Ausgabe 
5.11.1932 Erstes Blatt
 
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Spenden für die Winiernoihilfe.

Für das Hilfswerk der Gießener Winter- nothilfe find neuerdings folgende weitere S p e n- den angemeldet worden:

Don der Gießener Bankenvereinigung für die Dauer der winterlichen Hilfe insgesamt 900 Mk., von der Firma Mühlenbetrieb Eduard Klinket 10 Doppelzentner Weizenmehl, vom Kaufhaus G. W. Schneider anläßlich des 25jährigen Inhaberjubiläums 120 Meter Kleiderstoff und eine Anzahl Damenkleider.

25 Jahre Kaufhaus Schneider.

2lm heutiger! Samstag, 5. November, kann der Inhaber des Kaufhauses Schneider, Markstraße 30, Kaufmann S. Meherfeld, auf die 25. Wiederkehr des Tages seiner Ge­schäftsübernahme zurückblicken. 2ln dem Viertel» jahrhundert der Entwicklung des Kaufhauses unter seiner Leitung hat die Wertgeltung des Unternehmens in Stadt und Land nur gewon­nen und konnte insbesondere auch da» Der» trauensverhältrris zwischen der Firma und ihrer Kundschaft erhalten werden. Aus Anlaß des Jubi­läums hat Herr Meherfeld in anerkennenswerter sozialer Gesinnung auch an di« Unterstützung der Gießener Winternothilfe gedacht, der er zur Hilfeleistung an bedürftige Familien 120 Meter Kleiderstoff und eine Serie fertiger Kleider über­wies.

Daten für Samstag, 5. November.

1414: Konzil zu Konstanz (bis 22. April 1418); 1494: der Ächter Hans Sachs in Nürnberg geboren; 1757: Schlacht bei Roßbach; 1879: der englische Physiker Farnes Clerc Maxwell in Cambridge gestorben.

Gießener ^ochennccrktprctse.

* Gießen, 5. Nov. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt das Pfund: Süßrahmbutter 130, Landbutter 120, Kochbutter 100, Matte 30 bis 35, Wirsing, grün 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8, Spinat 15, Unterkohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 100, To­maten 25 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, neue 3, Pfirsiche 35 bis 50, Aepfel 15 bis 30, Birnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 80, Gänse 65 bis 75, Enten 80 bis 90, Nüsse 35; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 50 bis 60, Eier, ausländische 11 bis 14, inländische 14, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; das Bund: Radieschen 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,30 bis 2,50, Weißkraut 2,20 bis 2,50, Rotkraut 5, Wirsing, grün 4 bis 4,50, Aepfel 12 bis 25 Mark.

Pornotizen.

Tageskalender f ü r Samstag: Stadttheater, 15.45 bis 17.45 Uhr,Der 18. Okto­

ber«.Einhorn", 10 bis 13, 16 bis 19 Uhr, Kunstausstellung des Münchener Künstlerbundes Isar". Gießener Rädfahrerverein von 1885, 20 Uhr, Cafe Leib, Winterfest. OSC., 20 Uhr, Schützenhaus", Stiftungsfest und Siegesfeier. 1. Reichskurzschriftgesellschast,Stadt Lich", Der- einsabend. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das schöne Abenteuer". Astoria-Lichtspiele, Sel­tersweg:Die Geheimnisse des Zirkus Jordan" undDie Herrgottsschniher von Oberammergau".

Tageskalender f ü r Sonntag: Stadttheater, 18.30 bis 20.30 Uhr,Freie Bahn dem Tüchtigen". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplah, 11 bis 13 Uhr, Aus­stellung.Einhorn", 10 bis 13, 16 bis 19 Uhr, Kunstausstellung des Münchener Künstlerbundes Isar". Sängerkranz Gießen, 17 Uhr, Neue Aula, Konzert:Die Schöpfung", zum Gedächt­nis 3. Haydns. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Uhr,3m Lande der Dolomiten"; ab 15 Uhr Das schöne Abenteuer". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Die Geheimnisse des Zirkus 3or- dan" undDie Herrgottsschnitzer von Ober­ammergau".

