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niontag, 5. September 1952
182. Jahrgang
Stahlhelmappell auf dem Berliner Frontsoldaieniag I
<n.r fang an bei. Die Wehrsportübungen brachten
vtX 4lUjniür|U/. ................... ■ i. ..j ------ Mu, Freiübungen, Hindernislaufen, Staffelläufe,
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dafür gesorgt, dah trotz der ungeheuren Mengen, die in Bewegung waren, leine nennenswerten
Verkehrsstockungen eintraten. Sn der Umgebung
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Annahme von Anzeigen für die Tagtenuetmer bis zum Nachmntog oorher.
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Chefredakteur
Dr. Friedr. Wilh. Gange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyrlot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen.
und Märschen unter starkem Beifall zu Gehör ge- bracht hatten, erfolgte der Einzug von 2500 mit Eichenlaub geschmückten Fahnen aus allen deutschen Gauen. Die Fahnenträger zogen im Parademarsch in Achterreihen an den Tribünen vorbei. Der Landesführer von Groh-Berlin, Major a. D. von Stephani, begrüßte bei dieser Gelegen- heit die Ehrengäste und im besonderen Reichskanzler von Papen. Der Große Zap- fenst reich und das Deutschlandlied sowie ein Riesenfeuerwerk, das in großen Leuchtbuchstaben den Stahlhelmruf Front Heil!" brachte, beschlossen die eindrucksvolle Kundgebung. Der Abmarsch der Massen vollzog sich reibungslos.
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Freiübungen, Hindernislaufen, außerordentlich interessante Gas- und Sanitätsübungen sowie Ordnungsübungen. Mehrere Flugzeuge kreisten dauernd über dem Stadionrund.
Rachdem dann vereinigte Stahlhelmkapellen in Stärke von 500 Mann eine Reihe von Liedern
Landwirlschast und Mrtschastsprogramm.
Ein Briefwechsel zwischen Hugenberg und dem Reichskanzler. — Die Reichs- regierung für Anwendung von Kontingenten zur Beschränkung der landwirtschaftlichen Einfuhr.
w ehrführer Für st Starhernberg in gleitung zweier Unterführer.
Oie Reichsregierung.
Etwas später erschienen die Vertreter
des Tempelhofer Feldes zogen sich zwischen 8 und 9 Uhr die Heeressäulen zusammen und nahmen die befohlene Aufstellung. Die Zahl der nach Berlin geeilten Stahlhelmer hatte alle Erwartungen übertroffen. Mit 180 000 Teilnehmern hat der 13. Reichsfrontsoldatentag alle seine Vorgänger weit übertroffen.
Oie Ehrengäste.
Um 930 Uhr war der Aufmarsch beendet Die Zahl der Zuschauer ist auf 300 000 ju schätzen. Wiederum war eine große Zahl von Ehrengästen zugegen. Der Kronprinz und die Kronprinzessin waren bereits von 9.30 Uhr ab anwesend, während die Prinzen Litel-Friedrich und Oskar mit ihren Potsdamer Kameraden in Reih und Glied marschierten. Reben dem greifen Generalfeldmarschall von Mackensen, den.die Zuschauer besonders huldigten, sah man den Kammerherrn und früheren R-cichstagsabgeordneten von Oldenburg- Ja nusch au. Zahlreiche hohe Reichswehroffiziere wohnten von Anfang bis zu Ende dem Appell bei, ebenso der österreichische oberste Heim-
Reichs- und Staatsregierungen: Reichskanzler von Papen, Reichswehrminister von 6-chleicher, Reichsinnenminister Freiherr von G a y l, Reichsernährungsminister Frhr. d. D r a u n, Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk, die preußischen Minister 5>r. Bracht und E r n st, der württembergische Minister S ch ä s e r , mit ihnen zahlreiche hohe Ministerialbeamte. Man sah auch viele Parla- ntentaricr und Vertreter der Wehrorganisationen. Besonders herzlich wurde der Reichskanzler von den Zuschauermassen begrüßt.
