­beraumt, der sich mit Finanzfragen zu befassen hat. Der Vertreter des Schatzamtes, Leith Roß, begibt sich am Freitag ju weiteren Ver­handlungen mit französischen Schahamtsvertretern nach Paris zurück, und die Haltung, die er bet seinen Pariser Besprechungen einnehmen wird, bedarf selbstverständlich dringender Erwägung. Die britische Regierung ist weiterhin darauf be­dacht, daß die Lausanner Reparationskonferenz am 18. Januar eröffnet wird, da sie die Auf­fassung vertritt, daß eine Regelung des Repa­rationsproblems eine Frage äußerster Dringlichkeit ist. Bekanntlich sind in den letzten Tagen Andeutungen erfolgt, daß Frank­reich eine weitere Verschiebung b i s zum 2 5. Januar begrüßen wurde. In London fürchtet man, daß dadurch eine gegensei­tige Beeinträchtigung der einander zeitlich nabe liegenden Konferenzen stattfinden könnte. Der 25. Januar als Beginn der Reparationskonferenz wird daher von britischer Seite als ungeeig- n e t bezeichnet und erklärt, dieser Zeitpunkt liege zu spät, um ein wirksames Arbeiten zu ermög­lichen. Man ist der Auffassung daß die Ver­zögerung im Zusammentritt dieser Konferenz so­wohl deren eigenen Erfolg als auch den der Ab­rüstungskonferenz beeinträchtigen könnte. Times schreibt, nach Ansicht der britischen Regierung sollte die Lausanner Konferenz zu einer Verein­barung führen, die zur W i e d e r h e r st e Itun g des Vertrauens in Deutschland fuhrt, nicht nur des Vertrauens der Deutschen in ihre eigene Lage, sondern auch des Vertrauens der Welt zu Deutsch­land. Man hofft, einen praktischen Plan zu finden, der dieses Vertrauen wieder herstellt imZ)

zugleich den politischen Schwierigkeiten Rech­nung trägt. Aehnlich äußern sich auch die an­deren Morgenblätter.

Eine Kundgebung des Reichstags vor Lausanne?

Eine Anregung

des Christlich.sozialen VolksdienftcS.

Berlin, 6.3an. lDDZ.) Die »Tägliche Rundschau", das Hauptblatt des Christ­lich.Sozialen Dolksdienstes, nimmt gegen eine Vertagung der Tributkonferenz und auch die Schaffung eines Provisoriums Stellung und schreibt dann u. 0. folgendes: »Für den Kampf um die Endlösung ist der Zusammen­schluß aller deutschen Parteien zu einer Einheitsfront nach außen notwen­dig. Es würde ein schönes Zeichen deutscher Entschlossenheit sein, wenn alle Brücken bei der Polemik den außenpolitischen Gesichtspunkt be­rücksichtigen würden. Es ließe sich vorstellen, daß derReichstag sich vor der Lausanner Konserenz versammelt und in einer einmütigen Kundgebung d i e Forde­rung des deutschen Volkes vertritt. Es ließe sich vorstellen, daß das Auftreten der deutschen Minister begleitet wird von einer wür­digen Mahnung des Parlaments, von einem Aufruf an d i e Welt, der die deutsche For-

Berlin, 6. Jan. Die deutschen Botschafter von hoesch (Paris), von Neurath (London) und von Schubert (Rom) werden am Donnerstag in Berlin erwartet. Sie werden hier B e - sprechungen mit dem Reichskanzler und den für die Tributfrage zuständigen Reisortministern haben, um sich eingehend über die Absichten der Reichsregierung zu unterrichten, wie dies vor allen größeren internationalen Konferenzen zu erfolgen pflegt. Der Tributausschuh des Reichs- k a b i n e t I s wird voraussichtlich am Donnerstag zum erstenmal zusammentreten, um sich mit der kom­menden Konferenz zu beschäftigen.