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Zum letztenmal gelangt morgen das LustspielFreie Dahn dem Tüchtigen" von August Hinrichs unter der Spielleitung von Karl H e h s e r zur Aufführung. Fremdenvorstellung. Ermäßigte Preise. Tie letzte erfolgreiche Erst­aufführung desStückes, das gemacht werden soll" von Luigi PirandelloSechs Personen suchen einen Autor" wird am Dienstag, 8. No­vember, als 6. Dorstellung im Dienstag-Abonne­ment unter der Spielleitung von Peter F a s f o t t erstmalig wiederholt.

Der Goethe-Bund bittet uns, nochmals auf den am nächsten Montag in der Neuen Aula stattfindenden Dichterabend hinzuweisen. Hans C a r o s s a, so schreibt man uns, einer der be­deutendsten Prosaisten der Gegenwart, wird aus unveröffentlichten Werken vorlesen. Der Dichter ist ein ausgezeichneter Mittler seiner Werke und dürfte nur selten am Bortragstisch kennen zu lernen sein. Daher werden die hiesigen Litera­turfreunde es begrüßen, wenn der Goethe-Bund die Gelegenheit des persönlichen Erlebens dieses Dichters an seinem ersten Dichterabend gibt. (Siehe heutige Anzeige.)

*

' Das ö ffentliche Anschlägen von Druckschriften durfte, wie das Polizeiamt Gießen mitteilt, bisher nach Artikel 48 des Hess. Gesetzes über die Presse nur an solchen Stellen erfolgen, die vom Polizeiamt als hierzu geeignet bezeichnet worden waren. Es besteht Deranlas- sung, darauf hinzuweisen, daß auch nach Auf­hebung dieser Gesetzesbestimmung, die im Re­gierungsblatt veröffentlicht w'rd, das Anbrin­gen von Anschlagtafeln, Anschlagwänden oder Anschlagkasten usw. der baupolizeilichen Geneh­migung des Städtischen Hochbauamts bedarf. Selbstverständlich bleibt nach wie vor das Be-

Helft der Winterhilfe!

Die R o l in vielen Gießener Familien ist g r o ß. Hilfe ist dringend am Platze. Geld - und ft l e i- derspenden durch die Mnkernothilfe können viel Llend lindern.

Zeder Helse nach besten Kräften!

Jnbesondere bei Geburtstagen, Verlobungen oder Hochzeiten denke man in der eigenen Freude auch daran, seinen notleidenden Mitmenschen das Leben leichter zu machen. Selbst kleine Gaben werden dankbar angenommen, wer mit Geld helfen will, kann seine Spende an nachstehenden Stellen abgeben:

Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers, Gießen. Pfeiffersche Buchhandlung, Gießen.

Germania-Drogerie, ftarl Seibel, Gießen, Frank­furter Straße.

Hans Noll, Ludwigsplah-Drogerie, Gießen.

Wilhelm Benner, Schuhmarenhandlung, Gießen, Marktstrahe.

Verkehrs- und Verschönerungsverein e. v., Gießen. Oberhessische Volkszeitung, Gießen.

Handels- und Gewerbebank, Gießen.

Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, Gießen.

Dresdner Bank, Gießen.

Commerz- und Privat-Bank, Gießen.

Dezirkssparkasse Gießen.

Bankgeschäft Herz & Co., Gießen.

Volksbank e- G. m. b. h., Gießen.

Jeder sei Helfer!

malen und Bekleben von Baulichkeiten jeder Art, wie Häusern, Denkmälern, Mauern, Zäunen, Straßen, Laternen.Wegweisern usw. durch Unbefugte verboten. Die Polizei hat Wei­sung. gegen Zuwiderhandlungen, die in den mei­sten Fällen als Sachbeschädigung nicht nur mit Geld-, sondern auch mit Gefängnisstrafe geahn­det werden, itnnachsichtlich vorzugehen.

** Biehmärkte in Gießen. Am nächsten Lienstag findet hier Rindvieh-(Rutzvieh-)Markt statt, dem am Mittwoch Schweinemarkt folgen wird.