Uni 10.30 Uhr schritten die beiden Bundesführer Seldte und Düsterberg die endlose Front der Feldgrauen ab, die in vier Reihen auf- fleftcllr waren, dahinter die Motorradbrigade, die Berpflegungsstasfeln und die Sanitätsabteilun- g-tn. Tausende von schwor;-weiß°roten Fahnen lochten im Winde. Rach dem Abschreiten der Front bestiegen die Bundesführer die Rednerkanzel, neben der mehrere Hundert zu weihende Fah- it-tn aufgestellt waren.
©er 1. Bundesführer Seldte
e rklärte in seiner Ansprache u. a.: Zum zweiten- mal steht der graue Heerbann der alten Frontsoldaten in der Reichshaupt- ftabt. Damals, im Jahre 1927, waren wir 100 000, !>’ute haben wir diese Zahl weit überschritten. Damals traten wir mit der Verkündung unserer ___eisten Stahlhelinbotschaft zum erstenmal aktiv
»or die Oessentlichkeit als die neuen be ° vrußtenStaatsbürgereiner werden- den Ration; heute sind die Forderungen der Stahlhelmbotschaft in weitgehendem Maße das Programm der deutschenReichsregie- cung. Heute sind wir so weit, daß soldatisches Denken und soldatische Haltung wieder verstanden .werden in Deutschland, daß die Dinge, die die anderen nicht meistern konnten, von selbst an und herankommen: An die Besten, an die Zähe- sien, an die Tapfersten und Treuesten — an Deutschlands Soldaten. Dieser Erfolg ter soldatisch-nationalen Idee ist euer Erfolg, meine Kameraden. Die alte deutsche Armee ist l icht mehr, aber der Geist der Disziplin, der Leist des Dienens am Ganzen, der Geist des Opfers für die Gemeinschaft, dieser Geist der eiten Armee, der Geist der Front, mit dem wir den Gei st eines neuen deutschen Staatsbürgertums verbinden, weht unter den alten ruhmreichen Farben heute wieder auf diesem historischen Feld. Der Stahlhelm, der Een grauen Rock trägt, in dem 1914 ein einiges Dolk zum Schutze der Heimat auszog. dieser Stahlhelm ist keine Partei. Er kämpft nicht für sch, sondern für Deutschland. Er will nicht die Gewalt, sondern das Gesetz. Er fordert nicht die staatliche Macht, sondern den machtvollen Staat, unter dem Deutschland in freier, friedlicher Arbeit einer besseren Zukunft entgegengehen tonn.
Berlin, 4. Sept. (TU.) Sn den frühen Morgenstunden des Sonntags, als noch nächtliches Dunkel über der Stadt lag und strömender Regen niederging, hallten die Straßen der Berliner Vororte bereits vom Gleichschritt der Stahlhelmkolonnen wieder, die sich in Richtung zum Tempelhoser Feld bewegten, das für den großen Aufmarsch zum Reichsfrontsoldatenappell ausersehen war. Trotz der frühen Morgenstunden waren schon tausende von Menschen auf den Straßen, um das ungewohnte Bild zu sehen. Gegen 1 Uhr hörte der Regen auf. Ein kräftiger Wind fegte die Rässe hinweg und die Sonne trat zeitweise hinter den Wolken hervor. Sc Heller es wurde, und je näher die Kolonnen dem Tempelhoser Feld rückten, um so größer wurden auch die Menschenmassen, die die Straßen umsäumten und die Marschgruppen begleiteten. Eine glänzende Organisation hatte
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Die Vetwalümgsresotm in Preußen.
Eine amtliche Mitteilung des Reichskommiffars über die geplante Neuorganisation
Hitler am Grabe des erschossenen SA.-ManneS Gatschke.