Am Mittwoch war Reichskanzler Dr. Brüning Gast des amerikanischen Botschafters S a d e 11 auf einem Frühstück zu Ehren seines Pariser Kollegen E d g e, das zwar ganz privaten Charakter hatte, bei dem jedoch die Konferenz von Lausanne ein­gehend erörtert sein dürfte.

Gegenüber den sich häufenden Meldungen aus dem Ausland, wonach man in Lausanne eine Art kurz­fristige oder längerfristige Verlängerung des bestehenden Zustande» anstrebe, verlautet an zuständiger Berliner Stelle, daß die Reichsregie­rung nach wie vor eine endgültige Lösung erwarte. Der Nachdruck, mit dem von deutscher Seite eine Endlösung immer wieder gefordert wird, dürfte dem Ernst der Lage entsprechen, der anschei­nend bei den Regierungen der Gläubigerländer noch immer nicht genügend erkannt wird, der aber jeder deutschen Regierung das Gesetz des han­delns vorschreibt.

Mit einer Deutlichkeit, die jeden Zweifel aus- schlieht, nimmt das Berliner Zentrumsorgan, die

Paris, 7. Jan. (WTV. Funkspruch.) Vri- ands Befinden soll, wie es heißt, derart sein, daß man es fast als bestimmt annimmt, er werde sich nicht zur Konferenz nach Lausanne begeben können. Unter diesen Umständen dürfte die französische Delegation unter Führung von Finanzminister Flandin. vielleicht mit Unterstützung eines anderen Ministers, stehen. Ministerpräsident L a - v a l wird höchstwahrscheinlich der Eröffnung der Reparationskonferenz beiwohnen und dann später erst, wenn die Arbeiten ihrem Ende ent­gegengehen, sich wieder nach Lausanne begeben. Als Datum des Zusammentritts der Repara­tionskonferenz wird heute der 2 0. Januar genannt.

Echo de Paris" erklärt, daß sich die bevor­stehende Reparationskonferenz den Beschluß der Bankiers, die kurzfristigen Kredite nur für ein Jahr zu verlängern, zu eigen machen mühte. Die Gläubiger hätten gewisse Aen- derungen im Rahmen des TZoung- moratoriums vorzunehmen, und es so für Deutschland annehmbarer zu machen, als die Rege-

derung einer E n d l ö s u n g noch einmal aller Welt darstellt."

Der Appell der »Täglichen Rundschau" hat in parlamentarischen Kreisen lebhafte Beach­tung gefunden. Er geht auf schon längere Zeit zurücll. egende Besprechungen vonParlamentariem ?urüd, die daran interessiert sind, der a m t - ichen deutschen Außenpolitik von innen her eine kraftvolle Stütze zu geben. Und zwar geht der Gedanke dieser Kundgebung von einer Gruppe jüngerer Parlamentarier aus verschiedenen Parteien aus. Offizielle Verhandlungen zwi­schen den Frakttonen haben darüber aber noch nicht stattgefunden. Von dem Echo, das die An­regung derTäglichen Rundschau" in der Öffentlichkeit findet, wird es vielmehr abhängen, ob diese Bestrebungen sich schon in der am nächsten Dienstag stattfindenden Sitzung des Aeltestenrates des Reichstages bei der Entscheidung über den kommunistischen Antrag auf Einberufung des Reichstages irgend­wie auswirken werden. In Regierungs­kreisen hat man von den Bestrebungen des Christlich-Sozialen Volksdienstes erst durch die jetzige Veröffentlichung Kenntnis erhalten. Man macht in der Wilhelmstrahe darauf aufmerksam, die ganze Welt wisse ohnehin, daß das deutsche Volk in der Ablehnung derTri- b u t l a st e n und in dem Verlangen nach einer Endlösung einmütig z usammenstehe.