** Kurzschluß. Die Feuerwehr wurde gestern abend alarmiert und nach dem Hause Ludwigstraße 39 gerufen. Durch Kurzschluß war ein kleiner Brand entstanden, der jedoch beim Eintreffen der Feuer­wehr bereits gelöscht war.

** Studentenschaft und Goethei» Bund. Wie der Borstand der Gießener Stu­dentenschaft uns mitteilt, sind Bestrebungen im Gange, die kulturellen und gemeinnützigen Aus­gaben ihrer Organisation mit denen des Goethe- Buntes zu verbinden. Unter Aus.chUtung gegen­seitig schädigender Konkurrenz und durch Der- rneidung eines unnützen Nebeneinander wollen beide 3nstitute sich gegenseitig helfen, das Geistes­leben unserer Universität zu befruchten und den durch die wirtschaftlichen Verhältnisse schwer be­drängten Studierenden der Landesuniversität da­durch die Möglichkeit verschaffen, an den kultu­rell bedeutsamen Veranstaltungen des Goethe- Bundes in größerem Rahmen Anteil nehmen zu können. 3n diesem Sinne wird die Studenten­schaft aus dem Programm, des Goethe-Bundes einen sehr großen Teil ihren Kommilitonen ver­mitteln. Hierbei wird besonders darauf hinge­wiesen, daß die Eintrittserleichterungen nur Stu­dierenden zugute kommen. Die Ausgabe der vergünstigten Eintrittskarten findet ausschließ­lich im Bureau des Allgemeinen Studenten­ausschusses statt. Näheres geht aus der heutigen Anzeige hervor, in der der erste Dichterabend Hans Carossas angekündigt wird.

Wettervoraussage

Während im nördlichen Teil des Reiches durch die skandinavische Störung mildes Wetter vor­herrscht, werden in Süddeutschland die Tempera­turen durch Hochdruckeinfluß bestimmt. Der gestern abend über England und dem Kanal erkennbare Wirbel rückt südwärts nach Frankreich und der Biskaya weiter. Gleichzeitig hat sich über den briti­schen Inseln erneuter Hochdruck aufgebaut. Die Wettergestaltung dürfte später wohl durch den hohen Druck beeinflußt werden, jedoch wird vorerst einerseits das skandinavische Fallgebiet, anderseits das Biskayatief störend einwirken, so daß vorüber­gehend stärkere Bewölkung und gelegentlich verein­zelte Niederschläge nicht ausgeschlossen sind.

Aussichten fürSonntag: Nach anfänglich stärkerer Bewölkung und Dunstbildung mit verein­zelten Niederschlägen später wieder aufheiternd.

Aussichten für Montag: Nachtfrostgefahr, lokale Frühnebelbildung, sonst Aufklaren.

Lufttemperaturen am 4. November: mittags 10,8 Grad Celsius, abends 6,6 Grad; am 5. November: morgens 3,5 Grad. Maximum 11,6 Grad, Minimum 2,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. November: abends 8,8 Grad; am 5. Novemb.r: morgens 4,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 4% Stunden.

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3

Bekanntmachung.

In inner Handelsregister Abteilung A wurde eingetragen

Am 25. Oktober 1932 a) die Firma Friedrich W. Schmidt in Gießen. In­haber ist der Kaufmann Friedrich Wil­helm Schmidt in Gießen: b) bei der Firma I. H. Fuhr zu Gießen: Die Pro Iura des Ludwig Fuhr in Gießen ist erloschen.

Am 28. Oktober 1932 bei der Firma Max Biringer Nachs. Inh. Friedrich Holzheimer in Gießen: Die Firma ist erloschen.