Berlin, 3. Sept. (ERB.) Auf dem ßuifen- städtifchen Friedhof sand die Beisetzung des kürzlich erschossenen SA. - Mannes Herbert Gatschke statt. Zu der Trauerseier. die unter einem riesigen Ausgebot von Mitgliedern der SA. - und SS- - Abteilungen von statten ging, war Hitler persönlich erschienen. Auch Goebbels, Göring, Graf Helldorf und viele andere nationalsozialistische Führer nahmen an der Beerdigung teil. Am offenen Grabe nahm Adolf Hitler das Wort. Seine Ausführungen gipfelten in dem Gelöbnis, daß das, was für so viele, die gesallen seien, heilig gewesen, von den Ueberlebenden niernalsverfälscht, verzerrtundvcr- kauft werden könne. Der Gedanke an die Märtyrer der Bewegung werde ihm. wenn einmal eine Schwäche drohen sollte, hart und unerbittlich machen. — Ein großes Aufgebot von Polizei hatte in weitem Umkreise des Friedhofes Absperrungen vorgenommen. Die Trauerfeier verlief ohne Zwischenfälle.
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des früheren Provinzialschulkollegiums. Die Landeskulturverwoltung werde in die Snstonz des Regierungspräsidenten eingegliedert. Die Kulturämter blieben bestehen, die Landeskulturämter würden ausgelöst. Die Kreisbe- Hörden blieben in ihrer bisherigen Selbständigkeit grundsätzlich erhalten. Der Landrat solle die Möglichkeit erhalten, den technischen Kreisbehörden gegenüber die Rotwendigkeiten der allgemeinen Verwaltung zu vertreten. Er werde außerdem ermächtigt, bei Gefahr im Verzüge einstweilige Anordnungen zu treffen und solle in Zukunft neben der Kommunalaufsicht über die Landgemeinden auch diejenigen über die Städte bis 1 0 0 0 0 Einwohner übernehmen und auch die S ch u l- a u f s i ch t in den sogenannten äußeren Angelegenheiten der Volksschulträger führen. Der Dekonzentration in Derwaltungssachen entspreche die Erweiterung der Zuständigkeit des Kreisausschusses als Beschlußbehörde und Derwaltungsgericht an Stelle des Bezirksausschusses. Eine radikale Vereinheitlichung aller Rechtsmittelfristen solle größere Klarheit im Verwaltungsrecht schaffen. Sn der Verordnung wird schließlich die Anstellung ehrenamtlicher Bürgermeister in kleinen Städten, Erleichterung der kommissarischen Verwaltung der Aemter in der Rheinprovinz und Westfalen durch städtische Bürgermeister in Personalunion und umgekehrt vorgesehen. Reu geregelt wird auch das Recht der Zwangsvollstreckung gegen Gemeinden undGemeindeverbände.
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Berlin. 3. Sept. (211.) Eine amtliche Mitteilung über die Verordnung zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung in Preußen besagt u. a., dah, nachdem die Verordnung über die Reugliederung von Landkreisen d e n H n t e r- bau in der Kreisinstanz gleichmäßiger gestaltet habe, nunmehr die Verwaltung sowohl in der Mittel- wie in der Kreisinstanz neu organisiert wird. Die Reform steckt sich vier Hauptziele, nämlich Reuordnung des Verhältnisses zwischen Ober- und Regierungspräsident, Eingliederung der Sonderverwaltungen in die allgemeine Landesverwaltung, Reuorganisation der Kreisinstanz und starke Dekonzentrierung der Verwaltung nach unten.
Für das Verhältnis zwischen Oberpräsident und Regierungspräsident sei die R ü ck s i ch t auf b i e zukünftige Reichsreform entscheidend. Wenn der preußische Oberpräsident zugleich der Kommissar der Reichsregierung werde, müsse er die erforderliche Autorität in allen Verwaltungsangelegenheiten der Provinz besitzen und von unnötiger Detailarbeit befreit sein. Der Schwerpunkt der laufenden Verwaltung liege beim Regierungspräsidenten, dec nahezu sämtliche Zwecke der allgemeinen Landes- Verwaltung vereinige. Die Sonderverwaltungen würden völlig in die allgemeine Landesverwaltung eingegliedert. Die Angelegenheiten des höheren Schulwesens würden dem Oberpräsidenten zugewiesen unter Aushebung der kollegialen Verfassung
Bundesführer Seldte.bei der Ansprache.