Germania", zu den Bestrebungen einer neuen Zwischenlösung der Tributfrage Stellung. Das Blatt schreibt:Es scheint notwendig, sestzustcllen, daß sich die grundsätzliche deutsche Auffassung in der Reparationsfrage nicht geändert hat und daß sie auch von den Verhandlungen, die zwi- scheu London und Paris gepflogen werden, nicht geändert werden kann. Diese Auffassung geht dahin, daß aus schnell st em Wege eine endgültige Lösung gefunden werden muß, die der deutschen Zahlungsunfähigkeit Rechnung trägt. Kombinationen, als wenn Deutschland sich be- reilerklärt habe, einer Verschiebung der endgültigen Entscheidung auf einen mehr oder minder späten Termin zuzustimmen, entsprechen nach unseren Jn- jormationen keineswegs den Tatsachen."

Die deutsche Regierung ist der Auffassung, daß die Konferenz so schnell wie möglich zusammen­treten muß. Selbstverständlich muß dabei Voraus­setzung sein, daß bis dahin auchdie Stillhalte­verhandlungen zu einem Abschluß gelangen, damit Deutschland bei den Verhandlungen auf der Reparationskonferenz tefflofe Klarheit über I seine gesamten Zahlungsverpflichtungen schaffen kann. Auch die an den Stillhalteverhandlungen be­teiligten Bankenkreise sind der Auffassung, daß ihre Verhandlungen bis zum Beginn der Lausanner Kon­ferenz zu einem Ergebnis führen müssen. Sie hoffen, mitte Januar das neue Stillhalteab- ; kommen fertiggeftellt zu haben. Jn allen Regierungs­und Sachverständigenkreisen steht man aus dem I Standpunkt, daß höchste Gefahr im Verzüge ist, und daß die Konferenz unbedingt zu einem end- I gültigen Ergebnis führen muh.

lung im Vertrage vorn Januar 1930. Solch« Ab­änderungen würden nach einer einjähri­gen Prüfung vielleicht eine neue Retusche erfahren. Die Sachverständigen des englischen Schatzamts würden am Freitag in Paris erwartet. Es fei aber festzustellen, daß derEtandpunktdesbritischenSchah- amtes und der der französischen Regierung von einer Angleichung noch weit entfernt seien. London beharre darauf, daß Deutschland in seiner jetzigen Lage mehrere Jahre Ruhe brauche.O e u v r e" erklärt: Die Ber­liner Bankierkonferenz hat nur zu einer Ver­längerung der eingefrorenen Kredite gelangen können, weil man in der gegenwärtigen Lage die Bedingungen für eine annehmbare Stabili­sierung nicht hat abschätzen können. Lausanne steht also in Gefahr, nicht einmal s0 weit ge^en zu können, wie man es in Basel ge­tan hat.

Das GewerkschaftsblattLe Peuple- wendet sich scharf gegen eine llebertragung der Methoden derDankierkonferenz auf die Reparationskonserenz. Das Blatt

erhofft von einer endgültigen Regelung des Reparationsproblems das Wiederaufleben der Wirtschaft, sowie eine Einigung Europas gegenüber Amerika Der Boungplan sei tot, schreibtLePeuple", und was man auch in Lausanne sagen und tun möge, sicher sei, daß die Reparationszahlungen für mehrere Jahre gestrichen würden. Es wäre grotesk, glauben zu wollen, sie könn­ten je wieder aufleben. Das Wirt- schaftsblattInformation" schreibt, die Schlußfolgerung sei wohl nicht zu kühn, daß eS nach Ansicht der Mehrzahl der Baseler Sachver­ständigen gut wäre, wenn man d i e Schulden überhaupt beseitigen könnte. Bedauer­lich sei die Entdeckung, daß Frankreich von nun an nahezu das einzige Land sei, das das in den Verträgen festgelegte Recht verteidige. Aber Tatsachen seien nun einmal Tatsachen. In Frankreich mache sich eine gewisse Sinnesän­derung bemerkbar, deren Riederschlag der be­kannte Artikel derDepeche de Toulouse sei, in dem die Streichung der Reparationszahlungen ge­fordert wurde. Die große Geste des radikalen Blattes sei bei der gegenwärtigen innerpolitischen Lage in Frankreich schwer durchführbar. Trotzdem habe der Artikel des Blattes einen gro­ßen Wert, indem er einen neuen Finger­zeig gebe. Das Blatt habe einen Akt deS Mutes vollbracht und gezeigt, wie man die großen internationalen Diskussionen ansehen müsse, und zwar in einem Licht, das den wahrenJnterefsen Frankreichs nützlicher sein könne als die fort­gesetzten Beschwerden, die doch ohne Wirkung bleiben müßten.