Am 31. Oktober 1932 a) bei der Firma Georg Avvel in Gießen: Geschäft nebst Firma ist auf den Kaufmann Fritz Schmidt in Gießen übergegangen. Die Uebernahrne der seither im Betriebe des Geschäits begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten ist ausgeschlossen wor­den. Die Uebernahme der Firma ist mit Wirkung vom 1. August 1932 erfolgt. Die Firma ist geändert in: Georg Appel, Inh. tirnti Schi ldt. Die Prokuren des Hermann Siersleben, Fritz Schmidt, Friedrich Hirsch und Heinrich Zlppel in Gießen mid erloschen. Die Zweignieder­lassung Wetzlar ist erloschen; b) bei der Firma Koch & Eichenauer in Gießen- Die Gesamtprotura des Louis Kreiling und Wilhelm Hornung in Gießen ist erloschen. 7789 D

Gießen, den 1. November 1932.

_________Hessisches Amtsgericht.________ Betr.. Konkursverfahren über das Sber-- mögen der Offenen Handelsgesell­schaft von Münchow'sche Univer- sitäts-Buchdruckerei Otto Kindt, Gießen.

Besch tust!

Nach Genehmigung der Schlußvertei lung und Abhaltung des Schlußtermins wird das Konkursverfahren aufgehoben.

Gießen, den 1. November 1932.

__________Hess. Amtsgericht. 7790 D Kataloge und Prospekte liefen die Brühl'scne Druckerei

brauchen Blut und feste Knochen. Beides geben ihnen giftfreier

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Aufforderung.

Folgende Einlagebücher der Bezirks- svarkasfe Gießen sind abhanden ge­kommen:

Reichsmark-Svarbuch Nr. 7514 lautend auf Namen Elsbeth Jäger, Gießen, Reichsmark-Svarbul., 9h:. 2185 lautend auf Namen Dhnna Jäger, Gießen, Aufwertungs-Sparbuch Nr. 24863 lau­tend am Namen Friedr. Hofmann, Heuchelheim,

Aufwertungs-Sparbuch Nr. 32783 lau­tend auf Namen Erna Keilig, Gießen, Aufwertungs-Sparbuch 9ir 33385 lau­tend auf Namen Robert Frank, Lollar, Aufwertungs-Sparbuch 9tr. 57385 lau­tend auf Namen Karl Hahn, Trohe,

Aufwert.-Svarb. 9ir. 63550 lautend auf

Namen Wieprecht v. Kropff, Gießen, Aufwert.-Sparb. 9cr. 63551 lautend auf

Namen Marie v. Kropff, Gießen, , Aufwert.-Svarb. Nr. 63552 lautend aur

Namen Marianne v. Lkromr, Gieyen, Aufwert.-Svarb. Nr. 63553 lautend auf

Warnen Karl-Udo v. Miopn, Gießen,

Berwahrungsschein zu Devot 9hc. 871, lautend auf Namen Ludw. Grolz 1 Erben, Täublingen.

Die.Inhaber der genannten Spar­bücher, bzw. des Depotscheines werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an diese binnen drei 9Jtonaten, vom Er­scheinen dieser Bekanntmachung an bei uns geltend zu machen, anderenfalls die Kraftloserklärung erfolgen wird, i /92D

Gießen, den 4. November 1932.

Ter Vorstand

der Bezirksfvarkasse Gießen.

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Bekanntmachung.

Die bereits fälligen Stromgelder int Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat September 1932 können noch bis zum 15. d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Strom­sperre auf Kosten des Abnehmers.

Gießen, den 3. November 1932.

Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlanbanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. /823D Stolte.

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Zu diesem dürfen nur Tiere ausge- trieben werden aus den Bestanden der Kreise Gießen, Alsfeld und Marburg a. d. Lahn; aus den Kreisen Marburg und Alsfeld nur dann, wenn eine Bescheini­gung des Landratsamts Marburg bzw. des Kreisamts Alsfeld vorliegt, daß die in Frage kommenden £)rte seuchenfrei sind. Durch Ursprungszeugnisse, auf denen die Ortspolizeibehörden ausdrück­lich bestätigen, daß die Tiere aus der Zucht desjenigen stammen, der sie zum Markt bringt, ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. 7778D

Der Auftrieb darf nur von 10 bis 10/2 Uhr stattfinden.

Oie Verlesung der Krämerstände fin­det um 8 Uhr vormittags auf dem Rat­haus statt.

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