Dann wiederholte der 1. Bundessührer das Gelöbnis des Bundes, das Gelübde auf die Stahlhelmfahne und viermal wiederholten die feldgrauen Massen den Eid ihres Führers: „Wir geloben es!", dckh es wie Donnergrollen über die weite Fläche hallte. Stahlhelmer und Zuschauer, eine halbe Million Menschen, sangen dann das Deutschlandlied, dem das Lied vom Guten Kameraden folgte.
Oie Parade.
Im Anschluß daran weihte der zweite Bundesführer Oberstleutnant a. D. Düsterberg die neuen Fahnen. Um 12.30 Uhr begann dann bei strahlendem Sonnenschein auf dem Tempelhoser Feld die eigentliche Parade, der Borbeimarsch der 180 000 Stahlhelmer aus allen deutschen Gauen im Paradeschritt vor den Bundesführern und den Ehrengästen. Zuerst kam der Landesverband Groß- Berlin, ihm folgten all die vielen anderen Landesverbände des Bundes der Frontsoldaten. Den Vorbeimarsch des besonders stark vertretenen Gaues Schlesien nahm neben den Bundesführern auch der Kronprinz ab, der bei dieser Gelegenheit die Mitglieder der Reichsregierung, die der Parade mit sichtlichem Interesse folgten, herzlich begrüßte. Die mit Blumen geschmückten schier endlosen Kolonnen und insbesondere die den einzelnen Landesverbänden voranmarschierenden Fahnenkom- p a n i e n wurden oon der unermüdlich stundenlang ausharrenden Menschenmenge immer wieder mit lautem Jubel begrüßt. Reichskanzler oon Pupen wohnte dem Vorbeimarsch bis gegen 15 Uhr bei. Der Vorbeimarsch der Stahlhelmkotonnen^an den Bundessührern dauerte länger als acht Stunden. Die Dunkelheit war schon längst hereinqebrochen, als die letzten Züge nach 21 Uhr das Tempelhoser Feld verließen, um in ihre Quartiere abzurücken oder sofort zu den Abfahrtsbahnhöfen zu marschieren Den Abschluß bildete die Dorbeifahrt der außerordentlich starken M o t o r r a d b r i g a d e. Die Ab- marjchstraßen waren wieder von Menschenmassen umsäumt, die die Stahlhelmer freudig begrüßten. Der Abmarsch vollzog sich in musterhafter Ordnung. Zu größeren Zwischenfällen ist es, soweit bisher bekannt, nirgends gekommen. Die noch in Berlin bleibenden Stahlhclmer werden am Montag eine Reihe von Besichtigungsfahrten unternehmen. Am Montagabend findet dann noch ein kameradschaftliches Zusammensein statt. Die beiden Bundesführer hatten am Vormittag Kränze am Ehrenmal sowie an den Denkmälern Friedrichs des Großen und Kaiser Wilhelm I. niedergelegt.
Oer Stahlhelm -Wehrfport- abend im Stadion.