Kriegsminister Maginot f.

Paris, 7. Jan. (WTB. Funkspruch.) Kriegs­minister Maginot ist heute früh um 2 Uhr (französischer Zeit) gestorben. Andrs Maginot wurde 1877 in Paris geboren und war zunächst De'rwaltungsbeamter. Seit 1910 gehört er der Deputiertenkammer an. Im Ministerium Barthou wurde er 1913 Unterstaatssekretär des Kriegs­ministeriums und hat als solcher damals das Gesetz über die dreijährige Dienst­zeit durchgebracht, während er nach dem Kriege für die 18monatige Dienstzeit eintrat. Er gehörte bann verschiedenen Kabinetten an. Unter Poin« care erhielt er das Kriegsministerium. Als 1924 Poincare Herrivt Platz machte, trat auch M. zu­rück. Erst nach dem Rücktritt des Kabinetts der nationalen Einigung im Rovember 1928 mit dem Ausscheiden der Radikalen trat M. wieder in die von Poincare abermals gebildete Regierung als Kolonialminister ein.

Rach Briands Rücktritt und der Reubildung der Regierung am 3- Rovember 1929 durch Tar- dieu übernahm Maginot wiederum das Kriegs­ministerium, das er auch im zweiten Kabinett Tardieu vom 3. März 1930 sowie im Kabinett Laval vom 27. Januar 1931 inne hatte. Maginot hat immer zu den Anhängern der schärfsten Tonart gegenüber Deutschland gehört, der in zahlreichen Reden vor der Kammer und im Lande sich schroff gegen jedes Entgegenkommen Frankreichs in der Abrüstungsfrage aussprach.

Umbesetzung des Kabinetts?

Paris, 7. Jan. (CNV. Funkspruch. Eigene Mel­dung.) Angesichts de» Todes Maginot» und der Erkrankung Briands werfen heute mehrere Blätter die Frage auf, ob Laval nur Maginot durch eine andere Persönlichkeit er­sehen oder dem Präsidenten der Republik die Gesamtdemission de» Kabinett» an­bieten wolle: hierdurch hätte Laval die Möglichkeit, eine Umbesetzung seines Kabinetts vorzuneh- mcn. Sollte nur der Posten Maginots neu beseht werden, dann käme nach Meinung der Presse nur sein Fraktionsgenosse Oberst Fabry, Redakteur de»Jntranfigeant in Frage. Sollten die Gerüchte zutreffen, daß auch der Po st en Briands umbeseht werden soll, so käme hierfür wie verlautet Paul-Boncour unter Umständen in Frage.

London ist zuversichtlich über die Entwicklung in Indien.

London, 7. Jan. (WTD. Funkspruch.) Die Blätter sind einmütig bet Ansicht, baß bas energische Vorgehen bes Vizekönigs gegen den indischen Rattonalkongreß erfolg­reich gewesen ist. Die brittschen amtlichen Kreise halten es für fraglich, ob die Kongreß­anhänger, bie durch die Massenver- Haftungen plötzlich ihrer Führung be­raubt worden sind, imstande fein werden, plan­mäßige Kampfmahnahmen zu organisieren. Man rechnet übrigens damit, daß sich bie politisch gemäßigte Richtung in Indien bi« gegenwärtig erschütterte Stellung der extremen Rationalisten zunutze machen wird, um in den Vordergrund zu treten.

Deutschland fordert aufdemschnellfienWegeendgültigeLösung

Botschaster-Treffen in Berlin.

Brian- kommt nicht nach Lausanne.

Oie schärfere Tonart in den Vordergrund geschoben. - Zlandin an der Spitze der französischen Delegation.