Berlin, 3. Sept. (XU.) Seit den frühen Rachmittagsstunden strömten Zehntausende von Menschen zu dem Stahlhelm-Wehrsportabend znach dem Stadion in Grünewald. Das Stadion selbst war schon lange vor dem Beginn von Zu- schauern überfüllt. Die beiden Bundessührer Seldte und Duesterberg wurden stürmisch begrüßt. Die Reichsregierung war vertreten durch den Reichskanzler, den Reichsinnenminister, der das Stahlhelmabzeichen trug, den Reichsernahrungs- minister und den Reichsfinanzmimster. Reichs- wehrminister Schleicher ließ sich durch den Obersten v. Bredow, den Ches des Militärarntes, Der- treten. Don der Reichswehr waren u. a. anwesend Generalleutnant v. Rundstedt, Gras von Psitzendorf Stadtkommandant von Berlin Gene, ral Hasse 'und der Snsanteriesührer III General v. Waldow, die Reichsmarine durch die Bizeadmi. rate Freyberg und Groh. Der Kronprinz, Her- zog Adolf Friedrich von Mecklenburg. Generalfeldmarschall v. Mackensen. General v. IDatter, sowie zahlreiche andere hohe Offiziere der alten Armee und der Marine wohnten den Uebungen von An-
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GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Berlin. 3. Sept. (TU.) Geheimrat Hu gen- berg hat an den Reichskanzler von Papen einen Brief gerichtet, in dem es u. a. heißt. Es ist nach Lage der Dinge unvermeidlich, daß die von meiner Partei seit langem gesorderte grundsätzliche Umstellung der landwirtschaftlichen Handelspolitik auf das Kontingentsystem nunmehr beschleunigt durchgeführt werden muß. Die Erfordernisse der deutschen Währungspolitik führen zu den gleichen Forderungen wie diejenigen ün^ ferer handelspolitischen Lage. Ein unseren dürfnissen und unserer finanziellen Leistungsfähigkeit angepaßtes Kontingentsystem ist eine der gesamten deutschen Wirtschaft zugute kommende Maßnahme. Auch die Frage der Schuldenregelung, die zugleich die Frage der Ermöglichung einer künftigen gesunden deutschen Zinsfuhentwicklung ist, bedarf der Beschleunigung. Sie kann nur im Zus ammenhang mit einer Herabsetzung der Aus- landzinse n erreicht werden. Wie unsere Auslandgläubiger wissen, ist eine solche durch die Devisenlage Deutschlands unvermeidlich geworden. Das rapide Absinken der Preise der bäuerlichen Veredelungswirtschaft ist eine Erscheinung. die bei der Gesamtlage Deutschlands verhängnisvolle Wirkungen haben muß. Diese ständige weitere Verschlechterung der deutschen Wirtschaftsgrundlagen mit durchgreifenden Mitteln abzustoppen und wiedergutzumachen, ist eine dringende Rotstandsmaßnahme. Wenn in diesen Punkten nicht geholfen wird, steht zu befürchten, dah auch die zur Ankurbelung der übrigen Wirtschaft und zur Einschränkung der Arbeitslosigkeit angekündigten Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung haben. Vielmehr droht der fortschreitende Verfall der Landwirtschaft die Kaufkraft des deutschen Volkes weiter einzuschränken und die Aufnahme der durch
Gewerbe und Snbuftrie hergestellten Güter in großem Umfange unmöglich zu machen.
papens Antwort.
Reichskanzler von Papen hat darauf u. a. wie folgt geantwortet: Sch stimme m der Beurteilung der Lage durchaus mit Shnen ein. Schon unter dem Gesichtspunkt der deutschen Devisenlage ist eine Entlastung des deutschen Marktesvonübermähiger landwirt- sch a f 11 i ch e r Einfuhr unerläßlich. Sm Grundsatz hat sich daher die Reichsregierung f ü r d i e Anwendung von Kontingenten entschieden, soweit die Derhandlungslage das zuläht. Wenn ich auf diese Fragen in meiner Rede in Münster nicht näher eingegangen bin, so ergab sich dies lediglich daraus, daß ich mich dort nur mit den Grundzügen der nächsten Rotverordnung besaht habe. Sn dieser können die erwarteten Maßnahmen zum Teil deshalb nicht enthalten sein, weil es zu ihrer Durchführung neuer Vorschriften bedarf, zum Teil deshalb, weil die bezüglichen Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen sind. Sch darf andererseits Mitteilen, öafj über das zunächst beabsichtigte Maß hinaus heute beschlossen ist, dem Herrn Reichspräsidenten eine Entlastung von der Grundsteuer durch Steuergutscheine in Höhe von 40 v. H. des Steuerbetruges Voranschlägen. Sch bitte, überzeugt zu fein, dah im übrigen die erforderlichen Maßnahmen mit äuhersterBe- schleunigung zu Ende geführt werden sollen. Das Reichskabinett ist sich völlig klar darüber, daß die Rettung der Landwirtschaft eine deutsche Lebensfrage ist.
Es wird Sache der Reichsregierung sein, unter Wahrung der Sntereffen der gesamten deutschen Wirtschaft die Reihe der schon durchgeführten einschneidenden Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft zu einem ausreichend wirksamen Gesamtwert *u vervollständigen.


